Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 39-40 (17.5.1921)
- Date
- 1921-05-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3940ן J U E Dl SC H E RUNDSCHAU Set*.!; 27 י kenne keinen prinzipiellen Standpunkt in. Koloisfragcn. Es ist mir vollkommen gleichgültig, Schwerwiegend ist die Kritik, die sich gegen das Kolonisationssystcm richtet. Es ist wahr, dal} es noch immer nicht gelimgen ist, zu wirklicher Seßhaftmachung von Kolonisten in rentierenden Betrieben zu gelangen. Aber wenn der Bericht sagt, daß die Nationalfondsfarmen wmi wirtschaftlichen Standpunkt fast wertlos sind, so sollte man die Schuld nicht nur bei der jetzigen 1:1• tastimikommission, sondern auch bei der Nat*onalto1uls- Verwaltung suchen. Und wenn wir noch immer nicht zu einem brauchbaren Ansiedlungssystem gelangt sind, so wülite ich nicht, wen die Schuld dafür in höherem Maße trifft, als Herrn Julius Simon, der seit der Einrichtung der Londoner Leitung bis jetzt an der Spitze des Kokmisatkmsdepartemciits gestanden hat. Was die Sache seihst anlangt, so unterschreibe ich Säst jedes Wort der Kritik, das in dem Bericht der Kommission über die bisherige landwirtschaftliche Ansiedlungsarbeit gesagt wird. Aber wohlgcmcrkt, nur diese Kritik. , . . ״ Der größte Fehler besteht oftenbar dann, daß unter dem Schein genossenschaftlicher Produktion kostspielige, unrentable und schlecht kontrollierte Betriebe mit Lohnarbeitern unterhalten werden, daß sich in diesen eine verderbliche Zuschuß Wirtschaft entwickelt und der Trieb zu selbständiger produktiver Arbeit nicht entwickelt wird Ich nisationsfragen. .. ob Palästina sozialistisch oder auf andere Weise aut ■ ebaut wird. Wenn es eine sozialistische Wirtschaftsweise gibt, auf deren Grundlage sich eine blühende Wirtschaft entwickelt, so werde ich sie annehmen. Niemand von uns hat Vorliebe für das privatkapitalistische System. Aber wir müssen erst sehen, daß es geht, und das haben wir bisher nicht gesehen. Der Vorwurf ist denjenigen Stellen der palästinensischen Verwaltung zu machen, die in ihrer schwächlichen Nachgiebigkeit immer augenblicklichen Stimmungen und Tendenzen nachgehen, daß sie ein System unterstützen, das kein System ist. Es ist eine Tatsache, daß selbst Daganiah heute einen Zuschuß braucht. Es herrscht liier eine Wirt- -iluitsform, in der cs kein Familienleben und keine Kinder gibt. Merchawja ist nicht die Spur einer Wiriscliaftsgenossenschaft. Hier wurden 40 000 englische Pfund investiert. Verwaltet wird es von zufällig dort /usammengelaufenen Gruppen von Arbeitern, von denen na einziger länger als drei Monate dort ist. Diese Leute verhindern die Kontrolle eines Verwalters, weil das eine ״kapitalistische Wirtschaftsweise“ wäre, und sie haben diese Politik seit Jahren betrieben und die Nationalloudsvcrwaltung im Haag hat es seit Jahren geduldet, und die Beamten des Nationalfonds und die dortigen Herren tragen die Verantwortung dafür. Ich kann auf Einzelheiten nicht eingehen, empfehle Ihnen aber lebhaft, das Studium des Berichtes. Ich betrachte es als eine der wichtigsten Aufgaben der vom Kongreß zu wählenden Leitung, alle geschilderten Mißstände zu beseitigen und zu einem besseren Kolonisationssystem zu gelangen. Der wichtigste Schritt dazu ist eine engere Verbindung der Exekutive mit dem Nationalfonds, der seit Jahren völlig unabhängig Wirtschäftet. Berechtigt erscheint auch die Kritik, wenn sie beanstandet, daß ein Drittel unseres Budgets für Schulzwecke verausgabt wird. Allerdings ist zu bemerken, daß mit steigender Einwanderung die Anforderungen an das Schulwesen ständig wachsen. Das gegenwärtige Zahlenverhältnis ist aber zweifellos ungesund, und die Bevölkerung muß weit mehr