Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 71 (6.9.1921)
- Date
- 1921-09-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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J U EDI SC H E RUNDSCHAU 7! Jann 1• Hqs ,Cl'k'Ufr. jm der 5ch!iche n#r Und ■ ferner t seinen; geirrt * dk• I wird w 11 nie fischen tliciicr t stre. 'ölkvr, Orient, sind tio n allem insch- ׳ei «er »seren J eine fühlen crfttni i uns s das -amen äftige י und ihem, Akeit ■US Alglich- Entollen, :«icn *:f feit, reche crce.1 n wir Sttcrt t zudüng wird l der wir n cs sein lieses ringt. 1 die , und 1, zu S ein midi» t״-rn ג/ס«■ 2deralle ־ioffavon olk. ischc am (׳'enn dem »leibt •öütc n zu wer• :sse.it :undn zu hseJals itzen men• irde- und bc- Jame Barbc- und Seele ade:־, ärezriheit soll, leren vorklar Be- 5rbsfür /,etv »sc/e gen-;rnst ffen, men stre* lang oher .־eiu» ffen, jura» »lagaber ►alsnkte und >kn־ } ff i 5- ו ן Nr, 71 Mesopotamien, Syrien und Palästina bieten für die Kraft d imd den Unternehmungsgeist der Völker l eider in reicher Auswahl. Da sali kein Gegeneinander, sondern ein Nebeneinander die Parole sein! Alk: gegen das lileiKl, die Vcrwniwloswig, die Trägheit, die Krankheiten,! die Unwissenheit, das Nomadentum — für den Acker*! hau, die Industrie, den technischen Fortschritt, den Handel, die Rechtspflege, die öffentliche Sicherheit, die Reform des Verkehrswesens, die Wissenschaft, die Künste! Das beste und das tiefste unseres Wissens und Könnens, das Ganze unseres Wesen» sind wir 0»t* schlossen diesem Zivilisationswerk zu widme». Ines _hat j die Welt begriffen, als sie die kcimkriiltige Idee _ einer Heimstätte für ins jüdische Volk in Palästina feierlich akzeptiert hat. Sie lut cs begriffen, daß diese Heim- Stätte ein strahlendes Vorbild für den ganzen Ortern zu werden bestimmt ist Unzt mdKe!» die Vorurteile noch so sehr momentan das Licht der Vernunft ver* dimkein, die Zeit, die den ״Zwang zum Schiffen“ schon mit sich selber führt, wird allmählich für Abiiilfe und Heilung sorgen. Die heiligen Stätte» Dasselbe gilt audi von der Heiligkeit Palästinas, die in letzter Zeit wiederum als Argument gegen den Zionismus benutzt wird. Daß Palästina für die großen Religionen der Menschheit f!eilig ist, das ist eine Tat- •eiche, die wir nie außer acht gelassen haben. Wir begreifen die Pietät, die Andacht׳ und die Begeisterung, die die heiligen Stätten des Christentums in den glaubi* gen Gemütern wecken; wir schätzen die fromme An* hänglichkeit des Islams an seine religiösen Monumente. Wir haben uns zur Höhe dieser Ruhe und dieser Aditung emporgerunge» Das unverletzliche Recht des Gewissens, die religiöse Freiheit muß in dem gottgeadelten Jerusalem thronen. Denn Jerusalem ist nicht mir eine Stadt, sondern ein Prinzip: der Friede. Wenn irgend ein Ort, so ist es Jerusalem, das einmal ein Fand der Brüderschaft ran die Nationen und Religionen schlingen wird. Bis dahin wird ein auf gegenseitiger Achtung beruhendes Verhältnis aufrechterhalteti werden, l'ns ist jeder Stein, jedes Sandköriichen Palästinas heilig und wir ,wollen idle Heiligtümer dieses Landes geschützt und gewahrt sehen. Diese Erklärung haben wir seinerzeit dem ehrwürdigen Oberhaupt der katlvoüsdien Kirche abgegeben und er war entgegenkommend und gab seiner menschenfreundlichen, Gesinnung vollen Ausdruck. Es ist vom ersten Beginn unsere schwerste Sorge gewesen, es möchten andere Geister sich eindrangen und so viel wie möglich das wieder verderben, was im Bewußtsein höchster Verantwortlichkeit Gutes angefangen worden war. Gleichwohl, wollen wir nicht ablasscn von der Hoffnung, daß die Macht der Dinge auch dieses Mißverständnis glücklich überwinden wird, Angesichts dieser Tatsachen tuvd Verhältnisse, dieser Bestrebungen auf der einen und