Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 42 (27.5.1921)
- Date
- 1921-05-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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jr- - Nr. 42 J U E D i S CH E RUNDSCHAU Seile 303 «II ivird Jl'Cn rauf licht mb eck-! -der nter oter Hau, eine 000 nas, Ma. der Wen die son- Wir eine ent- Und das echt eher der «hei! eine Man mau Die die inde rster jüdiheu. aber sie ny-i- ־iuu. . wir vert zu ende aletn 1 in jüdiitilül r zu man eine dien leid, ifter aber war betgcu .1km Man sgcjend auß. alle sind £en liier;amreud tina ■Iner vorder schonitzen «11• den >räiirng und nstigen, tgen opaken. Be- /erd) Kommission zum Studium der vorbereitenden Arbeiten für Hochschulen, wissenschaftliche Institute und Bibliotheken; e) Kommission zur Vermittlung einer direkten Verhindung zwischen den einzelnen deutschen Gruppen mit den Kolonien Palästinas behufs Schaffung humanitärer mui kultureller Institutionen daseihst; f) Kommission zur Ausschreibung von Preisarbcifcn mr technische und künstlerische Plane zu Hoch- und riefbauten und zu Anlagen aller Art. IV, Kommission für Bank- und Hypoiliekenu eseii. Feist (Misvachi) bedauert, daii für die Palästinadchatte so wenig /eit und so wenig Interesse zu iierrschen scheint. Redner kommt jetzt aus 1‘alast.na und sagt: Wirkliche Zionisten sind doch mir die Menschen, die in Palästina wohnen. Wir anderen mühten im Gefühl unserer Halbheit viel mc.tr luteresse für ihre Unterstützung zeigen. Der Misraclu ist entschlossen, sofort mit der praktischen Arbeit zu hegi-nnen, lianntsädilicli die Aliijah zu fordern. Wir müssen einen Kcren-Alijah gründen, ei er vollkommen parteilos verwaltet wird. Der Misvachi hat mit der Ausbildung von Chaluzim begonnen auf einem Landgut n der Niilie von Breslau, hauptsächlich für Mädchen. Entgegen Professor Warburg _ hält der Misrachi es ncht für richtig, eine Kolonie von deutschen Zionisten zu gründen, da, dies dem einheitlichen nationalen Charakter der Juden wiidersprieht. Eine besondere Arbeit des Misrachi ist die Ausbildung gesetzestreuer (',halu/.iim. 'In Palästina gibt es bisher nur die latvd-. wirtschaftliche Schule der Alliance. Der Misrachi gründet die zweite in der Nähe von Peta.ch-Tikwnli, Trotz solcher SoiKlcrbcstreliungen gehen wir Arm in Arm mit den übrigen Zionisten, hauptsächlich in der Keren t lajessod-Arbeit. Unsere besonderen Ziele stillen uns nur zu doppelten Leistungen verpflichten. B o d e n 11 e i 111 e r (Cöln): Der Förderung unserer Arbeit in Palästina ist nichts nützlicher, als wenn jede ()rtsgrupjH■ mit irgendeinem Zweck in Palästina unmittelbar verbunden ist. Jede muß sieh da das für sie geeignete aussuchen. Für solche Zwecke kann man, wie die Erfahrung in Cöln lehrt, auch von Nk'ht/ionistcn beträchtliche Mittel erhalten. Redner pilemisiert gegen eine Bemerkung Trietschs über Fehler ihr Nation,•ilfonds-Verwaltung bei der Gründung von Tel-Awiw. Bei Haifa ist es bis beute noch nicht gelungen, unter anderen Bedingungen die Städtegrünuung zustande zu bringen. Grundsätzlich gibt es mir eine Möglichkeit; den Zwang, ganz ausschließlich nach den Statuten des Nationalfonds Land erwerben zu können. Erst wenn jede andere Möglichkeit für den Ankauf ausgeschlossen ist, werden wir imstande sein, dasselbe auch für die städtischen Siedlungen zu erzielen. — Redner wendet sich gegen den Vorschlag der Schaffung eines besonderen Keren Alijah, weil dieser eine Konkurrenz für den Nationalfonds werden müßte. Schließlich beantragt er die Verlegung der Verwaltung des Nationalfonds nach Palästina, Wir müssen dann die zehnfachen Anstrengungen für den Nationalfonds machen. Nur wenn er Hand in Hand mit den übrigen Organisationen handelt, kamt er seine Auf-;!:,.he lösen. Go Id mann (Freiburg): An Hand meiner dreijährigen Erfahrungen darüber, will ich Ihnen über mein l.ehrgtit Markenhof hei Freiburg berichten. Seit einigen Jahren herrscht in unserer Gegend, und dies ist Zweifellos eine Folge der Blati-Wciß-Bcwegung, ein großer Drang zur Landwirtschaft. Es hat schwere Kämpfe gekostet, bis ich wie heute erklären kann, meine Arbeit fiat sich gelohnt. Die Leute waren verseucht von Ideologien, die in der Landwirtschaft nicht zu brauchen sind. In einer Beziehung ging mau auf meinem Lehrgut radikal vor, in der radikalen Unterdrückung aller Diskussionen. Es wird lediglich gearbeitet. Die Arbeit dauert von '.