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Jüdische Rundschau · 1921-06-07 · Heft 45 (7.6.1921) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 45 (7.6.1921)
Date
1921-06-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Nr. 45 Seite 322 JUEDISCHE RUNDSCHAU Brief aus Palästina Von Dr. M. Glück soll n, Jaffa. Tcl-Awiw, 3. Ijar, Von Tag zu Tag wird es schlimmer. Hitler war für (׳,)׳raubte Gut versteckt ist, an, aber kein Mensch achtete darauf. Viele wertvolle Tage sind verstrichen, jetzt hat man mit diesen Haussuchungen begonnen und findet natürlich nichts mehr. Es macht den Eindruck, als oh mau eine last;::.• Verpflichtung erfüllen wollte, und die Absicht liegt klar zu Tage, dall mail seine Verbrecher entdecken und die Angelegenheit nicht Die Lehren von Jaffa uns die Ucberrasdtmig der ersten Mailage, der Pogrom :!, in Jaffa und in den Kolonien. Aber bitterer noch ist j ״״ch mehr verwickeln will, die Ueberrasdiimg der letzten Tage: Die Fortsetzung j <:rs(<. offizielle Bekaiuitmachui der Politik der Nachgiebigkeit, ja der Parteilichkeit - c״vnisse in Jaffa liell klar die Absicl den Verbicchern gegenüber, die Vcrschleienuig der Wahrheit aus falscher politischer Berechnung. J)icse Komödie einer üericiitsimtersuelning, die schlechte Schauspiclcr uns vorl'ühivit, ohne sich mich 11111' mit einem Feigenblatt zu ׳bedecken, knnn einen Menschen voll• ständig mmilibeu und ihm den Glauben an die Menschen nehmen. Die nunmehr bekauntgewordenen Einzelheiten dieser Untersuchung verdichten sicli zu einem vallstiiu• digen Bilde, das so klar und so augenscheinlich ist, datt es jedem auffallen mul). Die juristischen Wunder von Kisciiinew und ilomcl sind ein kindliches Idyll im Vergleich zu unseren Gericlitsimtersudnmgeii, ln Jaffa werden die Grundbegriffe von Anstand mit den Füßen getreten, die man im klassischen Lande der Pogrome noch berücksichtigen zu müssen glaubte. tchting über die Er- Jaffa ließ klar die Absicht erkennen, die | Verantwortung für die Ereignisse nicht einer Partei zur! L;1st zu legen. Es war eine natürliche Folge der lierrsehenden Politik, der milden und nachgiebigen!1olitik, die schweren Verbrechen gegen die öffentliche Sicher* heit zu verheimlichen und uicmaudcn zu kränken. Diele Politik, die man Iris jetzt den Hetzern und Intriganten gegenüber zum Unheil des Landes und aller Einwohner gei'ühvt bat, hat sonderbare Früchte getragen. Dadurch wurden die Opfer eines am hellen Tage begangenen Verbrechens offiziell verleumdet, dadurch ist in die Welt das Märchen über einen Zusammenstoß zwischen Jeden getragen worden, der auf eine unerklärliche Weise zu einem Zusammenstoß zwischen Juden und Arabern ausartete. Wir können uns das teuflische Gelächter verstellen, das die arabischen Hetzer beim Lesen dieser Aus ״Erfahrung‘• wissen wir, dal) überall, wo ein j offiziellen Bekanntmachung nuschlugcn, die sie reinwäscht und sie ruhig die Früchte ihrer Arbeit genießen!:ißt. Und hinzu kommen die letzten, Erfahrungen mit __ . ״ , , dem Gericht und der Untersuchung. Man tut alles beiten über die Pogrome und ihre Ursachen bekannt j Mögliche und Unmögliche, tim die Anstifter der Pogrome .. wozu mau ein besonderes System des limuleu hat. Wird ein Araber auf antwortiuig tragen, \o:1 ihrem Amt entfernt werden. Die j frischer Tai ertappt, behandelt man ihn sehr nach- Tatsache eines Pogroms genügt, um au dem guten sichtig, Pogrom stattzufiuden pflegte, die