Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 70 (2.9.1921)
- Date
- 1921-09-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2652316-2652379--14290-2672099- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 502 j U EDI SCH C RUNDSCHAU Kr. 70 i f■ 4 i 1 I׳. | I 'S I * m x t I 1 1 1 i I 1 ) Aus dem politischen Bericht der Executive Wir «iiielmicn 1km gedruckt vorliegenden Bericht über die politische Täti^k-cit in London um! Paris nachstehende Abschnitte: Die Verhandlungen mit der Regierung waren im Oktober 1016 bereits 90 weit ,gediehen, daß die Zio- «istische Organisation es iür richtig hielt, eine fürmelle Darlegung ihrer Anschauungen über die zukünftige Regierung Palästinas für den Falt, daß es unter die Kontrolle Englands und Frankreichs käme, der Regierung zu unterbreiten. Dies Programm, das im Anhang A w icderge^vbi-n ist, enthält bereits im Umriß die Vorschlüge, die vier Jahre später in dem Mamlatsentwuri iiicdcrgelegt wurden. Es liegt keine Erklärung über die Haltung vor, die die Regierung zu dem Programm einnshm, als es ihr überreicht wurde; sic scheint jedenfalls in den zionistischen Forderungen, wie sie in diesem Programm niedergelcgt waren, eine Basis für detaillierte Verhandlungen gesehen zu haben. Jedenfalls traten kurz danach an die Stelle der uuverbindliehen UnterliaJtiuigen ■mit einzelnen Staatsmännern Veriiandhmgen formellerer Natur. Der Zionismus wurde als Teil des Fragenkomplexes des ״mittleren Ostens“ und des Problems der kleinen Völker erkannt, Die Zeit war gekommen, wo die Regierung die Annahme einer bestimmten Haltung zur jüdischen National (rage in Erwägung ziehen konnte. Sir M a r k Sykes; die erste formelle Konf e r e n z. Ein Wendepunkt trat mit der ersten Berührung der zionistischen Führer mit Sir Mark Sykes, der dainals das die Fragen des ״mittleren Ostens“ behaudehute Departement des englischen Auswärtigen Amtes leitete, ein. Sir Mark Sykes hatte Syrien und Palästina viel bereist und besaß eine gründliche Kenntnis dieser Länder und ihrer Einwohner. Ei־ war ein Manu von wannen, edlen Gefühlen, in dem die ideellen Faktoren des politischen Lebens einen warmen Widerhall lauden, lind besonders ein energischer Vertreter des Oedankens der arabischen und armenischen Wiedergeburt. Vom jüdischen Nationalismus wußte er zu jener Zeit wenig. Er halte sogar, ohne es zu wissen, mitgeholfen, ein ernstes Hindernis in den Weg der politischen Bestrebungen des Zionismus zu legen. Er schloß nämlich lut Namen Englands das englischfranzösische Uv l>c rein kommen vom Jahre 1916 ab, das tuiter dem Namen ״Sykes-Pioot-Vcrtrag“ bekannt ist und durch welches Palästina in eine britische und eine französische Zorn־ geteilt wurde. Dieses Ucbcreinkmiimcn wurde den zionistischen Führern erst später, als Sir Mark Sykes bereits ein überzeugter _ Freund des Zionismus geworden war, bekannt Bei einem IManne von seinem Temperament und seinen Gaben genügte es schon, daß er den Zionismus kennen lernte, um ihn zu seinem Fürsprecher zu machen. Der Zio• irismiis paßte ausgezeichnet in sein Licblingspivjekt der Wiedergeburt der Länder des ״mittleren Ostens“, als deren Pfeiler ihm nun die jüdischen, arabischen und amteatisdien Völker erschienen. Später brachte er Vertreter dieser drei Nationen zusammen, um das Zus.uumenwirkvn zwischen ihnen, von dem ihm die Verwirkficlmng seines Ideales abhitig, in die Wege zu leiten. Vom Frühjahr 1917 bis zu seinem plötzlichen, vorzeitigen Ttode, im Februar 1919, leistete er dem Zionismus unschätzbare Dienste. Die erste formelle Zusammenkunft mit Sir Mark Sykes fand am 7. Februar 1917 im Hause Dr, Gasteis statt Die folgenden Herren waren anwesend: Lord Rothschild, Mr. Herbert Samuel, Go!. Sir Mark .Sykes, Mr. James de Rothschild, Mr. Nahoirm Sokolow, Dr. C11. Weizmann, Air. Joseph Gowen, Mr. Herbert!!entwich und Mr. Sacher. Dr. Gaster cröffnetc die Verhandlungen mit einer allgemein gehaltenen Dar•!egting der Ziele des Zionismus. Er sagte, es dürfte m Palästina kein Kondominium und keine internationale Verwaltung geschaffen werden. Die Zionisten wünschten ein britisches Protektorat über Palästina mit dem Rechte freier nationaler Entwicklung für die Juden.