Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 72 (9.9.1921)
- Date
- 1921-09-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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gpf1 ■ך״״? CMC »״ Be- >'e uf- Es itc, “>A «o tcn ine :!es uis Sie cn, örC ein beich icr ind Nr. 72__ Vas ist geworden aus der M^rliclK7f.Sfwdrn13 unserer Aufgabe? Die Cluwowe-Zioi», du. diirdi.uis keine un|*>Htisd1־en Köpfe waren, xnißtrn ff־«« gi f, ,Hh es /״erst gilt WiiTlidikcit TU schaffen und daun Redde zu erkämpfen. W'™ sic nicht wußten» 'vat nur, ddi es andi gilt, politisch und diplomatisch ehe Aibuts״ i.Um a•״ zu ־erkämpf״.. Her/!; der eine proklai. atoriselle iV>Ltik, eine!«.״di Verküiulu.« tu.scrcr W«-• 111 die Welt eigentlich erst einleitende 1 oldik '"™1]1י Herd hatte R״l1t. da״ diese prokkunatorisdxe l11״־t.k Sc Akt״•;״״־ xun Aufm« «״ begWten mn te aber er lütte nicht reelit. wenn er glaubte, daß du sc M- .;WI1 ,|:c Poütik /n unterstützen haben, das tun-!,׳A.Vvrt. ist die Wahrlvoit. Und Aas ist der Punkt, dein unser Kampf, der Kampf »1er Jugend, Cliaim Weizmnnns mul meiii Kampf und meiner 1' reuruie kanipt gegen ■״I sal. 1 ml das ist der Ihmkt, dem eben derci'fben Ateiisdien Kampf gegen WolffsoUn galt. Wie ist c* jetzt? Die Diplomatie ist die Herrin, die reale Arbeit ist die Magd geworden, statt daß sie gleichßoon/nele NX/ei'kgeuossen seien. 111!;;.' davon ist die Zus.unnienlunglosigkeit unserer Arbeit, ihr unorganischer, imdeinischer, imptovisiorter Qwmktcr. Eine Aenztenvng tut not. Es müssen die besten Kräfte auf die reale Arbeit, airf das Wesentliche unserer Arbeit gesammelt werden, lind da zu tut allerdings für uns alle eine Wandlung not. Aber es tut auch noch etwas anderes not um! da muß ich das Wort an Chnim Wei/matim selber riditen: Du bist uns iinerset/.licli, aller sei, wir bitten didi, sei darauf bedacht, uns deine Unersetzlichkeit nicht aus einem Stolz zu einer Demütigung /t* machen. Stelle die Männer, die wir dir .ds Mitarbeiter eeben, •und wir wollen dir unsere Besten als Mitarbeiter Itir die reale Arbeit des Zionismus geben, stelle sie neben dich. Indem du ihre Ae-mtcr helKt, liebst du das deine vor den Augen des Volkes und vor den Augen der Geschichte. Was ist geworden aus der Erfassung und Verwirklidumg der einzelnen Aufgaben? Volkser/ichung — ein- /eine Versuche sind geschehen einer wirklichen Erziehung. Was sieh aller breit maclit und der Welt sichtbar wird, das ist Agitation statt Erziehung, Leiditmachen statt SditvermaciiciJ, Verbilligung des Ideals. Man behandelt die ldiv als etwas, was ganz gut zu brauchen ist, was inan i 11 der Tasche hat uikI herausziehen kann, wenn man es nötig lut, maa mißbraucht die Idee bis zu;u Zynismus. Mau fragt zuweilen, wie gewinnt man das_ Volk? Darauf gibt es keine Antwort, weil es ein■•.־ falsche Frage ist, oder wenn es eine Autwort gibt, 90 kann man nur sagen־, indem inan das Volk: erzieht, gewinnt inan es. Wie gewinnt man das Volk? Indem njait Großes verspricht mul Großes fordert. Wenn man Ais g a 11 z e Leben verspricht und den ganzen Menschen fordert. Aber tnan kann dies nur, und das ist ein Wort, das ich an die Einzelnen richte, man. kann dies nur, wenn man selbst den ganzen Menschen entsetzt. Man kajut das Schwere nur fordern, wenn man es sich selbst nicht leicht macht. Und was ist die Folge? Die Folge dieser Entwicklung ist der Verlust des Nachwuchses au andere Bewegungen, ilie Größeres versprechen, mul Größeres fordern. Die Folge ist der Abfall der geistigen Kräfte, mul idi erinnere daran, was Weiznian» auf dem Haager Kongreß von dem Abfall der geistigen Kräfte gesprochen hat. Man kann das Volk nicht zti politischen