Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1921-05-13 · Heft 38 (13.5.1921) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 38 (13.5.1921)
Date
1921-05-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2652316-2652349--14003-2671782
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 38 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 267 Geschäftsbericht des Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung für Deutschland (Materialien über das abgelaufene Verwaltungsjahr) Keren Hajessod Die zionistische Arbeit in Deutschland seit dem IC. Delegiertcntage erhielt ihr charakteristisches und neuartiges Gepräge durch Konzentrierung aller Eucrgtcn auf ein einziges Ziel. Alle Kräfte dienten dem Keren K a i e s s 0 d. Die erste und vornehmste Aufgabe bestand darin, die Anschauungen der Gesinnungsgenossen über zionistische!»!lichten zu r e v i d i e r e n. \\!r sind auf dem Wege zu diesem Ziel vorwärts gekommen, wenndeich freilich noch vieles zu tun übrig bleibt, um die Naasser-ldee dos Keren Hajessod zu verwirklichen. Immerhin ist es nach einer Vorbereitungszelt von einigen Monaten, (,in denen die Keren Hajessod-Aktion noch nicht zur vollen Enfaltung gelangen konnte), gelungen, in einer Werbearbeit, die sich über etwa ein halbes Jahr er• streckte, die Auffassungen der deutschen Zionisten über ihre finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Aufbauwerk in Erez Israel grundsätzlich zu ändern. Die Arbeit in dem vergangenen Berichtsjahr bezw. •Halbjahr erstreckte sich ausschliesslich auf Zionisten. Massgebend für die Verschiebung der Aktion unter Nicht- Zionisten war vor allem eine Erwägung; In den Zionisten selbst mussten neue l’flichtvorstcllungcn erweckt werden, um sie für die Arbeit unter Nichtzionisten werbefähig zu machen. Es galt, im deutschen Judentum einen neuen, vorbildlichen Musst,1b für jüdische Opferwilligkeit aufzustellen. Dieser Akt der Selbsterziehung muss seine erzieherische Wirkung auf das nichtzionistische Judentum ausüben. Wenn dio Keren llajessod-ldee die nichtzionistische Judonheit sehr bald zu bewegen begann, so verdanken wir das dem starken sittlichen Ernst, mit dem die Aktion in den eigenen Reihen eingeleitet wurde. Erreichbar war der Erfolg, der erzielt worden ist, nur durch die Aufstellung der Maasserf order ung*). Wir haben an dieser Eorderang trotz aller Bedenken, die auch innerhalb der Zionistischen Vereinigung für Deutschland geltend gemacht worden sind, festgchalten und können feststcllon, dass sie als Forderung, als grundstitzlichcs Gebot, die Anerkennung der deutschen Zionisten gefunden hat. Sie praktisch voll durchzusetzen und durclizufüliren ist — darüber musste man sich von vornherein klar sein — nur in einer längeren Erziehungsarbeit möglich. Dio Organisation darf in dieser Erziehungsarbeit nicht erlahmen und sich durch Misserfolge nicht irre machen lassen in der Uebcrzougung, dass es gelingen wird, dein Ziele allmählich näher zu kommen. Heute sehen wir neben dem verhältnismässig kleinen Kreis der Zionisten, die der ,Mttasserforderuug voll genügen, den grösseren Kreis derer, die sie anerkennen und ihr dennoch nur zum Teil entsprechen, wenngleich die grundsätzliche Anerkennung zweifellos fördernd und aufeuernd wirkt. Von verschiedenen Seiten ist eingewendet worden, dass die Nichtbeachtung einer solchen Vorschrift auf die Bewegung demoralisierend wirken müsse. Aber diese Befürchtungen sind so lange unzutreffend, wie die führenden Vertreter der zionistischen Bewegung in Deutschland ihre Maasserpflicht erfüllen. Denn dieses Beispiel wird allmählich die ganze Organisation mit sich fortreissen. Ueber die finanziellen Ergebnisse der Keren Hajessod