Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1921-06-10 · Heft 46-47 (10.6.1921) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 46-47 (10.6.1921)
Date
1921-06-10
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2652316-2652356--14084-2671870
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

10 entity mentions

Nr. 46/47 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 335 47 > zur nocli eben wir irc!n auf* rden 5 er ndct eele, uiul das tisch llich die zten den ' »lksteile An׳■ t. ettbcr des Aus im(״ 111t, sein len nen :rudollcn idi- bis mg lan 1len der -iir gie es :hr. c• 11 tio* ge- :ie-!111. :110 len rch die iff- Es em!at ar» ת! ler 1 - en!er en en er er. ür (״ Je ie om er ifre m Tie e, te. m ie m e. m er!1m ie tu I Ein Ferialkurs für jüdische Lehrer ln Palästina und im Osten verbreitet sich immer mein׳ die Einsicht, da» für die Entwicklung des jüdischen trzichungswcsciis die Bekanntschaft mit den in Europa civd Amerika gemachten Versuchen zur Reform des Schulwesens und zur Einführung neuer Methoden in (len Unterricht die Kenntnisnahme der _ Resultate der modernen psychologischen und pädagogischen Wissenschaft äußerst fruchtbringend wäre. Viele Lehrer aus!׳.,!ästinn lind dem Osten bemühen sich daher m kürzerem ,,■ler längerem Urlaub auf Studienreisen die Lucken ׳ in ihren 'Kenntnissen ausziifüllen. Dabei wird übereinstimmend die Erfahrung gemacht, da» man durch schlechte Beratung viel Zeit verliert, die man an den Ort gelangt, in dem wirklich Wissenswertes gelernt weiden könnte, und daß durch d:c Tatsache, daß alle pädagogischen Lehr- und Forschungsinstitute ganz und gar auf die Bedürfnisse Deutschlands, Oesterreichs oder der Schweiz eingerichtet sind, verhältnismäßig sehr wenig studiert werden kann, was unmittelbarer Anwendung im jüdischen Schulwesen fähig wäre. Des hat das ״Jüdische Institut für Jugendforschung und Erziehung‘ bewogen, im Einvernehmen mit den derzeit in _ Europa auf Urlaub befindlichen Lehrern aus Palästina für diesen Sommer einen Ferialkurs 11 s i 11 W i e n abzu halten, der in der Zeit vom 15. Juli bis 8, Oktob er d u r c h g e f ii!1 r t werden wird, und zu dem Lehrer und Kindergärtnerinnen aller Kategorien hiermit eingchden werden, Die Hauptaufgabe des Kurses ist: 1. Das Studium der modernen Psychologie, insbesondere der Kimlerpsydiologic, 2. Die Anleitung zu wissenschaftlichen Arbeiten aut dem gesamten Gebiete der Psychologie und Pädagogik, 3. Systematische übersichtliche Kenntnisnahme der derzeit in Europa mul Amerika im Versuchsstadium befindlichen Methoden (Arbeitsschule, Montessori, Bert-hohl Otto, Schulgemeinde usw.). Der Uütci'riclitsbctrieb i׳m Ferialktirs wird grutid- -ätzlicli seminaristisch organisiert; so daß die reilnchmei• praktisch und selbsttätig einen möglichst tiefen Einblick in das behandelte Material gewinnen könne». l)a,s Ziel des Kurses ist, den Teilnehmern nach ihrer Absolvierung alle Voraussetzungen gegeben zu haben, die nötig sind, damit sie am Orte ihrer beruflichen Wirksamkeit selbständige weitere Versuche und Untersuchungen machen können. Um diesen Hauptteil <les Kurses werden sich je nach Bedarf eine Anzahl Spezia,lvorlesungen und Hebungen, z. B. über den Bau einfacher physikalischer Apparate, über die Unterrichtsmethode in Naturwissenschaften, über die Verwendung von SoziaJwissenscbafteu