Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 41 (24.5.1921)
- Date
- 1921-05-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 289 fMlcn angei zio• ische kürz•!druck Herr einem ihm ührer ״Mi- 1 und mann Ver• Rede, likum חג rite lerte, ihrer glich m us ׳ und 1 nser folgt len.“ z.) rk sky, 1 der :ende igten den reist , ab. sten- und Linichst Tage I, -F.. Ver• ende der erate ein von 1 zur die den ein des stim• J. -F.- uslam- } die encn dner- Weit sracl llung encn irteu. stner Nr. 41 JUED1SCHE RUNDSCHAU '׳״■!!©!!*!!©iiaÄaapf 1L,— (Fortsetzung des Verhandlungsberichtes) Wir und die Sonntagnachmütagssitzung Fortsetzung der Debatte über das Re- (erat Rosenblüth ״Zionistische Arbeit in I) e 111 s c 111 a n d“. .. , ,, ... Gerda A rlo so r« f f (HapoeMiii/atr): müssen leister eingestehen, dali der .sclnum:1, (Jal.;istinaei11stc!lun:r im deulschen Zionisiiuis nachge.asw'n bat. Unsere führenden Kreise waren gezwungen, sich in allzu ausgiebiger Weise mit Dingen zu beschäftigen die ihnen die Hände banden für wichtigere Aibeit. Das muH anders werden, aber eine Aeiidemng kann nur kommen, wenn wir entschlossen sintl, uns aut die Dm״e zu konzenfrieren, die für uns wesentlich sind in diesem Sinne begrünen wir das Referat von Rosenblüth, dessen sachliche Teile wir besonders unterstreichen mochten. Die Orientierung über l'aläsliiia zu gering, daher kommt es, dal! ist leider noch viel in den Kreisen den{• scher ׳Zionisten beispielsweise über das palästinensische Arbeiterleben die unsinnigsten Irrtümer verbreitet sind. Die Imienarbeit muH so eingerichtet werden, dal! die ' )rtscruppen über Palästina genau informiert werden, sonst" schlaft das zionistische Leben in der Provinz ein. Unsere Piopaganda muH wahrhaft volkstümlich sein, die Nöte des jüdischen Volkes beachten. Die RedneYin polemisiert gegen die Anschauung, dal! die westliche zionistische Jugend zu schade ist Hir Pionierarbeit. Cierade sie ist wegen ihrer geistigen und menschlichen Bildung geeignet, sieh bewnlSt der schwierigen Arbeit in Palästina zu unterziehen. Diese Anschauung mul! voll• ständig durchdringen. Die Beiufsberatung und Hilfe bei der Ausbildung ist immer noch völlig tm/ureichcml; die Außenstehenden wissen gar nicht, mit welchen Wider- Ständen die vom ״BlauAVeiß“, vom Praklikaiitenbiiiid oder von sozialistischer Seite gebildeten Beratungsstellen zu kämpfen 'naben. Jeder Chain/, der unvorbereitet hinübergeht, bedeutet ein grolics Defizit. In diesem Zus.immeiiliang erörtert die Rednerin eingehend die Arbeitsmöglichkeitcn unter den in Deutschland weilenden Ostjmkii, welche zum Teil ein vorzügliches Material׳ fiir Pionierarbeit in Palästina abgeben. Die ostjüdisclien Arbeiter sind selbstverständlich der gewöhnlichen zio* iiistisclien Propaganda nicht zugänglich, man muH die Propaganda ihrer Denkungsart anpassen, aber auch heweisen, daß man es ehrlich damit meint. Schließlich legt die Rednerin ausführlich die Notwendigkeit dar, Mittel für Alijalt und Hachanah {Einwanderung und üenifsvorbercituiig) bereit zu stellen. Das Verlangen, dal! der Keren Hajcssod Mitte! hierfür gibt, ist in Lon״ don schon einmal abgelehnt worden. Wir können jedoch nicht warten, mul meine Fraktion wird daher den An• trag eiubriiigen, daß ein Fonds von mindestens einer Million Mark für diese Zwecke in Deutschland bewilligt wird, zumal London ausdrücklich erklärt hat, die Landes- Organisationen müßten seihst für die Finanzierung Sorge tragen. Die Redneiin bittet, sich in der kommenden Debatte vor allem diesen praktischen Fragen zuzuwinden. (Lebhafter Beifall.) Lazarus Barth (Misrachi): Die Zeit ist gekommen, da die Zionistische Organisation z.urücktritt hinter die Gesamtheit des jüdischen Volkes, die das Auf hau werk leisten muH und es ist ihre Pflicht innerhalb dieses Volkstänzen, den radikalen Flüge! zu