Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 72 (9.9.1921)
- Date
- 1921-09-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 520 J IJ E DISCII E fi U N D S C H K U Zur P a 1 •i $ t i׳11 ׳ a.1 r b c i!: Hier ist vor altem über (ku Ankauf von Eine'.; Jcsreel /u sprechen, der dein Kongreß nicht unterbreitet wurde. Er wurde vor der Ankunft der Reorganisation■,kommission durrligeführh ohne Borccliligiiiig *«ul irgend welche Lnuäciiiigim.!:•, damit die KVnrganisalioiiskominissioi» vor du fait .uwiiip!» gestellt wäre. Diese Frage geht in erster Linie um die Anfrerliterhaltimg unserer iiwüUitioncii. Usslschkin •hat verschiedene Maie erklärt, nicht allein, daß er diese Machliihersehreitunge!» getan hatte. sonder« daß er sie 1»ötige11faJLs jnmicr wieder zu tu!» bereit sei. Man spricht so viel von ״aufge/Avutygen“ in der Bevvegung. Wenn das irgendwie gilt, so gilt es von Ussischkin. In normalen Zeiten hätte »lemaiid daran gedacht, Hun die Leitung der Palästiuaarheit zu »bergeben. In der wichtigen Frage, ob wir städtische Bodenpolitik betreihen wol'wi, ist der Unterschied zwischen der Exekutive und mir, dal! sie probe Heilen schwingt über die Frohen!!!׳״ Jerusalems, und dal) ich eine nationale liodenpo'.iük führen will. Wie kommt cs, dal) solche Sachen in unserer Bewegung mösrEch sind, und daß Sie in eini gen Stunden wieder ein Vertrauens- Votum annchmcn werden? Wie sind die Verhältnisse im Direktorium des Jüdischen Natioiiahbiuls iiiögtich? Nur west Funktionäre in die. Leitung gewählt werden, wem» sie ״iniierpolRisch reif“ sind, aber ohne Verständnis für ihre Aufgaben. Im Direktorium des National fonds sitzen Leut«, die ״egen das Prinzip des NalioiwIfoirJs sind. Man hat versucht, aus der Schul fräste eine ku!״ *urcllc zu machen: scli'ielleu oder offen liaLten, ,״egen oder für die (Kultur. Unsere Kritik geht nur auf das Mißverhältnis, das entsteht, weivi wir für arabische Po• litik, Regiment, Scliuiwerk;und Spesen •150 01)0 Pfund Stelling zahlen müssen, ehe wir etwas anfangeti können• Und nun glaube ich, daß es von unseren Staatsmännern nicht klug war, die Sache nach der kulturellen Seile breitzutreten. Ein kluger Staatsmann vermeidet einen Kulturkampf, wenn er nicht tuibediugt notwendig ist. Wir wollen, dal) ein {khulverei« entstellt•, dal) der Jischuw die. Last mit übernimmt, das Scliuiwerk in seine I Linde kommt und wir unsere Subvention abbaiie» _ können. Das Programm der Finanzkommissio» dieser Exekutive ist destruktiv und negativ. Sic schlägt nichts■ weiter vor, als eine Herabsetzung des Schulbudgets auf 1200׳ Pfund monatlich. Wir wollten nicht nur die Herabsetzimg unserer Beiträge zum SchuKverk, sondern auch die Sicherung' ständiger Einnahmen. Wir wollten die aufhitiemle Politik eines Scluilvcrcius. Hier kann cs objektiv eine Kontroverse geben. Wir sagen, wenn wir den Jiscluiw entwiekcln wollen, so müssen wir ihm nicht nur Rechte, sondern auch■ Pflichten und Aufgaben zuteil«!» mul als erste diese. Man hat verschiedene Mittel aufgeboteu, um den Eindruck des R co r g a ui s a t i o n s h e r i c h t e s ab za* schwächen und einen verkehrten von den in Palästina notwendigen Ausgaben zu erwecken, flute Arbeit kann m:in nur leisten, wenn das Budget in Palästina immer vorhanden ist. Die kurze Skizze der bisherigen Palästinaarbevt im Bericht der Reorganisationskomtnisnion zeigt, daß die erste Periode natio»alko!onisa‘.10risd1 gar keinen Wert hatte, die zweite, im Kriege, nur im Hinblick auf das Mandat geführt, einen sehr geringen, und dal) die jetzige bisher nur eine Ausdehnung der Vorkriegsarbeit w־ar um) uns nati-oiMtko'.onisatorisch nicht weiter gebracht hat. Wichtige!,unkte