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Jüdische Rundschau · 1921-08-23 · Heft 67 (23.8.1921) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 67 (23.8.1921)
Date
1921-08-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Es ist das erste Ergebnis des Jcwish Univcrsity Library Committee der genannten Föderation, an dessen Spitze Prof. S. Alexander stellt, und dessen Ehrensekrctär Mr. D. B. Stanhill ist. Das Komitee hat bereits in 17 Universitäts-Städten Zweigsteilen. Mr. Samuel besichtigte die Bibliothek und gab die Versicherung ab, daß sein Komitee weiter mit allen Kräften bemüht sein werde, für die Ausgestaltung der Bibliothek zu sorgen. Unter den von Mr. Samuel initgehrachten Büchern befinden sich größere Spenden von Prof. Israel A b t a h a in s imd I>r. R e d c 1 i f f * N’. S a t a m a n. So liocli erfreulich dieser weitere Zuwachs ist,׳ weil er den Anfang der Mitarbeit der englischen akademisehen Weit bedeutet, so schwer sind die Sorgen der liibliothcksverwaitimff, alle die eingehenden Gaben sachgemäß unterzubringen. Ueberall mangelt es an Raum and au Einricbtungsgegomtänden. Vor allem muß ein Grundstück der Bibliothek reserviert, ein großes Gebände errichtet, und bis dieses fertig ist, das nicht mehr ausreichende alte Haus erweitert werden. An der zionistischen akademischen Jugend in Deutschland aber ist es, sich ebenso wie die englische den Sarmiu'lstcllcn zur Mitarbeit zur Verfügung zu stellen. Das ist meitu• Mahnung für das beginnende neue Semester. Wir liofien, daß dann die K. J. V.er und B. Z. K.cr sich bei der Hauptsammelstelle zu Hilfsarbeiten melden werden. Auf dem diesjährigen Kongreß in Karlsbad soll auch das Budget der jüdischen National-Bibliothek besprochen und beschlossen werden. Da diese Institution zugleich auch die Bibliothek der in Entstehung begiiffciicn hebrüischcn Universität zu Jerusalem ist, so kommt ihr eine doppelte Bedeutung zu. Die Freunde der jüdischen National-Bibliothek, die auf dem Kongreß sehr zahlreich sein werden, veranstalten daher eine besondere Zusammenkunft, die voraussichtlich am dritten Kongrcütage stattfinden wird, l )ie Versammlung wird durch den Bevollmächtigten der Bibliothek, Uiiivi-rs.-Biblioth.-Prof. Dr. Heinrich Loe we, mit einem ausführlichen Vor trage über Geschichte, Bedeutung, jetzigen Zustand, Budget, die Plaue utvd Aussichten des jüdischen Bibliothekswesens im Heiligen Lande cingclcitct werden. Daran anschließend Diskussion und Beschlußfassung. An der Versammlung, wird eine große Reihe von Gelehrten und jüdischen Politikern aus allen Ländern teilnehmen, Ort und Zeit der Versammlung werden in Karlsbad bekanntgegeben. Der Bevollmächtigte der Bibliothek, Prof. Dr. Locwe, wird bereits am 26. Angatst in Karlsbad sein, und ist in BibÜotheksangelegenlK'iten in Karlsbad, Haus Venedig, Parkstraße, zu erreichen. Kein F re und der jüdischen Kultur sollte versäumen, an dieser wichtigen Versammlung tcilzunehmefl! Frage für die zionistische Politik von sehr aktuellem Wert ist und in seiner Gesamtheit ein wirkungsvolles Bekenntnfe zu dem Gedanken einer wahrhaften Verstlindiguug mit dem arabischen• Volke bildet. Das Heft ist in anderer Ausstattung auch als Buch unter dem Namen: ״Die Araberfragc in Pa- Uistina“ erschienen. Es ist vom Verlag der ״Freien Ziomstiscne» Blätter“, sowie von allen jüdischen Buch- I11׳.״diun.