bilden, damit nicht die Ideen, die unsere Bewegung geschaffen hat und die zurück zum Judentum führen müssen, etwa hinter rein technischen Dingen verloren gelten. Auch das Fehlen einzelner Mitglieder an der heutigen Tagung darf nicht den Anschein erwecken, als ob heute griuulsätzliche Differenzen bestehen, die etwa die Einheitlichkeit unserer Organisation gefährden. Das hat auch Klee in seinem Brief an den Dclegiertentag deutlich ausgesprochen. Es ist gar nicht richtig, daß ßinjan I laarez den Assimilantcn nähcrstcht als wir. Die Assimilanten hätten gern uns die gesamte Arbeit in Erez* Israel überlassen, hätten auch dafür vielleicht Spenden gegeben, wenn wir ihnen dafür die Gestaltung des jiklisehen Lebens im Golus überlassen hätten. Ein solches Kompromiß wäre ihnen leicht gewesen, weil ihnen Erez- Israel imieilieh vollkommen fernsteht. Und nun ist es interessant, dali auf der anderen Seite die Differenzen zwischen uns und Binjan Haare/, nicht in der Golusarheit liegen, sondern dal! sie in bezug auf die Tätigkeit in und für Ercz-Isracl entstanden sind, lind diese werden mehr betont, gerade weil dem liinjan Flaarez Erez•!sracl ebenso nabe ist wie uns. (Zurufe links.) Doch, meine Damen und Herren, wenn Sie das hezweifeln, so machen Sie nur den Fehler, dal! Sie Binjan Flaarez nach seinen Mitläufern beurteilen und nicht nach seinen Führern. Sie können nicht sagen, daß die prominenten Männer des Binjan Haare/, für Koitiprw• misse des jüdischen Lehens im Oainth sind, wenn Sic In׳- denken, daß Koilotiseher eiet» jüdischen Volksrat in l\>le1t geschaffen und gehalten hat, daß Kollcnschcr der hauptsächliche Theoretiker nationaler• Gemeiiti.lepolitik war mul daß Klee als Spitzenkandidat für die jüdische Volks• gemeinde in die Berliner Repräsentautenversammlimg eingezogen ist und dort den Gedanken seiner Fraktion prouonziert genug zum Ausdruck bringt. Aber cs er• scheint mir charakteristisch, (laß man Binjan Haare7. nach seinen Mitläufern und nicht nach seinen prominenten Männern beurteilt. Redner kritisiert dann die Erziehung der Jugend für Ercz-Isracl. Im Westen sei der Zionismus immer ein Schritt zum Judentum hin, im (Jsten nicht immer. Wenn die ostjüdischen Chalu/.int nicht erst in letzter Zeit häufig gerade mit Dingen dentonstriert haben, die nicht aus dem Judentum gekommen sind, sondern die eine Verachtung der organischen jii• dischcn Kultur gezeigt haben, so soll dagegen auf das Beispiel verwiesen werden (und es ist beschämend für uns, dali man diesen Vergleich ziehen muß), das Eng-!and drüben gibt. Herbert Samuel hat drüben!lieht nur die hebräische Sprache gefordert, sondern er hat auch den Sabbath als offiziellen Ruhetag eingeführt und besucht die Synagogen am Sabbath zu Fuß. Wenn dies nur eine Demonstration wäre, so hat sie jedenfalls als solche stärker 1m Sinne des jüdischen Charakters der Heimstätte gewirkt, als sehr viel anderes, was drüben geschaffen worden ist, und es ist beklagenswert, dal! mnitdic Elemente drüben es nicht unterlassen, diese Deimmstratioiv durch ihre öffentliche jüdische Lebensfinirimg demonstrativ abzuschwächen. Sie sehen, unser t rog ramm ist radikal. Wir wollen die Ideen des neuen Jisehuw aus dem Judentum erwachsen lassen. Und wenn Bhimetifcld ein politisch radikales Programm entwackelt bat, so können wir auch dies begrüßen. Auch die, die lihimcrifekls Stellungnahme bisher nicht gebilligt haben, müssen heute, meiner Ansicht nach, anders dazu stehen und sie im Zeichen der Keren Hajcssodarbeit billigen. Solange es galt, die Juden zu Zionisten zu machen, konnte man sachlich die Art seiner Propaganda ablclmen, jetzt aber, da auch die Außenstehenden sich am Aufbauwerk beteiligen, werden wir ein starkes luteresse daran haben׳, den Elan unserer Bewegung nicht abschwächcn zu lassen. (Lebhafter Beifall.) Heinrich M a r g 111 i