Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 38 (13.5.1921)
- Date
- 1921-05-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 266 1 UED1SCH E RUNDSCHAU Nr. 38 Binjan Haarcz in der zionistischen Entwicklung Max Freundlich, Berlin. Von Or. 111 Nr. TJ 44 der ״Jüdischen Rundschau“ erlicht Georg Landauer gegen die neue Föderation Binjan Haare/ die ungeheuerlichsten Insinuationen, 011,10 dali dk sonst so amiicrkungsfrcudige Redaktion der ״Jüdischen Rundschau‘' auch nur den Versuch macht, die große Anzahl der Zionisten, die im Binjau Haare/, organisierf s-iut!, in ir^ciulcinor Weise zu schützen. Nach Landauer ״deutet’ der Binjan Haare/ verstohlen an, er wolle die Jugend vor radikalen Palästinaforderungen, wie Vorbereitung und üebersiedlimg bewahren“. Der Binjan Haare/ wolle nicht mehr, ״als daß die Menschen, die Palästina besiedeln, gut verdienten“. Man ״dürfe es nicht dulden, daß sich dieses politische Wcgelagerertum ausbreite, und, Zionismus vorläusclieiid, die jüdische Welt verwirre“. Meine heutigen Ausführungen sollen nicht etwa eine Erwiderung auf diese Anwürfe darstellen. Sie könnte man nur in ähnlichem Stil bekämpfen, in einer Form also, die nicht jedem liegt und die besser imgedruckt bleibt. Dabei ist die Position Landaticrs und der heutigen Mehrheit der deutschen Zionisten gar nicht g a n 7. so schwach, daß Landauer sich notgedrungen aufs Schimpfen verlegen müßte. Auf'die ersten Jahre der Zionistischen Organisation, in denen man auf eine baldige Verwirklichung des Zionisums hoffte, folgte eine Zeit, in der die Besiedlung Palästinas, die Schaffung einer Heimstätte in weite Zukunft gerückt schien. Die politische Arbeit blieb ohne rechte Erfolge, die Kolonisation von Ercz-Israe! mußte sich auf eine recht langsame Infiltration beschränken. Der praklischea Arbeit fehlte cs notwendig an Großzügigkeit, an Entfaltungsmöglichkeit. Die Unmöglichkeit, vieles zu leisten, müßte deshalb durch Eindringlichkeit der Arbeit, durch ״Intensivierung“ ersetzt werden. Die zionistische Ideologie mußte eine starke Differenzierung gegenüber den Nicht/ionisten, «len ״Assimilantcn“, erfolgen. Die, allerdings im täglichen Leben leider mir ali/u wenig merkbaren Unterschiede zwischen Zionisten und Nicht/ionisten mußten betont und erweitert werden. Die praktische und politische Arbeit für Palästina stand zurück hinter einer anderen, der Erziehungsarbeit, <:er Nationalisierung und Intensivierung des einzelnen Zionisten. Das alles war nötig. Der Mangel an praktischer Arbcitsmüglichkcit führte notgedrungen zu dein Bedürfnis, die Existenzberechtigung des Zionismus wenigstens theoretisch zu begründen. Es galt den Zusammenhang• der /.ionisten, der nicht durch praktische Arbeit gewährleistet wurde, durch geistigen Anschluß, durch intensive Beeinflussung jedes einzelnen zu erreichen. Hätte mau durch diese Arbeitsmethoden den Mangel au praktischer Betätigungsmöglichkeit nicht wenigstens einigermaßen wettgemacht, so wäre die Zionistische Organisation in jener Zeit des ״Wartens“ zerfallen. Deshalb verhüllten damals mit Recht die Stimmen jener, die vor einem sektenmäßigen Zusammenschluß, vor der Uebvrsc!1äl/ung des ideologischen Moments im Zionisums und vor der Betonung des Gegensatzes zu den linderen warnten. Das Blatt hat sich gewendet. Wir dürfen, mit ganz, anderem -Recht noch als in den Anfangsjahren der Wirksamkeit Hcrzls, auf baldige Verwirklichung des Ziouismiis hoffen. Die Unmöglichkeit, praktische Arbeit für Palästina zu leisten, braucht uns nicht mehr zu schrecken. Höchstens kann uns das Uebcrmtiß dieser Arbeit verwirren. P׳iese Wendung kann auf die Art zionistischer Propaganda und auf die Prinzipien unserer Arbeit nicht ohne Einfluß bleiben. Nicht der leugnet die Entwicklung des zionistischen Gedankens, der nun zu neuen Formnlicrungen für zionistische Betätigung kommt, ohne dal! er darüber die Lehren der eben geschilderten früheren Periode der zionistischen Bewegung vergißt, sondern der, der heute noch unverändert die Methoden dieser Periode weiter aiuuwcnden gedenkt. Es dürfte wirklich schwer fallen, Binjan