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Jüdische Rundschau · 1921-09-16 · Heft 74 (16.9.1921) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 74 (16.9.1921)
Date
1921-09-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 545 I« Ge- 1 wich. yerkcr, tischen *r das chulen :Mitte! 0 lk. U ZU. bssen, t de!״ ג mit aber k. Es sogar Aulen iahen t k die Uhr trotz i Re- (mach einen aends t an. i. r die wir Konsehen tische •ganirühcr *, für •, im >t!cht esten 1, so Or-?demrunft. eucn issen oft :hem wird : zusoll!dern Ausigste Es »mite 1 als e ist, den nder-!tung asge• des 1eich• tlvervo:1 Seide Ke a־den wohl cunft nur rausdali me':- Konmenr ad- , an tsiert , die ) rd- 'rage 7a11iisere andiauch noch!eher auch »tufe »eine chtsfand nken, dini-?;daaber tand t e a '׳ uns werfind, iden lung jCon- (ich- Sitz popu* nach dafür Nr. T4_____!teilen zu wählen. Viel besser als irgendein engerer Ausschuß. Man muß den Weg zur Legalität zurück• finden und dieser Kongreß ist der Anfang <>-<*“• Eine wichtige Frage ist auch die, "0 der unserer Leitung sein soll. Es gibt .0*,״ 0י lare Meinung, die eine schnelle Uebertragim״ Palästina «?schlügt. Wenn auch viele örimde sprechen, so muß man doch bedenken daß so \ üc Ressorts das politische, das Finanzressort die 1 ruivm'uida’ in Ioiulon bleiben müßten, so daß man von eiiier wirklichen Uebersiedlung nicht mehr sprechen! könnte Wir haben noch eine gewaltige Kampagne zu führen’ um das Judentum für den Zionismus zu ge- Winnen Und die muB außerhalb Palästinas dort, wo sieh unsere tatsächlichen Kräfte befinden, geführt werj.,|. Darum und weil sich das politische Schwerein' aiißerlinlb Palästinas befindet, wäre es ein Fehler, die Leitung als solche nach Palästina zu J U EDI SCH E RUNDSCHAU ge wh' großer ״!)ertragen. ,.. . Selbstverständlich braudien wir eine pniasunensisehe Exekutive, die viel besser ausgebaut ist, als dies bisher der Fall war, die in kolonisatorischen Fragen eine viel weitere Selbständigkeit haben muß als bisher. Es muß eine Reibe von Ressorts in Palästina geschalten werden: ein politisclios, ein Ressort für Schul- und Unterrichtswesen, ein Ressort für landwirtschaftliche Kolonisation, ein Ressort für städtische Kolonisation, ein Handels• und Industricdcpartement, das auch die Vermitthmg zwischen Palästina und den europäischen wirtschaitiichcn Interessenten besorgt, ein Arheitsressort und ein Ressort tür soziale Fürsorge. Die Institutionen in Palästina müssen in einen organischen Zusammenhang mit der palästinensische» Exekutive gebracht werden, Dr. Ruppin hat vorgeschlagen, daß die Mitglieder der Exekutive zugleich als Governors in den Gesell• schaben fungieren sollen. Ein anderer Vorschlag geht dahin, daß alle diese Gesellschaften als Tochtergesell• schatten des J. €. T. gegründet werden sollen. Diese Fragen sind heute noch nicht vollständig gelüst, aber die'Grundlagen müssen schon hier geschaffen werden. Es ist unbedingt notwendig, sämtliche Finanzi ״ s 1 i!111 e am Sitze der Exekutive zu k o 11z e :1:1 i e r e n, den J. C. T., den Keren Hajessod und den S'ationalf'onds. Bei letzterem ist streng zu unterscheiden, die kolonisatorische Arbeit, die in Palästina geleistet werden muß, und die propagandistische Arbeit, die sich dort befinden muß, wo der ganze Sanimelapparat konzentriert ist. Kolonisation ist etwas anderes als üeklauibriuguug und wir müssen den Apparat dieser Geldaufbringung bei unserer Leitung haben. Wir sind in diesen Kongreß im Zeichen des Kampfes gegangen, in welchem es sich um nichts weniger als um die Existenz unserer Organisation gehandelt Hat. Darum müssen wir: uns auch