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Jüdische Rundschau · 1921-08-23 · Heft 67 (23.8.1921) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 67 (23.8.1921)
Date
1921-08-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 482 rüstungssliickc beistcllte, die etwa 10 ODO Pfund gekostet hätten. Die Zionist Commission lütte weder das Geld noch den Kredit, weil sie bereits ihre Möglichkeiten erschöpft hatte für unproduktive Ausgaben. Man halte die Vorstellung, dal! die •zionistischen Fonds uubc* schränkt sind.!Dies ist symptomatisch für Ussisclikins Verwaltung. Als es offenbar wurde, daß das Werk der Rcorganisationskommissron durch die Keren Hajcssod-Gruppc vercitelt worden ist, waren Simon und de Lieme gen ö t i g t zu demissionieren. — Das Memorandum veröffentlicht mm den vollen Wortlaut des von Simon 1111.1 de Lieme Unterzeichneten Briefes, mit welchem sie ihre Demission begründen. Die Hauptpunkte hilden der apokryphe Vertrag mit Jabotinsky, ferner die Desavouierung der Reo rg a n i s a t i-o ח skommissioii und die Untcrgrabungdcr Autor i t ii t der Exekutive, ferner die geplante Ein- Setzung des Economic Council, welches Funktionen der Zionistischen Organisation iiberoebmen sollte. Das Kapitel schiielit mit einer emphatischen Erklärung, dal! unsere Bewegung eine moralische Ange- Icgciilicit ist, in.welcher Intrigueu und persönliche Ambitionen keinen Platz haben dürften. Es folgt nunmehr die Darstellung der Verhandlungen Dr. Welzmanns in Amerika. ln gineiii Brief vom 6. Januar hat Dr. Wcizinau» den Amerikanern juilgcleilt, daß der Hauptgrund für die Einberufung des Actions-Gomites die Unzufriedene heit mit der Haltung der Amerikaner war. Später gelangten Nachrichten nach Amerika, daß der Hauptzweck von Wciznianns Kommen die Schaffung des Keren llajessod in Amerika sei. Wenn wir uns daran beteiligen wollten, so hieß es, werde eine neue Bewegung von Vollblutzionisten geschaffen werden, j Wir, die jahrelang gute Zionisten waren und mit Wei/.- j manu tu der schweren Kriegszeit zusammen gearbeitet j haben, ihm unser Vertrauen bewiesen und seine Füll reri schaft gestützt haben, die unsere Kräfte zum äußersten 1 angespannt haben, um die Bewegung während des; Krieges zu erhalten, wir sollten aus der Bewegung; j 11crausgedrängt werden, wenn wir nicht nachgeben. j Dr. Levin, der schon monatelang vor Wcizmann in i Amerika war, verband sich mit einer Minorität der; amerikanischen Lnitdcsoi'ganjsntio» und suchte die amerikanische Leitung zu stürzen, ebenso wie seine Genossen! in Europa die legale Leitung der Weltorganisation zu : beseitigen strebten. Trotzdem hießen wir die curopüij sehen Führer in friedlicher Gesinnung willkommen. ן Aber sie kamen nicht um des Friedens willen. Zunächst lehnte Wcizmann ab, mit uns zu verhandeln. Er erklärte, daß er nur gekommen sei, um den Keren Hajessod zu gründen. Die Frage sei, ob wir gehör- I eben wollen oder nicht. Als sich erwies, daß; die Mehrheit der Laudesexckutivc sich nicht vcrgewal- | tigeu ließ, war er schließlich bereit, gegen! die Wünsche; seiner Genossen in i t Mack ü b e r e i ne Vc r s t ii n* ‘ d i g u 11 g / u .v e r 11:1 n d e 1!1. Mack war bereit, alle i anderen Punkte bis zum Kongreß offen zu lassen und 5 bestand nur auf zwei Punkten: 1. keine Ver- ן misdnrng von Investitionen und Spenden; 2. ent* 1 sprechende Garantien für die richtige Verwendung de!׳ : Gelder. Wir konnten dem selbsternannten Direktorium! des ,Keren ,Hajcsxx)tl kein Recht zugestehen, die Samt!!