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Jüdische Rundschau · 1921-09-09 · Heft 72 (9.9.1921) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 72 (9.9.1921)
Date
1921-09-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 72 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 523 I Zeit tu m i« .11a. üiid »tz He!» U v»ri Ulk{ San die!her!afc nis. Es e.!. ad» och Cil. ten litt. der 'eti. tich 1ad audie ein eu, teu eit, eut üii. ׳eu vin )!. ies Es che fen tnd lioiroan• eru che uifdie hen!ns* Jnd ini• Äh ber rde Jen ind liglew ade hen, ung 'eit- ״ffdie .׳erein ur.g ene als und mit ße• 1 in den auf Ich der arr• Orzu be- und 'fak>!im, eine tten >lme Riff־ rden wmrahrn »nds, Jasis kam iken, wir inem venn bnis 31!te venn u־tivtten, fun.g!vor mit Mit!dein t zu .״ de״, Aufbau der Zionistische.» Organisation in de» Vereinigten Staaten, aber weil ich gegen das Mcnww״• 1 wir teilte mau mir seinen Inhalt nicht uut. Ich hatte keine Ahnung davon und als wir an des Exekutivkomitees appellierten cs intht o ״ kussion anzunchmcn, forc.ertc Richter Mack dv und schuf den Bruch ,״her den nur bei einer Convention ״tfttllÄ europiiischen Jude״ gf trennt um1 als ״an vorschlug, daß wir unsere Fonds 5 ו.‘״״ tc, sollten, .waren wir auf Grund des rtoni tiwhcn Prinzips dagegen, ln dieser Zeit der Not, “ ' ן " Osteuropas weit mehr gelitten haben V ״‘} * ״ne״ wir keinen Unterschied zwischen den Reichen und den Armen unter uns, zwischen der höheren ,1״ der Äi״cren Valuta machen. Wir sind zu diesem Kon״rcIi mit 'der Hoffnung gekommen, daß hier (nn-!veaclüef des Streites, der eigentlich gar nicht vor den Ko» ׳rcli gehört) ein Programm festgelegt ward, welches lür ilic Zukunft entspricht, welches die Wirksamkeit unserer Arbeit sichern und neues Vertrauen und neue Zuversicht in unserer Organisation schaffen wird. Hierauf spricht als letzter Redner der Vormittags- Sitzung Dr. Leon Reich (Lemberg). Sechste Sitzung Sonntag, den 4, September, abends. Vizepr. Motzkin eröffnet die Sitzung um S Uhr abends. Fortsetzung der Generaldebatte. S. Federbusch (Zeirc-Misrnehi) hebräisch: Wein! wir liier über jüdische Politik sprechen, müssen wir wissen, daß man nicht immer mit den außcrjüdisciicn Faktoren rechnen muß. Wir haben auch eine innere Politik und der Erfolg der itmerzionistischen Politik wird die äußere Politik erleichtern. Als die Balfour- Deklaration proklamiert wurde, konnte man alle Schichten des Volkes gewinnen. Die Leitung hat dies versäumt und /war, weil sie die Organisation zum Selbstzweck ge• macht hat. Man wollte sich nicht den breiten Schichten des Volkes nähern, man hat gegen den altjiidischcn Kon• groß gesprochen und besonders die Linke trat gegen ihn auf. Wir kennen die Ursache des Widerspruches der Linke!!. Sie sind immer gegen eine gemeinsame Arbeit mit den übrigen. Aber man sollte diejenigen Juden zur Arbeit licran/.ichcn, die den größten Teil des Judentums bilden. Wir wissen, daß unter der Orthodoxie, die wir gewinnen müssen, schöpferische Kräfte sind, die uns bei der Verwirklichung unseres zionistischen Ideals wertvolle Dienste leisten können. Wir haben Hunderte mul Tausende von Chaluzim unter den Misvachisten, die bereit sind, sobald man ihnen die Möglichkeit bietet, nach Palästina zu gelten, Aber man