an den Schulen, und dergleichen mehr, Hospitium an den modernen Schulen und Ucbungsklasse» in Wien gruppieren. Während der ganzen Zeit des Ferialkurses wird eine, nach und nach das ganze (iebiet umfassende Ausstellung von Büchern, Lehrmitteln und dergleichen eingelichtet werden. Der Ferialkurs stellt unter der Leitung Dr. Siegfried 1• ״rnfclds, für die einzelnen Kurse mul Seminare eine Anzahl vorzüglicher Dozenten aus Wien un : tschlatid gesichert. Die Teihiehmerzahl am Km 1 beschränkt, daher werden alle Interessenten gebeten, sich umgehenu anzumelden. Anfragen ist Rückporto in den kursierenden Briefmarken des Anfragelandes beiztilcgen. Auskünfte aber Art erteilt das jüdische Institut für Jugend- •forschung mul Erziehung, Wien XIH/‘), Suppeegasse 10, in deutscher, hebräischer und jiddischer Sprache. Die Dessauer jüdische Gemeinde für Palästina ln der Erkenntnis, daß die Pnlästlnaarbeit für die nächsten Jahrzehnte im Vordergrund auch aller deutschjüdischen Arbeit stehen muß, 11a,t die Dessaucr jüdische Gemeinde wohl als erste in Deutschland offiziell zu der Neuentwicklung der Dinge Stellung genommen. Auf Einladung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde und unter dem Vorsitz ihres ersten Vorsitzenden, Staatsrat Dr, Co 11 n, sprach am 5, Juni Regierungsrat Hans Goslar im Gemeindesaal über das Thema ״Der Aulbau Palästinas und das deutsche Judentum". An den mit sehr starkem Beifall aufgenommenen einständige» Vortrag schloß sich eine Aussprache an, in der zunächst' der Landesrabbiner Herr Dr. Walter in außerordentlich, begeisterten Worten auf die innige Verknüpfung des historische» und religiösen Judentums mit Palästina hinwies und vor allem betonte, daß es irrig sei zu glauben, daß Palästina der Mithilfe der deutschen Juden stärker bedürfe, als das deutsche Judentum Palästinas. Palästina werde auch "ohne uns aufgebaut werden, aber die deutsche Judenlicit würde verdorren, wenn nicht ihr von Palästina aus die großen belebenden. Impulse wieder zukiiinen. Staatsrat Dr. Cohn schilderte kurz die Stellungnahme der großen jüdischen Organisationen Deutschlands zur Frage der Mitarbeit am Aufbau Palästinas 11 nd erklärte, daß eine Selbstzerfleischimg der deutschen Juden und innere N.-F. im April Vom Januar bis einschließlich April 1021 wurden dem Hauptbüro an N. F. - S p e n d e n £ 35 430 abgeführt (gegenüber £ 31652 im gleichen Zeitraum 1020); liiervon im April 1021 allein £ 0226 (gegenüber £ 4112 im April 1020). Die Aprilsummc, in £, verteilt sich nach Ländern wie folgt (wobei die Erträge vom April 1020 in Klammern beigesetzt sind): England 2270 (278), Straits-Settlcmcnts 1100, Polen 816 (312), Vereinigte Staaten 797 (821), Deutschland 735 (664), Elsaß-Lothringen 704, Altrimüinicn 600, Ercz-lsrael und Syrien 275 (10), Jugostawien 213 (60), Australien 210, Ostgalizic» 105, Holland 158 (183), Westgalizien 157 (53), Indien .136, Shanghai 153, Neuseeland 142, Lettland 91, Norwegen ׳J0. Finnland 55 (1), Litauen-Wilna 53 (170), 4 weitere Länder mit £ 103 (1020: 10 Länder mit £ 1557). ln der Aprilsummc sind die Erträgnisse der Purimaktion zum Teil enthalten, während das Ergebnis der Büchscnlccrung zu Peßach noch aussteht. Unter England finden sich £ 400, die aus einer Lebensversicherung des kürzlich in London verstorbenen Oskar Sußmaun stammen, ln Ercz-lsracl wurde