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Jüdische Rundschau · 1921-07-26 · Heft 59 (26.7.1921) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 59 (26.7.1921)
Date
1921-07-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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(11 -־*•־■•ימן Nr. 59 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 421 Die Wahlen zum XII. Zionistenkongreß finden In der Zeit vom 31. Juli bis 7. August 1921 statt. Nur wer verreist ist, oder wer nicht Im Bezirk einer Ortsgruppe wohnt, darf den Stimmzettel brieflich einsenden I שב 2a Wahlaufruf des Nationalen Einheitsblocks zum Xil. Zionistenkongreß Oer Nationale Einheitsblock bittet uns um Veröffentlichung folgenden Wahlaufrufes: Zionisten! Die Wahlen nun XII. Zkmistenkongrcß stehen vor• der Tür! Um der zionistischen Welt ru beweisen, daß durch die Spaltimgsvcrsuchc von Binjan Haarez die Oeschlossenheit des deutschen Zionismus nicht erschüttert werden konnte, haben wir tuis mit den anderen an der Wahl beteiligten Gruppen zur Aufstellung einer gemeinsamen Liste verbunden. Die Vereinigten Zionistischen Gruppen umfassen: Die Gruppe des Nationalen Einbeitsb 1 o c k s. Die Gruppe der unabhängigen Zionisten (Gruppe Locwe-Gronemannj. Den Hapoii I - H a zair. Das Programm der ״Vereinigten Zionistischen Gruppen'• ist bestimmt durch die Beschlüsse, die der XVII. Dclegiertcntag in Hannover einmütig gefaßt hat. Im Sinne dieser Beschlüsse fordert der ״Nationale Einhcitshlock‘‘: 1. Aufrechterhaltung der Einheit der Zionistischen Weltorganisation. 2. Aufrechterhaltung des nationalpolitischen Charakters der zionistischen Bewegung als unerläßlicher Voraussetzung für die Erringung politischer Erfolge und für die Gewinnung der ideellen und materiellen Kräfte zum Aufbau Palästinas. 3. Entschiedene Durchführung der Balfour- Deklaration auf dem Gebiete der Politik und Verwaltung in Palästina durch die Mandatarmacht. 4. Herstellung eines friedlichen Einvernchmens mit der arabischen Bevölkerung ln Palästina. Sicherung von Leben und Eigentum der jüdisehen, Bewohner von Erez-lsrael. 5. Sofortige Durchführung des vom Actions-Gomitd in seiner Prager Sitzung formulierten Programms für den Neubeginn einer produktiven Kolonisationsarbeit. Entschiedene Förderung der Privatinitiative. Sicherung der Interessen der Allgemeinheit, insbesondere auf dem Gebiete der Bodenpolitik. 6. Sicherstellung einer stetigen Einwander u n g nach Palästina. Schaffung von Garantien, daß die Regulierung der Immigration durch die Mandatarmacht lediglich im Einvernehmen mit der Zionistischen Weltorganisation erfolgt. 7. Schaffung von Einrichtungen, um unsere Jugend menschlich, geistig und fachlich auf ein nationales jüdisches Leben in Palästina vorzubereiten. 8. Ausbau des Keren Hajcssod zu einer zentralen Institution für den Aufbau Palästinas unter Beteiligung der ganzen Judenheit. Zionisten! Stimmt für dieses Programm eines auf seine innere Kraft vertrauenden Zionismus! Stimmt gegen: die Störung der Einigkeit und Disziplin durch Binjan Haarez, die Verwässerung des zionistischen Gedankens durch Binjan Haarez, die Vernachlässigung des Keren Hajcssod durch Binjan Haarez! Alle Stimmen für die Liste Hantkc-Rosenblüth-Buber * Loe׳we - Blumenfeld der Vereinigten Zionistischen Gruppen! Nationaler Einheitsblock: I. A.: Dr. Löwen st ein. Dr. S. Hirsch. Wahlpiattform des Hapoel-Hazatr Die heutige kritische Situation in Palästina fordert von der zionistischen Bewegung entschlossenes Handein, das durch klares Bewußtsein des zionistischen Zieles bestimmt wird. Unser Ziel ist der Aufbau des jüdischen Palästina durch Schaffung einer freien arbeitenden hebräischen Gesellschaft, ohne Ausbeuter und Ausgebeutete, Nur durch klares Erfassen und beharrliches Festhalten dieses Endziels wird es möglich sein, ein Palastina zu schaffen, das nicht nur ein Abklatsch des Golus mit allen schien