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Jüdische Rundschau · 1921-06-07 · Heft 45 (7.6.1921) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 45 (7.6.1921)
Date
1921-06-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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45 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 323 ziemgange Lage, 5i-ehe Ull'J I Zuf sind laben tt auf : lu׳ a 11 e n 11 cn U'lieu : her. 1ו0״:כ Hlern nden, 2>fceillten ieder un• eben,! sie;gcnhl i ch aus issen esse- 1 die ו ton- TKfil- und;twg Austadtder 3 es :, in ein- und igen o rdas Das geht bd nien hnet aasdien fteu uve« ausfalls der und *elien hon geder lieh ifer ,'0 r- ■ge־׳ tun. nader bettsein cht ner icn reu ■rin die icn cs- 11t, nie innz, Ic» :aß!eti ler in ter HU er cm üe nd p fe- ׳«! Be r Nr. 45 konfereiucn waren auch gegenstandslos, da inan im Lande selber überhaupt nicht verstanden hat, .irgendein Vcritällnis zu den Arabern zu gewinnen, überhaupt für überflüssig erachtete, sich mit ihren Bedürfnissen und Ihren Zielen — wenigstens denen der Führer - /it befassen. Nicht einmal die /.jonisüschc Ocffcntiichlseit hat man entsprechend aufgeklart. In alten׳ Krcisen herrscht eine gewaltige Unterschätzung des araaisuien Problems, dessen Schwere nur dann mancheni dämmert, wenn sie lesen, daß die Engländer und andere curupäischc Staaten es bei ihrer Orientpolitik und be; inrer Paliistiivapolitik um einiges ernsthafter nehmen. Herbert Samuel hat sich bemüht, einige Unterlassungssünden »ler /.ionistisdu'ii Führer aus/ugleicheiv. Alter er hat von unserer Seite keine Unterstützung hieibe: gefunden. Schon deswegen mußte die jüdische Einwanderung die Araber reizen, weil sie nicht mit der Schaffung neuer Werte, sondern mir mit der Erhöhung der zionistisch politischen Ansprüche verbunden war. Hatten die Araber tatsächlich gesehen, dafi die Einwanderung »ler Juden einen Fortschritt für das Land bedeute, zur Kultivierung des Bodens, zur Hebung der Kultur iltird! Eröffnung einer neuen Aera »les Aufstiegs, van dem naturgemält auch die Araber üenull haben, hätten die Araber gesehen, Zionismus sei Leistung und nicht nur Anspruch, so hiitten sie sich mit den Verhältnissen ab• gefunden, hätten ihren Vorteil im Gesumtiörtsehritt erkannt. Nichts von alledem hat sich seit San Remo ereignet. Die jüdische Einwanderung ist von den Arabern;t!s anti/ionistisdier Agitatioiisstoff benutzt worden, und »ler .Manu aus dem Volke konnte dem ohne Gegenempiimtimg Gehör schenken; wobei nicht übersehen weiden darf, dali auch die Araber ,,Aufklärungsarbeit“ zu leisten bemüht sind. Vielleicht mit geringem —- aber immerhin mit Erfolg. Jabotinsky sieht die Verhältnisse wohl ebenso und schlägt daher die jüdische Legion zum Schutz des Jischuw vor. Ich glaube׳, daß der Brief Jnbothiskys mi ״Jewish Clirouicle“ die jüdische Oeffentliehkeit eigentiimlich berühren muß. Nach Vorwürfen gegen die /;(>11i1;׳i.-cii׳z Exekutive, au deren politischer Führung 11• seit einiger Zeit verantwortlich beteiligt ist, nach Vorwürfen gegen ״das jüdische Volk“, das doch auch verlangt, »laß seine Führer zu ihm kommen, erklärt s r, da•; Hauptproblem der jüdischen Ko'onisation sei jetzt (1 i e L e g i o n s f r a g c. Eine Legion zur Verteidigung •■ n politischen Ansprüchen? Hätten wir das Geld für «Ke Legion, 9.» müßte es endlich, zur Schaffung jüdischer Werte, zum Laudkauf und zur Kolonisation, zur Begründuug von wirtschaftlichen und anderen Unternehmungen angelegt werden. Aber die