Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 73 (13.9.1921)
- Date
- 1921-09-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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V Seite 534 J U ED I SC H E RUNDSCHAU Nr. 73 trolle und Ata eilt zu unterwerfe» und die geistige Freiheit der jüdischen Arbeiterschaft .•umlgreifea Wir wollen nicht unsere Stimme mit solchen Bestrebungen vereinigen. Wir verkennen auch׳ nicht die besonderen Schwierigkeiten der Exekutive in ihrem Kampfe. gegen die antideinokratischen und plutokratischen Cruppioningcn in der letzten Zeit in unserer Bewegung. Durch ilire Aktion für den Keren Hajessod hat die Leitung einen Anfang gemacht, um ein nationales Kapital für den Aufbau Palästinas aufzubrmgen. Aus all diesen Gründen kann die Fraktion Paale- Zion für den Antrag auf Erteilung des Absolutoriums nicht stimmen, verzichtet aber auf den Ausdruck einer prinzipiellen Opposition durch ein Gegenvotum. Cheitez verliest folgende Deklaration der Fraktion Z ei're-Z io«: Die sozialistische Fraktion Zcirc-Zson stellt fest, daß die politischen Erfolge der Leitung, die bet den herrschenden Verhältnissen eine wichtige Etappe auf dem Wege zur internationalen Lösung des jüdischen Problems ’bedeuten, durch die Leitung überschätzt und dem Volke als ein Hauptfaktor bei der Verwirklichung des Zionismus dar,gestellt worden sind; daß in einer Reihe wichtiger Momente die Leitung die tatsächliche politische Lage verheimlicht und auf diese Weise falsche Illusionen erweckt hat, die die Volksmasscn enttäuscht haben; sie haben die Volksmasscn zur Enttäuschung gebracht und den tilaulren des Volkes an seine eigene Kraft erschüttert; dab das Kolonisationssystem umi die 1:111 igranteniwfitik nicht dazu angetan war, die arbeitende jüdische Bevölkerung Palästinas zu vergrößern, was doch die erste Aufgabe des Zionismus ist; daß die Leitung den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit nicht auf das Organisieren der inneren Volkskrafte und auf das Schaffen realer Faktoren und Positionen gelegt hat, die eine tatsächliche Linderung der Not der jüdischen Volks- «nassen bedeuten könnte,‘ die eine gesunde Grundlage für die politische und wirtschaftliche Entwicklung bilden könnte, um auf diese Weise die gesunde und sicherste Garantie für die Realisierung des Zionismus zu schaffen; dab die Leitung nicht gehörig auf die antijüdische Politik des Oberkommissnrs reagiert hat und besonders auf die Deklaration vom 3. Juni, die die Tore Palästinas vor den arbeitenden jüdischen Massen geschlossen hat; all diese Momente berücksichtigend und in Betracht ziehend die großen Anstrengungen der Mitglieder der Leitung, insbesondere ihre volksziomstischc Tätigkeit in Amerika und ihre Bemühungen, eine Grundlage für das nationale Kapital, für den Aufbau zu schaffen, erklärt die zionistisehe Fraktion Zeire-Zion am XII. Kongreß, daß sie sich der Abstimmung beim Vertrauensvotum enthalten wird. Motzkin: Bevor wir zur Abstimmung schreiten, muß noch über Amendementvorschfäge abgestimmt werden. Herr Trietsch beantragt: 1. die Dechargc über den kolonisatorische« Teil der Arbeit bis naclt Besprechung iin Pnlüstinaausschuß zurückzustellen; 2. die Rede Jabotinskys deren Streichung aus dem Protokoll später beantragt werden wird, von der De- Charge auszunehmen. Nachdem der Antrag Rosen blüth, über den Antrag Trietsch zur Tagesordnung überzugehen angenommen ist, erfolgt die Abstimimuig über die Decliargcvorschläge, und zwar zuerst über den der Hitachdirth, der 5S Stimmen erhält, dann über den Vorschlag Misrachi-Allgemeiner Block. Die Delegierten stimmen mit ihren Karten »n der Hand, während der Zählung wird die Hatikwah gesungen, Motzkin; Ich stelle fest, daß der Wille desKo«grcsscsinderZahfvon343Stimmen zum Ausdruck gekommen ist. (Stürmischer Beifall.) Die Sitzung wird um 2 Uhr nachmittags geschlossen. Elfte Sitzung Dienstag, den 6. Seplembcr, abends. Vizepräs. L i p s k i eröffnet um 3/! 