Atigenhlickszwecken, man kann es nicht zu ZustimmnngsnulSeriingcn wahrhaft gewinnen, all das ist Sclieingowimi, mir für den Augenblick, nur für äußere Teilnahme, nicht fiir Opfer. Eine Gemeinschaft, die von ihren Mitgliedern Geld verlangt wird Almosen bekommen. Eiue Gemeinschaft, die den ganzen Menschen verlangt, wird auch sein Geld bekommen. Und die vergeblichen sinnlosen Konzessionen an die Masse wirken auf die Idee zurück und verflachen die Idee. Manchen ist die Erkenntnis aufgcgaiigen. Ein Verlangen nach Wiederbelcbung merken wir an manchem. Aber sie schlagen einen falschen Weg ein, wenn sie zu dem aus der unglückseligen Situation und Stimmung Europas heraus geborenen falschen Heroismus greifen. Das ist die neueste der nationalen Assimilationen, die in der Geschichte des Zionismus nicht so selten sind. Die Umkehr des Judentums bedeutet auch die Abkehr von diesem Ungeist. Es gibt nur einen echten Heroismus in Palästina, den Heroismus der Arbeit. Wie steht es mit der Verwirklichung der reale* Arbeit in Palästina? Wie kommt es, daß in einem entscheidenden Augenblick unsere Kraft versagt hat? Wie kommt c«, daß wir in dem Augenblick, wo wir etwas? in Palästina selbst atifzuzeigen hatten, es nicht aufzeigten? Warum geschieht die Vorarbeit nicht, die nicht bedeutet einen Kolonisationsplati, sondern die Vorbereitung einer organischen Kolonisation? Wie kommt es? Es kommt daher, weil keine feste Konzeption der reale* Arbeit da war und daher keine Kontinuität der Verwirklithung. Unsere Kolonisation ist eine ganz einzigartige, ungleich aßer kapitalistischen und imperialistischen. Das sage ich ohne alle Dogmatik. Idi sage nicht, als oh es gelte, die Privatinitiative aus/uschalten, es gilt nur, die Gemeinschaft als die oberste Gewalt zu proklamiere« und den Einzelnen ihr unterzuordnen. Aber es gibt noch eine Privatinitiative in Palästina, und das ’ ist die Initiative der Arbeit. In Palästina hat sich eit» Arbeits- Zentrum gebildet, und wir sollten keinen Tag vorstreichen lassen, ohne die Pioniere, die es geschaffen ha״cn und schaffen, mit ihrem Leben und Sterbe« schaffen, 7,u ehren. Gewiß hat auch die Arbeiterschaft l alastnias Fehler begangen, das liegt daran, daß diese Arbeiter ein Sondertypus sind, der im Ucbergang ist ‘HKilektudlen zum Arbeiter. Aber sie sind keine Doktrinäre. Beweis dafür ist, daß sie Verständnis habe« ntr dezentralisierte mannigfaltige wirtschaftlich« Organisatsonsformen, für einen organi sehen, nicht doktiinaren Sozialismus. Aber diesen Arbeitern müssen wir in ihren wirtschaftlichen Interesse« helfen. Wir haben, das tief vernachlässigt. Hier gibt es eine Fülle vo« Aufgaben. JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 521 Id» muß von dem dritten, in diesem Zusammenhang wichtigsten Punkt sprechen, von der Politik, die eine •Beseitigung äußerer Hindernisse zu sein hat. Ich sagte schon, es gibt eine natürliche Schlichtung der Aufgaben, aber die ist bei uns umgekehrt. Unsere Politik hat sich, statt die Arbeitsbedingungen für die reale Arbeit zu sichern, die Sicherung des Zieles der realen Arbeit, also etwas unmögliches, vorgenommen. Das ist der Grundfehler der zionistischen Politik und der Fehler besonders der gegenwärtigen Politik, die auf die präparatorlsche der Cliowowe-Zion und die proklamatorischc ller/.ls gefolgt ist tmd die iclt nidit anders nennen kann, nach meinem besten Wissen und Gewissen, als eine okkasionistische, llcr/19 Methode der weltpolitischeu überparteilichen Proklamierung ist durch die Ereignisse aufgehoben worden. Das ist keinen! zur Last zu legen. Aller eines ist zu beachten: Bündnisse, die in außerordentlichen Situationen geschlossen werden, sind