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Jüdische Rundschau · 1921-09-13 · Heft 73 (13.9.1921) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 73 (13.9.1921)
Date
1921-09-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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%! Seite 5315 JU EDI SCH E RUNDSCHAU Nr. 73 Wirtschaft vertraut zu machen. Diese Bestrebungen müssen i» anderen Ländern nachgeahmt und von den Zionisten dieser Länder als ein wichtiger Teil ihrer Tätigkeit im Galuth gefordert werden. i'ür die Aufstellung technischer Probleme j 5ן Wahl der besten Fruchtsorten, die beste Art der Bodenbearbeitung, die Düugungsfr.ige ist auch bisher sehr wenig geschehen. Zwar wurde einige Jahre vor dem Kriege die landwirtschaftliche Versuchsstation in Atlitli gegründet. Aber durch den Krieg und durch den tragischen Tod ihres Leiters Aron Anousolui konnten ihre Arbeiten nicht fortgesetzt werden. Wir werden jetzt die Versuche wieder aufnehmen müssen, wenn wir über wichtige technische Fragen zur Klarheit kommen wollen. Im vergangenen Jahre ist das in kleinem Maße bereits geschehen und die Resultate sind vielversprechend. Aber wir müssen das Versuchsweisen weiter ausbauen. Das neue Budget sieht deshalb einen Bctra״ lür diese Zwecke vor. , . Aber dies allein balle ich noch mellt für genügend. Wir stehen jetzt durch den Kauf großer Terrains und durch die viel höheren Anforderungen, die an uns ge• stellt werden, vor einer neuen Epoche der palästinensisciien Kolonisation. Wir sollen nichts versäumen, was uns dazu verhelfen kann, unser Kolonisations-System zu verbessern und der jüdischen Welt Vertrauen zu unserer Arbeit einzuilößcn. Aus diesem Grunde sind wir entschlossen, eine allererste Autorität auf dem Gebiete der landwirtschaftlich«» Kolonisation möglichst ans einem Lande, das ähnliche Bedingungen wie Palästina aufweist, z. B. aus Kalifornien, nach Palästina zu berufen. Dieser Experte 9011 nach Möglichkeit ein volles Jahr in Palästina bleiben, alle unsere Betriebe besuchen und dann puf Grund seiner lokalen Enährangen uns einen detaillierten Plan geben, wie wir in der Zukunft unsere Arbeit am besten weiterführen., Wenn wir der Weit zeigen, daß wir unsere Arbeit auf dem Gutachten einer in der ganzen Welt ancrkannten Autorität aufbauen, so wird dies zugleich1 das stärkste Mittel sein, um das Vertrauen in unsere Arbeit zu stärken. Es kommt noch weiter hinzu, daß wir gerade jetzt, da infolge des Krieges seit vielen Jahren keine Ansiedlung stattgefunden hat, in Palästina über viele Hunderte von Arbeitern verfügen, welche schon an die zehn Jahre in der Landwirtschaft gearbeitet haben und deshalb ein äußerst wertvolles Ansicdlungsmaterial darsteilcn, wie wir cs in Palästina kaum je gehabt haben. Es ist außerordentlich schwer, diese Leute, die zum großen Teil verheiratet sind, weiter in Palästina zu halten, wenn ihnen nicht bald die Möglich• keit gegeben wird, sich au einem bestimmten Punkte anzusicde'n. — Aus allen diesen Gründen müssen wir versuchen, zu einer Entscheidung darüber zu kommen, welche landwirtschaftliche Betriebsformen wir bei unserer nächsten kolonisatorischen Arbeit in Palästina bevor• zugen sollest, trotzdem lvoclt nicht alle Vorfragen gelöst sind. Als die Zionistische Organisation zum ersten Male an eine kolonisatorische Tätigkeit in Palästina herantrat, fand sie in Palästina bereits zwei Arten landwirt• schaft! ich er Betriebe vor: die Getrcklebauern in Galiläa und die Pflanzer in Judäa. Beiden Typen hafteten Unvollkommenheiten an. Der Getreidebau war, trotzdem jeder Kolonist die große Fläche von 250 Dunam besaß, nicht rentabel und ließ den Kolonisten fortgesetzt in der Gefahr, selbst bei geringen Ansprüchen sein Existenzminimum nicht zu erreichen. Viele Kobnisten waren auch