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Jüdische Rundschau · 1921-08-30 · Heft 69 (30.8.1921) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 69 (30.8.1921)
Date
1921-08-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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f:üSdie 4OK JülZÖISCIlB RUNDSCHAU Ni. 68 propagiert hatte in der Hoffnung, daß es zu Lebzeiten der Propagandisten nicht dazu kommen werde .... Ist das alles zu stark gesagt? Ist nieht von mußgehendsten Stellen zugegeben worden, daß die Balfonr-Erklärtmg und die San Remo- Entscheidung uns wie ein Domiorsdilag getröden hatten, — daß wir in keiner Weise vorbereitet waren und derlei Eingeständnisse mehr? Wird nicht zugegeben, daß schon der erste Anfang selbst der m i n i m a 1 s t e re Einwanderung zur Katastrophe geführt hätte, wäre nicht von der englischen Regierung für Arbeit gesorgt worden? Schließlich —: stehen wir mit dieser Auffassung so allein? — Durchaus nicht! Nur daß im wes ent- 1 i c 11 e 11 eben die andere öa r 11 i t u r die Part ei in a sc 11 i 11 e h elierrsch t. Zur besseren Verdeutlichung wollen wir einmal zwei Namenreituu einander gegeniiberstelleii, von denen die erstere alles auf klein, langsam, unsozial, teuer und einseitig, die andere auf groß, schnell, billig, allseitig und freiheitlich stellt. Zur ersferen Liste gehören (in alphabetischer Reihenfolge): Auerbach, Böliin, Nawratzki, Oettinger, Ruppin, Julius Simon, Ussischküi. Zur zweiten: Auhagen, Ballod, Herzl, Jnbotinsky, Krapotkin, Nonlau, Soskin, Trietsch und ״der Gefangene der Organisation•‘: Wei/mann Vielleicht wird es dem Publikum jetzt leichter sein als früher, die Berechtigung einer Kritik zu verstehen, weil (soll man sagen, glücklicherweise?) die Phalanx der anderen durchbrochen ist. •— Nicht durch den Beweis der Unsinnigkcit ihrer Methoden, — das wirkt schwer auf ״Publikum“, aber durch die Streitigk e i t e 11 unter den bisher Q1 e i e h g e s i 11111 e re selbst! Simon und de L iem e, die mit weitgehenden Vollmachten nusgestatteten Vertreter der Exekutive, haben resigniert, weil sie diese Führung der Dinge in Palästina nicht mehr mitmachen wollen. Ihren Standpunkt teih die bisherige Leitung der amerikanischen Föderation. Es ist zwar bewiesen worden, daß diese im Unrecht sind, aber der Beweis wurde vou der a 11 - deren Garnitur geführt. Und Simon, de Licmc und die um Brandeis beschließen mit ähnlicher Einmütigkeit, daß die G e g e 11 s e i t e tm Unrecht ist. Am wahrscheinlichsten ist hiernach wohl, daß bei beiden Parteien genug zu tadeln war. Sicherlich aber haben beide sich in der kritischsten Periode unserer ganzen Arbeit nicht kritisch genug erwiesen. Sonst hätten alle diese phantastisch irrigen Grundlagen unser Werk nicht gefährden dürfen. Sollen wir auf die Mitarbeit der hier Genanntere verzichten? Ich glaube kaum. Dazu ist unsere Organisation nicht reich gering an irgendwie wertvollere Kräften. Aber es ist ein Unterschied, ob die einzelnen ihre Spezialarbeit tun, d. h. auf dem Gebiet tätig sind, für das sic die erforderlichen Voraussetzungen!nitbringen, oder ob sie von dem Einzelgcbiet aus, das sie beherrsche» mögen, Grundlagen f ii r die Ges a m t a r h e i t aufstellen, auf andere Gebiete übergreifen und dem ganzen /Wbaukomplex ihre Ideen geben. Es besteht wohl kein Zweifel, daß beispielsweise Julius Simon für das -־ sicherlicli sehr große — Gesamtgebiet des Boden- und