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Jüdische Rundschau · 1921-05-13 · Heft 38 (13.5.1921) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 38 (13.5.1921)
Date
1921-05-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Nr. 38 Seite 263 12 Praktikanten von Berlin errichtete Siedlung Halbe und 4 Praktikantinnen arbeiten. Die zahlenmässige Entwicklung unserer Jugmidorg.t* ״».-!«innen Int befriediKciid« Fortschritte gemacht. Die Gesamtzahl unserer in natiunnljüüischei1 Jugendverbänden oruatiisierlcn Jugendlichen beläuft steh auf zirka OaOO. von denen ein8erheblicher Teil unseren Ortsgruppen nicht ungehört. Palästitinnmt Die Arbeit des Palästinaamtcs, dessen nusfüln lieber Bericht au anderer Stelle gegeben ist, hat im ve^osscnen {ahro Urei Stadien durchlaufen, Das erste Aibeitsst.uhum stand noch unter dem Einflüsse der hemmenden hin- Wanderungsvorschriften der ehemaligen Militärverwaltung Palästinas und schloss ah mit dem 1. August des vorjahres. Diese Tatsache in Verbindung mit der bis dahin bestehenden .Schwierigkeit, in unserer Arbeit Mrderliche Beziehungen zu dem Berliner British Passport UnHol Office zu erlangen, verurteilte das hiesige 1 aUstma.imt zu einer sehr eingeschränkten Tätigkeit, zu der auch nur die damals schon grosseren Möglichkeiten de!; Wien! 1 Palästiuaamtes es in den Stand setzten. Der zweite Arbeitsabschnitt wird dutch die 1 ubukation der neuen palästinensischen Kinwandorungsvor• ordnung charakterisiert. Kr brachte dem Palästinaamte die so ”notwendigen, guten amtlichen Beziehungen zu der hiesigen britischen Passbehörde und hülle damals schon die Entfaltung einer grösseren Tätigkeit erim glicht, wenn nicht infolge angeblicher Ueborflutung 1 alastiuas mit ungeeigneten Elementen und mangelndei Arbeitsgelegenheit die Massvegel einer vorübergehenden .Sperrung Palästinas durch die palästinensischen Behörden, verbuudcu mit einer entsprechenden Anweisung der Lundimer Zeutralregievini!{ an das hiesige britische General-■ kousulat, unsere eben günstig begonnene Arbeit wieder im Keime erstickt hätte. Trotzdem gelang es dem Palästiunamtc in dieser Zeit, nicht nur allgemeinen (sogenannten Kategorie 15-) Emigranten, die sich im Besitze genügender Mittel befanden, die Reise nach Palästina zu ermöglichen, sondern auch einer Reihe Palästinapiomereu und Arbeitemnigrantori. , , Das dritte Arbeitsstadium des Palüstinnnnitos stand unter dem Zeiehon der bekannten Kinwanderungsvereiubaru!1g zwischen der zionistischen Exekutiv(' und der palästinensischen Landesregierung. Diese Vereinbarung, die eine immerhin ansehnliche Immigration von Arbeiter- Pionieren für das erste Jahr vorsah, ist von der Organtsation nicht im volleu Masse ausgenutzt worden. Anstatt der auf Deutschland monatlich entfallenden ca. 75 Arbeiter-Zcrtilikatc, hat das Palästinaamt (in Verlaufe der letzten fünf Monate im ganzen nur 125 Zertifikate zugewiesen erhalten. In jedem Falle erfimr sein Arbin'sfeld dadurch eine erhcddiche Erweiterung, zumal es dem Amte möglich war über die Zahl der ihm zugesta; denen Arbeiter-Emigranten hinaus, einer erheblichen Zahl durch Uaranlieruttg bestimmter dem Amte zugesagter Arbeitsgelegenheiten die PebeiSiedlung nach Palästina zu ermöglichen. Die durch die erwähnten Einschränkungen gewährtet׳ Arbeitsmöglichkeiten stellten das Palästinaamt Vor Aufgaben, die es nur in unzulänglicher Weise und zwar nur dadurch lösen konnte, dass es sich einetiTcil der nötigen Mittel verschaffte, um wenigstens eiiiigermassen den berechtigten Ansprüchen auf Reisebeihitfe angcwiesenor Arbeiterpioniere gerecht werden zu können. Die Arbeitsmögtichkeiten des Palästinaanites sind in diesem schon recht vorgeschrittenen Stadium noch reichlieh beengt. Sie bedürfen aus vielen Gründen der