Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 74 (16.9.1921)
- Date
- 1921-09-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 74 Huven Dole* vescifr. miiert , Vcr- Jüros, doch eoisic sierte s1i:!a- »chen treier tahler stinaderen ichaft sich »zwar kostafften :Ilunjj Airde dies ichler von «Iget OüOO t wir wir!tvden von weist ihnen uzini, aber». eben. An- »fiuid ein, »blick :runff bis sd;et mit belerer nur nen-!»der» .urch;uere *biet, g m issen »trag Uhr eine {emo von Um fr.eie iders seit Rolle zioeiten sehr 1 des zung a-1gc ngen kein lieser lerne ו in es tat , ein auch rtlos. Ische rden. und lu-ne : ein Auf• erta- 1 der!trag >ensniert Erez*!ssen eren lukasie tung pro-! im Jan» ׳rez* Israel, ich habe die Arbeit in den Kul;»m׳!j Die Exekutive hat nicht dafür gesorgt, daß .J'VA'|״.lt moralische und materielle Unterstützung bei ״. , ’״A ״d erhalten. Wir wollen ein Musterbild au bam.1v u d wir mülitei. eine »nick׳.-׳ ״.•;sehen den Arbeitern und Kolonisten schaffen. Erinnern Sie sich an da t״״n• keilen, mit denen die ersten I'wmea■ in Ciadcn Petach-Tikwnh zu kämpfen hatten; sie habe» de Wc״ tür die ietzicen Chahuim geebnet, und das waren Uan die uden eiic wir Chalukajudcn (Schnorrer) nennen. Wenn wir neue Kolonisten ins Land bringen »vo len, müssen wir fiir die materielle und moralische Unters ützunff Urgen. Es sind Anleihen für Häuserbau not« wendig^ Außer den Chaluzim müssen auch grolle Kapitalieii ins Land kommen und durch die* Zusammenarbeit der zwei Elemente werden wir das Land im Geiste der nationalen und religiösen Wiedergeburt aufbauen. ^iUDr^ Gott lieb (!Allen); Wenn mau über die Palästinaarbeit spricht, muß man berücksichtigen, daß man auch unter denjenigen arbeiten muß, die später 11.1dl Palästina gehen werden. Diese befinden sich׳ in den Galuthländern Die Juden wohnen bei uns unu wir müssen unter ihnen die Arbeit beginnen. Ich weih ganz gut, dal) es eine große Menge gibt, die ihre Interessen und ihre eigenen Begriffe hat. Es ist notwendig, ihnen klar zu machen, was wir beabsichtigen in Palästina zu tun. ihr wißt ganz gut, wie notwendig es ist, die lndustrie zu entwickeln. Jetzt ist keine Zeit, darüber zu debattieren, was besser ist: von dem Dorf zur Stadt oder von der Stadt zum Dorf. Wir müssen den geeig* netsten Weg benutzen. Wir haben bei uns in Polen eine städtisdie Bevölkerung. Dieses Element ist das beste, welches wir benutzen können und es bildet die Mehrheit des Volkes, Man fragt immer: wo ist der Mittelstand? Man glaubt nicht, daß er vorhanden, ist. Man sagt, es gibt nur Arbeiter und fromme Juden; das stimmt nicht. Wir sind daran schuld, daß wir diese Elemente nicht zur Arbeit herangezogen haben. Unsere Tätigkeit trägt einen einseitigen Charakter. Man hat denen geschmeichelt, von denen mail glaubte, daß sie die einzigen arbeitenden Elemente seien. Zu .wem sprechen wir, wenn wir für den Keren Hajessod sammeln? Etwa nicht zu diesem Mittelstand? Man muß ihnen klar machen, was in Ere/.-lsrael zu tun ist. Geehrter Kongreß, es bestellt die Frage der Aendeum״ des Systems bei 1ms. Man muß neue Arbcitsmctluxlen für Erez-Isracl finden. Wir kennen die Ur- -adsen, warum die Arbeit bis jetzt nicht gut war, und wir wissen sic auch zu entschuldigen. Wir kennen aucli die Umstände, unter denen die Arbeit bis jetzt getan wurde. Jetzt stehen wir in einem verzauberten Kreis; diesen gilt cs zu durchbrechen, und die Arbeit auf sachliche Dinge zu konzentrieren, Wir müssen uns bemühen, daß diejenigen Juden, die nach Palästina fahren, nicht verbittert dorthin kommen; das ist nicht schwer. Wir können uns befreien von der früheren Arbeitsweise. Aber dies alles wird nur dann geschehen, wenn wir zu den großen!Massen gehen und sie für den ״!ntcrcsscnzionismus“ z.u gewinnen suchen. Wir müssen den Massen erklären, daß