Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 39-40 (17.5.1921)
- Date
- 1921-05-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2652316-2652350--14015-2671795- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 30/40 I Seile 278 J U E Dl SC H E RUNDSCHAU gaiu betreiben •Sie die Dinge nicht. Sie wisse«, dal! wir uns Ulhj schöpferische» Mensche» in Zionismus mittlere Ltme cinzttitaifcn. Keine 1 sonders auch Hcr/l - aus der Unfreiheit des Golus hinausstrebten und mit ihrem 'Freiheitsdrang für die ' * *.1 f>Gr bemühen mii^scis eine . .. Exekutive, wie immer zusammengesetzt, oh streng ortiiadox oder religiös, keine zioiusUschc Exekutive wird cs jemals wagen dürfen, Palästinapolitik einseitig zu führen. Ich bin hergekommci;, um diese Dinge mit Ihnen zu diskutieren und Sie /.1t zwingen, Stellung zu nehmen. Ich will nicht ein Vertrauensvotum, sondern ich verlange im Namen der Exekutive von Ihnen, dal! Sie sich eme Meinung Mldett, und wenn diese im wesentlichen überciusümmt mit dem, was ich Ihnen hier vorgeschlagcn Iw he, dann soll diese Gesinnung als Vcrfraitemikimd• gclitmg gelten, (leibhafter Beifall.) Bericht des Legitimationsnusscliusses Hierauf erslaliet Max Wolisteiner (Berlin) den Bericht der Walilprüfimgskomimssio». Nach einer kurzen Debatte über zwei Kölner Mandate werden sämtliche Mandate bis auf eins dieser Kölner für gültig erklärt. Der Vorsitzende L a n d a 11 (Hamburg) erteilt das Wort Herrn Felix Koscnblüth zum Referat ülver Zionistische Arbeit in Deutschland Referent Felix Roscnbiüth: tu der zionistischen Bewegung herrscht seit ihrem grollen politischen Erfolge Verwirrung. Man hat zu• weilen das Gefühl, der Orientierungssinn sei verloren gegangen. Nur so lallt sich auch der Verlauf der Juhreskouterenz erklären. In Deutschland war diese Verwirrung wohl am wenigstens spürbar. Wir haben aur San Rcmo mit der Arbeit für den Keren Hajcssod reagiert, und diese Arbeit gab uns ein gewisses Maß von Ruhe, Zuversicht und, wie man vielleicht sagen kann, von Aufbatistünmung. Und doch haben auch wir Ursache, den Blick auf den Kompaß nicht zu verschmähen, der uns zeigen soll, oh wir noch immer den richtigen Kurs steuern. Ich glaube nicht, daß die Steuerleute unsicher geworden sind. Aber unter den Passagieren gibt es unruhige Leute. Die Zionistische Organisation sah sich durch ihren politischen Erfolg vor die Aufgabe gestellt, die Kräfte des gesamten jüdischen Volkes für den Aufbau von Erez-Israc! zu mobilisieren. Es gab nur eine einzige Methode, diese Aufgabe im Beginne richtig aufzufassen. Man mußte zunächst die zionistischen Energien, deren finanzivile Kapazität keineswegs zu unterschätzen ist, auf das j Ziel des Aufbaus lenken, und ich betrachte es als einen! 'der Bewegung richtunggebend wurde׳'• Der hohe» Beweis von lustiuktsiclierhcit, daß der deutsche Zionismus diesen Weg gegangen ist. Die Frage der Heranziehung der Nicht Zionisten ist wichtig genug, aber sie muß mit der Sicherheit einer Bewegung behandelt werden, die sich ihrer Herrschaft über die Seelen, ihres politischen Einflusses, ihrer Stellung in Palästina, kurz ihrer eigenen Kraft bewußt ist. Ich glaube, daß mau diese Wahrheit nicht immer im Auge bebaken hat. Auf der Jalircskonferenz sind sonderbare Ideen über die Vcrkniipfmig der zionistischen mit dev iiicht/.iomstischen j Welt;mfgctniiclil. So hat man vorgeschlagcn, daß Nicht• Zionisten in eine Exekutive der Zionistischen