Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1921-06-07 · Heft 45 (7.6.1921) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 45 (7.6.1921)
Date
1921-06-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2652316-2652355--14067-2671852
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

u fe!> ar II "'iir׳ limii 1 j ■SETS ( | and: and: iem ׳«go Dor »hl. eno. •toi, P'jmp W-W״■ «d V.rl.s W15. Dt*n*t״»g «ad PrciUf. Beiug.nf«!• bei der biped * Porti־״),־ vi.rt.ljiK,!,* 15.- M. I״ D.ul*d,l.״H. Au1l*־d■*^«״• ■•HU w«d.o in der Wihrunf d" .idmI■»«■■ U»d.f - Nummer 45 [ Berlin, Amelgen-VerwaltuBjfl Verlag Alwin Loewcnlhsl, Berlin NW 7, Dorotheenstr, 35 Telephon: Amt Zentrum 4814 und 481$. Axxxigoiiprei• für die aieueoyMpaiwoa NoapereilleseHe2,50ULf Pamiliaoansctgao 4 M. pro Zeile. AmelfeDachluSl Dienstag «ad Freitag •idiaittif 4 Uhr. Telephon: Uhlaad 64$ «.8*6. PoaUdfeckkooto: Beriia Nr. 17392. Für Oeettrreich. PoaUperkaMenamt Wien, Koato Nr. 156 030. Für Tschechoslowakei: Peataperkeaaenamt Prag, Konto Nr. 1&603Q, — Redakiiooaachlufi Sonntag und Mittwoch eachmittag. — "ר״ח פיון» תו־ס״א. | Xxv1. Jahrg. Der Zionismus erstrebt 10r das jüdische Volk die Schaffung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. ״Baseler Pra^ram m" Unwandelbarkeit der englischen Palästina •Politik Eine Erklärung Churchills LX׳r Herausgeber der!. P. Z., der soeben aus Amerika zurückgekelirt ist, hatte am 2. Juni in London eine Unterredung mit dem Kolonialminister Churchill, in der ihn Churchill zur Weitergabe der Erklärung ermächtigte, daß es die feste Absicht der britischen Regierung ist, die in dem Atandat betr. Errichtung einer jüdisch-natio* nalen Heimstätte in Palästina niedergelegte Politik tatsächlich durchzuführen. Die Parlamentsdebatte aufgeschoben Wesentliche Aenderung der englischen Oiientpolitik Von unserem Londoner H-Korrespondcnten. London, I, Juni 1921. Für den 2. Juni war Churchills offiziell« Erklärung .!ngekündigt. Heute wird nun gemeldet, daß Chur, chill morgen seine Rede nicht halten wird, da ge• wisse finanzielle Informationen aus dem Nahen Osten nicht rechtzeitig augckoinmcn sind, um das Ergänzungs- Lmigct, das dem Parlament vorzulegen wäre, fertig• mslellen. Gleichzeitig wird bekanntgegeben, dall gestern eine wichtige Sitzruig der Kabincttininister und diplomatischen und militärischen Experten stattgcfuiiden hat, wobei die ganze Frage des Ostens behandelt w u r d c. Die Erfahrungen, die Churchill auf seiner Reise gesammelt hat, haben, wie verlautet, dazu bei• getragen, eine wesentliche Aenderung in dem in der letzten Zeit von der englischen Regierung e i n g e 11 o m m e 11 e n Standpunkt ei nt re ten zu lassem Offenbar handelt es »ich darum, dall die britische Regierung imnmelir umschlossen ist, mit aller Energie auf der Durchführung des Vor• träges von Levrcs zu bestehen und gegebenenfalls die seit der Londoner Konferenz zwischen den Griechen und Türken (Kemalisten) proklamierte Neutralität zugunsten eines energischen Vorgehens gegen die Türken fallen?11 lassen. Eine Anfrage im Unterhaus Herbert Samuels Erklärung am 3. Juni im Unterhaus stellte am Donnerstag Mr. Mac- 1 e a n (Arbeiterpartei) an den Kolonialminister die Anfrage, ob die Regierung .Palästinas die Einwanderung verboten hat und ob dieses Verbot mit den Vorgängen in Jaffa Zusammenhänge Der Interpellant führte aus, daß die Folgen einer solchen Einwanderungssperre beinahe ausschließlich von den jüdischen Arbeitern empfunden werden, die aus der Ukraine, Polen und Litauen auswandern und zum großen Teil schon unterwegs sind. Die zionistische Kommission und der jüdische Nationalrat von Palästina haben dagegen protestiert, insbesondere auch gegen die Zurückhaltung des Dampfers ״Carniola“. Der Interpellant stellt die Anfrage, ob der Kolonialminister mit Rücksicht auf die Härte dieser Tatsachen Schritte unternimmt, das Einwanderungsverbot rückgängig zu machen. Für den Kolonialminister antwortete Unter- ■Staatssekretär Wood. Er erklärte, daß ihm die Verhältnisse bekannt seien, und daß