__ Das bereits ausgearbeitete Programm war Sir Mark Sykes unterbreitet worden. In diesem Vorschläge war die Gründung einer ״Chartcrcd Company“ unter gleichzeitiger Gewährung des vollen Einwanderungsrechtes an die Juden der ganzen Welt vorgesehen .worden, Sir Mark Sykes, der erklärte, er wohne der Konferenz rein privat bei, zeigte sich sehr sympathisch und besprach alle wesentlichen Punkte, wie öle Haltung Rußlands, Italiens und Frankreichs und der Araber zu der Frage der Zukunft Palästinas. Herr James de Rothschild fragte zweimal, ob eia Ucbcreinkommen zwischen Engfand und Frankreich über Palästina bestehe, erhielt aber keine Antwort. Sir Mark Sykes sagte, daß es der englischen Regierung unter großen Schwierigkeiten gelungen sei, ük Frage Palästinas offen zu halten. Er schlug vor, daß die Konferenz jemanden ernenne, um die Verhandlungen mit ihm und M. Picot, dem. Vertreter der französischen Regierung, weiterzutühren. Herr Sokolow wurde für diese Aufgabe bestimmt, und Sir Mark Sykes stellte ihn am nächsten Tage Herrn Picot vor. So h1'1;rm1K-t1 die Verhandlungen, die neun Monate später in der lkiltour-Deklaration ihren Ab- ■trtihiß fatulcn. Die Balfou r-Deklaration Die politische Arbeit während der verbleibenden Monate des Jahres 1917 war hauptsächlich darauf gerichtet, von der britischen Regierung eine ausdrückliehe Sympathkcrldarung mit den zionistischen Besirebungen zu erhalten. Danach, 90 hoffte man, würden die veitsündeicn Regierungen gleichlautende Erklärungen abgeben. Eine Reihe von Formeln wurde von verschieden« Mitgliedern des politischen Komitees vorgeschlagen. Einige dieser Formeln waren sehr detailliert; es zeigte sich jedoch, daß die Regierung sich zu jener ~5,'V• '״״<״ ‘י allgemein gehaltenen prinzipiellen Erk.arung zu binden bereit sei und 90 einigte man sielt schließlich auf eine gedrängte, allgemein gehaltene Formel. Der vorgeschlagcne i'cxt wurde Sir Mark Sykes, Baron Edmowl de Rothschild und dein Prästdc!',£” w״son gezeigt und von jedem von ihnen gdillbgt. Am 13. JuK sandte Lord Rothschild die Formel aa Mr. Balfour. Das englische Kabinett, dem von gewissen einflußreichen eng• lischcu Juden aniiztonktische Vors fei hingen gemacht worden waren,;imlerie den Text aber und unterbreitete die neue Formel Vertretern beider Richtungen. In dem Begleitschreiben hieß cs: ״In Anbetracht der Meinungs- Verschiedenheiten, die unter den Juden selbst über diese Frage bestehen, möchten sie fd. h. das Kabinett) eine schriftliche Aeußerung führender jüdischer Persönliche Reiten, sowohl zionistischer, wie nichtdoiiistisdier Richtung, einholen.“ Dieser Brief wurde an. die folgen, den Herren gesandt: 1. Sir Stuart Samuel, Präsident des ״Jcwish Board of Deputies“. 2. Mr. Leonard L. Cohen, Präsident des ״Jewish Board of Guardians“. 3. Mr. Claude G. Montefiorc. 4. Sir Philipp Magnus, Mitglied des Parlaments, 5. Dr. Hertz, Oberrabbiner von Großbritannien. 6. Mr. N. So ko low, Vertreter der Exekutive der Zionistischen Weltorganisation in England. 