nicht imstande, die große Fläche selbst zu bearbeiten und überließen sie ganz oder teilweise arabischen Charateie Die Pflanzer iin Judäa waren ökonomisch besser daran als die galiläischcn Getreidebauern, denn ihre Pflanzungen lieferten ihnen, wenn man von den allerdings ziemlich häufigen Krisenjaliren absieht, einen befriedigenden Ertrag. Aber die Pflanzer waren fast ganz davon abgekommen, ihre Pflanzungen selbst zu bearbeiten, bedienten sich dazu der billigen arabischen Lohnarbeit und die Zahl dieser Lohnarbeiter war viel größer als die Zahl der Pflanzer. Trotz der Unvollkommenheiten, die diesen beiden Betriebstypen anhafteten, war es doch der jungen Zionistischen Organisation mit ihren geringen Mitteln und ihrem Mangel, an Erfahrung nicht möglich, gänzlich neue Wege einzuschlagcn. Ein HcrumexperimcuUeren mit den im Anfang 'fast unausbleiblichen Mißerfolgen hatte die ganze Arbeit schon im Beginne diskreditiert. Wir knüpften deshalb an das bereits Bestehende an und bemiihlcn uns, die diesen Betriebstypen anhaftenden Unvollkommenheiten zu beseitigen. So schufen wir den Farm betrieb mit Getreidebau, Viehzucht, Pflanzungen und den kleineren Nebenzweigcn, wie Geflimcl- Haltung und Gemüsebau. Für die Pflanzungsbctriebc schufen wir das Betriebssystem der Achusotli, das Ihnen ja bekannt ist, wobei die Kapitalisten, welche das Geld zur Anlegung der Pflanzungen hergaben, die Pflanzuugsarbcit einer Gruppe von jüdischen Arbeitern in einer Art von Akkord übergaben. Als ich Ihnen im Jahre 1913 auf dem Wiener Kongreb über die mit diesen beiden Betriebstypen von uns gemachten Erfahrungen berichtete, machte ich kein Hehl daraus, daß wir noch zu keinem abschließenden Erfolg damit gekommen waren. Bei den Betrieben mit Getreidebau und Viehzucht war noch immer nicht eine Betriebsforni erreicht, welche genügende nachhaltige Ertrage hc.crte, obwohl wir in Bensdiemen in Futterbau, Milchen«« und üctrcidecrtiag große Fortschritte erdir.'4 Arhin"'0,ז“ dcn Pflanzungsgesellschaf teil machte , Arbeiterfrage große Schwierigkeiten weit es zu r‘cllt;!;c״ Vertrauensverhältnis zwischen den im <nendcn Geldgebern und der palästinen- Rischen Arbeitergruppe kam und weil die Löhne welche Behenden am’• s£ mcist keine land Wirtschaftliehen Kenntnisse hatten, für ihren Lebensunterhalt fczahlt werden mußten, 90 hoch waren d itl f *gß ״ung beschieden i־Vuili^r Entwickkam der Krieg und brachte für" altea uA,bcr cs Paläsüna “mÄÄ j״ «ne ruhige Fortführung der Betriebe lüktm dmken war. Im Gegenteil wurde in Bensdiemen die mit 90 vieler Miilie geschaffene Mustcr-Mücbwirtsdiaft und Goilügelzuclit 211111 großen Teile zerstört. So stehen wir heute iit Palästina eigentlich noch auf demselben Punkt, auf dem wir vor dem Kriege (standen, d. h. vvir haben noch keine landwirtschaftliche Betriebsforni, welche ohne Heranziehung fremder Arbeitskriiitc ein gewisses Existenzminimum sicher verbürgt. Herr Dr. Soski n, der Ihnen nach mir ein offizielles Referat über intensive Bodenkultur halten wird, zieht hieraus den Schluß, daß es nötig ist, gänzlich von den bisher in Palästina angewandten landwirtschaftlichen Bctricbsforincn abzugehen, diese als abgetan zu bo trachten und uns ausschließlich der Form der höchst intensiven Wirtschaft auf kleinen Flächen von 5 Dunam pro Familie zuzuwenden. Ich kann mich dem nicht anschließen. Wenn Versuche, die 11ur fünf Jahre normaler Entwicklung gehabt bähen, nicht bereits entscheidende Resultate gebracht haben, st» genügt das nicht zu ihrer Verurteilung, zumal sich in dieser Entwicklung nicht nur negative, sondern auch positive Ergebnisse zeigen. Wir wünschen nächsten Endes die bisherigen Bctricbsforincn, natürlich unter dauernden Modifikationen und Vcrbes&erungen so lange fortzusetzen, bis sie uns entweder zu befriedigenden Resultaten