Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 64 (12.8.1921)
- Date
- 1921-08-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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JUEPISCMfi KUMÖSCHW« Seite 459 Nr. 64 der natiooffen- .'.mze Unnatur, die nntmatkmak־ Wirkung «älistischcn Kidtfuiig für jetten, der sehen ,will kundig. Dam jetzt wurde der eigentliche Wesensdwrakter des Zionismus wieder aufs Höchste aktuell, der der Aufruf zu einer gemeinsamen Aktion der juüenheit ist, aber keine neue nationalistische• Welt-;uvschavnmg, zu der man ihn verfälscht hatte. Jetzt wurde offenkundig, wie sehr diese geistige Verfälschung rrerade den eigentlichen, den zentralen Wescnxkern er-?nllt hatte. Die in Weltanschauungen zersplitterte Judcnheit hatte durch ihren Selbsterhaltungstrieb eine Bewegung erzeugt, die kein neues Theorem ues Judentums, sondern ein gemeinsames Tun, eia geineinsames, konkretes, nationales Ziel proklaniievte. Diese nat iojva 1 e Einigung im Zeichen eines gemeinsamen nationalen Zieles ist von der nationalistischen Richtung ins Gegenteil verkehrt worden. Bei ihr wurde das primäre Element eine bestimmte Lebensuml Geschichtsauffassung, eme bestimmte bin- Stellung iukI Willensen tsclieidnng in bezug auf die letzten 1 1a<’en, insbesondere auf das Problem lmlmdimm, Volk, Menschheit. Palästina und Baseler Programm wurden die logischen Konsequenzen einer geistigen Gründern- Stellung, die wohl am prägnantesten von einem wort• ti’hrer dieser Ridvtimg als ״Anerkennung von Nation als absoluten Wert'1 bezeichnet wurde. ־ Ein fein Intellektuelles wurde das Zentrum dieses Zionismus, und in der Tat sind ja auch nur Intellektuelle seine Iräger und konnten auch nur Intellektuelle .seine Träger sein. Er war zugeschnitten auf eine kleine Schicht und ־konnte, nid« nur durch äußere Umstände, sondern durch die Natur seines Wesens, keine Resoimanz in breiteren jüdischeu Schichten haben, geschweige dem! sic national binden oder auiriitteln. Er entsprach jüdischen lnto,■Jckt11cU0.il, die den nationalen Impuls, aus dem der Zionismus heiovrgegangen war, nicht nachzuerlebe״ vermochten, weil ihr Bluts- und Herzeiisznsmime.ihuig mit dem jüdischen Volk und ihre jüdischen Instinkte zu geschwächt waren, und die sich mit den Mitteln des ׳Intellekts und der Abstraktion und aus dem Material der deutsch-europäischen Gedankenwelt (Pichte, lagarde esu׳.; eine Brücke zu ilnn bauten. Dali manche, die den nationalen Impuls stark und unmittelbar erlebten, sich zu einer Richtung bekannten, die in ihrer theoretischeu Forderung nach Unhedingtheit der Intensität ihres Woilens zu entsprechen schien, zumal in einer Zeit zionistischer Stagnation, ist leicht einzusehen. Ebenso ist wahrscheinlich, daß Zionisten aus Ländern mit geschtossencr jüdischer Nationalität und dementsprechender geistiger Struktur des Zionismus, die von au Heu an die deutsch-zionistischen Verhältnisse herankainen, hier die ihnen gemäße Anschauung zu finden glauben mußten. Von diesen Zuflüssen aus anderen Bezirken ist in diesem Zusammenhang, wo cs sich um die Herausstellung des Prinzipiellen handelt, ubzusehcii, und ebenso dürfen wir in dieser Analyse des prinzipiellen Charakters von der Tatsache abstrahieren, daß sich in weiterem Verlauf lebensvolle, von echtem nationalen Gehalt erfüllte Tendeitzen politisch hinter diese Richtung stellten, die ursprünglich gerade in Opposition zu deren rein formalen Nationalismus entstanden sind (/.. B. die hebräische Bewegung), die aber, so scheint es uns, eine stärkere nationalisierende Wirkung hatten ausunen können, wetin sie nicht die |X>litisd1-natkmalixit.sch;' Rchtmig zum Vehikel bekommen hätten. Es wäre im Interesse der intellektuellen Reinlichkeit unserer zionistischen Auseinandersetzung außerordentlich z.u bedauern, wenn diese auf anderem Boden gewachsenen Tendenzen vor, jener