als bisher zum Schulwerk beitragen. Flicht berechtigt scheinen mir die Angriffe des Berichtes auf die Landkaufpolitik■ der palästinensischen Nationalfondsvertreter. Es mag sein, daß diese beim Kauf eines großen Terrains kürzlich ihre Vollmachten überschritten haben. Aber in dem Verlangen des Berichtes, den Landkauf zunächst ganz auf den Süden zu beschränken, sehe ich eine theoretische Ein« seitigkeit. Vollkommen verfehlt sind diejenigen Vorschläge des Berichts, die auf die Umwandlung der zionistischen Exekutive in eine Art palästinensische lea hinziclen. Das hängt mit der verkehrten Auffassung der Zionistisehen Organisation zusammen, die schon früher bei Besprechung des amerikanischen Programms kritisiert wurde. Der Arbeitsplan für die Zukunft Der Abstellung erkannter Mißstände muß endlich eine Periode fruchtbarer kolonisatorischer Arbeit folgen, Auch liier gibt der Bericht der Rcorganisationskommission wertvolle Hinweise, wenngleich Vieles nur sehr allgemein gesagt wird. In der landwirtschaftlichen Kolonisation erblicken wir die schwierigste, aber wichtigste Seite unserer Aufgabe, Das zentrale wirtschaftliche Problem besteht in der dauernden Ansiedlung unserer Chaluzim in rentierenden, selbständigen Betrieben. Hierzu sind eine Reihe von Gesellschaften und Instituten nötig. Was die Rcorganisationskommission und mit ihr die Amerikaner darüber sagen, ist nicht neu, aber richtig. Das Problem besteht in der Finanzierung dieser Institute, und da weiß die Reorganisationskoinmission leider gar nichts zu sagen. Die Methode der Geldaufbringung ~,arf n>cht verwechselt werden mit der Methode der Geldvcrwcndung. Hier bei der Verwendung sollen wir streng sein und keine unwirtschaftliche Arbeitsweise dulden. Wir j. e r . ob .Amerikaner oder Europäer — fordern, daß ״v1?, as<ina ״ach den Grundsätzen strengster WirtschafÜichkeit verwandt werden, daß die Gesellschäften, die wir gründen, planvoll und zweckmäßig arbeiten, daß ein richtiges Verhältnis zwischen den Aus- **«*״*״ produktive kolonisatorische Zwecke und un* produktiven Ausgaben gewahrt wird. Daß auch unproduktive Ausgaben im Interesse der nationalen Kolonisahon notig sind, daß also rein privatwirtschaftliche Erwägungen für uns nicht gelten, bestreiten ja auch die• .Amerikaner Aber warum will man denn weht begreifen, daß ein gutes wirtschaftliches Kolonssationssystem möglich ist, auch wenn bei der Aufbringung der Gelder nicht für bestimmte wirtschaftliche Zwecke, sondern für den großen jüdischen Staatsschatz, für den Keren Hajcssod, geworben wird? Eine gute Verwaltung für einen großen Fonds ist sogar leichter zu beschaffen, als gleichzeitig für ein Dutzend noch in der Luft schwebender Gesellschaften. Wir glauben, daß man dies alles jetzt auch in Amerika begreifen und dort die Mittel schaffen wird, die der alte Kontinent nicht aufbringen kann. Di ese Exekutive tritt darum mit aller Kraft für den Keren Majessod-ücdankcn ein, dessen Einzelheiten gewiß zu diskutieren und zu verbessern sind, der aber das richtige Grundprinzip der Geldaufbringung enthält. Solange das jüdische Volk die Mittel nicht gibt, die wir fordern, kann die Erweiterung unseres Land- Besitzes, die Schaffung von Kreditinstituten, die Steigernng der Immigration nicht erfolgen. Wir haben 1100 neue Zertifikate für Chaluzim ausgegeben. Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, gemessen an dem Wanderdrang nach Palästina. Aber wir dürfen nicht verkennen, daß eine unbeschränkte Immigration bei dem heutigen Geld-, Kredit- und ,Arbeitsmangel in wenigen Wochen zur Kata- Strophe führen müßte. Die Voraussetzung aller unserer Arbeit ist die Aufbringung der Mittel durch den Keren Hajcssod. Unsere Kolonisation ist nationale Kolonisation. Die Exekutive wird dem Kongreß ihre kolonisatorischen Pläne unterbreiten. Heute kann ich noch nichts im einzelne» sagen, aber meines Erachtens ist es gar nicht so schwer, einen brauchbaren Plan aufzustellen. Unsere Politik ist nationale Politik. Die Politik eines Volkes ist niemals zu Ende, es sei denn, daß das Dasein des Volkes zu Ende ist. Darum können wir uns auch nicht auf Palästina beschränken, das eigentlich unser politisches Ziel ist. Wir wollen unsere Kräfte nicht in Goluspolitik zersplittern, können aller unsere Augen nicht vor den Lebensuotwendigkeitcn unseres Volkes verschließen, das außerhalb Palästinas lebt. Solange ein jüdisches Volk lebt, müssen wir seine Ansprüche hier und dort, heute und morgen verfechten. Unsere Organisation ist die nationale Organi!- sation. Wir sind kein Verein, kein Notabcln-Komitee, kein Geschäftsunternchmcn, wir sind die Erben Herzls, das jüdische Volk unterwegs. So versteht die Exekutive Kolonisation, Politik und Organisation. Gerade in der gegenwärtigen Krise halten wir cs für nötig, diesen grundsätzlichen nationalen Standpunkt scharf zu betonen. Die künftige Leitung. Auf dem Kongreß wird die Leitungsfrage eine große Rolle spielen. Es handelt sich dabei nicht nur uin Pcrsonenfragen, sondern um die Frage des Systems der Leitung. Die bisherigen Leitungen haben nicht verstanden, die Organisation zusammenzuhalten und die Finanz- und Kolonisationsarbeit zu leisten. Nur die Politik ist gut geführt worden. Wir müssen eine Leitung schaffen, die allen Arbeiten gewachsen ist. Dabei erhebt sich die Frage, was die Zionistische Organisation überhaupt für Aufgaben hat und nach welchen Grundsätzen sie arbeiten soll. Wir müssen Personen wählen, in die wir das Vertrauen setzen, daß sie die Sache der Nation führen können. Wir müssen unsere Leiter so wählen, wie ein Parlament das Ministerium. Auch da gelten nicht 111 erster Linie die Fachleute, sondern die Staatsmänncr. Nicht etwa gesinnungstüchtigc Rhetoren brauchen wir, aber Leute, die als Persönlichkeiten etwas sind und Ressorts leiten können. Für Politik haben ■wir den Chemiker Weizmann und den Journalisten Sokolow gefunden. Für Organisation, Propaganda, Finanzen, Immigration, Kolonisation haben wir vielleicht noch nicht die richtigen Leute. Aber in die Leitung gehören nur solche Männer, die einen Uebcrblick über den Gesamtkomplex unserer Fragen haben. Wir brauchen gewiß ordentliche Wirtschaft in- und außerhalb Palästinas, cs gibt aber auch Fachleute, die schlechte Wirtschafter sind. Wir brauchen tüchtige Männer und für Spezialaufgaben natürlich auch Fachleute. Aber das neueste Schlagwort sind gar dicht die Fachleute, sondem die Notabein. Auch solche wären uns willkommen, wenn sie wirkliche Zionisten sind. Alle Erfahrungen lehren aber, daß auch für die praktische Arbeit am besten solche Zionisten sind, die wir als nationale Führer anerkennen können. Finden wir keine überragenden Persönlichkeiten, so müssen wir uns mit dem guten Durchschnitt begnügen. Es erhebt sich die Frage, wie die Leitung im einzelnen zu organisieren ist. Bönm hat den richtigen Vorscldag gemacht, daß in der Leitung die Arbeit der Institutionen konzentriert wird. Weniger glücklich ist sein Gedanke, die Leitung durch auswärtige Mitglieder zu ergänzen. Dies hat sich bercits als unpraktisch erwiesen. Mein Vorschlag ist folgender: Die Exekutive bestellt aus 8—12 vom Kongreß gewählten Personen, wovon 5—7 in London, die anderen in Palästina sitzen. Die Auswahl erfolgt unter Berücksichtigung der Ressorts, die diese Personen leite» solle», dabei kann es auch Mitglieder ohne Portefeuille geben. Der Kongreß wählt auch de» Präsidenten und den