Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 39-40 (17.5.1921)
- Date
- 1921-05-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 276 IÜEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 39/40 sicrcn die immer neue Schare» von Pionieren ausbildet und nach Palästina bringt. Und so werden sie immer wieder auf die Grundfrage des Zionismus zurück kommen: nationale Erziehung oder technische Ausbildung fiir irgend eine Kolonisation. Vor diesem Problem tritt die Frage: Sozialismus oder Privatkapital zurück. Dies sind Dinge, die mir durch Erfahrung geläutert werden können. Der Keren Hajcssod ist die Voraussetzung für jede Arbeit in Palästina, mag sie privatkapitalistisch oder sozialistisch sein. Bei allen Frage» kommen Sie doch zurück auf die Frage der M e n s c 11 e n. Und das Mensdiemiiaterial kann nicht gut sein, solange es nicht seine Entwicklung in einer jüdischen Gedankenwelt genommen hat. Wir deutschen Juden haben hier in Deutschland auf dem Grenzgebiet zwischen Westen und Osten diese Erfahrung am eigenen Leibe gespürt. Wer von tms ehrlich gegen sich selbst ist, weiß, daß er vor zwanzig Jahren kein Wort davon begriffen hat, was uns heute selbstvcrständiicli geworden ist. Wir in Berlin lind Norddeutsch!,■tmf haben die Kample gekämpft, die der letzte Untcrgnind sind, alle diese Erschüttenmgen, die heute in der Organisation vorhanden sind, des Versuches von westeuropäisch erzogenen Juden, sich ztirückzufinden zu einer jüdisch-nationalen Aulfassung. Diese Erziehung müssen wir auch unter den Jitdcnschaftcn dieser Länder durchführen, in denen diese Entwicklung noch fehlt. Idi bin überzeugt, daß dieser Entwicklungsprozeß unendlich viel schneller gehen wird als bei uns, die wir erst die prinzipiellen Grundlagen schalten mußte». Herr Dr. Weizmaim hat vor kurzem aus Amerika geschrieben, cs müßte eine große Anzahl von Miimicru nach Amerika kommen, welche imstande sinn, die Ergobnisse der dreißigjährigen Arbeit m die Judenschnftcn hiiieinziitrageii, denen die Tradition fehlt. Dann wird man sehr schnell eine Verständigung über den Keren Hajessod und andere Spczialfragen erlangen. Lichtheim hat das Telegramm aus Warschau von de» 500 Chaluzim vorgetragen. Diese Gesinnung ist doch nicht nur ein Zeichen eines zionistischen Radikalismus, sondern ein Zeichen einer großen politischen Reife. Und wenn jetzt vtr einem Jahr aus den linken Parteien heraus der Ruf gekommen ist, daß sofort Clialuziin nach Palästina geschickt wo! len müßten, so war das das Ergebnis eines instinktiven politischen Empfindens. Und wer im Krieg mit ostjüdischer Masse zu tun hatte, der weiß, daß der Bericht von einem Mangel an politischem Verstand dort ein Märchen ist. Wir sollten der provisorischen Exekutive unseren Dank aussprechen, daß sie sich entschlossen hat, den Kongreß für diesen Sommer an einen Platz einzuberufen, der den jüdischen Massen erreichbar ist, und wir sollten die Meinung aussprechen, daß die Z10nistische Organisation aut den Prinzipien nulgcbaut werden muß, die Lichtheim gekennzeichnet hat. Wenn dieser deutsche Delegiertentag entschieden haben wird über die Prinzipien, auf denen die Arbeit autzubnueii ist, wird das Actions-Gonvite den Weg finden, der diese Prinzipien durchführt. (Beifall.) Voll (Misraehi): Ich werde im Namen des Misrachi hier nicht mit Erklärungen kommen und auch 'nicht meine Liehe zur Zionistischen Organisation hinausposaunen, sondern sofort aut die Alißstüiide hinweism. Ich glaube, daß viele Felder vermieden, viele Reibungsflächen vermindert werden, wenn die Anschauungen der prominente״ Gruppen mit der nötigen Gründlichkeit verircicn sind. Es hat mich außerordentlich verwtindert, daß I lerr Liehtheim glaubt, den deutschen Ziomsmus innerhalb der Exekutive zu