<> Uhr morgens, bis abends >,k~ Uhr. So ist cs heute, es war nicht immer so, obwohl die Leute alle den besten Willen zur Arbeit mitbrachtcn. Aber die Umstellung ist nicht immer leicht. Mein Out war ein jüdisches Lehrgut. Ich habe ostentativ Wert darauf gelegt, daß jüdische Tradition respektiert wird. Ich habe eine kleine Synagoge aufgebaut, die von Hermann Struck misgeschmückt wurde. Ich habe die Leute dazu erzogen, daß Gottesdienst obligatorisch ist. Man soll die Leute nicht verwöhnen, sie wollen nicht als Helden betrachtet sein. Sie sind einfach Landwirte und gehen als solche nach Palästina. Auf meinem Lehrgut kann man alles lernen, was nötig ist. Zur besonderen Aufgal« mache ich es mir, eine Mmsfergefliigcl/iicht zu bilden. Auch hierbei kommt es auf Qualitätsarbeit an. Für Palästina ist sie wichtig, weil sie wenig Grimdungskapital erfordert. Meine Leute müssen wirklich alles machen, auch das Unangenehmste, und ich schicke nur wirklich Geeignete nach Palästina, leii hoffe, daß ich in Deutschland Nachahmer finde, denen ich gern mit meiner Erfahrung diene. Felix Rose 11 b 1 Li 111 II: Ich war noch nicht in Palästina, muß aber der Stimmung mul dem Ton meiner Vorredner entgegentreten, auch Professor Warburg. Er sagte mit Unrecht, die deutschen Juden hätten kein Interesse am Handwerk. Audi sind leider zu wenig Landwirte. Es gäbe viele, die sich dafür interessieren. Jbr größte Teil unserer Arbeit muß Keren Hajossodsein. Die Herren des ßinjan Flaarez sollen ׳,:gen, daß sie noch besser für den Keren Hajossod 1 rodten können als es bisher geschehen ist. Es wird u11nu.T so viel von radikalem Nationalismus gesprodu•». Os ist ein Streit um Worte. Wenn wir dafür arbeiten, daß möglichst viele Juden an der Arbeit hier wie dort beteiligt sind, so ist das das radikalste. Z i m b e r k no p f: Wie soll man zuerst anfangen? Erst Geld oder erst Arbeit in Palästina? Wir müssen dort Zustände schaffen, die allen Vertrauen zu Pajastsna geben. Der Zionismus ist nicht die Lösung irgendwelcher Weltideale, sondern der Judenfrage, Wir müssen eine Basis für die Arbeit des Gesamtltidentums finden. ' K a p 1 u n- K o g a tv: Meine Ausführungen sollen eine Resolution begründen, die ich Ihnen vorlegen werde. ln dieser Form muß unsere Anschauung für den Kongreß festgelcgt werden. Grundlage jeder Kultur ist gesunde, produktive Wirtschaft. Das brauchen wir in f alastina. Der tiefste Grund der Ewigkeitsdauer unserer Kultur ist, daß wir immer aus wirtschaftlich absterben- Arbeit den Ländern in wirtschaftlich aufblühende gekommen sind. Es darf keinen Unterschied geben zwischen einer wirtschaftlichen mul einer nationalen Kolonisation. Nur eine ungesunde Kolonisation ist antinatkmal, weil sic aus Palästina hinaustreibt. Zweck jeder Kolonisation ist, möglichst schnell eine jüdische Majorität auf gesunder wirtschaftlicher Grundlage zu schaffen. Produktivität erreichen wir mir, wenn w-ir eine klare Vor- Stellung von den Koloivisatiousmethoden haben, ohne Methoden wird gar nichts hernuskommen. Wir hatten bis jetzt keine richtigen Aufbaupläne, wohl aber einen falschen, wir hatten keine Pläne, wohl aber eine ״Ein- Stellung“. Die genossenschaftlichen Unternehmungen haben das meiste Geld verschlungen. Blumcnicld sagte, im Gohrs sind wir au den Kapitalismus gebunden,’ in