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Jüdische Rundschau · 1921-09-13 · Heft 73 (13.9.1921) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 73 (13.9.1921)
Date
1921-09-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 533 Nr. 73 ichei! euer. daß dner der tmer trde, <om ״־"ß den. den Ich ich hten e r- 'all), ver* gen an- Bei- und ichunR tere des zu ich arte Vas' er- ,beiicnc zu heit iker 1 in Anach- ■gen fast ne“ iher olevar, im icht Jen lehr »der i ja 3en, Anwill tche Draückdie gen ver- ׳tcn. heizahl ת en aufach- >geteriese« was itig• hat reß, voll* eine inen die arde tje* Inen hczu und arth Ger den ber- 3 er loch Der sich t so ent-!icht :hen her, : für sein Und zum Con-!und i ist wir me■ [Dr. Ißt Diese Delegation hat neues Leben in die bracht, was uns überall nottut. Wo immer emc heb a , ..Rückgang zu konstatieren ist, ist es PiliUvt der u ganisation, die besten und ciiifliittreichstcn KraÜt /״ mobilisieren, um die I’os.t.on zu starken, ln richtiger Vt Amcrifc d?nC3»Ä״Mifäoniu'׳Juden Amerikas muß einen pi Teil unserer Kräfte in Anspruch nehmen v1Vl.Tr*<f.l(i!ros l ehe», mit seinen Wünschen und 11011 nuncen nut seinem Ringen, Gelingen undI Scheitern, mit seiner tieenart und mit seiner inneren Volkstreuc. Da ״ i uSrc A'ntrale mitarbeiten. Dali sich dort die Wahl einer anderen Leitung vollzogen hat, das war ein Akt unseres inneren organisatorischen Lebens; diese Lei■ .״״״. :s( aus einer großen Majorität hervorgegangen und ״.;r hoffen, daß es ihr gelingen wird, die!wehste G>- leii/ienmg des Zionismus in Amerika zu erreichen. Wir ImiYeii auch, daß die Minorität, oder wie immer diese />c/cicl1net wenien in einem edlen Wettstreit mit de! Majorität durch die Tat zeigen wial, daß sie nur in Mitteln und Methoden, nicht aber in Eifer, Gesimnmgs- Richtigkeit und Opfersinti den anderen naclisteht. Das sind elementare Orgaiiisationsbcgriffe, mit denen die Generaldebatte sich nicht zu viel zu beschäftigen brauchte. Aber die Fragen, die dieser Kongreß in den Vordergrund zu stellen hat, sind allgemeiner und tiefer; es sind die Fragen, auf denen der ganze Zionismus aufgebaut ist! Meine Herren! Sie müssen hier davon Kenntnis nehmen, daß wir die Anerkennung unseres jüdischen Volkstums erlangt haben. Auf unserem letzten Kongrell war noch kein jüdisches Volk in der international- [xilitisehen Begrifiswclt; für uns und in unseren eigenen Mtgett waren wir es einmal, von anderen als Volk anerkannt zu werden — strebten wir. Aber im Laufe der 2IX)U Jahre der Diaspora wurde uns nie diese Anerkennung zuteil. Lesen Sie die Geschichte der Judenfragc und der Emanzipation des letzten Jahrhtimlerts ■ in den Tausenden von Urkunden, Erlässen, Gesetzen und Statuten werden Sic diese Anerkennung nicht finden. Wir haben es endlich einmal erreicht Das nationale Heim für das jüdische Volk. Das ist es, was die Großmächte in Paris, London, Rom, Washington zu San Reino in internationalen Verträgen festgeiegt!iahen. Was in den dunklen Tiefen lies Chaos lag, gelangte jetzt ans Lieht.׳ Wir haben den Titel ״Jüdisches Volk״. Das ist die welthistorische Tatsache, das ist der Markstein in unserer Geschichte, die hier, auf diesem Kongreß, von uns, als Vertretern des jüdischen Volkes, feierlich zur Kenntnis genommen wird. (Stürmischer Applaus.) Hoher Kongreß! Im Zusammenhänge mit dieser prinzipiellen Tatsache steht die andere, nicht weniger wichtige, nämlich die Deklaration selbst, die Anerkennung unserer historischen Vcrknüpftheit mit Erez-lsrael und unserer historischen Ansprüche auf dieses Land unserer Väter. Nie, seitdem wir von unserem Lande vertrieben wurden, haben die Völker diese Wahrheit anerkannt. Wir haben diese Anerkennung erreicht. (Großer, anhaltender Hcif&lL; Meine Herren! Der Zionistenkongreß empfangt als solcher erst jetzt die Baifour-Dekla ration. Sie ist an die Adresse eines vornehmen und edlen Zionisten, des Lord Rothschild, gerichtet worden; die eigentliche Adresse ist das jüdische Volk. Zionistenkongreß! Heute ist unsere Repräsentanz versammelt und durch sie erst heute erhält das jildische Volk legitim das Dokument seiner Anerkennung und der Anerkennung seiner Rechte auf Erc/.