öffentliche Meinung, sowohl die jüdische als auch die niclitjüdiselie, dm dringcnde Forderung stellte, daß zunächst, bis die Einzelhciteit über die Pogrome und ihre Ursachen bekannt t ,.. geworden sind, die Machthaber, die für die Sicherheit j nicht zu beleidigen, des Lebens und des Vermögens der Bürger die Ver- > Gleichgewichtes er Willen oder an der Fähigkeit der Verwaltungsbehörde zu zweifeln. Dieser einfachen Forderung, der auch die Satrapen des Zaren sich beugen mußten, wurde 1 ei uns nicht Rechnung getragen. Die Machthaber von Jaffa, d!runter auch diejenigen Personen, die für die Führung der IMlizci, die sich am Morden und Plündern beteiligt hat, direkt verantwortlich sind, beliichcit ihre .Stellungen, und die Gerichtsuutersuehimg wird vor ihren Augen und unter ihrer Mitarbeit im Bereich ihres Einflusses geführt. Es ist bei Pogromen und sonstigen Mnssentiimihea üblich, daii m,111־ die Tatsachen nicht anv'iunn.hwi'eilt!, daß man sie nicht aus ihrem ZiiSamnienimiig löst, daß man nicht jedes einzelne Vergehen als isolierte Tal beurteilt. Dieses Prinzip ist eine Binsenwahrheit geworden, die nicht einmal in Rußland bestritten wurde. Was geschieht aber liier, in einem Laude, das unter dem Schutz, der Flagge Großbritanniens steht V De jure wurde der Kriegszustand veihängt, und es wurde bekannt}׳,(:geben, dal) jeder erschossen würde, bei dem man gerauhtes Gut findet. De i'aeto urteilt das Gericht in Jaffa, wie mau über gewöhnliche Dielte urteilt, lind vei hängt Strafen, die auch in ganz ruhigen Zeiten als• zu milde bezeichnet würden. (Ein schönes Beispiel hierfür ist das Urteil, das der Vorsitzende des Jaffaer Gerichts über seinen arabischen Diener, der auf frischer Tat ertappt wurde, gelallt hat. Dieser tüchtige Diener, gegen den viele glaubhafte Zeugen, darunter auch sein arabischer ITcund, ausgesagt hatten, bekam einen Verweis mit dem Bemerken, daß, falls er nochmals ertappt würde, er seine Stelle verlieren würde.) Und wie das ticricht, so ist auch die Untersuchung. Zum Untersiidiuiigsiicliter wurde Herr Kcrmak ernannt, dessen Gerechtigkeitsgefühl und tiefes Verständnis wir noch aus den Tagen des Jerusalemer Pogroms kennen. Dieser Heir war es, der Jnbotinsky und seine Freunde als Mörder verurteilt hat. (Warum der Leiter des Jiistizdep irtcineiits, der Jude und Zionist Norman Beutwich, ausgerechnet diesen Herrn mit der Aufklärung der Tragödie von Jaffa betraut hat, ist sicherlich ein interessantes Kapitel der Galuthpsydvokigie, von der auch unsere offiziellen Erhalter des National Home nicht frei sind.) Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß unsere Bevölkerung von vornherein nicht das naive Vertrauen zu Herrn Kcrmak haben konnte, wie es Herr Bentwich hat. Trotz alledem haben wir geschwiegen. •Aus Achtung vor der englischen Regierung und aus Rücksieht gegen den überkomtnissar haben wir geschwiegen. Wollte jemand protestieren, haben wir ihn zum Schweigen gebracht und 1ms mit der Hoffnung getröstet, daß, was unter Bok möglich war, unter Herbert Samuel unmöglich ist. Aber unsere Hoffnung ist zuschanden geworden. Herr Kermak ist sich selbst treu geblieben. Hier nur ein Beispiel. In Petach-Tikwali haben zwei Araber sehr wichtige Aussagen über den Ueberfall auf die Kolonie gemacht, über die vorangegangene Hetze und die Vorbereitungen zum Pogrom, sowie über die Rolle, die der mohammedanisch-christliche Verein in JaSfa dabei gespielt hatte. Diese