darüber klar werden, ob und warum wir diese Zionistische Organisation haben und wozu wir sie brauche!!. Man hat hier viel über Diaspora-Politik gesprochen, aber tatsächlich ist die Behauptung von der überwuchernden üaliithpolitik unbegründet. Man muß sieh mir klar tnachen, wie wenig sie erreicht bst: ein bißchen Schulwesen, hebräische Sprachkurse usw. Kann man sich dagegen wenden? Es ist ein ungeheurer psychologischer Irrtum zu glauben, daß durch das Wegstreiclicii dieses bißchcns Gallithjwlitik die Assimilanten gewonnen werden können. Nicht weil Hcrzl Galuthpolitik treiben wollte, sind die Assiniilantcn über ihn hergefallen, sondern weil er das jüdische Palästina aufbauen wollte. Darum, weil in dem Aufbau Palästinas der Gedanke der Wiedergeburt der jüdischen Nation enthalten ist. Solange wir aber au diesem Grundgedanken iestbalten, muH der Zionismus in der Kampfstellung gegenüber dein assiinilationslüstcrneu Judentum verharren. Wir müssen uns darüber klar sein, daß etwas wesentliches für Palästina ixirr aus dem nationalen Willen heraus getan werden kann. (Beifall! Dr. Emil Margulies (Tschechoslowakei) referiert im Namen des Organisationsausschusses über die Revisio» des Ürganäsationsstatutes. Der Berichterstatter behandelt jeden einzelnen Paragraphen und es werden aus der Mitte des Kongresses zahlreiche Abänderuiigsan träge gestellt. .Im allgemeinen wird der vom Organisationsdeparterneut der Exekutive vor!» «legte Eiltwud mit geringfügigen Aenderungen angenommen. Zu § 13, der als Voraussetzung für die Bildung eines Sonderverbandes eine Zahl von '20 000 Schekel■ zahlen! statuiert, schlägt Dr. Kol len sch er (Deutschlandi Heiabsetzung dieser Zahl auf 10000 vor. Der Antrag wird abgeiehnt Zu S LS beantragt H i n d c s (Polen), daß der Kongroß für drei Jahre gewählt werden und jährlich einmal zu ordentlicher Session zusammentreten solle. Der Antrag wird abgelehnt, ebenso wie derjenige von Kaplau (Hituchduthj zu 21, das passive Wahlrecht zum Kongresse statt an die Erreichung des 24., an die des ¬נ!. Lebensjahres zu binden. Zu § 24 beantragt Jean Fischer einen Zusatz : Die Beamten der Organisation dürfen nicht Mitgliedcr der Körperschaften sein, die zu ihrer Kontrolle Lcruten sind, (lukon1patibilit.it des Beamtencharakters mit der Mitgliedschaft im Aetions-Gomite b/w. im Kongris-e.', Geber den Antrag Fischer wird mit 132 gegen 2T Stimmen beschlossen, zur Tagesordnung überzu- Stehen. Nach Erledigung des S 27 (das Statut hat 7ö Paragraphen) iiherhringt Stricker (Oesterreich! die Bitte des Permanenz,• msscluisses, die Beratung des Statutes;ib/uhrcdien, da der Permanenzausschuß eben mit der Leitungsfrage beschäftigt sei, die mit der Frage des Statuis im Zusammenhang stehe. Vizepräsident Motzki» schließt um 12,30 Uhr nachts die Sitzung. Fortsetzung der Organisationsdebatte Neunzehnte Sitzung Montag, den 12. Se!üembcr, vormittags. Vizepräsident Motzkin eröffnet die Sitzung um 11,20 Uhr vormittags. Dr. L 1« i 1 Margulies (Tschechoslowakei) setzt d;1s Referat über die Reform des Organisatioiisstatutcs (oft■ Er 'behandelt die §§ 28 bis 37 und 33 bis 7(1. Die §§ 3S bis 54 werden bis zur Beschlußfassung des Permanenzausschusses über die Form der leitenden Körperschatten zurückgestellt, ln den behandelten Paragraphen werden von Referenten meist nur geringfügige Aenderungen vorgeschlagen, die größtenteils ohne Debatte angenommen werden. Einschneidendere Aenderungen sind: 211׳ S Bl: An Stelle des Legitimationsausschusses wird.mit der Prüfung der Kongreßwahlen das Kongreßgericht beiraut. Zu § 01: Ei!n Antrag Daiches auf Festsetzung des Schekels mit einem Schilling (statt 2* 1 2 3.