Befürchtungen auf der anderen Seite, ist es ein Irrtum, die Bedeutung einer weiteren zionistisch-politische» Arbeit herabzusetzen oder gar zu leugnen, (st einmal das jüdische Volk ein Faktor in üct Weltpolitik־ geworden, so muß seine Politik wie die eines jeden Volkes sein: nicht eine Improvisation, sondern eine beständige Arbeit. Unsere Politik kann nur eine Politik der Vcrständigung und des Aufklärern; sein und eine «hebe Arbeit muß von langer Dauer sein. Wenn im! den internationalen Streitfragen die bessere Logik die größere Macht wäre, wenn Argumente Waffen ersetzen könnten, wer hätte größere und schnellere Siege davongetragen als wir? Wir müssen aber dessen bewußt sein: wir verfügen über Machtmittel rein geistiger Natur. Die Wirkung dieser Machtmittel ist Sicherer, aber langsamer als dvc der materiellen Waffen. Der Schutz der Diaspora, Die Friedenskonferenz hat noch ein Analogon zur BaWuurschcn Deklaration geschaffen: den Schutz der ethnischen Minoritäten. Auch dieser Errungenschaft ging ein schwerer Kampf voran, der bis jetzt noch eine Quelle von geradezu unerschöpflichem Nährstoff für Anfeindungen und Angriffe gegen die Juden bildet. Zahlreiche zionistische Einzelorganisationen und Konfe* rer.zcn hatten das Postulat aufgestcll't; Palästina und nationale Rechte für die Juden in den Ländern, wo sie in großen Massen leben. Oer amerikanisch-jüdische Kongreß von 1918, der größte jüdische Kongreß, der je stattgefunden hat, nahm diese Resolution an und entsandte nach Paris eine Delegation, um die nötigen Vorstellungen der Friedenstonierenz zu machen. An dieser Bewegung beteiligten sich Zionisten mit ganzem Herzen. Das Komitee der Jüdischen Deiegatixineu wurde begründet und widmete sich einer vielseittgen Arbeit auf diesem Gebiete Uni jede Unklarheit und Zweideutigkeit auszuschließen, muß hier unser Standpunkt in dieser Frage gena.it präzisiert werden. Die Zionistische Organisation hat als geschlossene Einheit ihr Programm, das auf Erez-Israei hinzielt tmd wird nicht um eines Haares Breite vor» dieser klaren Bahn ab weichen. Aber es geht nicht an, dem Zio• u i s m u s jeden G e g c n w a r t s w c r t auf die Diaspora zu entziehen. Die Erreichung des zio* nistif*dien Ideals in Palästüia und die Erhaltung des Votkes bedingen sich gegenseitig, das eine ist nicht ohne das andere gegeben, sie gehören zusammen und ergänzen sich. Diese Gebiete sind jedoch nicht zu verwechseln. Wir wollen, um ein Schlagwort zu be* nützen, weder ein Palästina in der Diaspora, noch eine Diaspora üi Palästina. Ir» Palästimi erstreben wir eine normale Ausgestaltung unseres sozialen und nationalen Ii'bens. Das nationale Heim des jüdischen Volkes ist ü'ne Form, ■welche mit der Grundform einer selbständigen Existenz überhaupt zusammenstimmt, es ist die Harmonie der EinzelcrsdteLnungcn unseres Lebens mit dem Endzweck einer Geineüischaft. Deshalb ist der Zionismus nicht mir für unterdrückte Juden bestimmt; er ist vielmehr der Drang nach Höherem, das Lechzen nach Rrinheiit, Persönlichkeit und freie Eigenart. Das Manniglache im Leben der ,Diaspora kann kein Ganzes aus* niaChen, weil es der Einheit ermangelt, die ihm nur eine historisch-geographisehe Konzentration verschaffen kann. Dieiüdi sehen Diaspora-Angelegenheiten sind peripherisdhe Erscheinungen, spontane zweckmäßige Einrichfiingen. Das erste Gebiet fällt ganz, tn Jas Programm Zionistischen Organisation, wohingegen auf letzterem die Zionisten an der Arbeit für den Schutz und Erluit* tung des Volkes siel» beteiligen müssen. Bei dieser einzig richtigen Einschätzung tritt hiernach der Diasporaschütz in keinerlei Gegensatz oder Wiederspruch zum Palästina-Zionismus, sondern tritt als logische Voraus- Setzung zu 5hm in ein völlig durchsichtiges und