jüdische Einwandcr.mg, deren Unproduktivität zum 'Widerspruch heraus-!ordert, mit Waffengewalt zu decken, heißt den K011-!likt aufs iiullerste verschärfen. Keine jüdische Legion wird jemals so stark sein, den Jischuw gegen den Ansturm »der Araber zu verteidigen. Entweder treiben wir Versölimmgspoütik durch Leistungen und nicht Herausforderung durch. Ansprüche oder Legionen, oder wir können gar keinen Aufbau betreiben. Es gibt nur diesen einen Weg: Durch die Einwanderung vollwertiger jüdischer Kräfte nützliche und produk• tive Aufbauwerke zu errichten-, die Entwicklung des Landes in wirtschaftlicher und geistiger Hinsicht zu tördern, Träger des Fortschritts in Palästina zu sein!.nd so eine Entwicklung zu begründen, welche die dahinter zurückstchendcn Araber mit emporführen und «1,aber zu wirklichen Freunden des jüdischen Volkes machen kann. Und ein entsprechendes Verhalten im Lande selbst und ein bewußtes Einwirken auf die arabischen Führer im.l eine Aufklärung des jüdischen und arabischen Volkes, welches diese Absichten zum Ausdruck brmgt, wofern sic von Taten begleitet sind. Unbestreitbar hat die arabische Gegenaktion einen großen Erfolg errungen: die Einwandcrutigssperre. Seit den ersten Maitagen ist die Einwanderung nach Palästina zu Wasser und zu Laude verboten. Man hat dem arabischen Drängen nachgcgebcn, die jüdische Einwanderung vorläufig sistieren müssen. Es ist noch vollkommen unbestimmt, wann sie wieder freigegeben werden wird. Es ist also noch vollständig unbestimmt, von welcher Seite der stärkere Einfluß ausgehen wird. Zuerst sollte die Sperre bis zur Beruhigung des Lan• »les dauern, dann 14 Tage oder nach anderen Lesarten drei Wochen. Sie dauert bis auf den heutigen Tag noch an. Wir müssen aber aufs energischste hiergegen Verwahrung cinlcgen. Die Balfom-Deklaration ist nicht zu verwirklichen, indem man das Land den Juden sperrt und sich der arabischen Gegcnagitalion zugänglich erweist! Die Beschlüsse von San Remo verpflichten; die englische Regierung hat das anerkannt, zu wiederholten Malen zum Ausdruck gebracht und die immer mul immer wieder (durch die Ungunst der Verhältnisse) aufgeschobciw programmatische Erklärung Churchills im englischen Parlament kann nichts anderes besagen, das Mandat, dessen Bestätigung nun wirklich eilig ist, muß das zum Ausdruck bringen. Die Sperre aber widerspricht dem, die Nachgiebigkeit der englischen Verwaltung ist nicht geeignet, ihre Position zur Voll- Streckung «1er Baifour-Deklaratkm za stärken. Die Araber haben erkannt — dieser ihr Weg ist auch ein geeigueter Weg, Man muß Pogrome machen, das hilft. Diese Ermunterung arabischer Raubgelüste widerspricht in jeder Hinsicht den übernommenen Verpflichtungen. Wir g'auben auch nicht, daß die bisherige Araberpolitik der englischen Regierung in jeder Beziehung richtig war. Zunächst hat man jene alte Militärverwa'tmig helassen, deren nntizionistische Neigung während der ganzen Zeit der militärischen Besetzung Palästinas, insbesondere gelegentlich des Jerusalemer Pogroms sich bewährt hat. Die Militärverwaltung hat der zionistisehen Entwicklung auf Schritt und Tritt Hindernisse bereitet, hat jeden Rückschlag begrüßt und noch ein wenig gefördert, Sic war stets den arabischen Einflüsterungeu zugänglich und hat sich nie unter die Baifour-Deklaration gestellt. Auch jetzt hat sie zum mindesten die arabischen Ausschreitungen geduldet. Wir fragen, warum die englische Militärverwaltung nichts dagegen imtcrnclimen konnte, daß die arabische Bevölkermig