der Gedenktag von San Remo zu einer allgemeinen Sammlung benützt; für Lag Bcomer ist hier ein Blumentag geplant. Die Aktion für den Trumpeldor-Fonds zu Lag Bcomer hat von Polen auf die Nachbarländer übergegriffea Z~—־־־nr JL Osljütliselio Grupjio ״Kiulluuih“ der B. Z. Y. Am Dleustag, den 14. Juni, abends 8 Uhr findet in dea Musikersälen (Börsensaal) Kaiser-Wilhelm-Str. 31 eine große ostjüdische Versammlung statt, Ueber das Thema: Die jüdische Schulorganisation in Litauen Die Schuhabteilung des jüdischen Ministeriums in Litauen geht nun, wie ans einem ministeriel'cn Zirkular hervorgeht, daran, das jüdische Schulwesen in den allgemeinen Aufbau des VolksbiUlungswesens organisch ciiiziigliedern. Sie ruft jetzt Bilditngskommissioneu ins Leben, welche in allen Städten, wo jüdische Schulen bestehen, errichtet werden sollen. Diese Bildungskommissioneit werden aus einem bis drei Delegierten der jüdischen Gemeindevertretungen und je zwei Vertreten» jeder Schule, die sich in iler Gemeinde befindet (ein Vertreter der Lehrerschaft und einer der Elternschaft) bestehen. Die Hildungskommissioncu werden für ein Schuljahr gewählt. Zu ihren Aufgaben gehören; Garantie für die materielle Seite der Schulfüh.rimg, soziale Fürsorge, soweit sie der Schule zufällt, Vertretung aller Angelegenheiten der jüdischen Schule bei den Regierungs- und Sclbstvcnvaltungsorgancn, Durchführung aller Arbeiten für die Entwicklung des jüdische» Schulwesens, wie Gründung von Schulgärten *׳nd Spielplätzen, gemeinschaftliche Anschaffung von Lehrbücher» und dergleichen. Damit wird ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Gebiete der kulturellen Selbst- Verwaltung der Jude 11 schuft Litauens, deren Keimzelle die jüdische Gemeinde ist, gemacht. Deutschland Namensänderungen Wir freuen uns, berichten zu können, preußische Justizministerium die Verordnung daß betr. das die AeivJerimg von Familiennamen vom 3, November 1010 allem Anschein nach in einer Weise handhabt, die der von uns mehrfach vertretenen Auffassung von der Ehre des jüdischen Namens entspricht. Die Juden, die glauben, die Verbesserung ihrer Vcrmögensvcrliäitnisse bedinge die Beseitigung des von ihren Vätern ererbten Familiennamens, müssen nach den Entscheidungen des Justizministers sich weiter mit dem Namen Colin, Lcvy usw. hcrumschleppen. So sind die Hoffnungen, die die jüdischen Schieber an die erwähnte Verordnung geknüpft haben, zunichte geworden, und der jüdische Sturm auf die Amtsgerichte wird hoffentlich fiachlassen. H sprechen in deutscher dio und jiddischer Sprache Herren Dr. Arthur Hantke, Regierungsrat Hans Goslar, Josef Lin. Eintritt 2 Mk. Eintritt 2 Mk. ״Uiiijna H<»arcz“ Parteikämpfe in unserer heutigen gefährdeten Lage Selbstmord seien. Der Palästina-Gedanke könne durchaus der Sphäre des Kampfes entzogen werden und auf ihn könnten sich alle wirklich jüdisch empfindenden Gruppen einigen. Dr. Colin schloß seine warmherzigen Ausführungen mit dem Wunsche, daß die Paliisiinaarbcit schon jetzt, in unseren Tagen, mit aller Kraft beginnen und daß sie der gesamten Judenlicit zur Ehre' und zum Glück gereichen möge. Das Zustandekommen eines paritätisch zusammengesetzten Komitees für die Einleitung der fi!1anz i e 11 c 11 Aktion ist gesichert. Es wird seine Arbeiten bereits in der allernächsten Zeit aufnehmen. Am Abend nach dem Vortrage ist