wesentlich auf einer zeitlichen Intercssengcmciiischaff begründet. Utn diese Interessengemeinschaft zu einer dauernden zu machen, damit diese Intcresscngemcinschuft nicht mit anderen dauernden oder ncuauftauchenden Interessen kollidieren kann, empfiehlt sich eine besondere Umsicht und Präzision der Verhandlungen und Vereinbarungen. Und daran hat cs gefehlt. Wir kennen den Text der Balfour-Deklaration, die, darin werden Sie mir wohl alle beistimmen, eine reine Rahmenerklärung ist, in die schier alles hereingeht, 90 völlig entgegengesetzte Auflassungen wie die, die in jener bekannten Rede Wci/titaiuts utul jene, die in einer Rede Herbert Samuels zum Ausdruck kam. Eine Deklaration, die so entgegengesetzte Welten in sich umfaßt, bedarf einer authentischen Interpretation. Ich habe von der Festlegung einer authentischen Interpretation der Balfour- Deklaration nichts erfahren. Und zum zweiten. Ich sagte schon, das, was wir brauchen als das Minimum, um leben utul arbeiten zu können, die primitivsten Bcdingütigen unserer Arbeit, hat die Diplomatie zu erwirken. Hat sie das getan? Kann einer darauf ja ant- Worten, heute, wo vier Jahre nach der Balfour-Deklararation wir kämpfen müssen um das Recht unserer freien Einwanderung? Ich sage: die Sicherung des Lebensminimums unserer realen Arbeit in Palästina ist versäumt worden. Und nun der andere Teil unserer Politik, denn wir haben ja nicht bloß au Europa zu denken: die Araberfrage, Wie stellt es hier mit der Sicherung des Minimums, das wir brauchen? Verhandlungen mit der niehtjüdischcn Bevölkerung Palästinas waren die nächste logrische Konsequenz der Balfour-Deklaration. Wenn sie nicht früher erfolgt sind, leider nicht früher, daun hätten sie so bald erfolgen müssen, als es müglieh war. Ich verkenne keineswegs die ungeheuren Schwierigkeiten, ich folge auch nicht dem Schlagwort, tnan solle mit Völkern und nicht mit Staaten verhaudein, ich weiß, wie schwer das ist, mit Völkern, die als Völker noch nicht konstituiert sind, noch nicht ihre legitime Vertretung haben, zu verhandeln. Die Konstituienmg der Völker ist ein Ideal des Völkerlebens, keine Wirklichkeit. Und besondere Schwierigkeiten bestehen bei dem arabischen Volke. Trotzdem, es hätte etwas geschehen müssen, was nicht geschehen ist. (Zwischenruf Dr. Daiches: ״Was fiir etwas?“) Ganz, gewiß nicht eine Verhandlung mit arabischer» Notabcln, wie sie wohl vorkam. Allerdings haben Verhandlungen zwei Voraus- Setzungen, damit sie Erfolg haben können; das ist erstens ein der Welt sichtbarer planvoller Beginn einer großen realen Koloiiisationsleistung und zweitens ein konkretes politisches und wirtschaftliches Programm als Basis der Verhandlungen. Mir scheint, daß beides gefehlt har. Die Stunde, in der wir stehen, ist gerade in diesem Sinne, von dem wir jetzt sprechen, eine furchtbar schwere. Sie mahnt uns zur Erkenntnis, zur Entschlossenheit. Aber nicht aus dem Augenblick heraus sollen wir erkennen und uns entschließen, sondern aus der geschichtlichen Einsicht und aus dem Einblick Ln die dauernde Wirklichkeit der vorderasiatischen Völker, ihrer Bestrebungen und Bewegungen, denen, wo sie aus reinem, echten und gerechten Lebenswillen stammen, unsere nationale Sympathie gebührt. Damit die Politik, die idi meine, in dieser späten Stunde noch vor der Welt inauguriert wird, muß deutlicher ausgesprochen werden, was wir meinen tmd was wir wollen, vor aller Welt. Wer cs hört, der wird es hören, wir wollen es so deutlich sprechen als wir können. Und gleichviel, ob cs gehört wird oder nicht, das Wort wird bleibe«. In diesem Sinne möchte idi Ihnen im Namen der Gruppe, die ich hier zu vertreten habe, der ״Hitachduth