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Jüdische Rundschau · 1921-06-21 · Heft 49 (21.6.1921) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 49 (21.6.1921)
Date
1921-06-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seile 353; 49 ms? ‘״anatia. ׳sehe IzieUcn Ration, n dn-i Weiz. £n zü satiou. he, in m ich lleidit B• die sucht, prak• prak. Ich sich einem rwirk• eines a von ,oll cs sehen der Vervom inken iserer scher leicli- Zi-0. Daren tssen, chritt;zehn und nicht * er• at er »teilt, tio* ffung tiheit i na, gelitrdi :istes xleueder- auf teilen ksjnn c n Sie, f e n. doch Vnh- Colodem einidert mgt, theit pten licht zurvird falls von »e n hen and u״g bei- :me hen. 5e11, :hst Paden che hen gcandie!at, ige len che ide rn ich!im ■eit ich ein ten em Nr. 49 Sonntag, den 20. Juni, abends 9 Uhr, im Lehrervereinshaus, Alexanderplatz Oeffentliche Jüdisch© \/6rsc1rnm!ung Eintritt 2 Mark. w₪₪₪mm₪mwammmm rv'jtfV., ) Mitglied der Executive der Zionistischen Organisation. Eintritt 2 Mark. 6re?3־srael Die britische Garnison London, 11. Juni. (J. C. B.) Einer Erklärung des Finanzsekretärs des Kriegsministeriums, Mr. Stanley, zutot״e, beträgt gegenwärtig die palästinensische (inrnison •1100 englische und 3200 indische Soldaten. Bois kommt nach Jerusalem? Damaskus, 16. Juni. (J. C. B.) Das liier erscheinende arabische Blatt ״Alif-Ba“ bringt eine Meldüng seines Jerusalemer Berichterstatters, wonach Gcucral Bois und Mr. Watson, die unter Allefiby an der Spitze der Okkupationsverwaltung standen und gegenwärtig zur Gesellschaft zur Bekämpfung des Zio nistuus in London gehören, dieser Tage in Paliistina cinlrcffen werdet:, 11:11 die Ausreise der arabisehen Abordnung nach England zu erleichtern und ihre I wideriingcn in London zu ,unterstützen. Wie die arabische Presse weiter erfährt, traf Captnin Zernt«»n In besonderer Mission Marschall Allcnhys in Jalta ein, um Erhebungen über die wahren Ur- -ach e n der Unruhe» in Palästina zu pflegen. Die arabische Presse charakterisiert ihn als Persönlichkeit, au? die die Zionisten keinerlei Einfluß haben können. Die Gründung einer Kleinkreditbank Die allgemeine Tätigkeit des ״J 01 n t“ in Pa-!äsikiw wird Ende Juni eingestellt. Die einzige um j!1m in Zukunft auszuühende Tätigkeit wird in der Waisenhilfe bestehen, sowie in aufbauender Hilfe durch Schaffung eines Kreditinstitutes. Diese; Institut wird auf allgemeinen Hank prinzipiell aufgebaut sein uivi w:!rd umfassen: 1. die Gewährung kleinerer Darleben an Angehörige des Mittelstandes (kleinere Kauf- Lute. Handwerker, Arbeiter); 2. Gewährung größerer Darlehen au Arheiitergruppen, Genossenschaften usw. I>er Mangel an Klcinkredit lvat siel! in der letzten /!׳:< in Palästina sehr unangenehm fühlbar gemacht. Aattcr der ״Leih- und Sparkasse“ besteht in P.iiästina kein Institut für Kleinkredit. Die Leih- und Sparkasse beschränkt aller ihre Tätigkeit auf ihre Mitj Stadt fuhren, gl oder. Das weitere Publikum kann nirgends auch nur! von' tl c r eine kleine Summe leihweise erhalten. Die Darlehens- Lassen, die bis jetzt vom Joint in Palästiaa unter-!!•;dien wurden, haben sehr viel Nutzen gebracht. Jedoch haben ihre begrenzten Mittel und der Unterstützungs- Charakter sie an der Entwicklung gehindert. Auch größere Darlehen für Gruppen und Genossenschaften sind im Lande sehr notwendig. Arbeiterkräfte sind in Palästina vorhanden, auch der Wille zur Arbeit fehlt nicht. Es mangelt nur an wirtschaftlichen Mitteln. Dieses neue Joiut-Iustitut wird die Aufgabe haben, >owe>’ wie möglich die palästinensische Wirtschaft durch Gewährung größerer Anleihen zu fördern. Direkter Schiffsverkehr Rumänien—Palästina Eine rumänische