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Jüdische Rundschau · 1921-05-27 · Heft 42 (27.5.1921) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 42 (27.5.1921)
Date
1921-05-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 300 JUEPISCHE RUNDSCHAU Nr. 42 1,•״. ♦.׳ Die Ir* 41/ i ii מ i״r) ■“ tinadobatte Die Die Montagsltzung Referate v«» W a r b u r g, T r 1 01 s c 11 ttml Wolf f liege» ged ruckt vor. Wir nuissc« 1ms liier mit der Wiedergabe eines Auszuges begnüge»; die ganze» Referate könne» (gegen Voreinsendung von 2 M.) vom Zionistischen Huk» in Berlin, Säc'iixixchc Sir. 8, bezogen werden. Jeder der Referenten erhiilt zunächst das Wort für eine halbe Stunde und ergänzt redend die gedruckten Ausführungen. Praktische Palastlnaaufgabcn für Juden in Deutschland Auszug a 11 s d c 1» Referate W a r 11 u r g s. Bei der Erörtern.»״ der Frage, was die deutschen Jiuicu für P.'ilistiiic’t tim können, nuill von voinlu'inii darauf lüngewksen werden, dal' es den deutschen Zionislen »idht nhlit־)!c» kann, große Geldmittel lür Palästina anl/iihrüigcu oder grolle I;»wanden!»,:1,׳;- .. der Dennoch auf Das- Museen, Turnliallcn, S!x>rtliier habe» die deutschen Jude» Inas׳,en doillü» zu mIiIcLc». Lrsteres ist westlichen, letzteres der östlichen Zionisten. . dürfen sich die deutschen Jude» attcli^.diesen Not- Wendigkeiten nicht entziehen, und die Ergebnisse des Keren Hajessod allein bei de» deutsche» Zionisten, sowie der starke Aitswanderuugsdraug bet der z.ionistisdve» Jugend zeigen, daß auch hierin die deutsdte» Zionisten Erhebliches leisten können. Die Frage selbst /.erfüllt in zwei Teile: Erstens, welche Berufe sind in Palästina momentan am nötigsten und wichtigste», z.weitens: zu welchen Berufen in Palästina eignen sich die deutschen Juden am besten, Die Beantwortung ist nidit leicht. Pakäst um ist zwar ein Agrarland, die Verhältnisse liegen aber dort so, dali 111a!» vorläuiig nur als Landarbeiter und das and! nur in nicht großem Umfange, Bcscbäftigütig findet, wozu aber unsere deutsche verwohnte Jugend sich nidit für ,längere Zeit eignet. Die Au- Siedlung als selbständiger Kolonist erfordert aber ziem• lieh hohe Summen. trotzdem sollte Deutschland auch in bezug auf Kok>»i>:1tio» nicht ganz untätig bleiben. Deutschland sollte mindestens eine landwirtschaftliche Kolonie deutscher Juden an'.ege», wozu eine grobe Anzahl bmhviifsdiattlieh nuxgehikleter Leute bereits vorhanden sind. In der deutschen, in der ganzen Welt als vorbildlich bekannten Landwirtschaft ausgebikict, werden sie in Palästina eine Musterkolonie gründen können, die dein ganzen Laude als Vorbild dienen wird. Den Boden hierzu könnte man beim National• fonds in Erbpacht bekommen, die restliche» (>.H) Pfund pro Siedler (etwa l&MKHI M.) müßte man bei Verwandte» oder FTcmulcii utitcr Hypothek auf den Boden oder durch Verpfändung des Inventars erhalten, Sollten inzwischen die geplanten KrcilitiustiUitioncn ihre Tätigkeit beginnen, so könnte man diese Siedlang zu günstigen Bedingungen gründen. Eine weitere Form der ländlichen Siedlung Nt die Pflanzimgsgescllsdiaft (Aclmsa), bei der sieh mehrere Personen zusammentnin, Land kaufen und es gemeinsam mit ausdauernden (kwiiohsen bepflanzen lassen, um nachher, wenn sie anfangen Erträge abzuwerfen, nach Paliistiivi zu ,ijhersiiedeln. Neben Landarbeiter sind in Palästina auch Erdarbeiter nötig, Die meisten liinaitsgehendeit Chn- Itt/im fitvlen an den C11.