Haarcz. den Vorwurf des Stclienbieibeus, <ier Rückschrittlichkeit zu machen. Denn wir sind die-!eiligen, die heute den Zionismus zu neuer, frischerer lätigkeit, zu praktischer Arbeit, zu einer den geänderten Vernaltnissen angepaßten zionistischen Arbeitsmethode auf rufen. Heute gilt cs vor allem, und zwar fast ausschließlich, ״praktische Palästinaarbeit“ zu leisten. Gewill ist die Erziehungsarbeit, die wir bisher getrieben haken, wichtig, und nötig gewesen, und wir wollen ihrer auch ferner nicht entrat.cn. Es wird und muß immer Zionis,en. geben, die in der nationalen Erziehung der Jugend, i:1 der Beeinflussung der Galutlijudenheit (Gemeiiide-, Schulpolitik) ihre Spezialaufgabe erblicken. Im Vordergrund der Arbeit der Zionistischen Organisation als solcher muß aber heute, weit mehr als früher, Pa lasima und seine Besiedlung stehen. bedeutet keine Gefahr für den Zwnismu,. Der Erfolg des Zionismus und das Mit He ■I ,ל wm! d'e Tatsacl,e dcs Aufbaus und ■das mus sVärkl'״ Wnrkc״ W1rd dic i״״crcn Kräfte des Zionisn idls En 'sti K'״״ J״dischcn L^>e״S in Palästina d" Sch£kr,fl 1 *mcr ״nl,?naL'n Kultur im Lande wird fördern Wir 1• ״ na“cn Gedankens nach außen mjM sehen •״C״ dcr. krampfhaften, vielfach recht nä deל ״״.״ “r “cn51,ch ״״fruchtbaren Nat eanuszeit^' y״d 1־“־'1*1»‘״rungsversuche für die Ueber- 1 k״׳t cmratcn 11114 wi« immer im Judentum darauf vertrauen, daß von Zion die Lehre a״ST״ ״‘״sc Beschränkung ־ist aber auch eine Notwendig kc,t־ W,r musscn *“־ u״scr Werk die jüdische Gesamtheit interessieren׳, umerc eigenen Mittel sind viel zu gering. Wir!)rauchen eine große, prozionischc Stimmung 1.1 der gesamten judenheit. Dann erst werden die notwendigen materiellen Grundlagen des Aufbaus geschaffen werden können, dann erst wird unser politischer Erfolg ein dauernder bleiben - man lese den Maudatsvertrag ~, dann erst wird jenes Fliiidum der Begeisterung, jene Stimmung einer großen Volksbewegung entstehen, in der allein unser großes Werk gelingen kann. Das alles ist schon oft gesagt worden, es ist fast zum Gemeingut aller Zionisten geworden. Aber dic wenigsten ziehen uie notwendigen Konsequenzen daraus. Diese Konsequenzen ziehen heißt aber, endlich aufhören damit, Grenzpfähle aufzustecken, Unterschiede zu betonen. Wir müssen dazu kommen, das Einigende hervomiheben, die Einigung zu suchen. Es geht nicht weiter an, jeden Nichtzionisten verächtlich einen ״Assimilanten“ zu schimpfen, ihn in seinem Judentum, das vielen ernster ist als manchen unserer ״Radikalen“, zu verdächtigen. Wir müssen damit anfangen, Rücksicht auf die Art der anderen zu nehmen und nicht nur immer Rücksicht auf die uusrige zu verlangen. Dic Zionistische Organisation als solche, wird auch ferner kaum Veranlassung haben, zu den Palästina nicht betreffenden Sorgen des Westjuden Stellung zu nehmen, zu seinem Kampf um die staatsbürgerliche und wirtschaftlichc Stellung, zu seinem Kampf gegen den Antisemitismus. Wir werden aber diese Sorgen in Zukunft anders als bisher, nicht grundsätzlich als Bagatellen abtun können und sic als eines wahren Juden unwürdig betrachten dürfen. Wir werden sogar positiv die, den meisten Westjuden selbstverständliche Einordnung in das Staatsgefüge, in dem er lebt, bejahen müssen. Wenn wir die Sympathie und die Mitarbeit des Westjuden wollen, dann dürfen wir ihm nicht wesensfremd und abgeneigt gcgcniibcrstchcn. Nur dann werden wir die in fast jedem Juden schlummernde Liebe zu Palästina wachrufen und für unseren Palästina-Aufbauplan die Mitarbeit aller finden können. Das ist nicht schwächliehe Kompromisselei und keine Verwässerung unserer nationalen Idee. Wir müssen nur ehrlich mit uns selbst zu Rate gehen und von dem uns von unserem eigenen Innern vorgeschriebenen Weg nicht gewaltsam und unnötig, — denn mit der ״Entwurzelung“ ist noch nichts für die ״Verwurzelung“ getan, — abbiegen. Wir müssen, wie Buber, unsere Verknüpfung mit der Umwelt als Faktum und als dauernd, wenigstens solange wir im Gallith leben, hinnehmen und diese Vcrknüpftmg mit der Umwelt, mit dem Staat, in dem wir leben, und mit seiner Kultur ehrlich bejahen. ״Es wäre sinnlos“, sagt Buber in seiner ersten Rede über das Judentum, ״sich von der umgehenden Kultur freimachen zu wollen, die ja von unseres Blutes innersten Kräften verarbeitet und uns eingecignet worden ist.