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Jüdische Rundschau · 1921-09-16 · Heft 74 (16.9.1921) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 74 (16.9.1921)
Date
1921-09-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Seite 544 jUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 74 zweite Krise ging um die Sprache. Jetzt aber wird das ganze Volk angegriffen. Noch eine Sache. Bei all unserer Propagandatätigkeit haben wir Palästina nicht berücksichtigt. Palästina aber ist, wie es heute besteht Gnliitb. Wir müssen in Palästina noch sehr agitieren, damit dort der zionistische Gedanke begriffen wird . Geschichte wurde bisher immer nur für die Vergnngcniieit betrieben. Eine Geschichte für die eben ver• fließende Zeit gibt cs nicht. Mich aber interessiert diese lebendige Geschichte. Man kann den Zionismus aber nicht begreifen, wenn man die Geschichte des Volkes nicht kennt. Der Redner wiederholt nochmals seine Vorschläge über die mündliche und schriftliche Propaganda und benntragt auch die Aussetzung eines bestimmten Betrages für die Propaganda der Hcbräisicrung, die von Palästina ausztigehen hat. Rabbiner Schein feld (Misnichi): Ich will hier über die Ergebnisse sprechen, die in Palästina auf «lein Gebiete der Erziehung unter der Führung der Zioni• stischen Organisation erreicht wurden. Wir haben dort die Möglichkeit der Vereinigung aller Strömungen bcwiesen und ich freue mich, hier feststellen zu können, da 11 die Erlahrungen dieses Jahres zeigen, dull die Or• ganisieriing uer L'rziehiiiigsnngclegeiilieuen gelungen ist. Wir arbeiten alle in Harmonie, obwohl jede Strömung in ihrer Richtung die Erziehungsarbeit führte. Man könnte uns verdächtigen, daß war Sclimarja .Levin auf die Tribüne geschickt’liabcn, der hier in unserem Geiste sprach mul der auch für die Vereinigung aller Strö• tnungen auf kulturellem Gebiet eiagetreten ist. Es ist keine Hoftnung für die Erziehung in Erez-Israel, wenn nicht die an ihr Beteiligten für den Zusammenhang der Vergangenheit mit der Zukunft sorgen werden. Die gegenteiligen Ergebnisse sind sehr traurige. Die Sühne entfernen sich von den Vätern, und das ist eine Gefahr und ein Unglück, nicht nur vom Standpunkt tief Religion und Erziehung, sondern auch deshalb, weil 1 die jungen Leute keinen Zusammenhang mit dem Lande 1 und dem Volke haben. Oie organisierte Erziehung hat! auch politischen Wert. Die Regierung muß damit rechnen ן und auch unsere politischen Führer können Forderungen 1 wegen des Budgets für Erziehungszwecke in Palästina j steilen, Man imiß die richtigen Mitte! für die Erziehung , in Palästina beschatten. Ich war in einigen Schulen j in Palästina. Nicht einmal eine Karte von Erez-Israel! findet man in jeder Schule. In manchen Schulen tehlt 1 sogar der Tisch für den Lehrer. In manchen sitzen I dm Kinder sogar auf dem Boden, Und dies alles, weil : wir kein Uehf haben. Audi die Lehrer bekommen keine | entsprechende Vergütung. Der Kongreß muß Mittel; und Wege zur Verbesserung des Erziehungswesens in j Palästina (indeiv. | Hierauf spricht David Yelliii. I Die Sitzung schließt um 11,50 Uhr abends! Sechzehste Sitzung J Freitag, den 9. September 1921, nachmittags. I Vizepräsident Meier Berlin eröffnet tun 3 Uhr! die Sitzung. Es sprechen Dr. Niemirower und Dr. Tlvon. Sodann spricht l>r. Heinrich Loewe. j Dr. Loewe: Unsere Universität wird nicht bloß! der Zentralpunkt für den jüdischen Geist im Galuth sei1 ,״ sondern vor allem das wichtigste Instrument unserer! Bemühungen um den Anschluß an den Orient nicht nur | in geistiger, sondern auch in politischer Beziehung. Ein I Stuck dieser Brücke zum Orient, die Vorbedingung ' und Grundlage