-lsrael. (Stürmischer Applaus. Der Kongreß erhebt sieh in feierlicher Begeisterung.) Diese Momente sind grundlegend. Die Würde, die Schönheit, den ausstrahlcnen Einfluß dieser großen Be- Stimmungen müssen wir hochhalten. Das Verkleinern, das Bagatellisieren dieser Akte überlassen wir — unseren Feinden! Für mich war cs befremdend und unbegreifdaß einer der Herren hier in einer leichten, tronisierenden Weise von einer bestätigten Bestätigung der Deklaration gesprochen hat. Derartige Acußerungcn sind unüberlegt und unverantwortlich. (Großer Beifall.) Meine Herren! Sind wir ein Volk geworden, so müssen wir aticii die Konsequenzen ziehen. Wir müssen die Deklaration verwirklichen. Diese schicksalsschwere Frage drängt sich unabweisbar in unsere Seele. All das konnte mau voraussehenJ Wir werden zu kämpfen und zu leiden haben, aber es ist schon etwas vorhanden, wofür wir kämpfen und leiden werden, wie jedes andere Volk. Meine Herren! Ich spreche hier nicht weniger bekümmert als unsere Freunde, deren Aufschrei wir hier gehört haben, Auch ich habe iiie Ereignisse in Erez-lsrael gesehen. Aber wenn hier der Ausdruck־ Pogrom gebraucht worden ist, 90 muß ich sagen, cs war kein eigentlicher Pogrom, es war schlimmer als ein itogrom, es war die Mißgeburt eines nationalen Kampfes. Mehr, Kriege werden erklärt, der Angegriffene hat Gelegenheit, sich vorzubereiten und zu verteidigen. Das war ein UebcrfaU, ein feiger, heimtückischer Ueberfall. Wir bedauern, daß ein Teil des arabischen Volkes sich durch verbrecherische Agitation hat Verführern lassen zu einem gemeinen, mörderischen Ueberfall auf die schuldlose Bevölkerung von Jaffa und den Kolonien. Es gibt keine Gründe für dieses Vorgehen. Wir protestieren von hier gegen die Nachricht, die von mchtjüdischer Seite, h'i.der auch offiziell, verbreitet wurde, die den Eindruck erwecken konnte, als ob bolschewistische Umtriebe mit diesen Ereignissen in Verbindung ständen!. Weder die alten Kotonisten noch die städtische Bevölkerung, noch die Chaluzcm taten das mindeste, uin die Araber aufzureizen. Es ist unsere feste Ueberzeuguog, daß die traurigen Ereignisse das Resultat einer niederträchtigen Agitation in Schrift und Wort von seifen gewisser Kreise waren, die dadurch nicht nur uns, sondern auch ihre eigene Nation schädigen, feil habe Ihnen das Telegramm s• E. des High Commisstoner vorgelesen. Nehmen wir diese Begrüßung mit Würde zur Kenntnis^ Wir sind überzeugt, daß er von guter Absicht beseelt ist; der Kongreß wird, unbeirrt von jeder Leidenschaftlichkeit, über alles, was geschehen ist und was zu geschehen hat, seine freie Meinung äußern. Nur das hat einen wert Wir bedauern manchen Schritt der Administration, es ist schon ausgesprochen worden. Einen vor allem, das EinwandcnrngsverboL ,Wir wollen keine Beschränk . angenommen. Wir müssen freie Bahn fu!’dieן kling der Alijah als die, die wir uns selbst auferlegcn. < Wir haben protestiert und ich bin sicher, daß der Kongrell diesbezügliche feierliche Beschlüsse fassen wird, nicht in Erregung, sondern in Ruhe und Würde; so werden wir alle Schwierigkeiten überwinden. Vergessen wir doch nicht, daß wir es mit einer neuen Verwaltung zu tun haben und daß vor allem das Mandat noch nicht unterschrieben ist. Hier spricht man von Augenblicken, die imausgcnützt