Organisation eintreten sollten, 1m׳.l zwar unter gleichzeitiger Aus- Schaltung des zionistischen Kongresses auf mindestens drei Jahre. Und unklare Ideen über die Heranziehung der Niclitzionjsto» haben auch in Deutschland eine beim• nihigcnde Wirkung ausgeübt. Unzweifelhaft ist ein wesentlicher Teil unserer Aufgäbe i־.u kommenden Geschäftsjahr die Organisierung der nivht/MmistisclU'11 Juden Deutschlands für den Aufbau von Ervz-Israel. Prüfe» wir, gemessen an dieser Auf• gäbe, unsere Methoden auf ihre Tauglichkeit! Faßt man den Ideal/uslaud einer Palästinaeiuheits- Inmt der gesamten WeltjudcuheU ins Auge, so ist es klar, daß das Interesse der einzelnen Teile dieses Palästinabundes an Erez-lsrael ungleich sein wird. Ich über• gihe einige, wie mir scheint, selbstverständliche Zwischengedaiikcn, um sogleich zu dem Schlüsse zu kommen: Je größer und umfassender der Palästinakreis, um so wichtiger das Zentrum, um so notwendiger die Erhaltung einer konstanten motorischen Kraft, um so notwendiger auch Menschen, die unbeirrt durch WechseHälle der politischen Ereignisse, durch Rückschläge, Krisen und Katastrophen die Palästinaidee um ihrer selbst willen und unter allen Bedingungen gegen Widerstände - auch in den eigenen Reihen verteidigen. Je größer die Front jener, die Palästina wollen, um so notwendiger ein Frontflugei derer, die es unter allen Umständen wollen. Nur wer das Wort Herds: ״Der Judenstaat ist ein Wcltbedürfnis, folglich wird er entstehen“ im Sinne einer mechanischen Entwicklungsgeselzlichkcit auffaßt, wird das Schicksal Palästinas ausschließlich einem Bunde von Palästin,׳!freunden anvertrauen. , Alle anderen werden begreifen, daß einem palästinensisch orientierten Weltjudentum die Zionistische Organisation wegweisend und bahnbrechend voranschrcitcn muß. Auch wenn die Weltjudcnhcit bei der Finanzierung des Baues mitvvirkeu wird — die Bauleute werden wir selber sein müssen. Eine starke und geschlossene zionistische Bewegung ist also notwendig, um die Machtmittel der gesamten Judenheit für Palästina nutzbar zu machen. Worin besteht aber die Kraft der zionistischen Bewegung? ,, Cs überflüssig, diese Frage erneut aufzuwerfen? Mancher von Ihnen wird dies meinen; ich glaube aber, daß die Erörterung niemals so brennend war wie jetzt.!e käme sonst gerade im Augenblick des Erfolges Unruhe und Unsicherheit in unsere Reihen? ״,«E׳oTß •als° 5״cut, g9agt wcr<k״: de r Z ion is - mua ist eme Freiheitsbewegung. Nicht als .un' diesem Einwand zu begegnen Mitglied' der Bc^rene!8Kämpfer sein könne, aber doch m dem Simte, daß alle führenden Anhänger 11er 1>ewvK<״>K . Zionismus ist geboren aus der Wurzellosigkeit des jütlischcn Volkes im Golus, die in höherem oder geringerem Grade überall bestellt. Sic ist gegebene geschichtliche Voraussetzung, natürlich nicht (um auch diesen! Mißverstäudiiis entgegenzutreten), politisches Ziel der Bewegung. Zionismus als wirkende Macht ist ohne materielle oder geistige Unzufriedenheit mit den gegebenen Verhältnissen undenkbar. Ein Zionismus der Zufriedenen ist immöglieh! Zionismus ist nicht eine Funktion der Palästina• liebe, imabluingig von einer Funktion der Oolusnot, sondern beides. Auch in Rußland entstand der Zionis- 11ms aus einem zunächst selbständigen Renaissance• und Freiheitsdrang, der sich mit der geschichtUch gegeheuen Zioiwlicbe des jüdischen Volkes mehr vermählte, als daß er, wie gemeinhin geglaubt wird, aus ihr