jeder im Zionismus das tinden kann, was er braucht. Wenn die Balfour-Deklaration einen Wert haben soll, 90 ist es der, daß wir schon zu dem Interessenzkmismus gekommen sind. Jeder muß wissen, daß für ihn ein ökonomisches Interesse am Zionismus besteht; wenn nicht, ist es nur ein Quowewe-Zionisnius. Entweder werden, wir diesen vcrzauberten Kreis durchbrechen oder, wenn es uns nicht gelingt, werden wir zum Odessaer Komitee zurückkehren. Ein Amrag auf weitere Beschränkung der Redezeit aut 10 Minuten wind angenommen. J. Sprinzak (HitacJuiiith): Ich habe für 10 Minuten Redezeit gestimmt, weil ich zweifle, daß der Kongreß in seiner gegenwärtigen Form eine Debatte über Palästinaarbeit tühren kann. Es ist Zeit, daß aus dem Kongreß eine entsprechende Institution geschaffen wird, die über die Palästinaarbeit beraten und urteilen soll. Ich will nur auf einiges erwidern, was hier gesprechen wurde. Herr Lewin Epstein hat die Arbeiter Palästinas beschuldigt, daß sie keine Knechte sein wollen; ja, cs ist so, sie waren es nidit und werden es nicht sein. Ob der ״Maschbir“ gut gewirtschaftet hat, ist eine Frage der Administration, aber nicht des Systems. Ucbrigens sind die Angaben des Herrn Lewiu Epstein nicht ganz genau. Man hat hier über die materiellen Opfer gesprochen, die der Kolonist in Palästina zu bringen hat, wenn er jüdische Arbeiter bei sich an* stellt. Man muß aber berücksichtigeii, daß die jüdische Arbeit den Jisdiuw in Palästina schützt, das hat sich in den Ereignissen der letzten Zeit in Petach-Tikwah gezeigt. Ohne die jüdische Arbeit ist der jischuw in Palästina in Gefahr. Herr Dyk äußerte, daß wir die Methoden der europäischen Sozialdemokratie nach Paiüstina gebracht haben. Ich frage: worin äußert sidi das? Der jüdische Arbeiter will den Jischuw auf Selbstarbeit und Selbstproduktion aufbauen Ussischkiu ist kein Sozialdemokrat und doch hat er die Leistungen des jüdischen Arbeiters in Palästina richtig beurteilen können. Lewin Epstein sprach über das Zigeunerleben der Kwuzoth. Woher kommt es? Weil die Kwuzoth m ihrer Arbeit jahrelang von vielen Seiten gestört 'verden. Jeder neue Schritt, jede neue Leistung wird durch ״ie Kritiker, die selbst nichts leisten, zerstört. Ich glaube, daß der Kongreß, der jfch für eine Woche versammelt hat, nicht genau beurteilen kann, wer von den Agronomen recht bat. Der Kongreß glaubt, alle komplizierten Fragen des Jischuw leicht lösen zu können. Das ist eine sehr schwierige Aufgabe. Es wird, und mit Recht, über die Notwendigkeit eines Kolonisationsprogramms gesprochen. Vorgestern brachte die Fraktion der Hitachauth ihre Resolution ein, die neben dem Dank für die Leitung für ihre politische Tätigkeit auch den Mangel dieses Programms . betonte, und die Prinzipien dieses Programms müßte dieser Kongreß der künftigen Leitung als imperatives Mandat mit auf den Weg geben. Das Programm lautet; energische kolonisatorische Arbeit Unter Kolonisationsarbeit in ihren Hauptstriehen ward verstanden der Erwerb von Boden, die Schaffung der Möglichkeit für Vervollkommnung der bestellenden Kwuzah, die Inangriffnahme zur Errichtung der Arbeiter• JUEDiSCHE RUNDSCHAU Siedlung, kurzum: Alles das, was unseren nationalen Besitz in Palästina vergrößern kann, den Boden, den Jischuw und den produktiven Arbeiter. Hinsichtlich der Ausführungen Dr. Soskins wäre zu bemerken, daß, wem» Sachverständige der vcrschicdenen gegnerischen Lager wie Ettinger und Wilkanski einerseits und Dyk andererseits sich zu den Vorschlägen Soskins ablehnend verhalten, dies für den Laien auf diesen! Gebiete viel bedeuten muß. Was jedoch mich betrifft, bin ich damit ünverstanden, daß ein kleiner Versuch auch in dieser Rieht1ing gemacht wird. Dieser 90H aber nicht als der rettende Plan aufgefaßt werden, der die bisherige lebendige. durch