Schiffahrtsgesellschaft hat in Jaffa eine Filiale eröffnet, die unter der Leitung des rumanischen Zionisten Sehalom Mcvcr stellt. Die Fahrt Galat/ -Jaffa via Koiislantinopcl wird nur 5—0 Tage dauern. Der Verkehr zwischen Siidrnliland, Rumänien und Palästina wird dadurch eine grolle Erleichterung erfahren. Die Reisenden weiden nicht mehr gezwungen sem, mit der Halm nach Konsntntinopel oder Triest zu fahren. Vom Technikum Der Bau des Technikums geht jetzt seinem Ende entgegen. Dank dem Darlehen von Goldberg ist es gelungen, das Gebäude mit Türen und Fenstern /u versehen, so daß es nicht mehr den Einwirkungen der Witterung ausgesetzt sein wird. Auch Peter Schweitzer hat für das Technikum eine kleine Mnnmc gespendet. Ussischkin und Naiditsch teilten Goldbirg telegraphisch mit, daß dem Technikum vom Juli i> 2000 Pfund monatlich im. Laufe von fünf Monaten suiier sind, so daß nunmehr die Vollendung des TechmUnns nicht lange auf sirli warten lassen wird. Steinkunstarbeiteo des Bezalel Zwei Zionisten, die vor kurzem Palästina besuchten, stellten Professor Schatz. Mittel zur Verfügung, um S t e i n b e a r b c i t ti 11 g s!11 a s c 11 i » e n zu kauf eil. Die Maschinen sind eine neue Erfindung und erfreuen sich;1! Fachkreisen einer großen Beliebtheit. Mit Hilfe dieser Maschinen lassen sich die feinsten künstlerischen Arbeiten m Stein austuhren. Bei der regen Bautätigkeit m Palästina macht sich ein Mangel an künstlerischen Verzierungen an den Wohnhäusern bemerkbar. Nachdem einige Arbeiter den Gebrauch dieser Maschinen erlernt haben, wird dieser Mangel behoben werden können Tiberias als Kreisstadt von Galiläa Die Kreisverwaltung von Galiläa, die bis jetzt in Nazareth war, soll, wie wir den palästinensischen Zeitimgen entnehmen, demnächst nach Tiberias verlegt werden. Die Regierung hat die jüdische Gartenstadt-Gcscllschaft, die im Norden der Stadt ein großes Terrain besitzt, um die Ucberlasstmg von 20 Dimam gebeten, die sie ihr anderweitig ersetzen will. Die Regierung hat die Absicht, auf diesem Terrain ein Regie ruriRsgc bände zu errichten. In Tiberias herrscht grolle Wohnungsnot. Die Zahl der Einwohner wächst beständig, in der letzten Zeit ist aber nicht gebaut worden. Aculierst störend wirkt die Wasserfrage. Die Regierung hat sich auch mit dieser Angelegenheit beschäftigt, 11ml cs ist zu hoffen, daß in nächster Zukunft auch diese Frage gelöst sein wird. Klischeeanstalt ln Jerusalem. Nathan. Chawkin aus München hat in Jerusalem eine Klischeeanstalt eröffnet. Die Entwicklung Tel-Awiw». Wie der Berichterstatter der ״Neuen Zürcher Zeitung“ meldet, erhielt Tel-Awiw den Vorschlag eines .amerikanischen Bankbauses, ihm eine langfristige Dollaranleilic zu gewähren, um die städtischen Anlagen zu erweitern und den Bau von Priv.atlüüisern zu fördern. Die erste nach moderne» Prinzipien eingerichtete Zement- und Zicgclfahrik ist im Rohbau fertig und wird im Sommer zu arbeiten beginnen. Organisierung der Arbeiter ln Jaffa. Die aus 700 Köpfen bestellende Arbeiterschaft in Jaffa wurde nach Gewerkschaften organisiert. Es wurde ein fünfzehngliedrigos Komitee gewählt, welches zwischen der Arbeiterschatt in Jaffa und der allgemeinen Arbeiter- ■Organisation Palästinas die Verbindung aufrechterhalten soll. Prinz George in Palästina. Der Bulletins des Wand Hazirim zufolge weilt Prinz George von England seit einiger Zeit in Palästina. Er reiste mit Sir Stuart Samuel und Admiral De Kobcck auf einem Schifte. Sie stiegen im Rcgicrungshause in Jerusalem ab und waren Gäste des High Commissfoner und seiner Gemahlin. Kutscherstreik in Jerusalem. In Jerusalem brach ein Kutscherstreik aus, an dem sich 100 arabische und •10 jüdi-che Kutscher