sind die Abschaffung der Scrinissinrusrofle der Zionist Commission, gesündere Finanzpolitik und anderes mehr. ich werde versuchen, nur die eine Agrarfrage zu entwickeln. Hier geht cs um die zukünftige Arbeit in Palästina. Jahrelang lut man erklärt: In Palästina macht ein Alaun alles, und das ist Dr. Ruppin, Die Verantwortung aber gibt man jetzt de Lieme. Das schafft die Verbitterung und macht die Weiterarbeit unmöglich. Wir haben rms bemüht, die Grundlage für unsere Arbeit in Palästina zts finden, heratiszttbekommen, wieviel unproduktive Elemente in jeder Gruppe sind. Und da sind wir zum Schluß gelangt: Die Gruppen sind zu klein. Daraufhin hat man uns einen Kurs in Freitdischer Psychologie gegeben und hat gesagt, dal! wir die luden nicht verstellen. Unsere Darstellung als Agenten der Amerikaner ist wirksam, aber sie ist unrichtig. Ich habe Dr. Weizmann den persönlichen Vorwurf zu machen, daß er dies nicht verhindert hat. Er weil) selbst genau, wie oft ich gegen die amerikanische /Auffassung 1» der Frage der Nationalisierung protestiert habe. Ich weise die Beschuldigung, daß wir Agenten der Amerikaner sind, zurück, aber ich will nicht mißverstanden werden. Ich freue mich, daß wir imstande gewesen sind, mit llrandeis in wichtigen Punkten üb ereins t i m tu e n zu können, ln der Frage der Gegenwartsarbeit in der Diaspora, in der Ansicht, daß das Diplomatisicrc!» bei der Aufbauarbeit zurückgestcUt, in der Frage der Heranziehung aller jüdischen Kreise zur Aufbauarbeit und in der radikalen Reform der Arbeit. Noch eine Frage zur agrarischen Kolonisation. Kolo״ nisation auf Ratenzahlung besteht in unserem Falle nicht. Sie ist nur möglich, wenn aus den Einkünften der Wirtschaft neue Investitionen gemacht werden. Das geschieht bei den Farmen des Jüdischen Natioual fonds nicht. Es ist folgendes zu sagen: erstens, nach so vielen Jahren der Arbeit haben wir nur negative!Kenntnisse von Palästina. Zweitens, unsere Investitionen in der Landwirtschaft geschehen nach VorscliLägcn der Sachverständigen, um zu europäischen Erträgntssen zu kommen und mit den Arabern konkurrieren zu können. Die Investitionen sind so groß, wie im moderneu Betrieb. Der Ertrag ist dabei■ oft unter dem arabischen oder ctvvns darüber. Ein guter Verwalter muß luer auf den Fehler hinweisen. Wenn man so viel investieren muß und erhält die Erträge nicht, so kt der Aufbau fortwahreivd gefährdet. ... ..w״ haben vorgcsclilagen, daß die Arbeiter lauf« ihre Energie m der extensiven Wirtschaft bc er״ ,da "‘te״»ve Wirtschaft nur in SÄÄ8& Ä,' ™״,sä *״ ■ -sr «Ä a Kr״ einmal ein Parlament von Sachverständigen in drei Jahren diese Eiwen bewältige» kam*. Besehranken Sie sch in diesem Koiigu'ß auf das, was Sie leisten können. Das ist, folgende’ I־'ragen zu lösen: 1. I. egale Verhältni'sse'in der Organisation zu schaffen. 2. Wie bricht mau diese Antagonismen gegen die Reorgauisa t ion s b e s t re l>u » g en nnscicr Arbeit? 3. Wie stellt sich der Kongreß zur!■'rage der Mitarbeit alter Juden? Wenn Sie eine große Aufgabe erfüllen wollen, so beschränken Sie stell auf die Lösung dieser drei I'ragen. Zum Schlüsse noch etwas über die Verlultnis e in Amerika. Der Präsident der Exekutive hätte nicht nach Amerika gehen solle», um eine Strafexpedition zu leiten, ׳ohiie. sich vorher mit dem Grollen A,-C, beraten zu haben. Ich glaube auch nicht, daß die Exekutive das Recht hat, Gelder, die zionistisch gesammelt worden sind, ohne Beratung des Kongresses für den Economical Council zur Verfügung zu stellen, dessen Statut nicht feststellt. Was den Keren Hajessod und die Frage betrifft, warum keine Verständigung zustande gekommen ist: 'die Unterschiede zwischen der Auffassung Macks und jener, die in Cievelaml bestätigt morden ist, scheinen mir nicht so groß zu sein, Auch in Cleveland ist der Keren Hajessod als reiner Spendenfonds aufgefaßt worden. Ich glaube nicht, daß es richtig war, Unterbandhmgen zum Ausschluß ־von bestimmten Persönlichkeiten aus *der Führung der zionistischen Bewegung zu beginnen. , Es geht nicht um die Personen, sondern um die!