Arbeit haben wir den Ortsgruppen wiederholt berichtet. Bisher liegen insgesamt 2400 Zeichnungen vor, Als erstes Rechnungsjahr is< von der Keren Hajessod-Leitung das Jahr 5681 zugrunde gelegt worden. In der Praxis musste jedoch in vielen Fällen auf Wunsch der Zeichner das Jahr 1921 als erstes angenommen werden, da die Propaganda für den Keren Hajessod erst gegen Ende des Jahres 1020 voll einsetzen konnte. Man wird zu einer richtigen Bewertung des bisher vorliegenden Ergebnisses am ehesten gelangen, wenn man es als das Resultat einer Ilalbjahres-Arbeit ansieht. Bei energischer Fortführung der Aktion unter einmütiger entschlossenerund Vertrauens voller Mitwirkung aller zionistischen Kreise Deutschlands müsste es gelingen, die Ergebnisse in zionistischen Kreisen wesentlich zu steigern. Denn bisher ist nur ein Teil der zahlungsfähigen Mitglieder der Organisation erfasst worden. Dieser Umstand, dass es nämlich noch nicht gelungen ist, den gesamten Kreis der deuischen Zionisten durch die Keren Hajessod-Arbeit zu erfassen, verdient ernste Beachtung. Die Keren Hajessod-Aktion ist ein Barometer für das Niveau der zionistischen Bewegung in jedem Orte, Die Arbeit konnte nur dort schnell und umfassend durchgeführt werden, wo bereits früher intensives zionistisches Leben bestanden hat. An anderen Orten wird sich die Keren Hajessod-Forderung erst durchsetzen, wenn dem Gruppenlebcn die fehlenden sachlichen und persönlichen Impulse gegeben worden sind. Eine ganze Anzahl von zionistischen Zeichnungen wird daher erst im weiteren Ablauf der Keren Hajcssod-Periode erzielt werden können. Immerhin muss — grundsätzlich — dahi n gestrebt werden, die Aktion unter den Zionisten so schnell wie möglich zu Ende zu führen. Der Beginn der Arbeit unter Nichtztontsten darf jedoch die Fortführung der Zionistcuaktion nicht berühren. Die ') I)or Landcsvorstaml der Zionistischen Vereinigung för Qeutsehland bat in der Sitzung vom Januar 1921 dio Mitassor- •fonlomng f״lge!uiarm»-B0n präzisiert: ״Der bandvsvoritand der Z. V, f. I). erklärt es »h dio u n - abvtaUbtire l'Uickt der Mitglieder der Z. V. f. D. entsprechend dem Desohlitssa der Jahroikonforenz. ihre Abgabe an den Koren iiajcsiod ln dor Höbe des Maasser zu leisten. - bar Mimssw verlangt eine einmalige, Innerhalb fünf Jahren zahlbare Abgabe vom Vermögen in Höho von 10%, “11**״rd om eine fünf Jahre lang za leistende Abgabo von 10 a j ■'a',״r<!seiDkom1nons nach Abzug dor Steuern. GcringoTo Zahlungen «lud zulässig bei kleineren Einkommen oder hoi solchen Elukommcn. dio durch Bolastungen aussorgewöhnlicher Art zu niedrigen Einkommen herabgemindert sind, Iv« wird den Ortsgruppen nahegolegt, Einrichtungen zu schatten, die die Durcbi&hrung dieses ucschlarsrs gewährleisten. Dor Landesvorstand wählt eine oberste Vertrauenskommission, die da» liecht hat, nach oingehondor Vorbandlung mit den örtlichen Vertrauensportonen ls eine Prüfung der von den yertrauenspersonen oder der obersten Vertrauenskommlsslon etwa beanstandeten Zeichnungen einzutreten. Bi« oberste Vertrauenskommission bat das Recht, auf An■ trag dor örtlichen Vertrauensporsoaen oder von sieh aus, aber nur nach genügender Prülung, Zeichnungen, die sie erbeblioh zu gering findet, zurückzuwetten.