den jüdischen Arbeiter auf Grund seiner Erfahrungen anerkannte Kolonisationsarbeit zerstören will. Fischer sagte, der Zionismus sei kein koionisatorischer Versuch. Es ist wahr, der Zionismus ist tatsächlieh kein kolonisatorischer Versuch, aber Zionismus bedeutet in erster Reihe: Kolonisation, und dessen müssen wir alle eingedenk seia Der Kongreß soll den Beschluß fasse!», das in der nächsten Zeit die Landwirtschaftliche Kolonisation von der Leitung gefördert wird; die richtige Form der Kolonisationsarbeit wird in der Arbeit und durch die Leute, die sic leisten, herausgetunden werden. Seile 541 Berliner Zionistische Vereinigung Donnoratag, den 22. September, abends 8 Uhr in der Stadthalla (Neue• Rathaus), Kloeteretr. 47/53 (direkt am Untergrundhalmhof Klosterstraße) Hör. Delaiiiarj» Elevin: J» Zlaai8tisc!3B OcIthongpeB d. da! jid. OoH“ Eintritt Mk. 3.- Dr. Koga 11 •Bernstein (ßessarabien): Ich habe aufmerksam allen Reden zugehört, die hier gehalten wurden, und ich habe mich bemüht, die Reden mit den Reden, die• ich vor vielen Jahren in Odessa gehört, zu vergleichen. Leider habe ich keine Neuigkeit gefunden. Wenn ich die Frage der Kolonisation betrachte, so muß ich bemerken, daß die Bewegung sich nicht erweitert hat. Die Arbeit ist eine philanthropische, wenn auch vielleicht nicht ganz in der Weise, wie sie es früher gewesen war. Der letzte Versuch des Maasscr ist auch nur eine Spielerei, niemand zahlt den Maasscr, man gibt nur Almosen, vielleicht große, aber immerhin Almosen, Viele Arbeiter geben 30 Prozent ihres Vcrdienstes, und sie machen nicht soviel Wesen daraus. Früher hat man immer gegen die Vormundschaft protestiert, jetzt aber ist die Vormundschaft leider noch viel größer. Wir wollen unser Land in großem Maßstab aufbaucn. Es sind hier zwei Anschauungen vertreten. Die eine sagt, daß die Arbeiter es machen sollen, die zweite, daß es durch das Kapital geschehen soll. Man kann eine Arbeit nicht künstlich machen, man muß alle Schichten ins Land hineinlasscn. Das Leber» zwingt uns, unser Land zu bebauen. In Bessarabiei» sind sehr viel Arbeiter, die nach Ercz-Israel fahren! möchten, besonders sind solche unter den Ukrainern da. Man bat aber leider nidits unternommen, um sie nach Palästina zu schicken. Es wurden Tausende von Dekreten erlassen, die die Einwanderung unmöglich machten. Ussischkin ist nicht schuld daran. Die Zertifikate wurden schlecht verteilt. Wir mußten sogar illegal arbeiten. Ich erkläre, daß kein Verbot unsere Einwasderer abhaltcn wird; wir wefden langsam, langsam nach Palästina kommen. Man sagt, daß der Waail Hazirim sich zu indifferent verhielte. Ja, man konnte nicht ohne Geld arbeiten; gebt Geld und er wird gute Politik machen. Es ist kein Geld da, wir beschuldigen nur und geben unseren Arbeitern keine Kraft, und nach alledem fordern wir Arbeit. Ich sage: Gebet neue Kräfte, gebet Geld und die Arbeit wird gut sein. Unscrn Führern sage ich: öffnet die Tore Palästinas, lasset die breiten jüdischen Massen nach Palästina hereinkommen sie werden mithelfen, unser Land aufbaucn. Dr. Schinorak (Ostgalizicn): Die fünfzehn• jährige kolonisatorische Arbeit unseres Palästinaamtes zeigt ein durchaus unbefriedigendes Ergebnis und hinter« läßt dm Eindruck eines fortgesetzten Dilettantismus. Ruppiu hat freilich gesagt, er sei gezwungen, die Kobo iiisation eines armen Mannes zu treiben. Ob eine solche Kolonisation bisher sein mußte, weiß ich nicht, aber das eine ist sicher, daß sie weiterhin nicht sein darf. Wir dürfen uns nicht diskreditieren. Es besteht die Gefahr, daß durch die Beteiligung anderer Interessenten (wir hören von großen Plänen Brandeis) die Zionisti sehe Organisation ihre Bedeutung verliert und zu einer kleinen Kolonisationsgesellschaft herabsinkt. Es ist Auf gäbe dieses Kongresses, der