bereits eine Anzahl Zeichnungen abgegeben worden. Es ist sehr zu hoffen, daß das Beispiel der Dessauer Gemeinde eine große Anzahl deutscher jüdischer Gemeindcii veranlassen wird, ihr moralisches Ansehen und ihre Werbekraft in den Dienst des palästinensischen Aufbaus zu stellen, auf daß überall in Deutschland klar erkannt werde, daß die Arbeit für Palästina heute Sache jedes d e 111 s c h e » J 11 d e n geworden ist. Zentralkomitee der Z. V. f. D. Wir veröffentlichen nachstehend noch einmal die j vollständige Liste des vom XVII. Delegiortentag neu eingesetzten Zentralkomitees der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, da die erste Vcröfientliduing sehr lückenhaft war: Alex Atllcr, Wandsbek; R.-A. Dr, Albert Ra er, Berlin; Dr. Arnold Bart 11, Berlin; J.-R. Dr. Bodenheim er, Köln; J. Bo schwitz, Berlin; Dr. (iha- 111 i 7. er, Leipzig; K,-A. Dr. Dobrczyuski, Beutlien; Frau Dr. Dresel, Stettin; Dr. H. Epstein, Duisburg; E. Feist, Frankfurt a. M.; Alfred Frank, Berlin; Dr. Frankel, Marburg; Dr. Siegmar Ginsbürg, Königsberg i. Pr.; M. Gold reich, Beuel; R.-A. Grone mann, Berlin; Dr. Grüneberg, Elberfeld; Dr. Max Hirsch, Halbe; Dr. Sally Hirsch, Halberstadt; R.-A. Jacobsohn, Breslau; Dr. Ernst K a 1 m 11 s, Hamburg; Dr. Kaufmann, Frankfurt a. M.; Oberingenieur J. Landau, Dresden; Leopold Landau, Hamburg; Georg Landauer, Berlin; Dr. A. Landsberg, Wiesbaden; Dr. E. L e s s e r, Mannheim; Dr. Fritz Löwenstein, Berlin; Dr. M, Nußbaum, Nürnberg; Dr. Prager, Cassel; Dr. Rabin, Breslau; Dr. Frieda Reichmann, Dresden; Dr. Julius Rosenfeld, Karlsruhe; Zahm arzt Hugo Rothschild, Lübeck; Dr. Hugo Schachtel, Breslau; Karl Schleißner, Hannover; J. Schnelling, Cöln a. Rh.; S. Schocken jr., Zwickau; Fritz Sondheimer, Frankfurt a. M; Dr. Hermann Stahl, Berlin; Dr. Walter Stein, Königsberg i. Pr,; Dr. Elias St raus, München; Dr. Willy Victor, Wandsbek; Jacob Wolff, Frankfurt a. M.; Dr. W o 1 f h e i m , Erfurt; Dr. Percy Zadik, Hamburg. Am 6. Juni fand in den Spichcrnsäleu eine vom Binjan Haarez cinbcrufcnc Versammlung statt. Unter den Besuchern waren viele Gegner des Binjan Haarez. Um 81/2 Uhr eröffnete Prof. Lewin die Versammlung und erteilte Dr. A. Hildesheimer das Wart. Redner spracli über das Recht einer jeden Gruppe, gegen die in der Organisation zutage getretenen Mängel durch organisierte Opposition aufzutreten. Die Organisation habe bisher das Jüdische in der Bewegung vernachlässigt, es war bisher kein Ansatz dazu zu merken, dal! das jüdische Volk eir! Volk \\>n!,riestern werden soll, wozu es nach der Thora berufeil ist. Binjan Haarez wolle keine Kompromisse schließen, wie es ihm vorgcwarfcii wird, sondern eine Synthese schäften zwischen dem Nationalen und dem Religiösen im Juden• tum. Nach Palästina müßten nicht die Theorien und die Lebensweise des vergifteten Europa verpflanzt werden, sondern cs müsse ein echt jüdisches Land werden. Nach Hildesheimer ergriff l)r. Köllenscher das Wort. Er verglich das Telegramm Herbert Samuels, der von den Mitteln als der einzigen Grundlage des Aufbaues sprach mit dem letzten Artikel von Weizmann, der in unerhörter Weise die verdienstvollen Zionisten Amerikas, die bisher so viel Geld für die Erhaltung des Jischuw beschafft hatten, wegen des Mangels an nationaler Gesinnung angreife. Die Hauptsache, worauf es jetzt ankommt, sei nicht