Hapocl- Hazair we-Zeirc-Zion“, mit dem Wunsch und in der Hoffnung, daß der Kongreß in gleichem Geiste, aber in unabgeschwächt gleichem Geiste besdiließen möge, f o 1gende Kundgebung vorlegen: ״In dieser Stande, in der zuni erstenmal wieder nach adit Jahren der Trennung die Vertreter des selbstbewußten jüdischen Volkstums sich versammelt haben, sei von neuem vor den Nationen des Abendland« utul denen des Morgenlandes erklärt, daß der starke Kern des jüdischen Volkes entschlossen ist, in seine alte Heimat zurückzu kehren und in ihr ein neues, auf unabhängiger Arbeit begründetes Leben aufzubauen, das als organisches Element einer neuen Menschheit wachsen und dauern soll. Diesen Entschluß, den Geschlechter unserer Pioniere durch ihr Leben und Sterben bekräftigt• haben, vermag keine irdische Macht zu erschüttern. Jede Gewalttat, die um seinetwillen uns angetan wird, setzt der Urkunde unseres nationalen Willcn9 ein Blutsiegel auf. Aber dieser nationale Wille ist nicht ״egen eine andere Nationalität gerichtet. Das jüdische Volk, seit zweitausend Jahren in allen Ländern eine vergewaltigte Minderheit, wendet sich nun, da es wieder als Subjekt seiner Geschicke in die Welt- ״eschichte eintritt, mit Abscheu von den Methoden des Herrschaftsnationalismus ab, dessen Opfer es so lange war. Nicht um ein anderes Volk zu verdrängen oder zu beherrschen, kehren wir in das Land zurück, mit dem uns unvergängliche historische und geistige Bande verknüpfen und dessen heute so dünn bevölkerter Boden, zumal bei infensiver und folgerichtiger Bewirtschaftung Raum genug für uns und die ihn gegenwärtig bewohnenden Stämme bietet. Unsere Rückkehr nach Erc/.-Israel, die sielt in den Formen einer stetig zunehmenden Ein- Wanderung vollziehen muß, will kein fremdes Recht beeinträchtigen. In einem gerechten Bund mit dem arabisehen Volke wollen wir die gemeinsame Wohnstätte zu einem wirtschaftlich und kulturell blühenden Gemeinwesen madicn, dessen Ausbau jedem seiner nation a 1 e n Glieder eine ungestörte autonome Entwicklung sichert. Unsere Kolonisation,, die der Rettung und Erneuerung unseres Volkstums allein gewidmet ist, hat ja nicht die kapitalistische Ausbeutung eines Gebietes zum Ziele und dient nicht irgendwelche» imperialistischen Zwecken, ihr Sinn ist die schaffende Arbeit freier Menschen auf gemeinschaftlicher Erde, ln diesem sozialen Charakter unseres nationalen Ideals liegt die mächtige Bürgschaft für unsere Zuversicht, daß zwischen uns und dem arbeitenden arabisehen Volke eine tiefe dauernde S o 1 i d a r i tut der wirklichen Interessen sich offenbaren wird, die alle von den Verwirrungen de* Augenblicks erzeugten Gegensätze überwinden muß. Au* dein Bewußtsein dieser Verbundenheit wird sich ia de» Angehörigen beider Völker eine im öffentlichen und persönlichen Leben betätigte Gesinnung gegenseitiger Achtung und gegenseitigen Wohlwollens atisbiklen. Darin erst wird wahrhaft sich in geschichtlicher Größe die Wicdcrbcgcgnung der zwei Völker vollziehen. Der Redner der Amerikaner. Ahr. Goldberg (Amerika): Mit der größten Aufinerksamkeit habe icti den Reden Julius Simons und de Liemcs zugehört. Vieles von ihren Worten kann man anerkennen. Wir haben leider keine Materialien, an Hand deren man ihre Behauptungen nachprüfen kann. Deshalb war ich geneigt, Julius Simon Glauben zu schenken; denn er ist kein schlechter Redner. Das dauerte!wir 90 lange, bis er zum Kapitel ״Amerika“ kam. Dieses Kapitel kenne ich, und da gingen mir Zweifel auf, ob auch seine anderen Behauptungen wirklieh wahr seien. Simon und de Lieines haben stell selber keinen guten Dienst erwiesen, dadurch, daß sie da* Kapitel Amerika in ihre Rede aufgenommen