Aussagen hat der V01 sitzende der Kolonie von den Arabern entgegengenommen, die diese Aussagen durch ihre Unterschrift betätigten. Er übermittelte die Aussagen Herrn Kcrmak durch die jüdischen Mitglieder der Untersudumgskomnussion. Herr Kermak schickte sie aber mit der Bernerkwn״ zuruck, daß er keine Denunziationen gebrauchen m■ ■ /'״*. Tatsad,c: »י״'״ Verhör der arab scheu i ohz.isten tragt man einen von ihnen, der sich den Motacni cntgegcngestclh hatte, weshalb man seine Aussagen ak zweifelhaft hmstelUe, ob er den und den Juden kenne Er antwortete bejahend. Dann fragte mau dm: Hast du gesehen, wie der Jude auf Araber geschossen hat? Auf diese deutliche Fra-׳e antwortet der arabische Schutzmann natürlich ebenfalls bejahend1 Arabische Schutzleute sind klug und wissen, wL von ihnen verlangt wird. Eine besondere Sache sind die Haus^ichungar, um das geraubte Gut wiederzuerlangen Unzählige Zeugen zeigten die Orte, an denen das dagegen findet man sehr viele Verbrecher unter den Juden, bauscht jede Kleinigkeit auf. und so haben wir ein historisches Monstrum erlebt: ein Gericht gegen jüdische Plünderet•, die angeblich arabische Häuser und Läden überfallen und sie geplündert haben sollen. Es ist das erstemal, daß wir vollständig gleichberechtigt mit unseren Nachbarn sind. Chahizim, Erbauer unseres Landes, haben unter dem ersten jüdischen Ohcrkommissar und unter dem jüdischen zionistischen Leiter des justizwesens die ״Ehre“ erfahren, als Pogromanstifter und üidetipli'mderer zusammen mit den arabischen Riiuheim »!)geurteilt zu werden. Dies sind die Ueberrasdumgcn der letzten Tage, und so ist die Lage der Dinge. Mau braucht nicht zu übertreiben und die öffentliche Meinung nicht absichtlich zu beunruhigen. Man darf aber auch die Augen nicht schließen und sieh selbst betrügen. Wir müssen so viel Mut haben, um der bitteren Wirklichkeit ins Gesiebt zu scheu. Wir müssen in :ms selbst die Grausamkeit aufhringeu, um auf Mißstiitide und Gefahren liinzuweisen, mul es nicht z.ulasscn, daß unsere’ Lhre und unsere lebenswichtigen Interessen dem Opportuinsimts und falschen Frieden geopfert werden. Die gute Absicht genügt noch nicht, um schlechte Handlungen zu entschuldigen. Die Politik unserer Regierung, eine Politik der Nachsicht und der Parteilichkeit mächtigen Hetzern und Verbrechern gegenüber, hat das Unglück in Jaffa verursacht, hat uns die Schmach der Gerichts- Untersuchung gebracht und wird uns noch in Zukunft Opfer au Blut und Ehre und lebenswichtigen Interessen kosten, wenn die jüdische Bevölkerung nicht dagegen wie ein Mann protestiert, wenn wir nicht auf der Forderung der Gerechtigkeit bestehen. Wir müssen Gerechtigkeit fordern, aber keine Kompromisse eines erbärmlichen Opportunismus. Denn die Gefahr dieses Opportunismus ist ungeheuer groß. Sie schädigt unsere wichtig*steil Hoffnungen und Bestrebungen, Ein Beweis hierfür ist die Unterbrechung der Einwanderung. Man sagt uns: die Unterbredumg ist ja nur provisorisch, bis sich die Aufregung gelegt hat. Aber wir wissen doch, der Appetit unserer liehen Nachbarn ist unersättlich, und die Nachgiebigkeit kennt keine Grenzen. Diese rührigen Menschen kennen die merkwürdige Schwäche unserer Regierung. Sie schreien, lärmen, fordern dringend — und erhalten, was sie wollen. Wir müssen von ihnen lernen. Der Friede ist natürlich sehr erwünscht, und niemand wünscht eher einen wahren Frieden mit unseren Nachbarn, eine gemeinsame