vertreten, ich möchte aber fragen: Wie ist es denn möglich, dal) eine Landsmaimsch.iit eine Vertretung bekommen soll, und die kulturellen Gruppen haben sie noch nicht bekommen? Welche speziellen Tendenzen vertreten die deutschen Zionisten innerhalb unserer Organisation? Ich habe heute erwartet, von Herrn Liehtheim ein neues Progr.mim zu hören. Ich möchte wissen, wie mau den nächste» Kongreß vorbereitet hat. Das einzige, was wir gehört haben, ist, daß man Vorschlägen wird, den Kongreß alle drei Jahre einziiherufen und einen Pariamentsausseluili von (10 Leuten einztifülireii, Ich bin damit nicht zufrieden. Wir müssen genau wissen, was beim Kongreß diskutiert werden wird. Herr Liehtheim hat gesagt (er hat damit die Worte von Weizmaim wiedergegeben), daß San Remo uns auf den Kopf gefallen ist. Ls ist nicht uns auf den Kopt gefallen, sondern dev Leitung. Man war nicht fertig. Vor Sau Remo hat in England und Amerika das Geld aut der Straße gelegen. Statt es zu sammeln, hat man gesagt, daß wir Pj’äne machen müssen. Die Pläne sind bis heute noch nicht da, bis auf den einzigen!,lau von Ritiiienberg, und das ist nicht das Verdienst der Leitung. Die Leitung hat versagt auch da, wo es sie!» tun rein technische Sache״ handelte. Der Kongreß ist einberuien, mul ich habe eine Mitteilung bekommen, daß baldmöglichst die Schekel abgelielert sein müßten, und das zwei Monate nach Zus iisammentritt des Kongresses, wo es für uns, m der ganzen Welt unsere .Abteilungen haben, sie in so kurzer Zeit ist, vor wir .. ״ Ding der Unmöglichkeit einziisammeln, Herr Liehtheim hat gesprocb.cu über den Briet de l.ieme, über den Landankauf in Erez-Israel. cuvz.tge, was er dagegen sagt, ist, daß im Süden von Das das smM• ־1 ״ls‘״ .־lc 1;itsa,che״ simJ, daß dieses Grund• Cklil "'״rtie׳ wdi cs ««viel war am 11 ־ tK'W h,al dcr לי-א• gegeben, Damals zionistische hat. Verantwortung Es heißt, daß Die LGuuve ' hat « Menschen haben, zu linde M■ ״ hat & d‘ u״tle,״S «״«« Menschen *עי ä *ä&ssr äs Wcwmmvn und Sokolow bcflultra'■ ‘ igte, sich selbst ist mißglückt, was’aüch''nTchr,^״‘l,.~״a dlesür Vcrsl1!:״ Auch der Versuch der Schaftuno ל;,"" crwa.rtc״, w;lr- Exekutive hat kein« Befriedi l Ji " Provisorischen neue Exekutive hM daTVcÖn D><־ sation nicht. (Widerspruch, audTbeim^MrSf^"״ eine Exekutive zusammcivziistelien, handelt unpolitisch. Man scluckt eine Kommission Amerika, statt zu versuchen eine Versöhnung herbei- Zufuhren nimmt man Dr. Mossinsohn mit und nicht einen einzigen Misrachisten. Man muß doch in Amerika auch mit den orthodoxen Kreisen in Verbindung treten. Der Misraehi hat sich bei der Jahreskonferenz mit der Organisation solidarisch erklärt, hat zugegeben, daß man für sich selbst keine Sammlungen abhalten und seine Mittel zur Verfügung des Keren Hajcssod stellen wird. Dafür haben wir erwarlet, daß uns die Mittel zur Verfügung gestellt werde», um unsere Aufgaben in Erez-Israel ilurclmisetzcn. Man hat aber geglaubt, cs nicht tim zu können. Aber man hat in England hervorragende Personen herangezogen, und da hat man Kompromisse geschlossen. Wenn es sich aber dann״ handelt, Leute heranzuziehen, die schon seit Herz! mit• gearbeitet haben, ist cs aut einmal Yucht möglich. Wie kann man dann erwarten, daß wir unserem Gewissen nach ohne weiteres so viel Geld für den Keren Hajessod weggeben werden, wenn wir an der Arbeit nicht beteiligt sind! Dr. L e s s e r- Mannheim (fraktionslose Zionisten):’ Ich spreche nicht für eine Fraktion, gegen die Meinung der meisten, nur für mich und meinen Freund J u 1 i u s S i m o n. Man kann wirken durch das, was man sagt und durch das, was man verschweigt. Liehtheim weiß, warum die Hadassah unter eigener Regie arbeitet, daß Julius Simon mit einem Defizit von 30 000 Pfund sein Amt