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Jüdische Rundschau · 1921-05-31 · Heft 43 (31.5.1921) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 43 (31.5.1921)
Date
1921-05-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 300 13 Nr. 43 taten >ber-;Bei- Ösen t'da- 1 mi! weist Von auf nach iter• iden <׳enn rung tgeu und der sehe Es bei wie bei renz tber den. ,Du. iden den für iden igeiiweab- 1 r 0, ,tut .eich hät't erie, dun. nige lgen »ten, 1 in auseuer teteii vom irfcn von samirper Acerang. H in autle! ge* die en. de» 'er- Vähdes che» chtet ge- Obimer die; viel ahre. Lage scits •ücki i er- I einauch!eher» :dien füge xciglgen, , die nicht! die tlichrtikel!erer teilt- »Nse zu verhindern uiul weitere Reibungen zu verhüten. Die lludgetfrage spielt dabei keine Rolle. Ei» Pogrom in Jaffa!;ostet das Land mehr als die ganze Polizei. Alle Kmifleute werde» ger» eine spezielle Steuer, eine Sidierheitssteuer aufbriugeu, die die Kosten der Poli/ci decke» wird. Die Störung, die der gesamte li.uulel durch so!du* Ereignisse erfährt, schadet nicht nur den jüdischen, sondern auch den arabischen Kauüeuto»,“ ״llator" folgen aus diesen Ereignissen, dal! über allem I leruniscbiagen mit den arabischen Banden und dem ja ff,1־e r linfenpübei für uns die Kardinal frage sieht, wie inan Palästina schnellstens aufbaut. Eines ist klar: ״ln diesem langsame» Tempo wie bisher kam! die Arbeit nicht Weitergabe». Die Zeit für Vorbereitungen ist vorüber, eine emsige Arbeit aut allen Gebieten der Kolonisation muH jetzt oinseUcn. Jetz.t ist nicht die Zeit für innere Streitigkeiten und kleinliche Auseinanderset/.mige». Das ganze V'olk muß jetzt zu energischer Arbeit nufgefördert werden, Palästina kann jetz.t au!’gebaut werden, und das jüdische V'olk hat alle Voraussetzungen dazu. Das müssen wir immer wieder wiederholen. Alles hiingt nur von unserem VV i 11 e n a b. Die Unsicherheit im Lande wird sofort ein Ende nehmen, sobald wir 100 000 Juden mehr im Tande!üben. Steigert die Einwanderung, entwickelt die Landwirtschaft und die Industrie, und die verhetzten Araber werden euch folgen. Die ganze Kritik, die gegen unsere Exekutive laut geworden ist, ist ausschließ- I:el1 auf die geringen Mittel zurückzuführe», die man ihr zm׳ Verfügung gestellt hat. Nicht die Leitung hat ursagt, sundern wir, in allen unseren Schichten, Die dauernden Aufrufe von VVeizmann, Ussischkin mal M o tul, ja sogar vom O b c r k o m tu i s s a r, haben keinen Widerhall gefunden. Die Keren Hajessod-Arheit muß also unter allen Umständen fortgesetzt werden, nie allein uns Leben und Sicherheit in Palästina verschaffen kann.“ Im ״Ha poeI-11;1 zaI r“ nimmt Aharonowitsch zu den Ereignissen Stellung, indem er sagt: ״Wahr ist, daß wir von einer lialbbewafineten Baude von Wilden umgebe» sind, die bereit sind, über uns lierzufallen, zu plündern und zu morden, Wilde, die midi während der türkischen Revolution IDOS die ,Freiheit' 50 aufgefalit haben, daß es nunmehr jedem erlaubt sei, zu morden und zu plündern. Solange sie auf dieser Kulturstufe verbleiben, werden Europäer unter ihnen nur unter dem Schutz, einer starken Rcgicrung wohne» können. Leider hat aber die vorjährige Regierung bei den Arabern die Mordlust mir gesteigert und die sie ablosende Zivilverwaltung hat nichts unternominell, um sie abz.usdnväeheii. Es ist möglich, daß morgen die Zensur eingefülirt wird (die Nummer vom (1. Mai ist noch vor Einführung der Friiventivz.ensur erschienen Amu, d. Red. d. ,J. R,') und es mir eine Wahrheit geben wird, die Wahrheit der offiziellen Kumlgelniugen. Aber solange die Zensur noch nicht cingefüim ist, müssen wir die Wahrheit sagen und die ist: Kein Pogrom kann ohne Duldung eines Teiles der Rcgicrungsbcamtcn entstellen.