Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 39-40 (17.5.1921)
- Date
- 1921-05-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 39 40 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 277 Umgebung. Vor dieser Tatsache wird jede Leitung versage״, auch die größten Fachleute. 111 Palästina muH man von innen alles, selbst mit anfbatien, mau kann es nicht von außen reglementiean Man muß versuchen, von i n n e n her diese Gruppe zu stärken, dort den Kämpfenden, den besten Elementen, die Kraft zu geben, die Reinigung zu »bei־• nehmen. Es gehört heute kein Mut dazu, gegen links aufzutreten, cs gehörte Mut dazu, gegen andere Gruppen aufzutreten. Es war wirklich so, daß viele sich freuten, wenn die Arbeiter nichts taugten. Wenn es aber mitctcin jüdischen Arbeiter nicht geht, dann ist der einzige versuch einer nationalen Kolonisation gescheitert, w enn Wir nicht von innen her diese Dinge verbessern, werde« wir sehen, wie allmählich dort Dinge entstehen, <11« ganz bestimmt nicht aus Palästina Erez-lsrael machen, daß die Leute nur an ihren Vorteil denken, dal si« vergessen, daß sie dazu da sind, Cl"v,!*?u£i liebes Zusammenleben zu schaffen. W;r hon.וי jelzt Berichte von Palästinafahrern, Berichte Uber die Chausseearbeiter, die unter schwierigsten Verhältnisse« arbeiten IXis können Menschen bestenfalls cm Jahr 111 •icben Und diese Zustände sind dadurch entstanden, weil auch die Exekutive mit «ns durch gemeinsam« Schuld nicht das geschaffen hat, was sie zu schaffen hatte, Simon sagt, nicht auf Almosen, sondern auf Kredit wollen wir aufbauen. Gerade das ist die For• derung der Arbeiterschaft. Seit Jahren spricht man von der Arbeiterbank, aber geschaffen wurde der Kredit nicht. So kommt es vor, daß Arbeitergruppen, wenn sie die Kaution haben wollen, sie sich bei irgendeinem die Frage des jüdisclien Arbeiters und damit die ganze Sicdlungsfragc auch ein psychologisches Problem ist. Wir müssen mit den Menschen rechnen, die zur Verfiigung sind, und zusehen, sie zur produktiven Arbeit zu erziehen. Wenn man aber den jüdischen Arbeiter, statt ihm zu helfen, einseitig angreift,׳ verspottet, darf man nicht hoffen, dadurch etwas zu Desscrn. Der Zio- «Ismus bedeutet eine grundsätzliche Erneuerung des jüdischen Lebens, Das heißt aber Erneuerung des jüdi• sehen Menschen. Nach einigen Bemerkungen Licht heims, der sich eine ausführliche Auseinandersetzung für das Schlußwort Vorbehalt, wird die Sitzung wegen des Sabbaths geschlossen. Am folgenden Tage wurden Besprechungen der Fraktionen abgehaltcn, Sonnabend Abend fa'td Im Volksheim eine große öffentliche MasscnversanMüung statt, bei der Licntheiin und Blumenfeld sprachen, Der Dole* giertentag wird Sonntag Vormittag wieder eröffnet, Sonntags ־Vormiltogssitzung Beginn 10 Uhr, Fortsetzung der Debatte zum Referat L i c h t h e i m. K a 1 z e n s t c i n (Treysa): Die Exekutive hat den Kongreß zwei Jahre zu spät einberufen. Die Methoden, durch Aufrufe an das jüdische Volk heranzutreten, geniigeii nicht, Deshalb sind wir im Misrachi der Ansicht, daß wir alle berechtigten und billigen Bedingungen erfüllen müssen, um alle Kreise des jüdischen V Jude!»" gegen hohe Prozente borgen müssen, da keine füllen müssen, um alle Kreise des jüdischen Volkes öffentliche Institution da ist, die Mittel ihnen zu geben. hcraiwuzichcn. Ich bin dafür, daß der Delcgicrjcntag Das ist ein Vorwurf gegen die Menschen, die nicht begreifen, daß heute die Schaffung öffentlicher Mittel die entscheidende Aufgabe unserer ganzen Bewegung ist, Wir sind heute bereit, jede Kritik zu tragen und sind entschlossen, von Grund auf die Dinge zu ändern, aber nur, wenn man nicht demagogisch einzelne Gruppen in eine unsachliche Opposition