׳w1sseen und EisenhahiH'ii, später wolü amili bei llaifc»• 11m) Kt1/1,11;« 1׳:ulten, Beselläftigaug, Wenn die Aufnahmefähigkeit anich beschränkt ist, so ist anzitnelnuen, daII auf die Dauer bis 10 01)0 Mann in diesen Tätigkeiten beschäftigt werden. Da wenige diese Arbeit als Lebensaufgabe .tuschen werden, so ist ein ständiger ZufluB nötig. Mit der Zeit wird sielt die Tätigkeit bei öffentlicher. Arbeiten wohl zu einer Art jüdischen Di v ns 1 j ah r c s entwickeln. 1k׳- soliderer Voilim innig bedarf es hierfür!licht. Nach Absolvierung desselben ■ist aber unsere Jugend im allgemeinen kräftiger geworden. Es ist also besser, man lernt irgendein Handwerk oder Gewerbe in der Heimat, bevor man ,•vis Arbeiter!!׳:»übergeht. Als Handwerk kommt vorläufig das Baufach in Betracht, da a'lm'il!!;c!1 eine größere Bautätigkeit einsetzt, bür deutsche Juden wird es ratsam sein, sieh hi solchen Handwerken auszubiklen, die mehr Geschicklichkeit und Präzision als Kraft und Ausdauer erfordern. Ucberhaiipt erwartet man von den i K1׳usehe» in Palästina, wie übrigens in vier ganzen Welt, Q11 a l i t ä t s a r b eit, die allein sie kotiktinvu/lühig iiiaclit. I),isM'lhc gilt lür die Vertreter technischer Berufe, von denen mit vier Zeit in Palästina noch eine gröbere Anzahl Verwendung finden können. Sehr schwer ist es, etwas über den Bedarf an Kau fleute 11 und kaufmännischen Beamte» nt sagen. Dieser hängt von der wütsehaltlichen Entwicklung des Landes und der steigenden Bevülkerungszahl ab. Anders liegen die Dinge tür Industrielle. Schon jetzt sieht inan den Beginn industrieller Tätigkeit in Palästina. Einige Industrien des Baufaches sind in der Anlage begriffen, wie eine Sagemühle, eine Dampfmühle, eine mit Seifen- und Margariaefabiukatkni sind geplant, Ferner hört man von Zigaretten-, Konfitüren-, Schokoladen- und I’aviinneriefalirikatkni, von einer w1> W01- und Baumwolkpinnei'd-en, von Teppwlfahrvkaliouen usw. Besonders anskmiuMv tl,c 1''0klmdustrie zu sein uml hierfür auch deutsche Unternehmer in Belst lUc Zuk1m״ chemischen die nur für grolle Konzerne oder kdunte, Griuuivcrkchrt ist für Palästina geringere Vor- Das Land ist jetz.t eben Frli'üi'liclii'U verblciln'ii, sondern in bezug Lehrer, Lehrmaterial und Hauten voranstellen, selbe gilt für 'Bibliotheken, mit ihrer relativ höheren Kultur ein weites Feld der Betätigung. Professor Wartung schlagt vor, daß jede Ortsgruppe ein Palästinakomitee errichte, das sich für ein besonderes (iebiet in Palästina interessiert, /, B. die t I»11׳rslü1/.n11p der llaifner Realschule, Sammlung von Büchern für die NationatbibHothek oder nicht mehr benutzte naturwissenschaftliche Objekte, Mikroskope, Reiftzeuge, Präparate, u.dcrgl. mehr. Da man den deutschen Juden im allgemeinen mehr Fachwissen und Disziplin zutrau(, als den in Palästina bisher weit überwiegenden Ostitiden, und da es nicht so aussieht, als ob aus England und Amerika eine große Zahl in geistigen Berufen gut ausgebildeter Juden den Entschluß fassen werden, nach Palästina über/usicdel», so wird es gewiß vielen deutsehen akademisch vorgebildeten Juden, darunter auch niaiiclien Juristen und Volkswirten, möglich sein, dort, wenn;111111 erst nach schweren Oednlilsprobi•», Irgendwie 1 tili /11 iav*.