Er- Weiterung. Die Ausgestaltung des Palästinaanites zu den in London seinerzeit angeregten Formen setzt die volle Ausnützung der Möglichkeiten voraus, die durch die oben erwähnte Vereinbarung der Exekutive mit der palästinensischen Landesregierung gegeben sind. Kulturarbeit Auf dem Gebiete der Kulturarbeit haben die grundsatzlicbcn Debatten der letzten Jahre einerseits, die praktischen Versuche andererseits zu eiuer gewissen Klärung der Ansichten geführt. Es hat sich herausgestellt, dass vorläufig da» Schwergewicht aller Kulturberaühungen auf die Förderung der hebräischen Sprachkenntnisse unserer Jugend zu legen ist. Die hebräische Bewegung in Deutschland hat durch die Hebräische Sprachschule in Berlin einen entscheidenden Anstoss erhalten. Ihr Vorbild hat in verhältnissmäs.sig kurzer Zeit die frühere Methode des gelegentlichen Kursunterrichts verdrängt und durch die systematische Methode der intensiven schulmässigcn Sprachausbildung ersetzt. Es ist heute fast überall begriffen worden, dass sich die hebräische Sprache nach Beendigung des Kindesaltets nur noch in einen! Unterricht erlernen lässt, der wüchentlieh in mehreren Stunden erteilt und durch fleissigos häusliches Studium unterstützt wird. Auf diesem Prinzip sind die hebräischen Sprachschulen in Berlin, Frankfurt am Main, München, und an einer Reihe anderer Orte aufgebaut. Auch in den studentischen Verbindungen zeigen sich endlich Ansätze zu einer ernsteren Pflege der hebräischen Sprache. Hebräische Kindergärten sind an einer Reihe von Orten entstanden. Hier leiden wir immer noch unter dem Mangel au geeigneten Kindergärtnerinnen. ln Berlin ist der Versuch zur Gründung einer zionistischen Schule unternommen worden, deren erste Klasse eröffnet wurde. Der vom ausserordentlichen Dclegiertcntag im Jahre 1016 gewählte Ausschuss für jüdische Kulturarbeit hatte sich auch die Vorbereitung und Schaffung von Publika- Gonen aller Art, insbesondere von Lehrbüchern und Jugendschriften zur Aufgabe gesetzt. Auf diesem Gebiet ist von dein früheren Leiter des Kultursekrotariats, Herrn Calvary, wertvolles geleistet worden. Nachdem jedoch der Jüdische \ erlag so erweitert und ausgebaut werden konnte, dass er in höherem Masse als bereits früher C!• t'rU11('n kann> als eine der wichtigsten SÄräKira; SK'ftiS ״™■!״״“*'1 ״1“״יuu 1־, Der Ausschuss für jüdische Kulturarbeit dem eine ,,1e wertvoller Publikationen, vor allem die Jutrendbücherei zu danken ist, dessen Arbeiten aber ״»,,״r a״!• räumlichen Trennung der MitaB״d״r 1•״ r uutf r Berichtsjahr durch efne Kulturklmmissilin erietz“ welclm die gesamte Kulturarbeit innerhalb der Z V f 'n 1״ ,״ trollieren und anregen soll. ' D' *on JUEDISCHE RUNDSCHAU Gctncindcerbeli Im Vordergründe der Gemeindearbeit Stand die. Aktiou r Durchsetzung unserer demokratischen Forderung( bei der Schaffung der G c sa m t o rga n 1 s a 11 o u d er J u d e n in Deutschland. Sie wurde zunächst von dem Gemftiiidedczeraat dos Goschii(ts(ül1rcudcn Ausschusses harbeitet und ist in ihrem'wciteren Verlaute! ttn weseutithou von Gi'stlitaungsgeiiosscn, die den Vertretungskörpcrschaflen der grossen jüdischen Gemeinden _ angehören, durcligcfülirt. worden. Der von uns tut vottgeti fahre veröffeutUchte, von l)r. Viktor verfasste ztomsUsttUe Entwurf einer Gosamtorgaitisation stellte den Lntwüuen der anderen Verbände das Bild eines sorgfältig durchorganisierten, hu Ganzen und in den einzelnen Teilen vollkommen demokratisch aufgebauteu Gesamtverbandes L'ononiiher. Wenngleich dieser Lutwut( zur Vcihand*■ lunKsorumll.iK*’ nicht gemacht wurde, r.n darf doch ge־ s.iej werde!!, tliiss der iu ihm verkörperte Radikalismus der demokratischen Forderung die Entwürfe der anderen 01־f׳a1dsa!it>nen beeinüusst, dass er korrigierend au( die deiinitivf‘ (h\stallu11£ der Üusamtorganisatlon ei״Ke\virkt hat Die . ('Schlüsse des Gemeindetages, dutch welche die Grundlage für den Aufbau der Gesamtorgauisation geschaffen worden ist, konnten uns insofern befriedigen, als wenigstens für die Wahl zum Bundestage ein absolut demokratisches Wahlrecht gesichert werden konnte. Im übrigen ist d.ts Statut in wesentlichen Punkten verbcssenniesbedllrfUg. Vor allem muss es unser unausgesetztes'Bemühen bleiben, innerhalb der Gesamtorg.uusation dem von uns stets verfochtenen Grundsatz An* erkenntmtf 1׳\x verschaffen, dass auch die Linzelgemeiudon, tls Unterbauten des üosanilvorbaiides demokratisch ausgestaltet werden müssen, und dass diese Entwicklung von Verbandswegen gefördert werden muss. Wir werden unsere grundsätzliche Gegnerschaft gegenüber der GemeiudeorgaiiisatioiispoliUk der bisherigen Gemeindemachihaber solange nicht aufgehen können, wie nicht auch in allen Einzelgemeinden ein absolut dem»• kratischo» Wahlrecht unter Gleichstellung von Inländern und Ausländern eingeführt ist. Versuche, die iu der letzten Zeit insbesondere in einigen rheinischen Städten gemacht worden sind, um das Wahlrecht der Ausländer zu verschlechtern, werden von uns auf das entschiedenste bekämpft werden. Wir werden auch auf der Wacht sein müssen, um unsere grundsätzlichen Forderungen mit Entsdiicdcnhcit zu vertreten, falls — wie es gegenwärtig den Anschein hat — vor Durchführung der Gesamt- Organisation zunächst eine Aeriderung der bestehenden Judengesetze herbeigeführt werden sollte. ln den Einzelgemeinden seihst macht sich der immer stärker werdende zionistische Einfluss in der Aufwerfung neuer Probleme und Fragen bemerkbar, die tu dieser Form die Gemeindeversammlungen früher nicht beschäftigt hatten. Das Ziel unserer Politik bleibt die Umgestaltung der Einzelgemeind(‘ zur jüdischen Volksgenieinde, die, auf diuinikrailüchei׳ Unterlage auf gebaut, ein Glied der jüdischen Gesamigemeiuschaft ist, au alleu Aufgaben des jüdischen Volkes, «inscliliesslich des Aufbaus Palästiiias aktiv niitarbeitet, und sieh so über die Grenzen einer Kircheiigcmeinde allmählich zu einer Teilkörperschuft der jüdische!! Volksgemeinschaft erweitert. Noch stosseu die Anregungen unserer Vertreter in don Einzel gemeinden, insbesondere auch bei Aufstellung unserer vornehmsten Forderung nach Schaffung jüdischer Schulen, auf den Widerstand unserer Gegner. Aber schon die ernsthafte und sachliche Auseinandersetzung über diese Fragen ist ein Fortschritt anf dem Wege zum Ziel. Die Eroberung der Gemeinde bleibt eines der wichtigsten Ziele unserer jüdisch-zionistischen Gegenwartsarbeit. Soziale Arbeit Besonders gewachsen ist im verflossenen Jahr das Interesse der deutschen Zionisten an der sozialen Arbeit. Vor allem die Ostjudenarheit, des weiteren aber auch namentlich die Fbrsurgearbcil dir Kinder er fordert in immer steigendem Masse die tätige Mitarbeit der Zionisten. Wenn die üstjudeufrage — jedcnfall nicht mehr in dem Umfang wie früher — Argumente zur Begründung des Antisemitismus hergibt, wenn das ungeheure Elend der ostjüdischen Flüchtlinge wenigstens gelindert werden konnte, so in erstor Reihe dadurch, dass die grossen jüdischen Organisationen Deutschlands, zusammen mit den jüdischen Arbeiterorganisationen, sich zu gemeinsamer Arbeit auf diesem Gebiet zusammenfanden; wäre dies nicht geschehen, so hätten auch niemals dem Ostjuden• Iliifswerk io Deutschland amerikanische Mittel zur Verfügung gestanden. An dieser gemeinsamen Arbeit der jüdischen Organisationen hat die Zionistische Vereinigung für Deutschland von vornherein hervorragenden und in manchen Punkten entscheidenden Anteil genommen. Das Arbeiter -Fürsorgeamt und das Arbeitsamt mit ihren Zweigstellen haben sich mit bemerkenswertem und sichtbarem