antrat. Davon sagte er nichts. Wir sollen die Amerikaner nicht angreifen. Sie sind ebenso gute Zionisten, Hätten wir zwanzig Brandeis, stände cs besser um uns. Lichtheim sagte, Simon habe nur 0000 Pfund erspart. Simon und Lichtheim unterscheiden sieh in einem wichtigen Punkt: Lichtheim rechnet nach Pfund, Simon in Chaiu/im, 0000 Pfund sind 450 Chaluzim, die man nach Jaffa bringen könnte. (Zwischenruf T riet sch: Die Rechnung ist falsch, die Tendenz sympathisch!) Als Julius Simon in die Leitung 1111־■ trat, war das Budget 30 000 Pfund monatlich, bei seinem Austritt 11000 Pfund. Monat für Monat hat Simon 8000 Pfund fiir die Alijah ausgegeben. Wicvici hat die neue Exekutive dafür geschickt? Den Grundstiiekskatif hat schon der Misrachist richtig beleuchtet. Eine solche Disziplinlosigkeit kann jede Organisation ruinieren. Wenn Beamte gegen den Befehl ihre Vorgesetzten vor ein fait aceompli setzen, müssen sie mit ihrem eigenen Vermögen einstehen. Dadurch verioren wir de L i c m e. Wir haben keinen, der ihn ersetzen kann. Leichtfertig haben wir uns dieser Kraft beraubt. Der Unterschied zwischen der vorigen und der jetzigen Exekutive ist: die neue Exekutive will sieben bis neun Mitglieder nach London, drei bis füllt nach Palästina setzen. Das Schwergewicht läge also in London, bei den anderen aber in Palästina. Heute denken Sie, Weizmaim und Sokolow können es schaffen. Aber was für die Zukunft wichtig ist, ist die Kolonisation. Wer hat denn die Organisation sprengen wollen? Nur eines wollte Simon, daß nicht die Landsmannschaften von der Londoner Kasse leben. Ich erhoffe von Lichtheim die gleiche Festigkeit. Ich habe cs als fatsch emptuudeu, daß Herr Liehtheim sich als Vertreter der deutschen Organisation in der Exekutive bezeichnet hat. A11 eie Spitze der Zionistischen Organisation gehört Weizmann, mul er ist der Mann, der es jederzeit verstellen wird, den nationalen Willen im Volke lebendig zu erhalten. Neben ihn gehören Fachmänner. Es ist nicht wahr, wie Herr Liehtheim meint, daß wir, wie in anderen parinmen torisch regierten Ländern unsere Führer an die Spitze stellen müssen. Er muß cs doch wissen, daß die ei!!entliehe Arbeit tu den Ministerien z. B. die Bürokratie macht. Wir Zionisten in Deutschland sind eine ganz lächerliche Minorität, und wir haben nicht die Aussicht, wenn wir in der gleichen Weise wie bisher in der Agitation fortfahren, jemals eine Majorität zu werden. Wir sind ein kleines Häuflein von Idealisten, und bei den anderen stehen die wirtschaftlichen Interessen. Aber gerade weil wir Idealisten sind, müssen wir bei Ausfülmmg unserer Arbeit ganz praktische Realisten werden, sonst opfern wir alles. Die zionistische Politik in Deutschland wird gemacht von denjenigen, die die ״Jüdische Rundschau“ in der Hand haben, und sie so leiten, wie sie wollen. Was den Keren I lajessod an 1h־- trifft, so hat die Arbeit in Deutschland vollständig versagt, 10 bis 15 */# der Organisation haben gezeichnet und keine 10«a haben Maasser gegeben. Wir können die schönsten nationalen Reden halten und die Leute begeistern, sie werden immer zuerst fragen, was habt ihr getan. Wir müssen heute sagen: Wir haben gerade soviel getan, daß wir soviel aufgebracht haben, wie tm vorigen Jahr der Nationalfouds aufbringen sollte, nämlich 4 Millionen Mark (Widerspruch). Wir müssen innere gesamte Methode ״״dem, wir müssen tms dazu finden durch Beispiel und I.eliensführiiiig zu agitieren. Daraus folgt nur eines: Mund halten und Keren Hajcssod zeichnen! Kurt Bl 11111 e nf e 1 d deutsche Delegiertentag, der große Bedeutung bekommen die Debatte so zu führen, Willen fühlt, etwas wirklich solle» denken, wir sind Lernende bei allen zu behandelnden Fragen. Ich bin für Liehtbcims Referat dankbar, Ls war sachlich und gründlich. Da wir Stellung zu nehmen haben zur provisorischen Exekutive, die mr Amt unter schwierigen Bedingungen übernommen uat, müssen wir etwas sagen über das, was uns als ihre Meinung vorgetragen ist. Eine wesentliche Besserung ist dadurch eingetreten, daß jetzt ein O rg a »i s a t i o » sl״!!