nati'onale Gesinnung, sondern die schnelle Beschaffung von Mitteln bei allen Juden der Welt. Die zionistische Bewegung habe bisher von Theorien und Programmen gelebt, die aus der Umgebung entnommen waren, nicht aber aus dem Inneren des Judentums hervorgingen. Zumeist waren es schlecht aiigepaßte und halbverstaudene sozialistische Ideen, die dem Geiste des Judentums fremd sind. Die Zionisten haben bis jetzt ״mehr nach Moskau als nach dem Sinai' geschielt“, Redner sprach ferner über die Verbindungen mit den ersten jüdischen Wirtschaftskapazitäten Deutschlands, die es ihnen gelungen sei anzuknüpfen, und gab der Haftuung Ausdruck, daß es Binjan Haarez gelingen werde, recht bald eine palästinensisch orientierte Einheitsfront der deutschen Juden herzustcllen. Klee wandte sich gegen die Theorie, man müsse die Juden in ihren Heimatländern entwurzeln. Da Palästina lange nicht alle Juden aufnehmen kann, dürfe man solche Pro-; paganda nicht treiben. Wir müssen anerkennen, daß; wir dort, wo wir leben, verwurzelt sind und bleiben, j Redner polemisiert ferner gegen die Ueberschätzung der! Landwirtschaft, die dazu geführt habe, daß inan jeden | Kaufmann für einen ״Schieber“ erklärt. Sodann ver-; breitet er sich ausführlich über die Notwendigkeit der; Beteiligung der Privatinitiative beim Aufbau und ver-! wahrte sich dagegen, daß man mit ,,wirtschaftstheorej tischen Voreingenommenheiten“ an den Aufbau herang- I geht. Er sei gegen Bündnisse und gegen Kompromisse,; sondern für Frieden.! In der Debatte spricht zunächst Kurt Blumeni f e I d. Er wendet sich dagegen, daß derartige Angriffe | gegen die Zionistische Organisation vorgebraeht werden, i wie cs die Redner getan haben. Es ist eine ungeheure; Ungerechtigkeit, Herbert Samuel heute gegen Weiz- \ manu auszuspielcn, denn es ist Weizmanns Verdienst, j daß dieser Mann zum Oberkommissar berufen wurde, j Es sei äußerst leichtfertig, Bemerkungen zu machen, j die dem antisemitischen Jargon entnommen sind und 1 denimziatorisch wirken müssen. Die Redner hätten auf | die niedrigsten Instinkte spekuliert, indem sie dauernd I versichern, der Zionismus bedeute keine entscheidende | Acndcnmg und es könne im Leben des Einzelnen alles 1 beim alten bleiben. Damit entkleiden sie den Zionis-! tnus seines Charakters als Bewegung. Schließlich verj weist der Redner darauf, wie unberechtigt das Rej nommieren von Binjan Haarez über ihre Erfolge bei Nichtzionisten ist; denn in Wirklichkeit haben sie• es den Nichtzionisten leicht gemacht und alles getan, um Udie einheitliche Keren Hajessod-Aktion zu verhindern. Dr. Gustav Witkowsky polemisiert mit dein Vorredner und erklärt, seine Freunde wenden sich gegen den Radikalismus des Wortes und der Phrase. Dr. L e 1 c w e r meint, der Radikalismus sei vor San Remo notwendig gewesen. Damals trat auch er dafür ein, daß man eine Mauer zwischen den Zionisten und Nichtzäonisten baue, damit der Zionismus innerlich stark würde. Jetzt aber müssen alle Schranken fallengelassen werden, damit sich alle Juden am Aufbau beteihgeu. Nach einem Schlußwort von Dr. Kollenscher wurde die Versammlung geschlossen. Die Versammlung beleuchtet eigentümlich die Behauptung von Binjan Haarez, daß seine Tätigkeit der Propaganda gilt und er nicht bezweckt, innere Parteikämpfe zu entfesseln.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.