Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 39-40 (17.5.1921)
- Date
- 1921-05-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 274 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 39/40 Die politische Lage Die Ereignisse von Jaffa geben eine grimmige Illustration der in manchen Kreisen verbreiteten Lehre, daß wir“eine Politik mehr zu treiben brauchen. Wir sind nicht am Ende, sondern am Anfang unserer Politik. England will unzweifelhaft die Bilfo’ir-Deklaration ausführen. Aber diese Ausführung stößt noch auf viele Schwierigkeiten. Wir haben Gegner in England selbst, in Frankreich^ bei den Arabern, und natürlich auch im eigenen jüdischen Lager. Bisher konnten diese Gegner keinen nennenswert«! Erfolg erzielen, aber wir müssen auf der Hut sein. Bisher lut die Verwaltung Palästinas uns gefördert, die Immigration unterstützt. Die Vorgänge in Jaffa zeigen nun, mit welchen Schwierigkeiten England und wir zu rechneu haben. Zu unserem tiefsten Bedauern haben diese Vorgänge dazu geführt, daß die Verwaltung die Imrnigration vorübergehend gesperrt hat. Geuaucrc Nachrichten haben wir darüber noch nicht, wahrscheinlich will man sich vergewissern, dal) völlige Kühe herrscht und keinerlei Gefahr droht, bevor die nächsten Einwanderer ans Land steigen. Die richtige Antwort aut die Vorgänge haben unsere Gesinnungsgenossen m Warschau gegeben*, sie saivdtcn au die Exekutive ein Tele* gramm daß am gleichen Tage 500 Cliafuzün Warschau verlassen, um nach Palästina zu fahren. Wir haben Berichte, da!) die arabische Polizei sich an den Mordtaten ln Jaffa beteiligt oder sic zumindest geduldet hat. Dies lenkt wieder die Aufmerksamkeit aut den Plan der Bildung einer Miliz, die aus einem jüdischen und aus einem arabischen Bataillon bestehen soll. Ich will über diese heikle Frage hier nichts weiter sagen, möchte aber bei dieser Gelegenheit der Ideologie ent- ,regentreten, in der ein Teil unserer Jugend iu Europa ,ebt Die Abneigung gegen den Militarismus yerfübrt manche Leute zur Abneigung gegen gewisse Pläne, die seit der im Krieg erfolgten Bildung des jüdischen Regimentes bei uns erörtert werden. Diese Abneigung ist so groß, dal) die Kehrseite der Medaille nicht beachtet wird, daß man sich leichtherzig über das hinwegsetzt, was geschehen wird und schon geschehen ist, wenn jene Plane nicht Wirklichkeit werden. Wir;die wollen mit den Arabern friedlich Zusammenleben. Aber der Weg dazu heißt entweder Verzicht auf unsere Ansprüche oder ihre Durchsetzung in solchem Umfange, daß wir die Araber nicht zu fürchten haben. Heute im Uebergangsstadium sind die Araber noch gegen uns, darum bedeutet Selbstverwaltung der Lamlesbewohner beute praktisch den Ausschluß der Juden von Palästina und Schlimmeres, Erst wenn wir unter Englands Schutz so stark werden, daß die Araber unsere Ansprüche nicht mehr bezweifeln können, erst dann kann die erstrebte Verständigung kommen. Wir vertrauen darauf, daß England, das schon mit anderen Schwierigkeiten fertig geworden ist, vor aufgehetzteu Arabern nicht zurückweichen wird. Aber wir müssen wissen, daß wir noch viele Hindernisse zu überwinde n haben. Das Wichtigste ist jetzt unsere wirtschaftliche Arbeit im Laude, um uns Englands Vertrauen zu erhalten, denn warum sollte England sich sonst für uns Unannehmlichkeiten aussetzen?! Je stärker wir im Lande werden, desto stärker wird unser politischer Eiufiuh sein. Alle diese Schwierigkeiten, die natürlich von unseren Gegnern ausgeheiilet werden, sind kein Grund zur Entmutigung, sondern nur ein Ansporn, unseren engeren Zusammenschluß und unsere Anstrengungen zu verdoppeln. Die günstigen politischen Bedingungen