Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 56 (15.7.1921)
- Date
- 1921-07-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 402 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 56 Pogrom in Litauen Der ״Zeit" wird aus Kowno gemeldet, dal! es im Städtchen Solok in Litauen m schweren antisemitisehen Ausschreitungen gekommen ist. Zwei Juden sind tödlich verwundet und mehrere schwer verletzt worden. BQchcrsciiuu חיי אדם: האת ':!לום עליכם. תרגום י. ד. ברקוביץ. ס כרכים. ילדות. נערות. בחרות. ד.יצא־. •ההיכל. גיריורק. י.י£■•*. Ein Menschenleben. Autobiographie von Schaioxn- Ale ehern. Hebräisch von J. LX Ber kowitz. 3 Bände. Verlag von Stybel. New York 1920. Man kann unmöglich im Rahmen einer Zeitung•»־ notix über dieses wunderbare Werk, über das kt/.le Werk von S c 11,11 o m - A 1 e c 11 e m sprechen. Diese prachtvoll gedruckten und geschmackvoll gehumleneu Ikiudc sind liehen dem zu gleicher Zeit erschienenen Roman von Brenner das schönste Geschenk, das uns der Verlag Stybel gemacht hat. In zahlreichen Episoden schildert Scliaiom-Alcchem in seiner hmnorvollen gutmütigen Art das beschauliche Leben einer jüdischen Kleinstadt der 80er lalire des verflossenen Jahrhunderts. Eine I:ülle von Personen zieht an uns vorbei, die oft mit ein paar Strichen glänzend gezeichnet sind, Viele von ihnen kommen uns sehr bekannt vor. Wo mögen wir sie wohl gesehen halben? Richtig! 11t den alten Erzählungen von Sclialom-Alechem sind wi! ihnen bereits begegnet. Diese Erinnerungen Schal(««• Alechenis bieten uns oft Aufschluß über manche Motive und Verso nett, die wir in seiner späteren literarischen Tätigkeit finden. Bei mailichen Kapiteln vergißt man gänzlich, daß man hier E ri n nc ru 11 gen vor sich hat Sie lesen sich wie entzückende Kindergescliiclrteii. Moltrere von diesen Anekdoten machen den Eindruck, als ob sie die erste Fassung später Erzählungen wären. 1X18 Buch enthält ,eine Menge wunderbarer erliabeuer wie komischer Bilder. Leider brechen die Erinnerungen a.n der interessantesten Stelle ab, nämlich mit dem Beginn seiner literarischen Tätigkeit. Ist schon das Bucli dem Inhalte nach dazu bestimmt, eine erstklassige Lektüre für Klein mul Groll zu werden, so wird es durch die S p r a che des liebersetzers mich um so wertvoller. Noch hat man bisher die Glanzleistung von Bcrkowrtz, der fast sämtliche Werke seines Schwiegervaters Schakmi ־ Alediciu übersetzt hat, nicht gebührend gewürdigt. Wüßte man nicht, daß es sich hier um. eine Uebcrsctzung handelt, man hätte es durchaus nicht merken können. Schalom- Alecliem 11a׳t auch selbst ein glänzendes Hebräisch geschrieben, und in seiner Art, aber viel besser, hat Berkowitz ihn übersetzt. Vergleicht man das jiddischer Original, das jetzt in Warschau erscheint, mit der liebersetzung, muß!naiv zugeben, da!) das Werk im Hebräisehen unbedingt gewinnt. Das Jiddisch ist zu einfach, vulgär, es fehlt ihm noch die Tradition, der feine Ausdruck, die kein Kunstwerk entbehren kann. Gerade das Hebräische verfügt in der Zusammensetzung der verschiedenen Stile über ein glänzendes Mittel, der Erzählung eine ironische Note zu verleihen. Dieses Mittels hat sich mit besonderem Erfolge Bialik bei der glänzenden Deherse.tzimg von Dun Quichote benutzt. Derkowitz hat in diese Ueberset/.ung einen Sprachschatz vergraben, der seinesgleichen sucht Besonders für den hebräisch Sprechenden bietet sich liier eine Fülle von Phrasen und Redewendungen, die man auf jedem Schritt und Tritt verwenden kann. Man kann dem Buch nur die weiteste Verbreitung wüinschen. K. Büchcr-Einlauf Dr. Isaac Breuer: Die Idee des Agudismus. Herausgegeben im Aufträge des Verlages der Agudablätter. L. Sänger Verlag, Frankfurt a. M. 5681. 