- Schilling nach dem Vorschlag der Kommission) wird abgefeimt, hingegen der Vorschlag der Kommission angenommen, wonach der Schekel in Palästina ein Schilling beträgt. Nach § 70 wird ein neuer Paragraph eingeschaltet, laut welchem der Vorsitzende des Kongreßgerichtes und acht Beisitzer vom Kongreß gewählt werden. Während des Referates hat Vizepräsident Färbstein den Vorsitz übernommen. Die Bcamtenfragc. Dr. E in i I Margulies teilt mit, daß der Organisationsausschuß dem Antrag des provisorischen Ausschusses des Ocsaratvcrbandes der zionistisehen Beamtenschaft stattgegeben hat, folgendes dem Kongreß "zur Kenntnis zu bringen: 111 der Versammlung■ vom 8. September, welche von Beamten der verschiedenen zionistischen Orgaidsntionen und Institutionen zahlreich beschickt war, wurde die Gründung eines ״Gcsaintverbandes der zionistischen Beamten“ beschlossen. Der Verband hat die Vertretung iler Interessen der zionistischen Beamtenschaft zum Zweck, Die Regelung ihrer Stellung ist im eigensten Interesse der Zionistischen Organisation selbst gelegen. Der bisherige Zustand, wonach die Betätigung■ als Montag, den 19. September, abends 8 Uhr Ilitgliederversammlüng der B.Z.Y. im Grossen Saal des ״Tiergartenhof“ am Bahnhof Tiergarten. Bericht über den IIL Zionisienkongress E* sprechen die Herrre«: Dr. Egon Rosenberg, Dr, Arthur Handtke, Prof.Dr. Heinrich Löwe.Dr.WalterMoae* zionistischer Beamter für die meisten eine Episode, nicht aber l.cbeiisbcruf war, ist angesichts der grollen Aufgaben, welche die Zionistische Organisation beim Aufbau Erez-Isracls zu erfüllen hat, unhaltbar geworden; denn der ewige Beamtenwechsel stört die nötige Kon tinmtiit der zionistischen Arbeit aufs empfindlichste. Eine Aendcnmg dieses Zustandes ist nur dann möglich, wenn planmäßig für die Schaffung einer ständigen, tüchtigen Beamtenschaft gesorgt wird, welche ihre Stellung als Lebensberuf auffnllt. Um dies Ziel zu erreichen, erscheinen folgende Maßnahmen nötig: 1. Die planmäßige Vorsorge für die Heranbildung und Fortbildung der zionistischen Beamten. 2. Die Besoldung aller hauptberuflich tätigen zk>■ nistisehen Beamten, der Abschluß formeller Dienstverträte liiit ihnen nach einer gewissen Probezeit auf Gruml von Gelialtsskalen und die Regelung der Pension•»■ Berechtigung. 3. I )ic Betrauung des Organisations-Departeincnts der Zionistischen Exekutive mit der Evidenzhaltung aller zionistischen Beamten und ihrer Dienstverhältnisse. Diese Stelle hat aut' die Vereinheitlichung der Dienst- Verhältnisse unter ,allen zionistischen Institutionen hi.1zuwirken. Der Kongreß wird ersucht, diese Erklärung zur Kenntnis zu nehmen und zu beschließen: ״Die Zionistische Exekutive sowie alle zionisti• sehen Institutionen haben sich zur Durchführung der (obigen Vorschläge des Gesamtverba mies der zio• nistisehen Beamtenschaft mit dessen Aussdtuß ins Einvernehmen zu setzen.“ Der Organisationsausschuß empfiehlt dem Kongreß, die Erklärung zur Kenntnis zu nehmen und den letztangeführten Beschluß zu fassen. 11 i n d e s (Polen) beantragt, die Angelegenheit an die Exekutive zu überweisen. Der Antrag Hindes wird abgelehnt, der Antrag der Organisationskommission an■ genommen. Dr. Krämer (Bukowina) stellt folgenden Zusatz• antrag: ״Die Besetzung der Beamtcnstellen, insbesondere in den zionistischen Zentralämtern, hat auf Grund einer öffentlichen Konkursausschre bung zu erfolgen. Die erfolgte Vergebung einer Stelle hat publiziert zu werden.“ Dr. Ko llen sch er stellt einen Gegenantrag: ״Der Kongreß ersucht die Exekutive, bis zur nächsten Jalii'eskonlerettz einen Entwurf über das Beamtenrecht in der Zionistischen Organisation vorzulegen.