planmäßig mit Waffen versehen wird. Es ist bekannt, daß Pogromhetzer sicli im Lande befinden und Agitation betreiben. Vor allem ist die englische Verwaltung andauernd vor den Maitagen gewarnt worden. Sie hat selbst, nachdem die Ausschreitungen begonnen hatten, tagelang ohne cinzugreifen zugeschaut. Wir müssen von der englischen Regierung verlangen, daß sie, wenn in Jerusalem eine Zivilverwaltung zur Verwirklichung der Balfour-Dcklaratlon eingesetzt wird, in Kairo keine Militärverwaltung arbeiten läßt, die entgegengesetzte Politik betreibt. Die Aufgabe Herbert Samuels in Palästina ist sehr schwer. Der arabischen Majorität und ihren Wünschen stehen jüdischcrseits nur politische Forderungen gegenüber, die bestimmt nicht Gleichgewicht halten und Bevorzugung verlangen. Da hätte im Verlaufe des letzten Jahres von jüdischer Seite mehr geschehen müssen, um die zionistische Position zu verbreitern und zu stärken. Der Kolonisationsbericht über dieses letzte Jahr wird auf dem Kongreß sehr dürftig ausschcn. Der Bericht »ler Reorganisationskommission läßt das bereits ahnen, aber ohnehin weiß das bereits die ganze zionixthebe Oeffentliehkeit. Innerhalb der jüdischen Kolonisation muß mit »len bisherigen verkehrten Prinzipien der Schaffung eines jüdischen Häudlcrkoonistcnstaatcs mit arabischen Arbeitern gebrochen werden. Nach dein Uebcrfall auf Pefadi-Tlkwah sollen ׳die dortigen Kolonisten versichert haben, nun keine Araber mehr zu beschäftigen. Aus Cliederah klang das schon zaghafter. Wie wird es tatsächlich werden? Und der arabische Boykott in Jaffa hat dort auch jedem Denkenden gezeigt, daß die Juden im Laude endlich wirtschaftlich selbständig werden müssen. Jetzt aber sind wir noch weit davon ah. Es ist begreiil.ch, daß ein •solcher Zustand auf die Dauer nicht aufrecht zu erhalten ist. Auf dem Wege der Forderungen kommen wir bereits jetzt nicht mehr weiter, wir erleben mit der Eiuwatiderungsspene schon den ersten Rückschlag. Die Lehren von Jaffa sind sehr deutlich. Je schwächer wir im Lande sind, um so mehr verringern wir den Wert des bereits Geschaffenen und erschüttern die Stellung derer, die wirklich mit ihrer ganzen Persönlichkeit, mit ihrem ganzen Eintluli für uns cingetretcn sind. Die Aufgabe des Palästiuaaufbaus ist uns nicht für immer freigegeben. Die Ereignisse haben bewiesen, daß unser Werk eilig ist, daß auf allen Gebieten des jüdisclien Lebens im Lande mit größter Anstrengung zu arbeiten ist. Es ist bedauerlich, daß sielt Wcizmann in diesen schweren Tagen in Amerika aufhallen muß, um sich mit inneren Differenzen zu beschäftigen. Wir hoffen, daß es ihm wenigstens gelingen wird, »1cm Keren Hajessod zu einem großen Erfolge zu verhelfen und für die Zukunft die Einheit der dortigen Organisation wieder zu begründen. Die Gelder, die der Keren Hajesso.l zur Verfügung stellt, dürfen nicht thesauriert werden,!xsndem müssen unverzüglich für die Kolonisttion ver* wendet werden. Die Arbeit au den Chausseen, deu Kwischim muß infolge der Jahreszeit bald zu Ende gehen. Dann dürfen wir nicht vor einer Katastrophe durch Arbeitslosigkeit stehen, vielmehr iiüKscn die Arbeiter schnellstens zur Kolon: sationsarbeit übergeführt werden, und die Zionisüsche Organisation muß die öffentlichen Arbeiten in Zukunft mit eigenen Mitteln übernehmen können. Diese Umstände müssen auch die Alijah bestimmen. Die Jafiaer Ereignisse haben gelehrt, daß sich die zionistische Exekutive wie der Jischuw energischer utn eine Verständigung mit den Arabern zu