־rage des Ausschlusses. Es gibt gewiß Kontroversen mit Amerika in der Auffassung des Zionismus. Aber solche Kontroversen 11,1t cs im Zionismus immer gegeben und ich glaube nicht, daß es angezeigt ist, cs zu einer solchen Absplitterung kommen zu lassen zu einer Zeit, wo wir alles tun, um Leute heia »zu ziehen, deren Auffassung des Zionismus seihst nach dem Urteil Wcizmauns noch nicht so gereift ist, wie die Auffassung von BraivJcis. Ich spreche mein Bedauern darüber aus, <ial) cs Weizman.11 uiuuöglich war, •eine Brücke zwischen Pinsk und Washington zu schlagen. Ich■ glaube aber, daß in der Auffassung von Brande:«, mit seiner konstruktiven Begabung, mit seinem Idealismus und mit seiner, iutegjenj Verwaltung etwas Jüdisches und etwas wesentlich Jud!-! sehes steckt. Niemand hat Recht, zu sagen, daß es <!a kehl!• Brücke gibt, Fs gibt immer eine Brücke zwischen Juden, und das ist Eie/.-lxzael, (Beifall auf der Galerie.) Es folgen die Redner der Parteien. Als erster spricht Meier Berlin (Misraehi) hebräisch. Redner bringt verschiedene Beschwerden vor, z, B., daß Weizmann nach Amerika Dr. Mossinsolm mitgenommen hat. Man müsse den Arbeitskreis des Zionismus erweitern, von rechts bis nach links. Es gibt kein Mittelding zwischen einem jüdischen ׳Kougrcll ׳und einem zionistischen, es gibt nur einen jüdischen Kongreß, und das ist der zi<> nistische. Man spricht immerfort nur von Amerika, als ob sich der ganze Zionismus nur auf Brandeis stützen würde. Ich kenne die Lage in Amerika gründlich und die amerikanischen Delegierten werden mir darin beistimmen, daß der Einfluß von Brandeis sehr überschätzt wird. In Palästina ist es soweit gekommen, daß man dort einen Verein der Sabbathfrcundc gründen mußte, und daß nur» uns tröstet, daß dort nicht alle Küchen der Arbeiter unritueU sind. Genau so wie Wei/.mann über ganz Amerika den Ruf hat ertönen lassen: Hände weg von der Organisation!, so muß ein Ruf ergehen von Jerusalem bis Damaskus, nicht nur des Geldes wegen, sondern auch der Sache wegen: Här.de weg vom ludentum! Ich hcd.nire, über religiöse Gefühle, über heilige Dinge vom!*olitischen Standpunkt sprechen zu müssen. Die Erziehung ist für tms eine politische Frage, eine Frage der Aufrechterhaltiin״ des Judentums. Dis off!״ zielte Blatt ״llaolam“ bezeichnet alte Bräuche und Gesetze ails einen Barbarisinus. Wir brauchen Taten, Aufbauarbeit, wir müssen aber ein Jerusalem bauen und kein Rom. Hierauf spricht Dr. Ostes Thon (Polen), dann wird die Sitzung vertagt. Ein Telegramm der amerikanischen Zionisten Von dem Aduunixtrationskoinilee der Zionistischen Organisation Amerikas ist folgendes Ucgrüßungstclcgramm, gezeichnet Morris Rothenberg, eingelangt: ״Die Zionisten Amerikas senden ihren im Kongreß versammelten Genossen Grüße. Das amerikanische Judentum erwartet in gespannter Aufmerksamkeit die Verhandlungen des XII. Kongresses. Wir hoffen, daß die Aufgabe, sofortige )Maßnahmen zum Aufbau der jüdischen Heimstätte zu ergreifen, in der gehobenen Stimmung und in demselben Geist in Angriff genommen wird, die eine Tradition des Zionistenkongresses sind( mit derselben .Entschlossenheit, die schweren vor uns liegenden Fragen zu lösen, die die ganze Geschichte unserer Bewegung erfüllt, Dann sind wir fest überzeugt, daß