Chairman der Exekutive, ferner wählt der Kongreß ein A. C. im Sinne des alten Großen A. C. von etwa 30 Mitgliedern, also zusammen mit Exekutive und Direktoren der Gesellschaft etwa 45. Das A. C. kann die Exekutive nicht absetzen, nur ausscheidende Mitglieder ersetzen oder mit Zweidrittel- Majorität kooptieren, Sitzungen des A, C. sollen drei- bis viermal jährlich stattfinden. Außer dem A. C. wird eine Körperschaft von 60 Vertretern der Landesorganisationen und Föderationen auf dem Kongreß gewählt, die durch Beschluß der Föderationen abberufen und ersetzt werden können. Diese Körperschaft tritt getneinsam mit dem A. C. jährlich zusammen und ersetzt die gegenwärtige Jahreskonferenz. Diese kann mit ZweidritteLMajorität die Exekutive oder einzelne Mitglieder zum Rücktritt zwingen und neu wählen. Der Kongreß tritt alle drei Jahre zusammen. In bezug auf die Frage des Sitzes der Leitung begründet Lichtheim eingehend, warum die Leitung heute noch nicht in Palästina sitzen kann. Die Kräfte des Volkes liegen heute noch außerhalb Palästinas. Der Sitz der Leitung muß London sein, weit dort das politische Zentrum ist, aber auch die anderen Ressorts Können nicht abgetrennt werden. Die eigentliche Palästinaarbeit ist von den in Palästina wohnenden Mitgliedern der Exekutive zu laten, mit Zuziehung von Vertretem des Waad Leumi Von London aus kann die Kolonisation nicht geleitet werden, jedoch _ muß eme Budgetkontrolle von London aus erfolgen. Die lreasnry der Exekutive bekommt hierfür eine besondere Abteüung. Der Vorschlag der Reorganisationskontmissum, die ganze ,Leitung mit Ausnahme der Ressorts für Politik und Finanzen nach Palästina zu legen, beruht auf Verkennung der Bedeutung der Organisation und ihres iiatkmalpolitisdien Charakters. Die palästineasis.׳iie Exekutive kontrolliert alle zionistisdien Institutionen durch Governors, die von der Gcsamlcxckutivc ernannt werden. Die Institutionen selbst, Banken, LandgaeUschäften ustv. sollen möglichst selbständig sein; ihre Direktoren bilden einen Rat, der der Exekutive zur Seite stellt. Dieser Plan berührt sieh stark mit dem Vorschlag der Reorganisatioiiskoinniission, mit dem Unterschied, daß uer palästinensischen Exekutive als einem Teil der Oesaintcxekutivc auch politische und nationale Aufgaben gegenüber der Verwaltung und der Bevölkerung zufulien. Alle wirtschaftlichen Untcruehmutigen sind hi Palästina zu konzentrieren. Dagegen muß die Finanzierung, die ganz neu organisiert werden muß, und die Propaganda von London aus erfolgen. Auch die völlige Verlegung des N. F. naclt Palästina wäre falsch; die kolonisatorischen Aufgaben des N. F. sind der palästinensischen Exekutive zu übertragen. Dies sind die Grundzüge des Lichtheirnseheti Vor- Schlages, welche die Landsmannschaften und Verbände rechtzeitig vor dent Kongreß diskutieren sollen. Lichthcim schließt sein Referat mit den Worten: Ich habe Ihnen in ungefähren Strichen gezeigt, wie die provisorische Exekutive über die Grundsätze der zionistischen Arbeit und die nächsten Aufgaben denkt. Wir hoffen, ans Ihren Beratungen und Beschlüssen für unsere Arbeit Nutzen ziehen zu können und bitten um Ihre vertrauensvolle Unterstützung. Freitag-NachmlUagssitzung Vorsitzender Rosenblüth teilt mit, daß die I raktionen einen Geschäftsordnungsantrag angebracht haben, zuerst die offiziellen Redner der Fraktionen ui zwei Zyklen sprechen zu lassen. IXr Antrag wird nach kurzer Debatte angenommen. Die Debatte Dr. Hantke (Nationaler Einheitsblock): Die Prmzipien, die Herr Lichthcim vorgetragen hat, können meiner Ansicht nach begrüßt werden. Vor allem das Festhalten am nationalen Charakter unserer Bewegung. Auch in organisatorischer Hinsicht sind