bestimmt ist, ein Aufbau• kongred zu sein, liier Wandel zu schaffen. Was soll man von einem Kolonisationsamt sagen, das eine Summe von 300000 Pfund budgetiert und mit ihr in fünf Jahren 1200 Familien in Emek-Jesreel ansiedeln will, auf einein Boden, der noch nicht bewässert und amelioriert ist. Wir haben heute, nach vierzehn Jahren, noch keine Ergebnisse aus den Versuchen Oppenheimers und Ruppins, Soskins Vorschläge sind noch nicht durchführbar. Der Beschluß der Jahrcskonfcrenz, Palästinafahrer zu unterstützen und ihnen Darlehen zu gewähren, wurde nicht ausgeführt. Simons Ansicht, wir dürften uns mit ihnen erst befassen, wenn sic in Jaffa ans Land gehen, entspricht der Idee einer kaufmännischen, nicht einer nationa len Kolonisation. Sie muß fallen gelassen werden, wir müssen z. B. Handwerker, von denen wir wissen, dah sie unten notwendig sind, aber nicht Reisegeld und Werkzeuge haben, unterstützen. Kuppln hat auf die Wichtigkeit der Erziehung des Einwanidcrermateriafs hingewiesen, diese Forderung muß in weitestem Maße durchgeführt werden, damit wir Defizite in polnischen Mark oder Sowjetrubcln und nicht in ägyptischen Pfund haben. Um schließlich aufs prinzipielle zu kommen, stelle ich fest, daß dieser unmögliche Zustand daher kommt, weil wir seit Jahren gewönnt sind, auf dorn Kongreß nur Politik zu treiben; auch diesmal geht die Palästinadebatte vor einem fast leeren Hause vor sich. Der Ko!*• groß muß ein Arbeitsorgan werden. Es geht nicht an, daß gesagt wird, wir können den Mann nicht finden, der die Verantwortung für Palästina auf sich nimmt. Der Ministerpräsident muß dafür verantwortlieh sein, daß er eine!» Auibaummtstcr hat. Hoffeutlieh bringen wir es dazu, daß der nächste Kongreß seinem Aufbauminister solche Ovationen bereitet, wie sie dies« mal Dr. Weiztnann zuteil geworden sind. Dr. Brutzkus (Rußland): Ich will Jhnen einiges über die Arbeit in Rußland berichten. Sic haben hier keine Nachricht bekommen. Die Leitung hat nicht für einen Zusammenhang gesorgt. Wir aber haben alles mögliche dafür getan, haben von uns aus Leute ins Ausland geschickt. Unmittelbar nach der BaUour-Dcklaration haben wir Menschenmaterial und Geld für Palästina vorzubereiten begonnen. Wir halsen auch eine große Aufklärungsarbeit über Palästina geleistet. Ein Referat wie das des Herrn Soskin wäre bei ins unmöglich. Wir wissen schon mehr. In Rußland und der Ukraine sind viele Chaluzim, die bei der ersten Möglichkeit nach Palästina auswandern werden. Die Chaluzim haben in der Gärtnerei und auf dem Felde gearbeitet; sie sind also landwirtschaftlich mehr oder weniger ausgebildct. Die Gruppen, in denen die Chaluzim gearbeitet haben, waren musterhaft. Die Leute haben bei den schweren Lebensbedingungen Rußlands entbelircn gelernt und süid jetzt ein gutes Material für Palästina. Die Ausreise jedoch ist sehr schwierig; die Leitung lut nicht dafür gesorgt. Wir mußten selber mit den Randstaaten. Polen, Litauen usw., Unterhandlungen zur Erlangung der Durchrelsccrlaubnis für diese Leute führen. Trotzdem wir eine ganz entwertete Valuta haben, werden die Leute doch einen Teil der Reiscspcset» selbst bezahlen können. Wir wollten die Auswanderung nicht auf philanthropischer Basis aufbaucn, so daß die einen auf Kosten der anderen auswandern. Was die Kapitalien betrifft, so können sic nur in Form von Ge- Seilschaften für Häuserbau aus Rußland .ausgeführt werden. Sie sind aber wegen der Valuta nicht groß. Dr. Ruppin hatte recht, wenn er gesagt hat, daß wir noch keinen richtigen Typ der Wirtschaft in Palästina haben. Die bestehenden Kwuzoth haben sich gut bewährt, also führen wir die Arbeiter weiter in derselbe!» Richtung. Schwer ist die Frage der Proletarier zu lösen, die ganz unbemittelt nach Palästina kommen, besonders wenn sie nidit fachmännisch