bestellen unverändert weiter. Das Mandat wird wohl trotz einer gewissen Opposition in der vorliegenden Form angenommen werden, nichts kann uns hindern, unsere nationale Heimstätte zu errichten — es sei denn unsere eigene Schwäche und Uneinigkeit. Darum sollten wir vor allem die unnötigen Streitigkeiten ruhen lassen und die Einigkeit in den eigenen Reihen hcrzustclien suchen Das organisatorische Programm 'Die Provisorische Exekutive sieht eine ihrer wichtigsten Aufgaben darin, die organisatorische Einheit des Zionismus wieder herzustellen. Wenn die bisher in■ London herrschende Richtung cs unterließ, die Organ! salion als solche zu stärken, die öffentliche Meinun״ nn Zionismus zu beachten, die eigene Auffassung öffentlieh zu vertreten, wenn alles von ein paar Leuten!unter den Kulissen abgemacht wurde — so war dies weder Zufall noch Böswilligkeit, sondern hing offenbar mit der Auffassung zusammen, die diese Herren insbesondere die Führer der Amerikaner und Simon — von der Organisation überhaupt hatten. Diese Auffassung beruht auf Verkennt mp und Mißaehüing alter zionistischer Erfahrungen tuid Grundsätze. Hier paßt wirklich der Mahnruf: Zurück zu Herzl! Wir wollen uns die Zionistische Organisation nicht zugrunde richten lassen, wir halten ihre Aufgabe noch lange nicht für erledigt, wir brauchen diese Ormontsation, sowohl um die Kräfte der Judcnhcit zu wc'cken und zu sammeln wie auch um aus der vercinmtcn Anstrengung unserer Anhänger die materieUeu Scliöp- 3™ '1r'T1'110", ■'1 ״‘T’״• dic ‘,«Ksti״» errichten lumpten J VI" al>er ״״ch> 111,1 ״lli politisch zu be- *״.f!!•! »■״״ikanischo Auffassung ui bezug mit die Weltorganisation gellt von drei ganz falschen äTÖ“ aUS• ,1■,4 ste״t <־‘s Ä ob nach Onfr J Th ז0““8 ״׳ JU(fcnhc1t bereit wäre, für Palästina Erahlum^mi],?׳ k’S ^1"" 1״f kcine ״״»paganda oder ScliL'iJcw’1n<| C1r■ brauchten, als wenn überhaupt dic freilich die äußcrerÄäife Vorteile Heute smJ viele Nichtzionisten, dieSsL«.P”l-K* daIi sehr nutarbeiten wollen Stelle«*!״-m£a j.fur uns haben, als solche auf deren‘P^chZgie ungünstiges Ereignis, ein MiKt״^,J° JPc״UEt «י״ fahrden. Ich bin in allen Fi«™.8״״, alles zu gegemäßigte Haltung cü1ffertete1^״mPn• ״?mcr für cme nicht aus Trotz radiki S KiT’Wh ^r1״braud,ea a11dl taüp!»« mH aber wir leben in dem Gedanken, daß wir Juden and, die für die nationale Wiedergeburt ihres Volkes kämpfen. Das ist nicht der Standpunkt der jüdischen Mehrheit iin Westen Europas. Das ist Zionismus. Dieser nationale Gedanke hat uns alles gegeben und alles aus uns gemacht. Verlieren wir Um, so verlieren wir uns selbst. Beharren wir aut ihm, so werden wir in guten Zeiten schnell, in schlechten langsam vorwärts kommen, aber immer das vorwärtstreibende Element itn Judentum bleiben. Darum brauchen wir auch weiter dic Zionistischc Organisation als die Organisation des natio nalen Juden. Zur weitgehendsten Zusammenarbeit mit den anderen sind wir bereit. Heute kann jeder gutgesinnte Jude mit uns arbeiten, der ehrlich Palästina will. Unser angeblicher Radikalismus ist nur eine Ausrede für Mangel;in Optcrwillcn oder für innere Gegnerscliaft Wo äußert sich denn unser Radikalismus derart, daß er praktische Zusammenarbeit für Palästina vorhindert? Von ein paar Entgleisungen abgesehen, wüßte icli höchstens die Gcnieindcwahlkämpfc zu nennen, zu denen wir doch ein gutes Recht habe». Selbst die Schulfrage bietet keine so großen Schwierigkeiten. Wir erkennen alte Verpflichtungen gegenüber der Umwelt an und treten nirgends zu ihr in Gegensatz. Will man aber unsere Gesinnung beanstanden, so bleibt keine Wald. Wir sind ein Volk! Diese Erkenntnis und Gesinnung mußte in