haben; denn in diesem Kapitel ist die Antwort enthalten auf die Beschukiigungen, die sie gegen Wci/mann erhoben haben. Es ist nicht richtig, daß der Zionismus in Amerika mit Brandeis beginnt. Wir haben nach Amerika Sokolow und Schmarja Levin gebracht, und wenn Ihr von Kredit spricht, so bat Schmarja Levin viel mehr getan als Brandeis (Applaus). Euer Fehler war, daß Ihr uns nicht noch mehr geschickt habt. Seit Brandeis begann man Unterschiede zu machen zwischen dem russischen und dem westlichen Zionismus. Wir haben uns mit Vergnügen in den Schatten gestellt und Brandeis auf den Schultern getragen, so lange wir glaubten, daß er dern Zionismus Nutzen bringen wird. Als wir aber sahen, daß dies nicht der fall war, daß er vielmehr schadete, haben wir ihm die Führerschaft entzogen. Als wir vor der Alternative standen, den Zionismus oder Brandeis zu wählen, wie sollten wir nicht den Zionismus wählen. (Stürmischer Applaus.) Wäre Brandeis ein einfacher Soldat geblieben, so wie er behauptete, dann wäre er hier g e w e s e n. (Applaus.) Ich erwähne abricht־ lieh ßrandeLs, weil Simon und de Lienie von Mack gesprochen haben: denn die zentrale Figur war hier Brandeis. Ich möchte jetzt ein paar Worte sagen über Brandeis selbst. Auf der Konvention in Chicago war schon die Mehrheit gegen die Vorschläge von 'Brandeis: Wir erwarteten, daß er uns Erfahrung, System, Ideen bringen wird, aber als wir mit ihm zusammen arbeiteten, hatten wir oft Gelegenheit, ihm zu sagen: ״Nein, das geht bei Juden nicht“. (Heiterkeit.) Damals hat Brandeis in die Leitung nicht Zionisten berufen, sondern Brandeisisteil. (Sehr richtig!) Gegen solche Leute ist cs schwer, zu kämpfen. Brandeis hat einen großen Namen in der nichtjüdischen Welt. Wir glaubten, daß man bei unseren Führern oinen nichtjüdischen Maßstab anwenden müsse, daß man beachten muß, was sie in der jüdischen Gasse geleistet habe« Wenn man aber unsere Führer mit einem fremden, nichtjüdischen Maßstab zu messen beginnt, 90 kann nichts dabei herauskommen. Sie sagen, daß Brandeis’ Wan der beste sei Aber was ist von ihm verwirklicht worden? Herbert Samuel hat während der zehn Monate aus Jerusalem Stafetten geschickt und Geld gefordert, ln dieser Zeit gab das reiche Amerika nur 25000 Dollar monatlich. Sodarui wurden es 15 000, später 1000(! und zuletzt hörte cs gänzlich auf. Diese Summen sammelt doch die kleinste Talmud Thora eines polnischen Städtchens. So haben wir Palästina behandelt. Was hat Bratuleis seit London getan? Alle Sünden Weizmanus werden durch die eine Tatsache aufgewogen, daß erdie Brücke zwischen Erez•Israel und Amerika wiederum gefestigt hat. In Amerika kann man alle jud*en zum Palästina-Aufbauwerk heran/iehen. Amerika allein ist imstande, Palästina a 11 f z u b a ״ e n. Dreieinhalb Millionen Juden stellen eine ansehnliche Kraft dar, und jedermann hat Interesse daran, diese Kraft auf seine Seite zu ziehe« Bei der Konferenz in Buffalo haben wir einen Brief von den Reformrabbinem erhalten; formell war das eine Absage; aber eine Absage, die zwölf Seiten umfaßt, ist keine Absage. Wenri man in zwölf Seiten erklärt, daß man nicht liebt, so beweist das, daß man liebte. Wir waren gegen die Administratfcm von Brandeis, weil sie niemanden heranzuziehen verstanden haben. Nicht die Marshall-Gruppe, nicht die Schiff-Gruppe, auch nicht die russischen Juden, die in Amerika reich geworden sind Die Losung von Brandeis war: Geld,. Menschen, Dis^ ziplin. Das hat er aber selber nicht erfüllt. Wir führen den Kampf gegen Brandeis nicht um irgendwelcher nationalishscher Prinzipien willen, sondern weil wir gefordert haben, daß man eine Volksbewegung entfachen r ״Jüdischen Rundschau“!