40 Seifen, Das Eine, das nottut. Beiträge zur Aufklärung über die Grundschule. 41 Seiten. Roekenhausea 1921. L. Btaufus »1. Sohn. Die Nutznießer des Bolschewismus. Von Dimitri Bulaschow. Berlin 1921. Philo Verlag. (״Das Licht", Heft 3.) Hölderlin, Die späten Hymnen. Herausgegeben von Rudolf von Delius. Paul Sfecgcmann, Verlag, Hannover, Die Berliner Romantik. Von Josef Nadler. Berlin 1921, Erich Reiß Verlag. Wang-Siang, Das Bucli der irdischen Mühe und des himmlischen Lohnes, Uebertragen von Klubund!09/n0^teCSCmam1 V0riafif’ Halil,ovcr (Silbergättle על פרשת דרכים: כאת אתר העם. ד׳ “ריקים. עם חהונת המחבר ורשימה מפורטת. ברלין. תרפ״א• (Am Scheidewege. V011 Achad-Haam. 4 Bände. Mit Bild des Verfassers und ausführlichem Register. Jüdischer Verlag, Berlin 1921.) ל.תךן: .ירחון. שנה ז׳. חוברת א׳. אייר, תרפ״א. 04 עמודים. כל כתבי תיאוחד הרצל: תרגם ד״ר ברהוביץ. מפר ראשון. 125 עמודים. הוצאת הועד המרכזי של ההסתדרות הציונית בפולין. ורשה תרפ״א. . אברהם ריינוויין: ארץ ישראל אין אידישען לעבען און ליטעראטור. פארלאג ״קאנאדע״ .1921 טאראנטא.• ש. גארעליק. גרויסע נשמות. 169 וייטען. יידישע קעפ. 132 וייטען. פארלאג "וואסטאק". דרעודען .1921 די בלוטיגע טעי און יפו: 64 וייטען. פאולאג פועלי־ציון. וויען 1821. (Ohne Verantwortung der Redaktion.) Ei« Protest! Ich protestiere aufs entschiedenste — und weiß mich darin eines Sinnes mit allen demokratisch Gc- »unten unserer Organisation — gegen den Beschluß, für Gas-tkarten zum bevorstehenden Kongreß solch hohe Preise zu nehmen, wi« io den letzten Nummern der ״jüdischen Rundschau" bekanntgegeben wurde. ' Wir haben alles Interesse daran, daß unsere Verhandlangen vor der breitesten Ocffentlichkeit geführt werden. Sind einmal Dinge vertraulicher Natur zu bcliandelii, wie das bei einer politischen Organisation selbstverständlich ist, so verweise man Sic in eine Korn* mission oder schließe für eine Sitzung die Ocffcntk'chkeit aus. Es gellt aber nicht an, einen ganz erheblichen Teil oder de» größten Teil der zionistischen oder nichtzk)lustischcn Ocffentlichkeit durch derartig hohe, geradezu lächerlich wirkend« Eintrittsgelder auszusehalten, den Besuch des Kongresses zu einem, Privileg für Leute aus Vahitastarken Ländern zu machen oder zu einem Schauspiel für Kriegsgewinnler herabzuwürdigen. Es war von vornherein ein arger Fehler, ein Lokal zu wäIden, das so wenig Platz für Gäste bietet. Gab es in Karlsbad kein anderes, so mußte man an einen anderen Ort gehen. Ohnehin spricht manches gegen Karlsbad. Man darf aber den einmal gemachten Felder nicht verhösern, ärger machen durch derartige Eintrittsgeklc r. Unverständlich ist mir, daß zwei bekannte deutsche Gesinnungsgenossen für ein solches Dekret ihre Namen hergeben. Die Zahl der Delegierten ist diesmal ohnedies eine heseh rankte, Selir viele Vertrauensmänner unserer Organisation, die geeignet wären, die Bcratiuigcu zu fördern, sind dadurch ausgcschaltct. Sollen sie auch als Gäste ausgcschaltct werden, weil ihnen neben der ohnedies teuren Reise und dem teureren Aufenthalt in Karlsbad weitere 500 tschcch. Kronen zu viel werden? Unsere Jugend wird so gut wie ganz ausgeschlossen. Ist das unsere vielgcrühmtc demokratische Organ!