führen oder bis die intensive Betriebsform so augenfällige Vorteile und eine so allgemeine Anwendbarkeit gezeigt hat, daß wir die andere Beiriebsfonn getrost aufgeben können. Dr. Soskin wird Ihnen nachher in seinem Referat die Vorzüge der ganz intensiven Bewirtschaftung auseinandersetzen. Ich für meinen Teit glaube auch daran, daß eine landwirtschaftliche Siedlung, wenn sie in der Nähe einer Stadt auf bewässertem Boden angelegt wird, große Chancen des Gelingens hat, und bei den unbefriciligcnden Resultaten, welche wir bis jetzt mit den bisherigen Betriebsformen erlebt haben, bin ich dafür, daß wir eine neue Betriebsforni, welche uns bessere Resultate erhoffen läßt und deren technische Grundlagen von Fachmännern empfohlen werden, durch einen großen Versuch ausprobieren müssen. Aber sie bleibt für mich, solange nicht der Versuch in technischer und vor allem in ökonomischer Beziehung, d. h. besonders mit Rücksicht auf den Absatz der Produkte, erfolgreich durchgeführt lind seine unbegrenzte Ausdehnungsfähigkeit bewiesen hat, nur ein Versuch, nehen dem auch die Fortführung anderer Versuche zulässig utul notwendig ist. Im einzelnen will ich mich jetzt nicht zu dem Soskinsclien Vorschläge äußern, um Dr, Soskin nicht vorzugreifen. Ich behalte mir vor, nach seinem Referate darauf zurückzmkommen. Ich wiederhole also, daß mein Standpunkt der ist, daß wir jetzt sofort einen großen Versuch mit intensiver Wirtschaft auf bewässertem Boden unternehmen, sobald die Sachverständigen die technischen Vorfragen gelöst haben, daß wir aber unsere bisherigen Bemühungen fortsetzen, auch in einer extensiveren Form auf der Basis des Getreidebaues mit Viehzucht und auf der Basis der Baum pflan zungen rentable Betriebsformen zu finden. Zu diesem Zwecke denken wir in der Form des Moschaw owdim, der Individuaisiedlung auf einer Fläche von 50 bis 101) Dunam, einige der von uns gekauften nicht bewässerten Böden in der Emek Israel mit den besten Arbeitern zu besiedeln. Wir beabsichtigen ferner, die bisher von tms geführten Betriebe mit dem auszustatten, was ihnen an Installationen, Baulichkeiten und Inveri* tar noch fehlt und si.c dann, soweit sie uns nicht für Versuche oder für Ldirzwccke notwendig sind, den Arbeitern in langjähriger Pacht zu übergeben. Die Zuschüsse der zionistischen Institute hören damit auf, die neuen Pächter allein werden Erfolg oder Mißerfolg zu tragen haben. Wir werden es den Pächtern überlassen, ob jeder von ihnen seine Parzelle für sich bearbeiten oder ob sie den ganzen Boden gemeinsam bearbeiten wollen. Es gibt in Palästina unter den Arbeiter» Anhänger des einen irnd des anderen Systems. Beide haben Vorteile und Nachteile. Die nächsten Jahre werden zeigen, welchem System der Vorzug gebührt. Wir beabsichtigen auch die landwirtschaftlichen An- Siedlungen der Jemeniten, die mit wenig Geld in primitivster Form geschaffen wurden und vieler Verbesserungen bedürfen, im Laufe der nächsten drei Jahre systematisch auszubaucn und sofort damit zu beginnen. Wir haben einen neuen Plan ausgearbeitet, die alte Form der Achusoth zu verändern und in veränderter Gestaltung neu zu beleben. Der Grundgedanke, der uns dabei leitete, ist erstens, daß die Kapitalisten, welche das Geld zur Anläge der Wirtschaft gehen, die Arbeiten nicht durch gewöhnliche Lohnarbeiter, sondern durch eine Genosse!»