Schäden, sondern ein wirkliches Abbild eines neuen, gesunden, jüdischen Volkes ist. Nur hierdurch kann auch — das haben die schweren Schläge gezeigt, die kn letzten Jahre unser Siedlung»* werte getroffen haben -~, rein praktisch ein Aufbau ohne schwere Reibung mit der Landesbevölkerung und Zionisten! Die zionistischen Gruppen, weiche auf dem zionistischen Delcgiertentag in Hannover vertreten waren (mit Ausnahme des Misrachi, der innerhalb seiner Weltföderation wählt), haben sich über die Aufstellung einer gemeinsamen Kandidatenliste für die Wahlen zum XU. Zionistenkongreß geeinigt. Die Liste führt die Bezeichnung ״Liste der Ver* einigten Zionistischen Gruppen.“ Listenführer ist Dr. Arthur Hantke. Wir fordern die deutschen Zionisten auf, aus* schließlich der Liste der ״Vereinigten zionistischen Gruppen“ ihre Stimmen zu geben. Die Grundlage unseres Zusammenschlusses bilden die bekannten Beschlüsse des letzten Delegiertentages der Z. V. f. D. in Hannover, die den Beweis erbracht haben, daß über wichtige Grundfragen unserer Bewegung zwischen den Vereinigten Gruppen Einigkeit herrscht. Uns eint vor allem die Ueberzeugung, daß der nationale Gedanke das unverrückbare Fundament unserer Bewegung ist, dessen Erschütterung einer Preisgabe der zionistischen Idee gleichkäme. In dem Augenblick, wo angesichts der gefährdeten Situation eine Konzentration aller nationalen Kräfte notwendig ist, um jene anfbauende Kraft zu erzeugen, die allein auch das Gesamtjudentum zur Mitarbeit an unserer großen Sache mitreißen kann, haben die Unterzeichneten Gruppen eine Wahlvereinbarung geschlossen, gemäß welcher die Kandidaten der Gruppen, unbeschadet ihrer prinzipiellen Stellung in programmatischen Einzelfragen, auf eine gemeinsame Liste gesetzt werden. Wir sind dabei im Bewußtsein der großen Verautwortung von dem Gedanken ausgegangen, daß in dieser Zeit eine Zersplitterung der Stimmen und ein Wahlkampf nur Energieen rauben würde, die für aufbauende Arbeit bitter notwendig sind. Wir hoffen dadurch erzielt zu haben, daß der gesamte deutsche Zionismus geschlossen für unsere Liste elntreten und so die Wahl zu einer Manifestation gegen alle separatistischen Bestrebungen in der Weltorganisation ebenso wie in der Landesorganisation, zu einer Kundgebung für den nationalen Zionismus gestalten wird. Wir fordern alle Zionisten, welche die Grundsätze einer der drei vereinigten Gruppen anerkennen, auf, vollzählig bei der Wahl za erscheinen and die Liste Nr. 2 Arthur Hantke zu wählen. Deutsche Zionisten! Es gilt, innerhalb der Weltorganisation die Steilung des deutschen Zionismus zu behaupten! Deutsche Zionisten! Wählet alle die Liste 2 Arthur Hantke! Vereinigte Zionistische Gruppen: Nationaler Einheitsblock Gruppe twabhäagiger Zionisten Hapoel Hazair. unter den einzelnen jüdischen Schichten ermöglicht werden. Hierzu ist vor allem die Schaffung• von Arbeit»־ gclcgenheifen, nanKntlich die Förderung der Siedlungen und Wirtschaftsverbände der palästinensischen Arbeiter- Schaft erforderlich, damit gleichzeitig mit dem Anwachsen der Einwanderung die Möglichkeit einer produktiven, das Land nicht belastenden, sondern fördernden Eingliederung der Einwanderer in das Wirtschafts־ leben Palästinas ermöglicht wird. Weiter ist die Fort- Setzung und Vergröfkrung der Einwanderung der Chaluzini, der bereits geschulten und erprobten Arbeiter, und ihre energische Unterstützung durch die gesamte Zionistische Organisation eine unbedingte Notwendigkeit. Zur Durchführung eines solchen konstruktiven Aufbaus Palästinas bedarf es einer intensiven Aktion für den Keren Hajessod, das hauptsächliche Instrument zur Beschaffung der zum. Aufbau erforderlichen Mittel. Wir werden weiter die Unterstützung der Ln Palästina bereits gegründeten jüdischen Arbeiterbank verlange», in der die Mittel für die Schaffung von Genossenschäften und Arbeitersiedlungen bereitgestellt werden. Diese Forderungen schließen