Erfolge bemüht, die Ostjudennot zu lindern und die ostjüdische Arbeit in Deutschland so produktiv zu gestalten, wie es nach Lage der Verhältnisse nur möglich ist. Organisation In organisatorischer Beziehung wurde in der Zentrale eme vollkommene Treunung von Keren llajcssod-Arbeit und zionistischer Arbeit licrgcstellt, verknüpft jedoch durch die Person des gemeinsamen Vorsitzenden des Z. y.f.D. und der Koren Hajessod-Leitung. Die zeatralon Angelegenheiten des Keren Hajessod wurden durch cm besonderes, neu eingerichtetes Büro bearbeitet. Im übrigen wurde der organisatorische Bau im wesentlichen unverändert erhallen. Dio Arbeit wurde in besonders wichtigen oder bisher unbearbeiteten Gegenden durch Boztrkssekictanate unter Leitung hauptamtlicher Sektetäre organisiert. Bezirkssokretanate bestanden in Berlin, Hamburg, Elberfeld, Cüln, Nürnberg, Leipzig. Infolge von l ersonalveräi.der ungen sind die Sekretariate in Leipzig und Hamburg seit kurzem unbesetzt. Die Sekretär Ute widmeten sich im Berichtsjahr fast ausschliesslich der Durchführung der Keren Hajessod-Aktion. einigen prinzipiellen.Problemen organisatorischer Natur wird das Hauptreferat Stellung nehmen und bei der Debatte Uber das Spczialreferat von Dr. Hirsch zu sprechen sein. Aber auch hier sei die Notwendigkeit einer starken Organisation nachdrücklich betont. Inwieweit die in den letzten Jahron neu geschaffene Institution der Bezirkssekretariato, an der Kritik geübt wurd-, für die Aufrechterhaltung des zionistischen Lebens in sinseinen Gegenden notwendig ist, wird der Delogierter.tag 7.11 untersuchen haben. Narb unserer Auflassung hat sie sich im allgemeinen bewäh.t. Die Sekretariate haben in die zionistische Arbeit System und Kontinuität hineingetragen, haben Menschen aktiviert, die Sammlungen organisiert und kontrolliert. Sie haben das Tempo des zionistischen Lebens beschleunigt. Und es wird liier, wie überhaupt bei gewissen Fragen der Organisation, ein entscheidender Gesichtspunkt seiu müssen, dass wir gerade jetzt keine Zeit haben, die Entwicklung der Dinge aus sich selbst abzuwarten, sondern verpflichtet um) gezwungen sind, den Gang der Ereignisse zu beflügeln. Jüdische Rundschau Die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ wurde in der Richtung geführt, die durch die Haltung der letzten Delegiertentage bestimmt worden ist. Die gegenwärtige Redaktion, die nach dem letzten Delegiertentag ihr Amt zur Verfügung gestellt hatte, wurde durch einen einstimmigen Beschluss des Ucschäftsführomlcn Ausschusses in ihrem Amt bestätigt. Der wesentliche Nachdruck wurde auf die Fragen der zionistischen Wcltpolitlk und des Aufbaus Palästinas gelegt, wobei die Redaktion versucht hat, in möglichst eingehender Weise über die Entwicklung Palästinas und die Vorgänge des politischen und kulturellen Lebens im Lande zu informieren, ln der Frage des Keren Hajessod hat die ״Jüdische Rundschau׳‘ in Üeberciustimniung mit der Leitung der Z. V. f. I). die Londoner Beschlüsse vertreten und musste daher an dem Versuch, diese Beschlüsse eigenmächtig umzustossen, Kritik üben. Sie hat ferner die Auffassung vertreten, dass Palästina in erster Linie durch eine nationale Go samtaktion des jüdischen Volkes ״.ufgebaut werden muss und dass sich auch beim Aufbau Einzelinteressen den Gesamtinferessen unterzuordnen haben, dass ferner ein jüdisches Palästina ohne starkes nationales Judentum ln der Diaspora nicht möglich ist. Die Redaktion ist in innerzioiiistischeu Fragen von dem Gesichtspunkt ausgegangen, dass der nationale Charakter der zionistischen Bewegung auch in bezug auf die Diasporaarbeit unverrückbare Konsequenzen hat. Wenn auch die Gesamthaltung des Blattes durch die Ausi-hauungen der vom Geschäftsführenden Ausschuss eingesetzten Redaktion