9 abends. Dr. Otto War bürg erstattet den Nationalfondsbericht. Vizepr. Berlin übernimmt den Vorsitz. Es folgt das Referat Dr. Soskins über ״Die intensive Kolonisation Palästinas. Hierauf folgt das Referat Dr. Eders Dr. Eder begannt mit einer historischen Vorbemerkung über die Regelung der Einwanderung zur Zeit, als Herbert Samuel nach Palästina kam. Schon am Tage nach der Einsetzung der Zivi[Verwaltung wurde klar, daß freie, unkontrollierte Einwanderung nicht gestattet würde. Die Zionist Commission wurde aufgefordert, eine Schätzung darüber vorzulcgen, für wieviele Personen während des nächsten Jahres Arbeit geschaffen werden könnte. Die Zionist Commission schätzte diese Zahl auf 16 500, Noch vor Inkrafttreten der Einwanderungsverordnung setzte eine starke Einwanderung ein, und in der Zeit vom Juli 1920 bis 15. August 1921 kamen 10 802 Personen ■'alld׳ Die Immigranten zerfallen in zwei Gruppen: solche, die sich selbständig erhalten können, und ziotususch unterstützte Immigranten. Für die letztere Katecorie betragen die Auslagen von dem Zeitpunkte, wo der Einwanderer im palästinensischen Hafen eintrifft, bis zur Unterbringung an der Arbeitsstätte heute 5 Pfd pro Kopf. *n Palästina gegen Ende April 1/21 beklagte sich die Regierung darüber, daß die u™™an!!<LrCr 1gr,oß!cntclls u«gcschult waren und daß srhaftii-S1* 1 T1״duStuCn und industrielle oder Landwirtuwrefäl^ 15m gründet wareru so daß SS 1*T Straßen- und Eisenbalmdk *"6"1'"ש* unternahm ALiter8T^chäftd״ ״ichtum Jüdische ArDeitcr zu Dcscnaitigcn. Die Arbeiten waren unfawiimrt Arbeiter!^ ״ kC,nC V״Wbeha״dl^Ädlg Einwanderer ans zu bringen. Erst seit dem 1. Juli war die Laiultuig in Haifa und einige Tage später auch in Jaffa wieder möglich. Redner zitiert den die Einwanderung betreffenden Passus aus der Erklärung des High Comniissioncrs vom 3. Juni. Kurz nach dieser Erklärung begaben sich der Leiter des palästinensischen Einwandemngsanites und ein zweiter Beamter nach Europa, um die Visa der unterwegs befindlichen Palästiiialahrer zu. überprüfen. D.cse Prüfung war außerordentlich streng. Die zionistische Auffassung der Einwan-Jerungsfragc ist naturgemäß in den Satz zusammenzufassen: Möglichst viele Juden in möglichst kurzer Zeit nach Palästina zu bringen. Meine Auffassung war, es sollte keinerlei Einwantlcrimgsbeschränkung existieren. Doch brachte brachte mich die Erkenntnis der wirtschaftlichen Verteilt- 1te.se Palästinas zu einer Aendcnmg dieser Auffassung. Palästina bietet weder die Existenzmöglichkeiten eines neuen KolnnisationsLmdcs (wie die Vereinigten Staaten, Australien und Kanada) noch die einer industriell <׳»> wickelte» städtischen Wirtschaft. Heute muß die Einwanderung auf Pioniere beschränkt sein. Die Regierung ihrerseits ist der Meinung, daß die Kontrolle der Einwanderung ihre Sache ist. Sie will nur solche Einwanderer zulassen, für welche eine bestimmte Beschäftigung bei einem bestimmten Arlxdtgeber in Palästina bereits aachgewicsen werden kann, wenn er sich in seiner Heimat um das Visum bewirbt. Redner verliest einen Briefwechsel zwischen der Zionist Commission und dem Zivilsekretär