Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 74 (16.9.1921)
- Date
- 1921-09-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Seite 540 JU EDI SCH ß RUNDSCHAU Nr. 74 \\ ,׳cli niclit vorstellen, das mau in produktiver Weise acnieinscliaftlicli arbeitet, die ersteren können es nicht lief ׳reife», daß hei individueller Arbeit, wo das Land vnii Anfang;111 in Parzellen ci «geteilt ist, gute Erfolge e;vidt weiden kiiimei», Aber die Anhänglichkeit an den Hoden hat sich hei beiden Ström ׳! וווreu in glcielier Weise entwickelt. Fenier ist es nicht richtig, 11.15!׳ die Form der Arbeit, genossenschaftliche oder individuelle, auf die Produktivität der Arbeit einwirkt. L):c Wirk- Kchkcit lehrt, daß Leute, die seit zehn bis zwölf Jahren ״■civossciisehaftlich in Dnganiali arbeiten, entschlossen sind, diese Form weiter beiztibehalteii. Etwas. alleruin<js haben beide gemeinsam, das, woraus Epstein den Arbeitern einen Vorwurf macht: sie wollen um keinen Preis Knechte hei anderen, nicht in der Lohnsklaverei verbleiben. Zu dem neuen Sehlagwort vom iiilensivisinus: dieses Wort* gibt es nicht im Lexikon. Mau kann wohl von Intensivierung sprechen und die gibt cs auch in Palüstina als allgemeine Tendenz, <iie stark־ betont werden muh, alier roll heute auf morgen als Methode unmoglieh ' citmefülirt werden kann, weil die nötigen Vorausset/uir'-en fciilen. Ich habe Intensi.vicnmg schon längst geübt, indem ich schon vor 21 Jahren einen Betrieb organlsici’te, wo auf 200 Duikuu 200 Leute ariieiteten. ״ Voriges Jahr wurde auf einer minimalen HodcniiiicUe ein' bäckst intensiver Betrieb eingerichtet Baumschulen Es ]nudelt sich bei dieser Frage nicht um technische ,Momente, inan kann im Gebirge 7. B. ferrassen hauen, man kann dort intensivste Kulturell einführen, aber man darf dieselben nicht als Panacee auftreten lassen. Jedes Allheilmittel erweckt den Verdacht der Kurpfuscherei. Ich will das französische Sprichwort 'zitieren: ״II fallt sept aus pour faire tut poinger.“ .Man braucht tatsächlich sieben Jahre, um einen Gemüsegarten zu machen und das darf nicht durch Leute geschehen, welche nichts davon verstehen. Dali in 1Deutschland, England usw. Leute mit Erfolg im Nebenberuf Gärtnerei betreiben und sich selbst versorgt haben, darf keineswegs ah Grundlage für eine wirtschaftliche Entwicklung ülu-rhatipt genommen werden. Es darf nicht nur auf Gemüse allein ankommen, sondern auf eine Verbindung mit allen möglichen Kulturen. Wenn die vorhanden" ist, ist der Gedanke brauchbar. Niemand hat die Forderung nach Gemüsebau so energisch ver* treten wie ich in meiner Schrift über die Methoden der jüdischen Kolonisation in Palästina, Soskin schreibt von dort ab. 1111־ habe dort gesagt, der Gemüseexport könne ebenso organisiert werden, wie der von Orangen und Wein. Aber man soll nicht vergessen, was das gekostet ha!. Der Vergleich mit China stimmt nicht. Dort gibt es eine Bevölkerung von 1000 ׳ pro Quadratkilometer 1111:1 in Palästina weniger a!s 20. Wenn er>t eine Bevölkerung von 10.) pro Quadratkilometer geschaffen ist dmch Gartenstädte und Iiviusirien, wird sich ein starker Cieiuüscverbratich von selber ergeben. Soskin wird in seinem