der Universität, ist die National- | Bibliothek. Was wir bisher in Jerusalem haben, 1 die Stiftung von Clia s a mo wi t sc 11, ist die gewaltige Leistung eines einzelnen, das Volk hat für dieses lnstitut noch allzu wenig getan. Wir könnten die größte der Welt haben und verlüden nicht einmal גי Geuäude. Gegenwärtig ist die Natiartalbiblioütet; ״., einem Gebäude der Bnei Brith-Loge in Jerusaieni untergebracht, das schon längst nicht mehr ausreicht, abgesehen von den 33 000 Händen, die in «len letzten l‘:> Jahren durch meine Bemühungen dazugekommen sind, von 10000 medizinischen Büchern, die man aus Platzmangel nicht auspacken kann! usw. Die verantwortungsvolle Arbeit unseres Freundes Dr. Hugo Bergmann muß leider unfruchtbar bleiben, solange wir kein entsprechendes Gebäude haben. Wir brauchen einen Grund \011־ zehn Punam für ein Gebäude, das Üiir 2010• ־ jalue die Nationalbibliotbek aufnelimcu und dann in die Jerusalemer Stadtbibiiotliek umgewandett werden soll, während die Nationalhibliothek dam! in die Nähe der Universität zu ühcrsiedeh! bestimmt ist Wir brauchen nur dieses Gebäude, um die Bibliothek selbst ist keine Sorge, in den verschiedensten Orten der Welt stehen für Jerusalem bestimmte Kisten voll Bücher, ganze Bibliotheken sind uns gestiftet worden, wie letzthin die unseres großen Freundes Joset Poppe r- Ly nkc us; sogar von nichtjüdischer Seite werden unsere Bestrebungen gefördert, In Berlin steht eine große medizinische Bibliothek, die uns vermacht wurde, und in Portugal ein Transport, für dessen Sammlung sich der Präsident der dortigen Republik eingesetzt hat. Aber uns fehlt das kleinste Propagandamittel, sogar Quittungen und Formulare. Ich muß 1'on״! A1»״'l>ote_ ausschlage״, wie z. B. eines auf j-tiuO rahhinisclu* Werke um den unerhört 11iedri,Te11 . ' Dollar oder ein anderes auf 10000 Bände um 100000 Mark, Vielleicht findet sich jemand unter den KongreßteiiiieUmeru aus Ländern mit tfuter Valuta der sich dieser Sache annimmt, so wie ich z. B mi!.1'a!14 0. k'U1n, daß ־mir 100 000 Mark für w/1;.i°'hcksfP,1Us dtt*.!«Unikums zugekommen wichtiger aber ist, wie bereits mit den sind. ״cc״ fftV .1,. ru: .־ gesagt, opferwilliges Inter- Rn/rinl^!1’'''ldl\/lc,r..N.a,lona'bi*l'l»thek von seiten kin/upusv.nut, Verhauden - hier rechne ich be- und vor allem unserer Orgestatte ich mir Urnen Der XII. Zioiiistctikoml'rcl^maAt’.lfr\ . Erezdsrael tr diese, allgemeinen kulturellen, nationalen und ’ jüdischen von sonders auf die• (i. B. ganisatiun. 111 diesem Khme folgernde R e s •0 1 n t i o u e 11 vi Sache jeiier Jude ohne Unterschied von Partei und Anschauung nach beste״ Krähen mit arbeitet; jeder Zionist soll verpflichtet sein, nach Maßgabe seines Könnens Bücher und Geldmittel beizusteuern. Die Landsmannschaftcn solle״־ gehalten seht, Landes- Bezirks- und Ortskomitees dem Bedürfnisse entsprechend für die Palüstiu.'ibibliotiieken cinz.urichten. Der Koucreß nimmt mit Genugtuung Kenntnis von der unter günstigen Auspizien begonnenen Sammlung für die medizinische• Fakultät der Universität und dankt der New Yorker Aerzteschaft sowie Prof. Dr. Einstein fiir ihr Vorangehen in dieser wichtigen Angelerenheit. ׳Der Kongreß erwartet, daß auch die theoretischen Grundlagen der Naturwissenschatten sowie der Geistes- Wissenschaft, insbesondere die Erforschung Palästinas und des Orients bald eine gleiche tatkräftige Förderung finden werden. Dr. B. Mos sin sohn (Palästina): Ich muß hier über eine Frage sprechen, die der Kongreß unbedingt losen muß, lüinilidi die Frage des palästinensischen Schulwesens. Ich spreche hier im Namen der palastinensische!» Lehrerschaft und ich muß Ihnen sagen: wenn wir gezwungen