“ Der Antra” Koilenscher wird abgclehnt, der Antrag Krämer angenommen. Salz 111a וווו und Dr. Bieter bringen einen weitereu Antrag ein: ״Sämtliche neu anzustellenden Beamten haben die Kenntnis der hebräischen Sprache in Wort und Schrift naebzuweisen; die bereits anoestelltcn Beamten haben diesen Nachweis binnen Jahresfrist zu erbringen.“ Nachdem Da ich es kontra und Yellin pro gcsprachen haben, wird der Antrag Salzmann-Bicrer a ivg e n 0 in 111 041. Daiches sieht den Antrag: Dieselbe Forderung bezüglich der Kenntnis der hebräischen Sprache gilt auch für die •Mitglieder der Exekutive. Dr. S c 11 i!1 p e r (Poale-Zkm) wendet sich unter lebhafter Unruhe des Kongresses gegen diesen Antrag; der Kongreß sei nicht dazu da, Sprachenpolitik zu treiben. - Dr. Juris (Poale-Zion) beantragt, daß alle Be- •unten auch die Kenntnis der jiddischen Sprache nachzuweisen haben. ' Goldenberg beantragt, über den Antrag Juris zur Tagesordnung überzugehen. Nachdem Docker (Poalc- Zion) gegen diesen Antrag gesprochen hat, wird Uebcrgang zur Tagesordnung angenommen. Vizepräsident Motzkin übernimmt den Vorsitz. Der nächste Beratiuigsgcgcnstand ist Die Keren Kajessod-Debatte Dr. Be r thold F e i we 1: Der Gegenstand des Keren Hajessod ist seinem materialen und seinem seelischen Inhalte nach bedeutsam genug, um die Aufmerksamkeit des Kongresses für eine beträchtliche Zeit in Anspruch zu nehmen, ja er ist vielleicht bedeutender als irgend ein anderer, der uns bisher beschäftigt hat. Die Kürze der Zeit, die uns übrig geblieben ist, erlaubt leider nicht mehr, daß wir uns breiten historischen Be- Pachtungen und einer ausführlichen Programmatik für die Zukunft widmen. Ich will daher nur mit einigen Worten cinbcglcitcn, was Ihnen der nächste Redner, Herr Dr. Hantke, vorlegen wird als das Resultat tagelanger mühevoller Beratungen der_ Keren Hajessod- Kommission. Ich nehme an, daß Sie alle den Keren Fiajessod-Bericht gelesen haben, den wir dem Kongreß vorlegten. Auch in diesem Bericht haben wir uns darauf beschränkt, nur Tatsachen fcstzustellen. Der Keren Hajes sod-Plan, wie er von der Jahreskonferenz in die Judcnheit, ich möchte sagen, hinausgeschleudert wurde, war ein großes Experiment ln der Arbeit einiger Tage war von der Kommission der Jahreskonferenz ein neues, bisher unerhörtes System für die Sammlung eines Fonds aufgcstellt worden, der schon durch seine gewaltige Höhe eine Leistung der Judcnheit nötig macht, wie sie in der ganzen Geschichte noch nicht da war und die von der Zukunft zu erwarten ungeheuren Mut und einen starken Glauben an die Judcnheit erfordert. Von zwei Standpunkten aus kann man dem Kcnen Hajessod näher treten. Der eine ist der des ökonomischen Aufbaues Palästinas, die Notwendigkeit der Aufbringung von Mitteln und das System ihrer zweckmäßigen Ver- Wendung: der voiks-ökönomische. Der zweite verweist auf den Ausgangspunkt: der vo!kspsych o'.ogische. Du: Keren Hajcssod-Idce hat von Anfang an unter einseitiger Erklärung zu leiden gehabt, für mich liegt die Erklärung der amerikanischen Kontroverse darin, daß lediglich der erste Standpunkt ins Treffen geführt wurde. Wollte man mich fragen, wen ich zuerst zu einem Leiter des Keren Hajessod machen würde, ich würde einen Menschen auserschen, der etwas von einem jüdischen Dichter in sich hat, einen Mann, der imstande ist, dem jüdischen Volke jenes Gefühl letzter Bereitschaft cinzuflößen, ans dem heraus dann seine große Leistung erfolgt. Zum zweiten würde ich aber den nehmen. der imstande ist, in den Spendern die tiefe Uebcrzeugung hervor/urufen, daß