stellt ihnen große Hindernisse in den Weg. Ich möchte betonen: der misrachislischc Clialuz. leidet als Arbeiter und als Orthodoxer. Die Leitung tut nichts, um ihre Lage zu verbessern. Schon in den Palästinaändern werden sie zuröckgcsetzf. Wenn es schon einem orthodoxen Clialuz gelingt, nach Palästina zu kommen, so wird er gleichgültig aufgenommen. In verschiedenen Fällen hat der Wand Ha/.irim sie wohl unterstützt, aber die Bedingungen waren s4׳, daß es für den misrachistisehen Chatuz unmöglich «war, unter solchen Bedingungen zu leben. Wir haben in Palästina bereits den Kern einer Organisation von Chaluz.iin der Zcirc-Misrachi. Wir müssen zugehen, daß die Orup!>e nur klein ist, aber sic wird größer werden und einen wichtigen Faktor in Palästina bilden. Die Beziehungen der Linken zu uns sind leider gespannte. Wir können in den Küchen nicht mitessen, weil sie nicht rituell geführt werden. In sozialen Fragen haben wir Gemeinsames mit den übrigen Arbeitern, speziell mit dem Hapoöl-Hazair. Aber wir wollen, daß wir Zcire-Misrachi geschlossen innerhalb des Misrachi bleiben. Vizepr. Louis Lipskv übernimmt den Vorsitz.!Kaplanski (Paalc-Zion): Es Ist eine unfrucht* bare Kritik der Fähigkeiten des einen oder des anderen zionistischen Führers. De Krisis hat viel tiefere Wurzeln. Mir fällt cs nicht ein, die Fehler der Exekutive zu über• sehen. Uns interessiert in erster Reihe der Umstand, daß dem Volke die Schwierigkeiten der zionistischen Politik nicht genügend aufgedeckt worden sind. Man hatte nicht den Mut, die ganze Wahrheit zu sagen. Um die Achtung der maßgebenden politischen Faktoren in und außer dein Laude zu gewinnen, müssen wir zeigen, daß wir uns keinen leeren Illusionen hingeben «Die Stellung: Englands ist nicht durch die Balfonr-Dcklaradon allein bezeichnet. Es ist kein Zufall, daß das Mandat bei verschiedenen Gelegenheiten ganz verschieden gedeutet wird. Die internationale Lage Palästinas und unsere Position im Lande ist mit der Deklaration noch nicht endgültig festgesetzt. Wir haben noch keinen freien Weg' nach Palästina. England geht nicht unsere!wegen dahin, genau, so, wie wir nicht uni der Engländer willen dorthin gehen. England hat in Palästina bestimmte reale Interessen. Diese Interessen werden aber von verschiedenen Teilen der englischen Gesellschaft verschiedenartig gedeutet. Der reaktionäre Teil Englands wird immer suchen, ein Bündnis mit den Efi'endis zu schließen. Dieser Teil wird immer gegen uns sein. Es gibt aber ein anderes England — die liberalen Kreise, die im Berichte der Exekutive erwähnt worden sind, die geholfen haben, das Mandat zu erhalten. Unser Glück und ein Beweis unserer Lebensfähigkeit besteht darin, daß wir uns auf die proletarisehen Kräfte Englands stützen können, bchon vor der Balfour-Deklarntion hat die englische Arbeiterpartei beschlossen, daß man die Frage Palästinas nur im Zusammenhänge mit der jüdischen Frage bctrachten .kann Nach dem Jaffacr Pogrom hat dieselbe f arte» eine Sympathicresolution für unsere Bewegung geialit. Unsere politische Arbeit muß darin bestehen, 1: ,, vVr ׳״c aktive Unterstützung der cnghschen Oef teilt״ ucikcit finden. Wir müssen der englischen Ocffenthchkeit beweisen, daß hinter uns eine 'reale Kraft steht , .