Baukreditwcseus der geeignete Mann wäre. Für die maßgebliche Beeinflussung des genannten AuSbaukomplexcs ist er cs sicher nicht. Lichthcini wird im Orgniiisationsdepurtemcnt der /.io* rustisehen Zentrale Vorzügliches leisten, aber Möglichkeiten, Umfang und Tempo der kolonisatorischen. Verwirklichung des Zionismus zu bestimmen, ist sicherlich nicht sein Fach. Octtinger ist in Palästina in einer gutem Arbeit begriffen, von der er meint, daß ihre Intensität über die von seinen Kritikern (im Gegensatz zu einer Literatur) geforderte weit lüuauspeht. Sehr gut so. Aber eben jene ״Literatur“ hätte er ,licht machen und unseren unkritischen Verantwortlichen damit Grundlagen oder fk'stätigungen für ihren Minimalismns liefern dürfen usw. usw. Daß wir nicht genug Kräfte haben, um leichten Herzens auf irgendwen zu verzichten, wird besonders klar, wenn man sich erinnert, daß der offizielle Vertreter der Exekutive auf dem letzten deutschen Dclegierteiitag erklären mußte, daß ein Palästina -Ressort bei der Londoner Zentral e ii b e r h a u p t nicht existiert und daß sogar ein Plan für den Aufbau einstweilen noch fehle. Daß andererseits Leute, die für eine Aufgabe sehr geeignet sein mögen, darum noch nicht für ganz a 11 - d e ז e maßgebend sein dürfen, sieht man u. a. daraus, daß Ruppin - einfach aus seiner Mentalität des sogenannten ',Verantwortliehkeitsgefühls und der Vorsicht heraus die sehr großen Einwanderungsmöglichkeiten, die die englische Regierung uns im vorigen Jahre gab, nicht zur Kenntnis der jüdischen Oeffciitüchkeit brachte, weil c r sich nicht denken konnte, daß eine so große :Einwanderung gut ablaufcn könnte. Jetzt erst sehen weitere Kreise (und vielleicht auch schon er selbst), daß in der kleinen Einwanderung das größere Risiko lag, Wer an große Möglichkeiten nicht glaubt, ist eben nicht geeignet, sie auszuführen oder zu ihrer Ausführung maßgeblich zu helfen. a brauchen Leute, die in der ganz beispiellosen Aufgabe des Aufbaus Palästinas durch jüdische Ein- Wanderung nicht nur die Schwierigkeiten sehen, sondern auch die fördernden Momente allgemeiner und auch wirtschaftlicher Art. Diese Gedaiikeurieliitiiiß aber ist bei uns so gut wie gar nicht vertreten. Was soll mm kommen? Was hier ausgeführt wurde, wollte nicht Zeitungsartikel sein, sondern U m - stürz. Die bisherigen Leitungen haben aus dem Zionisnms eine Organisation gemacht. Sehr brav. Aber jetzt wird es höchste Zeit, daß die Organisation wieder zionistisch werde. Im Sinne der raschesten Verwirklichung, zu der die Lage der Juden uns zwingt, und zu der die Nachsicht der Engliiiider uns nach dem Feitlschlagcn der ersten — noch ei 11 e 1 weite C11 a 11 ce zu geben scheint. Aeludicli schlimm steht es mit den speziellen Plänen für den A 11 f b a u f o 11 d s, der jetzt als größte bisherige i'inanzaktion der gesamten Judeaheit betrieben wird liier wurde von denselben Autoritäten usw. zunächst die ganze Finanzierung des ersten Stadiums ä ionds p e r 11 ti verlangt. Später wurde ״konzediert‘•, daß 26*/» «,0 (nämlich V:1 des nach Abzug von 1/a für Bodeukiiui'e durch den Nationalfonds vcibleibenden Teils) auf Rentabilität angelegt und damit eine gewisse Verzinsung der Gesamt beitrüge bewirkt werden soll. Julius Simon behauptete noch im Mai V)2l: ti eil atie Berechnungen hätten ergeben, daß die Hälft e der eingehenden Gelder auf unrentable Ausgaben verwendet werden müßte». Die Vorlage dieser ״genauen