*i1t sei cs;ds Beamte, KichU׳r, Lehrer oder Aef/le, sei es in private» Stellungen, als Rechtsanwälte, Sekretäre in Vereinigungen, im Dienste verschiedener Organisationen oder als freie Schriftsteller oder Journalisten. Auch die Hochschulen weiden wohl manche deutsch-jüdische» Fachleute der verschiedenen Disziplinen später brauchen, doch ist auch dies ja leider vorläufig noch Zukunftsmusik, Audi «rtczlcll die weiblichen Berufe sind im allgemeinen augenblicklich genügend, wenn nicht immer erstklassig vertreten, Dagegen fehlt es noch an Stenotypistinnen, die sowohl hebräisch als auch englisch genügend beherrsche». Auch soll cs au gut geschultem i i a 11 s p e r son a 1 mangeln, auch an Mädchen, die in ,ländlichen Haushaltuiigsschulen vorgcbildet sind und außer dem Haus auch Hof und Garte» zu besorge» verstellen. Ohne einen Stamm solcher Mädchen ist das Gedeihen ländlicher Siedhingen aufs ernsteste gefährdet. Deshalb ist es auch absolut nötig, daß wir jetzt endlich wenigstens eine kindliche Fl a u s h a 11 u » g s s c h 1t 1 e in Palästina bcgründe», wozu wir ja in Frau Sehochat-Mcisel eine vorzügliche Vorsteherin habe». Den atisschüeßliehen Beruf als ():irlnerin kann mau für Palästiua nicht cmnfehk'ti, da es dort weder große Landgüter, noch Villen mit großen Gärte» gibt. Es ist eher anziirateu, daneben »och die verschiedenen Formen der Hof- und Hauswirtschaft zu lernen, besonders Oeflügetzucht, Pflege der Kühe und Bienenzucht. Daß manche Mädchen jetzt als Arbeiterinnen uu de» Chaussee» beschäftigt sind, ist ein Unfug, wenn er auch als auf heroischer und romantischer Grundlage erwachsen, einigermaßen zu entschuldige» ist. Ihre Dienstpflicht für das jüdische Volk können die Mädchen in Flaiis, Hof mvd Garten viel besser ableisten als im freien Felde. **rv eui spricht Simon in seiner Mannheimer Rede nar \0., einem Viertel der Einwanderer als von zijkimfi;״^ Landwirten, weitere zwei Viertel werden von Gcwert* und Industrie übernommen, während das letzte Y:cnt׳ weiter fin öffentlichen Dienst bleiben kann. Hierin sdi! Trictsch eine große Annäherung an seinen < «־.Lankengang. Simon berechnet die Anäedlimg von SOtni B,nUr1,,! fannlien als ein MiinnumiHogramm, das!m,:<־f.ihr /«<, l»K drei Millionen Pfund kosten muß. Da die ander« drei Viertel keine Kapitalanlage in Anspruch nehmen so werden mit diesen drei Millionen Pf mul 2000t| Familien oder 100 000 Seelen jährlich in DaListlna an. ' gesiedelt. Irietsdi findet aber, daß erstens die vn״ Simon angeführte» Anskdlnngskosten z.u hoch siivd andererseits aber 25 ״,״ für die Landwirtschaft a-.icii noch zu hoch bemessen sind. Fr geht davon;an dal), wälireiv.l die jüdische Kolonisation in Argentinien[ die ebenfalls auf Ackerbau eingestellt war, den Koloniston nur als Uehcrgangss!,־idiiim lür Handel im I Gw׳״,!* diente, dall auch in Palästina nur ungefähr ein I>. 1uc1 der Kolonisten siel! wirklich mit l.andwirtsdiau |x>. schuftige» - ■ die jüdische Einwanderung nach Nord• amerika, dk* zunächst nur in Gewerbe und Hamlet beschäftigt war — von selbst zur Landwirtschaft über• gegangen war, so daß die Landwirtschaft treibende jüdische Bevölkerung Nordamerikas über 50IHK) Fa• milk» umfaßt, Trictsch weist darauf hin, daß in einem gesunden jüdischen Palästina alle Berufe vertreten sein müssen, außerdem müssen wir mit dem nichtjüdische» Palästina rechnen und nicht nur an die jüdische Volks- Wirtschaft, sondern an die palästinensische Landes«in• schaft denken. Da die Araber Ackerbau treiben!ml Palästina mit Getreide versorgen können, so hat 1« keinen Zweck, daß die Juden ebenfalls Ackerbau treilwi. Die Juden müssen sich vielmehr auf Gewerke und Industrie verlegen, in denen sie mehr Erfahrung \v\ber. utvd in deren Export sie eher konkurrenzfähig sein könne» als int Ackerbau. Nur ein kleiner Prozents:»» braucht bei der reinen Lamiwiitsdiult zu verteiltet!, der Rest müßte einen Typ städtischer Siedlungen schaffen, bei denen alle Vorteile der städtischen und ländlichen Existenz zu der höheren Form der Gartenstadtsiedlung vereinigt Verden. Während des K1 e;!