Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 42 (27.5.1921)
- Date
- 1921-05-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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I "j Seite 302 j UEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 42 b) Hie 11 y p o t it c k c 11 b a n k Pfaiulbricfaiisgnbc. Hier sim! bereits, wie ich Ihnen aus ialii'imi'.cu in Palästina iniUeileii kann, ein; arbeiten geleistet wortlen, mul ich darf mit dem Recht der meinen Ereilende Vorhinz.iifügeii, daß ich selbst die grundlegende» Bedingungen für die Errichtung eines solchen Institutes mit dem High Commissioncr *Sir Herbert Samuel in Jerusalem besprochen, auch schrill lieh niederude!;( habe und auch eine Restatlj;1111;; mit ganz kleinen Abänderungen bereits von der palästinensischen Regierung erhalten habe. Die Voraussetzmig allerdings war, daß 1. der Mandatarvortnig, wie ihn England vargclcgt hat. genehmigt wird und 2. daii das bereits nunmehr von Herrn Dr. Kuppln in in seinem W01 tlaut Jerusalem der palästinensischeii Regierung vorgelegte Gesetz über die Hypothekenbanken genehmigt und erlassen wird. Das Gesetz, das sich im Wortlaut in meinen Händen befindet, schließt sich dem deutschen Hypothekenbankgesetz unter Berücksichtigung der palästinensischen Verliiiltnisse nahe an, mul ich bin gerne bereit, Interessenten Einblick in diesen Entwurf zu geben. Die Hyiwihekeiikreditgewalmmg müßte sich sowohl auf den städtischen als auch auf den landwirtschaftlichen Besitz erstrecken, und müßten es langfristige Annuitäts- Hypotheken sein. Die Beschaffung des Kapitals sollte am besten auch aus öffentlichen Mitteln, wenn möglich aus Mitteln des Keren Hajessod unter Mitwirkung des jüdischen Kolonialtrusts erfolgen. Die Majorität dieser Aktien hat unbedingt in eleu Händen des Kolonialtrusts sich zu befinden, damit sieh die Ausgabe von Gründervorrechten, die sich fast immer als eine »»notwendige Belastung dursteilen, vermieden werden kann. Audi für die Errichtung dieses Instituts sollte der Kongreß mit Beschleunigung Fachleute herauzidicii, da die Errichtung dieses Instituts wohl die wichtigste Aufgabe im ganzen Aufbau Palästinas darstellt.׳ Im Zusammenhang mit der Errichtung dieses Institutes müßte auch für eine Organisation Sorge getragen werden, die die Unterbringung der Pfandbriefe tler Hypothekenbank in die Wege leitet. Auch dieser Organisntkm wird ein großes Arbeits- und Betätigung!•־ fehl zufallcii, zumal bei den derzeitigen Vnlutaverhiiltnissen nur wenige Länder für die Aufnahme der Pfand- Briefe in Betracht kommen. c) Eine Agraru n d I n d 11 s t r i e bau k. Kredite für die Landwirtschaft oder für die Industrie zurzeit in Palästina zu erhalten, gehört zu den Umiiöglichkeiten. Wie sehr unter dem Fehlen eines solchen Instituts gerade unsere Kolonisten leiden, kann man sich nicht vorstellc». Ich seihst hatte zu wiederholten Malen Gelegenheit, bewegte Klagen unserer tüchtigsten und angesehensten Kolonisten zu hören, die unter dem Druck dieser Zustände sich ernstlich mit dem Gedanken der Veräußerung ihres Besitzes tragen. Es ist nur zu natürlich, daß bei solchen Zuständen die Betroffenen leicht in die Hände von Leuten fallen, die diese Zwangsläge durch übergroße Zinsfordcrungeu attsztiuützeu verstellen. Nicht viel besser liegen die Verhältnisse in .ki erat tu ilucit Anfängen stehenden Industrie. Durch solche Zustände werden aber auch alle die zurückgeschreckt, die sielt ernstlich mit der Errichtung von industriellen Werken in Palästina beschäftigen. Iin'iiatio• nalcn Interesse liegt cs daher, ein solches Institut mit genügenden öffentlichen Mitteln auszustatten, damit es in der Lage ist, durch billige Hergabe von Krediten auf den