7. Dr, Weizmann, Präsident der Englischen Zionisti- ' sehen Föderation. Herr Sokolow und Herr Dr. Weizmann akzeptierten den Entwurf der Formel, obwohl sie es vorgezogen hatten, daß diese gelautet hätte: ״Wiederherstellung] Palästinas als der jüdischen nationalen Heimstätte“ statt ״Die Schaffung einer nationalen ’Heimstätte in Pakistina“. Sie ' betrachteten auch die audüizicrcnden Klauseln als unnötig, da ihr Inhalt selbstverständlich sei. Dr. Hertz und Sir Stuart Samuel stimmte« iin wesentlichen mit der zionistischen ,Anschauung überein; die anderen dagegen erhoben Einwändc gegen die Formel, insbesondere gegen das Wort _ ״national“. Das Kabinett erwog diese verschiedenen Meinu ngsäußerungen und nahm die Formel mit einigen Acndcrungen an. Es verstrich jedoch einige Zeit, ehe die Erklärung abgegeben wurde. Das Kabinett hatte selbstverständlieh andere und ihm dringendere Fragen zu erwägen. Außerdem _wareu in der Regierung selbst Gegner vorharnlcn. Line Zeitlang schien es so, als würde der entscheidende Schritt von d-cr Regierung auf unbestimmte Zeit verschoben werden, und es schien daher ratsam, die Position der Freunde des Zionismus in der Regierung durch Unterstützung aus Amerika m stärken. Herr Obcrrichtcr Brand« is trat also an den Priisideuten Wilson heran, und der Präsident sandte mm eine persönliche Mitteilung an die englische Regierung, in der er seine Zustimmung zu dem Gedanken einer piozionistischen Erklärung aussprach. Schließlich vvurden ־alle Hindernisse beseitigt, und am 2. November 1917 sandte der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Mr. Balfour, die angenommene Formel an Lord Rothschild. Dieser Triumpli! des Zionismus war zum großen Teil der persönlichen Fürsprache Mr. Baitours ztmischrciben 1und die Balfour-Deklaration beißt mit Recht nach ihm, nicht bloß, weil es ihm als Minister des Aeußercn zufiel, den historischen Brief zu schreiben, sondern weil er mehr als irgendein anderer Staatsmann für die Politik, die in der Deklaration ihren Ausdruck fand, verantwortlich ist. ׳! Die Balfour-Deklaration wurzelte im Charakter des britischen Volkes und in den Traditionen der englischcu Staatsmänner. Sie entsprang der diarakteristtsehen englischen Haltung zu den Juden, einer Haltung, die ihren Ursprung nicht nur in dem englischen Geist des ״fair play“ und der Sympathie mit den Bedrückten hat, sondern in ganz besonderem Maße auch In der tiefen Verehrung für die Bibel und dem Interesse an den Juden als dem ״Volk des Buches“, die tief in dem Gefüge des englischen Geistes verwurzelt ist. Nichtsdestoweniger wäre es verfehlt, die Deklaration bloß als ein Stück politischen Idealismus lunzustellen. Die mögliche Bedeutung Palästinas fiir das britische Weltreich, die neuen politischen Erfordernisse der durch den Zusammenbruch Rußlands geschaffenen Lage, die Bedeutung der Gewinnung jüdischer Sympathien — bcsonders in Amerika, das erst seit kurzem in den Krieg cingctrcicn war — Erwägungen dieser Art dürften bei einigen der Staatsmänner und Militärs, die für die Deklaration waren, mitgc&prochcn haben. Die Deklaration wurde ermöglicht durch ein Zusammentreffen von Umständen, die es der britischen Regierung erlaubten, ohne von der Linie der großen Interessen der englischen Politik abzmveichen, einem der edelsten Gefühle des englischen Volkes Ausdruck zu gebe«. Die Deklaration war realpolitisch und idealistisch zu gleicher Zeit, und darum ist sie ein Meisterstück staatsmäimschcr Kunst. Die Veröffentlichung der Deklaration, die von der Regierung bereitwillig gestattet wurde, fand fünf Wochen vor der Eroberung Jerusalems statt und war das Signal für einen großen Frcudensaiishruch in der ganzen Judenhcit. Verhandlungen mit der Ito. Schon im Jahre 1914 wurden Bemühungen unternominell, um eine Basis für eine gemeinsame Arbeit mit der Ito zu finden. Auf den Vorschlag des