״r> C:'״;>״t״Vorh״n4'n ist• •Auf dc1' Jahrcskonr״t׳,״ W ״, Organisation ausciuandergcfalien. Die S 5,״' w0״ ״ Organisation bagatellisieren. Auf diese VCctxc glaubte man, am besten die Mittel verwalcn zu können, aber die Frage war nicht nur, die Mittel zu _ verwalten, sondern huch, sie zu beschaffen. Mau hat in dieser Richtung nichts versucht, Hiernach ist die Leistung zu beurteilen. Es sind zwei Dinge. Verwaltung und Beschaffung. Es ist richtig, daß dafür xwet Sorten Menschen notwendig sind. 1.•^ Wn der Meinung, daß die Menschen, die ver- 'ttcL zv11 nbc2f!iaf.fcn* ״och Lange nicht das Recht haben, deshalb Mittel zu verwalten und über die Verwendung zu beschließen, aber noch Verhängniswenn jVtensehen, die vielleicht verstehen (1 lapoe!-l laza'ir): Dieser viel umstritten ist, kann , wenn wir uns bemülun, daß man bei jedem aen Sachliches zu sagen. Wir zu verwalten, zugleich gezwungen sind, oder sich f! berechtigt halten auch sachverständig für die BesCha ftmg zu sein. Da sind zwei verschiedene Sorten vo Sachverständigen notwendig. Der entscheidende Fehlt liegt darin, daß diejenigen Menschen, die kompetent fr die Verwaltung sind, mit der Leitung der Organ»,:., betraut werden, deren Macht darin liegt, die Mitti zu beschaffe». Wesentlich ist, daß wir uns dariibr klar sind, welche Kräfte erzeugen solche Mitte Ich werde morgen Gelegenheit haben, nach dem Refcra unseres Vorsitzenden über diese Frage mit Ihnen au־ führlich zu spreche» und Ihnen dann zeigen, da ganz bestimmte Methoden imstande sind, Mittel 1 erzeugen. Nur die Frage des Keren Hajcssod mddit ich herausgreifen. Da verstehe ich das Urteil dt Dr. besser absolut. Aus der Gruppe, aus der er kommt muh er zu solchen Schlüssen kommen. Ich werßi den Beweis erbringen, daß überall dort, w־o ander־ gearbeitet wurde, andere Ergebnisse erzielt wurden ,! Ich bin überzeugt, daß Dr. Lesser diese Fragen durch aus sachlich behandeln wird und keinen Wer; darauf legen wird, Recht zu behalten. Sic müssen hier wissen, daß, als wir den Keren Hajcssod machen wollten, man uns sagte, wir werden nur eine Miii,״!! aufbringen. Dr. Lesser meint, wir waren Idealisten, uivd jetzt haben wir konkrete wirtschaftliche lme» essen. So einfach ist das aber nicht. Unsere Miß. erfolge kommen daher, daß wir mit dem Idealismus nur jongliert haben, daß wir keine Idealisten waren Wir hätten noch größeren Erfolg gehabt, wenn «ir wirklich Idealisten gewesen wären. Das Referat vor, Lichtheim möchte ich hier in dem Sinne begrüße!•, als zum ersten Male seit langen Jahren der Vir-och von der Exekutive gemacht wird, sich mit den Lande״ Organisationen wirklich auszusprechen, eine Richter, zu zeigen, Grundlagen für unser Urteil zu gehe׳? damit 'wir auf den Kongreß nicht so unvorbereitet kommen wie auf die jahreskonferenz. Um auf alle Fragen eiu/ugehe», brauchten wir uG Stunde». Ich will mir auf das Problem der Verwalter.,; cingehcn. Ein großer Teil der Differenz in Fragen Gr Verwaltung wäre beseitigt, wenn Mittel vorhanden wären. Es sind keine da. Gerade die Menschen, die der Ideologie feind sind, reden ideologisch vo» einem grollen Erfolg, als ob cs jetzt darauf ankäme, dal, dir Führer ein großes Reich verwalten. Aber die Sache liegt anders. Jedes Verwalten erfordert zugleich e:n Beschaffen der wichtigsten Dinge: der Menschen. Nichts ist gesagt, wenn man sagt, die Mittel waren für Clialuziin bereitgestellt. Man muß wissen, tu, wird aus ihnen? Wie wird der gegenwärtige