die Darstellung des Interpellanten richtig ist. Die Frage der ki'tnftigen Einwanderung nach Palästina sei einer sorgfaltigen Erwägung der Regierung im Einvernehmen mit dem Oberkommissar für Palästina unterzogen. Sir Herbert Samuel habe die Absicht, eine Erklärung über die Frage anläßlich des Geburtstages des Königs am 3. Juni abzugeben, worin er die Politik der Regierung mitteilen wird. Der Unterstaatssekretär erklärt, er könne dieser Rede des Oberkommässars nicht vorgreifen. Die Einwanderungssperre Wie wir unmittelbar vor Schluß des Blattes erfahren, hat die palästinensische Regierung die Einreise ins Land wieder freigegeben. Jedoch sind gewisse Beschränkungen der Einwanderung angeordnet und Bedingungen für die Einreiseerlaubnis aufgestcllt worden, z. B. die Bedingung, daß die Einwanderung mit dem tatsächliehen Arbeitsbedürfnis des Landes in Einklang steht. Einzelheiten sind uns bisher nicht bekannt, audh ist die Nachricht unverbürgt und offiziell njeht bestätigt. .. Der Zwölfte Kongreß Die Exekutive der Zionistischen Organisation teilt mit: 1 Der 12. Zionistenkongreß wird am I. Sep• tember in Karlsbad im Schützenhaus eröffnet. Zur Vorbereitung des Kongresses wurde unter Leitung der Herren Julius Berger und Dr. Martin Rosenbiüth ein Kongreßbureau eingerichtet,dcssen Adresse folgendermaßen lautet: Bureau des 12. Zionistenkongresses Karlsbad (Tschechoslowakei) Schützenhaus Die Telegrammadresse lautet: ״Congrezion Karlsbad". Das Bureau hat seine Tätigkeit am ].Juni aufgenommen. Von jetzt an sind sämtliche Za- Schriften, die sich auf Reservierung von Plätzen beim Kongreß oder auf lokale Veranstaltungen dort beziehen, ferner alle Anfragen wegen Logis, Unter• kunft, Verpflegung u. dgl. an das genannte Kon• greßbureau zu richten. Dagegen sind sämtliche Mitteiiungen betreffend Wahlen und Schekelabrechnung nach wie vor an die Exekutive nach London zu adressieren. Alle weiteren Einzelheiten betreffend den Kongreß werden fortlaufend veröffentlicht werden. Die Sitzung des Großen Aktionskomitees, die für den 22. Juni festgesetzt war, wurde auf den 10. Juli verschoben, um die Teilnahme Dr. Weizmanns und der amerikanischen Mitglieder dea A. C. zu ermöglichen. Die Sitzung findet in Prag im Hause der B’ne Brith-Loge statt. Eine Botschaft Hardlngs Aber Zionismus New York, 2. Juni. (Tel. d. ״Jild. Rdieh,“,) Präsident Haiding richtete an den Vorsitzenden des Empfangskomitees für die zionistische Delegation in Washington einen vom 1. Juni datierten Brief, worin es heißt: ״Ich bitte, den Ausdruck meines tiefsten Interesses an der zionistischen Bewegung zur Kenntnis zu nehmen. Wer die Bedeutung des jüdischen Volkes erlaßt hat, kann sich des Glaubens nicht begeben, daß dieses Volk eines Tages auf seinein historischen Heimatsboden wieder auf leben und dann in eine neue und noch größere Epoche seiner Leistungen für den Fortschritt der Menschheit eintreten wird. Versichern Sie, bitte, die Teilnehmer Ihres Festmahls meiner steten Zustimmung zu den Zielen, an denen Sie jnit so 'hingebungsvollem Eifer arbeiten. gez.: Warrcn G. H a r d i n g.“ Präsident Harding beabsichtigt, am 5. Juni persönlich das neue Heim für jüdische Immigranten in New York zu eröffnen, das die Immigrant Aid Society neben der historischen Jewish Astor Library errichtet hat. Es ist das erstemal in der amerikanischen Geschichte, daß ein Präsident eine jüdische Institution feierlich einweiht. Große Keren Hajessod-Spende des Gemeinderates in Philadelphia N e w Y o r k, 2. Juni. (J. C. B.) Die zionistische Delegation besuchte Philadelphia und wurde bei ihrer Ankunft von einen! fünfzigtausendköpfigen jüdischen Publikum gefeiert. Dr. Weizmann, Ussischkin und Naiditsch erhielten die Ehrenbürgerschaft der Stadt Philadelphia. Bei dem darauffolgenden Massenmeeting für den Keren Hajessod erschien der Bürgermeister Philadelphias und teilte den Beschluß des Gemeinderates mit, den Keren Hajessod zu unterstützen. Im Sinne dieses Be- Schlusses hat der Stad trat den Betrag von einer halben Million Dollar aus Gemeindege Idem