״ ׳/Uzmann hat in seiner Rede gesagt: wir reuen »in Namen des Rechtes, das sich auf keine Macht stutzt. Das klingt schön, ist aber nicht richtig. Unser Drang nach der Heimat, unsere Entschlossenheit und zuletzt unsere Verzweiflung - dies sind große Kräfte, die wir ausnutzen können und vollen. Die zionistische Leitung hat diese Kräfte nicht genügend ausgenützt. Das beweist die Gleichgültigkeit unserer Leitung der jüdischen Kongreßbewcgung gegenüber. Diese Haltung der Leitung war ein ungeheuerer Fehler. Der nveitc , Felder bestand darin, daß die Leitung nicht für eine I gute politische Erziehung der Massen gesorgt lut. Die! jüdischen Massen bestehen zum großen Teile' aus Kleinbürgern, d;e infolge ihrer sozialen Lage nicht kampffähig sind und geneigt sind, sich an Illusionen zu berauschen. Diese Masse hat man in einer Atmosphäre aufgeh,mschter Siegesnachrichtc» gehalten. Das Resultat war — die jüdische Masse dachte, daß der Weg nach Palästina von Rosen bekränzt ist Nach der ersten Katastrophe ist natürlich die Enttäuschung, die Niedergeschlagenheit gekommen. Unsere nächste Aufgabe bestellt darin, daß wir die jüdischen Kräfte im Galutli organisieren müssen. Wir müssen den allwcltlichcn jüdischen Kongreß organisieren helfen und in diesem keine Konkurrenz für den zionistisehen Kongreß sehen. Wenn miui von der Lage im Lande spricht, kann man nicht umhin, die Frage unserer Beziehungen zu unseren Nachbarn zu berühren. Wir können uns diese Beziehungen nicht anders verstellen als auf der Grund- Inge des Friedens und voller Selbstverwaltung, ln unserer Resolution, die wir dem Parteitag der englisehen Arbeiterpartei unterbreitet haben, ist die Notwendigkeit der jüdischen und arabischen Autonomie in Palästina zuin Ausdruck gebracht worden. Jetzt möchte ich der Exekutive einige Fragen steilen. Wie kommt es, daß ein Vertreter der Exekutive in Palästina dem Wnad Haleumi vorgeschlagen ha.t, auf die Balfour-Deklaration zu verzichten? (Unruhe.) Wir sehen mich nicht, daß die Exekutive den jüdischen Jischuw in Palästina •organisiert. Es ist nichts getan worden, um den ehemaligen Legionären die Möglichkeit zu geben, im Lande zu bleiben. Tausende von jungen Leuten sind nach Palästina gekommen, um sieh dem Lande zu widmen. Was ist für sie getan worden? Es sind 20 000 Pfund Sterling bcwשigt worden, am den Bodenkauf in Einek Jcsreel zu realisieren. Zwei Monate sind seit diesem Beschlüsse vergangen. Warum wird er nicht durchgeführt? Monatelang haben wir für die Reorganisation der Palästinaämtcr kämpfen müssen und jetzt noch sind in vielen dieser Aetnler, die doch die Arbeit der Emigration zu leisten haben, die Arbeiter nicht vertreten, Die Exekutive war die erste, die eine Kontrolle der politischen Gesinnung der Einwanderer eingeführt hat. Das ist das schlimmste, was sie tun konnte. Sie hat in ihrem Zirkularbriefe die Parole ausgegeben, die Einwanderung von gewissen sozialistischen Elementen zu reinigen. (Zwischenruf: Von Kommunisten!) Ja, von Kommunisten. (Zwischenruf: Wir brauchen keine Kommunisten in Palästina!) Der Waad Haleumi hat gegen die Ausweisungen der Juden aus Palästina protestiert. Die Exekutive aber hat cs nicht für nötig gehalten, dagegen zu protestieren. Begreift denn die Exekutive nicht, daß diese Ausweisungen den Gedanken des iiidisehen