c s (fraktionslos): Wenn ich mich der Gruppe der Fraktiousloscn augeschlossen habe, so geschah cs aus dem Gefühl heraus, daß wir zuviel Gruppen haben, die der zionistischen Bewegung ihre Meinung aufoktioyieren. Da diese Entwicklung zu einer nicht unerheblichen Zersplitterung zu führen droht, ist es notwendig, diejenigen Zionisten zusammenzufassen, die dazu fähig sind, ihre persönliche Uebcrzcugnng bintanzustellen und unterzuordnen lediglich der Frage: Was tut not im Interesse der Zusammenhaltung und Ein■ heit der Organisation? ln diesem Sinne betrachte ich es als meine Aufgabe, unter Hintanstclluug meines perseitlichen Bekenntnisses zum nationalen Radikalismus dahin zu wirken, daß »vir uns zur praktischen Arheit ziisainmenfindcn. Wenn ich so ungeheuer viel an der Agitation Bhuneufehls uns/usetzen gehabt habe, so war es deshalb, weil er, statt sich zu einer gemeinsamen Arbeit zu setzen, die anderen zu einer Auseinander• Setzung über ideologische Streitfragen zwingen wollte. Unsere Aufgabe ist, eine neue Terminologie zu finden. Man kann aber nicht e'uic neue Terminologie verlangen von Leuten, die 20 Jahre lang in einer bestimmten Terminologie aufgcwachscu sind. Und deshalb müssen wir neue Leute haben. KoscubHith spricht davon, dal! der Zionismus ursprünglich gewesen ist der revolutionäre Ausbruch eines Gefühls der Unzufriedenheit mit dein, was ist. Also etwas Negatives. Und er sagt zum Schluß: Der Zionismus wird nur solange stark hlcihcu, solange er von Menschen geführt wird, die aus »1er Unfreiheit heraus wollen. Aber es gibt noch etwas andere■!. Dieienigen, die beute noch immer nach 20 Jahren ndikalcn Zionismus nicht vermögen, aus einer negativen Grimdeinstellimg hcraiisztikonuneu, von solchen Men״ sehen werden wir nie erwarten können, dali Ge ans ihrem starren Festhalten an Losungsworten herauskommen. Wir haben den Zionismus gehabt als etwas Einheitliches, als etwas, was zur Vernichtung der Assimilution und des Galuthjudemtmis i.1 die Welt gesetzt worden ist. Es war unser letztes Ziel, durch unsere Stärke die Judenhcit zu einer neuen Form zu führen. Können wir beute solch intransigente Politik treiben? Wir haben überhaupt keine Möglichkeit, Leute zu uns zu zwingen, außer, wenn wir so groß und so stark sind, daß sic zu 1ms kommen. Wir können nicht sagen, wir wollen uns nicht mit den Leuten an einen Tisch setzen, die nicht mit uns sind. Die Grundlage der Zionistischen Organisation muß eine so große sein, daß sic diese Kreise und noch andere in ihre Grenzen aufnehmen kann. Von diesen Gruiulciuslellungen ausgehend, habe icli in meinen heutigen Ausführungen keine andere Teil• den/, als daß Sie sich darüber klar werden, wir müssen eine breitere Plattform finden. Alle PartcigegensäUe, alle Kämpfe müssen in diesem Augenblick zurücktrcteu, jetzt haben wir nur die eine Angelegenheit: Palästina. Das kann aber nicht Angelegenheit einer Partialjuden• heit sein. Palästina muß zur Aufgabe des gesamten jüdischen Volkes gemacht werden, sonst wird uns unsere Aufgabe nicht gelingen. Unsere Gruppe hat sich die Aufgabe gestellt, in diesem Sinne nt wirken, sie erscheint uns aber um so schwerer, je deutlicher es wird, in welchem unverantwortlichen Maße alles, was in den letzten Monaten seit der Jahreskonferenz geschehen ist, in der entgegengesetzten Richtung wirkt, Die Geschichte mit den Amerikanern, mit Julius Simon, mit Binjan Haare/. Nicht das ist schlimm, daß diese Kämpfe statt fanden, sondern daß diese Kümpfe in einer so micrfrciiliehen Weise geführt worden sind. Noch heute sind wir nicht informiert über das, was die Amerikaner eigentlich wollen. Der Artikel ״Von Pittsburg bis Buffalo“ hätte nicht geschrieben werden dürfen. Nachträgliä», nachdem sieh nun endlich ein oder zwei Leute die Mühe genommen haben, sich mit der Materie ver traut zu machen, stellt