■• hat die »ebenbe riß Ik'ltc Landwirtschaft die Produktion des eigenen Bedarfes an Gemüse, an Geflügelzucht- Produkten, sowie an Obst gewaltig ziigcnonunen und spielt eine immer größere Rolle in der modernen Wirtschaft. In der Bcrufsscliichtimg des neuen jüdischen!גי• liistina werden wir *<> viel als möglich einen Ausgleich zu schaffen suchen. Wir werden wie Krojsdkm e> iieniit ״ ־völlige Menschen'‘ — Menschen mit all• seitiger Befähigung herausziibildei! suchen im Gegen• satze zu dem unnatürlichen Spezialistentum, und zu der Unterscheidung zwischen Kopf- und Hamlarbcite/n. 7.w׳iscl1e11 Städtern und Bauern. Der Typus unserer Siedlung sollte sein: ״keine Heimstätte ohne Nutzgärten■'. Aber im Hauptberuf sollten wir die 4 landwirtschaftlich tätiger Juden nur ganz allmählich und dann höchstens bis zu den 20 ״> weiter entwickeln, die zu einer gesunden Landwirtschaft Palästinas — (einschließlich der nichtjüdischen Bevölkerung) gehören werden. Aber auch dann die jüdische La ml Wirtschaft nicht ist den Verhältnis• mäßig primitiven Formen wie bisher, s mder» in denen Oer Famlwiftsehalt einer nahen Zukunft, von der Her• natxl Shaw sagt, daß sie nicht aus einer Entwicklung der bisherigen, rückständigen Landwirtschaft hervor• gehen wird, sondern das Werk von Städten! sein wird, die sich aufs neue dem Lande /!!wenden und die Methodou der städtischen Berufe auf diesen vermach• läsxigtesten Zweig menschlicher Tätigkeit anwend .׳n wer• den, der die Landwirtschaft bisher gewesen Nt, Dax weitaus größte Feld jüdischer Betätigung in Palästina wird aber in den städtischen Berufen liegen. Wenn 20"« der gesamten Bevölkerung des Landes zur hauptberuflichen Erzeugung der Bodenprodukte für die Gesamtheit atisreiohcu, so bleiben vi.l mehr als fO Prozent des jüdischen Teiles der Einwohnerschaft für die .anderen Berufe übrig. Diese werden haimtsäch• lieh auf industriellem Gebiet den Ausgleich schiften für das, was wir vom Ausland her beziehen müssen. Aber dies braucht nur ein ganz geringer und siel! immer mehr vermindernder Teil des gesamten Bedarfes zu sein. Weitaus in der Hauptsache werden wir im Auf• bau des Landes, i» der Vorbereitung von 1 leüiistaite». ״» Bau von Hausern, in der Deckung des Bedarfs au Produkten des Handwerkes und der Industrie tätig sein müssen. Das Hausbauprogramm der nächste» Jahrzehnte wird allein wohl die Hälfte des gesamten Gcklcrlordorimscs ,״, Aufbau Palästinas .•״iMWidieii. Daneben kommt die ganze Fülle der industriclcn Bc• tätigungen in Frage, die den einwandernden Juden von ihren Herkunftsländern her bekannt sind, und von denen weitaus die meisten in der einen oder anderen Form sich auch 11! Palästina verwerten lassen, und zwar mit einer viel größeren Sicherheit des Erfolges als cs bei neuen, ungewohnten und der jüdischen Arbcitspsych■> gut angepaßten Berufen der Fall sei» andere, Oclmühk V o r s c h 1 ä g.c, Bildung von Pa 1 ä st i 11 a kom i tces in den Ortsgruppen behufs Sammlung von a) Büchern für die Nationalu. Universitätsbibliothek, b) Kunst-, gewerbliche und wissenschaftliche Gegenstände für die Museen in Palästina, c) Lehrmittel und