Schlußwort auf die Absat/.mügi e kei'.cu nach Aegypten und Damaskus usw. Isimvciseu. Wie schnell wir diese gewinnen werden, wird sich ja zeigen. Wenn er sich als Maximalist bekennt und den Satz anfstcllt, eine andere Wirtschaft empfehlen, heißt die bisherige verdammen, so vergißt er, daß das auch Leute verdammen heißt. Leute, die seit 15 Jahren Siedler zu sein sich vorhereiteu Das ist eine Mißachtung der angeh,äufteu .Ucnse'ienkraft. l.1׳s eis :Vc mich kurz j meine eigenen positiven Vorschläge resümieren. Ich habe in meiner Schrift darauf gedrängt, daß die kleinen Farmen in Kolonien umgcwaiulelt werden. Ich schlage nicht eine einseitige Kultur vor, sondern mannigfaltige, wie sie die Vielfältigkeit von Palästina und des dortigen Menschenmatcrials verlangt. Der Boden, den die Zionistischc Organisation durch den Nationalfbnds envorben hat, darf nicht verringert und zerstört, sondern muß aufgebaut werden. Die Flächen, die nach furchtbarein Kampf gekauft worden sind, müssen ausgenützt werden, extensiv und intensiv dort, wo es möglich ist. Der neue erworbene Boden mtiß okkupiert werden. Nach Emek- Jesrecl müssen Vorposten der Besiedlung vorgeschoben werden. Der Boden ist ausgezeichnet, aber verwachlässigt, Sanierung, Tmituge uiid Bewässerung ist durchzuführen. Gerade was Bewässerung betrifft, so haben wir das traurige Beispiel von Daganiah und Kincreth. 4CKM) Dunam, welche durch Mangel der Irrigationsvorarbeiten von der Möglichkeit intensiver Kultur uusgeschlossen sind. Und so wird die Forderung nach höchst intensiver Kultur immer Geschwätz sein, solange nicht die Vorbedingungen (Bewässerung usw.) geschaffen sind. Wir müssen aller niclit nur mit dem vorhandenen Boden, sondern auch mit dem vorhandenen MciisehenmateriaJ rechnen. Es ist höchst wichtig, alle jene Dinge durchzufuhren, die die Zionistische Organisation begonnen, aber nicht zu Ende geführt hat. Es tritt Verschwendung ein, wenn man nicht zu Ende baut und nur nach dem Allheilmittel ״reift. Wenn man aus dieser Sache eine Sensation macht, werden alle anderen Dinge zurück gestellt werden. Das hieße zerstören, statt aufbauen. Wir sind. in Palästina konservativ. Der stürmische und nervöse Arbeiter ist konservativ. Wir wollen aufbaucn und nicht zerstören. Eiiexer Jaffe: Ich muß mein Erstaunen darüber ausdrückcn, daß die Exekutive das Kolonisationsreferat einem Manne übertragen hat, der seit 15 Jahren nicht in Palästina war. Besonders wundert mich die Tatsache, uaii die Exekutive für nötig gefunden hat, Dr. Soskin r» 1״ i• *1dfcrptestcn Länder zu schicken, nur nicht nach I alastma. Es gibt doch erfahrene Agronomen in Palastina . selbst. Wir haben hier statt eines Referates ein Zcitungsfcuillckm angehört Statt uns einen PLan wirzukgen, hat uns Dr. Soskin hier erzählt, daß es in lalastwa Sonne gibt und daß man in Spanien auf dem Dünensand Kürbisse pflanzt. Die einzige Zahl, die er Pwr'Cr Vl?rjr1iH> 1SL daß man mit 300 Pfund eine Familsc aivacdcln kann, und das hat er auch nicht wie er8CselbstEm1gibt.8״:’ S°ndem TOn and<erea gehört, Ich möchte hier nicht auf dieses Feuilleton ei ״״eben sondern auf das, was er geschrieben hat Ich habe alles1 uS.MS'Ä-ÄS.'tlsrr h Holland ’ C^• auc^ lm vorigen fall re nouana besucht. Ich mochte noch hinznfüffem daß Dr geringerer Spezialisf bin als ur. boftaa, und daß er, bevor er hier sprach, mein Buch , Gemüsebau in Palästina“ hülfe lesen «He». Er liätte (!