Zinsfuß im Lande einen bestimmenden Einfluß zu gewinnen, Es braucht naturgemäß nicht hervorgehoben zu werden, daß sich dieses Institut auch nur nach rein kaufmännischen Prinzipien leiten lassen muti d) Eine Arbeiterbank. Obwohl man auf diesem Gebiete ja nur noch wenig Erfahrung hat, halte ich die Errichtung einer sulche 11 Bank für unbedingt notwendig und iinerliißlich. Ilestimmenden Einfluß auf die Geschäfte der Bank «oll den Arbeitern selbst znerkanut werden, da sie seihst am besten ihre Bedürfnisse cinzuschiitzcn verstellen und gleichzeitig auch leichter die Macht haben, ungerechten Anforderungen aus der Arbeiterschaft entgegeuzutreten. Nach meiner festen Uebcrzeugung wird sich diese Bank als eine Wohltat nicht mir für die Arbeiter, sondern auch gleichzeitig für den inneren Aufbau Palästinas bewähren. Viel Streit und viel Unzufriedenheit könnte dadurch vermieden, und ein Verhältnis gegenseitigen Verstehens im Lande selbst angebahnt werden. W i e k ö n n e 11 \v i r i n D e 111 s c h i a n d i e b e 11 <1 c Juden nun bei dieser speziellen Aufbaua r b e i t behilflich sein, trotz unserer schlechten Valuta? Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hat nach der Proklamicnmg des Keren Hajessod sehr rasch erkannt, daß demselben die bedeutendste Aufgabe für die nächsten Jahre zufallen wird, und sie hat dank der Rührigkeit und Hingabe ihrer Leiter des Keren Hajessod in kurzer Zeit die Zeichnung von 25 Millionen Mark hauptsächlich von Zionisten z.iisammengebradit. Die!'״"teruiig dieses Werkes ist eine der vornehmsien Fluchten, der wir uns in Deutschland zu unterziehen haben. Es muß der Wille aller deutschen Juden sein, tätigen Anteil an diesem Fonds zu nehmen, nicht allein durch Hergabe_ von Geldern, sondern auch unablässig lur d.e I ropagierung selbst und mit aller Entschieden• zu wirken. heit!■ilh E,״״,nwcitcre,-Al,fkr:,l>*■. die uns in Deutschland zu• i;S!1׳i11.mH Entsendung von organisatorisch be- Menschen fi״ •״'^ere Pflicht, mU1SCIU.ll aus dem Hnn1fu.׳d»c*n 11/.^..״״,^,.״.*״,. die Praxis öurr-wA1״ Bankwesen herauszimchmcu, ״ i £ ä Vvl1,‘ °״,)ld auf verstehen und m ־׳"ur A,be1t gewohnt sind, aus kleinen Ansolcher Institute auf neuem "׳ werden können. Wir haben ferner d,־ ״• d‘e Eei der Errichtung Roden leicht verhängnisvoll die Placierung von Pfandbiicfen In den ve reih edu 11» Ländern in Betracht kommen und emo feste Olga sbiou für den Absatz zu schaffen, denn der Litolg der Hypothekenbank ist in letzter Linie abhängig davon, ob es gelingen wird, die Pfandbriefe des Instituts solid und dauernd zu placieren. Wir haben ferner unser Augenmerk darauf zu ncliten, Menschen lieraiizuziehcii mul aus/iibildeii, die die Fähigkeit besitzen, die hebräisehe, arabische mul englische Snnclie in Wort mul Schrift (aucii in Stenographie) zu ‘erlernen, um so gut ausgerüstet, ihre Kenntnisse alsuaun wertvoll in den Dienst unserer Sache in Palästina zu stellen. . Mit einem Worte, was wir tun können, ist neben der I!ergäbe von Geld die Entsendung erstklassiger Menschen die infolge ihrer Erziehung und Kenntnisse befählet und gewillt sind, sich ganz in den Dienst dieser grundlegenden Arbeiten zu stellen unter Aufgabe ihrer liier oft weit besser bezahlten Positionen. Wenn wir in diesem Sinne unsere Pflicht verstehen, so kann es nicht fehlen, daß der Einfluß der Zionistiselten Vereinigung für Deutschland auf unsere Gesamt• Organisation wieder die Bedeutung erlangt, die ihm kraft seiner so oft bewährten Hingabe an unsere gemeiusame Sache zukommt, und es wird ein bleibendes Verdienst des hannoverschen Dclegicrtcntages der Zionistischen Vereinigung für Deutschland sein, wenn er nicht nur Beschlüsse fas en wird, die sich in der Riehtung meines