dasamerik a 1*isc 11 e 1J 11 de n 111 nr sci n ä u ßcrstes tun wird, um seine Pflicht volt und ganz zu erfüllen. Wir haben das vollste Vertrauet» darauf, daß unter der Führung Dr. Weizmanns unsere besten Hoffnungen für die Heimstätte ihrer Verwirklichung entgcger.gebracht werden“ Vierte Sitzung Freitag, den 2. September ld'21, nachm. Zu Beginn der Sitzung teilt der Vorsitzende So kolow mit, daß die Anregung ergangen sei, an den Präsidenten M a s ary k, den Ministerpräsidenten C e r ny und den Minister des Aculicrn, Dr. Benes, Begrüßung*- tclegranune im Namen des Kongresses a'uzuscaden, ebenso ein Telegramm an Nord au, der durch Krankheit verhindert ist, am Kongreß zu erscheinen. Der ׳Kongreß stimmt diesen Vorschlägen per Akklamation zu. Mo t z k in übernimmt den Vorsitz. Vor Fortsetzung! der Generaldebatte erhalt David Jcllin das Wort zu einer Begrüßungsansprache im. Namen des palästinen- »»sehen waad Lcumi. Hierauf spricht Dr. Martin Büber (Hitachduth): Nr. 72 I - — ----׳ —— -—--}I Die Rede Bubcrs Die schwere Stande der Erkenntnis, der Seih; cifccontnis hat zu schlagen begonnen. Und ihren PengY I schlag kann nichts mehr aufhallen. Darum ziemt Y" 1 sich jetzt nicht mehr, Kritik au Personen zu (!),,,j, Zuständen, an Institutionen und an Aktionen, [•y '6?י aiieli Kr;■!;!; zu üben an dem Innersten des /ionis!!!!, ['■ des gegenwärtigen Zionismus, an seinem Verhältnis n' I" Idee. Und wenn ich dies das Innerste und Wesentlich«1״•״ nenne, so weiß ich mich eins mit dem <leiste des Mann’1 ״' der diesen Kongreß geschaffen lnt mul zu denen tti'ii'ii {■ kh gesessen habe, auch dann, wenn ich gegen ihn Sf,.j7 ״Am Anfang war die Idee.“ 1X0 Idee, das bedeut« I aber nur, daß sie von Anfang an unser Wollen tm!| ך■,* I ״etragci» hat, das bedeutet nicht, daß sie Idar und זן:• | schon in uns gelegen ist. Sie ist erst mit der 7J. 1 immer klarer, reifer, bewußter, )größer in uns geworden 1 Die Idee, die uns getragen hat, die I () <te I der Wiedergeburt, zu klein hatten wir sic gefah I als wir von Renaissance sprachen. Zu klein, a's 'vt I meinten, es sei nur ein nationaler Begriff, ’־zu kY>1 ״ als wir meinten, eine historische Kategorie. Gemein* ist im innersten der grolle religiöse Begriff der Wie!;״! gehurt, der weiten Geburt mitten im Leben eines [ehe! wesens. itn Leben des einzelnen Menschen, das, w״ jede Religion als das Innerste des Zusammenhanges 11« Menschen mit dem Absoluten fühlt und was die ji I dischc Religion unter dem Begriff der Tesclmbah gefaßt I hat. Wie unsere Sage von Abraham erzählt, daß er si'cti I als er sich aus den Gebundenheiten seines Lebens!öoj 1 und sich zum Bund mit Gott erhob, zu einer neuen * Schöpfung, briah liadaschah, geschaffen wurde. So ist es auch mit dem Volk uni so ist es auch mit diesem Volk. Der Kern des jüdischen Volkes will sieh erneuern, so wie sieh der einzelne Mensch mitten im Leben erneuern kann. Und das kam»'cs'mir in Erez-Israel. Aus dieser Idee eines Neuwerdens 'an diesem Punkte der Volksgescbiciite gehen die AuDnLen der zionistischen Bewegung hervor. Aber mcht'’'bioi! die Aufgaben, auch iitre Schichtung, ihre Rangordn u n g. Iסי erste wesentliche Aufgabe ist, das Volk zu der Bereitschaft für die Wiedergeburt zu erziehen, zu der wahren Teschubah, zu der wahren Umkehr von seinem Wege zu erziehen. Und freilich, die Unhcre::• sclmft gehört eben zu den ZnMämlcn, an, denen es erlöst werden will. In der Tretmühle der Pein ist das Volk müde geworden, es ist mü׳!e geworden und es kann kaum das Wagn •; dieser Umkehr unternehmen, cs wagt nacht in das Feuerbad der Erneuerung zu tauchen. 'Es ist eine ungeheure Aufgabe und doch di!