Berechnungen“ wurde verweigert. Auf konkrete Fragen, die hiermit in Verbindung stehen, wurde die Antwort abgclchnt. Ganz im allgemeinen wird hier ein großer Fonds verlangt, ohne daß eine irgendwie präzise Ci e g e n 1 e i s t u 11 g in Aussicht gestellt wird. Demgegenüber habe ich behauptet und bin zum Beweise erbötig, daß mit den a n g c f o rd e r t e » 25 Millionen C die jüdische Majorität im Lande zu sch af f e n sei - - und noch dazu auf rentabler Basis! Kein Zweifel, daß, wenn dies möglich, hierdurch nicht nur die Aufbringung der verlangten Summe ganz andere Aussichten gewinnt, sondern daß auch das ganze P a 1 ä s t i n a w e r k damit völlig neue Aspekt e h e k o in m 1. Man sagt mir, auf dem Kongreß werden viel e Themata zur Debatte stellen, und in viel e n Dingen werden gniiulstiir/eudc Aeiidcnmgcu notwendig sei». Sehr gut. Aller trotzdem habe ich mir diese sonderbare Einzelheit, d i e Verwirklichung des Zionis- 111 u s, zum Thema gesetzt (sonderbar nämlich, wie viele das für ״eine Einzelheit“ halten!). Ich werde auf dem Kongreß mich vielleicht noch weiter ״spezialisieren“ müssen. Ich werde eventuell eine 11 a in e 1111 i c 11 e A b s t i 111 ui 11 u g darüber beantragen, wer bei •einer Kostenziffer (für bäuerliche Ansiedlung) von 1000 bis 2000 Pfund per Familie (letzteres gleich über 1/j, Million Mark oder 5 Millionen österreichische Kronen) eine nennenswerte Kolonisation für möglich hält. Dann mögen die Jasager einen Klub begründen, zu dessen geeigneter Firmierimg ich gern mithelfen will. Mit Hilfe der Neinsager aber hoffe ich eine ganzlieh neue Leitung des Aufbauwerkes durchzusetzen, welche die zionistische Organisation in die Aera der Realisierung steuert Die palästinensische Zentralbank und ihre Kooperativen Von Robert Weiß, Frankfurt a. M. (Vgl. Nr. 06 der ״Jüdischen Rundschau“) Ich kann hier in eine Besprechung der einzelnen Bankgesdiäfle nicht ciugelicn. Bloß einige Anregungen seien ’einer ausführlichen Studie vorweggeuammen. Die Pa s s i v!׳ es chä f t e der Banken umfassen bekanntlieh das Noten- und Depositengeschäft, sowie die Ausgäbe langfristiger Obligationen (Pfandbriefe). D a s Note 11 g e s c h ä f t m ü ß t e 11 n b e d i 11 g t a u s d e m Wirk u u g s k 1• e i s 11 e r /. e 111 r a 11» a »k ausges e I! a 11 e t' w e 1׳ d e 11, so verkiekend und einträglich es auch sein könnte. Demi eine Notenbank ist immer - die Statuten und Geschichten sämtlicher Notenbanken beweisen dies - in ihren Operationen gehemmt. Die Notenbank darf sich nach den Bankgesetzen aller Länder niemals in riskante Geschäfte entlassen; ein derartiges Verbot ist für eine K 01 o 11 i a I bank unmöglich. U 11 - se re Zentralbank braucht vollste Öko-!io tni sehe Beweglichkeit, was natürlich niemals gleichbedeutend ist mit dem Eingehen von reinen Spekulationsgeschäften. ״Reine Spekulation ist Lotterie und hat mit Oekonotnie nichts zu tun.“ Aber einen Risikocharakter weisen letzten Endes alle Bankgeschäfte auf, und da wir eine Zentralbank benötigen, die samt•■ liehe notwendigen Aktiv- und Passivgeschäftc übernimmt, so darf ihr Geschäftsbetrieb unmöglich durch die Einschränkungen eines Notenbaukgmt7.cs gehemmt sein. Die Notenausgabe wird vielleicht durch eine gemeinsame Notenbank für Mesopotamien, Aegypten, Palästina, jedenfalls aber durch ein eigenes Institut besorgt werden müssen. Was mm das Depositengeschäft betrifft, so liegt keine Veranlassung vor, es