werden, so weiter zu arbeiten, wie wir im vorigen Jahre gearbeitet haben, so ist es besser, die Schulen in Palästina zu schließen. Im vorigen Jahr hat die kulturelle Kommission in, Palästina ein großes Budget aufgcstdlt, 250000 Pfund ,Sterling. Man hat das Budget angenommen, die Auslührung aber solchen Menschen übergeben, die cs offenbar nicht ausführcu wollten. Man Int sofort das Budget bis auf ein Drittel verkürzt. Man hat sich aber dabei nicht die Frage gestellt, was die palästinensischen Kinder tun würden, und doch war cs klar, daß die Kinder nicht ohne Schulen bleiben können, sondern in die Missionsschulen gehen würden. Die Rettung kam aber von einer anderen Seite, Dieselben Lehrer, die eine Gehaltserhöhung forderten, weil sie mit^ ihrem Gehalte nicht auskommen können, gaben zwei Stunden wöchentlich unentgeltlich, und so entging man der Notwendigkeit, einen Teil der Kinder zu entlassen. (Beifall.) Die Herren Simon und Szold sind zurückgetreten. Aber plötzlich kam ein Telegramm an Herrn Dr. Lurie, das den Beschluß verkündete, dem Erzichungs« wesen nur 500Ü0 Pfund zu bewilligen. Charakteristisch ist, daß zu jener Zeit in London niemand anwesend war, außer zwei Leuten, die von dieser Frage nichts verstehen. In Prag beschloß man 1ÜÜÖO0 Pfund zu bewilligen. Und hier hören wir plötzlich wieder Debatten. Man spricht von 50, 75 sogar von 90000 Pfund. Ich sage Ihnen, wenn Sie die ganze Arbeit nicht tür notwendig halten, dann streichen Sie das ganze Budget. Wenn Ihr aber die kulturelle Arbeit fortzusctzci» gewillt seid, so müßt Ihr anerkennen, daß die Kulturarbeit eine der wichtigsten Arbeiten im Lande ist. Die Kulturarbeit ist unsere stärkste politische Stütze. Die Araber haben das verstanden und sie fordern von der palästinensische!» Regierung zweimal so viel Schulen als wir haben. Wir aber wollen das vernichten, was wir schon haben. Im englischen Parlamente bringt man zum Beweise gegen uns die Tatsache, daß die Juden im Laude vielsprachig sind. Und während dieser Zeit beginnen unsere Aeintcr in Palästina die hebräische Sprache auszuschaltcn. Die zionistische Kommission, die Bank, andere Institutionen benutzen Englisch als Amtsspräche. Wir müssen auch berücksichtigen, daß die palästinensischcn Schulen nicht nur für Palästina da sind, sie sind sdion eine Lebensquelle für den ganzen Galuth : geworden. Wenn Ihr zum Judentum mit einem großen i Plan und mit großen Forderungen kommen werdet, I werdet Ihr auch die Mittel bekommen. Wenn Ihr aber; dem Volke sagen werdet: Wir haben kein Sclbstvertrauen, wir trauen unseren Möglichkeiten und unseren | Fähigkeiten nicht und wollen deshalb unsere Arbeit ver- [ kleinern -- so werdet Ihr nicht einen Pfennig bekommen, j Dr. Tschcrnowitz (Misrachi): Als ich in Pai lästina war, habe ich auf die Mängel des Schulwesens | in Palästina hingcvvicsen. Jetzt geben die Lehrer selbst i zu, daß es noch vieles zu verbessern gibt. Es ist die | Stunde gekommen, um uns selber die Frage ־zu stellen, wo die Früchte dieser Arbeit sind. Ich will nicht gegen die Lehrer sprechen. Ich weiß, sie sind alle ihrer Arbeit mit Leib und Seele ergeben. Der wichtigste Fehler ist das Bestreben, einen neuen; jüdischen Typus zu! schaffen. Man legt zu viel Wert auf Körperpflege, auf ן Spaziergänge, Turnen usw., während man «las eigent- J liehe Lernen vernachlässigt. Der Unterricht findet viel zu oft im Freien statt. Ich weiß, die Luft Palästinas belehn einen Menschen, aber man muH auch lernen. Die Schüler sind selbstverständlich froh, ob es die Eltern sind, weiß ich nicht. Daher resultiert die Diszipünlosigkeit, ja Zügellosigkeit der Jugend. Denken Sie, daß dieses neue Geschlecht uns