sich heraus, daß die Gegensätze ״ar nicht so groß waren, Dasselbe war mit Julia Simon der Fall. Kein Mensch wußte, warum gegen ihn aufgetreten wurde. Auf einmal heißt es in uer ״Jiid! Rundschau“, wenn wir die Aeußenmgen von wir ihn nicht ge■ sehen Simon früher gehört hätten, hätten stürzt. Wenn wir, statt uns zu befehden, diese Mensehen, die sich auf einen extremen Standpunkt festgelegt haben, ziisammengebracht hätten, daun wären wir heute viel weiter, Das ist nicht geschehen, das ent bindet uns aber nicht der Verpflichtung, uns jetzt zu diesem Versuch ziisammcnzutun, die Zionistische Vercinigung für Deutschland zu einem Instrument zu machen, in dem alle Richtungen gleichberechtigt sind. Dr. Danzig er (Hamburg): Blumcnfcld hat hier ein Bild vom Binjan Haarcz gegeben, das zwar im Gegensatz zu Blumenfeld steht, dem Binjan Haarcz aber nicht entspricht, Der Binjan Haare/, fürchtet, daß die Zionistische Organisation ihre Arbeit nicht leisten kann, wenn nicht die jüdische Masse in unser Lager hinübcrzuzichen ist. Die Masse ist nicht in unserem Lager. Gelingt es, sie zu׳ gewinnen, so haben wir die Löseng der Judenfrage; gelingt es nicht, dann »»׳erden »vir z»var keine allgemeine Kolonisationsgesellschaft, 90ndem eine zionistische, eine kleine Kolonisationsgescll׳• sehaft, die nichts mehr zu tun tat mit der Geschichte des jüdischen Volkes. Das ist das, was uns am tiefsten von d< :1 Radikalen trennt. Wir haben dieselben Er■ fahrunj, n, aber Sie sind doch immer Optimisten. ־ Sie sind stark im Glauben, aber ich glaube nicht, daß der Glaube Berge versetzt. Ich sehe die Dinge, wie sie sind. Und heute, nach 25 Jahren zionistischer Politik, sage ich, daß der Nationalismus, wie er heute gepredigt wird, nicht das ist, worauf die jüdische Gesamtheit reagiert. Die jüdische Gesamtheit im Westen hat ihn abgelehnt. Die jüdische Gesamtheit im Osten hat iim nie nötig gehabt. Es gibt nur ein Mittel und das ist, die jüdische Masse ziisammen/uscliließen. Es liegt nicht an uns, ob die anderen zu uns kommen. Wir müssen uus nach ihnen richten, Kompromisse schließen. Sonst ist der ■ Aufbau Palästinas unmöglich. Opportunistische Politik ist weder unsittlich noch unanständig. Auf die Weise wie bisher sind die Leide nicht zu gewinnen. Blumenfcld gibt Steine statt Brot. Was hat die Leitung zustande gebracht? Die Verhandlungen mit dem Zcntralvcreiu sind gescheitert; mit der lea im wesentlichen ebenfalls. Es muß eine Atmosphäre der Solidarität geschaffen »»׳erden. Die Keren Hajcssod-Arbeit ist dafür ein Beispiel. Wenn auch mehr erreicht ist als eine Million Mark, so ist doch noch lange nicht genug geschaffen. Von uns verlangt ist eine Million 'Pfund. Bei der Arbeit zeigt sich, daß sieh in der Praxis unsere Methoden berühren. Aber es darf nicht einer für sich die einzig wahre Theorie in Anspruch nehmen. Die Radikalen müßten andere Methoden haben »vic »vir. Daß der Binjan Haare/, nicht hier ist, bedauere ich. Aber eine Minorität hat zu- »veilen das Recht, unvernünftig zu sein, »veil die Majorität ihr ihren Willen einfach aufdrücken kann. Die Majorität hat die stärkere Position, darum muß sie Konzessionen machen. Das Bündnis hätte vor dem Dclegiertentag geschlossen »»׳erden müssen. Konzessionen hätten von der ,,artei der starken Position gemacht werden müssen. — Radikal müssen wir sein in der Gewinnung des jüdischen Volkes. Davor wird jede andere 7.11 einer kleinen Aufgabc._ Es wird beschlossen, Generalrcdner zu wählen und die Sitzung »»•!rd auf kurze Zeit unterbrochen. Nach Wiederaufnahme erteilt der Vorsitzende Schachtel (Breslau) das Wort dem ersten Generalredner C h. Z. Klötzel: Ich habe das Empfinden, daß die Tatsache, daß ein wesentlicher Teil von uns hier nicht vertreten ist, uns in die Knochen gefahren ist. Mehr als in letzter Zeit hat sich hier das Gefühl der