die Initiative des Privatkaprtals nicht aus, verlangen aber seine Unterordnung unter die Interessen der jüdischen Gesamtheit im Sinne des angeführten Endzieles. Ke Zionistische Organisation beruht auf der Anerkeanung der nationalen Einheit des jüdisehen Volkes der ganzen Welt. Für den Aufbau Palästinas müssen alle Juden herangezegen werden, ohne daß die Zionistische Organisation als Gegenleistung für solche Mitarbeit nationale Kompromisse macht. Dies ist zu erreichen durch wahrhaft volkstümliche, sich an die Volksgcsamthcit und nicht nur an einzelne Notabein wendende Propaganda. Der in letzter Zeit zutage tretende Versuch, der Notabel»• herrschaft auch in zionistische Institute Eingang zu gewähren, hat den Zionismus moralisch schon geschädigt, ohne den geringsten auch nur materiellen Vorteil tu bringen. Wir fordern, daß die zionistische Arbeit beruhe auf dem Glauben an das jüdische Volk! Wir fordern die sorgfältigsten Bemühungen zur Beförderung der Umwandlung des Oolusvolkcs in ein arbeitendes, sozial und moralisch starkes Volk; insbesondere fordern wir Institutionen zur gründlichen Vorbereitung der Chakizim. Wir haben unsere Kandidaten vereinbarungsgemäß auf die Liste der ״Vereinigten zionistischen Gruppen“ gesetzt. Auf dem Kongreß werden unsere Kandidaten Ser Fraktion der ״Histadruth — HapoeLHazair — Zcirc- Zion“ angehören. Wir fordern alle unsere Chawerim und Freunde auf, die Liste der ״Vereinigten zionistischen Gruppen“ zu wählen, wodurch auch unsere Kandidaten gewählt werden. Wählt alle die Liste Nr. 2 Arthur Hantke! Der zentrale Waad des Hapoel- Hazair. Zfonistensteiier und Binjan Haarez Bereits vor einiger Zeit verlautete, daß eile Leitung der Gruppe Binjan Haarez ihre Mitglieder aufgefordert habe, die Zioaistenstcuer nicht an die Zionistische Vereinigung für Deutschland, sondern an Binjan Haarez abzuführen. Neuerdings werden diese Mitteilungen bestätigt durch das Schreiben eines führenden Mitgüedes der Binjan Haarcz-Gruppe, in dem cs heißt: ״Zu meinem Bedauern bin ich nicht in der Lage, Ihrem Ersuchen, die Zionistensteuer an Sie zu entrichten, nachzukommen. Nach einem Beschluß des Binjan Haarez sind dessen Mitglieder in erster Reihe verpflichtet, alle ihre materiellen Kräfte ln den Dienst dieser zionistischen Föderation zu stellen und insbesondere ihre Zionistensteuer an den Binjan Haarez abzuführen.“ Demgegenüber verweisen wir auf wiederholte Beschlüsse der Dclegiertentagc der Z. V. f. D. und auf das Statut unserer Organisation. Nach dem Statut der Z. V. f. D. ist jeder Gesinnungsgenosse verpflichtet, zur Aufrechtcrhaltung der Landesorganisation einen seinem Einkommen und Vermögen entsprechenden Beitrag (Zionistensteuer) auf Grund freiwilliger Ein- Schätzung zu zahlen. Die ״Zio n i sten s te u e r“ ist demnach ein Beitrag zur Zionistischen Vereinigung für Deutsch• Land, und es ist ebenso statutenwidrig wie unangc• messen, ihn für andere Zwecke zu mißbrauchen. Selbst wenn Binjan Haarez eine Föderation wäre, was bekanntlich nicht der Fall ist, würde ihm ein solches Recht nicht zustehen. Wir warnen hierdurch alle Mitglieder der Gruppe Binjan Haarez, die Zionistensteuer an eine andere Stelle als an die Z. V. f. D. zu entrichten. Sie würden sich durch einen Solchen Disziplinbruch außerhalb der Bestimmungen unserer Organisation stellen. Zionistische Vereinigung für Deutschland. Kongreßwahleo in Oberschlesien Die Exekutive hat genehmigt, daß Oberschlesien tmt Rücksicht auf die dort herrschenden, außergewöhn• liehen Zustände für die Kongrcßwahlen die Rechte eines selbständigen Verbandes und bezüglich der Ablieferung der Schekolim besondere Vergünstigungen genießt. ,1" Dberschlesien finden demgemäß besondere Wahlen statt. .11» DIe, obe״chl«>*ch« Zionisten nehmen daher an des aneemeinen Wahlen innerhalb der Zionistischen Vereinigung für Deutschland nicht teil.

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