Herrn Grcenberg, des Redakteurs des ״jewish Chronicie“, besuchten Herr Dr. Weizmann und Herr Joseph Co wen Herrn Israel ZangwilL Sie fanden, daß Herr Znngwllf nicht sehr geneigt war mitziiarbcitcn. Er verlangte Garantien, daß Herr Dr. Weizmann und Herr Cowen die Anschauungen der offiziellen zionistischen Körper- Schaft verträten. Im Jahre 1917 aber deutete Herr Zangwill an, daß eine Annäherung möglich sei. Er war einer der Redner bei der öffentlichen Versammlung, die am 2. Dezember, zur Feier der Deklaration, im London Opera Iiouse gehalten wurde. Das einzige praktische Resultat dieser Verhandlungen war der Eintritt Dr. Eders als Vertreter der Ito in die zionistische Koniraission, als diese im März 1913 nach Palästina abging. Das jüdische Regiment. Unter den von dem politischen Komitee behandelten Fragen bestanden über keine so tiefgehende Meinungs- Verschiedenheiten wie über die des jüdischen Regiments. Die Frage wurde Ende 1917 akut, als von der amertkanischen Zionistischen Organisation ein Telegramm eintraf, wonach sich viele jüdische Rekruten in den Vereinigten Staaten «tid Kanada melden würden, wenn es als wünschenswert erachtet werde, und worin um Mitteilung der offiziellen Anschauung der Zionistischen Organisation über diese Frag« gebeten wurde. Infolge der Meinungsverschiedenheiten Im politische» Komitee und unter den Zionisten im allgemeinen wurde;» keine offiziellen Schutte in der Sache getan. t|Wr jubotlnsky, Herr Dr. Weizmann und Herr Joseph Cowe» unterstützten jedoch das Projekt eines jüdischen Regt, mentes energisch. Späterhin schloß sich die Zionistische Organisation in bestimmterer Form dieser IVitik «!1, und es wurden energische Anstrengungen gemacht, tun die Erhaltung der jüdischen Bataillone in Palästina zu sicher«. Die zionistische Kommission, Obwohl die Balfour-Deklaration vor dein Ende der Feindseligkeiten nicht in die Wirklichkeit umgesetzt werden konnte, bot sie dennoch eine Grundlage, auf der man politisch Weiterarbeiten konnte. Ihr erstes praktischcs Resultat war die Bildung der Zionistischen Kommission. Die Stellung, Zusammensetzung und Aufgaben der Kommission wurden folgendermaßen definiert; a) Die Stellung der Kommission. Die Kommission soll die Zionistische Organisation vertreten. Sie soll den britischen Behörden in Palästina als beratende Körperschaft in allen Fragen, die die Juden angelten, oder die auf die Schaffung einer reationalen Heimstätte für das jüdische Volk im Sinne der Dekla* ration der britischen Regierung Bezug haben, zur Seite stehen. b) Die Au fgäbe« der Kommission, 1. Sie soll ein Bindeglied zwischen den britishen Behörden und der jüdischen Bevölkerung Palästinas bilden, 2. Sie soll das Hilfswerk in Palästina regeln und bei der Rückführung der vertriebenen und evakuierten Personen . und Flüchtlinge behilflich׳ sein. 3. Sie soll bei der Wiederherstellung und dem Ausbau der Kolonien und überhaupt bei der Organ!‘, sation der jüdischen Bevölkerung Hilfe leisten. 4. Sie soll den jüdischen Organisationen und in. stitutionen in Palästina bei der Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit behältlich sein. 5. Sie soll dazu beitragen, freundliche Beziehungen mit den Arabern uml anderen niditjüdischen Gemeinschalte« in Palästina herzustellcn. 