der Regierung über die Frage der Einwanderung und fährt fort: Ich bin überzeugt, daß mich der Kongreß unterstützen wird, wenn ich der Regierung antworte, daß die Kontrolle der Einwanderung in der Hand derjenigen liegen muß, deren Ziel der Aufbau der nationalen Heimstätte ist, mit anderen Worten in der Hand der Jewish Agency. Wir können unsere Zustimmung nicht dazu geben, daß sie uns ganz entzogen und der Regierung Vorbehalten bleibt, die, wie wir allzudcutlich gesellen haben, den verschiedenartigsten politischen Empfindungen nachgibt Referent erörtert nun die verschiedenen, für die Immigration bestimmten Einrichtungen der palästincnsischen Regierung und der Zionistischen Organisation. Es muß zugegeben werden, daß in vielen unserer Palästinaiimtcr eine gewisse Luxheit herrschte. Wir würden vorschlageil, daß wieder Zertifikate ausgegeben werden sollten, aber nicht von London, sondern von Palästina aus, una in Uebereinstininiung mit den Arbeitsverhältnissen. ln der Auswahl der Immigranten müßten die Pa 1 ii s t i n a ä m t e r sehr sorgfältig vorgehen. Nicht das Gefühl, sondern gesunde wirtschaftliche Erwägungen müßten die Auswahl bestimmen. Aber diese Auswahl dürfte nicht Sache der britischen Konsulate, sondern der zionistischen Körperschäften sein. Trotz, der Auffassung der Regierung und ihrer Ver- Ordnungen hoffe ich zuversichtlich, daß die Einwanderung stetig weitergehen wird. Was die Einwarvderurvgsmöglichkeiten für das kommende Jahr anlangt, so kann Bcschäftigung von drei Seiten kommen: erstens von der Regierung, zweitens von der Zionistischen Organisation, drittens von privaten Unternehmern. Die Regierung bietet zahlreiche Beschäftigungsmögliclikciten in' der Verwaltung, in Polizeium! Lisenbalmdienst, in der Gendarmerie, bei Eisenbahn- und Straßenbauten, beim Bau von Amtsgebiiuden, Spitälern, Gefängnissen u. dgl. Heute dürften im Verwaltungsdienst 700 und bei den Eisenbahnen 400 Jude» in Arbeit stehen. Vor einiger Zeit sollten 200 ägyptische Arbeiter des Militärdienstes durch Juden ersetzt werden. Diese veigerten sich infolge der ungünstigen Bedingungen, die Arbeit zu ülxrrivehmcn, Mr. Morris suchte arabische Arbeiter und konnte sic nicht finden. Wes ist ein Beweis dafür, daß die Araber für andere als Landwirtschädliche Arbeiten nur in äußerst beschranktem Umfange zu haben sind. Somit wird es bei den Regierung*• arbeiten immer Beschäftigung für Juden in einem gewissen Umfange geben. Allerdings schränkt die Re* gierung ihre Arbeiten soweit als möglich ein. Man kann rechnen, daß iin kommenden Jahre 500 bis 600 Juden derartige Arbeit finden werden. De Zionist Commission beschäftigte sich cngchend mit dem Plane, Juden an Stelle der ägyptischen Arbeiter i» die militärische Arbeitertruppe eirraistclkn. Die ganze Angelegenheit hängt in hohem Maße von den finanziellen Möglichkeiten ab, die uns instand setzen sollen, Dar- Ichcn und Ausrüstung auf Abzahlung zu geben, Ke Zionistische Organisation dürfte im kommenden Jahre 500 Personen in der Landwirtschaft dauernd ansicdcln. Die Vorbereitungsarbcitcn in Emek Jesreel dürfen weitere 200 Personen beschäftigen. Von der Bautätigkeit erwarte ich keine Möglichkeit neuer Beschäftigung, soweit die Zionistische Organisation in Betracht kommt. Von privater Seite dürften etwa 500 Häuser neu gebaut werden, die Beschäftigung für 2000 bis 2500 Personen bieten dürften. De Ausführung des Ruthenbcrgschcn AudscharPnojektes kann 200 Personen beschäftigen. An privaten Arbeiten dürften folgende verfügbar sein: Bei landwirtschaftlichen