fitr sich in Anspruch genommen würden. gesehen, sondern der Antipode, der intellektuelle Feind der reinen Lehre. Damit hängt cs zusammen, wenn der Blick immer w׳ie gebannt auf die gegnerischen Ideologien und die sie vertretenden Organisationen und ,Parteien gerichtet war; dam eine Ideologie kann mir mit anderen Ideologien kämpfen, aber nicht mit Lcbensmachteu und nicht mit und um Menschenher/en. Wie wenig aber der nationalistische Zionismus darauf eingestellt ist, um jüdische Menschenherz.cn zu kämpfen,. hat die Gegenwart mit schmerzlicher Deutlichkeit enthüllt. Wenn unter der Wucht des epochalsten Ereignisses der jüdisehen Geschichte von ״nationaler Seite“ für die Bezielnmg zur übrigen Judcnheit kein anderes Hochziel als das der ״Bü11dnis|x)litik“ aufgestellt wurde, d. 11. wenn in einer Zeit ungeheuerster, nationaler Erschiitternng nicht einmal ersehnt wird, die Parteischranken zu durchstoßen, die trennenden Wände niederzureißeu, um durch die Parteiorganisationen an die ,jüdische.! Menschen zu gelangen - so ist auch das nur die Aus- Wirkung jener Wandlung, durch dk־ ein ideologisches Prinzip an die Stelle eines lebendigen, kbensschatfemJen Impulses trat. Wer sich vor Augen hält, daß Tausende von deutschen Juden ihren Standort in jüdischen Fragen noch nicht gewählt haben, überhaupt erst für den Zionismus gewonnen und als völlig Abseitsstehende vom heißen Atetn einer nationalen Welle erfaßt ,werden müßten, der wird den von allem wahrhaften nationalen Gehalt entleerten Charakter einer Richtung erkennen, die in solcher Zeit und solcher Stunde ihre Parole für die Beziehungen zur Judcnheit an den Beziehungen der Parteiorganisationen orientiert. 1111 letzten Grunde enthält diese Parole der Bündnispolitik den ailerbösestcn Kompromiß und die allerausgesprochenste Bescheidung: Den Verzicht auf die nationale Einigung der Judcnheit im Zeichen Palästinas, den Verzicht auf das Ideal einer )imfassenden, von lebendiger, jüdischer Bruderliebe erfüllten, mit Hingabe für das gemeinsame nationale Ziel arbeitenden jüdisehen Gesamtheit. ln anderen Bewegungen ist es die Jugend, die in solcher Situation mit freiem Sinn uml heißer Seele die Ideologien zerbricht, die Herzen aufrnft, und in der Glut eines großen Gefühls die getrennten Schichten zaisamntcnschmüzt. Die wahre uni echte Jugendlichkeit (deren Charnkteristikuiii es ist, daß sie sich ihrer Jugendlichkeit gar nicht bewußt wird; kann s;> zu bestimmten Zeiten eine geschichtliche Kraft ersten Ranges werden. Es ist eine schmerzliche Tatsache, daß gerade im deutschen Zionismus die Jugend zum Träger der ideologischen Prinzip« geworden ist -־- ein neuer Beweis, wve trotz aller so laut proklamierten, inneren Regeneration von einem tatsächlichen, taktischen Jungwerden so wenig zu spüren ist, * Kamt kein Zweit«' darüber bestellen, daß der deutsche Zionismus den Charakter einer nationalen, politischen Bewegung zu verlieren und den einer Sekte bzu׳, einer Partei im engsten Sinne anzunchmen im Begriffe ist, so erhebt sich die Frage, wie diese Ent wickltrug in Es lag in der Natur dieser Umwandlung des Zionismus in etwas We'tanschauungsmätiiges, daß die schärfste, ja intransigenfeste Verfechtung ihrer fVinzipien proklamiert wurde; denn gerade die scharfe, geistige Akzentuierung des Neuen, sic von anderen Trennenden ist das Lebensprinzip jeder neuen .Weltansclvmung. Dem ursprünglichen Zionismus, der als eine reale, nationale Lehensmacht in die Weit trat, lag eine . prinzipielle Auseinandersetzung, ein theoretisch-politischer Kampf fern (״Der Zionismus braucht eine Atmosphäre des Wohlwollens“, meinte Hcrz.P, dagegen lag es im Wesen der nationalistischen Richtung selbst begründet, daß sie in scharfer Zuspitzung, in unbedingter Betonung ihrer Sondenri, ihren Gegensatz zu den anderen jüdischen Parteien herattsstellen 'mußte. Die sich aus organischen