die Erlösung bringen wird? Dazu kommt noch, daß unsere Schule kein geordnetes Budget hat. Damit steht der Umstand im Zusammenhang, daß die Schulen eine Art Ausstellung geworden sind. Man fühlt sieh dort dauernd auf einer Szene. Man bringt viel zu viel Politik in die Schulen hinein. Wir alle sind im Galuth erzogen und können uns nicht vom Bande der Vergangenheit befreien. Nur auf der Basis der Vergangenheit können wir unsere Zukunft bauen. Das schlimmste ist die Verneinung־ der Religion. Wir alle anerkennen die Heiligkeit der hebräischen Sprache. Sic ist aber nur eine Sprache, d. h. die äußerliche Hülle unserer Kultur. Man kann gar nicht die verschiedenen nationalen Formen unseres Lehens voneinander treuneu. Im .Galuth sind alle unsere nationalen Lebensiiußcrungen ir» die Religion aufgenommen worden. Man kann nicht die religiösen Formen verwerten uud■ .statt deren andere nationale Formen nehmen. Wenn wir z. B. das jüdische Recht, «las durchaus religiös gefärbt ist, verwerfen, dann müssen wir, ob wir wollen oder nicht, ein anderes Recht nehmen, d. h. ein nationales Recht eines anderen Volkes, das bedeutet aber Assimilation. Ich möchte sogar sagen, daß die ganze PaUistiiiabewesgung des Judentums eine religiöse ist. Das haben auch die ersten ״Cliowewe Zion" verstanden. Das palästinensische Erziehungswesen hat viele Vor- /.uge, ״her cs hegt eine große Gefahr in der Handiwmmg der Losung vom Kulturzentrum. Man denkt, Kchulc dieses Kulturzentrum sein wird, das ist ein Irrtum. Nicht nur die Schule, überhaupt nicht nur die geistige Tätigkeit des Volkes, sondern alle <jc. biete der’ Volkstätigkeit tragen tür unsere Kultur wich, tipe Schätze bei, auch der Bauer und der Handwerker, der Arbeiter uud der Schriftsteller. Ich erkenne klar die Mängel der palästinensischen Schulen. Trotzdem werde ich der letzte sein, der da* Schulwesen bekämpfen wird. Wir!missen die Schulen verbessern, aber wir müssen ihnen auch die Mittel dazu geben. Ich anerkenne die große politische Bedeutung, die der hebräischen Sprache in Palästina zukommt.' Wenn wir die Schule in Palästina verlassen, dann werden wir den •nächsten Kampf nicht mit dem Hiltsverein und ähnlichen Gesellschaften, sondern mit der Regierung auszukämpfen haben. Wir müssen aber eine strenge Disziplin in den Schulen cinführen. E$ geht nicht an, daß private Gesellschaften und sogar Lehrerkomitees die alleinige Macht über die Schulen haben. Nachdem noch einige Redner gesprochen haben, schließt acr Vorsitzende um ö Uhr nachmittags die Sitzung. Siebenzehnte Sitzung Sonntag, de!» 11. September 1921, vormittags. Vizepräsident Motzkin eröffnet um 1/Dl Uhr die Sitzung und teilt mit, daß die Kommissionen trotz angestrengter!Bemühungen und Naditsit/ungen ihre Resolutkmen noch nicht fertiggestellt haben, daß demnach kein Beratungsgegenstand yorliegt. Er bringt einen vorliegenden Antrag, die Sitzung bis 1 ״-S Uhr abends zu vertagen, zur Abstimmung, Der Antrag wird angenommen und die Sitzung geschlossen. Achtzehnte Sitzung Sonntag, der» 11. September 1921, Vizepräsident M o Bz k i n eröffnet um Sitzung. abends. S Uhr die Oie Organisationsdebatte daß die R. Licht heim: Zum ersten Male könne״ w!r auf eine solche Schekeizah! hin w eisen, daß dieser Kongroß wirklich als die Repräsentation des jüdischen Volkes erscheinen kann. Es gibt keine einzige jüdische Partei, die sich mit einer Zahl von 740000 ©rganisierten Mitgliedern ausweisen könnte. Wir haben früher auf 200 Schekelzahler einen Delegierten entsendet, für diesen Kongreß war 2000 die Durch sdmittsziffer, im Entwurf wird die Zahl 2500 angeführt. Wenn nicht infolge der valutarischen Situation unserer wichtigsten Länder