bemühen hat, eine Politik, die allerdings —■ wie schon betont — nur von Erfolg begleitet se;n kann, wenn sie durch die Ein- Wanderung vollwertiger, produktiver Elemente ergänzt wird. Diese zu erziehen und auszubilden ist unsere vornehmste Aufgabe. B’ne Britli-Logen Englands für den Zionismus Manchester, 2. Juni. (J. C. B.) Die hier tagende 20. Jahrcskonferenz des unabhängigen Ordens B’ne Brith, an der 100 Delegierte versdüedener Logen teilnahmen, nahm die e i n s t i m rn i g e Resolution an, daß sich der Orden mit der zionistischen Weltb c \v e g u n g identifiziert tmti den Aufbau des nationalen Heims in Palästina als eine seiner wichtigsten Aufgaben betrachtet. Die Assimilation im Roman Das vertiefte Interesse an den volklichcn Vorgängen im Judentum, welches die jüdische Renaissancebewegung mit sich gebracht hat, hat auch auf die literarische Behandlung des jüdischen Problems ver- »delnd eingewirkt. Eine Reihe jüngerer Dichter und Literaten ist in den letzten Jahren hervorgetreten, die in origineller Weise an die Behandlung jüdischer Stoffe herantraten. Nun Siegt eine neue Arbeit vor, und diesmal interessanterweise aus dem Kreise der älteren Zionisten. David Weinbau m, ein aus Schlesien stammender, seit längeren Jahren in der Schweiz lebender Zionist, hat in einer Novelle ״Ocrsoii Regensbürg er, ein jüdischer Bauer“, (Berlin 1021, Weltvcrlag), das Problem aufgeworfen, ob es möglich sei, daß, im Bereich des Westjudentums, ein Jude sielt «ler Landwirtschaft zuw enden und dabei mitsamt seinen Nachkommen ein guter Jude bleiben könne. Die Er- /,.blutig ist hineinversetzt in das Milieu einer kleinen schlesischen Stadt und ihrer Umgebung um die Wende «ler fünfziger bis sechziger Jahre des vorigen Jahr- Imnderts, und sie ist durchtränkt mit dem feinen Lokalkolorit eines jüdischen Klcinstadtmilicus jener Tage, das wohl zu den persönlichen Jugenderinneruiigen des Verfassers gehört. Sehr fein ist dieses Milieu einer frommen jüdischen Gemeinde gezeichnet. Mit außerordentlicher Liebe sind die einzelnen Gestalten behandelt (namentlich die des Rabbi Ephraim), und es soll kein Tadel sein, wenn hier und da leise Zweifel auttaiichen, ob es wohl einmal eine Gemeinde voll so gutartiger Menschen gegeben hat, wie sie als Mitgiieder jener kleinen schlesischen Kehilla gezeichnet werden. Wembaum zeigt nun, wie in diese, von der Assimüation kaum berührte Gemeinde leise und immer lauter die neue Zeit mit ihren zerstörenden und zersetzenden Einflüssen hineinschlägt. Ist der Zusammenhang der Kehilla noch einigermaßen ein Damm gegen die hmeinflutend« Assimilation, die ihren Ansturm wenigstens hemmen, wenn auch nicht dauernd aufhalten kann, so führt jedes Loslösen von der Kehilla um so stärker ztini Verderben, Gerson Regensburger muß dies an sich und seiner Familie erfahren. Er will aus dem Handelsstände heraus zur Landarbeit zurück, um sich und seine Kinder, wie einst die Voreltern im Lande Israels, wieder dem schönsten Berufe der Menschheit zuzutiihrcit. Sein Anwesen, das er erwirbt und das einige Stunden von der Stadt entfernt liegt, gedeiht; es gelingt ihm, in gute Fühlung mit der bäuerlichen Gemeinde zu gelangen; aber er bezahlt dieses Einlcbcn mit der Zerstörung des jüdischen Charakters seiner Familie. Sein ältester Sohn und seine älteste Tochter nehmen sich christliche Ehegatten, deren äußerlicher Uebcrtritt zum Judentum nur einen dünnen Firnis bildet, unter dem das Fremde wieder hervorspringt. ln die schwerste seelische Bedrängnis kommt