hihemdrängt. Man muß den Dingen auf den Grund gehen. Eilte Erziehungsarbeit im neuen Sinn muß die Exekutive entfalten. Die Organisation muß ausgebaut werden, die Kräfte zur Erziehung sind zu stärken. Wir werden alles dafür tun, die Menschen zu stützen, die es ehrlich im inen, die die Energie haben, so zu leben, wie das nationale Bedürfnis cs erfordert, Sic müssen aber auch geschützt werden. Der Aufbau Palästinas ist die «ie vollendete, immer neu zu beginnende Aufgabe jüdischer Menschen in Palästina. (Stürmischer Beifall.) Für den zweiten Turnus wird die Redezeit auf IO Minuten festgesetzt. Julius Berger (N, E. B.): Wir sieben uns durchaus auf den Boden der Grundsätze, die Herr Lichtheim hier vorgetragen hat. Wir meinen, daß eine starke, alle Kreise des Judentums und alle Angelegenheiten des Judentums umfassende Organisation da sein muß. "Wir sind der Meinung, daß wir kein stärkeres politisches Instrument haben als eine starke zionistische Organisation. Wir bekommen auch die Mittel nur da, wo > ine starke zionistische Organisation ist und bekommen .ms England und Amerika so lange keine Mittel, wie dort nicht eine ganz, andere zionistische Organisation vorhanden ist als heute. Wir sind der Meinung, daß eine Starke zionistische Organisation notwendig ist, 11m die Menschen zu finden, die wir für Palästina braueben. Wenn heute Herr Lichtheim bereits mit Vor- Schlägen kommt, die immerhin ein Programm bedeuten, zeigt das den Gegensatz zu der vergangenen Unglückliehen Periode. Wir stehen der neuen Leitung vertraucnsvoll gegenüber. Ali roit Barth (Misrachi): Das Referat Lichtheims war gut und klug und vernünftig, und wir können das meiste unterschreiben. Redner vermißte aber eine ausreichende Erklärung über die Iminigrationspolitik der Leitung, ln der Organisationsfrage glaubt Redner iti 11cbereinstiinmung mit dem Referenten, daß es nicht richtig ist, eine rein praktische Palästinaorganisation aus vier Zionistischen Organisation zu machen, schon deshalb, weil praktische Palästinaarbeit nur durch Erz.iehungsarbeit im Galuth möglich ist. Auch über die schleunige Herbeiführung des Weltkongresses hat Redncr Mitteilungen vermißt. Dieser wäre die einzige Möglichkeit, ein jüdisches Weltparlament zu schaffen, das die zukünftige Organisation Palästinas als nationale Heimstätte der Gcsamtjudcnheit in die Hand nehmen kann Professor Heinrich Löwe (traktionslos): Wir haben eine ürupjx; von 31 Delegierten gebildet, die sich die ״Unabhängigen“ nennen, weil sic nichts anderes wollen, als die innere 'Einheit des Zionismus, Redner wendet sich in seinen weiteren Ausführungen gegen die Gründung von Gruppen aus rein taktischen Gründen. Man sollte nicht aus jeder, wenn auch an sich noch so wichtigen Frage, gleich eine Weltanschauungsfrage machen und sich niclvt unbedingt auf eine Anschauung festlcgcn, da ic nach der Konstellation sowohl die sozialistische als auch die religiöse Seite die liaupt• sächliche sein kann. Es gibt keine dümmere Politik als die, zur Seite zu stehen, wenn man doch mit dein ganzen Herzen dabei sein möchte. (Lebhafter Beifall,) Je mehr wir den anderen entgegenkommen, desto melir weichen sie vor uns zurück, je mehr wir aber in י alastina vorwärts gehen, desto mehr kommen sie «ns entgegen. (Lebhafter Beifall.) Im Keren Hajessocf müssen wir uns den Staatsschatz schaffen, damit die polnische Arbeit geleistet werden kann, von der bisher hafter'lkif 11) d'e Vorarbeit ßeti|n worden ist. (leb- ^..0 *יc r l W e 11 s e h (Hapoel-Hazair): Herr Licht• ',‘i! ™ ysclcs gesagt, was richtig ist, aber er hat ־!