verwimmgsfreies Verhältnis. Die unabweisbare Pflicht entstand für uns, uns an den Arbeiten für den Schutz des jüdischer» Volkes in der Diaspora. zu beteiligen. Neue Staaten sind entstanden, alte Kleinstaaten wurden vergrößert. Da begann die j antisemitische Hetze, die zu unserem Leidwesen auch in Polen einen völlig freien Spielraum fand. Die Le- /׳ende wurde geflissentlich verbreitet, die Juden seien feinde des polnischen Staates. Das ist eine Verleumdüng und ein Unsinn. Mit Polen verbinden uns jahrhtindcrtcLinge Erinnerungen wcchselvolter Zeiten des Glücks und des Unglücks. Die polnische Natäon war bedrängt und geknechtet, und lut sich nun zur Freiheit und Selbständigkeit durchgerungeiv Wenn wir die Wiederaufricliturig eines Volkes und die Wiederherste!* hing.eines Staates begrüßen, so ist dies weder Liebedienerei noch diplomatisches Manöver; es ist einfad» die natürliche Folge tmserer Prinzipien. Die Grundsätze, die wir im eigenen Hause heilig halten, bleiben uns dieselben, wo immer sie uns begegnen. Was ,wir verdämmen, ist die iiiegcalmte, fast beispicklose Judenhetze, die in den fetzten Jahren Polen zum Schauplatz hatten. Hierbei ist das wesentlichste — die Stimmung, die zu diesen Gräueln führt. Wird die Hetze systematisch geführt mul die öffentliche Meinung bis zu einem solchen Grade vergiftet, daß alle Welt daran glaubt, die Juden seien heimtückische, herrschsüchtige Volks- und Staatsfeinde, so ergibt sich das übrige von selbst. Und wenn dieses frevelhafte Spiel mit den Leidenschaften lange getrieben wüd, dann hat es auch eine starke Regicrung nicht leicht, der Situation Herr zu werden. Die Friedenskonferenz hat den Minoritätensehutz auf die jüdische Bevölkerung der neuen und vergrößerteil Staaten erstreckt. In diesem Schlitz handelt cs sich um vollständige Gleichberechtigung und um die vernünftig-sittlichen Ansprüche jeder ethnischen Individualitat auf Freiheit der Pflege ihrer Eigenart, wobei selbstverständlich dieser Freiheitsgebraueh in Angemessenheit zu den Interessen des Staates geregelt werden muß. In Anerkennung der hohen Bedeutung dieses Prinzips hat die Regierung des tschechoslowakischen Staates, dessen Gastfreundschaft wir hier genießen, noch einen weiteren Schritt gemacht und den nationalen Charakter der jüdischen Bevölkerung anerkannt. Wir haben, eine besondere Genugtuung, in diesem schönen Lande unseren zionistischen Kongreß abztihahen. Das ehrwürdige Haupt dieses Landes, Professor Masaryk, Ivat uns mehrfach und seit langem seine Sympathie bekündet. Der Minister des | Acußern, Herr Dr. Benesch, war unser Mitkämpfer und I Freund während der Friedenskonferenz. Was wir in I der Diaspora ansireben, ist eine gewissenhafte Ausführung des Minarit;!teaschutr.es. Manche Anzeichen 1 sprechen dafür, daß die aufgeklärten Elemente Polens die Reinheit unserer Gesinnung und die Rechtlichkeit unserer Ansprüche einzusehen beginnen. Polen ist jetzt das größte Zentrum jüdischer Bevölkerung in Europa, und die Juden können für den wirtschaftlichen Aufbau dieses Landes Großes leisten. Die neuen und vergrößerten Staaten werden in den Juden die besten Freunde hohen. Wir erwähnen bei dieser Gelegenheit mit aufrichtiger Sympathie das biedere, | Volk der Litauer, das wir zu seiner Freiheit und j Selbständigkeit vom Herzen beglückwünschen. Dieses Volk hat seine Beziehungen zum jüdischen Volk auf Gerechtigkeit und gegenseitige Achtung aufgebaut und wird mehr und mehr einsc-hen, mit welchem Eifer die jüdische Bevölkerung Litauens, neben der Pflege ihrer eigenen Ideale und kuittueller Interessen, am Aufbau des Staates mitarbeiten wird. Eine solche Entwicklung in jedem Lande, in dem die Juden in großen. Massen leben, ist erwünscht. Das ist das einzige was uns bei der Frage des JiKieiisdnitzes