• sation? Daß die Plätzc-Vergebung durch die Landsmann- .schäften erfolgt, ist ein guter Gedanke, Seine Kousequenz ist die Anpassung der Preise an die Valuta der betreffenden Länder, andererseits Auswahl der Gäste unter den Gemeldeten, wenn schon für alle kein Raum ist, nach ihrer zionistischen Interessiertheit, nach dem Interesse, das die Bewegung an ihrer Anwesenheit bei den Verhandlungen hat. Unter allen Umständen muß der Beschluß revidiert werden. Es ist schon genug Unzufriedenheit in unseren Reihen, berechtigte und unberechtigte. Man schaffe nicht noch neue durch 90 unglaublich falsche Maßnahmen. Hugo Schachtel * Die Regelung der Aus,gäbe der .Tribilncnkarten t'iir den Kongreß hat iiiamilicrici Beschwerden veranlaßt. Wir erfahren dazu von zuständiger Seite folgendes: Bei der Ausgabe der Tribiincnkartcn für den XU. Kongrell war von vornherein mit einer gewissen Mißstimnmng weiterer Kreise deshalb zu rechnen, weil pur veriiältnismäßig wenig Karten ausgegeben werden können. Der zur Verfügung stehende Saal des Schützenliauscs in Karlsbad ist zwar einer der größten Säle, die überhaupt in den ־Ländern, die unter den gegenwärligen Umständen für di*‘ Abhaltung des Kongresses in Frage kamen, zur Verfügung stehen. Immerhin läßt dieser Saat nach ״Unterbringung der Delegierten, der Pressevertreter und der Ehrengäste höchstens noch 400 bis 501) Sitzplätze für Trtbiinenbesiicher zu. Das Kongreßbüro hat eigens einen Architekten nach Karlsbad berufen, damit er versucht, durch andere Ano.dinnig der Sitzplätze, Aufbauten und dergleichen, noch mehr Flät/c für Tribiinenbcsucher zu schaffen, und es kann angenommen werden, daß auf diese Weise die Zahl der für Gäste zur Verfügung stehenden Plätze vielleicht um 100 oder 200 erhöht werden kann. Aber auch in diesem Falle reicht natürlich die Zahl der Plätze hei weitem nicht aus, um dein großen Ansturm von Besuchern gerecht zu werden, der gerade für diesen Kongreß aus allen Ländern der Judenheit zu erwarten steht, infolgedessen bleibt, wenn man eine möglichst große Zahl von Besuchern atn Kongreß teilnchmcn lassen will, nur die eine Möglichkeit, daß siel! jeder Besucher beschränkt und sich damit einverstanden erklärt, nur einem Teil der Sitzungen beiztnvohncii. Wenn die Besiichcr oder die große Mehrzahl sich lediglich mit Eintrittskurten für einen oder höchstens mehrere Tage begniigen, so kann dementsprechend die Zahl der Gäste, die am Zionistenkongreß teiinehmen wollen, entsprechend vervielfacht werden. Die Bedenken, die dieser Regelung entgegenstehen, sind dein Kongreßbüro sclbstvcrständlieh vollauf bewußt. Da es aber einen Saal, der dem zu erwartenden Masseuansturm genügt, nicht gibt, bleibt nur die eine Möglichkeit, den Kongreß entweder vor einer verhältnismäßig sehr beschränkten Ocffentlichkeit abzuhalten oder die andere, daß das Publikum auf diese Verhältnisse Rücksicht nimmt, seine Teilnahme am Kongreß zeitlich beschränkt und auf diese Weise einer vielfachen Zahl von Gästen die Möglichkeit gibt, den Kon- (jreßvcrhandlungen wenigstens teilweise beizuwohnen. Viel geklagt wird auch über die Höhe der Putzpreise. Hier ist zu beoenken, daß der Kongreß cm. sprechend der Wcrtvermrmlening des Geldes cm Vielfachcs von den Unkosten verursacht wie frühere Kongresse. Auch bei noch so sparsamer Wirtschaft•», weise es ist z. B. klar, daß die Vermehrung der Plätze für Geiste allein mit erheblichen Unkosten der technischen Herstellung verknüpft ist - kostet der Kongreß Summen, die die Zionistische Organisation ohne weiteres zu tragen nicht imstande ist. Andererseits ist ja bekannt, wie außerordentlich schwierig die Finanzlage der Zionistischen Organisation ist und wie Verhältnismäßig gering die Einnahmen sind, die ihr für orgauisatorische Aufgaben zufließen. Man braucht bloß an die vorläufigen Zahlen der Schckelsammlung zu erinnern. Augesichts dieser Sachlage bleibt aus ganz gewöhnlichen Gründen des Geldes nichts anderes übrig als zu versuchen, wenigstens einen Teil der großen Kongreßausgaben durch Einnahmen wieder hereinzubringen, die man aus dem Erlös der Tribünenkarten sich verschafft. Wenn dieser Erlös bei der verhältnismäßig geringen Zahl der Sitze auch mir einigermaßen in