Referates bewegen, sondern wenn er es auch verstehen wird, die Beschlüsse zur lebendigen Tat werden zu lassen. Die Debatte Walter Moses; Ich einem Delegiertentag über die halle es für falsch, vor Bankfrage zu sprechen. Die äußeren Bedingungen Palästinas sind alle viel, viel günstiger als Sie es sich vorstellen. Wir haben drüben eine ausgezeichnete Regierung, die dem Zionismus jedes Wohlwollen eiitgcgcnbringt. Einen besseren Leiter als Sir Herbert Samuel können wir uns nicht vorstcllcn. Alle Fragen, die liier so problematisch betrachtet wer* den, sind es im Grunde genommen nicht. Der Araber ist nicht gegen die Einwanderung, er verdient durch sie sehr viel Geld und er will verdienen. Die Nachricht von Jaffa ist im einzelnen betrachtet traurig. Aber heute kommen solche Unruhen in jedem Lande vor. Audi die anderen Fragen, wie ürenz.fragc, Boden frage usw. halte ich nicht für so große Probleme. Es gibt Tausende Dunams jüdischen Bodens, die nicht bearbeitet oder an Araber verpachtet sind, Wir haben bisher eine sehr geringe jüdische Produktion in Palästina gehabt. Eine wirkliche Industrie ist überhaupt noch nidit vorhanden, Das Land produziert noch nicht das, was es selbst braucht. Ls werden sein׳ viel ausländische Lebensmittel importiert. Die Hälfte der Bevölkerung lebt in Städten, und es sind in diesen durchaus ungesunde wirtschaftliche Verhältnisse. Das Entscheidende für uns ist, ob es uns gelingt, eine wirklich jüdische Produktion zu erzeugen. Die Frage ist, wie weit die Kolonisation vorwärts geht. Hier muß jede Kritik anfangeii. Der Hauptvorwurf, den man machen kann und machen soll, ist der, daß bisher neue Kolonien nicht geschaffen worden sind. Es gab sehr viele Gründe, die das verhindert haben. Früher waren cs vielleicht andere Schwierigkeiten. Der Hauptgruud ist aber der, dal) alles Geld, das eingekommen ist, sofort verwendet und ausgegeben wurde. Von jedem Mouatsbudget, das man in Palästina gehabt hat, hätte man eine neue Kolonie beginnen können. Wenn wir vier bis fiiuf neue Kolonien gehabt hätten, wir hätten viel mehr gehabt als Sie glauben, Trietsdi hat Unrecht, wem! er sagt, daß die Regierung keine Ver* sudisstationen macht. Alle Ausgaben neben der eigentliehen Kolonisation können ganz, schöne Dinge sein, wenn man eine gewisse Summe des Etats dazu zur Verfügung stellt, aber nicht, wenn sie den ganzen Etat dafür in Anspruch nehmen. Die Eiiizelkolonisatkm in Palästina ist wie in der ganzen Welt die einzige normale Basis für den Aufbau eines Volkes. Wir werden keine neuen Methoden fimleii, weil bei uns alle primitiven Voraussetzungen fehlen. Der Bauernstand ist die Grundlage jedes ge- Sunden Volkes, er muß es auch bei uns werden. Den Arabern geht es nicht schlecht und es geht auch den deutschen Kolonisten nicht schlecht. Wenn wir UcherschußwirHeh,׳!)teil hatten, dann hätten wir eine ganz gesunde Grundlage, Ich warne vor neuen Prinzipien, haben die normalen Dinge ja noch nie versucht! anderen sind sicherlich nicht billiger. Ich bin für Wir Die dasselbe Geld airegchcii. Man kann dort eine ganze Reihe von Unternehmungen s dort beginnen, wie /.. B, den Fremdenverkehr. Palästina ist viel schöner als Aepvpteii, aber wenn dort keine geeigneten Hotels vorhanden sind, kommen keine Fiemdeu. leb glaube, ein 1 i eine ganze Reihe von Unteriitliiniingshtst drüben ein weites Tätigkeitsfeld findet, wenn sie nein!! angewa11.it wird doch’muß es vorsichtig gemacht weiden, man darf'nicht immer mit zu großen < lenerahmkosteii au. [;.iigen. Es muß drüben auch wach-cn, mau mul klein uiifitnpcn. Palästina liat mehr jV\öfjIicl1Kcitt.n tu! das i 1di‘.che Volk als irgend ein anderes Land für 1ms haben kann die Bedingungen sind außerordentlich günstig, die