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Jüdische Rundschau · 1921-09-06 · Heft 71 (6.9.1921) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 71 (6.9.1921)
Date
1921-09-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 512 \ floß sc: 11 Blut auf allen Schlachtfeldern; die Ailäre der Vaterlandsliebe beugte» sieh unter der Last jisdisclicr Opfer. Nicht mir in Westeuropa und Amerika, wo Juden Mensdienredite gcn’cßen, aber auch dort, wo sie entrechtet und Verfolgt, erfüllten sie gewissenhaft ihre bürgerliche Pflicht. Die wildesten Kampfe raste» in und uin die Massenzentren der jüdischen. Bevölkerung. Wie ein Wolf in die Lämmerherde bricht, so ist das Verderben hereingebrochon; tinziililige jüdische Cremt־:»• den, Städte «ml Dorier wurden veggefegt oder in Schutthaufen verwandelt- Zum ersten Mate in seiner jalir- Inindcrtlungcii Geschichte ist das alte stille Judenghetto mit der tuoderuen Kriegskunst in imniittelbare Berührung gekommen, Mit Blut und Feuer ist ein großer Teil der Geschichte der osteuropäischen Feldzüge auf jüdischer I laut geschrieben. Dieses Kapitel gehört jedoch in die allgemeine Kriegsdironik. Wenn irgendwo, so genossen die Juden auf diesem Gebiete eine ideale Gleichberechtigung. Sie durften, genau so wie die Anderen, getötet, verwundet, zu Krüppeln oder zu Bettlern gemach t werden. Dali sie die Leiden und Oualen des Weltkrieges mit allen anderen Menschen geteilt haben, das warnte uns hier nicht beschäftig««. Wir würden auch nicht viel Aufhebens daraus mache,1׳, daß die Juden, infolge der geographischen Lage und sonstiger Umstände, vielleicht mehr als die anderen zu leiden hatten und gründlicher ruiniert wurden. Das war jedoch nicht beabsichtigt und dafür ist niemand verantwortlich zu machen. Uns interessieren einzig und allein die Leiden, die die Juden als solche aus/ustehe» hatten. Unser Zweck ist es nicht, Jercininden über diese Leiden annistimmen. Erstens müßte, dafür ein neuer Jercmiah erstehen und zweitens sind wir des ewigen Klagens satt. Wir wollen auch keinen eigentlichen Berieht erstatten. Diese Aufgabe iiherlasscu wir dem zukünftigen Historiker, der mit größerer Hube ein besser geordnetes Material vorfimlc» und bearbeiten wird. Was uns als Juilen jetzt interessiert und was von der Tribüne des Ziouistenkxjngresscs da es doch keinen anderen jüdischen Kongreß gibt! der Ocffcntlichkcit gesagt werden muH, ist weder das Gefühlsmäßige noch das informative, sondern das Belehrende, d. h, der Schluß, den wir aus den Geschehnissen ziehen. Dieser Schluß steht in tiefstem Zusammenhänge mit dem, was im Zionismus das wesentlichste ist, namentlich mit seiner prinzipiellen Auffassung und Beurteilung des jüdischen Problems. L> i e j ii d i s e 11 e 11 Leide a Was haben wir im Laufe des Krieges und nach dem Kriege in den Länder» gesehen, in denen das Gros des jüdischen Volkes lebt und die daher als hauptsächliebes Beobachtungsfeld für das Juden prahlen! in Betracht kommen? Gleich nach Kriegsausbruch vereinigten sich alle Mächte der Finsternis, um gegen die Juden zu hetzen. Ein ״Krieg im Kriege“, eine Zwisehenszene des großen Dramas wurde nach allen Regeln einer agitatorischen Strategie in den Brutstätten der Hetzereien vorbereitet. Während die Jugend und Kraft des jüdischen Volkes im verzweifelten Todesringen auf dem Schlachtfelde zugründe ging und ihre Familien in der Heimat alle Marter der Verarmung, der Krankheiten, der Belagerung und der steten Todesangst zu erdulden hatten, wurden d e gröbsten Insulten, die wildesten und absurdesten Verdächtignuigen in schamloser Niedertracht gegen diese Bevulkenmg geschleudert. In banger Bestürzung, in Schmerz erstarrt, wehrlos, von I׳'rinden umgeben, mußten die jüdischen Massen die tollsten Verleumdungen über sieh ergehen lassen, Das