mit den aus der Begcisterung geschaffenen Mitteln ein fruchtbares Wirtschaftlichcs Werk geleistet wird. Um das System des Keren Hajessod ist viel gestritten worden. Das ahgebufene Jahr können wir nicht anders bezeichnen denn als ein Jahr des Versuches. Der Keren Hajessod war hervorgegangen aus einem Kompromiß zwischen verschiedenen Anschauungen und Programmen. Es gab drei Hauptansichten: 1. daß das einzige der Situation angemessene Svstem und Losungswort eine jüdische Anleihe sein müsse, 2. der Keren Hajessod solle ein reiner Opferfonds sein umi 3. der Aufbau Palästinas müsse sich mit Hilfe des wohlverstandenen wiriscliafilichen Interesses der Juden vollziehen. Der endgültige Beschluß war ein Kompromiß aus allen drei Anschauungen. Es entnahm der erste« die Idee, nationale Werte in Palästina zu schaffen, um sic als Basis für eine künftige Anleihe zu haben. Aus der zweiten Anschauung wurde die Folgerung gezogen, die im Maasscr symbolisiert ist. Und der dritten wurde insofern recht gegeben, als ein Teil der Hergabe eine zinsbringende Anlage darstcllt. Ich glaube nach diesem Jahr sagen zu dürfen, daß, so schnell die Resolntioncn der Jahreskonferenz gefaßt worden sein mögen, sie doch in ihrem Kern das Richtige getroffen haben. Das System ■hat sich bewährt und kann als Basis der weiteren Arbeit benützt werden. So wenig das materielle Resultat den großen Erwartungen ur.d Notwendigkeiten entsprochen haben mag, eine beruhigende Wahrheit steht fest. Der Gedanke des Keren Hajessod hat überall in der Judcnheit feste Wurzel gefaßt. Es gibt kaum mehr ein Land und einen Ort. wohin nicht schon der Name gedrungen und der Grund für eine Keren Hajessod-Organisatan gelegt wäre, in einzelnen Ländern freilich ist man im bewußten Gegensatz zur Jahreskonferenz ihren Beschlüssen nicht nachgekommen, aber dieser Kongreß wird zu verkünden haben, daß die Zionistische Organisation und die Arbeit für den Keren Hajessod unlöslich zusammenhängende Begriffe sind, daß keine Föderation sich durch einen Hinweis auf Prograrmmüffercnzen oder irgendwelche Schwierigkeiten äußerer Art fernzuhalten berechtigt ist. Der Kongreß wird nochmals - denn die jahreskonferenz war gewissermaßen noch ein nicht voll kompetentes Forum — legitim den Keren Hajessod zu proklamieren haben, in einer ernsten und großen Form wird der Ruf und die Verpflichtung an das jüdische Volk ergehen müssen. Aber auch wir müssen uns der ungeheuren Verantwortung bewußt sein, die wir mit dieser Aufgabe übernehmen; der Hingebung und Opferwilhgkcit, die wir verlangen, muß eine außerordentlich sorgfältige Vorbereitung und «ine ebenso hingebungsvolle Arbeit entsprechen. Denn mit dem Keren Hajessod stellt und fällt das Aufbauwerk. Der Kongreß wird Parolen und Be- Schlüsse auszugeben haben hauptsächlich in der Riehtung der Heranziehung der a'lgemeincu Judcnheit Hier eröffnet sich das größte Problem des Keren Hajessod: es wird ein Fonds von Zionisten geschaffen, der in Pilastina unter ziowstisehcr Acgide zu verwenden ist und Wer die Bcitragsleistung und das Vertrauen von nicht der Zionistischen Organisation angehörigen luden verlan-ü. Das׳ l noblem ist ein zionistisch-politisches und ein »omstjsch-tairtischcs. Das zionistisch-politische Problem liegt dann, daß die׳ Idee und die Arbeitsmethoden des Zionismus dabei rein und intakt erhalten, andererseit» aber die allgemeine Judcnheit herangezogen und befällt«! werden 9011, rn.it diesem Zionismus zusatnmenzuwirken. rlerr Dr. Hantke wird Ihnen im einzelnen auseinander- ׳setzen, wie wir uns die Form der Zusammenarbeit vor-

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