hervorging. Jedenfalls ist Zionismus mir dort eine treibende Macht im Lehen, wo er als innere Notwendigkeit zur Ueberwindtmg des Golus, zur Schaffung eines besseren und freieren Lebens empfunden wird. Und der Zionismus wird nur so lange stark bleiben, so lange er von Menschen geführt wird, die aus der Unfreiheit ihres jüdischen Lebens herausstreben. Wer also den Zionismus nicht von seinen Quellen absclicide» will, darf das Golusbewußtsein des jüdischen Volkes nicht verschütten. Mail mag eine Verstärkung dieses Gohisbcwußtseins für überflüssig oder schädlich halten, aber man darf noch viel weniger das jüdische Volk über seinen Gohiszustand hinwegtäuschen wollen. Man mag die ״Entwurzelung“ als Programm -- das sie nie gewesen ist -- ablehncn, aber man darf noch weniger die Unfreiheit als geschichtliche Tatsache leugnen. Hieraus folgen aber Konsequenzen für die Diaspora-Politik. Ist cs richtig, daß Zionismus der Drang nach freier Entfalnmg der Volkspcrsönlichkeit ist, so ist cs unmöglich, diesen Entfaltungswillcn auf Palästina zu lokalisieren. Die gleichen seelischen Triebkräfte, denen der Zionismus entspringt, führen im Galuth zur grundsätzlichen Fordenn!״• eines eigenen jüdische« Lehens. Es ist durchaus notwendig, daß sich diese Forderung in den Grenzen des Möglichen und Erreichbaren hält, und cs ist richtig, daß diese Grenze» in den westlichen Ländern eng gezogen sind. Aber es wäre gefährlich, diesen Zustand als befriedigend binztinehmen, weil er einmal ״gegeben“ ist. Denn iver das Golus vergessen macht, tötet die Erinnerung an Zion. All das ist, vielleicht in etwas anderer Form, oit gesagt worden, aber in einer Zeit, in der alles zweifelhaft geworden zu sein scheint, müssen wir feststellen, daß wir es noch immer für richtig halten. Eine starke Zionistische Organisation, die wir als Führerin des erstrebten Palästitiabundcs der Weltjudcnhcit nicht entbehren könnteil, kann nur in dem Orundgcfühl allen zionistischen Streitens wurzeln: in dem Streben, durch Palästina das Golus zu überwinden. Eine Zionistische Organisation, die ihre innere Kraft nicht P r e i s g e b e 11 will, in 11II von M e ח s e 11 e 11 getragen sein, die das Golus begreifen und Schöpfer eines neuen Lebens werden wollen. Wenn wir überhaupt einen Grund haben, unsere bishefige I lalltmg allen diesen Fragen gegenüber zu ändern, so meines Erachtens nur den, daß wir früher zu viel geredet und zu wenig gehandelt haben. Nach San Rcmo Spezialrcieraten zur Palästinafrage untersucht werden. Aber für viele wird die Keren Hajessod-Leistung zunächst die einzige Möglichkeit der Mitwirkung bleiben, und daher soll sie von allen als eine gemeinsame solidarischc Verpflichtung des deutschen Zionismus empfun■ den werden. Diese Verpflichtung muß Gesetz im dcutsehen Zionismus bleiben. Der Delegiertentag wird dieses Gesetz erneut zu betätigen und gegen Verfehlungen zu sichern haben. Wir müssen Ernst machen mit unserem Zionismus, und daher müssen wir unsere Jugend, deren Uebcrsiedlung einfacher zu ermöglichen und deren ״!״ ,״: —.. UHU L r I El Ui u a 1 v ׳• schicken. Oie Behandlung der Chaluzfrage, die im letzten Jahre umstritten war, bleibt ein entscheidendes Kriterium für den Ernst unserer Bewegung, Eine Freilieitnbcwegung, deren Jugend so sorglich behütet wird, oder die sieh selbst so gut bewahrt, daß sie selbst vor schweren notwendigen Opfern zurückschreckt, hat ״־.