• j Itrng zionistischer Gelder in Amerika oder ihre Ver-; Wallung in Palästina zu überwachen. Solange wir die; Leitung jnnch.ntteu, .fühlten wir uns verantwortlich für > die Gelder, die auif unseren Apjiell hin gesammelt wurden. , Wcizmann persönlich ,stimmte ausdrücklich der Einן ■׳ Schränkung des Keren 1 lajcssod in Amerika auf Spei»• den zu, während aber der Entwurf des Uebei'einkommensj noch in Behandlung war, brach Weizmatvn plötzlich ohne eine Erklärung die Verhandlungen ab, wies den Entwurf zurück und veröffentlichte seine Proklamation über die Errichtung einer Filiale des Keren Ha jessod in den Ve»׳• ' einigten Staaten. Es wurde nicht in Abrede gestellt, 1 daß dieser Abbruch der Verhandlungen von seinen euro-! päischeti und ,amerikanischen Genassen veranlaßt worden ist. Sie bedrohten Weizmanns Führerschaft, wenn er sie im Stich ließe. Wcizmann hat dann vor der Clcvclaudcr Convention als Bedingung für jede Verständigung nicht etwa die Annahme von Prinzipien, sondern die Bes ei t ig u 11 g bestimmter a m e r i k a!1 i s c h e r F ii h r e 1־ gefordert. Dies hr.'iehtc die Auseiiuuidcrset/iuig auf ein Gebiet, auf das wir als Zionisten uns zu begeben ab-?ebnen. Für uns ist Zionismus eine moralische An» gelegenheit, die kein politisches Spiel werden darf. Die europäische Delegation hat dann ihre Kräfte mit der ,amerikanischen Minorität vereinigt und durch skrupellose Propaganda eine Majorität auf der Ganventvon gesichert, welche die Demission der amerikanischen Leitung verursachte. Wir konnten den Keren llajessod ju Amerika in d'er vorgesclrlagcnen Form nicht unterstützen jititl mußten alle Verantwortung dafür nblchnen. Wir setzen trotzdem als Einzelpersonen unsere ,Bemühungen in der Bewegung fort in der •Zuversicht• liehen Erwartung, daß eine wachsende Zahl von Zh>- nisten ciuschen ,wird, daß die Grundsätze, für welche wir kämpfen, wesentlich sind für die Erlangung der nationalen Heimstätte. Wir werden für Palästina weiter arbeiten und praktische Arbeit leisten, wie die Zionistische Organisation. Wir wollen uns kleine Zick setze״ und uns nicht an grollurligen Pliiften berauschen, die aus «naginarcn Fonds finanziert werden sollen. Unsere erde ״ . a״C! ‘ie, Errichtung einer kooperativen, G ro ßc inkauf sgesc!Uchaf t nach dem Projekt der Keorganisattonskonimissk)«. JUEDISCHE RUNDSCHAU _ Die ,wahre Aufgabe der Zionistischen Weltorganisation. Wir mußten ,uns mit persönlichen Angelegenheiten befassen, jim die Tatsachen aufzuklärcn, aber cs ist klar, daß diese Kämpfe nur möglich waren, weil sachliehe Konflikte in der Bewegung da sind. Wenn die Zionisten heute ,auf ein gemeinsames Zielt geeint wären, dann wäre wenig Platz für politische lntrigue», Das einzige Ziel,!auf das sich alle Zionisten einigen können ,und müssen, ist der Aufbau eines jüdischen Palästina. Dies und mir dies ,allein ist das Ziel des Zionismus, und des Baseler ,Programms» tu Anbetracht der großen Verschiedeiibcilcu ,der politischen, ökonomischen und sozialen Lebeiisltodingungen in den verschiedenen Ländern der Welt, wozu noch die großen Verschiedenheiten der Geschichte ,und Lage der Juden in diesen Ländern kommen, ist ,es ,unvermeidlich, daß Unterschiede in kultureller und politischer Beziehung׳ zwischen den Juden der Diaspora ,vorhanden sind. Aber keine Differenz kann zwischen ,volksbewnßtcn Juden bestehen bezüglich ihres Wunsches, die jüdisch-national« Heimstätte aufzubaucu. Die Einheit der Juden für diese Sache kann nur aufrecht