Arbeiten in Judäa 700 bis 800 Personen, an gelernten Arbeitern 100 Personen, an industriellen Unternehme»- gen 1000 Personen. Ich schätze mit aller Vorsicht, daß Palästina im kommenden Jahre 12000 bis 15000 neue arbeitende Einwandere r aufnehmen kann. Das ist natürlich nicht die Gesamtzahl derer, die cinwandcrn sollen, sondern nur jener, für die die Zionistische Organisation unter den jetzt bestehenden Verordnungen die Verantwortung übernehmen kann. Sclbstdiszipliniertc und sclbstxegulicrte Einwanderung unter dem einzigen Gesichtspunkt des Aufbaues Par lastinas al*s jüdisches nationales Heim ist der Schlüssel der Lage. Ohne diese sind Deklarationen und Mandate leere Worte; mit dieser werden wir durchdringen. Schluß der Sitzung 11 Uhr abends. ndruck dieses Verbo «d, auch Später־dte"״;bis^״‘B^ttoWj|& An der Sammlung für die Glückwunsch-Ablösungen zu Rosenluschanah. die der Jüdische Nationalfonds eingeleitet hat, beteiligen sich bis jetzt 85 Städte. De CrWa,H413 ׳ *LaI1<־; noc!1 Säumigen sich dieser großzügigen Arbeit für den Bodenkaut in Palästina nunmehr unverzüglich anschließen. Das Referat Dr. Ruppina leb möchte Ihnen in kurzen Strichen ein Bild von der Jetzigen Ökonomischen Struktur Palästinas geben. Palästina umfaßt heute nach den leider sehr verengten Grenzen, welche es durch das französischenglische Abkommen erhalten hat, in seiner Ausdehnung vom Mittelmeer bis zum Jordan und van Rafah bis mich Mctulah weniger als 20 030 Kilometer. Die Bevül|cerung ist auf 600 bis 7000 000 zu schätzen; darunter sind 80 000 bis 90 000 Juden. — Zwei Drittel der Bevölkerung leben in Dörfern von der L.1־ml wirtschafte die sie in recht primitiver Weise betreiben und die zur Befriedigung ihrer sehr geringen Lebensansprüche gerade eben lünreicht. Das übrige Drittel lebt Li Städten von der Herstellung von Ritualien und Palästina- Andenken, vom Handwerk,‘ Handel, Fremdenverkehr und wn milden Gaben, die durch die zahlreichen Küchen, Klöster, Wohltätigkdtsan statten und Missionen aller Konfessionen ins Land fließen. Die einzigen größeren Industrien die vorhanden sind, sind einige Mühlen mittleren Umfanges, teils in jüdischen, teils in nichtjüdischen Händen, ferner die Rothschildsclien Wein- Kellereien, einige Maschinenfabriken und Maschinenreparaturwerkstätten, die teils Juden, teils Nichtjuden gehören, schließlich die fast durchaus nidrtjiidrsdie Oei- und Serienfabrikation, Mineralien, mit Ausnahme von Bausteinen, werden im Lande bisher nicht gewonnen. Der Zollsatz für alle cingefilnrten Waren ist ein Wertzoll von 11 Prozent, der ohne Rücksicht darauf erhoben wird, ob die Ware zu den Rohstoffen, zu den Halbfabrikaten oder zu den Fcrtigfabrikatca gehört, so daß die einheimische Industrie, soweit sic Rohstoffe vorn Ausland beziehen muß, so gut wie gar keinen Zollschutz genießt; auch diejenigen Industrien, die einheimische Rohstoffe verarbeiten, sind durch einen Wertzoll von 11 Prozent gegen die Konkurrenz von Landern, die technisch weiter fortgeschritten sind, nur ganz 1u1genügend geschützt. Das Verkehrs wesen hat zwar durch die im Kriege erfolgte Eisenbahnverbindung von Haifa raa Aegypten und durch die damit gleichzeitig erreichte Verbindtuiß zwischen Nord- und Südpalästina eine große Verbesserung erfahren, leidet aber noch immer unter dem Mangel ausgebauter Häfen. Ich will allerdings gleich hier einschalten, daß der High Commi'sstoncr Sir Herbert Samuel sich für die baldige Durchführung des Hafenbaues interessiert, so daß zu hoffen ist, daß diese für Palästina so außerordentlich