Lcbensquelleu speisende, ursprüngliche zionistische Bewegung wirkte die in ihr implieite liegende nationale Weltanschauung durch die nationale Zielsetzung, durch eine konkrete, umuitteibare Wülensn'ditung aus. Wie jede echte historische Bewegung suchte sie den Kampf mit den ihr entgegenstehenden Mächten nicht in der theoretischen ,Gegen• einamiersetzung der beiderseitigen Ideengehalte, sondern in der Neuschaffung von geschichtlichen Realitäten, durch die jene Mächte überwunden und besiegt werden. Der ursprüngliche Zionismus brauchte keine Auseinander• Setzung mit den antinationalen Mächten und Wellanschauungcn im Judentum, weil sein Ziel und die Arbeit )!,.־ sein Ziel seinen nationale״ Gehalt genügend verkörperten tiiKf weil die von ihm erstrebte neue geschichtliche Realität eines jüdischen Volksdaseins in Pa- Ustina die tatsächliche und faktische Ucberwiiidtmg jener Mächte in sich schloß. Die Verschiebung des Schwerpmnktes im Begriff des Zionismus verschob auch die •sti in in u 11 g s - m a Uige Einstellung zuin nicht-zionistischen Judentum. Für den ursprünglichen Zionismus ist das primäre Erkenntniserlebnis, daß der Zusammenhang der Judenheit ein nationaler ist, daß die Juden die Zellen eines Vo.ksorganismus sind und daß der gehemmte und ins Stocken geratene Lebensprozcß dieses Organismus zu seiner Erneuerung neue und gesündere Daseinsbedinguugen braucht. Sein Ruf geht prinzipiell an jeden Juden, imarmängig davon, oh dieser sich selbst bewußt als Yolksgücd fühlt, da er in jedem Juden einen Teil und Repräsentanten des Volkes sicht, jeder Jude ist ihm sozusagen ein ״Noch-Nicht-Zionist“; das Nicht-Zionistsein — ein unnatürlicher, unlogischer und nur vorübergehender Zustand. Das Bewußtsein und Erkenntnis gcwordene Gefühl trennte noch nicht vom jüdischen Menschen. Durch iene Verschiebung des Schwerpunktes aber wunde im Nichtzionisten nicht der ״Nochnkhtzwnist“ verhältnismäßig kurzer Zeit in *..lenem Grade hatte vor sich gehen können und insbesondere, wieso die nationalistische Richtung eine Art Hegemonie haute erringen können, obwohl sie doch, wie wir annehmen, des echten, nationalen Lebensfeuers, das sich aus alles durchdringender Liebe nährt, entbehrt. Mit der Beantwortung dieser Frage stoßen wir auf die besondere Struktur des deutschen Zionismus und auf das besondere Kräfteverhältnis der neuen Tendenzen zu den alten. — Die nationalistische Richtung nahm ihren Ausgang in einer zentralistisch organisierten, auf Gcsimwngsdiszipün gestellten Studentenschaft; ihre Prinzipien \u1rden die Maximen einer systematischen Erziehung. Als isolierte Gemeinschaft ist eine StudentenOrganisation ein guter Boden für Ideen, die im natürlichen, lebendige■! Gcscllschaf(sieben nie Wurzel geschlagen hätten; sie konnte es in diesem Falle um so eher sein, als eine große Anzahl der Erziehungsobjekte so ganz ohne jüdi. scheu Fonds und ohne jüdischen Instinkt waren, duB der abstrakt-idcotogisclu• Weg der leichteste Weg /um Zionismus war, weil er keine im Herzen verwurzelte Volksliehe vormisset/fe. Hat aber eine bestimmte, geistige Einstellung in einer Studentenk־orporati.ro einmal Fuß gefaßt, dann wird sie in überraschend kurzer Zeit einen sehr großen Kreis beeinflußt und in ihrem Sinn er/ogen haben, weil ja eine beständige Fluktuation der Menschen herrscht, immer neue Generationen dies״ Entwicklung diirclnmchen; es ist eine Art geistiges Krüiupersysiem. durch das in kurzer Zeit eme seit.• erhebliche Zahl ״durchgehiklct“ werden können. Welch ungeheure Bedeutung für die Neubelehun.