־־’־־ '־' «»üirh״ ui־!» als nolitische Macht zu existieren sowohl als sittliche wie als politische aufgehört. Der deutsche Zionismus muß die jungen, die das Land mit ihrer Arbeit aufbauen, als die Vollstrcckcr seines ureigensten Willens betrachten und sich mit jedem von ihnen verbunden fühlen. Und die Jungen, die hingchcn, müssen wissen, daß der deutsche Zionismus hinter ihnen steht, daß er sie als seine Avantgarde betrachtet, auf die er s־tolz ist. Alle die, die in der letzten Zeit nach längerem Aufenthalt aus Erez-lsrael zurückgekehrt sind, bestätigen, daß dort überall deutsche Zionisten mit tüchtiger, fachlicher Ausbildung, mit Disziplin und sozialem Einordnungswillen gebraucht werden. Vielleicht wird der deutsche Zionismus seine größte Leistung vollbracht haben, wenn er Palästina einige tausend solcher im wahren Sinne des Wortes aufbauenden Menschen gegeben hat. Es wird daher unser ständiges Bemühen bleiben müssen, Ausbiidungsmöglichkciten fiir unsere Jugend zu schaffen, um sie für Palästina vorzubereiten. Die Organisation als solche kann für diese Zwecke, wie die Praxis bewiesen hat, nur beschränkte Mitte! aufbringen. Aber sie muß die Initiative einzelner auf diesem Gebiete anregen. Denn nur dann werden die von privater Seite bereits geschaffenen LehrstäUcu für Chaluzim aufrecht erhalten, ausgebaut und um weitere vermehrt werden, wenn auch diese praktischen Förderer des Chaluzgcdankens sich mit dem Willen der Bewegung eins wissen. Darüber hinaus muß die Frage der Ansiedluug unserer Chaluzim nach einigen Arbeitsjahren ernst ins Auge gefaßt werden. Ich glaube, daß bereits der! nächste Geschäftsführendc Ausschuß den Plan einer Siedlung unserer Chaluzim studieren muß, für welche die nicht im Wege des Kredits zu beschaffenden Mittel in Deutschland aufziibringen wären. Eine ernste Angelegenheit, die endlich geregelt werden muß, ist auch die Frage der Uebersied- 11111 g sk o s t e n. Von London war zuletzt angckümligt worden, daß hierfür Mittel zur Verfügung gestellt werden würden, sobald die Reorganisierung der Palästinaämtcr beendet und damit die Gewähr für eine straff geleitete Immigration gegeben wäre. Bisher sind endgültige Ent- Scheidungen jedoch nicht getroffen, und der Delegiertentag sollte in dieser Lage die neue Leitung zur Schaffung eines besonderen Immigrationsfonds (Keren Alijah) ermächtigen. Der Zionismus, der seine Kraft aus der Idee der ־־:.־י׳.יי •־,־ ־־:-.- befreienden Erneuerung des jüdischen Volkstums schöpf!, müssen wir den Charakter unserer Bewegung als einer j ist Träger des Gedankens der Einheit und Verbünde״- lk'frcmngsaküon mit der gleiclwn Entschiedenheit grimdsätzlieh vertreten und praktisch zum Ausdruck bringen. Wir müssen mit unserem Zionismus Ernst machen! ln jeder Bewegung kommen Zeiten, wo Reden, ehemals wahrhafte Taten der Erweckung, ihren ernsten Tatj Charakter verlieren, wenn sic keine unmittelbaren konkreten Wirkungen auslösen. Wir haben heute zu untersuchen: nicht bloß, welcher Geist unsere Organisation heit dieses Volkes. Wir hatten bereits in den letzten Jahren mehr als früher Gelegenheit, auch diesen Gedanken in der Wirklichkeit durch praktische Tateil zugunsten o s t j ii d i s c h e r Immigranten zu bewähren, und wir werden in Zukunft unsere Aktion der politischen und sozialen Ostjudenhilfe im Verein mit anderen jüdischen Organisationen fortzuführen haben. Manche Anzeichen sprechen dafür, daß es bald wieder in beseelen muß, sondern was eine innerlich starke