und ruhige Kultur- und Aufbauarbeit als wir. Aber aus Friedensliebe machen wir keine nationale Liquidation, verzichten wrir nicht auf unser nationales Recht, das ■Recht auf eine Heimat. Wenn schon Frieden, so haben unsere Nachbarn das Wort. Sie und nicht wir niiisscn von sich den Blutfleck abwaschen. Wir haben aber bei ihnen noch nichts von einer Friedensneigung gemerkt. Nicht ein einziger angesehener Araber hat öffentlich gegen dieses entsctzliche Verbrechen, das seine Stammesgenossen begangen haben, protestiert. Keine einzige arabische Zcihing hat auch nur mit einem Wort gegen das Blutvergießen, gegen die Plünderung friedlicher Einwohner protestiert. Im Gegenteil, sie preisen noch diesen Mord als einen ״Ausdruck des lebendigen Gefühls, als eine Offenbarung der arabischen Tapferkeit in ihrer ganzen Pracht“. (Nebenbei: Diese Worte, die eine Vcrherrlichiuig dieser Verbrechen bedeuten, hat unsere strenge Zensur nicht gestrichen.) Glaubt man wirklich, diese Leute durch Milde und Nachsicht zu gewinnen? Wir haben an die Regierung nur eine Bitte: Möge sie ihre erste elementare Pflicht erfüllen, möge sie für die Sicherheit des Lebens und des Vermögens der Laiideseinvvobner sorgen, aber keine Politik auf unsere Kosten, auf Kosten unserer Ehre und unseres Blutes, auf Kosten unserer nationalen Rechte, auf Kosten unserer ewigen Hoffnungen treiben. Von Georg Landauer, Berlin. Während anfangs in zionistischen Kreisen z;c,;,. liehe Unsicherheit über die Beurteilung der Vorgänge iu Palästina herrschte, sind wir heute in der an!Luk! der Berichte durch die paEist ine nsi sehe Presse, offizielle Kundmachungen, durch Briefe und Erzählungen, sowie hierher gelangte Augenzeugen ein klares Bild von den Geschehnissen und den Zusainmenhangen zu gewinnen. 111 dreierlei Umsicht sind die Ereignisse in Palästina bemerkenswert und haben wir daraus Lehren zu ziehen: nämlich mit Rücksicht auf die Beziehungen des palästinensischen Aufbau» zu den A r a b u 111 ׳, zur e »1 g I i«c!! « ״ Politik tt 1111 zur bisherigen zionistischen Kolonisation. Die Nachrichten aus Palästina haben in manchen Kreisen niederschmetternd gewirkt und Ratlosigkeit!!ervorgerufen, noch verstärkt durch die sichtbaren Folgen der Einwanderungssperre, die in den Emigratioiislande.׳)־. in Erscheinung treten: Die große Zahl der wartenden, drängenden, ungehaltenen, zum Teil unterstütz■.!ng>hc• dürltigen und vor eine ungewisse Zukunft gestellten Chaluzim, die nicht abfahren dürfen. Andere wieder zeigen gegenüber den Vorfällen in Palästina eine unverständliche Naivität und tun, als sei nichts geschehen, als seien einige Zwischenfälle vorgekoniiimt, wie sie überall zu geschehen pflegen. Wir müsset» detngegem über die Geschehnisse und ihre Ursachen sachlich nadipriifen, um ihre Tragweile zu erkennen und aus den gemachten Fehlern zu lernen. Diese Fehler müssen rückhaltlos auigedeckt werden, soll wirklich eine Besserung erfolgen. Wie die Berichte aus Palästina zeigen, hat man die Jaffaer ׳ Geschehnisse zu Unrecht mit den .Maidcm.mstralioiien iri Zusammenhang gebracht. Die Maiden. mstratioiien, die ein Teil der Arbeiterschaft in Jaffa, und zwar in Tel-Awiw veranstaltete, waren von der Regie.nag genehmigt und sind fast friedlich verlaufen. Die An,- schrcitimgen in Jaffa fanden in einem änderet» Stadtteil und unter Anteilnahme völlig anderer Teile der Bevölkerung statt. Es hat sich hcrausgcstcllt, daß es sich dabei um