Palästina müsse es anders sein. Diese Theorie ist unwahrhaftig. Das ist eine doppelte Ethik und außerdem praktisch undurchführbar. Die Methoden, die zur richtigen Kolonisation führen, müssen sielt an das Welt- Wirtschaftssystem ansehließen. Darum können wir nur die kapitalistischen Methoden anwenden. Auswüchse müssen natürlich dabei vermieden werden. Es wird sehr viel Kapital nötig sein. Darum muß die Mögliäikeit geschaffen werden für die Privatinitiative. L>ic tüchtigen Geschäftsleute haben bisher in Palästina keine Möglichkeiten gehabt. Wir dürfen nicht nur mittellose Chaluzim hinbringen, sondern auch etwas einrichten, was ich Wirtschafts- und Handelsagentur nenne. Dies ist notwendig für die Besiedlung der Städte, die mehr Menschen fassen können als landwirtschaftliehe Siedlungen. — Die Araber müssen wir da beschäbigen, wo sic besser zu gebrauchen sind, als die Juden. Es wird eine gewisse Verschmelzung mit den Arabern eintreten. Dann werden wir eine allgemeine jüdische Nationalität erreichen. (Verliest Keine Rcsolntion.) Rudolf Samuel polemisiert gegen die Einwemhmgen, die Bodenbeiiner gegen den Keren Alijah vorgebracht hat, und wendet sich dann Kaplun-Kogan zu. Dieser habe dieselheu Dinge schon in der ״Jüd. Rdsch.“ behandelt. Wir haben schon damals Einvvände dagegen gemacht, er hat keine Notiz davon genommen. Wir können mir dasselbe sagen wie damals: Kaphtn-Kogan überträgt abstrakte Nationalökonomie auf Palästina, ohne die Wirklichkeit zu berücksichtigen. Auch der Vorwurf mit der doppelten Ethik stimmt nicht. Eine nationale Ethik des Judentums läßt sich nicht in Ländern verwirklichen, wo wir als Nation nicht frei sind und nicht unter eigener Verantwortung leben. In Palästina können wir zum ersten Male' unbeeinflußt unsere Ethik verwirklichen. Auch mit der Berufung auf die Welt- Wirtschaft muß man vorsichtig sein in einer Zeit, wo wir überall andere Wirtschaftssysteme haben entstehen sehen. Man muß leider immer wieder dasselbe wiederlialen, nämlich, wieviel größer die Defizite der kapifalistischcn Kolonien gewesen sind als die der Genasscuschaftcn. Es muß aufhören, daß das jüdische Geld immer wieder in arabische Fliinde gelangt. Die dörflichen Siedlungen sind nicht auf kapitalistische Weise zu erzielen. Sie bieten so geringen Mehrertrag, daß sie unmöglich noch Kapital verzinsen können. Wie sollen sie aber anders gegründet werden? Es existieren in Palästina heute zwei andere Formen. Die Kwuzoth eignen sieh mir für eine gewisse Art Menschen. Nun wird mich versucht, Einzelsiedhmgen für Arbeiter zu schaffen. Auch der psychologische Faktor darf nicht mis dem Auge gelassen werden: cs muß den Sozialisten möglich gemacht sein, in den Reihen der Zionistischen Organisation zu bleiben. Die Fahne Kaphm-Kogans ist wellt die, der die Masse folgt, Professor Warburg: Es ist eine einfache Tat- Sache, daß unter den deutschen Juden nicht viele Handwerker sind, ich wünschte, daß es mein• wären. Wenn ich behauptet haben soll, daß wenig deutsche Juden in der Landwirtschaft beschäftigt sind, so beruht das auf einem Irrtum. Ich habe nur gesagt, dem unvermögenden Juden ist die landwirtschaftliche Betätigung in Palästina nicht an/.uraten. Zu Dr, Chamizcr: Ich bin einverstanden mit seinem Vorschlag der Kommissionen. Ich bin nicht einverstanden, wenn er sich gegen laiulsmannschaftliche Kolonien wendet. Ich habe gesagt, daß Aerzlc, Juristen usw. nur jetzt im Augenblick keine Aussichten haben. Später ist im Gegenteil viel Platz für sie. Trietsch hat Palästina zu sehr verkleinert. Das Ostjordanland müssen wir!vnziircchnen. Der Nationalfonds hat für Dr. Soskins Pläne das Land zur Verfügung gestellt und wollte zehn Gärtner den Versuch machen lassen. Es ist später aus anderen Gründen unterblieben, Wenn Trietsch sagt, daß er nicht die Möglichkeit hat, 200 Pfund für die Ausführung seiner Pläne zu