der Tat im Westen erst errungen werden. Sie muß täglich aufs neue errungen werden, wie gerade der Kampf gegen den Radikalismus zeigt. Und weil es so ist, deshalb kann die Zionistische Organisation nicht einfach cm Verband aller Juden sein, dic sieh für Palästina interessieren. So kann cs nur dort sein, wo alle Juden von Natur national sind, *was selbst im Osten und Orient nicht der Fall ist. Hier ist Zionismus immer eine im Gegensatz zur bisherigen Entwieklung errungene Meinung, ein erkämpftes Bekenntnis zum nationalen Gedanken. Darum fassen wir im Geiste Herzls die Zionistische Organisation aut als den orgamsatorischen Ausdruck des nationalen Willens zur Durch- Setzung der nationalen Lösung der judenfragc in Palüstina, nicht als einen Kolonisationsverein. 2. Der zweite Irrtum der amerikanischen Führer ist die Anschauung, die heutige Zionistische Organisation sei nicht der geeignete Träger der wirtschaftlichen Energien zur Erschließung Palästinas. Der amcrlkairische Vorschlag —• der von der Rcorganisationskommission stammt — geht dahin, die zionistische Exekutive nach Palästina zu verlegen und sie zu einer Art Wirtschaftskomuiission zu machen. Die Landcsorgaiiisationen sollen selbständig sein, die Leitung aber sich ausschließlich auf die Arbeit in Palästina konzentrieren, ׳ohne sich in innere Angelegenheiten des Jischuw oder in die Politik der Landes regierung zu mischen. Was bedeutet dies? Entweder es bedeutet gar nichts — da ja heute bereits die Landesorganisationen sehr selbständig sind und sein müssen und dic Leitung sich ganz auf zentrale Arbeiten konzentriert — ׳oder aber, man will wirklich den natio nalen Charakter der Zionistischen Organisation ändern, eine Ica ohne Geld aus ihr machen. Dic Wirtschaftliehe Erschließung soll nach diesem Plan durch einzelne selbständige Institute vorgenonimen werden, die von der palästinensischen Exekutive kontrolliert werden. In diesem Verlangen liegt etwas Richtiges. Die einzelnen Gesellschaften sollten möglichst .selbständig sein, und eine der Aufgaben der Exekutive ist allerdings die Kontrolle der Gesellschaften. Aber wer wird diese Gesellschaften gründen? Wegen des geringen Gewinn• anreizes geht heute nur national gewecktes und organisiertes Kapital «ach Palästina. Eine Leitung, dic die Bedeutung der Zionistischen Organisation hierfür nicht versteht, bringt natürlich kein Kapital auf. Was haben die Amerikaner geleistet? Was wurde aus Simons seit Jahren verkündeten Bank- Projekten? Schließlich!missen auch die Amerikaner in Form der ״Investment Companies" und Sanimclfonds an die organisierten Zionisten appellieren, ln Wahrheit ist die nationale Zionistische Organisation unsere größte, ja unsere einzige wirtschaftliche Mac 111. י Eine ganz andere Frage ist die Form der Ver wcnihrng der Gelder in Palästina, die Kontrolle der Gesellschaften, die Abstellung gewisser Mißstände dort. Diese Angelegenheiten werden leider von der amerikanischen Richtung mit prinzipiellen Fragen ver■ mischt. Statt Fehler unseres Apparates zu verbessern, will man die Zionistische Organisation zu einer Gruppe von Kolonisatiousvcrcincn machen, mit einem Wirtsdiaftskomitce iu Palästina an der Spitze. So werden wir weder eine Organisation noch Geld haben. Denn man wird bald merken, daß das Kapital nicht von allein in PalästinagcscHschaftcn zusammeniäuft. Die amerikanische Auffassung verkennt auch die Imponderabilien nationaler Volkswirtschaft Unser bestes Wirtschaftsaktivum sind heute die Chaluzim. Die nationale Klee, die Anlehnung an die Zionistische Organisation hat sie hingebracht, keine Kolonisationsgescllschaft, keine Profitberedmung, 3. Der dritte