׳en zu beziehen Deutscher und jüdischer Nationalismus Jm ״Berliner Bö! sen-Courier“ stellt mann Betrachtungen über den ״neuen an. Martin Borr- Nationalgcdanken“ an. Als Grundlage dient ihm das Buch von Max Bro d ״im Kampf um das Judentum“. Es ist interessant, wie der Deutsch-Arier aus der jüdische!: Konzeption Anhaltspunkte für eine Entwicklung zu veredeltem Natio■!);iümiius gewinnt. Wir geben im nachfolgenden einige clmrakteristischc Stellen aus dem Aufsatz, wieder. Borrmann schreibt: ״Unter dem programmatischen Titel ,Im Kampf um da.s Judentum‘ hat der Löwit-Verlag in Wien Max Brods zionistische und national-jüdische Aufsätze zum erstenmal in gesammelter Form herausgegeben. Das BBucli, das den Mitkämpfern und Freunden Brods im jüdischen N'ationnlrat für die tschechoslowakische Republik gewidmet ist, scheint beim ersten Hinblick nur für das Interesse eines relativ kleinen Kreises bestimmt; wenn hier dennoch, von einer ausgesprochen deutschen und dazu antsdrückUch nlchtchauvlmstischeu Seite die Allgcmeingü Itigkeit der darin enthaltenen Formung der nationalen Idee betont wird, geschieht das, weil in dir Wege gefunden werden, die *■ich nicht nur dem persönlichen Zustand rechtzeitig öffneten, sondern dem verzwickten der deutsche» intellektuellen überhaupt. Die Intellektuellen von heute, soweit noch nicht ihre Blickrichtung vom jeweiligen Brotherrn bestimmt wird, he linden ildi In der Stimmung der Resignation, d, h. der mutlosesten Verzweiflung 1 der Hoffnungslosigkeit Ein Memorandum gegen die Zionist Commission J C r u s a 1 e m, 17. August. (J. C.B.) Die Hitachsmtiv Haikarim W'haironbn b’rez Israel (Vereinigung der Kolonisten und Stadtbewohner Palästinas) überreichte dem Zionjstcnkongrcli ein Memorandum, daß sich gegen die bisherige Tätigkeit der Zion i s t Cotn m i s s ion wendet, die den Mittelstand in jeder Hinsicht vernachlässigt, die Pr i v a t i n i ti •v t i v e nicht gefördert, die Meinung und die fachmännisehen Ratschläge der jüdischen Bevölkerung Palästinas ignoriert und überdies es nicht verstanden habe, freundschaftliche Beziehungen zu den Arabern herzustcllen. Das Memorandum drückt auch die Erregung des Jischuw gegen die zionistische Leitung wegen der Spaltung in der a me ri k a n i sch-z ionis t isehen Partei aus. ■■■■■■■■■■■■■■MM!■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ M ■ ts m Täglich bringt den einzig offiziellen Bericht über den XII. Zionistenkongreß die vom Kongreßbüro herausgegebene Kongresszeitung Sie enthält in jeder Nummer den ausführlichen Bericht über alle Verhandlungen und Veranstaltungen des vorhergehenden Tages und wird bereits mit den Früh>ügen direkt an die Besteller versandt. Sie bietet daher die schnellste und zuverlässigste Berichterstattung über den Karlsbader Kongreß. Abonnements auf die Gesamtausgabe (ts—10 Nummern) zum Preise von Kc. 25.-— (Mk, 25.—) sind unter Einsendung des Betrages aufzugeben an das Büro des XII. Zionistenkongresses, Karlsbad, Schützenhaus, oder an die Administration der üüdiSGhen Rundsc&au.llS, Sächsische Str.8 ■ ■ ■ ■ ■ 1■■■ ■■*■■■■■■■■■■■■*■■hmibiibbhmbb■■■■■ Die Forderungen der Hebraisten auf d m Kongreß J e r 1! s a I e J». (J. C, U.) ״Doar Hayom“ teilt in einer Pariser Korrespondenz mit, daß auf dem Kongreß folgende Forderungen erhoben werde» sollen: 1. Ucbtv- Setzung aller Reden ins Hebräische; 2. Die Mitglicder der Exekutive dürfen sich in ihren Reden nur der hebräischen Sprache bedienen: d. Alle schriftlichen Anträge müssen hebräisch eingebracht werden Tagung der jüdischen Jugendorganisationen in Amerika. 