Regensburger, als ihn der liberale christliche Ortsvorstehcr, sein Berufsgcnossc, bei einem Gespräch über die Mischehe ermahnt, ein aufgeklärter Mann wie er selbst zu werden. Gegenüber der liberalen Auffassung des wohlmeinenden Mannes fühlt sich Regensburger keiner Erwiderung fähig. Daß es jener Rest volkücher Substanz ist, den er mit der Aufnahme andersartiger Elemente preisgibt, vermag er nicht auszusprechen. Die Familie wird von dein Meere der Assimilation verschlungen; die letzten jüdischen Angehörigen wandern schließlich nach Süd-Rußland aus, um dort in einer jüdischen Bauerngcmeimic unterzukommen, bis es eines Tages möglich sein wird, nach Erez-Israel auszuwandern, wo allein der Jude als Landwirt leben und Jude bleiben kann. Die Tendenz der Erzählung ist unaufdringlich. Die Details sind so lebenswahr geschildert, daß die Folgerung sieh ohne weiteres ergibt. Die Weinbaumschc Schrift enthüllt das Probicm der Assimilation anschaulicher und fesselnder, als dies!111 allgemeinen eine theoretische Auseinandersetzung vermag. Mit außerordentlicher Klarheit zeigt sie, daß der Versuch einer wahrhafte« Verwurzelung mit der fremden Umgebung nur mit dem Erlöschen der ererbten jüdischen Instinkte enden kann. E. M. Bücherschau Hermann Gunkel, Die Urgeschichte und die Patriarchcn. Das erste Buch Mosis übersetzt und erklärt uml mit Einleitungen in die fünf Bücher Mosis und in die Sagen, des ersten Buches Mosis versehen. (Die Schriften des A. T., 1. Abt. Bd. 1) 2. Auflage. Göttingen 1921, Vandenhoeck LV Ruprecht. 20 M., gcb. 24 M. J IZ«>VII| Utia 111X1 1>* /. M V.IIVI IIUIUI^V. V 1 3v.llv>**t| gehört zu den schönsten Gaben, die die protestantische W issenschaft uns beschert hat. Es gibt auch die Mögliciikeit, sich über Wesen und Geschichte der mode,neu Üibdkritik zu orientieren, ohne die heule ein Verständnis der altisraelitischen Geschichte schwer möglich ist. Gunkel gibt in seiner Einleitung eine vorzüglicnc übersichtliche Darstellung der Bibcikritik und eine Untersuchung über Komposition uml Charakter der Genesis. Der Text ist nicht in der biblischen Anordnung, sondern nach QueUschriiten geordnet abgedruckt, wobei verschicdcne Druckschriften die einzelnen Quellschriften auch bei zusammengesetzten Texten bezeichnen. Mit großer Liebe schiHert Gunkel bei jeder einzelnen Er- Zahlung den religiösen, poetischen, psychologischen, ästhetischen und historischen Gehalt des 'Stückes, zieht zum Vergleich Parallelen aus der vorderasiatischen Sagengcsduchte heran und ermöglicht auf diese Weise auch dem Laien nicht nur ein Verständnis der wissenschaftlichen Anschauung, sondern auch ein Eindringen in die unvergleichliche Schönheit des Buches. Dabei ist s:ch üunkei, indem er die Resultate der Forschung nach dem heutigen Stand wiedergäbt, wohl bewußt, daß die Wissenschaft ״sicher ausgemachte Resultate nicht kennt“ wvü ״jeder Zeit ein Buch von 90 überragender Bedeutung mit ihren Mitteln aufs neue erobern muß“. ,Seit mehr als zwei Jahrtausenden - sagt Gunkel - hat man sich bemüht, die heutigen Schriften zu verstehen; doch wer durfte sagen, _ er hätte ihre Tiefen ergründet!“ Ich glaube, daß ein Buch wie diesc9 in den Kreisen der jüdischen Jugend, die auf dem traditiontljen Ueg zur Bibel mdit mehr zurückfinden kann, weiteste Verbreitung finden sollte. Es ist wir! wenige geeignet, Interesse und Liebe für die Schriften zu wecken, (lx der Urquell unserer nationalen Wicdor gebart sein müssen» _sch יגיייי ¥

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