erhalten, so liegt das daran, daß er bisher noch keinen richtigen Antrag dafür gemacht hat. Die Zionistische Organisation und der Nationalfonds würden für einen aussichtsreichen Plan gewiß das Geld zur Verfügung stellen. Ich freue mich, daß Dr. Moses in Palästina zu denselben Anschauungen kam, die ich vertrete. Seiner Kritik schließe ich mich nicht an. Er weiß nicht Bescheid über die Geschichte, die Entwicklung des Jiseluiw. Es sind keine unendlichen Summen zwecklos vertan. Wählend des Krieges war der Jischuw in großer Gefahr, Die Amerikaner retteten ihn. Wenn er sagt, daß wir wissenschaftlicher Hilfe nicht bedürfen, so ist er im Unrecht. Wir können nicht arbeiten wie die Araber, wir blieben sonst auf ihrer Stufe der Kultur. Von meinen Vorschlägen ziehe ich Nr. 1 zugunsten von Dr. Chamizcr zurück, bestelle aber auf 2 und 3. Trief sch: Lichtlicim will das Ansehen der Exckufive verteidigen. Er hat sich darauf ausgeredet, daß die Auskunft über die 800t) Arbeiter, die von der Regierung angefordert wurden, von der Palästinakommissian kam. So ist der Vorwurf von der Londoner Hauptstellc auf eines ihrer Organe weitergeschoben worden. Sonst hat sich nichts geändert. Nicht nur Militärarbeit war zu leisten, sondern auch Straften- und Wegearbeit, so daft das Sabbathargumcnt nicht stichhaltig ist. Zu Wolff sage ich: Hände weg von der Einwanderung und Koloiüsatkm. Schon seine ersten Ziffern sind falsch. In bezug auf Kartoffeln ist eine unglückliche Uebertreibung zum besten gegeben. Wir haben noch zu wenig Kartoffeln. Ich habe den Gemüse- und Kartoffclbau für den cigeiwn Bedarf propagiert, und da können wir nie genug haben, ln Oliven und Mandeln haben wir einen UeberfluB. Es besteht keine eigentliche Arbeitslosigkeit, die diesen Namen verdient, und ein solches Argument ist absolut nicht am Platze. Wie lange will Wolff warten? Wir brauchen allerraschest die Majorität im Lande. Woltf meint, wir sollen von den Engländern langsam ko'.onisicrcn lernen. Schnell muß noch nicht schlecht sein, und unsere bisherige langsame Kolonisation war nicht gut. Für das Pri.vatkapital sei die Beteiligung riskant, meint er. Das ist falsch. Löwe hat hier gesagt, wir brauchen noch eine Universität in Danzig oder Memel neben der Universität in Jerusalem, da die Studenten aus Valutaschwachen Ländern nicht in Jerusalem studieren können. Ich kann ihm auf Grund vieljähriger Erfahrungen sagen, wie die Valutaschwierigkeiten für die Studenten, die nach Palästina gehen wollen, behoben werden können. Aber cm Zwischending in Danzig oder Memel mache ich nicht mit. — Chamizcr meint, eure deutsche Kolonie könnte zu einer Abschließung führen. Das stimmt nicht. Es können sich verschiedene Gruppen zu einer großen Siedlung zusammentun. Kaplun- Kogan verkennt, daß Palästina ein besonderes Land und die Juden ein besonderes Kolouistcnelement sind. Uns mit den anderen Ländern und Völkern zu vergleichen, ist ein Grundfehler, den niemand machen sollte, der auf wissenschaftliche Qualifikation Anspruch erhebt Zu Dr. Bodenheimers Einwürfen in bezug auf Tcl-Awiw kann ich sagen, daß es das Herrlichste ist, was wir in Palästina haben, und cs kt ein Ruhmestitcl für den Nationalfonds, daß er unter Durchbrechung seiner viel zu engen Prinzipien diese Sache rnitgemacht hat Aber dabei hat der Nationalfonds seine Interessen sträflich vernachlässigt. Bodcnhcimcr wollte es so hinstellen, als ob die Spekulation der Juden den Nationalfonds gehindert hätte, solche Unternehmungen weiterhin zu unterstützen. Haifa bietet trotz aller Propaganda noch nicht den nötigen Anreiz. Wenn wir neben Tel- Awiw auf Nationalfondsboden mit ewiger Pacht und Baukredit den Juden Gelegenheit geben würden, ein neues Tel-Awiw zu schaffen, würden wir sehen, wie schnell das geschehen würde. Außer den praktischen Vorschlägen, die ich iiv Richtung der Gartenstadt