׳uni erfahren können, wie man in Palästina Gemüse zieht. Soskin 11:1t hier (las Beispiel Hollands angeführt, wo man von (ieiiiüsebau auf einigen Diiiiam lelieti kann. Der Vergleich hinkt .111־er, Audi bei uns gab es .einige Familien,'* die davon lebten. Davon aber bis zu einem K'olonisationsplan ist es so weit, wie von Palästina bis Japan. Holland zieht nidtt nur Gemüse, dort baut man .111׳dl Getreide an, auch die Milchwirtschaft ist nicht klein. Der Gemüsebau wurde dort im Verhüte von Jnlirzclintcn und Jahrhunderten kultiviert. Diese Ent- Wicklung hing mit der Vermehrung der Bevölkerung zus:minien und mit ■den dort gesammelten Erfahrungen. 111 Palästina aber haben wir keine dichte Bevölkern«״ und keinen bestimmten Absatzmarkt. Sogar die heutigen Gemüsezüchter haben kein genügendes Auskommen. Auch die Fellachen, die Gemüse ziehen, haben periodisch Absatzschwierigkeiten. Die Ursache liegt darin, daß die Fellachen gewöhnt sind, auf denselben Flächen ein Jahr Gemüse zu ziehen und das andere Jahr Getreide zu säen. Deshalb ■sind ׳he Preise abwechselnd sehr hoch und sehr niedrig. 1017, 1019 und 1921 waren die Preise sehr hoch, dagegen 1918 und 1920 sehr niedrig, weil die Fellachen nach Jahren der Teuerung den Geiniisebau vergrößert haben. Der einzige Markt, den wir hatten ״’• Damaskus -- ist uns durch politische lim stände für lange ahgeschnitlcn worden. Aegynten aller konkurriert sogar in Palästina mit uns. Die Verhindung mit Aegynten ist jetzt sehr günstig und der Gemüsebau im Delta steht auf einer sehr hohen Stufe, Was heißt billige Kolonisation? Ein System, das die Menschen mit dein Mindestmaß von Ausgaben ansiedelt und ihnen eine Grundlage gibt, damit sie von ihrer Arbeit leben können. Für Palästina kann das mir das System der gemischten Wirt.sd1a.ft sein, die alles erzeugt, was der Ansiedler braucht. Eine Wirtschaft, die nur ein Produkt erzeugt und die alles andere kaufen muß, wird uns sehr teuer zu stehen kommen. Das Gemüse wird in den Speichern liegen bleiben, und die Gemüsezüchter werden jedes Jahr nach Jerusalem fahre», ein ״Budget“ von dem Wand Ffaziifin fordern, um von den Fellachen Brot, Milch und Eier zu kaufen. Meine Schrift ״Zur Gründung der Moschawe Ovvdim“ behandelt das ganze Problem ausführlich. Jetzt möchte ich mir damit schließen, daß während der nächsten Jahrzehnte in Pa'äsiina mir solche Wirtschaften möglich sind, die ilircu ganzen Eigenbedarf erzeugen können. Nur durch die gemischte Wirtschaft wird unser Land aufgebaut werden. Sch eiuk in: Wir haben hier ein Referat über die Alijah nngehört, verschiedene Vorschläge wurden gemacht. Es wurde über die Alijah viel geredet, doch wurden keine Tatsachen mitgclcilt, die die nach Palästina Hiniilicrgehcnden orientieren, ihnen Klarheit verschaffen könnten. Wir hatten als Einwanderung-element nicht nur Chaluzim, sondern auch andere ״Oim“ (Einwanderer). Die Zahlen über die Einwanderung ini ersten Jahre werden liuien