Materialien für die Schulen in i’aiästiila, d) Gelder für spezielle Aufgaben der Ortsgruppen in Palästina behufs Verknüpfung derselben mit einzelnen Kolonien oder Institutionen i;t Palästina, e) Gelder für gemeinsame Aufgaben der deutschen Föderation in Palästina, z. B, Ausgestaltung einer deutschen Kolonie daselbst mit nicht rentablen fnstitißionc», Unterstützung der Realschule in Haifa usw. Bildung einer gemeinnützigen Kolonisatiousg e s e 11 s c 11 ה f t in Deutschland behufs Aufbringung der für die Oriimhm״ einer Kolonie deutscher Juden benötigten Gelder, und zwar in der Weise, daß diese den nicht genügend bemittelten, aber für Kolonisation sieh als geeignet erweisenden Siedlern langfristig zu billigem Zinssatz dargeliehen werden. Förderung bz.w, Gründung ländlicher Haushalt tt u )׳; s s e h 111 e » f ü r M ä d c h e 11 in Palästina und in Di'iitsdilaml, speziell durch die jüdischen I raueuverbümle und -vereine. Nach Prof. Warburg spricht T r i e t s e h. Auszug aus dem Referat Trictsch Industrie in Palästina, vate gelöst werden Ansidvt, man brauche die bercitimg als vielleicht noch für D.'utx.'h’a»׳.!. ,d.״, ärawggsjsGsrj? - essen. Da« •Pro, ßat auc1' für infolge der Audi im Palästina bieten wird. «nmer grölk-r. daß allen Gegeistige Inter- In der Einleitung polemisiert Trictsch mit seinen Gegnern lind weist darauf hin, daß Octtinger, der in seinen 'Büchern von Trictsch abweicht, in der Praxis sidi seinen Plänen genähert hat. In Dilb bei Jerusalem hat er eine Gartenstadt mit Parzellen von einem Zehntel Hektar angelegt, im.l die anschließenden Betriebe zum Anbau _ von Gemüse für den Bedarf Jerusalems, ebenso wie die Terrassierung und Aufforstung durchaus in der Richtung des intensiven Auhaus leitet. Die Mehrkosten sind durch die Anlagen gerechtfertigt. Trictsch tritt den Behauptungen Simons entgegen, daß die Hälfte der zum Anbau erforderlichen Summe» für Wirtschaftlieh iinproiiukt'ive Zwecke ausgegeben werden müsse» und' behauptet, daß die unrentablen Anlagen nur einen!»!»:malen Feil des Gcsamtcrfordcnvisscs umfassen. Er stellt folgende zwei Themata zur Diskussion, die n'cht t1״r .'11r den Gesaintzioitismus, sondern auch für die Zionisten Deutschlands von Interesse sein sollten. Das s,. ״d;e Berufe der Juden im neuen Palästina und die Gartenstadt als geeigneteste Form jüdischer Kolo- ־ iiNation. Während es Ins jetz.t als ein unverrückbares Dogma des Zionismus galt, daß die Juden im neuen l atastma stell zu hundert Prozent der Landwirtschaft 7.war möglichst dem Ackerbau, d, h, dem und teuersten und rückständigsten Betriebe, widmen müssen, logie minder würde. Die Berufsseltichtimg der Juden in der ganzen Welt kann lieute (mit Berücksichtigung der neuesten Ver- Schiebung) ungefähr wie folgt angegeben weiden: Landwirtschaft ...... 4׳״« Handwerk un t Industrie . . 4t) 00׳ Handel und Verkehr .... 36«/« Freie Berufe, Diverse und Berufslose .20 go Daß wir in der jüdischen Einwanderung den Prozent-?;״, ״ ״ 1״i1. w,rtj\ otfer wenigstens der landwirtschaftliehen Betätigung bis zu einer gesunden Proportion verxtarkvu müsse», haben wir bereit•! gesagt Daß die kW״l‘f nr?7•1 .׳m ii1״,Kld Verkehrswesen in dem äpCr 7״rP' ,aS ״'a .1l11'11! 80 stark sein können, wie in 1 ״st .otltw weiteres klar. Aus unserem ■m! us)v• wmi daher ein erheblicher Teil in u^v nÄm״aS da,vJweTk־. i« das Vcrwaltungswescn . ubcrflwßcn müssen. Andererseits soli nicht über-

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