Palästina aufheben? Vors, L i ps k y: Das Wort namens der Exekutive hat Herr Jabotinsky. Eine Rede Jabotinskys W. Jabotinsky: Wir stehen hier vor einem großen Dilettantismus. Ein Dilettant ist kein Ignorant,, sondern jemand, der gute Bücher wohl liest, sie aber nicht zu Ende liest. Man hat gegen das jüdische Schulwesen in Palästina geschrieben. Es sei ungeheuer teuer und werde im ganzen vom Ausland bezahlt. Das heißt wieder ein Buch nieiit zu Ende lesen. Der Jischuw, 70 000 Seelen, kann doch nicht ein Schulwesen erhalten, welches 2 Gymnasien, 2 Lehrerseminare usw. cinschließt. Um so mehr als ein Teil davon Paupers sind. Nun sagt der Dilettantismus, חיוה "könnte weniger Klassen entrichten und meh;• K.'uuvr in jeder Klasse haben. Dabei vergißt man, dal^ wir keine Sehulhäuscr haben; die gemieteten Zimmer sind klein und man kann in ihnen nur eine geringe Aivzald Kinder erlauben. Wozu brauchen wir aber alle diese Schulen, sagt der Dilctlantismus und vergißt: wir verlangen Minderheitsrechte, die Geld kosten, Mit Ziffern können wir diese Ansprüche nicht beweisen, wohl aber damit, daß wir Kulturträger sind, Gymnasien usw. sind kein Luxus, sondern politische Notwendigkeiten. Auch der Kindergarten ist kein Luxus, weil die Kinder dort von frühester Jugend an Hebräisch erlernen können. Nun kommen wir zu den anderen Dingen, Privatinitiative ist jetzt die große Entdeckung. Sie steht schon auf der ersten Seite eines jeden Lehrbuches für Volks- Wirtschaft. Wenn man sich aber in die Verhältnisse von Palästina vertieft, so sieht die Sache anders aus. Wenn ein kleiner Kapitalist nach Palästina kommt, so fehlen alle Voraussetzungen. Es gibt keine Häuser für tlie Arbeiter, das neue Klima verlangt außerordentliche Sanitätsmaßiiahmei! usw. Darum muß die erste Periode der Arbeit doch etwas künstlich sein. Man hat eben das Buch nicht zu Ende gelesen. Auch de!» Reorganisationsbeiicht hat man nicht zu Ende gelesen. Selbst die, die ihn geschrieben haben, nicht. Man hat entdeckt, daß das System der ״vollen Ausstattung״ in der Landwirtschaft falsch ist. So steht es auf der Seite 33. Auf Seite 44 steht aber, wenn man Leute mit Geld nicht finden kann, müsse man doch Unbemittelte kolonisieren, mit einem Vorschüsse ä fonds perdu, und dafür müsse man einen Agrar-Ausstattungs- Fonds gründen. Wo ist der Unterschied? Wir schlagen dasselbe vor, nur heißt cs Keren Hajcssod anstatt Equinmenf-Fund. Man hat gesagt, daß die Touristenwirtschaft uns sehr viel Unheil gebracht hat. Man solle Palästina nicht aus London regieren. Das ist wahr. Schlecht war eine Touristenwirtschaft; von Leuten, die drei bis sechs Monate im Lande saßen. Noch schlimmer aber ist es, wenn drei Herren auf drei Wochen nach Palästina fahren und alles ״reorganisieren" wollen. Für eine gesunde ökonomische Arbeit braucht man auch neue Leute. Niemand bestreifet das. Es gibt da aber zwei Systeme. Das erste besteht darin, daß man die Leute sucht, denen man vorschlägt, unter gewissen Bedingungen parallel mit uns für Paiästina zu arbeiten. Das zweite System ist, ״gute Geschäftsmänncr" aufzufordern, bei uns die Führung zu übernehmen. Dabei vergißt man, daß die Kenntnis des Menschcnmaterials ebenso wichtig ist wie Geschäftsroutinc. Dartun ist das erste System, welches das