eine klare Statistik über Charakter usw. der Einwanderer geben. Bis Oktober sind 10 090 Personen eingewnmlert, davon waren 3000 Rückwanderer, cl. 11. solche, die vor dem Kriege in Palästina gelebt hatten, also ungefähr ()00 Familien. Nach ihrer Heimkehr fielen sic nicht der Zionistischen Organisation zur Last; diejenigen, die von der Chaluka gelebt hatten, wurden vom Joint ausgchalten. Verbleiben 7000, davon war die Hälfte einfache Juden, also was man Masse nennt, Schneider, Schuster, Tischler, Handwerker. Diese hatten wenige Mittel und doch fügten sie sich in das Wirtschaftsleben ein und ernähren sich in Palästina in den Kolonien, Städten, jüdischen und nichtjüdisdie«. Wir liehen ihnen ein Pfund, und nach einiger Zeit bekamen wir es zurückgezaJilt, und weiter sahen wir diese Leute nicht. Sie kosten also weder der Regierung noch den Arabern etwas, sie sind freie Arbeiter, wenn sie auch vom Araber etwas verdienen, so ist dies ihren Fähigkeiten, ihrer Intelligenz zuzuschreiben, zur Last fallet» sie den Arabern nicht. Das ist ein gesundes Element, keine Clialuziin, sondern der einfachste Typus der Olim, sie wußten zu Hause nicht, wovon sie lebet» werden. Im Emigrantenliaus bliebet» sic eine bis zwei, höchstens drei Wochen, was selten vorkam, während die jungen Chalnzini, die als Chausseearheiter Verwertdun״ fanden, oft eit» bis drei Monate bleiben mußten. Dabei waren diese Handwerker auch Familienväter, Es waren unter ihnen, auch andere Elemente. Kleinhändler, die Geschäfte gründeten, Gasthäuser crörfncten u. dgl. Ich propagiere nicht diese Leute als System, aber sie kamen eben ins Land und vergrößerten den Jischuw. Manche!!alten bis 100 Pfund bei sich, denen war gleich geholfen. Denjenigen, die weniger oder nichts hatten, wurden 25 Pfund für die Dauer eines Jahres leihweise zur Verfügung gestellt, und auch denen war geholfen. Die restlichen 3500 Einwanderer, die von ihrer Hände Arbeit leben, fallen doch nicht alle der Regierung zur Last. 600 wurden in alten und neuen landwirisdiaftliehen Kwuzoth untergebracht Ucber 500 in jüdischen Kolonien, über 700 in freien Berufen, bei Telephon, Telegraph, Eisenbahn, wodurch die Regierung gewiß keinen Schaden erlitt. Es ist eben freie Konkurrenz. Nur zirka 1500 sind Chausseearheiter. Es ist also eine Herabwürdigung der Clialuziin, nicht richtig und schädlieh, wenn behauptet wird, daß sämtliche Chaluzim von der Regierung ausgchalten werden. Aber noch mehr wurde gegenüber dem ji'ulisdien Handwerker gesündigt. Die PaläsUnaämter, die Exekutive, die Zionist Commission haben vor dem Handwerker Angst. Und doch kommt uns der Handwerker billiger zu stehen. Jeder׳ Einwanderer kostet 5 Pfund. Hierzu kommen Zelte usw. 10 Pfund. Es ist dies nur für die erste Zeit Manchmal kostet es noch mehr, sagen wir also durchschiedlich 15 Pfund. Wenn wir also eine drei- bis vierköpfige Haivdwerkcrfamilie in Betracht ziehen, würde sic uns 30 bis 40 Pfund kosten, und es wäre ihr geholfen, wir brauchten sie nicht mehr zu unterstützen. Dmsc latsachc beweist, daß wir nicht genügend unsere Plli'dit gegen diese Kategorie von Einwanderern erfüllt haben, Es heißt .