zurzeit vielleicht gefährlichste Irrtum der Amerikaner in bezug auf die Organisation ist die Meinung, daß sie ihre politische Aufgabe erfüllt habe. Wir sprachen schon von diesem Irrtum Aber wie konnte er auftauchen in einer Zeit, die uns San Remo gegeben hat? In .wessen Namen haben denn Weizmami und Sokolow gesprochen? Warum wurde dic Zionistische Organisation als Jcwisli Agency anerkannt? Weil die Regierungen, m ihr den Beginn der jüdischen VorksorgamsatM erblickten, mit der sic verhandeln diescr Hcrzlsche Traum sich verwirklicht hat, will man diese Organisation verdaCs״CRrrb1hrCh 111141 £,1'נ>ו!״ tauben, will ihr das Recht absprechen, große Politik im Namen des aCS m tre1b«־״ will sie bestenfalls zu einer , Agentur von Kolonisationsgesellschaften Die jetzige Exekutive verstellt unter Zionismus die große- Maschine, die alle national«! Energien wecken, sammel» und verwenden soll, kurz, die nationale Organisation*.- form eines Volkes, das den Boden des eigenen Landes noch nicht unter den Füßen hat, in der Idee aber bereite’ das Volk des künftigen Judenstaates ist. politisdien machen. Man sage nicht, dies sei ja nidit die Absicht die Organisation solle ja weiter Politik treiben. Aber’was kan(n j^cs .fur c1re Politik sein, die sich um den Jisdiub welch«?Fhf״dnlVCrWa1.^8 nicht kiim1״em darf, und FühV^nm״nlHß Hfn1Ls,e wenndieamerikanischen wSterrrim» *T*.01־absotzung, Schwächung, Zerstörung der Weltorganisation weiter wie bisher betreiben dürfen? Die künftige Leitung. Der Gedanke der Nation fiat uns die Kraft zu!» Aushalten in schweren Zeiten gegeben. Die große Auf. gäbe der Zionistischen Organisation wird erst erfüllt sein, wenn in Palästina ein jüdisches Volk lebt, daj 1 sich selbst verwaltet und ökonomisch unabhängig Kt das selber die Energien entwickeln kann, um die Mittei zur Kolonisation zu beschaffen. Solange die politische und wirtschaftliche Grundlage des jüdischen Gcmcto. wesens in Palästina noch nidit gelegt ist, ist d!t Zionistische Organisation berufen, diese Grundlage c! ersetzen. Stirbt der Herzlsche national-politische 0!. ׳ ganisationsgedanke ab, 90 wird die Judcnheit ganz gewig! die seelischen und materiellen Kriiite nidit aufbringen! dic zum Aufbau Palästinas nötig sind, und der national• jüdischen Politik wird kein weiterer Erfolg beschießen 1 sein. Da wir sicher sind, daß diese hohe Bedeutung ׳ der Organisation nirgends besser ats bei den deutsche* 1 Zionisten verstanden w׳ird, so erwarten wir, daß die deutschen Zionisten sich allen Tendenzen entgegen• stellen werden, dic die Einheit und Kraft der Organisation bedrohen. Auch das Parteiwesen sollte bei 1ms nicht zu sehr überwuchern. Es kann bei uns keine ausgeprägten Klassengegensätze geben. Wir sind noch nicht dic neue Gemeinschaft in Palästina, wir sind aut dem Marsche nach einem noch fernen Ziel. Der idcalistischc Charakter unserer nationalen Bewegung ist djc Einheit, die uns verbindet. Darum sind die natürlichsten organisatorischen Einheiten bei uns noch immer die Landsmannschaften und nicht die Parteien. Selbst diese sind mehr und mehr genötigt, sich den Landsmann• schäften einzufügen. Das amerikanische Programm. Ausgehend von den vorgehend dargelegten Gntf. sätzen setzt sich der Referent mit den einzelnen Punkt« des in dem Memorandum der amerikanischen Exekutive i aufgestellten Programms auseinander. Die Frage der Gegenwartsarbeit kann nur so gelöst werden, daß sie entsprechend den vorhandenen Mitteln in unser Programm aufgenommen wird. Grundsätzlich muß fest, gestellt werden, daß alle jüdischen Angelegenheiten uns angelten. Der zweite Punkt, die Forderung <1af> die Zionistische Organisation