״t1Zir‘V1t,־Co mch״ L׳csagt, was unbedingt zur Sache “ ,;’ l.,,1. , ‘״c׳ ,z■ daß keineswegs nur die genossen- .,*nmI1,*״ .Siedlungen Zuschüsse verlangen, sondern G״״״dp״|rlV.a!k,aplta,istlscht,n Kolomen Millionen des . W Verschlungen haben. Okkupation ohne ״״״ m;♦ lst 0"״,״ffheh. ßiejcmgen, die cinsehen, daß Lk ^rabischer Arbeit kein jüdisches Palästina ,2' Formen der Siedlung gesucht und riehP״A1?’ <־mSnn fCS noch nicht endgültigen richtigen sind. Es darf nicht übersehen werden, daß an die Exekutive den Antrag stetlt, den alljüdischen Kongreß einzuberufen, an dem jeder erwachsene Jude als Delegierter tcilnehmen kann. Dr. Frankel (Marburg): Der Standpunkt des Herrn Voll ist nicht nur sein persönlicher, sondern die große Ueberzahl der englischen und holländischen Misrachisten sind mit ihm solidarisch, und auch im deutschen Misrachi steht ein erheblicher Teil ihm nahe. Nicht nur auf dem Gebiet des Erzichungswesens, sondern auf dem Gebiet der Ansiedlung und Immigration gibt cs eine große Menge Aufgaben, die nur vom Misrachi zu lösen sind, Wenn der Misrachi seine eigenen Samtu* lungen aufgeben und wenn er seine Kraft in den Dienst der Keren Hajessod-Saminliingen stellen soll, muß er verlangen, daß er in der Palustinakominisston, und in der Exekutive eine Vertretung sowie ein Acqtiivalent für seine Sammlungen erhält, die ihm die Möglichkeit gibt, seine praktische Sonderarbeit gedeihlich durchzuführen und durchzusetz.cn. Lieber kritisiert die Tätigkeit de Liemcs und Simons und tritt für die Einberufung des Weltkongresses ein. Kancel spricht dagegen, daß der Kongreß nur jedes dritte Jahr einberufen werden soll und fordert, daß wir unsere Organisationsarbcit so cinsteUen, daß das russische Judentum die technische Möglichkeit hat. an diesen Arbeiten teilzuiiclimeu, Auf Antrag B e rg e r wird Sc 111 u ß d e r De b a 11 e angenommen. Lichtheims Schlußwort L i c h t h e i m antwortet im einzelnen aut die Ausführungen der Redner, Immigration und Kolonisation ist heute schließlich dasselbe. Es ist ja alles mir eine Geldfrage, Ich bin der Meinung, daß nach den vorliegenden Arbeiten die Aufstellung eines kolonisatorischen Planes unter Zugrundelegung gewisser Mittel, die man noch nicht hat, aber als aufbringlwr abschätzen kann, nötig ist. Man kann nicht verlangen daß die neue provisorische Exekutive diesen Plan schon hat. Ich sagte aber, daß ich die Empfindung habe, als wenn es nach den jetzigen Vorarbeiten möglich sei, in absehbarer Zeit zu einem Plan zu gelangen, über den sich die zionistische Ocffentliclikeit einig weixlen kann. Ob wir bis zum Kongreß so weit kommen werden, weiß ich nicht, isoweit die Immigration von London dirigiert wird, habe ich diese Arbeit übernommen. Die neue provisorische Exekutive hat 1100 neue Zertifikate herausgegeben, sie wollte weitere 1000 herausgeben, da kam von der Palästinakommission die Anweisung, dies zu unterlassen. Dr, Eder ist der energischste Verfechter der Immigration; er legte nach Bildung der neuen provisorischen Exekutive dieser die Resolution vor, mau müsse alle Beschränkungen der Immigration aufliebcn. Und als wir an ihn telegraphierleu, daß wir beabsichtigten, Weitere 1003 Zo.-tii'ikate herauszugeben, bat er uns, damit noch zu warten, da es sehr schwierig sei, in diesem Moment für Arheits- Beschaffung zu sorgen. Hier ist es nicht nur die Frage der Kosten für jeden einzelnen Einwanderer, sondern, wir müssen viel bedeutendere Mittel aufbringen, um weit größere Arbeiten cin/.uleitcn, die den Leuten Beschäftigung für viele Jahre geben kann. Was die Frage der 8000 Arbeiter betrifft, die seinerzeit von der Regierung angefordert waren, stellte es sich heraus, daß es sehr schwierig war, die Leide unterzubringen, weil es sich zum größten Teil um Stellungen bei der Militär- Verwaltung in Palästina handelte, wie z. B. Pferdeknechte «sw., bei