in der Diaspora interessiert. Und nun sind wir am Schluß a!»gelangt. Wir hatten nicht die Absicht, einen Bericht zu erstatten. Zionistische Kongresse sind nicht melu dazu da, um Rückschau zu halten, sondern um zu beraten, was in der weiteren Bewegung zu geschehen 11abe. Aber diese Lehren ergeben sich nur aus der Erfahrung. Wir sind erfüllt von dem schweren Ernste de; Augenblicks, aber wir sind zuversichtlich. Für den Schutz der Diaspora erheischt der Jammer der Gegenwart gebieterisch die Wiedervereinigung und den Zusammenschluß, die Selbsthilfe und die Sclbstrcthmg. Denn finster mahnend pocht der lauernde Haß an unsere Pforte und einzelne Beschütze! können die Gefahr nicht abwenden. In seiner Gesamtheit, mit vereinten Kräften, muß sich das Volk helfen. Nicht verzagen! Wir haben schon so manche Ungewitter bestanden und wir werden puch dieses Ungewitter bestehen. Aber um sicher zu sein, muß das ganze Volk arbeiten und an dieser Arbeit werden wir uns beteiligen. Aber für den Zionismus heißt es für uns: ganze Arbeit. Jeden Mann und jeden Groschen. Aber auch alle anderen sollen sieh hierbei beteilige» Man sagte vom Zionismus, daß er innerlich zerrissen und gespalten, daß er verarmt sei. Aber unsere Einheit ist größer, als es scheint, der Einfluß und die Macht unserer Idee ist tiefer, als es sich ausdrückt, sie hat größere Schätze, als man zahlen kann. Laßt uns vorwärts gehen, arbeiten uud nicht rasten! Wer den Entwicklungsgaug, in dem wir uns befinden, richtig begriffen hat, in seinem inneren Beweggründe und in seinem idealen Ziele, der wird uns recht gebe» daß wir der Zukunft mit Mut uud Vertrauen entgegensehen. Wir haben de» 2000jährigen Galuth ausgehnlten, die ״Messiaswehen“ werden uns gleichfalls gewappnet finden. Nichts kann uns beirren. Meine Hemm! Zu wichtigen Aufgaben sind Sie berufen. Möchten diese von Erfolg begleitet sein. Möge sich au dieser Tagung der Geist einträchtigen Zusammenwixkens betätigen und damit das feste Fundament für die weitere gedeihliche Entwicklung der nationalen Heimstatte für das jüdische Volk in Palästina gesichert bleiben! Seite 513 Begrüßungen des Kongresses Als erstes Begrüßungsschreiben verliest J:׳J׳orin!;!.y einen Brief T. G. Masaryks, des Präsidenten der tschechoslowakischen Republik, was von der Versamm* hing mit lautem und lange andauerndem Beifallc aufgenommen wird. Sodann wurden Begrüßungsschreiben des tschechoslowakischen Ministerpräsidenten Cerny, des Ministers des Auswärtigen Dr. Benes und der Prager Mission der ukra'aaistme» Volksrepublik verlesen. Namens der englischen Regierung begrüßt Sir Ge* orge Clerk, Botschafter der englischen Regierung in Prag, den Kongreß mit folgenden Worten: ״Meine Damen und Herren! Es war nicht meine Absicht, hier eine Rede zu halten, und ist es auch nicht jetzt, nachdem ich zwei solche Rede!» gehört habe. Ich will Sie in der wichtigen Arbeit, die Sie erwartet nicht aufhalteji. Doch will ich bei dieser feierlichen Gelegenheit, beim ersten Zusammentritt des Kongresses nad» dem Kriege, meinen Willkommen grüß dem Ihrer tscliechoslowakischcn Wirte anfüge» Manche von Ihr.en kennen bereits deren Gastfreundschaft; die übrigen werden sie jetzt kennen lernen, doch ich kann Sie versichern, als jemand, der selbst die angenehmsten Erfahningen gemacht hat, daß Sie nirgends eine großzügigere, aufrichtigere und offenere Aufnahme finden werden. Vielleicht habe ich ein ganz besau׳- dcrcs Recht, hier ein paar Worte zu sprechen, da ich die Ehre habe, die Regierung Sr. britischen Majestät in diesem Lande zu vertreten. Ich möchte die Deklaration meiner Regierung vom 2. November 1917 wiederholen: ״Sr. Majestät Regierung betrachtet wohlwollend die Errichtung eines nationaferi Heims für das jüdische Volk in Palästina, wobei