Tivunngesicht vom jüdischen Verrat war die Ouvertüre, auf die endlose Heißen von blödsinnigen Anrmemnärchen und Halluzinationen folgten. Die Gift wuchs und drang in die breitesten Schienten der lüchtjüdisclicn Bevölkerung. Bald begann diese Teufelsarbeit Früchte zu zeitigen; es dauerte nicht lange, bis sie das ganze Vcrwaltungssystem zu beeinflussen begann. Ein förmliches Strafgericht'wurde gegen die unschuldige jüdische Bevölkerung gehalten; die härtesten Ausuahms• regeln wurde» ergriffen; es fehlte jedes menschliche Empfinden. Ein originelles, in der aligetiteiuen Kriegs- Strategie unbekaunles Verfahren wurde in das Venleidigmig'.systcni .uifgemniiiiieii: JucJeii-Evakuatkm. I iumierttausende Juden, samt Greisen, Frauen und Kindem, ganze Gemeinden, selbst Kranke, die in der Agonie lagen, und hochbetagte Greise, die in den Altersversorgungsanst'dten die letzten Tage ihres Lebens zubrachten, wurden über Nacht, ohne Brot und ohne Kid• düng, unter Beschimpfungen und Mißhandlungen aller Art ausgetrieben. Ganze litauisch-jüdische Gemeinden wurden in wilder Unordnung, erbarmungslos, oftmals unter Peitschenhiebe», zu Fuß getrieben oder in Wagen gepackt, die selbst für das Vieh zu schlecht waren, und im weiten Rußland heimatlos heriungelietzt. Es stand uns klar vor Augen: das komitte nur mit einem Volke geschehen, das keinen eigenen Boden hat und das aus dem Buche der lebendigen Völker gestrichen ist. Das ist die jüdische Tragödie. Liier hat sich das ganze Elend und die ganze Tragik des jüdischen Exils den entsetzten Blicken denkender Beobachter entschleiert. Eine blitzartige Beleuchtung dieser hcr/zcrrciftervden und schmachvolle» Erscheinung bietet die Tatsache, daß der Krieg gegen die Juden nicht mit dem allgemeinen Kriege au!gehört hat. Im Gegenteil, das furchtbare Ungetüm des Judenhasses griff mit grausen Händen »ach jüdischem Leben, jüdischer Ehre tmd Eigentum, als der eigentliche Weltkrieg mit der großen Weltabrechmuig und der gewaltigen Korrektur der politischen Landkarte schon dar Ende erreicht hatten. Die blutigen Spuren eines nunmehr friedlichen Völkermordes führen nadi den Ufer״ des Dnicprs. Nach einer Schilderung der Pogromleklen fährt Sokotgw fort: Wohl ist der Körper des jüdischen Volkes zer* schlagen, aber die jüdische Seele lebt. Die Leidenszeit bat ׳unser Vo.k aus seiner Apathie aufgcriittelt tuva es ^cr1 ״׳״ i״ «her /.eit, als ei״ Volk \\>n D»e Leistungen unserer Brüder in Amerika SSt:«• }״*,. ״ Zeitßcsditelvte. tkwuu, a 1”8JeCfLwar Selbsthilfe ln Rußland selbst: jedes jüdische Haus verwandelte sich ln ein Asyl jeder lissen Brot wurde geteilt. Dies ist für uns 21w! Quelle der Stärkung uikT der Zuversicht. Wenn wir nwmehr an unser Volk den Ruf richten: Rettet die Juden Ukraine«I JUEÖISCHE;RUNDSCHAU oder: Rettet die Kit1!!<.׳r! so sind wir sicher, willige Olire« mtd I lerze» zu find.». Wir müssen aber zugleich und vor allem unser Volk auftord-ern, dem Zustand ein Ende zu setze», der diese Erscheinungen möglich macht 1 Wir haben gewarnt! Theodor 11 e r z 1, dessen großer Schatten »och heute unser heimlicher Führer ist, hat bereits vor einem Viertcljaliriniudcrt auf die wachsende» Gefahren hingewiesen, die der Mangel einer Heimstätte in sich birgt. Ate wir uns niclrt auf die palliativen Mittel Ix׳• schränken wollte», woiidi-rit das Ucbcl an seine» Wurzeln anzufassen vcrsiiciite», als wir Wege gewiesen und der Zukunft vwgvarin'ik׳(, verhölmte man uns als Utopisten. Hätte das jüdische Volk seine ganze Kraft schon datnals dafür eingesetzt, unser Ideal zu verwirklichen, dann wäre die Heimstätte schon lange da. Der Wciitlepuak t. Jetzt sind wir bei einem neuen Abschnitt unserer Entwicklung .