Verantwortlichkeit für das Ganze bemerkbar gemacht. Daher war man vorsichtiger in der Wahl der Worte, lieber die Abstinenzpolitik des Binjan Haarcz zm sprechen, scheint absichtlich vermieden worden zu sein, hauptsächlich über die Schuld, die hier anwesende Herren daran tragen. Auf beiden Seiten sind Fehler gemacht worden. Ich will liier in derselben zurückhaltenden Weise sprechen, »vie man es bisher geübt tat. ln den entscheidenden Dingen gibt es im deutschen Zionismus kein Gegeneinander, es sind nur Einzelheiten und Kleinigkeiten, Rivalitäten des Gedankens und der ersonen. Ich fürchte, dali bei der praktischen Arheit diese Dinge wiederkommen, »veil »vir nicht ausgesprochen haben, um »vas es sich handelt. Bei der praktischen Arbeit können wir uns nicht lässigen von der Ideologie, die »vir aus dem Lehen herüberbringen. Man kommt mit Scheuklappen zu dieser Arbeit, sieht nur in einer Richtung. Jeder einzelne fühlt sich nur als Vertreter eines Standpunktes. Das »vird so lange dauern, wie die große Masse mehr davon hilf, Theorien zu ersinne״, als praktisch zu arbeiten. Die Aufgabe des )elegiertcntages wäre cs heute, die Erkenntnisse auszimutzen, die aus Palästina mitgebraeht worden sind. Der Aufbau ist nicht möglich ohne eine für ihn herangebildete Jugend. Redner unterstützt daher lebhaft den Antrag von Frau Arlosoroff. Von den in Deutsch- :!ml zueimmcngekommciicn Keren Hajcssod-Gcldcrn ״Ute ein Teil zur Verfügt!״״ gestellt »»׳erden für die Ausbildung von Ciialuzim in Deutschland. Redner habe niemals behauptet, daß die deutschen Ciialuzim für körperliche Arbeit zu gut sind. Er habe mir gefordert, jeder solle »verden, »vas er seiner inneren Natur nach werden will und muß. So ist er auch für Palästina am meisten wert. Fs muß doch nicht jeder Land»»irt werden. Nicht ob und wie viele Landwirt »»erden, ist die Aufgabe, sondern, daß die, die es werden, so gut wie möglich ausgcbildet werden. Ein großer Teil der Mißständc in der Aibeit soll aus der schlechten Information herriilireii, die »vir von drüben erhalten. Wir wollen nicht erfahren, »vas der Leitung in London lieb ist, »vir »vollen alles wissen, um kein falsche.; Bild zu erhalten. Warum haben wie jetzt als Quelle nur eine Privatagentur, die doch von ihren wirtschaftlichen Bedingungen abhängig ist? Kann man nicht aus Deutsch- Land einen unabhängigen, objektiven Menschen hinschicken? Wir dürfen die Dinge, die Lichtheim gesagt hat, nicht erst bei Dclegicrtcntagcn erfahren. Das Inlnnnaliouswcscn muH aui eine andere Grundlage gestellt werden, ohne offizielle oder geheime Zensur.' — Der Zwiespalt io unseren Reihen muß überbrückt werden, schon vor dem Kongreß. Diesen Wunsch soll der Delegiertentag zum Ausdruck bringen in einer Form, die cs den Führern zur Pflicht macht, den Weg nicht mir zu suchen, sondern auch zu finden. Sonst könnten »vir um den Preis der Einheit die Bewegung führende Leute beiseite schieben, Dr. Alfred Landsberg (Wiesbaden): Dr. Lcsser und Dr. Danz.igcr sind nicht zufrieden mit den Keren Hajcssod-Resultaten. Ich bin gewiß nicht leicht zu befriedigen. Aber 23 Millionen sind immerhin gezeichnet. Das kann man nicht leichtsinnig gering nennen bei Betrachtung der Umstände, unter denen sie gezeichnet sind, Deutschland ging als erstes Land an die Keren Haiessod-Arbeit unter Hemmungen verschiedencr Art. Die erste Hemmung »var das Ausbleiben der Legalisierung des Keren Hajessod von London aus. Die anderen, fortgesetzten Hemmungen lagen in Deutsch- Land selbst. In einer Versammlung der Wcügruppc wiirdcu die Beamten in einer Form angegriffen, die ,10״entlieh widerrufen wurde. Solche und andere Einflüsse wirkten fortgesetzt unterminierend. Bevor man an die Arbeit gehen konnte, mußte man in allen Orten erst diese Dinge aufklären, auch außerhalb der Kreise der Zionisten. Trotzdem ist soviel erreicht, ן!