׳ und Erstarkung des deutschen Zionismu> eine swden’■ tische Bewegung dann hätte halten können, wenn sie eine aus der Liehe zum Volk, aus dem Zusammenhang ן mit dem Volk geborene Idee in sich verkörpert und ן intensiv vorgcleht hätte, liegt auf der Hand. Jeder ] einzelne durch sie vorgebildete und durch ihre Atnroj spharc hindurcligcgangene Mensch hätte einen neuen, ן wenn auch noch so kleinen Kreis entjiklischtcr oder; indisch verblaßter Menschen befeuert und zu ihrem j v*'Ik zurtickgebracht und hätte jedes Stückchen jüdi- ן scher Wirklichkeit, in das ihn sein Lehen hincinführte! mit Volksliehe und Zionsliebe erfüllt. Und aus dem’ : Zusammenwirken solcher kleinen Lehenszentren wäre i der Zionismus zu einer organischen Leheusmacht im j deutschen Judentum geworden, die in allmählichem Um- 1 watullutvgstiro/cß die im nationalen Sinne negativen, j aber geschichtlich gewachsenen Entwicklungstendenzen ן des 19. Jahrhunderts überwunden hätte. 1 Diese Funktion einer organisch belebenden, er- . neuernden Leheusmacht konnte auch nicht im leisesten! Grade von einer Studentenschaft erfüllt werden, die; gerade in der bewußten und auf die Spitze getriebenen j Abhebung und Absetzung von der Judeuheit ihr wesent- ן liebes Grundprinzip auswirkte. Man kann der «rganit sierten zi-omstisehen Studentenschaft tausend Einzelj dienste zu danken haben; aber man wird, wenn man! überhaupt in größeren geschichtliche״ Zusammenhängen; zu denken verstellt, als wesentliche Tatsache der Ge-! schichte des deutschen Zionismus festzustcllen haben,! daß der zionistische Gedanken durch sie die national« 1 Resonanzfähigkeit eingebüßt und die historische Keimi tuul Triebkraft verloren hat. Die außerordentlich schwache Position der nationaien Kräfte (der Zionismus hatte ja bei Einsetzen der nationalistischen Riehtung knapp ein Jahrzehnt Zeit gehabt, als geschichtlicher Umwandhmgsprozcß zu wirken), war der Macht einer organisierten Becinflussungsmöglichkeit nicht gewachsen, und so ist mit der Hegemonie der in sich geschlossenen, geistig und persönlich eng zusammenhängenden Akadeinikerschaft der Charakter des deutschen Zionismus als einer parteimäßig und sektemnäftig abgeschlossenen Bewegung so gut wie besiegelt, tu gegenseitiger Wechselwirkung wird diese Hegemonie durch die Ab- Schnürung des deutschen Zionismus vom lebendigen Herzenskontakt mit der judcnheit gesteigert und verewigt; während in einer von den lebendigen Kräften der Allgemeinheit getragenen Bewegung eine doktrinäre, im Parteigeist vCTkapsche Führung mir vorübc*gehend am Ruder sein konnte, wird gerade durch die Isolatku des deutschen Zionismus jene Vorherrschaft bestärkt und befestigt. Dieser Entwicklungsgang hat unbestreitbar eine .)lgenschwere Schwächung des nationalen Gedankens, der nationalen Zioiisidee zur Konsequenz gehabt. Ist schon in national festgefügten Völkern Schimmer, Glanz und Wirkungskraft des nationalen Gedankens durch die nationalistischen Parteien getrübt und gemindert, so mußte im deutschen Judentum, dessen nationale Tradition durch die geschichtliche Entwicklung des lö. Jahrhunderts radikal unterbrochen war, die Darchsetzuiigs■■ kraft des jüdischen Volksgedankens durch de-tmaßonalistisehen Radikalismus katastrophal gefährdet werden. - Alle assimilantischen, alle antijüdischen und ajüdischen Tendenzen waren durch den Zionismus auf dem Plan geiufeu gewesen und kämpften gegen den nationalen Lebenswillen, der sich in ihm auswtrktc. Eine besser;• Hilfe konnte ihnen in diesem Abwehrkampfe wicht kommen, als durch die neu propagierte Form des Zkmj>- mus als nationalistischer Weitanschauung; denn da gerade der deutsche Antisemitismus seine Argumentation ־ und seine geistigen Waffen den Ideengängen des prinzipiellcn Nationalismus entnahm, so gab es vielleicht keine Schicht Menschen, die so teindseJg, mit so überreizt - seelischer Abwehr jedem Nationalismus als prinzipicllcr Weltanschauung gegenüberstand, als die demsehen Juden. Wären Parteipolitiker Menschen von weiter Sicht und starker, in die Zukunft schauender Phantasie, so vvütdett die anti/ioiiistischen Parteiführer in dieser ihnen so besonders auf die Nerven fallenden Agitation.