beteiligten. Sie veranstalteten eine Demonstration, indem sie mit den leeren Wagen durch die Die Ursache de:; Streiks bildeten die ihnen 1י o 1 i z. e i h ü 11 f j g a u f e r l e g t c n j Strafen. Sie überreichten der Regierung eine LX'nk-! schritt, worauf eine gemischte Kommission, bestehend aus Major Sanders sowie Vertretern der Stadt und der Kutscher, eingesetzt wurde, um den Streik beinilegcn. Der mehrere Tage währende Streik endete mit einem ■Sieg der Kutscher. Telephon in den Kolonien. Die erste Kolonie, die Teleplionausclilull bekam, ist Mescha, die mit Tiberias, Nazareth und Afuleh verbunden ist. Demnächst sollen auch Dagaiviah und Kinereth Telepliomuisehhili bekommen. Auch die judäischeu Kolonien haben jetzt beantragt, daß sie mit Jaffa telephonisch verbunden werden, um in Zukunft bei eventuell vorkommenden Unruhen die Bezirksverwaltung sofort verständigen zu können. Eine Delegation der Agadas Jisroel nach Amerika New-York, 1. Juni. (J. C, B.) Hier traf eine von Dr. Nathan Birnbaum geführte Delegation der Agudns Jisroel ein. Der Delegation gehören Rabbiner Dr. H i l d e s h e i in e r, Berlin, Rabbiner Lemcl Spitzer, Kirchendorf, und Rabbiner Jakob Herrscher an. Dr. Hirn hau in erklärte den bei ihm erschienenen Vertretern der Presse, dal! die Agudah keinen agressiven Kampf gegen die Zionistische Organisation, oder gegen den Misrachi führe. Die Agudas Jisroel habe ihr eigenes Programm für die Palästinaarbeit und könne sich der Zionistischen Organisation nicht ansehließcn, da diese auf einem religionslosen Nationalismus aufgebaut sei. Die Agtidah fordere eine Vertretung in der im Palästina-Mandat vorgesehenen ״Jewish Agency“. Uebcr die Absichten der Delegation in Amerika äußerte sich Dr. Birnbaum zurückhaltend, sic wolle vorläufig das religiöse Judentum in Amerika organisieren, Berichtigung Die Convention in Cleveland In dem von uns wiedergegebenen Bericht des J. C. B. hat sich ein sehr sinnstörender Fehler eingeschlichen, der auf eine falsche Interpretation des Telegramms aus New-York zurückzuführen ist. Es heißt dort in Weizmanns Rede (Nr. 48 der ״Jüdischen Rundschau“, Seite 342, Mittelspalte, Zeile 8 von unten) von Simon, daß er ״nach Amerika berichtet habe, daß wir vor dem Bankrott stünden.“ Richtig soll es heißen^ daß ״Simon an die Exekutive berichtet hat, die Amerikaner stünden vor dem Bankrott.“ Wie arbeitet man für den Keren Hajessod? Bericht eines Vertrauensmannes aus einer mittleren deutschen Stadt. Ihre» Brief erhielt ich heute abend und fühle mich verpflichtet, ihn, wie gewünscht, umgehend zu beant- Worten. Seit drei Monaten kenne ich nur die Erfüllung meiner Praxispflichten und die Keren Hajessod-Arbeit. Ich will damit andeuten, daß ich die Keren Hajessod- Arbeit jetzt für das Wichtigste von allem halte und daß Menschen, die befähigt dazu sind, außer ihrer sonst gewohnten Arbeit auch hierin viel tun können. Ich habe oft das Gefühl, die meisten unserer maßgebenden Menschen haben den Ernst des Aufbaues noch immer nicht begriffen. Sie reden von praktischen Aufbaudingen, reden vom Keren Hajessod, tun praktisch nichts. Ich würde auf alle Maasserzcichnungcn unserer guten Zionisten, die befähigt sind, praktisch für den Keren Hajessod zu arbeiten, verzichten, wenn sie lieber einige Monate jeden Tag eine Stunde für den Keren Hajessod arbeiten würden. Ich bitte, mich nicht inißzuvcrstchen: Jeder Zionist muß Maasser geben, aber der Maasser hat für mich mir dann Wert, wenn der Betreffende nicht glaubt, daß durch die Maasseraltgabe seine Pflicht zu Ende ist. und er sich nicht mehr für den Keren Hajessod sonstwie verantwortlich fühlt. Gegen eine derartige Verkennung der Wichtigkeit des Keren