Fm ■re ist die, ob wir versagen oder nicht versagen. . - ,י׳- uns geta.,. Ver- / M <la״ wi' Menschen theoretisch ’und praktkeh־ bis fn d,vT^nbankwcse״ beherrschen. Wer mit dem HvwJB,uchführu,'g hinein “״*• - ä־ä: auswählen, *d"e rnmö^^Uw" Äi^sperielhffi I D Die anderen Völker ha Palästina außerordentlich optimistisch. "Wir müssen die Dinge, die au uns liegen, ändern. Mau muß das ge• eignete Menschciimatcrial schaffen. Das schlimme ist, daii die Leute weder hier erzogen werden, noch dort erzogen werden können. Mit diesen Menschen können Sie dann ein neues System versuchen. In Palästina smd die geeigneten Menschen iür die meisten Arbeiten nicht vorhanden. Ich habe die Hoffnung, daß gerade aus Deutschland sehr viele geeignete Menschen kommen weiden. Mit Geld allein kann man Palästina nicht auf* bi״‘ü״ •״VX!C1!I1 \vil' d!,e ,geeigneten Menschen und das notige Geld nach Palästina schicken werden, dann wird endlich ein vernünftiger Anfang gemacht werden können, Dies ist nicht so ganz, einfach, und ohne einen sehr grollen Keren Hajessod kann das auf keinen Fall gemacht werden. Ich habe die Uebcrzeugung, daß sowohl bimon wie die Amerikaner mit ihrer Kritik vollkommen lecht haben, aber besser weiden sie es auch nidit machen, und zwar deswegen nicht, weil sic cs wieder für f-remde machen und nicht für sieh seihst. Zionismus heißt Auswanderung. Ohne öffentliche Mittel geht es natürlich nicht, aber wenn •Sie sclhsj liiiigehei! und selbst etwas schaffen, das ist durch nichts zu ersetzen. Die Situation ist nach meiner Uebcrzeugung eine derartige daß man mit der Kolonisation unbedingt anfangen muß’ Man kam» nicht mehr länger warten, und die Notstandsarbeiten können kein dauernder Zustand bleiben. Sorgen Sie dafür, daß die neue Exekutive den Mut hat die Sache morgen zu indem. Für Palästina kommt eine gute landwirtschaftliche '1״,d handwerkliche Vorbereitung vor allem in Frage. , die Aeltercn gibt es eine ganze Reihe von Möglichkciten. Warburg hat es auch schon gesagt. Man braucht ״״ Durchschnitt etwa dasselbe Geld zur Gründung einer Existenz wie m Deutschland. Aber man will dort nicht sich selbs deutschen Zionisten, zu wählen, wird •«>11- Wir eine cm- Und das ben genug für langen Sie nicht mehr von ihnen. Verlangen Sie cs auch nicht von Amerika, verlangen Sie es von von Deutschland lind von den (Lebhafter Beifall.) Ein Antrag, G c 11 e r a 1 r e d 11 e r angenommen, Prof l.oewc: Die Grundfrage ist der Keien Hajessod. Wir müssen;dkm Nachdruck daran! legen, daß jeder von uns zuerst seihst seine I mein iür den Keren Hajessod tut. ln einem armen Land,', in Lettland, wo die jüdische Bevölkerung in schreck־, liehen wirtschaftlichen Verhältnissen lebt, da war der Erfolg ein viel größerer als in Deutschland. Unter keiner Bedingung dürfen wir deutschen Zionisten hinter dm armen russischen Juden Zurückbleiben, in Milan, in einer vollständig verarmten Gemeinde, ergab eine Sammlung in der Synagoge eine Summe von 800 01K) Rubeln. Es ist die Existenzfrage nicht nur Palästinas, sondern des jüdischen Volkes, ob wir heute eine Ma• jorität in Palästina schaffen. Neben dieser Frage der Einwanderung spielen eine andere Reihe von Fragen mit. Wir müssen zu gleicher Zeit dafür sorgen, daß die Juden nicht Deutsche mosaischen Glaubens sind, dem wir müssen nationale Juden lierau/ielicu. müssen in Palästina durchaus dafür sorgen, daß mächtige hebräische jüdische Kultur in Palästina stellt, und für diese Kultur müssen wir arbeiten, deshalb liegt uns in allererster Reihe daran, daß jüdische Rechtssystem, auf dem alten jüdischen Recht aufgebnut, organisch sich fonentwickelt. Zu gleicher Zeit huissen wir in voller Verbindung stehen mit der europäischen Rechtswissenschaft. Und