auf Palästina und London zu beschränken. Wenn die palästinensische Zentralbank in der ganzen Welt Ansehen besitzen und Kredit genießen wird, so ist durchaus nicht einzusehen, warum die Juden in New York, London, Berlin, Wien, Warschau usw. nicht wenigstens einen Teil ihrer Privat- und Geschäfts״ elder bei ihrer jüdischen Bank auf landesübliche Zinnen einlegen sollten. Die Tatsache der Zerstreuung der Juden in der ganzen Welt hätte schon langst (]lc Gründung einer interterritorialen jüdischen Bank inögliclj gemacht. Hei den regen Geschaitsbezieliungen zwischen Juden in Europa mul Juden in Amerika, neuerdings amjj zwischen Enroi»:! Amerika ״Australien, könnte ja nn überaus vorteilhafter, bargeldloser Zahlungsverkehr,!■ia internationaler ■Konto-Kommt-Bet 1 ich viiigcführt werden Einige Beispiele: Ungeheure Geldsummen wandern von! Polen nach Amerika und umgekehrt, deren Ueberweisunn dem einzelnen relativ hohe Kosten für Porto, Arbitrage Steuer usw. auferlegen. Die Kollektivüberweisungen <jtJ Bank werde« nicht mir billiger sein, sondern oft auch normale Unkostempieilen aiissclialten können, iänur; Spendengcider für Keren I lajessod und Nationalfo!n|s werden sofort vom Tage der Einzahlung au von den Auslandsfilialen der palästinensischen Zentralbank auf. gesogen. Der durch palästinensische Einfuhr und Ansfuhr veranlallte internationale Zahlungsverkehr wird sich ohne Zinsenverluste und mit weitaus geringeren Ueberwcisimgskostcu abwickeln lassen können. Da ein erheblicher Teil der Geschäfte unserer Zentral, bank in der Gewährung langfristiger Kredite (Hypothekenkredite) bestehen wird, ergibt sich die Notwendig, keit, für die Organisation de« Verkaufes der Hynothekc «Pfandbriefe zu sorgen. Das wiid wieder die Aufgabe der einzelnen .Auslandsfilialen der palästinensischen Zentralbank sein. Eine nicht uneracbliehe Aufwendung: für Provisionen usw. kann der eigene Vertrieb der Hypothekenpfandbriefe der Zentralbank ersparen. Durch diese Passivgeschäftc, ״bei denen die Bank Kredit nimmt, Schuldnerin wird“, beschafft sie sich die Geldmittel für ihre Aktivgeschäfte, ״bei denen sic Bankkredit gib t, UI ä 11 b i g e 1׳ i 11 w i r d“. Da nun die Bank in ihrer Depositenabteilung die Gelder des t Keren Hajessod, des Jüdischen Nationalfonds und des 1 Jisdiuw aufbewahren wird, woz.11 noch die verfügbaren Gelder ihrer Filialen in der ganzen Welt, sowie die ßn• I gange aus der Ausgabe von Hypothekenpfandbriden kommen werden, so dürften aller Voraussicht nach ee.it genügende Menge ״flüssigen Geldes“ zur Verfügung stehen. Die unbedingte u n z w e i 1 e 111 a 11 e Kreditwürdigkeit der Bank vorausgcsetzt. Eine solche ist durch einen fachmännisch geleiteten, höchstqualifizierten Betrieb einigermaßen leicht zu erreichen, wenn nur ein halbwegs ausreichendes Eigenkapital vorhanden ist, D er a r c h i m c d i s c h e Pu n k t unserer ökonomischen Kolonisation ist daher fixiert vom E i g e n k a p i t a 1 und den Reserven unserer Bank. Die Zionistische Orgaiiisation wäre bei ihre» wirtschaftlichen Unternehmimgen niemals auf Spendengcider angewiesen, wenn wir eine kaufmännisch geführte Bank von Weltruf besitzen würden. Die großen interterritorialen Geschäftshezielumgen zwischen Juden verlangen ebenso dringend die Gründung einer jüdischen Weltbank wie die palästinensischen Betriebe Kreditmittel. Beides wird dann beschaffbar sein, wenn endlich die Zionistische Orgamsation den J. C. T. zum