entwickelt habe, bin ich dafür, daß neben den öffentlichen Mitteln und Fonds der Privatinitiative cirj Hauptteil unserer Arbeit in Palästina zufällt, ich mache Ihnen den Vorschlag, mit mir eine Arbeitsgeineinschaft zu begründen als eine Art Sekretariat für P alastina Interessenten, dessen Kosten durch freiwillige Spenden aufzubringen wären. Walter Moses; Es ist nicht richtig, wenn man sagt, daß man nichts machen kann, weif der Eta* zu klein ist. 300 000 Pfund sind eine ganz hübsche Summe. Wenn wir auf dem bisherigen Wege weifergehen, wird es sehr leicht so weit kommen, daß man auch bei einem erhöhten Budget kein Geld für Kolonisation übrig haben wird. Wenn man etwas erreichen will, muß man, die wesentlichen Ausgaben für Kolonisation verwenden, es muß dafür gesorgt werden, daß ein Etat aufgestellt wird, von dein 75 "0 aller einlaufcnden Gelder für Kolonisation verwendet werden. Der Delegiertentag soll sich nicht durch Beschlüsse au irgendeine sachliche Aufgabe binden. Die Dinge sind noch nicht geklärt genug, daß man eine bestimmte Resolution Vorschlägen könnte. Es hat den Anschein, als ob die Exekutive, die jetzt ihr Amt angetreten hat, durchaus vernünftige Wege gehen wird. Wenn das nicht geschiebt, soll man ganz klar und deutlich Vorgehen und nicht so, als ob wir etwas zu verheimlichen hätten. Antrag 2 des Verbandes Jüdischer Ingenieure (Vom Delegiertentag angenommen.) 1 ׳ Der 17. Delegiertem.•»״ der Z. V׳. f. D. beschließt, daß in allen die Z, V. f. D. beschäftigenden technischen Fragen, die die Arbeit im Inland oder für Palästina betreffen, der Verband Jüdischer Ingenieure zur Beratung herangezogen werden muß, Konferenz der N.F.־ Vertrauensleute Wahrend des Delegicrfentages am Sonntag, den 15. Mai, abends, fand eine Sitzung der deutschen Vertrauensleute des Nationalfonds statt, die von mehr als öt) Teilnehmern besucht war. Nach dem Rechenschaftsbericht des Leiters der deutschen Zentrale Max Wolisteiner hielt Lferr Groß vom Hauptbiiro im Flaag ein ausführliches Referat über die Pläne für die praktische Arbeit des Nationalfonds in Palästina. In den Vordergrund stellte er die Frage der 1 a nd s m a n n s c h a 111 i c h c n Kolonien, die hier zum erstenmal vor einem größeren Publikum behandelt wurde und in nächster Zeit der breiteren Oeffentlichkcit vorgelcgt werden wird. Das Referat über die Arbeit in Deutschland wurde von Dr. Georg Wöllstein, Berlin, erstattet, der unter anderem auf die Ausgestaltung des Spendenbuches und die unbedingt erforderliche Verbreitung und regelmäßige Leerung der S a m in e 1 b ii cliscn hinwies. Besonders an die jungen Studenten und älteren Blau-Weißen, die wegen ihres jugendlichen Alters nur selten zur Absolvierting der vierwöchigen Dienstpflicht für den Keren Hajossod geeignet seien, richtete er die dringende Mahnun״, ihre Arbeit statt dessen den! Jüdischen Nationalfonds zu widmen, dessen Organisation ganz wese ntlieh auf dieser freiwilligen Mitarbeit beruhe. Die systematische BüchscivPropaganda »wohl in den bestehenden Ortsgruppen wie auch in den Land gemeinden sei eine Aufgabe, zu deren Lösung gerade die Jugend berufen sei. Inder anschließenden Diskussion wurde eine Reihe von Vorschlägen gemacht, die in der Hauptsache die bessere Auswertung der Gelegenheitsspenden, /. 1). der Thoraspenden, verlangten Ganz besonders wurde die Notwendigkeit einer umfassenden Bä der-Propaganda und einer Baumsammlung zmn Gedächtnis von Herzls Todestag anerkannt, zwei Aktionen, zu deren gröüzüfnp'or Durchführung sich die anwesenden Vertrauensleute einstimmig bereit erklärten. Zum Schluß genehmigte die Konferenz das von der Zentrale vorgelegte Budget und wählte eine neue Nationalfonds-Kommission für Deutschland, der die Herren Wollsteioer als Vorsitzender, Rr' »<ae1u $r• Cassierer, Qrünbaum, Dr. Michel, Scheps, Dr. Schwarz und Dr. Wöllstein angehören.