“ in derselben Nummer des ״H a p o e 1 - H a z a i r“ spricht Glücksohn über die Politik der Milde und Nachgiebigkeit, des grenzenlosen Opportunismus, die Samuel den Arabern gegenüber getrieben hat und die uns so viele wertvolle Menschenleben gekostet hat, und schließt: ״Wir wollen hoffen, daß diesmal die Regicrung ihren Fehler eiiisehen und nicht die Politik der Halbheit fortsetzen wird, die von de» anderen als Schwäche aufgefaßt wird.“ Im ״Hapoel-Haza'ir“ vom 13. Mai schreibt Ahrono* wicz: ״Das allgemeine Bild sieht so aus: Araber mordeten und plünderten und Araber erscheinen als Ankläger und als Richter. Juden wurden hingemordet und ausgeplündert und Juden erscheinen als Angeklagte und werden verurteilt. Auch im vorigen Jahre, nach dem Jerusalemer Pogrom, waren wir Zeugen einer solchen Rechtsbeugung. Aber damals wußten wir, daß die palästinensisdie Regierung gegen uns ist und wir beklagten uns über sie in London. Jetzt haben wir für Beschwerden nur eine Adresse und die ist der Oberkommissar in Jerusalem, an den wir uns mit der kategorischen Forderung wenden, den Justizmord in Jaffa z.11 verhindera Denn davon hängt das weitere Godeiheu des neuen Palästina ab.“ Peter Schweitzer gegen die Amerikaner New York, 26. Mai. (j. C. B.) Peter Schweitzer, Schatzmeister der Zionistischen Organisation Amerikas, der gerade aus Palästina nach den Vereinigten Staaten zuriiekgekchrt ist, erklärte in einem Interview, daß es 'einer Meinung nach ein Verbrechen sei, sich iin gegen- "artigen Augenblick, am Vorabend der Ratifizierung des Mandates, inneren Streitigkeiten hinzugeben. Er ist davon überzeugt, daß Palästina durch nationale Au- 'trengungen wieder aufgebaut werden kann, und nicht bloß durch Privutimtemchmuugen, wie die Amerikaner glauben. Ferner sagte er, daß die Jerusalemer Zeitung ״Doar Hajom“ die öffentliche Meinung in Palästina durch Bemerkungen über die Schwäche der Zionistischen Organisation vergiftet, was die Araber zu dem Glauben veranlaßt, daß cs noch möglich wäre, das Mandat zu ändern. Et spricht mit Bewunderung von dem Geist der palästinensischen Juden, die Palästina aus eigenen Kräften aufbauen woben. Begegnung mit Arabern Von J. CI1, B r c n 11 e r. Einige Tage vor seiner grausamen Ermordung durch die Araber veröffentlichte Brenner im ״Kuntres“ folgende Notiz über unsere Beziehungen zu de» Arabern: 1׳ Gegen Abend verirrte ich mich in den staubigen 'X'egen zwischen den Ikijaren außerhalb der Stadt. Alle gehören den Arabern, Ich ging an einem Hause vorüber, vor dessen Tür ein kleiner Effcndi sitzt mit zwei älteren Nachbarn, neben ihnen steht ein junger Araber. Ich grüße sie, sie untwarteten nicht. Ich ging weiter, wandte midi um und sah, daß das boshafte Absicht war. Ich dachte dami: wenn die Hypothese auch richtig wäre, daß die Eingeborenen unsere Brüder sind und daß in den palästiiiensisehcn