• schaft von Arbeitern ausführen lassen, die später einen Teif der Wirtschaft als Eigentum erhalten. Die Achnsa soll nicht nur auf Pflanzungen, sondern auch auf Milch- Wirtschaft oder Gemüsebau basiert sein. Wir haben ferner beim neuen Schema der Achusoth berücksichtigt, daß erfahrungsgemäß von den Mitgliedern der Achusoth nur ein kleiner Teil wirklich nach Palästina übersiedelt. Es ist aus diesem Grunde nicht nötiig, wie es früher bei den Achusothgriindungen der Fall war, vörzuschcn daß der Anteil je eines Mitgliedes so groß ist, daß er davon leben kann. Vielmehr rechnen *wir damit, dal! die Mitglieder, welche nicht nach Palästina übersiedcln können, ihre Anteile den übersiedelndcn Mitgliedern in langjähriger Auszahlung unter hypotlickarischcr Sicherung überlassen. Auf diese Weise erreichen wir, daß der Beitrag jedes Mitglieds auf einen Betrag reduziert wird, der auch bei den jetzigen Geld- Verhältnissen in Osteuropa noch vielen Juden den Beitritt zu einer Achusah ermöglicht Es ist ferner auch daran gedacht, daß der Jüdische Nationalfonds unter gewissen Bedingungen den Achusoth Boden zur Verfügung stellt, so daß die Achusoth ihr ganzes Kapital Jur die Bewirtschaftung des Bodens verwenden können. Neben der Landwirtschaft erscheint mir als der wichtigste Taiigkcitszwcig, in dem wir Einwanderer beschuftigen können. das Bauwesen. Bis vor etwa einem Jahre waren in Palästina die 813«״״‘«ialien insbesondere des von Europa angeführten Eisens, Holzes und Zements und auch die Arbeitslöhne so hoch, daß sich die Baukosten eines Hauses etwa dreimal so 'noch stellten, wie vor dem Kriege. Diese Iiohen Baukosten waren natürlich tür private Bnulustige in hohem Maße abschreckend untl nur die ungeheuer drückende Wohnungsnot hat cs zawege gebracht, daß doch im letzten Jahre mit und ohne Kreditlinie der Zion ist׳ sehen Organisation etwa! hundert neue Häuser in Jaffa und Haifa entstand«! * sind. In der letzten Zeit sind aber die Preise für Bai!. ׳ materialien außerordentlich stark zurückgegangen und 1 auch die Arbeitslöhne haben eine gewisse Senkung er. 1 fahren, so daß heute ein Haus nur etwa 50 Prozent i mehr kostet als vor dein Kriege. Vieles spricht dafür, daß diese Preise vorläufig die Grenze nach unten bedeuten und daß cir» weiteres Herabsinken der Bau. kosten vorläufig nicht zu erwarten ist. Damit ist der Bautätigkeit wieder ein freies Feld eröffnet. Die Wol», nungsnot wird mit jedem Einwanderer, der palästinen.; sisciien Italien betritt, größer. Fs ist unmöglich, Miete, wolimingcn zu vernünftigen Preise».zu bekommen und cs ist andererseits auch unmöglich, Familien mit Frauen und Kindern in Zelten lange Zeit den Unbilden der Witterung preiszugeben. Unsere Einwanderung muh zum Stillstand kommen, wenn wir nicht das Unterkunftsprobiem lösen. Diese Losung liegt nach unserer Meinung nicht in der Errichtung von provisorischer! Baracken, die nicht viel weniger kosten als massive Häuser, aber unendlich viel weniger leisten, sondern darin, daß wir durch die Förderung von Baugenossenschäften und durch die Gewährung von Hypothekenkrediten den Bau von massiven Häusern beschleunigen. Das Problem der Beschaffung von Wohnungen ist ja jetzt in der Ranze» Welt ein brennendes und wir brauchen für Palästina nicht eine besondere Lösung zu finden, .sondern könne» uns mit geringen Modifikationen die Lösungen zu eigen machen, welche in anderen!indern gefunden worden sind. Ich denke mir die Siche so, daß sich Baugenossenschaften bilden, welche von einer zionistische» Hypothekenbank bis zu 60 Prozent des Wertes der Häuser als Hypothekendarlehen erhalten werden. Diese Beleihungsgrenze gilt in allen Ländern als statthaft \md sic kan» in Palästina urn so mehr als statthaft gelten, als wir mit einer schnellen Amort*. sation der Hypotheken, nämlich innerhalb 15 Jahren rechnen können. Ich möchte Ihnen die Sache an einem konkreten Beispiel anschaulich machen: Es bildet sich eine Baugenossenschaft, sagen wir mit 400 Mitgliedern und mit dem Ziele, im Laufe von vier Jahre» für aik 400 Mitglieder Häuser zu bauen. Wen» wir annehmen, daß das Zweizimnierhaus mit Nebenrämnen 200 Pfund Sterling kostet und daß die Hypothekenbank auf dies« Haus 60 Prozent gleich 120 Pfund Sterling leihen wird, so