6. Sie soll Material über die Möglichkeiten der weiteren Entwicklung der jüdischen Siedlung und überhaupt des Landes sammeln und darüber Bericht erstatten. Um diese Aufgabe zu erfüllen, muß die Kommission, soweit die militärische Gage cs gestattet, das Recht ungehinderter Redefreiheit, Untersuchung und Berichterstattung über die erwähnten Fragen haben. c) Zusammensetzung der Kommission. Die Kommission soll aus Herrn Dr. Chaim Weizmann als Präsidenten und Vertretern der Zionistischen Organisatkmen in den Ententcländem bestehen. Diese Formulierung wurde von der englische« Regierung angenommen, und die Kommission erhielt die vollste Unterstützung der Behörden. IV. Weizmann wurde mit Einführungsbriefen von Mr. Balfour und Mr. Lloyd George verseilen. Die Kosten der Kommtss;o« wurden von der Zionistischen Organisation getragen. Die Zusammensetzung der Kommission bereitete einige _ Schwierigkeiten. Die anfängliche Absicht war, daß die Kommission, soweit als es die Umstände ge• statteten, aic zionistische Cicsamtbewcgung vertreten solle; tatsächlich waren jedoch in ihr weder die amen• kanischen, noch die russischen Zionisten vertreten. Die amerikanischen Zionisten konnten aus politischen Gründe« nicht teiinehmen, da die Regierung der Vereinigten Staaten, anscheinend der Meinung war, daß es in'Anbetracht der Tatsache, daß die Vereinigten Staaten sich mit der Türkei nicht im Kriegszustand befänden, nicht angängig sei, daß amerikanische Zionisten sieh an der Kommission beteiligten. Die amerikanische Aerztcgcscllschaft, mit deren Organisation die aincrikanischen Zionisten zu jener Zeit sehr beschäftigt waren, stellte in gewissem Sinne eine« Ersatz für die fehlende amerikanische Vertretung in der Zionistische« Konimisston dar. Es wurden auch Vertreter der russischen Zionisten ernannt; sie konnten jedoch Rußland aus politischen Gründen nicht verlassen. Der Misrachi und die Poale-Zio» verlangten, in der Kommission vertreten zu sein. Es entwiecklte sich eine weitläufige Korrespondenz mit ihnen über die Frage; s dt lieblich entsandte jedoch keiner dieser beiden Verbände eine Vertretung, Die französische Regierung sprach den Wunsch aus, dab ein französischer Jude der Kommission beiträte, und ihrem Wunsche entsprechend, begleitete A4. Syke:; Levi.die Kommission. Führende itaüenische Juden traten gleichfalls an die italienische Regierung mit der Bitte her,חו,^ in der Kommission vertreten zu sein. De* italienische Gesandte hatte eine Unterredung mit Herrn Sokolow über die Angelegenheit, und es wurden zwei italienische Vertreter gewählt: Herr Dr. Artom, ein Hauptmann der italienischen Armee, und Kommandant ßianchini, der zweite Kommandant eines italienischen Kriegsschiffes; beide wäre« Zionisten. Diese Vertretej waren jedoch nicht in der Lage, mit der Kommission zu reisen, und kamen erst später nach Palästina. Ans l.iigl.iml wurden die fnlgeiv.k•» I lerrcn i« tbe Kommission entsandt: Herr Dr. Weizmann, als IVjsideut, Herr Joseph Cowcn, Herr Leon Simon, Herr ז fto eCr״(de,r 'etz,cre »ls Vertreter der Ito) und Her: J- M., Stoff, als Sekretär; A4ajor Ormsby Gore begleitete die Kommission als Vertreter der Regierung in der Stellung eines politischen Liaisonoffiziers. Ihm wäre!» Major James de Rothschild und späterhin Haupitnan« ‘:r״: Waley und Leutnant Edwin Samuel (Sohn von Sir Herbert Samuel), der bereits dem Stabe Srf E. Aiknby* in Palästina angehörte, atSachiert Ehe die Kommission England verließ, wurde Herr Dr. weizmann vom König in Audienz empfangen. Bei der Unterredung im Buckingham Palace, die ungefähr 35 Minuten dauerte, sprach der König sein Interesse und ®e1ne Sympathie für den Zionismus aus und wünschte den Bemühungen der zionistischen Führer guten Erfolg. Die Kommission traf im April 1918 in Palästina ei«, 0?1,?1"o,. , ׳ two bloß die südliche Hälfte des Landes, cnischließüch Jerusalems und Jaffas und der jüdäisehen Kolonien, von den Verbündeten besetzt war. Es war die er-c ^roße deutsche Angriff an der europaischen Westfront stattfand, auf den sich die gesamte Autraerksamkeit konzentrierte *und für den alle zur Ver־