ausgebildet sind. Man muß also Experimente machen. Die Chaluzim aber sind gute und hingehende Arbeiter und deshalb sind auch die Schwierigkeiten bei ihnen geringer, ln Litauen beschäftigen sich viele Juden mit landwirtschaftlichen Arbeiten. Man kann die Städtchen fast nicht wiedererkennen. Wir werden also ausgebildete Bauern haben. Ich glaube, daß wir nadi den schon gemachten Experimenten die Atbeit weiter fortsetze!» können, es muß sie aber jemand, der dafür die Verantwortung trägt, machen, keineswegs aber so dilettantisdi, wie Herr Soskin es vorschlägt. Die Arbeit kann sicher nicht auf Philanthropie basieren. Wir können auch nicht sogleich zur Kleinwirtschaft übergehen, da wir bis jetzt wenig ausgebildete Bauern haben, deshalb muß als Uebergangsform noch die der grolle!» Farmen angewendet werden. Ich will nochmals betonen, daß die russischen Chaluzim «in sehr gutes Material für Palästina sind, daß man ihnen helfen muß, nach Palästina auszuwandem, und dal) man sie dort als Bauern auf der Grundläge selbständiger Art und nicht auf Staatskosten ansiedeln sollte. Man soll die russischer» Chaluzim nicht verlassen, wie es bis heute geschehen ist (Großer Beifall.) Dr. J. Rufeiseji (Tschechoslowakei): Es mag dahingestellt bleiben, ob die Debatte zu de!» Möglichkeiten der zionistische!» Arbeiten fruchtbar war; jedenfalls ging durch die ganze politische Debatte immer wieder der Ruf nach Land und Arbeit. Jetzt sind »vir bei der Debatte zur Verwirklichung. Der Besuch beweist das Interesse. Zionisten sind die Juden, die nach Palästina sollen, davon gab es bisher vier Kategorien: die einen können nicht, die anderen wollen nicht, die dritten dürfen nicht und die vierten lassen nicht. Eine Aenderung ist notwendig. Hierzu ist erforderlich, daß der ״Vignetten-Zionismus1' aufhöre. Wer einmal über Kolonisation gesprochen oder geschrieben oder etwas gearbeitet hat, bekommt als Autorität eine Vignette ״Fachmann“ ■und damit sind dann alle anderen Zionisten der Verpflichtung enthoben, sich über das gesamte Kokmisationsproblcm Gedanken zu machen. Vielleicht wird die von den amerikanischen Delegierten vorgeschlagene Kommission geeignet sein, Wandel zu schaffen. Dies ist nötig, damit die argen Irrtümer bestätigt werden, weiche in der Kolonisation unterlaufen sind. Wenn Qiamitzer Oettinger Rechenfehler nachgewiesen hat, so handelt cs sielt nicht mehr um bloße Rechenfehler, sondern um eine totale Aenderung der Grundlagen des Auibauplanes. Daß bei den derzeitigen Methoden nicht das genügende Geld beschafft werden kann, ist kein Wunder. Wen!» ein Siedler hundert Dunam erhalten, die Ansicdiung einer Familie 1000, 1500 oder gar 2000 Pfund kosten soll, wenn man von 301) Leuten je KXiO bis 2000 tsei»cchisehe Kronen verlangen muß, damit eine Familie angesiedelt werden kann, dann darf man sich nicht wundern, wenn es an Geld fehlt. Ruppin sielit nur Schwierigkeiten. Wenn er aber bei einem Budget von 1»/״ Millionen Pfund mit allem, was dazu gehört, insbesondere bei ungekürztem Schulbudget, 30000 Personen anzusiedeln verspricht, kommt auf die Person doch nur 50 Pfund und bei 10000 Personen Pdie sich selbst erhalten, nur 75 Pfund Da- ״egen spricht man von den Millionen, die Soskins Projekt kosten soll Dieser braucht aber für 500 Siedler blou 150000 Pfund, also so viel׳, wie bei extensiver Ansiedlungsarbeit auf 75 bis 150 Ansiedler entfallen wurde. Redner setzt sich dann mit Wilkanskis, Oettingers und Joffes Einwänden gegen Soskin auseinander '! ^‘”Pfiehlt die Durchführung von Siedlungen nach den Planen Soskins, Trktschs und Oettüigers Type VI Er verweist auf die von Trietsch, Soskin und Redner pro! parierten Thesen, welche Trietsch in Form von Re90lutonsantragen vorgcschlagcn hat, auf den Londoner Besch ruß über den Versuch mit einer Kolonie nach deu 1