denen cs zweifelhaft war, ob die Juden diese Tätigkeit ausüben können oder wollen. Die Frage des Weltkongresses sollte nicht zu einer Parteifrage gemacht werden, Aber man muß die Frage sehr ruhig behandeln und muß sich klar machen, wer zu einem solchen Weltkongreß kommen wird. Der ״wichtigste Grund dagegen ist der, daß keine Sicherheit dafür besteht, daß auf diesem Kongreß andere als zionistische Gruppen erscheinen, ln Amerika war die Idee des Weltkongresses eine Zeitlang populär, aber ich habe nicht den Eindruck, daß die öffentliche Meinung dort jetzt dafür ist. Wenn man glaubhaft machen kann, daß es große Gruppen im Judentum gibt, die nicht gewült sind, in die Zionistische Organisation oder in den Misrachi einzutreten, die sich aber mit Palästina beschäftigen wollen, und daß solche Leute zu einem Weltkongreß kommen wollen, wird niemand etwas da- Regen haben. — Die Verlegung der Leitung nach Palästin: äst ebenfalls von Barth berührt worden. Es sprechen auch politische OrÜnde dagegen, Wir können uns nicht mit 1unserer politischen Spitze nach Palästina begeben, denn unsere «politische Macht ist das jüdische Volk, das über die ganze Welt zerstreut ist. Die palästincnsische Vertretung muß außerhalb Palästinas einen sehr starken Rückhalt «finden in de.׳ der Leitung. Sodann setzt sich «der Referent mit den Eirtwendüngen der Redner der Linken auseinander. Es habe sich gezeigt, daß jeder Chaluz, der in Palästina zur Arbeit übergeführt wird, 15 £ kostet, das sind bei einer monatlichen Einwanderung von 1000 Chaluzim 15000 £, die izu beschaffen Sache des Volkes ist, und dabei ist immer noch Voraussetzung, daß sie sofort lohnende Arbeit finden. Wenn uns der Keren Hajessod die Möglichkeit gibt, große Lamlstreckcn zu kaufen und große öffentliche Arbeiten anzufangen, dann ist eine Immigration großen Stils möglich. In meinen Ausführungen habe ich ausdrücklich erklärt, daß ich nicht polemisiere gegen Parteien oder Theorien, sondem gegen ganz bestimmte Mißstände und ,selber gesagt, daß es Aufgabe gerade derjenigen ist, die in erster Linie hier beteiligt sind, die Abstellung dieser Mißständc zu fordern. Wenn Herr liiumenfeki dann für diese Kreise antworten zu können glaubt, daß sic den Wunsch haben, von innen heraus eine Gesundung herbeizuführe», ist es derjenige Weg, den ich nur begrüßen!könnte. Ich will nur hoffen, daß den Worten auch die Tat folge. (Lebhafter Beifall.) Es wurde gefragt, wie anders als genossenschaftlich kolonisiert werden soll. Wenn die Genossenschaften produktiv sind, wird niemand prinzipiell gegen Genossenschäften sein. Es gibt heute die Möglichkeit, in Palästina 600 bis 800 landwirtschaftlich geschulte Arbeiter in den Kolonien uiiteiv.ubriiigeit, wenn mau mit den Kolonisten vernünftig darüber verhandelt. Der Hapoel- Hazai'r in Palästina hat aber in der letzten Ausgabe seines offiziellen Organs erklärt, — und das ist überliaupt die Arbcitcrjiolitik des Hapoel-Hazair in Pa- List!na —, es sollen keine landwirtschaftlichen Arbeiter jetzt nach Palästina kommen, weil keine Arbcitsgclcgenheiten für sic da seien. (״Hört, hört•‘ rechts — lebhafter Widerspruch bei der Fraktion Hapoill-Hazair.) Das Organ des Hanoet-Hazair in Palästina hat geschrieben, da der Natkmaltonds zurzeit keine nationalen Arbeiten vergibt, so ist keine Arbeit da. Auf die Frage, ob ln den Kolonien nicht gearbeitet werden könnte, lautete die Antwort, in den Kolonien ist die Lage unverändert, d. h., auf diese Frage wünschen wir öffentlich keine Armvorl zu geben. D;c Arbcitsvcrmitthing liegt ausschließlich in den Händen der Arbeiterpartei, und deshalb wird die ArbeitcrvcrmiU'ungspoütik so getrieben, wie'die Arbeiterführer wünschen. Ich habe nichts dagegen, dann