besondere Verhältnisse vorücgci! würden, so wäre es durchaus erreichbar, alle Ausgaben der Organisation aus der» Schekelcimiahmen zu «lecken. Jeden»■ falls ist dies das erstrebenswerte Ziel tür die Zukunft. Da Ihnen der Organisationsausschuß jetzt den neuen Entwurf verlegen wird, werde ich mäch kurz fassen und hier nur die wichtigsten Punkte berühren. Sie werden zuerst zu entscheide!» haben, wie oft der Kongreß zusamnientreten soll und nach welchem Wahlsystem Delegierte gewählt werden sollen. Es wird vorgeschlagen, daß der Kongreß alle zwei Jahre zusammentreten soll; in den kongrcßloscn Jahren soll eine Jahreskonferenz stattfinden, die aus. den Mitgliedern der Exekutive, dein Actions-Gomite und einem Ausschuß des Kongresses bestehen soll. Die wichtigste Frage ist die Umordnung des Actians-Gomites. Es ist der Ruf laut geworden, das alte Acuons-Comitc in seiner früheren Bedeutung wieder hmustcllen als eine Körperschaft von 25 Mitgliedern, die imstande ist, gemeinsam mit der Exekutive zu arbeiten und den Kontakt zwischen Exekutive und Landes- und Sonderverbänden herzuslellen. Das ist dann keine Vertretung sämtlicher Gruppen, es ist eine Körperschaft ausgcwäh'itcr Zionisten unter gewisser Berücksichtigung des Fraktions- und Landsmannschaftsprinzips. Es soll gleich- ־zeitig der Aufsichtsrat der Bank und die Generalvcr- Sammlung des Nationaltonds sein. Von besonderer Bedeutung ist das Verhältnis «0:1 Landsmannschaft und Föderation. Beide Prinzipien haben nebeneinander ihre Berechtigung. Die Frage ist, wie sie organisatorisch verbunden werden sollen. Ich habe den Vorschlag gemacht — der wohl nicht angenommen werden dürfte, aber in Zukunft wollt noch von Bedeutung sein wird — daß es mir einen Schekel geben soll, der von der Zentrale herausgegeben wird; das würiie aber nicht hindern, daß innerhalb der einzelnen Laiulesverbände die Einzelgruppen auf Grund des ProportranahvahLrechts zum Kongroß wählen und sich dort parteimäßig zusammenschließen sollen, wie sic es heute tun. Man muß adnünistrative und allgemein zionistische Aufgaben, an denen die Zionisten ,aller Parteirichtungcn interessiert sind, von Aufgaben innerpolitischer Natur trennen, die den einzelnen Verbänden /״kommen. Eine der wichtigsten Fragen ist die■ der Neuordiiting der Leitung. Die Schwierigkeit dieser Frage liegt darin, daß sich die Verhältnisse in unserer Organisation wesentlich verschoben haben. Während unsere Organisation früher in erster Linie von propagandistischen Gesichtspunkten aus geleitet und demnach, auch gewählt werden mußte, haben wir heute auch noch Aufgaben rein praktischer, finanzieller, Kolonisatorischer Art ir. Betracht zu ziehen. Wir sind gleichzeitig auch ein werdender Staat und dieser Kongreß die Vorstufe eines künftigen jüdischen Parlaments das hier seine Minister zu wählen hat. Das sind die zwei Gesichtspunkte. Auf der einen Seite muß man den Vorstand einer politischen Partei wählen, der ihre Gedanken, durchzusetzen hat, und auf der anderen Seite ein Ministerium, das bestimmte staatliche Aufgaben in Pali!- stina zu erfüllen hat. Die Schwierigkeit liegt aber darin, daß die neue Leitung gleichzeitig Parteivorstand und Ministerium sein muß. Die Ocffcntlichkeit ruft jetzt nach Fachleuten. Richtig ist aber, daß die ,.Nichts-als-Fachleute־‘ uns nicht retten können, weil wir zugleich mit dem werdenden Staat auch das wachsende Parteigebäude sind, weif wir nicht in dem Ruhezustand des existierenden Staates sind. Wir müssen eben eine richtige Verbindung mit Fachministern und Propagandisten finden. Der Kongrell ist am meisten imstande, die richtigen Persönlich-

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