zio- | besonderem Malk notwendig werden könnte, die ost nistische Bewegung gegenwärtig zu tun hat. Wir müssen Ernst 111 a c h e 11 in i t 11 e m A u f - j hau Palästinas. Eine solche ernste Aufbautat ist j der Keren Hajcssod mit seiner Forderung an jeden einzelnen, die zum erstenmal jeden Zionisten das Glück | empfinden läßt, eine schwere Pflicht iiir Erez-lsrael | erfüllt zu lialien. In dem Geschäftsbericht, der Ihnen j gedruckt vorliegt, ist über die Ergebnisse der Aktion | einiges Tatsächliche, aber auch über die Mansseridce einiges Grundsätzliche nusgeführt worden, und ich kann auf diese Darlegungen verweisen. Aber ich will noch einiges hinzufiigun. Der deutsche Zionismus leidet heute unter seiner Abgeschlossenheit gegen Palästina. Wäre seine organische Fortentwicklung, die vor den! Kriege zu einer starken Verlebendigung des Pnlästinngcfühls geführt hatte, nicht durch die Wirtschaftskatastrophe des Deutschen Reiches unterbrochen worden, befänden wir uns heute in den Valiitaverhältnissen unserer atnerikanischcn Gesinnungsgenossen, — kein Zweifel, daß wir eine starke Einwanderung deutscher Zionisten nach Palästiua erleben würden. Daß dieser lebendige Zusammenhang mit Palästina so ungemein erschwert ist, ist sicher 1 das wichtigste Moment, das die Stimmung im deutj sehen Zionismus in der letzten Zeit getrübt hatte. Wir haben vorläufig keine andere Wahl, als diese Stirnmunge» mit dem Aufgebot aller moralischen Energien zu bekämpfen. Und wir wollen erreichen, daß sich jeder deutsche Zionist wenigstens durch seine Keren Hajessod-Leistung, durch einen Akt schwerer Pflichterfüllung und aufrichtiger Hingabe mit dem werdenden jüdischen Leben in Palästina verknüpft fühlt. Realere Möglichkeiten der Palästinaverknüpfung werden in den jüdischen Flüchtlinge in Deutschland gegen nichtjüdische und leider auch jüdische Gegner mit jener Solidarit.it zu verteidigen, deren Fehlen hei Juden ein charaktcristisches Zeichen einer im tiefsten Grunde anti/ionisnsehen Gesinnung ist. Wir haben den Gedanken, daß ein zivilisierter Staat diesen Flüchtlingen gegenüber bis zur äußersten Grenze seiner Möglichkeiten Asylpflichten zu erfüllen hat, mit leidlichem Erfolge in der deutschen Judenheit um! Ocffcnilichkeit verbreitet und werden es nicht dulden, daß eine Schar sogenannter national-deutscher Juden ihre national-deutsche Gesinnung auf Kosten der Ostjudcn zu bewähren sucht. Wir betonen unsere unlöstichesVcrbiuidcnhcit ,mit derjudenheit der ganzen Welt und halten das Bewußtsein dieser Schicksalsgemeinschaft für einen notwendigen Bestandteil zionistischer Gesinnung und Politik. Im Bewußtsein dieser Verbunden heit betonen wir die Notwendigkeit einer unausgesetzten Erziehungsarbeit an diesen ostjüdischen Volksgenossen in Deutschland, die, wie die Erfahrung gelehrt hat, gegen die Einflüsse der Assimilation kaum besser gefeit sind als deutsche Juden, in denen ferner der Opfersinn für große Qemcinschaftsaufgaben des jüdischen Volkes ebenfalls im weitesten Maße der Gestaltung und Entwicklung durch eine starke und zu klarem Bewußtsein gebraelfte Idee bedarf. Praktische, aufbauende Aufgaben haben wir auch auf dem Gebiete der Kultur- und Gem ei nd ea r bei t — aber ich will über diese auf dem vorigen Delegiertentag ausführlich und speziell behandelten Fragen nicht sprechen. Wir müssen uns schließ- Uch auch, und damit komme ich zu einer dringlichen Frage. einernste9 und würdiges Organisa«