Fellachen viel jüdisches Blut fließt -- ich will von ihnen nichts wissen, Ich habe keinen auderen Ausweg, ich muß an ihnen vorüber, ob sic es wollen, oder nicht. Aber lieber begegne ich einem Russen in Tambow, geschweige denn einem Litauer in der Umgebung von Kowno, als diesen orientalischen Polen. Nach einigen Schritten auf einem anderen Steg stieß ich auf einen Araber, der in alte Lumpen einer ehemaligen europäischen Litewka gekleidet war und eine alte Spitzhacke auf der Schulter trug. Er holte mich ein, indem er immerzu Chawadscha (Herr) rief. Idi sah, daß es kein erwachsener Araber war, wie ich tu der ersten Minute angenommen hatte, sondern ein 13- oder 1 ׳!jähriger Arbeiterjunge. Er fragte mich etwas, indem er laut und deutlich schrie. Idi konnte ihm leider nicht antworten, da idt des Arabisdica nicht mächtig bin. Ich fragte ihn nur; ״Aus Sulejma?“ vl. h.: bist du aus dem benachbarten Dorfe Sulejma, worauf er antwortete, daß er an dieser Bajare arbeitet. Auf meine Frage bestätigte er, daß sie jenem Effcndi gehört. Er erzählte mir, soweit ich Um verstehen konnte, daß er weder Vater nodt!Mutter habe, die während des Krieges gestorben seien, ich fragte ihn ״Kadcsch?“, d. 11. wieviel bekommst du täglich. Er antwortete mit bcsoliderem Stolz.: ״Tmauja Grusdi“, d. h. 8 Piaster täglich. ״Nicht gut“ sagte ich ihm. Er verstand zunächst nicht, ob cs zu viel oder zu wenig sei und er• zählte mir ausführlich, daß cs Arbeiter gibt, die 15, ja 20 Grüsch pro Tag verdienen. Er aber habe noch Kleinere Geschwister, die er von seinem Verdienst eralihrt. Alles kommt von Allah. Da habe ich mich iurchtbar geschämt, daß ich bis jetzt noch nicht arabisch sprechen gelernt habe. Wenn ich doch sprechen könnte! Arbeitender Waise, junger Bruder, ob nun die Gelehrten Recht haben o’der nicht, ob du mir blutsverwandt bist oder nicht, ich bin doch für dich verantwortlich. Ich müßte dicli doch belehren und dir zeigen, was menschliche Be- Ziehungen sind. Nein! Nicht die RevoSutionsiiiacherei im Orient, auf Befehl eines bestimmten Komitees und laut Auitrag einer bestimmten sozialistischen Politik! Nein, keine Politik, das ist vielleicht nicht unsere Aufgabe, das machen wir aus Verzweiflung, wenn wir keinen anderen Ausweg haben! Sondern menschliche, seelische Berührung, langjähriger andauernder Verkehr und ohne jede Absicht, außer der Absicht eines Bruders und eines Freundes. ״Schalom Herr“, verabschiedete sieh der Junge von mir, als er sali, daß ich beschäftigt war, aber aus seinem Abschiedsgruß konnte mau doch eine gewisse Genugtuung hcraushören, daß es ihm gelungen war, wie ein Erwachsener mit einem Erwachsenen zu sprechen. Ich erwiderte seinen Gruß bebenden Herzens und irrte weiter im Dunkel der Nacht. Das erste Friedensbudget ln Palästina wurde das erste Friedensbudget für das Finanzjahr 1*521/22 veröffentlicht. Es weist an Einnahmen 2,21 Miß. ägypt. £ und a» Ausgaben 2,28 Miß. ägypt. £ auf. Die Zahlen bedeuten das Dreifache der vor* jährigen; alle Einnahme- und Ausgubeposten sind größer als die vom letzten Jahre, manche acht- bis zehnmal. Die Einnahmen der Postdirektion stellen das Zehnfache, die der Eisenbahn das Fünfzehnfache der letzten Posten dar. Für Verbesscnuig der Eisenbahn sind 750 (WO ägypt. £ eingestellt, ferner beträchtliche