‘‘ Werbung unter den Nlchtzioiiieten hat, wie bereits erwähnt, 1m Berichtsjahre noch nicht begonnen, bte ist aber vorbereitet worden. An zahlreichen Orten Deutschlands wurden mit führenden nichtzionistischen 1 ersünlicbkeiten Verhandlungen Uber ihre Teilnahme an der Aktion augeknüpft. ln fast allen Fällen konnte festgestellt werden, dass weiteste Kreise des deutschen Judentums ihre Haltung geändert haben. Die Acusscrungeu prominenter nichtzionistischer Persönlichkeiten, die für eine gemeinsame Palästina-Aktion der gesamten deutschen Judonheit eintraten, fanden starken Widerhall, Insbesondere scheint sich in den Logen, in Rabbiterkreisen, in den Reihen der neutralen Jugendvereine, in Gemeinde- Vertretungen ein Umschwung der frültcren Anschauungen vorzubereiten. Im strikten Gegensatz zu diesen Aeusserungen eines erwachenden Palästinawillens hat der Hauptvorstand des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in dcrSitzung vom 10.April gegen eine erhebliche Minderheit folgettde Resolution angenommen•. ״Wäre die Besiedlung Palästinas nichts weiter wie ein grosses sozialeslliUswerk,so wäre vom Standpunkt des Zoutralvcrcins aus gegen die Förderung dieses Werkes nichts cinztt wenden. Die Besiedlung Palästinas ist aber in erster Linie das Ziel der national-jüdischen Politik, ihre Förderung und Unterstützung daher abzulehnen. Solange die sozialen und geistigen Eittriclitungen des deutschen Volkes und die religiösen und kulturellen Bedürfnisse des deutschen Judentums bitterste Not leiden, solange zahlreiche heimatlos gewordene Juden unsere dringende und augenblickliehe Hilfe brauchen, hat jüdischer Gemeinschaftsgeist und Wohltätigkcitssinn überreich Gelegenheit und Pflicht zu fruchtbarer Arbeit." Als Erläuterung zu dieser Resolution sind weiter folgende Thesen aufgestellt worden: ״Der politische, nationaljüdischc Zionismus, der für die deutschen Juden Palästina als ihr wahres Vaterland hinslellcn will, steht in unüberbrückbarem Gegensatz zum Zentralverein. Auch eine Förderung eines religiösen und humanitären Zionismus gehört, gleichviel wie er innerlich zu bewerten ist, nicht zu den Aufgaben des Zentralvereins, dessen Kraft nach wie vor auf die entschiedene Verteidigung der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung der Juden in unserem deutschen Vaterland und auf die energische Bekämpfurtg des Antisemitismus konzentriertWerden muss,‘׳ Ueber die Bedeutung dieses Beschlusses wird in dem programmatischen Referat gesprochen werden. Aber auch an dieser Stelle sei hervorgehoben, dass wir mehr als einen Grund haben, den Beschluss nicht schlechthin als Willeusäusserung der nichtzionistischcn Judenheit anztterkennen. Auf Grund genauer Kenntnis aller in Frage kommenden Momente darf geurteilt werden, dass die Resolution die einseitige Auffassung einer überalterten, in festen Vorurteilen gegen den Zionismus unlöslich verankerten Generation widcrspiegelt. Der Beschluss steht im Gegensatz zur Auffassung eines grossen Teiles der nichtzkmistischon jagend, aber auch vieler Anderer, die nicht durch bestimmte Umstände traditionell auf die Bekämpfung des Zionismus festgelegt sind. Er widerspricht vor allem den Ansichten und Absichten der Führer des Zcntralvereins selbst. Er wird daher für unsere Aktion unter den Nichtzionisten kein unüberwindliches Hindernis bilden, und es ist bezeichnend, dass gerade in den letzten Tagen in der zweitgrössten jüdischen Gemeinde Deutschlands, i!1 Hamburg, ein Keren Hajcssod-Komitee unter Beteiligung aller jüdischen Kreise gebildet werden konnte. Die bislang fehlenden formellen Unterlagen für Verhandlungcn mit Nichtzionistcn sind jetzt durch neuere Beschlüsse des Londoner Direktoriums des KerenKajessod gegeben worden. Der Keren Hajessod ist am 2:1 März als Gesellschaft mit dem Namen ,.Erez Israel (Palestine) Fouüd.ututt Fund Keren hajessod Ltd." registriert worden. Diese Gesellschaft soll in naher Zeit in eine andere umgowandelt werden, sobald durch Verhandlungen mit den nichtzionistischen Kreisen in den verschiedenen Ländern eine Ucbercinstimmuug übor die Gestalt dieser definitiven Gesellschaft erzielt worden ist. Die