dazu brauchen wir eine Bibliothek. Man hat in Jerusalem eine sogenannte Bibliothek, doch ist es keine richtige. Man will zum Beispiel juristische Bücher haben und mau ist nicht imstande, dies Bedürfnis zu befriedigen. Die Bibliothek ist die Grundlage aller Kulturarbeit, für die Universität, für die Museen. Die Priorität im Lande werden wir nur dann halx'ii, wenn wir 1ms in erste! Linie kulturell hochheben. Wir müssen unserem jiidischeu Volk, das gewohnt ist zu lernen, Bildung geben. Wir gebrauchen sofort das Volksschulwesen, aber wir brauchen auch die Universität. Wir werden sie zuerst mit drei Hauptabteilungen gründen, einer physikalischeti, einer chemischen und einer mikrobiologischen. 'Doch sind das alles nur Redensarten, solange wir nicht die Mittel besitzen, jeder Zionist muß sich ver-!)!lichtet fühlen, einen Beitrag für die Bibliothek zu geben. Wir brauchen auch unbedingt eine vorbereitende Frauenschule. Neben der Universität in Jerusalem brauchen wir eine Art von Diaspora-Universiiät in Europa, damit die russisdv-jüdischen und polnlsch-jüdisehen Studenten, die wegen der Valuta in Palästina nicht studieren können, die Möglichkeit haben, hier zu studieren. Der Gedanke muß diskutiert werden, wie man zum Beispiel in Memel eine juristische, in Danzig eine technische Fakultät anschließen kann. Dazu braudien wir aber — ich wiederhole es noch einmal — Geld, Die Juden müssen lernen, Geld zu gehen. (Lehhaftei Beifall.) Chainizer spricht seine Enttäuschung darüber ans, daß die Pnlästinadebatfe so schlecht vorbereitet war und kein Problem wirklidi sachlich und ausgiebig besprechen wird. Die Referate geben nur die Meinungen einzelner Personen wider, ohne daß die Organisation zu all diesen Fragen Stellung genommen hätte. Man hat erwartet, wohlerwogene, wissenschaftlich ausgcarbeitete Vorschläge zu hören. Wir haben genügend Faehleutc, die man bloß zur Arbeit heranzichen muß. I.ichtheiin glaubt, mit diplomatischer Gelenkigkeit alle Fragen umgehen zu können. Unsere Chaluzim sind r.u Experimenten viel zu schade. Redner ist gegen die Gründung einer deutschen Kolonie, die nur zu einer Abschließung gegenüber anderen englischen, amerikanischon oder sonstigen Kolonien führen würde, während wir doch ein einheitliches jüdisches Leben in Palästina;!«streben müßten. Er schlägt die Einsetzung einzelner Kommissionen zur Prüfung der mit dem Aufbau verknüpften Fragen vor, etwa nach folgendem Schema: I. a) Kommission zur Vorbereitung und Unterbringung׳ von Chaluzim in qualifizierten inländischen Betrieben bcluifs Vervollkommnung ihrer Ausbildung; b) Kommission zur Feststellung der Eignung von Chaluzim zur Verrichtung bestimmter Arbeiten in Palästina auf allen praktischen Gebieten unter Heran- Ziehung von ersten Praktikern der in Frage kommenden Berufe; c) Kommission für Ausrüstung und Beförderung der Chaluzim mit Berücksichtigung darauf, daß Deutschland d a s Durchgangsland ist,!,1«betreff der Arbeiter werden sich die •Korn- Missionen mit dem Hapoei-Hazair in Verbindung setzen Müssen,) _ II. Kommission für Berufsberatung und Berufs!״«- Schichtung unter besonderer Fühlungnahme mit den Gruppen Deutschlands zwecks Unterrichts in der hebräischon spraChe und anderweiter kultureller Förderung (Schaffung von Lehrbüchern usw) m.l״:.a) Koinmission zur Beschaffung von Lehr- und ,״ioS'f Ä'kÄJ׳״ ״‘J ״״! י״'־“׳«׳‘״״!- M bhi,m״mf0rSSi°״׳ f.ür dit■ Besorgung von Werkzeugen, y .11'*d öffentliche Unternehmungen raten r1״uier1nJJd Iandwjrt«lttftüehcr Art bzw. von Appac) känm f™mcntcn *u wissenschaftlichen Zwecken, des Land« Fr״״ zur Erforschung und Nutzbarmachung rücksW,tl״״״״E n f"Ung •v?" Erwerbsquellen unter Behültnisse ^cr samtaTC״״ ״d klimatischen Ver-