überall: Chaluzim, Chaluzim und niclit Ulini. Es soll dies nicht ein Vorwurf gegen die Quuzrni sein, nur ein Protest gegen die Leichtfertige BehaiKliung der Handwerker seitens unserer Institution An diesem Vorhaben ist aber auch die Arbeiterpartei su&st schuld. Es wird immer nach produktiven Arheitern!;mifcn. Ich frage: Ist nicht der jüdhc!se I landwcrker wirklich produktiv? Er fiat schon produklive Arbeit in Galu'J» erlernt und ist darum ein sein nützliches Element. Ich beschuldige auch die bür;׳erliehen Zionisten und luunl-äcliücli den Misrachi. Li’c״f diese Förderung des Handwerkers doch in seinem Intvresse. Der Misrachi führt einen Kampf ׳;egen die Arbeiter- Parteien wegen ihres religiösen Verhaltens, wegen Minclia- und Mariwbctcn, wegen koscherer Küche. Ja, mt.jI1(J Herren vom Misrachi, sorget doch fürs Essen für diese Küchen. Organisieret die frommen Handwerker und sorget für sie. Ihr nützet damit Eurer Sache und dem Lande. Auf Grund des oben Ausgeführten will ich Ihnen Vorschläge machet» und wenn auch die meisten DeR. gierten jetzt abwesend sind, so bitte ich die Anwesen, den, es den Abwesenden zu sagen, damit sie informiert sind. In sämtlichen PaÜistinaämteru gibt cs keine Ver. treter der Handwerker, ebenso in den Arbeiterbüros, die Küchen sind halb trefe (Zwischenrufe). Es ist dock richtig. Unsere Handwerker sind die kleine Bourgeoisie und haben andere Anschauungen als die organisierte Arbeiterschaft. Es müssen also in solchen Palästinaändern Vertreter des Handwerkerstandes sitzen. Sehen Sie sich doch unseren Kongreß an: Wieviele Vertreter des Handwerkerstandes sitzen denn liier? Schekelzaliler giht’s viele, Delegierte keine. In sämtlichen Palästinaätntern in Palästina und in der Diaspora müssen deren Vertreter sitzen, ln Jaffa ist die Handwerkerschaft organisiert und leistet gute Dienste. Sie helfen siel» gegenseitig, sorgen für die Neuankömmlinge, obzwar sie ihnen Konkurrenz machen. Und da sie ihre kostbare Zeit nicht gänzlich hergeben können, verlangten sic von der Zionistischen Organisation die Anstcilun׳׳ eines Beamten mit 25 Pfund monatlich. Dies wurde abgelehnt und sie müssen selbst arbeiten. Es sind dies einfache Juden, gelernte Handwerker, Maurer, Tischler usw., die 3—4 Schilling täglich verdienen. Viele von ihnen winden erst in Palästina Handwerker, lm Budget für das nächste Jahr ist der Alijahposten mit 100000 Pfund angegeben. Es ist viel zu wenig. Wollen wir 25 000 Personen ins Land bringen, so müssen wir 200000-250000 Pfund Sterling hierfür verwenden (10 Pfund pro Person). Es ist auch die Zeit gekommen, wo man von Palästina aus Schiffskarten schicken kann. Man erweis: den Chaluzim damit keine Wohltat, wenn man von ihnen erzählt, daß sie dort Hunger leiden. Es gibt Chaluzim, die 10 und mehr Pfund 'nach Hause geschickt haben. Das sollte erzählt werden, das würde ihr Prestige heben. Hunderte von Personen in Palästina können ihren Angehörigen .Schiffskarten zum Preise von 12-15 Pfund schicken. In Einzelheiten lasse ich mich nicht ein, aber sagen will ich, daß die Alijah in dein Augenblick begint, wo wir vom guten Willen des zur Einwanderung Entschlossenen überzeugt sind, und solange datiert, bis er auf eigenen Füller» steht. Wir