Verhandlungen werden ׳von uns nach bestimmten Richtlinien geführt. Vorgesehen ist hiernach die Schaffung eines Councils, bestehend aus Vertretern der Zertifikatinhaber. Er soll in der Weise gebildet werden, dass einzelne Länder oder Gruppen entsprechend der Höhe der von ihnen geleisteten Beiträge eine bestimmte Anzahl von Vertretern in deu Council entsenden. Diesem Council soll — ausser den Rechten der Genehmigung der Bilanz und der Geschäftsführung — die Berechtigung zur Wahl einer Anzahl von Direktoren zustehen. Der Council soll ferner dio Hälfte der Direktoren bestellen, während die andere Hälfte ein schliesslich des geschäftsführenden Direktors von der Zionistischen Organisation als der Jewish Agency zu bcatollen wäre. Dieser Gedanke hat seine Grundlago in Artikel 4 des Mandatsvertrages, nach dom die Zionistische Organisation in Palästina als öffentlich-rechtliche Korporation anerkannt wird und als ״Jewish Agency" die Verantwortung für den Aufbau des jüdischen nationalen Heims trägt. Endlich würde der Council das Recht auf Einsetzung der Mitglieder zum Board of Trustees erbalton Grundlegend ist also der Gedanke deT Üleichberech* tigung der Nichtzionistcn in Verwaltung und Verwendung der Gelder. Auf dioser Basis werden auch in Deutschland die Verhandlungen geführt. Propaganda Die Konzentrierung aller Kräfte auf den Keren Hajessod hat im Berichtsjahr in gewissem Umfange zu einer Vernachlässigung anderer Arbeitsgebiete geführt. Insbesondere trat die direkte, auf Erweiterung des Anhängerkreises gerichtete Propaganda, bei ihrer immer noch bestehenden Bindung an bestimmte wenige Persönliebkeiten, in don Hintergrund. Der Geschäftsführende Ausschuss hat sich dennoch um den Ausbau einer mögliehst umfassenden Agitation bemüht. Wir sind in dieser Beziehung insbesondere unserem Freunde Rechtsanwalt Dr. Alfred Landsberg zu Dank verpflichtet, der das Propagandadezernat des Geschäftsführenden Ausschusses mehrere Monate geleitet hat und unermüdlich bemüht war, die Ortsgruppen auf dio Notwendigkeit einer intensiven Propaganda und auf die Organisierung oiner systemalischen Agitation insbesondere auch in den kleineren Orten hinzuweisen. Ela von der Propagandaabteilung herausgegebenes internes ״Mitteilungsblatt" ist dazu bestimmt, die aktiv mitarbeitenden Gesinnungsgenossen über alle für die Agitation wichtigen Vorgänge zu informieren. Bisher sind vier Nummern des Mitteilungsblattes erschienet!; die Herausgabe soll unter der Redaktion von Herrn Dr. Landsberg fortgesetzt werden. Von den Hilfsmitteln der literarischen Propaganda durch Verwendung unserer Broschüren: Was will der Zionismus? Das Jüdische Palästina. Politische Dokumente zum Beschluss von San Remo, Schicksalswondo haben die Ortsgruppen in auffallend geringem Umfange Gebrauch gemacht. Die Broschüren werden durch eiueu gedruckten Nachtrag aktualisiert, so dass sie der neuereu politischen Entwicklung Rechnung tragen und in der Propaganda auch jetzt noch ohne weiteres verwendet werden können. Die Mitgliederzahl der Z.V.f.D. ist trotz unbefriedigender Agitationsarbeit auch in diesem Jahre gestiegeu. Ueber die Entwicklung der Z. V. f. D. in den letzten Jahren mögen nachstehende Zahlen informieren: Die Zahl der organisierton Ortsgruppenmitglieder bctrag 1914 zirka öOOU. Im gleichen Jahre betrug die Zahl der Schekclzahler 10 000. Gegenwärtig beträgt die Zahl der organisierten Ortsgruppenmitgliedcr 13 000. Demnach müssto sich die Zahl der Schekelzahler auf etwa 80 000 belaufen, da auch in der ziouistisehen Bewegung, wie in allen anderen Bewegungen, die Grenzen der Vereine nicht alle Anhänger der Idee in sich einschliesscn. Umsomehr als unsere Ortsgruppen relativ hohe finanzielle