wohl verstanden ist, daß nichts getan werden soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte bestehender, nichtjüdischer Gemeinsdiaftcn in Palästina oder den bürgerlichen' jutd politischen Zustand der Juden in irgendwelchen anderen Ländern beeinträchtigt." Sie als Zionisten stehe» vor Problemen, die höchste staatsmännische Kunst erfordern; aber Sie haben Führer, die voll befähigt sind, sie zu lösen, Führer wie die', die heute hier gesprochen haben; und ich bin überzeugt,! dal» Ck*d1!!d und loyale Bemühungen auf der Grundlage jener Deklaration .zu einer Zukunft vielversprechender Hoffnungen und Erfüllungen führen werden. (Sturmischer, anhaltender Berta!!.) Dr. Weizmann: ,,Im Namen des liier zum ersten Male seit dem Weltkriege versammelten Kongresses gestatte ich mir, Ihnen und durch Sie Sr. Majestät Regierung unseren innigsten Dank auszudrücken für die Botschaft voll Hotfnung und Ermutigung, die Sie uns heute gebracht haben. Wir bedürien Ermutigung bei der schwierigen Aufgabe, vor der wir stehen, und wir vertrauen darauf, daß wir mit Hilfe Ihrer Regierung und durch die Anstrengungen unseres eigenen ' Volkes die in der Balfour-Dekfaration enthaltene Zusicherusvr erfüllen können, zum Wahle des Volkes, zur Ehre der Mandatarmacht und zum Heile der Menschheit überhaupt. Ich danke Ihnen.“ Namens der tschechoslowakischen Regierung begrüßt Bezirkshauptmann Ulrlig. Dr. Weizmann dankt für die freundlichen Worte der Begrüßung mul für die von der tschechoslowakischen Regierung erwiesene Freundschaft. Herr Kanders üherbrmgt m tschechischer Sprache die Grüße des Jüdischen Nationalrats für die Tschechoslowakei, Dr. Josef Rufersen (hebräisch) im Namen des Zionistischen Zentralkomitees für den tschechoslowakischen Staat die der tschediaslowakischen Zioniste» Herr Kultusvorsteher Rosen fehl begrüßt für die Karlsbader Kultusgemeinde, Kurdirektor Kitschner für den Karlsbader Stadtrat, Dr. Kohner für die Karlsbader Zionisten. Weidmann dankt allen für ihre freundlichen Work*. Zweite Sitzung (Donnerstag, den 1. September, nachmittags./ Weizmann eröffnet die Sitzung und erteilt Professor Warbürg das Wort zu den Vorschlägen bezüglich der Wahl des Prädisiums. Gemäß Vorschlag Prof. Warburgs werden hierauf einstimmig gewählt: zum Präsidenten des Kongresses Nahum Sokolow; Zu Vizepräsidenten.-Motzkin, Meier- Berlin, Farbstein, Kaplansky, Klumel, Lipski, Sprinzak. Als Beisitzer: Grodetzky, Dr. Kaleb, Dr. Chajes, Fitizi, Prof. Locwe, Niemirower, Prof. Rotcnstreich, Temkin, David Jellin. Als S c h r i f t f ü h r e r: Bierer, Florentin, Hoss, Korngrün, Maslianski, Nissenbaum. Das Präsidium nimmt seine Plätze ci» Sokolow ergreift das Wort, um der Toten der letzten Jahre zu gedenken. Er beginnt mit Präsidenten Woifsohn, der still während des Krieges heimgegangen ist, beinahe gleichzeitig mit 9einer‘ Frau. Das Prädikat der ״Gute‘' wird ihm für immer zugesellt bleiben. Ebenso tragisch ist der Tod Jechiel Tschleno ws, der auf seinem Posten kämpfend während seiner angestrengten Arbeit mit Weizmann und Sokolow in London gestorben ist Sokolow gedenkt weiter der Ge* fallenen aus den Reihen der jüdischen Legion, der Toten von Obergaüläa mit dem leuchtenden Namen Trumpeidar, der Helden von Petach Tikwah und der Märtyrer von Jaffa. Er geht dam* zur Totenlistc im Gebiete der jüdischen Literatur über und nennt vorerst M endelc Mochcr Sforim, Schoten» Alechem, J. L. Perez, Dinesoh» den jüngst unto90 ־ tragischen Umstände» gefallenen Brenner u. a. Er erwähnt aus der großen Reihe der in den letzten 'Jahren dahingeschiedenen zionistische» Arbeiter noch manche andere und gedenkt zum Schlüsse auch eines Christen, des Engländers Sir Mark Sykes der ein treuer und nützlicher Freund der zionistischen Bewegung war.