111 New York fand durch einige Tage die dreißigste Jahrcskonforenz der American National Ymig Juden statt, die von 175 Delegierte» aus allen!eilen der Vereinigten Staaten beschickt war. Die Konferenz faßte den einstimmigen Beschluß, die Arbeit für den Keren Flajessod nach Kräften zu unterstützen, sowie die erforderlichen Schritte zur Gründung einer modernen landwirtschaftlichen Kolonie der amerikanischen ״Jung- Juda“ in Palästina zu unternehmen. mit Lustgefühl. N.acli dem Frieden brach die Idee des Friedens, nach der Wiederaufnahme der Internationalen die — Internationale zusammen. Es bleibt für sie nichts übrig, :als endgültig einzupackcn oder — die gleiche (zweite) ,Wandlung‘ unermüdlich zu durchlaufe», deren lächelnder Trumpf stets Metternich heißt und deren Ausgangspunkt die .... Tollersche Dichtung ist! In ihre unterweltlkhe Qual fällt Brods Ideenkreis, beglückend seine Erkenntnis, für das Deutschtum des Erfassendem vorbereitet: Durch Betonung des eigenen Volkstums wird ela.s Verständnis, die Liebe für Fremdes erhöht, diese Liebe bleibt reinlicher als internationale Verwischungslicbe, die meist lm Ficruntermadie» des eigenen statt im Liebe-» des fremden Volkes besteht, mit Gebelfer gegen den NationaSi-simis, der vitale Gegebenheit ist, wird nichts erreicht (,ich glaube nicht, daß cs Bestimmung der Völker ist, in ein einziges, unterschiedsloses Gebilde zusammenzufließen‘), Kampf gegen vitale Gegebenheiten ist Schwäche oder ,edler Irrtum‘, auf den als Reaktion der heidiiisdi-bcstiaJisdie Nation.־:!begriff nur doppelt stark einzusetzen pflegt. Aber die vitale Basis zu erkennen und auf ihr ,ein geistiges, humanistisches Progr,amm zu bauen‘ — also auf der Nationalität die lntcrimtfonalität und nicht im Streit gegen sie — das ist Aufgabe für alle Guten. Einer Ergänzung freilich bedürfte der Gedankengang noch (11er in dieser Anordnung nicht Gesamt- Inhalt des Brodsche» Buches, sondern wählerische ZusammensteUung aus seinen einzelnen Aufsätzen ist). Es muß, um Mensahheltssegcn iin Zeichen der neuen natioaalen Auffassung zu stiften, unserem Empfinden nach die Entwicklung durch die internationale Verwlschungstie’be zuvor hindurch gegangen sein. Uebersprlngt sie die Vorstufe, bekennt sie sich sofort, ohne Befangen zu überwinden, zur vitalen Gegebenheit, so Hegt Gefahr nahe, daß sie die neue Form mit der alten verwechselt( den menschlich hohen Nationalismus für den primitivmodernen nimmt und in Jenes Vulgärgefühl zurückfällt, aus das verständnislose Actztauge der Internationalen böswillig tropft und da« nls Gegenwehr seinen Haß in Abortzeiohnungon olnträgt.“ Das Memorandum der amerikanischen Minorität Fortsetzung aus voriger Nummer DieRcorganisationskommissioa. Der dritte Abschnitt des Memorrandums behandelt die Geschichte der Rcorganisationskommission. Im Sep« tember 1920 schrieb die Weltexekutive an die ameri- Manische Landesexekutive einen Briet, in welchem sie die Notwendigkeit eines vollständigen Neuaufbaus der palästinensischen Verwaltung darlegte und ihren Ent- Schluß mitteilte, eine aus Herrn Julius Simon und de L i e m e bestehende Kommission zum Zwecke der Reorganisation abzusenden. Die amerikanischen Zionisten werden aufgclordert, einen Vertrauensmann in diese Kommission zu delegieren, und zwar wird für diesen Zweck Robert Szold vorgcschlagcn. Darauf telegraphierte die amerikanische Landesexekutive, daß sie einstimmig die Delegation Szolds unterstützt. Gleichzeitig telegraphierte Szold, daß er die Nominierung nur unter der Bedingung anuimmt, daß die Kornmission uneingeschränkte Vollmachten zur Durchführung von Acndcrungen in Palästina erhalte. Diese Bedingung wurde angenommen. Dies bedeutete offenbar, daß die Kommission alle Rechte der Exekutive erhält oder doch zumindest, daß