־mgclangt. Zweitausend Jahre standen wir im Warteranm der Weflgcschidite, endlich sind wir ciugctretcu. Die Balfo ursche Deklaration, die gleichlautenden Erklärungen Frankreichs, Italiens, der Vereinigten Staaten Amerikas und anderer Mächte, die Konferenz von San Retno erschienen als Marksteine auf dem langen Wege zur Erlösung, Und wolilgvmerkt: Was man schlechtweg die ״Balfotirsdie Heklar.-itfon״ nennt, ist ein vvelfliistorischer Akt. Es ist wahr, Baffotir hat diesem Akt seinen Btscmpcl aufgedrückt; 1׳s ist nicht eine Politik im landläufigen Sinne dieses Wortes, cs ist tlas Gewissen, die Vernunft, die tiefe l/i'berzeugung dieses hcrülunten Staatsmannes dieses Denkers, ’ dieses Zinmisten, die aus der Deklaration sprechen. Er hat Grolles geleistet und wir hoifen, daß dieser ehrwürdige Manu, dessen Lebe.» uml Tätigkeit noch lange dauern möge, uns noch viel helfen wird. Sein Name wird ewig glänzen in der Rulnncshalle jüdischer Geschichte. Diese Deklaration wurde dann aber als Beschluß des englischen Kabinetts gefaßt, im Namen der Regierung Großbritanniens, in aer Ke,:*erungs/.eit des jetzigen englischen Königs, d_cm es beschieden sein möge als Cyrus der Zweite in der Geseliichte zu figurieren. Und will man das Verhalten der öffentlichen Meinung Großbritanniens zu diesen! Akt der Gerechtigkeit und Weisheit kennen lernen, so Tose man die Saiumelsclirift, die wir veröffentlicht luben und die die Sympathiekundgebungen enthält, die die Vertreter der englischen Regierung, der hohen Geistlidikeit, der Wissenschaft und Kunst, des Parlaments, der Arbeiterschaft und vieler anderer einflußreicher Kreise an .uns gerichtet habenI Da hat das wissende England gesprochen. Auch die Regierung Frankreichs hat unser Recht anerkannt und pino offizielle Deklaration veröffentlicht, die ganz identisch mit der Balfourschv» Deklaration tautet. Dort waren große Vorurteile gegen den Zionisimis verbreitet, die noch jetzt von Zeit zu Zeit wieder ,11׳!(flackern. Wir sagten uns trotzdem, da müssen wir arbeiten, denn es jst nicht möglich, daß die französische Nation, die so viel Sinn für große Mcnschhcitsidealc hat, unser ideales Bestrehen nicht zu schätzen fähig wäre, - Da wurde uns schon unter dem Ministerium Ritnit von M. Jules Cambon im Namen der Französischen Republik du!Dokument zur Veröffentlichung gegeben, das uns־ Unterstützuivg für unsere nationale Sache verspricht. Das darauffolgend* Ministerium Clemenceau hat uns durch den damaligen Minister des Aeußcrn, M. Pichon, die Deklaratbu Balfour!»estiitigt. Eine ahnlielie Ik'.tätigung erhielten wir audi vom jetzigen Ministerium tmd wir hoffen zuversichtlich, daß Frankreich, das eine große Ralle im Orient spielt, in edelmutiger Weise unsere berechtigten Bestrebungen fürdem wird. Auch Italien, das klassische Land der nationak-1», Idee, erwiderte unsere Vorstellungen und Aufklärungen mit großer Sympathie. Noch vor der BaHoursdieu Erklärung gab uns der gewesene Premierminister Signor Bose 111 seine feierliihen Versprechungen und kurz nach dem Beschluß des englischen Kabinetts wurde die Baifottrschc Erklärung von der italienischen Regierung be- «tätigt. So erschienen wir wir der Friedenskonferenz zu Paris und in San Rema, zum ersten Male nach 200!) Jahren, als Vertreter eines Volkes. Wir hab?n unser Recht auf die nationale Heimstätte geltend gemacht und dieses Recht wurde uns zucrkarcnt. Das kann nicht mein• geändert werden. Die neue Epoche. Die neue Epoche jüdischer Geschichte wurde eingeleitet. Der Zionismus ist zum verbrieften Völkerrecht geworden und nichts kann diese Tatsache tingeschelten machen. Palästina ist das verheißene Land der Bibel und die Bibel ist keine vergilbte Papyrusrollc. Zu unseren Gunsten spricht da.s heilige Recht der Nationen, an dem nicht zu mäkeln ist. Wir haben die inte!national anerkannte Balfoursdte Deklaration, die nicht in einem Papierfetzen umgcwandc'.t werden kann. Nun heißt es mit dem Lehen ringen. Wir sind uns wohl bewußt, daß die Schaffung einer jüdischen Heim- Stätte nicht mit einem ״Es werde!