Leben erweckt oder eine ausreichende Ncugriindung vorniinml. Die Aktivgeschaftc der Banken umfassen gewöhnlich das Lombard- und Diskontgeschäft, sowie die für die Kolonisation wichtigste» Zweige: das Hypotheken- und Kontokorrent-Kreditgeschäft. Für das 1 Iypotuckcnkrcditßcschäft ist die Form des Bodenrechtes von wesentlicher Bedeutung. Privateigentum an Grund und Boden ist volkswirtschaftlich gesehen kostspielig und erlaubt den Bodenwucher. Eine rechtliehe Nationalisierung bzw. Sozialisierung des palästinensischen Bodens ist aus politischen Gründen nicht möglich. Die Erhpacht von Grund und Boden aber ersetzt nicht nur die gemeinwirtschaftlichen Konsequenzen einer Sozialisierung, sondern sie ist auch die Ökoiiomischste, die sparsamste Form des dauernden Bodenbcsitzes. Sämtliche Autoren, die das Thema Erbpacht behandelt haben, weisen übereinstimmend darauf hin, daß der ungeheure Vorteil der Erbpacht darauf beruht, daß der benötigte A n 1 a g e k r e d i t für jeden Betrieb w e s e 1111 i c h v e r r i 11 g e r t wir d. Der Staat bzw. die Stadt oder eine sonstige öffentlich-rechtliche Korporation nimmt dem Privatmann die Sorge um die Beschaffung von Geldmitteln zum Ankauf vou Grund und Boden, denn er übergiht dem Pächter und seinen Nachkommen den Boden zur ewigen Nutznießung. Hedeutende Geldsummen, die sonst in Grund und Boden, privatwirtschaftlich notwendigerweise, volkswirtschaftlich höchst unitotwendigerwcisc festgelegt werden müssen, bleiben frei verfügbar. Die Investitionskosten sind in allen landwirtschaftlichen und industriellen Produktionszweigen für den einzelnen Betrieb geringer. Die nicht für Bodenkaut verausgabten Geldmittel können zum Ankauf von Produktionsmitteln verwendet werden. Volkswirtschaftlich gesehen, ermöglicht die Erbnacht, daß den Banken die Last des privaten RealKrcdites abgenomnicn wird und an seine Stelle der viel leichter und billiger beschaffbare öffentliche Realkredit tritt. Der palästinensische Staat, die jcwisli Agency, der Jüdisehe Nationalfonds wird sich zum Ankauf voll Grund und Boden den billigsten Kredit, der je erreichbar ist, verschaffen können. Ferner verursacht der Landkanf im großen bekanntlich weitaus geringere Kosten als der Ankauf von Parzellen oder selbst mittelgroßer Grundstücke. Ein Rittergut ist immer noch billiger zu haben als ein gleichgroße« und gleichwertes Areal zusammengelegter kleinerer Bauerngüter. Das war ja die Gewinnchance der ostprcuftischcn ״Giiterschläditer“. Die privat- und volkswirtschaftlich gesellen vorteT hafte Erbpacht hat aller zur Voraussetzung ein marktw i r k s a m e s Gemeineigentum an Grund und Boden. Wo in Europa und Amerika eine Stadt genügend Boden in den Vorortgeländeu angekauft hat, konnte niemals eine Spekulation aufkommen, denn niemand kauft von Spekulanten Boden, wenn er ihn zum Selbstkostenpreis anderswo bekommen kann und niemand kauft überhaupt Boden, wenn er ihn mittels der Erbpacht zur dauernden Nutznießung übernehmen kann. Die Voraus- Setzung des Freiwerdens bedeutender volkswirtschaftlicher Kapitalien ist die Erbpacht und die Voraussetzung der' Erbpacht ist das Gemeineigentum an Grund und Boden Das Gemeineigentum an Grund und Boden ist aber der Tod der Spekulation. Wer am Kongreß nicht f ü r d i e faktische Nationalisierung des jüdischen Grund und Bodens stimmt, ist der Bundesgenosse des Todfeindes un-

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