sie mit der wohlwollenden Unterstützung von Dr. Weizmann rechnen kann. Im Oktober 1920, während die Kommission unterwegs war, ging eine Meldung durch die Presse, daß Herr Jabotinsky zum Direktor des Keren Flajessod ernannt worden ist, und daß gleichzeitig ein Uebereinkoramcn zwischen der Weitexekutive und Herrn Jabotinsky zustände gekommen sei, wonach erstens die Vollmachten der Reorganisationskommission eingeschränkt werden, zweitens die Organisation der Politik Jabotinskys bezüglich der j ii - dischen Legion ausge'.iefert wird, und drittens eine Rekonstruktion der Wcltexekutive mit jabotinsky als Mitglied in Aussicht genommen wird. Dieses Uebereinkommen wurde zunächst von Weizmann dementiert. Später stellte cs sich heraus, daß zwar in der Tat die ״Exekutive“ keinen Vertrag mit Jabotinsky geschlossen hatte, wohl aber Wei/mann persönlich ohne Wissen seiner Kollegen. Dies war ein offener Vertrauensbruch. 1;lese Tatsache hat auch Weizmann in Amerika nicht in Abrede gestellt. Inzwischen führte die Reorganisationskommissio» ahnungslos ihre Arbeit weiter und erstattete nach ihrer Rückkehr einen ausführlichen Bericht, der aufgebaut ist auf der Tatsache, daß die dringendste Notwendigkeit sotortige wirtschaftliche Arbeit in Palästina ist. Die Grur.dzüge ihres Vorschlages halten wir tu.־ gesund und gut. Darin zeigt sich am besten der Gegensatz zwischen uns und unserem Gegner. Es ist der Gegensatz zwischen unpraktischem Doktrinarismus und praktischem Aufbau. Enthusiasmus ist ebenso nötig für unsere Bewegung wie konkrete Arbeit, aber die Schwärmerei darf nicht sofortige aufbauende Arbeit verhindern. Gerade dies aber ist bei uns geschehen. Herr Ussischkin war der Vorsitzende der Zionist Commission von August bis Dezember 1920. ln dieser Zeit hat er ohne jede Notwendigkeit und trotz klarer budgetärer Richtlinien von der Exekutive wieder Gelder verwendet, wozu er nicht berechtigt war, bis er neuerlich ein Defizit von 10 030 Pfund erzeugt hatte. Anfang Dezember 1920 wollte die Regicrung 200(1 Chaiuzim Beschäftigung bei der Eisenbalm geben, falls die Zionist Commission gewisse Aus- Bücherschau Wohnungs- und Siedlungspolitik. Von Hans Kampffmeyer. Verlag für Kulturpolitik, Müadien, 1921. Dieses Buch des bekannten SicdlungspHitikcrs :st schon darum für uns von größtem Interesse, weil die Sicdhingsproblemc, Wohnungsfrage, Häuseranfage, Gartenstadt usv, heim Aufbau Palästinas eine große Rolle spielen. Nicht nur zionistischen Ingenieuren, sondern auch Politikern wird daher dieses sachlich bedeutsatne Buch empfohlen. Rudolf Steiner, die Ausführung der Gliederung des sozialen Organismus. Stuttgart 1920, Der kommende Tag-Verlag. 10 M. Eine Aufsatzreihe, die der Verfasser zur Ergänzung seiner ״Kernpunkte“ geschrieben hat und die dem Gedanken der ״Dreigliederung“, der die alten Lehensformen ebenso wie den Sozialismus abiehnt und durch eine neuartige Verwaltung die drei Lebensgebiete, Recht Wirtschaft und Geist, voneinander unabhängig machen wilL חלומות הילדות: אגדות לילדי •ישראל.;יטאת׳ חרמן ׳שוב• הרגום י. ד. דמון.ו. פינק. תרפ״א. הוצאת.ל. זענגער׳ פתקפורט־סאץ. Alax Brod, Heidentum, Christentum, Judentum. Ein Bekenntnisbuch in zwei Bänden. Verlag Kurt Wolff München. 00 M. * _. S. M. Dubnow, Die jüdische Geschichte. Ei״ geschfchtsphiloiophischer Versuch. Autorisierte Übersetzung von Israel Friedlander. Zweite Auf- £ge• J. Kauffmann, Verlag, Frankfurt a. M., 1921. — Preis 14 M. ’ Franz Meffert, Israel und der alte Orient. VBVd״Eb־iÄ!,'U'n• *l0“״»10״•

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