• vorderste Aufgabe, die gemeint ist mit dem Worte Tccluath halewawoth, das der gesprochen hat, dessen Name liier auf dem Kongreß in Ehrfurcht ge im mit werden muß, der Name dessen, den unser Dichter den Lehrer nennt, Achad ilaam. Die zweite Aufgabe ist die Bereitung des Landes, die Bereitung durch das Pionicrtum der Arbeit. Galuth und Erez-lsraeS sind nicht zwei territorial geschiedene Begriffe, sondern zwei Lebensformen, die Formen des parasitären und des schöpferischen Lebens Erez-Israel bedeutet für uns vor allem die Rückkehr aus dein parasitären Leben, wo wir die Werte, die andere Völker schufen, ausniitzen, zum vollständigen Volksleben, zur Verbundenheit mit der eigenen Erde. D.e Gewinnung Ercz-lsracls durch eigene Arbeit, das ist die zweite Aufgabe. Es darf nicht in Ercz Israel ein Galuth geben. Und die dritte Aufgabe, das ist die Beseitigung der äußeren Hindernisse, die nicht im Volk und Land ’״egen, sondern in Dingen, die von Volk und Land unabhängig sind; das ist die Politik im engeren Sinne oder, sagen wir cs genauer, die Diplomatie. Genauer deshalb, weil die ersten Aufgaben auch Politik eiuseh'ießen, die erste Kulturpolitik und die zweite Wirtschaftspolitik. Hier meine ich die Politik, die eine andere, rca'e Arbeit, erleichtern und ergänzen <501!. Diplomatie kann nie!',ז Genial! schaffen, Diplomatie kann nicht erlösen. Sie kann nur 'die Geuiah der wirklichen Arbeit au Volk und Land erleichtern. Ich sagte schon, es gibt eine natürliche Schichtung dieser Aufgaben. Die bestimmende Aufgabe ist das Beginnen, und nicht das Fordern und Durchsei/cii, Die Diplomatie kann rcChtuläßigcrwcbo den anderen Aufgaben nur koordiniert werden, nicht übergeordnet, t:- gilt erst Werke, Wirklichkeit zu schaffen, rian n Rechte, Rechte zu fordern und durchzusetzen. I>1s ist etwas, was man der Fiktionspolitik, die im Zionismus eine so verhängnisvolle Rolle spielt, immer wieder entgegenhatren muß. Man kann nur die Rechte erkämpfen, denen eine von tms geschaffene Wirklichkeit entspricht. Aber eines läßt stell für Diplomatie sagen: einen Schritt voraas hat sic vor den anderen Aufgaben, einen Schritt. Sie hat die Lebcnsbcdingungen der Arbeit zu ermöglichen, das Minimum, das notwendig ist, damit wir frei, ungestört an die Arbeit für unser Ziel gehen können. Wie eit» Handwerker einen Werkzeugkredit braucht, den er Feanspruchen daif, den er auf‘Grund seiner Aufträge auch Beanspruchen kann, so könne!» wir dieses Minimum der Lebcnsbcdingungen für unsere Arbeit fordern auf Grund des Auftrages des jüdische!» Volkes. Was ist nun, meine Verehrten, aus dieser Idee und dieser Aufgabe geworden? Was ist vor altem geworden aus der Erfassung dieser Idee? Eine kleine Schar junger Menschen, in denen d:c Idee, die uns von Anfang getragen hat, zu einer Wirklichkeit der Seele und des Lehens wurde, hat angefangen damit Emst zu machen. Aber in dem ganzen weiten Umkreis der Bewegung ist der Lebensernst der Idee ve! flacht. Wir sind der' Phraseologie verfalle!» tind ich weiß wollt, daß a'le Bewegungen dieser Gefahr ausgesetzt sind, aber immer wieder muß die Phrase durchbrochen und geläutert werde!» von einer Flut des echten Wortes. Und daran fehlt es. Unsere Bewegung ist in erschreckender Weise zu einem Betrieb geworden und am deutlichsten vielleicht zeigt sieh, was ich meine, an der Ideenlosigkeit unserer inneren •Kämpfe, Wir sind unrein geworden. Unrein durch die Phrase, ׳unrein durch den Betrieb, unrein durch die Art unseres innerer» Kampfes. Wir müssen uns reinigen, ehe wm wieder vor das Volk, vor das gepeinigte und unterdruckte Volk treten, das aber immer noch das Am Oiam, das ewige Volk, das Wcltvoüc ist, und zu ihm sprachen: ״Reinige Dielt, Volkl“