Anforderungen an ihre Mitglieder stellen. Die Schekel-Agitation konnte erst in der letzten Zeit energisch aufgeuommen werden. Der Geschäftsführende Ausschuss war bemüht, die Ortsgruppen auf die Notwendigkeit der Schekel-Propaganda hinzuweisen Da die Zahl der Kongressdelegierten durch einen nitmerus clausus begrenzt ist, so wird in diesem Jahre voraussichtlich auf etwa 2000 höchstens aber auf 1500 Schekel ein Delegierter entfallen. Aeusserste Anstrengung ist also erforderlich, um eine würdige Repräsentation des deutschen Zionismus auf dem Kongress zu ermöglichen. Jugendarbeit und Chaluzbewegung Auf dem Gebiete der Jugendarbeit musste der Geschäftsführendc Ausschuss in höherem Masse als cs früher der Fall war, den Jugendorganisationen selbst die Initiativc überlassen. Hierfür waren zwei Gründe massgebend. Einmal wirkte auch hier die Konzentrierung der arbeitenden Kräfte auf den Keren Hajessod im Sinne einer fortschreitenden Verselbständigung der Jugendarbeit. Ferner aber sind die Jugendverbände in letzter Zeit organisatorisch so stark ausgebaut worden, dass eine ttnmittelbare organisatorische Initiative der Z.V.f.D., insbesondere etwa die Wiederherstellung des Jugendsekretariats, das bereits vor dem letzten Delegiertentag seine Arbeit eingestellt hatte, vorläufig nicht erforderlich erschien. Alle Jugendverbände verfügen heute über eigene Büros und über ausreichende organisatorische Kräfte- Ideell hat sich der Zusammenhang der Organisation mit der Jugendbewegung in dem Masse verstärkt, indem die Führer der Jugend selbst immer mehr in die Organisationsarbeit hineinwuchsen. Die Krisis, die unmittelbar nach dem Kriege zu einem starken Desinteressement der Jugend an den Aufgaben der Organisation geführt hatte, ist im wesentlichen überwunden. Innere Anteilnahme an den Aufgaben der Organisation hat an vielen Orten in der Natioualfondshilfe, in der Teilnahme an der Schekel- Propaganda auch äusseren Ausdruck gefunden. An anderen Orten bleibt in dieser Hinsicht noch viel zu bessern. Der Geschäftsführende Ausschuss hat in seiner überwiegenden Mehrheit grundsätzlich an der Auffassung festgehaltcn, dass die Jugend ein integrierender Bestandtoll der zionistischen Bewegung und Organisation ist, insbesondere aber das wesentliche Element einer realen Verknüpfung des deutschen Zionismus mit Palästina bildet. Wenngleich es aus finanziellen Gründen unmöglich war, zum andern Teil aber auch aus praktischen Erwägungen sich als unnötig erwies, die ausserordentlichen Ansprüche des lf>. Delegicrtentagos auf Einrichtung von Lehrgüter״ zur Förderung der landwirtschaftlichen Berufsausbildung zu befriedigen, so hat der Geschäftsführende Ausschuss dennoch innerhalb seiner materiellen Möglichkeiten auch in diesem Jahre die Chaluzbewegung durch Gewährung von Subventionen gefördert. Gegenwärtig befinden sich 332 Chaluzira in der landwirtschaftlichen Bcrufsvorbereitung, und zwar 289 Jungen und 93 Mädchen. Zur Berufs- Verteilung ist zu bemerken, dass von den Jungen sind: Landwirte im engeren Sinne ca. 8? °L Gärtner «00 ־ Von den Mädchen: * u Landwirtinnen im engeren Sinne ca. 20 »/,, Gärtnerinnen g0 o u . ״Au,ch!״ dicsera Jahre erwiesen sich die bereits bes stehenden Lebrgütcr als wichtige Ausbildungsstätten. Davon unserem Gesinnungsgenossen Goldmann (Freiburg) errichtete Lehrgut Markenhof bei Kirschzarten bildet zurzeit 26, das Lehrgut der Firma Hirsch Kupfer-Messing- 1*• "™"יessingwerk 81, das Gut des Herrn Nussbaum in Halbcrstadt 19 Praktikanten aus. Eine wichtige Stätte landwirtschaftlicherPalästina-Vorbereitungsarbeit ist auch tue von einigen jungen Gesinnungsgenossen in der Nähe

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.