Zustand in Palästina geändert? lieber die Frage der Verwaltung ist nur auf gemeinsamer Disktissionsbasis zu verhandeln möglich. Unerträglich sind alle kritischen Bemerkungen wenn diese Basis nicht vorhanden ist, dem! mau weiß, jeder faßt es anders auf. Die .Schuld liegt lange zurück, i» den Jahren der Veilimderimg der praktischen Arbeit der Zionisten. Damals war Palästina eine heilige Sache, immer hieß es. es sei cm schöner Anfang. Wer Aenderuugen forderte, den vertröstete mau auf Entwicklung. Audi bei der Venvaltimg Palästinas gibt es keine natürliche Eiituicklung, all0 Dinge müssen erzeugt werden durch klare Erkcmnn» Jetzt ist das zentrale Problem: Wie kommen \wv zur wahren Produktivität im Lande? Da mul» ich sagen, haben mich die Ausführungen von Liehtheim nicht befriedigt, zum Teil wohl deshalb, wiil er vergaß, daß wir die gemeinsame Basis für diese Kritik noch nicht haben. Die Tatsachen stimmen, bloß «.c sind von den Delegierten falsch auigenommea worden. Die Frage der Arbeiter ist das schwarigste Problem in Palästina. Es Lt gesagt worden: Alle diese Gründungen sind Defi/itgri'mihmgcu. 1>י' ist richtig. In Palästina besteht in der Tat eine lmgelutir, Chaluka. Alles wird demoralisiert dadurch, daß die Menschen wissen, daß es Instanzen gibt, an die :»<« fordernd herantritt. Das hat nicht allein auf Pal.»tim Bezug, sondern auf alles jüdische Leben in den Lander,! der .Vbssensiedhmgen, Gerade die Methoden der amtri■ kanischcn Gründungen (Joint) haben zu dieser Dem.!• ralisation beigetragen. Es gehört eine heroische Leben•• iiihrung dazu, um diese Hilfe abzulchncn. Aber diese Chaluka ist am schlimmsten in de־ Kolonien. Petach-Tikwah erhielt mehrere tausend PninJ Zuschuß für seine Schulen, obwohl es imstande w.u<. ganz, allein seinen Schuletat aufzubriiigen. Diese A»־ ,Gelegenheit, die die schwierigste bei der Frage der Entwicklung Palästinas ist, sie ist zuerst erkannt und gegen sie ist zuerst mit allem Nachdruck in den Kici-m attt'getreten worden, gegen die man heute den Kan:!': :migi'nomuu'ti hat, in den Kreisen der Arbeiter ׳״'־י־•; ln allen Zeitungen der Arbeiterorgane wird dies gc-agi. ln der eben erschienenen Nummer der ״Arbeit" könne» wir die schönste Kritik der Zuscluißwirtsefnit lesen (verliest mehrere Zitate). Dieses scheint mir e:n ertrv־1•־ liebes Symptom zu sein, daß mau in den betreuende» Kreisen diese Mißstände erkennt und ändern v־i’.L voller ist cs, Ich glaube, daß Sie sich doch werden sagen um-'C״ dies ist wenigstens der einzige Versuch, natnmaa Kolonisation zu machen. Das andere war arabische <15 Prozent fließen in die Taschen der Araber. De»» Juden produzieren wenig. Alle unsere Pflanzungen sind Geschäfte. Alles, was man selbst erzeugen könnte, wm! gekauft. Dies muß abgesehatft werden, es liegt au der Qualität der Menschen dort. Das Geheimnis \■ dem nicht zu großen Erfolg liegt daran, daß unsere Arbeiter noch nicht ganz geschulte Arbeiter sind. Sie haben alles selbst erlernen müssen. Man ii-oift auch dort z. B. auf gründlich ausgebildete deutsche Chalu• /.int, Die Gruppen leiden, wenn unter vierzig Leute׳'• nur zehn Faulenzer sind, die nicht mit Schritt halten, -!> daß andere noch alles für sie 111itaufbrit,gen müssen, Erziehung und Auswahl geeigneter Chaluzim ist alles. Die Forderungen müssen von dem Chaluzim seihst .י״ו' gelten, nicht von anderen gestellt werden. Davon Irin. 1 alles ab. Nicht nur für die Arbeit, sondern auch für die öffentliche Moral im Lande. Die Chaluzim können diese Moral schaffen, auch wenn sic wenig sind. Die Tibkc; ist zwar zerstört, aber die Levante lebt noch, nicht nur dort, sondern in allen Ländern Europas. Die Mensenen werden nicht besser dort, sondern sie erliegen; leicht den schlechten Einflüssen einer übermächtigen