bestimmt wurde, ist doch jeder Richtung innerhalb des zionistischen Lagers Freiheit der Meinungsäusserung gewährt worden. Finanzen. Die Finanzen der Z. V. f. D. werden in einer vom Dclegiertcntag zu wählenden Kommission auf Grund genauer Unterlagen und Zahlcuangabcn eingehend besprochen werden müssen. Trotz Steigerung aller Ausgabeu infolge der immer weiter fortschreitenden Geldentwertung und der damit notwendig verbundenen Erhöhung der Unkosten für Gehälter und Materialien war es möglich, die Einnahmen bei der Z. V.f.D. und der ,.Jüdischen Rundschau'• fast auf der Höhe der Ausgabeu zu halten. Völlig ist die Bilanzierung des Etats nicht geglückt, so dass wir mit eineinVerlust von 22500.Mk. tu das Jahr 1021 eingetreton sind. Zur Deckung dieses Verlustes uud als Betriebskapital für die Fortführung der Geschäfte ist uns von einigen Gesinnungsgenossen eiu Kredit von 0OOÜÜ Mk. zur Verfügung gestellt worden, der zum Teil innerhalb eines Jahtes getilgt werden muss. Es wird eine wichtige Aufgabe der Finanzkommission des Delegiertentages sein, nach eingehender i'tüfung des Etats und sparsamsten Aufstellung der unbedingt erforderlichen Ausgabenposten, sich über die Mittel und Wege zur Aufbringung der notwendigen Einnahmen klar zu werden. Das wichtigste finanzielle Instrument zur Aufrechterhaltung des ürganisationsapparates ist die Z i 0 n i s t e 11 s t e 11 e r. Die Eingänge der Zionistensteuer vom 1. Januar bis 30. April 1021 belaufen sich auf 110;W3 Mk. Der Delegiertentag wird festzustellen haben, dass diese Einnahmen nicht ausreichen, um die Arbeit im bisherigen Stile fortzuführen. Auf der anderen Seite siud wir davon überzeugt, dass bei ernstem Willen die erforderlichen Mittel innerhalb der Z. V. f, D, aufgebracht worden können. Es soll durchaus nicht verkannt werden, dass bereits heute die finanziellen Leistungen der deutschen Zionisten auch für organisatorische Zwecke sich weit über das int deutschen Judentum im allgemeinen übliche Niveau erheben. Aber der deutsche Zionismus darf sich bei dieser selbstverständlichen Feststellung nicht begnügen. Er muss seine finanzielle Leistungsfähigkeit aufs äusserste anspannen, um nicht dringende Aufgaben infolge Knappheit an finanziellen Mitteln zu vernachlässigen. Felix Rosenblüth. Berlin, 10. Mai 1921. Tätigkeitsbericht des Palästinaanites Von Kurt Rosenbaum. Um die Zeit der letzten Dclcgiertentagung stand die Arbeit des Palästinaanites noch unter dem Zeichen der 1•״!,—cn<*cn Einwanderungsvorschriften der ehemaligen Militärverwaltung Palästinas. In der Hauptsache war es nur möglich, p a I;i s t i n e n s i s c 11 c Rückwänderer nach Palästina zu dirigieren; die wenigen Personen, die alle einengenden Voraussetzungen erfüllten, waren wir gezwungen, auf dem Wege über das Wiener Palastmaamt reisen zu lassen, da es hier, allen Versuchen zum Trotz keine Möglichkeit gab, die Visenformalitäten zu erledigen. Auch über den 1. August, den Zeitpunkt der rrc.gabe der Einwanderung, hinaus mußten wir in der gleichen Art wie vorher die Hilfe des Wiener Palästinaamtes in Anspruch nehmen. Erst im September ״dam׳ es uns, tn,amtliche Beziehungen zu dem Berliner British I assport Control Office zu kommen, das unserer Arbeit sodann dauernd großes Verständnis cntgegenbrachtc. Bis zunt Bekanntwerden der palästinensischen Einwattderungsverorünun״ gelang es, außer den sogenannten Rüekdringenden"van uns befürworteten Fallen das Visum zu erwirken. L/1c neue EinwanderungsVerordnung aufhAddif^1‘^ Bchandlu״l deuÄr Jüdin (Katecorie 1.iF!:n,afand<״un® 1*0,״• יrbciter-Emigranten eorieSBl re^lto ^aKC dl2cmeinen Emigranten^(Kate- S dcl Ä״״Sk Arbcit cinc״ großen Spielraum, der aber alsbald, infolge Ucberftutung Palästinas die

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