erhalten werden, .wenn dieses Ziel das ausschließliche Einig iiugsb,and ist. Vor .allein darf das Problem des Dia s po ra 11 a t io 11 a 1 i s 111 u s keine Spaltung in» die Weltorganisation fragen. In Amerika, England tisw. hat niemals eine jüdische Gruppe Minoritätsrechte beansprucht. Andererseits sind die Verhältnisse in Polen, Rumänien, Litauen usw. ganz anders. In diesen Ländern! können Minoritätsrechte gefordert werden, und die Mit- Wirkung der Delegation des amerikanisch-jüdischen Kongrosses, deren Präsident Mack war, beim Komitee der jüdische» Delegationen jst noch in frisdier Erinnerung. In diesen Ländern können auch die zionistischen Landesverbände;111 dieser Politik teilnehmen. Es wäre falsch, wenn ,die Weltorganisation die Landesverbände von einer solchen ,Teilnahme abliielte, ebenso falsch wäre cs aber, wenn sie in anderen Ländern den Zionisten die Theorie der Minoritätsrechte als einen Teil des zionistische» Programms aufzwiingc. Dies steht im Widerspruch mit den Zielen der Zionistischen Organisation. Wenn etwa .auf .einem Kongreß eine Gruppe den Zionismus an ein anderes Programm binden wollte als an den Aufbau Palästinas, dann ,wäre dieser Sieg illusorisch, denn die Ucberstimmteii würden sich nicht fügen. Der Zionismus darf nicht von Leuten geführt werden, welche die Bewe» gong von ihrem einzigen legitimen Ziel ablcnkcn uikI diejenigen in den Bann tun, die einer solchen Verletzung der zionistischen Idee widerstreben. Wir waren stets treue Anhänger der nationalen Idee. Unser Ziel ist, ein nationales Heim, eine jüdische Ziviüsation, hebräische Kultur und nationales Leben in Pa- JiistMia. Wir wollen nicht Palästina aufbaucn als eine Zufluchtsstätte von den Unterdrückten, sondern •als wahrhafte nationale Heimstätte. 1111 Herbst IG 17 telegraphierte uns Dr. Weizmaun, daß folgender Text der llalfourerklarutig in Erwägung gezogen werde: ״Sr. Majestät Regierung begrüßt mit Wohlwollen die Errichtung eines nationalen Heimes für die jüdische Rasse (״race“) in Palästina und wird sich bemühen, die Erreichung dieses Zieles zu erleid!־ tern, wobei klar verstanden wird, daß nichts getan werden soll, das die bürgerlichen und religiösen Rechte der in Palästina bcstehenuden nichtjüdischen Gemeinschäften oder die Rechte und den politischen Status benachteiligen könnte, der in irgendeinem anderen Lande von solchen Juden genossen wird, die mit ihrer gegenwärtigen Nationalität und Staats- Zugehörigkeit vollständig zufrieden s i n d,“ Angesichts der möglichen Verwicklungen dieses Textes leiten wir sofort auf unsere eigene Initiative Schlitte ein, die zur Verbesserung der Erklärung durch Ersatz des Wortes ״Jüdische Rasse" — durch ״Ji'ulisclics Volk“ (״neoplc“) führtet» und durch die Streichung der Schlußwcnuung, die voraussetzte, daß ״Unzufriedenheit“ die Grundlage des zionistischen Ideales sei. Allein keinerlei Einfluß auf die politische Lage der Juden in der Diaspora kann aus dem Gedanken des jüdisch-nationalen $trebeus hcrgelcitct werden. Wir verwerfen vollkommen jeden Gedanken einer gemeinsamen politischen Einheit oder sogar das unscheinbarste politische Baud, sei es unter den Juden der Welt oder besonder!־, unter den Juden der Diaspora und (lern Nr. 6ל russische L.a.nclesorganlsntion ihre eigenen Fondsauf, gebracht und eine unabhängige Politik in Palästina <<«» macht. Noch heute hat ihr Merkas seine eigene Geldgeb.ahrung. Ebenso itoale-Ziou mul Misraclii. Der Kot!, greif wollte niemals iiher .anderer Leute Geld disponieren sondern war ein Instrument vereinigter Arbeit. Während des Krieges sind die finanziellen Leistungen der Organ!