als ״Jewish Agency" fig״. ricren soll und nicht eine ncugebildete Körperschift oder dic Vertretung eines Weltkongresses, bezeichnet Lichthcim im heutigen Stadium als nicht aktuell. Du• dritte Formulierung der Gegenüberstellung ״Common• wealth und kulturellem Zentrum“ ist eine unrichtige Problemstellung. In Wirklichkeit leugnet niemand, daß die ökonomische Basis die notwendigste Voraussetzung des Aufbaues Palästinas ist. Es kann sich höchstens um die Frage handeln, ob ein paar Schulen;״ehr oder weniger gemacht werden sollen. Viertens: die Trennung der Fonds für ökonomisch rentahfe und unrentable Zwecke ist ganz richtig. IX»c'.1 betrifft dies nur «iu Verwendung der Gelder, keineswegs dic Auf• bringung. Der Beschluß für Keren Hajcssod ist in London einstimmig gefaßt worden, und bei einigem guten Willen wäre dic Einigkeit zu erzielen gewesen. Dic Verhandlungen in Amerika scheiterten schließlich an der Forderung der Amerikaner bezüglich eigener Kontrolle der Gelder. Die Forderung einer ökonomisch richtigen Methode der Arbeit in Pa• lästina wird jeder unterschreiben; dic Amerikaner sollten aber, statt zu kritisieren, positiv mitarbeiten, Was die Forderung der Oekonomie der Föderationen anlangt, so muß erklärt werden, daß in Wirklichkeit eine weitgehende Selbständigkeit der Landesorganisationen be■ steht. Ein Mehr würde den Bestand der Weltorganisation gefährden. Manche Forderungen des amerikanischen Pro• grninms nehmen wir auf, aber ein großer Teil beruht auf Mißverständnissen und unaktuellen Polemiken. Trau allem hoffen wir, daß die amerikanische Convent»« am 5. Juni eine Verständigung bringen wird. Die Reorganisationskommission. ' ln seinen positiven Teilen deckt sich das Memo• randum der Amerikaner in den meisten Punkten mit den Vorschlägen der Reorgnnisationskommisston. IR' Bericht dieser Kommission, der demnächst veröffentlicht werden wird, ist überzeugend in der Kritik einer Reihe von Fehlern, die in Palästina begangen wurden. Er• staunüch ist nur die Tendenz des Berichtes, bestimmte Personen in Palästina, die er als ״Palästinakommission" bezeichnet, auf die Anklagebank zu setzen, auf die sie zumindest auch gehören. Die Palästinakommiss»!1 bestand in Wahrheit aus den verschiedensten Personell, die im Laufe der Zeit wechselten. Heute werden die Angriffe vor allem gegen Ussischkin und Kuppin ge• richtet, aber die Haupüibdständc liegen viele Jahre zurück, und besonders der Vorwurf ’ der schlechte» 'Wirtschaft trifft, soweit er überhaupt gerechtfertigt ist, diejenigen, welche die nach der Balfour-lMlarat»״ gesammelten Gelder unzweckmäßig verwendet haben. Vor allem Eingehen auf die wirklich berechtigte Kritik muß ich entschieden der Meinung entgegen• tf.cten, als ob bei uns zurzeit grobe Verwaltung;• Mißwirtschaft herrscht. Es ist natürlich richtig, da» unsere Verwaltung in Palästina Geld kostet, und wahr• scheinlich sind auch organisatorisch Fehler gemacht worden. Nim hat die Rcorganisationskommission eine genaue Untersuchung angcstellt, die Zahl der Beamten von 116 auf 87 herabgesetzt und dadurch Ersparnisse erzielt. Dabei wurden aber auch gewisse Zweige der Tätigkeit eingestellt uni eine Anzahl Beamten die P. L. D. C. Übertragern Die Reorganisationskommission hat anerkannt, daß dic Beamten der Palästinakommission sehr niedrige Gehälter beziehen. Wenn cs 111׳Lf״״״ Weise gelang, von einem Gesamtbudget von 300000 Pfund jährlich etwa 9000 Pfund, also 3 l rezent an Gehältern, zu ersparen, 90 ist das gewiß erfreulich, aber es zeigt, wie unbegründet der in manchen Kreisen verbreitete Vorwurf ist, daß zuvor unsere Gelder durch ein Uebermaß von Beamten vergeudet worden sind.