müssen also das Budget vergrößern, der Keren Hajessod müßte sich auch mit den anderen Juden, nicht nur mit den Chaluzim befassen, das würde die Privatinitiative der Einwanderer heben. Die Palnstinaamter müßten denselben nicht nur Informationen erteilen, sondern auch den Zusammenhang mit den schon auf eigenen Füßen Stehenden ermöglichen. Und noch etwas: Das Uebel, wodurch das Leben in Palästina unmöglich' wird, ist das teuere Pfund. Ich bin kein Spezialist auf dem Finanzgebiet, aber Finanzfachleute behaupten, daß der Uebergang zu einer kleineren Münze wohl möglich ist, und wir müssen danach streben, Ich werde einen diesbezüglichen Antrag der Finanzkommission übergeben (Beifall). Schluß der Sitzung 8 Uhr abenda Dreizehnte Sitzung Mittwoch, den 7. September, abends. Vizepräsident Kaplansky eröffnet um y»10 Uhr die Sitzung. Dr. Nacht (Misrachi): Es bedeutet für uns eine große Tragik, daß die Balfour-Deklaration und San Rcmo in eine Zeit fielen, da das russische Judentum van einer solchen Katastrophe heimgesucht worden ist. l'ni so mehr muß man darauf bedacht sein, alles geeignete Menscheiunaterial heranzuziehen. Ich denke da besonders an die rumänische judenheit, die im Zionismus seit frühester Zeit die größte und verdienstvollste Rolle gespielt hat und auch jetzt in allen Gebieten der zionistischcn Bewegung wichtige und erfolgreiche Arbeiten leistet. Trotzdem werden die raniänisehen Juden sehr stiefmütterlich behandelt. Redner liest einen Brief des Ingenieurs Braunstein vor, der über die Zurücksetzung der rumänischen Juden in Palästina energisch Klage führt Auch noch andere Briefe ähnlichen Inhalts langen ein, welche an uns die Aufforderung richten, daß kein Geld mehr von Rumänien geschickt werde, bis in dieser Beziehung Abhilfe geschaffen wird. Herr de Lieme hat unrecht, llssischkin den Ankauf des Bodens in Emck-Jesreci vorzuwerfen. Es ist eine Ruhmestat Ussischkins, denn cs gilt der Satz unserer Weisen, ein Mensch ohne Boden ist kein Mensch. Es gilt aber audt die Umkehrung, Boden ohne Menschen ist wertlos. Darum darf ein so wertvolles Material wie das rumänische Judentum niclit so minderwertig behandelt werden. Redner tritt für die Versöhnung mit Brandeis ein und wendet sich auch gegen die scharfe und unbesonnene Kritik Herbert Samuels. Wir müssen unbedingt ein einig Volk von Brüden» sein, um unser« schwere Aufgäbe zu erfüllen. Böhm (zur Geschäftsordnung) beantragt Verta• gung der Debatte bis zur Erledigung der Arbeit in der Palästina-Kommission. Der Vorsitzende läßt den Antrag nicht zu. T eitelbau m (Misrachi): Wir haben viel lobenswertes über die Chaluzim gehört, jeder respektiert sie, sie sind wirklich die besten Arbeiter, aber in Erez- Israel ist noch ein Element, das man ganz vergessen hat, es sind die alten Einwohner Palästinas, deren Arnien schon in Palästina geboren sind, die man Chalukajuden nennt. Diese Leute wollen keine Almosen, sie mochten mit produktiver Arbeit beginnen, die Leitung hat aber nicht dafür gesorgt, daß diese Leute zur proüuKtiven Arbe1t_ gelangea Da sie keine Arbeit im Lande tmden, müssen sie auswandern und schaden dann unserer Sache un Auslande. Ich komm^ jetzt aus Erez-