- sation ungeheuer ausgedehnt worden. Das öko»!mische Leben des Jiscluiw brach zusmnmc», die Schulen wurden von der Organisation übernommen. Die amerikanische Organisation übernahm gern die Deckung der durch den Krieg entstandenen Erfordernisse, sie hat auch strengst!. Disziplin gehalten. Aber der Krieg ist zu Ernte, die Verkehrswege stehen wieder offen, und es ist an dcrZeit, daß wir uns erinnern, daß unsere Organisation auf frei’• williger Zusammenarbeit beruht. Aber einige der gegenwärtigen und früheren FunktioiFire der Weltorganisation haben Vorstellungen von der Notwendigkeit einer Gewaltpolitik, und sie kennen nicht freiwillige Zusammenarbeit, sondern nur die Alternative, zu herrsdien oder beherrscht zn werden. Wir dagegen schlagen eine föderalistisch« Zusammenarbeit der Landesverbände vor. Die Weltorganisation soll Anregungen geben, die aber nur beratende Bedeutung haben. Von diesem Standpunkt betrachten wir die Funktionen der einzelnen Organe. lX־r Kongreß bleibt der Ausdruck der zionistische» öffentliche» Meinung und ihm obliegt die Entscheidung über die zionistische Politik. Auf dem Kongreß treffen .alle Zionisten zusammen und beraten dort :iire gemeinsamen Prob ferne und die Methoden ihrer Zusammenarbeit. Die Exekutive der Weltorganisation sei i das Ausführungsorgan des Kongresses sein und in der \ auswärtigen Politik Aktionsfreiheit haben, aber auch 1 hierbei muß sie den Rat der Landesverbände hören Ferner müssen gewisse Rechte und Konzessionen, die aus dem Ma.nd.ate folgen, der Weltorganisation übertragen werden. Die Exekutive wird durch die aktive Mitarbeit der Föderationen schließlich ein wirksames Instrument des Aufbaus Palästinas werden. Die Rcorganisatkmskorr.- mission hat deutlich die U«1r1׳ der zentralistischen V«- waltamg atifgcdeckt, Sache der Exekutive ist, Organisierung um! lirmuntcriuvg produktiver Untvraehinuugcn, aber nicht ihre Verwaltung. Das Große Actions-Comitc soll a-us verantwortlichen Reprisentaute!» der Landesverbände bestehen und in j.ihrücheu oder halnjüiirlichcn Versammlungen ein Arbeitsprogramm für Palästina beraten, da's durch die Föderationen gemeinschaftlich oder gesondert durchgeführt werden soli. Die Hauptsache ist, daß zionisiisene Körperschatteil freiwillig ihre Mittel für Unternehmungen zur Verfügung stellen und nicht auch gegen Ihren Willen gezwungen werden. Die Exekutive soll ein Recht haben. Streitfälle zu schlichten utvd gegen Aktionen Veto einzulcgen. Die Belebung der Föderationen ist tnverhältlich für die Bewegung, Sic müssen demokratisch aufgebaut sein und einen direkten Kontakt mit Palästina haben. Sie müsse» die Verantwortung für die Gelder tragen, die sie für Palästina aufbringe». Andernfalls sinken sie herab zu Ch a 1 uk ka h s a m m 1 e r n Die Initiative der Föderationen, der lebendige Reichtum an verschiedenen Interessen in den Teilen der Judenheit muß für die Bewegung ausgenutzt werden. Das Memorandum schließt mit der Hoffnung, daß aas den gegenwärtigen Konflikten das wahre Wesen de; Zionismus klarer zum Ausdruck kommen wird. Ist erst einmal die Philosophie der Gewalt aufgegeben, dann wird durch ein freiwilliges Zusammenarbeiten aller ihrer Teile, die Bewegung neu belebt und die Exekutive gestärkt werden für ihre wahren Aufgaben. Da inzwischen im ,,JewLh Chronic!