geblieben sind. Erinnern. Sie sich, daß uns jiodi ein bedeutungsvoller Augenblick bevorsteht: der der Unterschritt des Mandats. Haben wir nur Selbstvertrauen, dann dürfen wir uns auf ihn freuen. Ob das Mandat 90 sein wird, wie wir es wünschen, kann niemand sagen. Man kann ud wird an jedem Dokument etwas aussetzen. Eine schwere und lange politische Arbeit steht uns bevor. Jedes Volk muß Politik machen. Man hat das Schlagwort ״dipiomatisieren“ in die Debatte hineitigeworfeo. Es gibt kein Volk, das nicht Politik machen muß, Ich weiß nicht, ob nicht un* sichtbare Fäden von diesem Hause zu der internationalen Versammlung gehen, die jetzt eben in Genf tagt. Wir sind in die Völkerfamilie cingetreten und im Verhältnis der Völker zueinander gibt es nur zwei Wege, Diplomatie oder Krieg. Wenn man die Verhältnisse reguliert haben will, muß man sie überwachen. Das ist gewiß nicht die neue Weltordnung, aber es ist die gegenwärtige Wcltordnung. Um noch einige Worte über Diaspora- Politik zu sagen, müssen wir uns die zwei Ansichten vor Augen führen, die es darüber gibt. Die eine meint, sie müßte durch die Landesverbände gemacht werden, die andere, sie sei Sache der Weltorganisation. Es ist manchmal eine Aktion durchzuführen, die Gefahren eines Pogroms abzuwenden oder ein politischer Schritt not* wendig. Die Dogmatiker kommen und erklären, das sei nicht unsere Sache, sondern Sache der Landcsvcrbände. Aber ich erkläre Ihnen: Ich werde es immer als meine Sache atilfassen. Ich werde im Namen der Zionistischen Organisation intervenieren, offiziell,!׳.ochoffiziell, immer, wenn es gilt, für Ehre und Recht des jüdischen Volkes einzutreten. (Stürmischer Beifall.) Wer denn soll es tun, ein Komitee, das einige hundert Philan* thropen oder wir, die wir Mülionen Juden vertreten? In Paris wurden die größten Arbeiten sowohl für den Zionismus wie für den Schutz unseres Volkes voll-' bracht. Ohne Paris wäre nicht London — und es war erhebend zu sehen, wie sich die leidende Diaspora um uns scharte, Ich halte diese Arbeit für einen integrierenden Bestandteil des Zionismus. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.) Nach der Rede Sokolows folgt die Rede Weizman ns. die wir bereits in voriger Nummer wiedergegeben haben. Hierauf folgt die Abstimmung über die Decharge. Vors. Mot 2k in: lm Namen des Pcrmanenzausschusses hat Herr S o Io w c i t s c h i k folgende Resolution cingcbracht: ״In dankbarer Anerkennung der durch die Baifour-Deklarattoa und den Beschluß von. San Remo gekrönten wirkungsvollen politischen Arbeit der Herren Präsidenten L>r. Chajim Weizmann und Nahum Sokolow und in. der bestimmten Erwartung, daß die durch diese Arbeit errungene Bestätigung der Rechte des jüdischen Volkes bald in Erez Israel ihre volle Verwirklichung finden werden, spricht der Kongreß der Exekutive sein Vertrauen aus und erteilt dir die Decharge.“ Struck (Misrachi): Es ist jetzt nicht die Stunde zu langen Erörterungen und schönen Reden, lm Namen des Atisrachi und im Namen der Delegierten, die sich ihm angeschlossen haben, habe ich ihnen folgende Erklärung zu überreichen: ״Der Misrachi bringt seinen tiefen Schmerz zum Ausdruck über die in bestimmten öffentlichen Institutionen in Erez-lsrael vorgekommenen Verletzungen der geheiligten Gesetze unseres Volkes, sowie besonders darüber, daß die zionistische Leitung bisher keine geeigneten Schritte unternommen hat, um derartigen Vorgängen ein Ende zu bereiten. Jedoch vertraut der Misrachi darauf, daß der Kongrell die geeigneten Mittel finden wird, um derartige Geschehnisse in Zukunft zu verhindern, und im Hinblick auf die großen politischen Erfolge der Leitung gibt der Misrachi dem Danke»- und Vertrauensvotum des Kongresses an die Leitung seine Zustimmung.