Summen für Verbesserung des Post- und Telephonwesens, des Sanitätsdienstes und des Verschiffmigswescns. Für die alte türkische Schuld muß Palästina 105 000 ägypt. £ beitragen. (Ziko.) Ausgrabungen Bei Fflanzungsarbciteu stieß ein arabischer Arbeiter in Akko zufällig auf eine Höhle, die, wie sich nachher herausstellte, der Eingang zu einem unterirdischen Gange ist, der zum alten Akko führt. Die Ausgrabimgcn werden fortgesetzt. Beim Spielen entdeckten Kinder in Jerusalem eine Höhle, die viele alte Gräber mit hebräischen Inschriften enthält, . Luftdienst zwischen Palästina and Bagdad ״Doar Hajom“ läßt sich aus Aegypten mitteilen, daß man dort beabsichtigt, einen Luftdienst zwischen Aegypten und Mesopotamien via Palästina einzurichten, der sowohl Passagiere wie Post befördern soll. Eine Kommission aus Fachleuten verließ kürzlich Aegypten, um die zwischen Palästina und Mesopotamien liegende Wüste zu untersuchen, damit die Etappenpunkte dieses Luftverkehrs' hergestcllt werden können. Nach dem Delegiertentag Von Cli. A. Krupnik, Die mechanische, materialistische Weltanschauung, die für Imponderabilien keinen Sinn hat, lehnte den Ddcgiertcntag ab. Er ״kostet“ soundso viel und ״bringt nichts ein“; weder steigert sich dadurch die Zahl der Zionisten, noch mehren sich die Zeichnungen für den Keren Hajessod, noch ist er imstande, die Streitfrage Trictseh-Ruppin z.u lösen und zu entscheiden, ob für die Ansicdlung einer Familie 2000 £ oder 200 £ «rforderlieh und genügend seien. Mit denselben logischen Argumenten könnte mau z. B. gegen jeden Feiertag unkiimpfen. Mehr als ז/י unseres Lebens ״vergeuden“ wir an den Feiertagen, an denen nicht nur nicht gearbeitet, sondern noch viel Geld verschwendet wird. Aber sind nicht die Feste, während deren wir nach den ״säuern Wochen“ ausruhen, in ernster Sammlung auf die getane Arbeit zurückschaucn, mit unseren Angehörigen und Freunden in Ruhe die Lage besprechen, bei ihnen Hoffnung suchen und ihnen Mut zusprccheu, sind es nicht die Feste, die uns überhaupt jede weitere Arbeit ermöglichen, die uns den Glauben au den Erfolg und die Hoffnung auf die Zukunft einüüßen, die uns in gemeinsamen Besprechungen zeigen, daß man nicht allein und verlassen ist, daß noch viele andere Kampfgenossen ebenfalls bereit sind, auszuharren bis zum siegreichen Ende? Besonders hat uns eine solche innige ernste Ausspräche nach dem letzten Jahre not getan. Die kurze Spanne Zeit seit dem vorigen Delcgiertentagc war so reich an Ereignissen erfreulicher und unerfreulicher Natur, an hochgespannten Hoffnungen und bittere» Enttäuschungen. San Rcmo, die Ernennung Samuels, der Beginn der Immigration »ach Palästina, die fortschreitende Konsolidierung des palästinensischen Jisehuw, Assefath Hanivvcharim, die Einigung der Arbeiter, und insbesondere die Gründling des Keren Hajessod lind die Proklamierung des Maasserprinzips, ferner die Chaltizimbcwegung, die Veröffentlichung des Mandats, der Besuch Churchills — alles Tatsachen, die imstande waren, die besten Aussichten bet aßen Zionisten zu erwecken. Andererseits aber waren die Ereignisse von Jerusalem und zuletzt von Jaffa, die Londoner Konferenz, die gelockerte Partcidisziplin, die Lage der Juden in den östlichen Ländern, die inneren Auseinandersetzungen, speziell auch in Deutschland