«“ auch die Antwort der Exekutive erschienen ist, die wir nächstes Mal wiedergeben werden, .werden sich unsere Leser seihst ein Urteil über dieses Dokument und den Streit bilden körnten. Spmbsaal (Ohne Verantwortung der Redaktion.) Volke oder der Regierung 1״ Palästina jetzt oder später. Wir in Amerika haben nur eine um) - dies ist eine auüscltlk'lltidie politische Loyalität: es ist die Loyalität gegenüber den Vereinigten Staaten. Die entgegengesetzte Ansicht ist diejenige, die wir als Diaspora-Nationalismus gekennnzeichnet haben. Diese falsche Auffassung des politischen Nationalismus haben wir immer verworfen, und wir kennen keinen verantwortliehen amcrikanisclienn Juden, der sie hegt oder jemals!׳«liegt hätte. Aber wir können nicht oft genug wiederholen, daß wir das gemeinsam ererbte Band der Rasse, Religion, Kultur und Tradition — den Ruhm der Vergangenheit, die Aufgaben der Gegenwart, die Hoffnung der Zukmmi't als Gemeinsamkeit mit den Juden der Welt empfinden. Diese Bande sind es, die uns für ein jüdisches Palästina hoffen und arbeiten lassen. Vor San Kein׳» war die Organisation Selbstzweck. Daraus ist die ungesunde Auffassung der Organisation als einer Art Regierung entstanden. Aber dies ist eia Irrtum, denn die Organisation beruht nicht auf Macht lind GchorsMnspflicht, sondern auf der Vereinbarung ihrer Mitglieder. Des ist ein freiwilliger Verband. Auch die 1• Öderationen waren, besonders I» ihren finanziellen Ptäue», immuiik der BefehlsgcwnM der Exekutive unter- Worten Sic wirren nicht cmgcz.wlingt in einen zentralisli- Kcnen Ab!v01uü4.nmH, Ihre einzig!; Vcrpfüchtun!? war die X.sdiliwig tles Schekels und miße!ordentliche Verpfiieli׳• tiiiigeiv, die ihnen entsprechend ihrer Mitoliedeiyahl auf- «rkgt wurden. Im übrigen waren sie frei in ihrer finanziellen Betätigung. So hat z. B. die große Sehr geehrte Redaktion! Ich bitte um Aufnahme folgender Zeilen: Soeben kommt mir ein Flugblatt des Binjan Flaarcz, überschrieben: ״Unsere Antwort an die Zionistische Vereinigung für Deutschland“ zu Gesicht. In demselben wird auf den «an einigen meiner Freund« und mir Unterzeichneten Brief aus Haifa Bezug genommen. Ich erkläre hiermit zunächst in meinem eigenen Namen, hin aber überzeugt, daß die anderen Unter- Zeichner des betreffenden Briefes sich mir ,auschlicllen werden, folgendes: Es entspricht nicht d e 11 T a t s a c lu• n, daß von uns in dem Briefe behauptet wurden ist, ״daß die bisher gesammelten Gelder des Keren llajessod entgegen den Bestimmungen der Londoner Jahreskonferenz vorwendet wurden, und daß die Gelder des Keren Hajessod für laufende Ausgaben verwendet wurden, ob• wohl die Verwendungszwecke noch nicht festgelegt seien“. Wir haben in unserem Schreiben lediglich verlangt, daß die nötigen und von der JahresUonfercnz voi• gesehenen organisatorischen Maßnahmen getroffen werden, um die statutenmäßige Verwendung zu gewährleisten und eine Verwendung in dem von Binjan Haarcz angedeuteten Sinne zu verhindern. Im übrigen haben wir bereits im selben Brief betont, daß es uns völlig fcmgclegen hat, in die innerpolitischen Streitigkeiten des deutschen Zionismus in irgendeiner Form einzugreifen. Ich bedauere es daher auf das lebhafteste, daß unsere sachliche Kritik beziig• lieh der unseres Erachtens notwendigen Kautdcn für die Verwendung der Gelder zum Ausgangspunkt ge• macht worden ist für eine Agitation gegen die Sainmlung für den Keren llajessod und den Kered Hajessod als solchen überhaupt, Haifa, z. Zt, Berlin. William Perlt*.

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