“ Kaptanski (Ponle Zion) spricht unter andauernder, immer wachsender Unruhe im Saale und auf der Galerie: Wir haben gewünscht, daß diese Resolution einhellig gefaßt werde. Wir sind aber dagegen, daß nach der endlosen Reihe v*ou Reden der Kongreß zur Abstimmung des Vertrauensvotums schreite, und beantragen die Vertagung (Rufe: Obstruktion), Es ist keine Obstruktion, was wir hier tun. Wir wollten, daß der Kongreß einstimmig vorgeht, die Schlußreden sind erst jetzt gehalten worden, der Kongreß wird nichts verlieren, wenn die Abstimmung bis morgen vertagt wird. Dr. Grünbaum beantragt, bei der Exekutive anztifragen, wie sic sich zuin Vorschlag Kaplanski verhalte. Dr. G. Haipcrn: Wir halten beim vierten Tag des Kongresses. Um mit Ruhe weiter arbeiten zu können, müssen wir diese Debatte abschließen. Sie werden bessere Gelegenheiten für Ihre Verwahrungen und Deklarationen finden, bei der Waid der neuen Lei- U1!1g. Es gibt etwas, das nicht unter die Decharge fällt, das ist San Remo und die Deklaration. Hier brauchen die beiden Männer nicht Ihre Decharge. Wenn Sic heute Ihre Deklaration noch nicht gefaßt haben, so stimmen Sie ab und bringen Sie sie morgen, ebenso wie heute der Misrachi vor, (Rufe nach Abstimmung.) Der Vertagungsantrag wird hierauf abgeFchnt (Große Unruhe.) Kaplanski (Poale Zion): Im Namen der Delegierten des Poale Zion erkläre ich, daß wir für die eingebrachte Deklaration nicht stimmen werden. Wir werden unsere Erklärung in der nächsten Sitzung abgeben. ' #! Kaplan (Hitachduth): Wir haben in Permanenz- Ausschuß die Forderung aufgestellt, die Resolution zu vertagen, damit die verschiedenen Gruppen dazu Stellung nciimen können. Leider wurde dieser Vorschlag nicht Arbeit 'schaffen. Die erste Forderung ist Aufrichtigkeit Redner verliest unter großer Unruhe, die fast auf eine Viertelstunde jede Verständigung unmöglich inacm, einen Resolutionsantrag. Mcrcminski: Im Namen der Friktion /■cire Zion habe ich folgende Erklärung abzugeben. Die Frage des Vertrauensvotums ist eine ernste Frage. Sie soll nicht unter dem Eindruck der letzten Reden entschieden werden. Konform mit unserem Anträge im Permanenz- Ausschüsse beantragen wir die Vertagung, andernfalls werden wir uns an der Abstimmung nicht beteiligen. Soloweitschik: Laut unserem Beschluß sollen sämtliche Resolutionen den Pcrmanciuausschuß passicren. Die von mir vorgclegte Resolution wurde vom Block der allgemeinen Zionisten und der Fraktion Misrachi dem Permanenzausschuß vorge'.cgt. Die anderen Fraktionen haben die Vertagung verlangt, datier habe ich die Resolution nicht als die des Permanenzausschusscs, sondern als einen Antrag der Majorität dem Präsidium zur Verlesung übergeben. Da aber diese Resolutian der Exekutive vor gelegt werden soll und nicht vorgelegt wurde, bitte ich die Abstimmung zu vertagen. Berlin (Misrachi): Das Vertrauensvotum ist einer von den feierlichsten Momenten des Kongresses, und da auch die Exekutive den Saal verlassen und die Fraktionen Verwahrungen eingelegt haben, beantrage ich Vertagung der Abstimmung. (Wird angenommen.) Motzkin schließt um! 2 Uhr nachts die Sitzung. Zehnte Sitzung Dienstag, den 6. September, vormittag«. Es wird die Palästinadebatte eröffnet Dr. Arthur Ru pp in erstattet zunächst ein zweistündiges Referat, das wir an anderer Stelle wiedergeben. Sodann unterbricht der Vorsitzende, Vizepräsident Motzkin die Debatte, um die Frage der Decharge zu erledigen. Dr. Soloweitschik (Litauen;: lm Namen de« Misrachi und des Blocks der allgemeinen Zionisten habe ich Ihnen die folgende Resolution vorzulegen: Der Kongreß spricht dem Präsidenten Chaim Weizmann und Nahum So ko low Dank und Anerkennung für ihr politisches Werk aus und erwartet, daß