wichtige Frage in abseilbarer Zeit eine Lösung finden wird. Die Handelsbilanz Palästinas ist eine sehr ungünstige. Die Einfuhr betrug im Finanzjahre 1920 bis 1921 zirka 5 200 000 Pfund Sterling, die Ausfuhr nur 770000 Pfund Sterling, d. h. nur etwa 15 Prozent der Einfuhr. Während die Einfuhr hauptsächlich Kohle, Baumwollfabriknte, Zucker, Reis, Holz, Tabak Petroleum, Maschinen, Eiscnvvarvn und Zement umfaßt, besteht die Ausfuhr nur aus wenigen Artikeln, wie Orangen, Seife, Wein und Ritualien. Das gewaltige Defizit in der Handelsbilanz wird gedeckt zum kleinen Teile durch Einnahme» au*; dem Fremdenverkehr, zum größeren Teile durch die Gelder, welche für religiöse und hunuiiitärc Zwecke von der ganzen Welt nach Palästina fließen. Das zeigt, in welch hohem Milk: Palästina bisher wirtschaftlich unselbständig und von anderen Ländern abliängig ist. Was die Gesetzgebung auf wirtschaftlichem Gebiete anbeiangt, so ist zwar die Grundlage noch das türkische Gesetz. Der High Com miss ioner ist aber aufs eifrigste bemüht, durch neue Gesetze die wärtschaftliche Entwicklung zu erleichtern. Unter den wichtigen Gesetzen, welche im letzten Jahre erlassen worden sind, nenne ich das Gesetz über den Kauf von Boden, welches unter Berücksichtigung aller wohlerworbenen Rechte der Eigentümer doch eine Spekulation mit Land zu verhindern sucht. Ferner die town planrimg ordinäre, das Gesetz über die Aufhebung des Tabakmonopols und das Gesetz über die Genossenschaften, das eine gute Grundlage für die Entwicklung des Gcnosscnsdiaftv wesens in Palästina ״«schaffen hat. Schließlich die Herabsetzung der Zollsätze für Baumaterialien von 11 Prozent auf 3 Prozent. Was von wirtschaftlichen Desideraten noch nicht erfüllt ist, ist, daß cs noch kein Gesetz über Hypothekenbanken und die Ausgabe von Hypotheken- Pfandbriefen gibt, das wir für die von uns zu‘gründende städtische Hy!x)thckenbank ■und Agrarbank dringend brauchen; doch sind die Vorbereitungen für den Erlaß eines solchen notwendigen Gesetzes im Gange und diiriten bald zum Abschluß kommen. Notwendig scheint mir, den jetzigen 11 Prozent-Wertzoll durch einen spezifischen Zolltarif zu ersetzen und industrielle Masch inen sowie Rohstoffe, die zur Verarbeitung in Palästina bestimmt sind, vom Zoll zu befreien. Die Münz- Währung, in welcher meines Erachtens das ägyptische Pfund für den Großhandel und der Piaster für den Klein- Bande! zu große Einheiten sind, bedarf einer Acndcrung. Ebenso mußte die Ausgabe von Banknoten, die jetzt das Priviüg der ägyptischen Nationalbnnk ist, einer palästinensischen Bank übertragen werden, damit Palästina den Zinsgenuß hat und nicht Gefahr läuft, vvirtschaftlich ein Anhängsel Aegyptens zu werden. Neben diesen allgemeinen Angaben, welche sich auf das ganze Palästina und seine ganze Bevölkerung ohne Rücksicht auf ihie nationale und religiöse Zusammensetzung beziehen, möchte ich einige spezielle Angaben über die Juden machen. 15000 von ihnen!eben in den landwirtschaftlichen Kolonien, etwa 3000 sind bei öffentlichen Arbeiten der Regierung und der zionistischen Gesellschaften bcschäfttet während die übrigen in den sechs Städten Jerusalem, Jaffa, Haifa, Tibcrus Safod und Hebron wohnen. Die größere Hälfte dieser städtischen Juden nämlich 35 bis 40030 wohnen m Jerusalem. _ — . Die ökonomische Lage der jüdischen 7־wir6?1״® l-is! Reiner Weise stabil Ke landwirts haftlichcn Kolonien in» Süden, die hauptsächikh Baumm~n.zun2^n haben, leklen unter!läufigen Absatzkrisen, die Ackerbaukolomen im Norden des Landes unter un-