Direktorium des Keren Hajessod vorgeschlagen hat, das vorsichtigere. Wir brauchen Neophyten, Aber wo steht geschrieben, daß man ihnen sofort die Leitung übertragen soll? Zuerst wird man Soldat, dann rubrer. Man sucht aber nidit Neophyten, man sucht L\/cU•;;/. Man hat in den letzten Jahren v;el UnvorsicntigKei; in dieser Jagd nach Exze.len/en gezeigt. Solcne Neuphytcii, denen man gleich eine führende Rolle zutent, geraten beim ersten Pogrom in Panik. Das System des •Keren l lajessod spricht anders. Wir sagen der jüdischen Außenwelt: Wir wollen Sie nicht beticmch-cn. Wenn Sie die Hälfte des Geldes geben, haben Sie die Hälfte der Macht. Wir bewahren nur das Vetorecht Das ist ehrlich und windig gesprochen. D1־s andere System ist aber unvorsichtig. Nun will ich von deal Ausgleich zwischen Dr. Weizmann und mir sprechen, der eine der Ursachen war, die die Herren Simon und de Liemc zur Amtsniederlegung veranlaßt hat. Ich erkläre, es war gar kein ״Ausgleich", denn das wäre ein Kompromiß gewesen, auf Konzessionen gebaut, ich aber würde niemals zu Dr. Weizinann gehen und von ihm Konzessionen vcrlan* gen, denn ich selbst mache keine Konzessionen. AH mich Naiditsch und Zlatopoiski aufforderten, dem Keren Hajessod beizutreten, habe ich Dr. Wcizmann gefragt: wir haben uns lange nicht gesellen, es ist vieles vorgekommen, vielleicht stimmen wir jetzt zusammen? Das Leben selbst führt gewisse Acnderungen herbei; und ich habe konstatiert, daß wir übercinstisnmen. Der Inhalt dieser Ucbercinstimmung war auf vier Punkten begründet. Erstens, eine genauere Ausgestaltung unserer Rechte im Mandatsentwurf, besonders das Recht, bei der Auswähl des Oberkommissars zur Beratung gezogen zu werden. Das zweite war die Legionfrage. Hier war kein ״Ausgleich" nötig, denn wir hatten jahrelang in diesen» Punkte zusammen gearbeitet. Der dritte Punkt betrifft die Touristenwirtschaft. Ich fragte: Sind Sic dafür, daß in jeder Neueinrichtung die Palästinenser ihre Vertreter haben? Die Antwort war: Ja. Es gab dann noch eine Frage, die man entstellt hat. Wcizmann hat niemals die Befugnisse der Rcorganisierutvgskommission zurikkgezogen. Ich war ein Mitglied des Actions-Coinites, welches nach unserer Konstitution über der Exekutive steht, ich habe gefragt: ist durch diese Instruktion das Recht des A.-C. abgeschafft? D.e Exekutive lut das Recht, ihre Rechte zu delegieren, nicht die Rechte des A.-C. Das hat Dr. Wcizmann zugegeben und das muß auch jeder Zionist zugeben. Und ich, als Mitglied des A.*C, und als Palästinenser, habe mir das Recht Vorbehalten, vor dem A.-C. eine Prüfung aller Reformvorschläge zu verlangen. Der vierte Punkt war eine Rekonstruktion der Exekutive. Im Reorganisationsbericht der Herren Simon und de Liemc steht, daß der ״Ausgleich" darauf abzielte, einen einzigen Mann in die Exekutive zu bringen. Was wir aber damals versuchten, war etwas ganz anderes, Es war wirklich ein Versuch, ein Großministcrium zu schaffen; und mit den Männern, an die wir uns damals wandten, würden auch Jean Fischer und auch Simon einverstanden gewesen sein. Von allen Seiten kamen aber abschlägige Antworten. Ich erkiärc liier: Ich war bereit, mit allen zu arbeiten, denn ein jeder hätte in seinem Fache etwas leisten können. Die anderen aber standen auf detu