selbst, nicht gerade dazu angetan, die weitere Arbeit in Deutschland zu fördern und die Keren Hajessod- Aktion unter Zionisten und Nichtzionisten zu erleichtern. Die zionistische Tätigkeit in Deutschland ist von großer Wichtigkeit nicht allein für den deutschen Zionismus. Seit jeher ist die zionistische Oetfentliehkeit besonders im Osten gewöhnt, auf Deutschland als auf das Land des Zionismus zu blicken. Lange Jahre war 1110 deutsche Landsmannschaft führend in der Orgitiusatioii, sie bot den anderen Organisationen ein Muster der Disziplin und Geschlossenheit. Die besten Werke über die theoretischen und praktischen Fragen des Zionis- 11111s uiul Palästinas erschienen in Deutschland. Am deutlichsten kommt das Bild des deutschen Zionismus im Delegiertentag zum Ausdruck, der nach außen wie nach innen einen Rückblick über das verflossene Arbeitsjahr gestattet und in dem Meinungsaustausch die Richtlinien für die iveitere Arbeit festgesetzt, die Parolen ausgibt. * Manchmal ist dies Bild auch recht trübe uiul wenig erbaulich. So war es im vorigen Jahre. Statt unsere Arbeit und unsere Politik auf ein Prinzip aufzubauen, das für die Zukunft maßgebend sein sollte, hat man geschwankt und diskutiert. Der Geschäftsführende Ausschuß bestand aus Personen, von denen jede für sich ihre besonderen Verdienste um den Zionismus hatte, die jedoch zueinander nicht paßten. Die zionistische Arbeit entbehrte jeder Einheitlichkeit, war prinzipienlos, konnte niemanden inneriicii befriedigen und bewirkte bei vielen guten Zionisten eine Abneigung gegen jede aktive Mitarbeit, die die unaufhörlichen Reibungen unfruchtbar machen mußten. Darum war kein Delegiertentag so umstritten wie der XVII., sein Zustandekommen war auch für die Eingeweihtesten bis zuletzt unsicher. Die sogenannte Opposition wollte sich nicht überstimmen lassen, wollte die unklare Situation noch weiter ausnutzen, bis sie, wie sie glaubt, imstande sein würde, fester auftreten zu können. Die andere» wollten der zionistischen wie der nichtzionistisehen Welt nicht das gräßliche Schauspiel der Zerfahrenheit, der Uneinigkeit liefern, wie wir es auf dem XVf. Delegiertentag gesehen haben. Alle die, die den Wert des deutschen Zionismus kennen und au seine Zukunft glauben, die die Macht der Einigkeit schätzen, die eine klare Politik wollen, bestanden auf der sofortigen Einberufung des Dele* giertentnges. Und sie können mit voller Zufriedenheit von dem Erfolge des XVil, Delegiertentages in Hannover sprechen. Der Delegierteutag in Hannover war kein frohes Fest. Der Ernst der Stunde und das Bewußtsein der Verantwortung lasteten schwer auf ihm. Auf keinem Delegiertentag war so wenig gesprochen und so viel ״gearbeitet“ worden wie in Hannover. Man hat das Gute von den Amerikanern gelernt Das Hauptgewicht lag bei den Fraktionen, die ihre Mitglieder gut unterrichtet und straff diszipliniert hatten. Die bittersten Wahrheiten wurden sachlich vorgetragen, ohne daß es zu ocrsönlichen Auseinandersetzungen gekommen wäre. Man war bemüht, eine Einheitlichkeit zu erzielen, die allein die Gewähr für die einheitliche und gedeihliche Wetterführung der zionistisehen Arbeit leisten kann. Dabei war keine Erbitterung und kein Groll gegenüber Andersdenkenden zu merken.

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