-■- methode die Kraft gesehen haben, dk׳ zwar das für sie Böse wollte, aber letzten Endes etwas für sie Gutes schuf, indem sie dem Zionismus eine Form gab, durch die er im deutschen Judentum den denkbar ungünstigster, kestmaii/boden linden mußte, und durch die die trotz allem vorhandenen latenten, nationalen Kräfte am -.icherstett vor dem Erwachen uml Erblühen geschützt w urden. Und noch eine andere für sie positive Auswirkung würde ihr weiser Blick erspäht haben. Es steht nnmlieh außer Frage, daß durch die rttüiknUstischc Richtung in den deutschen Juden das Bewußtsein der d e u t - sehen Bindung ganz, außerordentlich gestärkt worden ist. Es hängt dies mit der psychologischen Tatsache zusummen, daß auch die vagste, schwächste, kaum bewußte seelische Bindung von uns sofort stärker und intensiver empfunden wird, sowie ihre Existenz, überlumpt negiert wird. Diese Wahrheit hat sich in! deutscheu Judentum zur Evidenz erwiesen. Auch wem sein Judentum die allumfassende Atmospliäre gewesen ist, wem nie die Bindung an die umgebende Welt zum Bewtißtsciii .gekommen war, dem wurde bei der Negierung dieser Bindung, bei der geforderten ״Entwurzelung‘* überhaupt erst bewußt, daß ihn auch gewachsene und gewordene Beziehungen an die nichtjudische Umwelt fesseln. Um wieviel stärker aber mußte diese Wirkung hei der großen Schicht sein, in der diese Beziehungen von vornherein die kräftigeren waren. Wer der Meinung ist, daß das Ziel der jüdischen Entwicklun!•־ in Deutschland nicht darin liegt, in möglichst reinliche.׳, exakter und radikaler Dialektik die imti.iuaUleutsche und die natkma!.jüdische Tendenz gegciiciiian.ier/uxtclic!: sondern wer dieses Ziel darin sicht, daß das jüdische V.olksgetühl und die nationalen jüdischen Lebenskräfte die üegentcnden/cn innerlich überwinden und besiege־!, der wird diese Verstärkung des national-deutschen ״Bewußtseins aufs Tiefste beklagen. -- Der Ursprung- iche Zionismus hatte die Geixter schon in genügender Schälte geschieden und alles gegen sich aufgerufen und!1! wache Feindschaft gesetzt, was nicht stark und beuußt jüdisch fühlte. Er hatte aber die breite, große Stlueht derer noch nicht provoziert, die /war noch wurzeleclu, jüdisch einplanil, aber durch die geschieht-!!che Entwicklung in eine Verbindung mit der Umwelt cingetrciciv und sich dieser Verbindung bewußt war. Der Herzische Zionismus hatte die Diskrepanzen, die sieh aus dem Verhältnis des nationalen Juden zu seiner Umwelt ergeben, gar nicht berührt und hatte damit mit der jeder echten historischen Bewegung immaitcutcn Vernunft und Weisheit der latsaehe Rechnung getragen, daß in dem Vorhereilungs- und Uebergangsstadiitm der jüdischen Geschichte, das durch den' Zionismus eingeleitet tmd erst durch seine Verwirklichung /um AbsclUufl gebracht werden wird, dieses Verhältnis eine offene, nicht restlos zu lösende Frage bleiben muß, weil erst ein verwirklichter Zionismus dem einzelnen Juden auch in der Diaspora die Positron gibt, die aus dieser Beziehung zum Umwelt kein Problem mehr macht. Die dialektische Zuspitzung des augenblicklichen Zustands ist zwar für radikal-nationale Fonitulicrunj sehr dankbar und lockend, bringt aber seine organische Ueberwindung keinen Schritt näher. :mpfitidet!, .ng sind, im ge- ׳vegung ,unfruchtbar ...;!ז,׳ .t,er Entwicklung:•׳ Daß der ganze r onus aik Juuischkcst, an echtem jüdischem E die noch im deutschen Judentum lebend hoben tmd für dk nationale Bcw bleiben muß. Auch, wenn diese Gemeinschaftskräfte um geistig Assimilierten •oder von Juden die außen an die deutsch-jüdische•״ Verhöhnt negiert oder verächtlich angesehen sie doch was sie sind: die einzige echte Mutterboden Zionismus seine Kräfte von sse herantreteu, werden, so bleiben einzige Energiequelle, der aus denen ein deutscher oder Partei ble'ib^־“״״'•• "‘״^»«״ der~ keinc Bewegung werden will. eine lebendige, aatronale