seine Vorschlage zu billigen. Alk Seiten des jüdisch-nationalen Problems müssen von der Zionistischen Organisation erfaßt werden. Wir müssen unsere Schlagtcrtigkeit erhalten, indem wir die Exekutive in London haben. Wenn es auch sehr verlockend ist, schon heute die Zentrale nach Jerusalem zu bringen, so sind das doch betörende Schlagworte. Erst, wenn wir dort eine Macht sind, ist das möglich. Unterstreichen möchte ich die Ausführungen von Herrn Lichtheim über die Arbeit in der Daspora. Er hat nicht so deutlich ausgesprochen, wie ich cs gewünscht hätte, daß das nur zwei Seiten eines und desselben jüdisch-nationalen Problems sind. Wir müssen die Führung der jüdisch-nationalen Dinge in allen!,unkten behalte». Wenn man unsere Zionistische Organisation umwände!( in eine Organisation, die sich ausschließlich mit den Palästina frage» beschäftigt, daun verzichten wir darauf, eine allgemeine jüdische Organisation zu sein, und die natürliche Folge wird sein, daß wir Juden gezwungen sein werden, uns eine neue jüdische Organisation zu schäften. In diesem Kreise brauche ich nicht zu sagen, daß es für uns an ungeheurer Unterschied ist, ob die Organisation, die die Palästinasaebe trägt, gleichzeitig die Vertretung des jüdischen Volkes zu sein prätendiert, oder ob sie all die wichügen Fragen von sich wegschiebt und sie denen überläßt, die dieses Arbeitsgebiet zu erledigen stark genug sich fühlen. So können wir uns, glaube ich, mit dieser kleinen Einschränkung, mit den Grundsätzen einverstanden erklären, aut die die provisorische zionistische Exekutive die Angelegenheiten der Zionistischen Organisation gestellt wissen will. Herr Lichthcim hat mit Recht in dem Aufgabenkreis der Exekutive das hervorgehobe», was wir unter politischer Arbeit verstehen und hat in erster Reihe gesprochen, von der Politik gegenüber dem ar״• bischen Volke. Ich möchte mich aut die Feststellung der Tatsaciie beschränken, daß wir Juden in diesem Moment, wo uns derartige unangenehme Dinge in Palästina passiert stad, kein Zeichen eines chauvinistischen Geistes gegeben haben, sondern daß wir immer wieder erklären, wir wollen mit dein arabischen Volke in Frieden zusammenleben, und sind überzeugt, daß das arabische Volk den Weg finden wird, um mit uns in Frieden zu leben. Wir müssen aber die Tatsache» schäften, um dem arabischen Volke zu zeigen, daß wir eine reale Macht sind. Wir dürfen nicht so mit Herablassung von pohtischer Arbeit sprechen. Es gibt eine Reihe von Großmachten in der Welt. Für uns gibt es eine weitere Großmacht, die Judenheit. Mit der kann aber auch nur politisch verhandelt werden. Lichthcim spricht ferner über den Bericht der Reorganisations-Koininission. Es besteht kan Zweifel, daß die Grundlagen unserer Kolonisationsarbeit■ 111 Palästina außerordentlich verbesserungsfähig sind. Die Verantwortnng für diese Mißständc tragen alle Gruppen des Zionismus. Das System der Kolonisation, das in den letzten Jahren um sich gegriffen hat, nicht weil es das Beste war, sondern aus der Not des Tages, können wir nicht beseitigen, ehe wir ein besseres haben. Ein Fortschritt ist der Mut zu sagen: die und die Dinge sind schlecht. Der zweite Fortschritt wäre, etwas besseres zu tun. Dieser Aufbau ist ein Novum, eine neue Angelegen* hert, dafür gibt es aut der Welt keine Sachverstandtgea Sie müssen von uns herangebildet weraen. Sie wachsen mit uns. Eine Voraus- Setzung ist dazu nötig: die Aufrechtcrhaltung des jnora- «sehen Niveaus des neuen Palästina. Nur, wenn es gelingt, es aut einer Pioniergesinnung zu erhalten, können wir die Schwierigkeiten überwinden. Das können wir nur, wenn wir die Art Zionismus propagieren und die Propaganda für Palästina weiter organi-