Hajessod muß Front gemacht werden. Ich werde es mein Leben lang nicht vergessen, daß ich nach unserer ersten feierlichen Sitzung mich danach gedrängt habe, als erster den Maasserschein -- und ich gebe auf den Pfennig Maasser — abgegeben zu haben, und ich habe mich damals in dieser Sitzung gleich gegen mich selbst verpflichtet, daß mein großer Maasser in den nächsten Monaten von mir darin zu bestehen haben wird, daß ich für den Maasser bei andern, für den Keren Hajessod, zu arbeiten habe. Und worin bestand diese Arbeit? Die ersten zwei Monate wurde die Keren Hajessod-Arbeit von einem andern Gesinnungsgenossen geleitet, da ich mit andern jüdischen Arbeiten zu sehr überhäuft war und unser Vorstand glaubte, daß der betreffende Gesinnungsgenosse die Fähigkeit liätte, die Leitung zu übernehmen. Ich selbst habe während dieser Zeit natürlich die mir übertragenen Keren Hajessod- Rcsuche usw. gemacht. Bald stellte sich aber heraus, daß die Arbeit nicht vorwärts ging und nicht vorwärts geben konnte; denn man kann nicht eine Keren Hajessod-Arbeit leiten, indem inan sich zehn Vertrauensleute aussucht, sie zu einer Sitzung einlädt, jedem von ihnen einige Leute zur Bearbeitung übergibt und dann glaubt, alles getan zu haben. Wenn man dann in einer Sitzung acht Tage piiter keine positiven Ergebnisse von seinen Vertrauensleuten hat, ist es kein Wunder. Es ging also so nicht weiter, und ich mußte die Leitung übernehmen. Der Vorstand stattete mich mit allen Vollmachten aus. und ich habe davon ergiebigen moralischen Gebrauch gemacht. Auch i c h holte mir einen Kreis von Vertrauensleuten zusammen (zirka 20) und machte den Herren zunächst einmal klar, daß cs auf keinen Fall schadet, wenn man bei der Bearbeitung der Leute die Propaganda in radikalem oder besser gesagt in einem unzweideutig nationalen Sinne betreibt und nicht etwa den Aufbau Palästinas lediglich darstellt als ein Nachtasyl für unsere Ostjuden. Ich nahm zu Vertrauensleuten nur solche, die bereits Maasser gezeichnet hatten, weil ich auf dem Standpunkt stehe, daß Maasser und Opfer nur der von dein andern fordern kann, der selbst gegeben hat. Man muß selbst ein reines Gewissen haben und man muß offen und ehrlich mit andern reden können. Und diese Ehrlichkeit machten wir, und besonders auch ith, überhaupt zum Grundprinzip unserer Keren Hajessod-Arbeit bei andern Juden. Ich antwortete ehrlieh (und nicht diplomatisch) auf die Einwendungen, die mir die zu bearbeitenden Leute machten und verschwieg nie die Fehler, die unsern Zionisten bei dem bishörigen Aufbau Palästinas usw. unterlaufen sind. Das macht einen besseren Eindruck, als wenn man alles schön färbt. ich teilte nun die Juden unserer Stadt in zwei Kategorien: 1. die nichtzionistischen deutschen Juden (die vorläufig nicht bearbeitet werden sollten); 2. alle andern Juden. Bei diesen anderen Juden gab es für mich keinen "Unterschied zwischen deutschen und ostjüdischen Zionisten einerseits und den Ostjuden andererscits. Denn die nicht zionistisch organisierten Ostjuden sollten von vornherein wissen, daß ich den Keren- Hajessod als eine Sache des gesamten jüdischen Volkes betrachte und danach handle und daß ich die deutsehen nichtzionistischen Juden nur aus taktischen Gründen, die von der Leitung des Keren Hajessod uns übermittelt wurden, gesondert bis auf spätere Zeit verschob. ich suclite nun nach Mitteln, die technisch zeitraubenden Arbeiten nach Möglichkeit auf ein Mindestmaß von Zeit zu beschränken, und dazu diente mir vor allem eine lediglich für die Zwecke des Keren Hajessod angelegte Liste der Oesamtjudenhcit unserer Stadt nach folgendem Schema;

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