“ vollzogen werden kann, Aber keinerlei Mmdcrnisse, Prüfungen, Krisen und Vorurteile werde״ uns von unserer historischen Bahn ablenken. Wir sind in die Vöfkcrfamilie wieder eingetreten. Hat irgend ein Volle ein Recht, seine Eigentümlichkeit und Nationalität zu behaupten, so hat es das jüdische. Dareh einen harten Kampf ums Dasein hat sich in ihm auch ein starkes Bewußtsein seiner inneren Kraft tmd seines großen Berufs im VölkcrScbe» amgebildct. Ein Volk, welches für seine Existenz gelitten hat und leidet wie kein einziges Volk in der Welt, kann nicht aus dem Buche der Lsbendigen gestrkhen werden. Das Bewußtsein seiner Nationalität ist seine geschichtliche Ehre und hat ein Recht darauf, geschont und anerkannt zu werden. Keine irdische Macht kann dieses Bestreben tmd dieses Ideal brechen. Nur wo aus freier Liebe, aus hochherziger Selbst- Verleugnung, aus der Gemeinsamkeit der Interessen und Bedürfnisse sich freie Völker die Hand zu einem festen Bunde reichen und in freiem Entschlüsse so viel von ihrer Eigentümlichkeit aufgebe«, daß das Ganze damit _ ___ Nr. 7! bertelwn und aus dcmwlhcn Sich laerwrhilden Um״ . . fcaim;״:di eine dauernde Einheit gc;k\iu1־t. r>a? ildiscl.e Volk ist immer den Weg der StlbstverH:׳״» 1urn°• •regangen, hat für die allgemeinen Interessen d״r Mens ca heit die ״roßten Opfer gebracht tm:l so rei-chürfic Saaten des Undanks, des Neideder Verleumdung und Vcrläslcntn״ es auch geerntet hat, es wird auch ferm•: den Wer׳ der edlen Besonnenheit gehen und seinen Bück atrf das große Ganze gerichtet halten, näht geirrt durch Fanatismus und Leidenschaft, oder durch d:j Maßlosigkeit unbegründeter Ansprüche. Ater es ward auch mit sicherem Bewußtsein seine nationale Würde behaupten und sich seine Individua’ität nicht verwischen lassen. Der Zionismus und der Orient. Wir situ! die natürlichen Bundesgenossen sämtlicher wiederauferstandeuer und nach nationaler Freiheit stre. bcntlcr Völker, insbesondere der •oriemalLcöen Völker. Nicht 10 s vom rOicnt, sondern in i t dun ganzen Orient, werden wir unser Ideal verwirkliche». Wir sin«! e 11 t s c h los s e », in i t de r a r;1 b i s c h e » Nation friedlich zusammen zu arbeiten. Nicht aJcm die dauernde Gemeinschaft holier Interessen und mensch. lieber Ziele, nicht allein die gereifte Einsicht der Geiste: machen diese Freundschaft volkstümlich in unseren Kreisen. Was uns betrifft, so findet dasselbe auch eine mächtige Fürsprache in dem Gemüt uml den Gefühlen unseres Volkes. Uns verbinden mit dem Araberfuni alte Erinnerungen, große geschichtliche Erlebnisse; 1an verknüpft mit'diesem Teil der semitischen Rasse das Andenken großer Epochen einer blühendem gemeinsamen zivilisatorischen Tätigkeit. Wir bewundern das kräftige Vorwärtsstreben dieses lange »»'erdrückten Volkes und sind sicher, daß wir uns einer Fntwickhing nähern, bei der es möglich sein wird, jede Gi-gciisut/liclikeit zwischen uns und den Arabern zu mildern und ans/ugleichen. Für uns gibt es nur eine An der Möglichkeit für uns«,• Beisammensein, den Wunsch, den En; Schluß, das Gelöbnis, einander verstehen zu wollen. Man denke sielt die kleinen Kresse der Hoihkulüvicr.en auf beiden Seiten rasch von suchen Gedanken ergriffen, man stelle sich vor, ein solches Meuschäcitsidcal breche dann wie ein unwiderstehlicher Frühling über die Herzen der Menschen herein, ergreife sie alle, dann könnten wir mit ungeheuren Energien, die nicht mehr zersplittert ausemaiulcrfaJiren, sondern tn wunderbarer Einheit zusamtuciiwirkcn, eirv neues Leben höchster Vollendung für die Völker des Orients schaffen. Verstehet einander! Ja, das ist möglich, das wird und kann geschehen, so ist