die Errungenschaften ihrer Arbeit, der Kabinettsbeschluß der britischen Regierung vorn 2. November 1017 (Balfour-Deklaration) und der Beschluß von San Remo, in Erez Israel bald ihre volle Verwirklichung finden werden. Der Kongreß erteilt der Exekutive mit dem Ausdrucke des Dankes die Decharge. Kaplan verliest den Resolutionsantrag der Hitachduth: Der Kongreß drückt Dr. Chaim Weizmann und Nahum Sokolow seinen Dank für die hingebungsvolle politische Arbeit aus, die zur Balfour-Dcklaration und dem Beschlüsse von San Remo geführt hat. Der Kongrell anerkennt die Bemühungen der Leiter der kotonisatorischen Arbeit in Palästina für den Aufbau de« Landes. Der Kongreß betont jedoch, daß trotz der großen Möglichkeiten die zionistische Leitung nicht imstände war, die nationalen Kräfte'des jüdischen Volkes zu wecken; sie hat nicht in dem nötigen Maße die Einwanderung unterstützt und hat nicht die günstige Gelegenheit für den Aufbau Palästinas ausgenützt. Dies in Betracht ziehend, nimmt der Kongreß den Bericht der Exekutive entgegen und erteilt ihr die Decharge. K a p! a n s k i verliest folgende Deklaration der Fraktion Poale-Zion: Die Delegation des jüdischen sozialistischen Verbarules Poale-Zion schützt gebührend die hingebungsvolle Arbeit der Personen, die in den schweren Jahren an der Spitze der zionistischen Bewegung standen. Unsere Kritik richtet sich nicht gegen Personen, sondern gegen das System, das die Ideale des Zionismus mit jenen Mächten una Institutionen der Welt verbindet, zu denen die Arbeiterschaft kein Vertrauen haben kann. Die Leitung hat beim jüdischen Volk Illusionen erweckt in bezug auf den Wert ihrer diplomatischen Erfolge. Sie hat die jüdischen Volkskräfte nicht organisicit, auf die jede weltblickende Politik sich stützen soll. Sie hat Vertrauen gepredigt zur neuen palästinensischen Administration Herbert Samuels, die unter dem Einfluß antijüdischci und reaktionärer Beamtenelemente steht und lieh vor den arabischen Feudalen und ihrem antijüdischci» Terror beugt. Die Leitung hat nicht genügend die *Möglichkeiten ausgenützt, um das arbeitende Element in Palästina zu vermehren und zu stärken. Sie hat es durch ihre Passivität der palästinensischen Regierung möglich gemacht, unter dem Scheingrund ökonomischer Regulierung die jüdische Arbeitereinwanderung unter politische Kontrolle zu stellen und durch Ausweisungen jüdischer Arbeiter aus Palästina die Juden in Palästina ־zu Fremden zu stempeln. Die Exekutive und insbesondere iiire palästinensische Vertretung hat die organisierte Arbeiterschaft im Zionismus sowie die Autonomie ihrer Institutionen in Palästina nicht respektiert. Wir bedauern, daß es bis jetzt noch nicht gelungen ist, eine Basis für die Verständigung mit der arabischen Bevölkerung in Palästina zu schaffen und geben unserer Ucberzcußung Ausdruck, daß eine dauernde Verstämligung zwischen den jüdischen und arabischen Arbeitermassen in Palästina gefunden werden kann und wird die durch Solidarität der Arbeit und d״r Notwendigkeit eines friedlichen Zusammenlebens auf der Grundlage nationaler Selbstbestimmung verbunden sind Unsere Stellungnahme zur Leitung hat' nichts gernemsant mit der sogenannten Opposition, die unter dem Schlagwort der Wirtschaftlichkeit und der Mobiiisierung des Privatkapitais für Palästina die Verwandlung des Zionismus in ein antinationalcs, phüanthrofa?Ud?rWeSAhaltSUrternel״nen1 a״f der Gru״magc knpi- ״Ht,LAuibn׳״llng anstrebt U״J die den Interessen ctor jüdischen Arbeitermassen feindlich gesinnt sein muß. b£fmden uns jn schärfstem Gegensatz zu den ״nPa״ ,organisiertet» Orthodoxie, den Zionismus und das palästinensische Judentum einer klerikalen Kon.

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