für den Keren Hajessod bewilligt Rappin aaf der Reise nach Enropa Jerusalem, 1. Juni. (J.C. B.) Dr. A. Ruppin, Mitglied der Zionist Commission und der proviso• rischen Exekutive ist gestern nach Europa abgereist. Er wird sich in London aufhalten und an den Sitzungen des Großen Actions-Comitös teilnehmen. Dr. Eder verbleibt in Jerusalem als Leiter der Der arabische Konflikt Einberufung des arabischen Kongresses Jerusalem, 31. Mai. (J.C. B.) Der Kongreß der palästinensischen Araber, der seinerzeit in Haifa tagte, wurde nach Jerusalem einberufen. Innerhalb des Kongresses kämpfen zwei Parteien miteinander. Die eine verlangt eine demokratische Wahl der Exekutive und die Entsendung einer offiziellen Mission nach Europa. Die andere - unter Führung Musa Kasims - widersetzt sich diesen demokratischen Bestrebungen und besteht auf der Beibehaltung des alten Systems der Ern e 11 n u n g von Delegierten. Waffenschmuggel aus Syrien Jerusalem, 31. Mai. (J. C. B.) Einer Verord• nung der palästinensischen Regierung zufolge wurde mit Rücksicht auf den Waffenschmuggel von Syrien nach Palästina, die Grenze zwischen diesen baden Ländern geschlossen Arabische Feindschaft Jaffa, 31. Mai. (J. C. B.) Die hiesigen arabischeu No fabeln lehnten die Einladung Sir Jjlm Robecks, des Hauptkommandanten der Mittelmeerflotte, zuin Besuche des Kriegsschiffes ״The lron Duke“ mit der Begründung ab, daß sic den ebenfalls eingeladenen Midi scheu Vertretern nicht begegnen wollen. Sfr Herbert Samuel in Beyrut B e y r u t, 30. Mai. (J. C. B.) Sir Herbert Samuel ist hier mit dem Schlachtschiff ״The Iran Duke“ eingetroffen. Der französische Oberkommissar für Syrien, General Oouraud, gab zu Ehren des britischen High Commlssloner und des Hauptkoinmundanten der Mittel• meerflotte, Sir Jolm de Robeck, ein Bankett, ln seiner Begrüßungsrede drückte General Oouraud seine Hoff• nung auf ein inniges Zusammenarbeiten der britischen und französischen Politik im mittleren Osten aus. Sir Herbert Samuel sagte, daß dies auch sei» heißester Wunsch sei und daß er entschloss-en ist, alles, was in seiner Macht liegt, zu tun, um die Entente mit dem französischen Oberkommissär im Orient inniger zu gestalten. Gestern begab sich Sir Herbert Samuel mit Sir John de Robeck nach Baalbeck (Syrien). Weitere Urteile im Jaffaer Prozeß Jaffa, 31. Mai. (J.C. B.) Der hier tagende Gerichtshof zur Untersuchung der jaffaer Geschehnisse verurteilte einen Araber, der des Verbrechens des Mordes schuldig erkannt wurde, zu zehn Jahren Kerkers. Gleichzeitig wurden zwei an d 0 r e A r a l>e r f r 0 i g e s p r o ehe u. Der Schutz der Kolonien Am 14. Mai wurden die Vertreter der Kolonien von Judäa vom Oberkommissar empfangen. An der Deputation beteiligten sich Mcyruivitsc h aus Rischon-Ie-Zion und Eisenberg aus Rechoboth. Der Oberkommissar hörte sie aufmerksam an und versicherte ihnen, daß die Regierung alle Maßnahmen zur Vcrtckligung der Kolonien getroffen hat und daß die traurigen Ereignisse nicht mehr wiederkehren werden. Der Schutz der Kolonien ist einer besonderen Kommission anvertraut worden, die alle erforderlichen Schritte unternehmen wird. Dr. BrQan beim Oberkommissar Am 13. Mai wurden die Vertreter der Kolonie Chedera Dr. Brünn und Budkowski vom Oberkommissar empfangen. Nachdem die Herren dem Oberkominissar die Lage der Kolonie geschildert hatten, versprach ihnen dieser, energische Maßnahmen zu (reffen, um eine Wiederholung zu verhüten. Auch versprach er, dafür Sorge zu trage», daß die geraubte Habe ausfindig gemacht und den rechtmäßigen Besitzern zugestellt wild. Die ersten Absolventen der Polizeischule in Palästina Am 12, Mai worden die ersten Absolventen der von der Zivilverwaltung errichteten Pol i z e i sch ule, die unter der Leitung von Montefiore steht, feierlich ge, prüft. Die Schule verließen 31 Mohammedaner, 10 Juden und 10 Christen. Der Feier wohnten auch der Oberkommissar und andere hohe Beamte der paläst inen- Bischen Regierung sowie Vertreter der Bevölkerung bei.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.