der Gerechtigkeit und der Freiheit Bahn gemacht, daun kann es sein, daß wir keinen Feind mehr »eben uns haben, dann kann cs geschehen, daß wir den, der unser Feind zu sein vorgab, daß wir den begreifen und er uns uml daß dieses gegenseitige Verstehen aller Feindschaft Ende bringt. Weil wir bis heute uns nicht verstanden, waren die anderen gegen uns mißtrauisch, haälerfüllt, neidisch, und fühlten sich fortwährend angetrkbc« zu rechten, zu richten, zu!!adern und za kämpfen. Ein Volk, das ein verstehendes wird, dessen Lehen, Fühlen und Handeln wird im Lichte sein, das wird nicht richte», sondern schlichte«, ־nidit hadern, sondern fördern. Ihr Völker vies Orients, wir bringen euch eine Botschaft der Wiedergehurt, de, Fortschritts, der Erlösung! Sehet, wir all« bedürfen des Trostes, wir sind im Dunkel der Hoftaumgslosigkeit gewesen, und irr war unser Tun. Davon müssen und werden wir uns befreien. Unser Verhältnis zum arabische» Volk. Dafür sprechen nicht nur Traditionen und moralische Gründe. Die Sympathien der Natioiacn beruhen am letzten Ende hauptsächlich auf ihren Interessen. Wenn die Interessen der Araber und der Juden auf dem Gebiete der praktischen Politik i'tbc re instimmen, bleibt auch die Sympathie nicht aus. Wir haben das größte Interesse, mit «len Arabern in gulem Einvernehmen zu leben, und je enget diese Beziehungen geknüpft werden könnten, desto lieber wäre es uns. i>ie Interessen des arabischen Volkes weisen es darauf hi», ein freundschaftliches Einverständnis mit der jüdischen Nation za pilegen; es hat bet einer Verbitterung der Wechselseitige» Beziehungen unendlich mehr 1-iazubüßen, als ihm irgend ehe Einschränkung jüdischer Initiative nützen kann. In dieser Politik des Friedens und der Zusammenarbeit werde« wir uns nicht durch die mcuchc!morde• rischen Angriffe auf die jüdische Bevölkerung Jaffas und auf die jüdischen Kobnicn beirren lasren. Wir beklagen es aufs tiefste, daß sich der arabische Name durch Taten der Gewalt und des Unrechts, durch Barbareien eines verfilterte» tmd verwilderten Pöbels, befleckte. Dieser Mob schändete die arabische Nation und so bitter und schmerzlich die Wunde in unserer Seele brennt, werden wir uns trotzdem dadurch nicht blenden lassen. Wir setzen unseren Stolz darin, daß Erc/■ Israel als ein Land der Menschenliebe u;1d der Freiheit aflcn anderen Ländern der Welt voranieuchten soll. Wir gehen nicht hin, um als I lerrenvolk einem anderen Volke aufs Genick zu treten. Zurückhaltend und vorsichtig, niemals aggressiv und verletzend, immer klar und zielbewußt, wird unsere friedliebende, emsige Bevölkenmg mit ihren Mitteln und Opfern neue Erwerbsquellen erschlieBen, die sowohl für sie selbst, als für den ganzen Orient zum Segen gereichen werden. Wem! diese oder jene Arbeiter in gehässiger Weise unsere ehrlichen Bestrebungen angreifen, 90 sind dies Augenbheksstimmungen, die in der Politik nicht zu ernst genommen werden dürfen. Es ist vielmehr zu hoffen, daß sie von einer so falschen Auffassung zurückkommen werden und an 41k Stelle des undurchfuhrbaren Bestrebens, die von dem Areopag der Großmächte angeitbntmcne Balfeursche Deklaration aufzuhebvn, den Wunsch stellen, ihre Interessen möglichst in Einklang zu bringen, mit denen des jüdischen Volkes. Mit hoher Genugtuung würde es begrüßt werden müssen, wenn die Araber in diesem Geiste ihre Aukube be״r!ffen ein großer Fortschritt im Orient mülTte sich "daran knüpfe« Solang« man sich im Stadium der Schlagworter befindet, ist die Verständigung schwierig, aber *obakl man ar. die Arbeit gehe» wird, werden staatsmutitmehe, praktische, geschäftsmäßige Gesichtspunkte die Oberhand gewinnen, die zu einer Verständigung und zu einer Zusammenarbeit drängen. Das große Arabien,

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