einen regelrechten Pogrom handelte, in dessen Verlauf die Araber in die einzelnen i fäuscr eindrangen, dort raubten, zerstörten, mißhandelten und mordeten. Es ist heule klar erwiesen, daß die Ausschreitungen von arabischer Seite langer Hand vorbereitet und als ein großer Anscnlag gegen das ganze jüdische Kolonisationswesen gedacht waren. Das geht hervor aus Acußcrungcn der Araber selber, geht hervor aus den umfassenden Vorbereitungen, die bei den Ueberfälleti in der Stadt und auf die Kolonien stattgefunden haben. Die Araber waren ausgezeichnet mit Waffen, Plüadcrungs- und ürandstiitiingsgvrät aasgerüstet (die sie notwendig von einer ciLropäischen Alacht haben müssen!); an den Ueberfällen beteiligten sidi Araber ans über vierzig zum Ted weit entlegenen Dörfern. Insignien wurden vorausgetragen und aaswärtige Führer waren zur Stelle. Es geht ebenfalls hervor aus der fast überraschenden Einmütigkeit, mit der sicli alle arabischen Kreise beteiligten, Städter und Fellachen, Koloniearbeiter und die arabische Regicruugspolizci (und diese besonders!). Jüdischen Kreisen in Palästina waren die arabischen PLäne schon vorher bekannt geworden. Aber es war nicht gehingen, rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen. Von der anderen Seite gerade dieser letzten Frage, nämlich vom Versagen des englischen Schutzes, wird noch weher unten die Rede sein. Wir haben es hier also mit einer sorgfältig vorbereiteten lind sogar mit ziemlichem Erfolg durch,; eführten Aktion der arabischen Nationalisten zu tun. Es mag sein, daß der Durchsclinittsaraber keinen nationalen Tendenzen huldigt und tur die Aspirationen der Führer nur wenig Verständnis hat: aber es hat sich bcreits mehrfach erwiesen, daß derselbe Durchschnittsaraber sicli von diesen Führern leiten lallt, für ihn ein geeignetes Werkzeug ist, und, ob aufgeklärt oder nicht aufgeklärt, dem arabischen Führer auf alle Fälle immer eher zu Willen ist als dein neu ins Land gekommenen Juden. Einer der verhängnisvollsten Fehler der bisherigen zionistischen Arbeit war die verfehlte Araberpolitik. Weder hat man das arabische Problem in seiner Schärfe begriffen, noch hat man eine sinnvolle Verständigungspolitik getrieben. .Man glaubt, über den Araber und die arabische Bewegung einfach zur Tages- Ordnung übergehen zu können. Und man begreift nicht, daß keine Majorität in keinem Lande jemals olmc Widerstand Zusehen kann, wie eine planmäßige Ern- Wanderung in das Land sich vollzieht mit der Tendenz, die Einwanderer zur Majorität, zu den Herren des Landes zu machen. Mail hat cs nicht begriffen, daß die bei einer solchen Einwanderung zutagetretenden Gegensätze in Palästina, als ein durch nationale oder religiöse Tradition mehreren Völkern heiliges Land, in dem sich die Interessen verschiedener europäischer Staaten sciuieiden, besondere Schärfe aiinclimcn mußten. Was hat man auf diesem Gebiet zürn Ausgleich der Gegensätze und zur Anbahnung einer gegenseitigen Fmuvdschalt getan? Wir haben in der Presse einige Male von Konferenzen gelesen, die zwischen Zionisten und arabischen Führern stattgefundea haben. Verständigung*• konferenzen und nodh so feierliche Reden und Versieherungen snd kein Weg, um die eben angedeuleten Gegen- »tze tatsächlich zu beseitigen. Hier kann nur die Schaffung neuer, beide Völker verbindender Lebensoediaguagen von Nutzen sein. Aber die Verständigung*-

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