muß jedes Mitglied SO Pfund Sterling aus eigenen Mitteln aufbringen. Da in Palästina nur ei» geringer Teil der Baulustigcn diese SO Pfund Sterling auf einmal aufbringen kann, so »oll diese Zahlung in vier Jahresraten von je 20 Pfund Sterling geleistet werden. Im ersten Jahre zahlen die 400 Alitglicder also 400X20 — 8000 Pfund Sterling .ei». Dies genügt zusammen mit der Hypothek von 12 000 Pfund Sterling für den Bau von 1(KJ Häusern, die an 109 Mitglieder ausgetost oder sonstwie verteilt werden. Im zweite» Jahre zaUWn die 400 Mitglieder wiederum S300 Pfund Sterling ei», und zwar diejenige» 100 Mitglieder, welche die ersten 100 Häuser erhalten haben, etwas mehr, »ämlich 26 Pfund Sterling, die anderen 300 Mitglieder etwas weniger, nämlich 18 Pfund Sterling. Die so erlangten 8000 Pfund Sterling genüge» zusammen mit der Hypothek von 12<XX1 Pfund Sterling wiederum für de» Bau von 100 Häuser». Im dritten Jahre zahlen die 200 Mitglieder, welche bercits ihre Häuser bekommen haben, je 26 Pfund Sterling, die anderen 200 Mitglieder je 14 Pfund Sterling ein, und cs werden mit den so erlangten $003 Pfund Sterling zusammen mit der Hypothek von 12003 Pfund Sterling die dritten 100 Häuser gebaut. Im vierten Jahre zahlen die 300 Mitglieder, die schon Häuser erhielten, je 26 Pfund Sterling, die restlichen 100 Mitglieder nur je 2 Pfund Sterling und mit diesem Betrage von 8000 Pfund Sterling zusammen mit der Hypothek von 12000 Pfund Sterling werden, die letzten 100 Häuser gebaut. Am Ende des vierten Jahres hat also jedes der 400 Mitglieder sein Haus mit einer hypothekarischen Belastung von. 120 Pfund Sterling. Da wir annehmen, daß alle diese Häuser auf dem Boden des Jüdischen Nationalfonds gebaut werden und daß der Jüdische Nationalionds auch die Kosten für die Pflasterung der Hauptstraßen und für die Einrichtung der Wasserleitung übernimmt, so haben die Hauserbau-Genossenschalten hierfür keine Kapitalien aufzuwenden, sondern nur der Nationalionds eine jährliche Rente zu zahlen. Nehmen wir an, daß der Nationalfonds für jede Bauparzelle 100 Pfund Sterling aufwcmlct und daß die Pachtrente 4 0/״ beträgt, so hat jeder Hausbesitzer dem Jüdischen Nationalfonds jähr- Lid» 4 °/0 zu zahlen. Hierzu tritt noch eine Annuität von 12>/ä °/0, welche genügt, die Hypothek von 120 Pfund Sterling mit S °/0 zu verzinsen und im Laufe von etwa 15 Jahren zu amortisieren. Diese Annuität macht also für jeden Hausbesitzer 15 Pfund Sterling aus; zusammen mit der Rente an den J. N.-F, hat demnach jeder Hausbesitzer 10 Pfund Sterling jährlich während 15 Jahren zu zahlen (außer seiner erste» in vier Jahresraten verteilten Einzahlung von SO Pfund Sterling) und ist dam» nach 15 Jahren frei von allen Schulden und Besitzer des Hauses. Im Vergleich mit den exorbitanten Mieten, welche jetzt in Palästina gezahlt werden, ist eine jährliehe Zahlung von 10 Pfund Sterling für eine Zweizimmerwohming mit Zubehör außerordentlich gering. Der jetzige Mictspreis ist oft das drei- und vierfache diese* Betrages. Die eben erwähnte Methode betrachten wir als die normale Methode, wie die einwandcmdcu Juden, sobald sie nur kleine Ersparnisse zu machen imstande sind, in den Besitz eines Hauses gelangen können. Für die ersten Jahre wird aber vielleicht noch eine besondere Ausnahmsmaßnahme nötig sein, weil die W0I1nungsnot ko brennend ist, daß es nicht genügt, wenn von 400 Leuten, die ein Haus brauchen, im erste!» lahre 100 ein solches bekommen. Es wird nötig sein, hier dasselbe zu tun, was zur Förderung des Bau- Wesens jetzt vielfach, z. B. in Deutschland geschieht, daß die Beleihungsgrenze heraufgesetzt wird, daß aber für denjenigen Teil der Hypotheken, der die nach rein bankmäßigen Gesichtspunkt statthafte Grenze über-

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