Betracht kommen sollte, mußten die Preise für die Tribünenkarten entsprechend hoch angesetzt werden. Hierbei ist auf die besondere Lage der einzelnen Länder dadurch Rücksicht genommen worden, daß nun die Preise je nach den! Valutastand der einzelnen Länder in vierfacher Reihe gestaffelt hat. Deutschland rechnet dabet in die dritte Kategorie, d. 11. zwei Kategorien von Ländern müssen höhere Preise für Tribüncnfcaftcn bezahlen als Deutschland, und ״ur eine Kategorie geringere. Um eine möglichst gerechte Verteilung der Plätze herbei/uführen, hat das Kongreß, büro sich selbst von dieser Verteilung vollkommen ausgeschlossen und sic ausschließlich den Lamlesorg.uij. satioivc» überlassen. Damit ist eine wirksame Maßnahme getroffen, um die Karten wirklich denjenigen Zionistta zukommen z» lassen, die darauf am meisten Anspruch haben. Es muß auch bestritten werden, daß der Preis 90 hoch ist, daß er nur für besonders Begünstigte erschwinglich wäre. Andererseits bleibt es das Bestreben des Kongreßbüros, eine möglichst große Zahl von SteV!- platzen einzurichten, die zu einem ganz billigen Preise abgegeben werden sollen. Schon dadurch ist jedem Vorwurf, daß die Jugend so gut wie ganz ausgeschlossen wäre, die prundlage entzogen. Was die Wahl des Kongreßortes anlangt (für die das Kongreßbüro übrigens nicht verantwortlich ist), ist zu bemerken, daß Karlsbad aus mancherlei Gesichtspunkten sehr geeignet erscheint. Insbesondere spielt die Frage der Wohnungsbeschaffung in Karlsbad keine Rolle, die bei allen Hauptstädten, die überhaupt in Frage kommen, fast unüberwindlich gewesen wäre. Auch die Preise, die in Karlsbad gezahlt werden müssen, sind nicht übertrieben hoch. Das Kongreßbüro hat bereits darauf aufmerksam ״einacht, daß man bei sehr tx״ scheidend! Ansprüchen mit einem täglichen bat/, von 50 Kronen aufwärts an wird auskonvmcn können. Für die Jugend aber wird durch Bereitstellung von Massenquartieren und M a s s e n ve r p f 10 g u 11 g zu billrgen Preisen in weitestem Maße gesorgt werden. Mitteilung des Büros des Zionistenkongresses Der XII. Zionistenkongreß beginnt In Karlsbad am 1. September (28. Ab). Tribünenkarten: Mit Rücksicht auf die Verhältnismäßig geringe Zahl der für Gäste verfügbaren Plätze werden, um möglichst vielen Zionisten die Teilnahme am Kongreß zu ermöglichen, neben Dauerkarten für den ganzen Kongreß, auch Karten für die einzelnen Verhandlungstage ausgegeben. Vorläufig rechnen wir mit einer Mindestdauer des Kongresses von zehn Verhandlungstagen. Eine Verteilung der Tribünenkarten durch das Kongreßbüro könnte nur nach zufälligen Gesichtspunkten erfolgen und würde daher zu Unzuträglichkeiten Anlaß geben. Demgemäß wird das Kongreßbüro Tribünenkarten überhaupt nicht an einzelne Personen, sondern mir an die Zentralen der Landesverbände und die Landesbüros der Sonderverbände ausgeben. Die Verteilurig der Karten auf die einzelnen Besteller wird also nur von diesen Büros erfolgen. Bestellungen auf Tribiinen-(Gast)• Karten für den Zionistenkongreß sind daher nicht an das Kongreßbüro, sondern ausschließlich an die Zentralen der Landesverbände und die Landesbüros■ der Sonde »־verbände zu richten. Eine Bestellung an das Kongreßbüro verursacht unnütze Ver- Zögerungen und kann evtl, die Nichtberücksichtigung der Bestellung verursachen. Nur da, w׳o keine Mög- Üchkcit besteht, sich an das Büro eines Landes- oder Sonderverbandes zu wenden, haben Bestellungen direkt an das Kongreßbüro Zweck. Mitglieder der Z. V. f. D. haben ihre Be• Stellungen zu richten an die Zionistische Vereinigung für Deu schland, Berlin W 15, Sächsische Str. 8, Mitglieder des Misrachi, des Hapoel- Hazai'r und der Poalc-Zion müssen sich 1