muß aber auch die Arbeiterschaft vor der OeffcnUichkeit dafür cinstchcn. (Erregte Zwischenrufe.) Sie sollten nicht jedes Wort der Kritik für eine feindselige Acußerung halten, sondern den Willen zur Besserung darin sehen. (Zwischenruf: man kritisiert doch nicht im Schlußwort.) Sic wissen, daß ich von der mittleren Generation im Zionismus einer der ersten war, der Verständnis für die Bewegung der Jugend gezeigt hat. Ich habe mich dafür eingesetzt, «laß die Jugend in Deutschland landwirtschaftlich ausgebildet wird, ich bin Gegner der kleinbürgerlich bcschränkten Auffassung, daß unsere Jugend zu schade sei. für die Pionierarbeit in Palästina. Niemand ist sei, dafür zu schade. (Lebhafter Beifall.) Die neue Exekutive will die Landwirtschaftliche Ausbildung in allen Ländern fördern und ocsha'b verlangt sic gerade von Ihrer Seite (nach links gewendet) Unterstützung. (Lebhafter Beifall.) Aber auf der anderen Seite steht die Frage: Was bieten wir den jungen Leuten, die wir auregen, sich auszubilden, damit* sic ein menscheuwürdiges Dasein führen und produktiv arbeiten können (Bravo!) Und wer mit der Exekutive und mit der gesamten zionistischen Jugend fühlt, der muß fragen• Was werden wir in den, nächsten vier Wochen tun, wenn 500 ausgebildete Leute kommen? Wird, wie bisher, geschrieben werden, daß in den Kolonien die Lage unverändert sei oder wird man der Wahrheit gemäß sagen, daß an 1000 Leute in den Kolonien untergebracht werden können, wenn man sie unterbringen will, (Lebhafter Beifall und Widerspruch.) Ich habe Ihnen gesagt, daß wir einen großen Teil der Kritik tinterschreiben, der im Bericht des Rcorganisationskomitccs enthalten ist. Herrn Dr, Lesser bitte ich, Julius Simon zu sagen, daß diese Exekutive nicht weniger als er bemüht sein werde, wirtschaftlich und sachlich zu arbeiten. Ich habe aut Anträgen geantwortet, die mehr zufälliger Natur waren, aber ich hoffe, daß Sie aus meinen Antworten doch etwas wie ein Programm haben entnehmen können. Ob ich der Exekutive auch nach dem Kongreß angcltören werde, ist mir so fraglich wie Ihnen. Nicht nur unter dem Gesichtspunkt, daß ich vielleicht nicht gewählt werde, sondern auch, daß ich vielleicht nicht annelimen werde. Voraussetzung für die etwaige Wciterfühning meines Amtes wäre die Aner־ kenming der hier au!gestellten Grundsätze, erstens, des Wesens der Organisation als einer nationalpolitischen Organisation. Diese ist notwendig zur Durchsetzung der zionistischen Idee wie auch dazu, sich politischen Respekt zu verschaffen und die Gelder für Palästina aufzubringen — das sollte Amerika endlich verstehen —, und sie ist nötig, zur Weckung und Zusammenfassung der zionistischen Kräfte. Ich betrachte es als eine der ersten und brennendsten Aufgaben der Organisation, den geistigen Zusammenhang im Zionismus wiederherzustellen. Der zweite Punkt ist die Palästinaarbeit, Ich kann Ihnen heute kein Programm der Exekutive vorlegen, sondern nur Ansätze zu einem solchen. Wir haben großes Verständnis für die Jugendbewegung, wir wollen landwirtschaftliche und handwerkliche Ausbildung in allen Ländern, wir haben keine Vorurteile, sondern nur das eine Urteil daß vor allem produktive Wirtschaft notwendig ist. Ich kann bei den heutigen unklaren Verhältnissen nicht dafür efntreten, daß die Gesamtleitun״ nach Palästina verlegt wird, aber in Palästina selbst ®ן?" der Exekutiv« seinen Wohnsitz haben, und dieser Teu soll zwar ständig von der Diaspora kontrolhert werden, aber doch mit möglichster Selbständigkert arbeiten. Wir geben allen Gruppen völlig frei, ihren kulturellen Anschauungen nachzugehen, ich glaube, daß sich der Misrachi in diesem Punkte niemaß ward beklagen können. Es kommen Reibungen vor. Ueber-