Standpunkt: ״wir können mit diesen Leuten nicht arbeiten". fohlen wurde, findet unsere politische Lage schlech Das Mandat ist schlecht, wir haben keine Macht, di politische Seite ist überhaupt äußerst düster. Was folg aber daraus? Wählet Brandeis zum Fültrer, welcher sag daß man sich um Politik überhaupt nicht mehr kümmer sollte! ׳ Ja, die politische Lage ist schwer, wir sin eine Minderheit in Palästina und die Mehrheit — so sag man — will uns nicht. Aber hat man Amerika un Australien mit Zustimmung der Aborigines kolonisiert Natürlich, man kann i!n Prozeß der Aulbauarbeit Bc djngungen schaffen, die beruhigend einwirken, die un Freude schaffen; dazu aber muß man Ruhe im Land haben, um_ diese Bedingungen zu bauen, ltn erste schweren Stadium der Kolonisation braucht man dann eine Verteidigung; die kann nur vor? Kräften durchgeiühi werden, die diese Aufgabe lieben, und nicht von solche! die ihr kühl gegenüberstehen Den englischen Sokiatc kenne ich und ehre ich, aber für ihn ist ein Kam{ zwischen Juden und Arabern in Palästina ein Stre zwischen Fremdlingen. Und dann dürfen Sie nicht vei gessen, daß England nicht von der Regierung, sonder von der öffentlichen .Meinung beherrscht wiru, und de englische Steuerzahler sich bereits gegen die große Lasten aufzulehncn beginnt. Diesem müsse.1 wir i einem vernünftigen Maße entgegenkommen. de Liemc Ausführungen über die Vorfälle in Jerusalem sind wiedi ein Beispiel von den halbgelcscnen Büchern. Ja, c war damals ein ״Goud“ in SuratenJ, aber es besinn nur aus 3ül) Mann. Als wir, im Frühjahre 1019, 500 jüdische Soldaten hatten, war Ruhe im Lande; abc 300 ausnützen zu wollen — das ist nicht ״balehattisch gehandelt. So verlange 'ich auch jetzt in bezug au die anderen Mittel der Selbstverteidigung, die man un vorschlägt, ״balebattischc" Vorsicht. Sie muß so organ siert werden, wie sie alle Völker organisieren. Nun zu einem für mich besonders peinlichen Punk de Liemc sagt, man hat Jabotinky begnadigt zusamme mit einem Araber, und die Leitung hat nicht protestier Als ich aus Akko herauskam, sagte ich: jetzt tagt di Londoner Konferenz, die wird verstehen, i!1 welche’ Leg mich Samuel versetzt Jjat, und die wird protestiere! Und ich schickte eine lange Depesche, einen Hilfen! an den Vorsitzenden dieser Konferenz ab, an Brande; — tmd Brandeis hat diese Depesche in die Tascli gesteckt und der Konferenz nicht vorgclesen. Ich komme zum Schluß. Es ist eine unverdiente Ein wenn ich ein Revolutionär genannt werde. Revolte io und Militarismus gehören zu den Lateinischen Worte, die ich nicht verstehe. Als mir zur Zeit des Krie״< schien, daß unser Weg mit England sein müsse, ur man nur sagte, das bedeute Verbindung auch mit d! russischen Autokratie, antwortete ich mit den Worte die Mazzim für Italien gesagt hat: Ich arbeite für P iastma und wenn ich mich mit dem Teufet verbünd( mußte. Das sollen sich auch alle gesagt sein lasse die mich oder Naiditsch oder Zlatopoiski als den Teuf betrachten. Bauen wir Brücken zueinander, es gibt Arb-t ,m. 1!!1f u' wie wir Reibungsflächen haben, hab! wir doch gewiß auch viele gemeinsame Standpunkt Arbeiten wir zusammen, und auch alle anderen soll« kommen, wenn Sie das Programm des Kongresses unte

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