“ Es genügt jedoch nicht, daß der Zionismus bei der Werbearbeit für den Aufbau Palästinas alles vermeidet, was eine Schmälerung seiner Kraft bedeuten würde. Der Aufbau selbst muß so vorgenommen weiden, daß die Besiedlung von Ercz-Israel möglichst schnell und in möglichst großem Umfang vor sich gehen kann. Hierzu ist vor allem eins nötig. Die Zionistische Organisation als solche darf sich nicht festlegen und auch nicht leiten lassen durch irgend einen bestimmten Komplex sozialer Anschauungen. Sic darf keine kapitalistische, ebensowenig aber auch eine sozialistische Besiedlung wollen. Sie bat sich viel mehr bei ihrer Arbeit von rein wirtschaftlichen Gcsichtspunkten, von der möglichst ökonomischen Vor■ Wendung von Menschen und Kapital bestimmen zu lassen. Die Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation involviert doch keineswegs das Bekenntnis zu irgendwelchen sozialistischen Anschauungen. Der Zionismtis ist eine politische und nationale und keine soziale. Bewegung. Wir brauchen Menschen und Kapital, wo wir dieses finden. Wir müssen diesen Faktoren beitsprogrannn der Zionistischen Organisation sein muß. Alles für den Aufbau Palästinas, nichts was ihn hemmen kann. Andere Zeiten haben andere Arbeits. methoden erforderlich gemacht und werden sie künftig erforderlich machen. Das, was heute allein den Zio. Tiismus fördern kann, ist ausschließlich der Aufbau Pa. lästinas, also das Programm des Binjan Haarcz. Es wird häufig gegenüber dem Binjan Haarcz ei:, gewendet, seine Anschauungen berechtigen nicht /:״■ Gründung einer besonderen Föderation. Schon die Ar! des Kampfes gegen den Binjan Haarcz allein ergibt jedoch die Notwendigkeit der Föderntionsgründung. 1)״. Anhänger des Binjan Haarcz sind heute unter den aktiven Zionisten eine Minderheit und zwar eine solche, die rücksichtslos bekämpft und majorisiert w'ird. Schlüße״ wir uns nicht zusammen, dann bleiben wir wie bisher jeden Einflusses auf die Geschichte des Zionismus beraubt. Dies aber wäre, wie wir fest glauben, zum Schaden des Zionismus. Deshalb mußten wir uns zusammenschließcn. Bestand aber diese Notwendigkeil, dann war die Gründung einer Föderation, einer üitcrterritorialen Organisation, der gegebene Weg. Aus Amerika kommen uns gleichklingende Stimmen herüber: Anerkannte Führer des Zionismus wie Julius Simon haben in den letzten Wochen ähnliche Gedanken vertreten. Iri fast jedem Lande ist der Streit um diese Gedankengänge entbrannt. Wir unsererseits hoffen, du; zum Segen des Zionismus, zum Segen des Judentums, Binjan Haarcz. in diesem Streite siegen wird. EntlaUinigsmöglichkeiten nach ihren Wünschen geben. Die. Zionistische Organisation wird deshalb ebensosehr sozialistisch geleitete Genossenschaften wie kapitalistische Unternehmungen fördern können. Daß hierdurch eine Aiisbciitcrwirtschaft in Palästina entsteht, ist nicht zu befürchten. So viel Vertrauen müssen wir als Nationaljuden zur Gesundheit und Moral des jüdischen Volkes haben, daß wir nicht glauben, cs werde in seinem eigenen Lande, in seiner eigenen Wirtschaft gegen jedes nationale Interesse ausschließlich Ausbeutergelüste an den I ag legen. Ganz abgesehen aber hiervon brauchen wir diese Befürchtung nicht bei den Juden zu haben, die in iinmittelbnre, wirtschaftliche Beziehung zu Pa- Listina treten, denn diese Juden wissen ganz genau, daß anderswo bessere Verdienstmöglichkeiten gegeben sind. Nach Palästina kommen sie jedenfalls aus nationalcn Beweggründen und werden sich deshalb den nationalen Erfordernissen unterordnen. Es ist überdies ein nutzloses Unterfangen, sozialen Kämpfen von vornherein dc״ Boden entziehen zu wollen. Wir, die wir in gänzlich unjüdischcin Milieu und meist auch in stark unjüdischem Geist leben, sind auch gar nicht berechtigt, dem werdenden Palästina seine Struktur vorschreiben zu wollen. Arbeiten wir an unserem Teil, um das Haus zu bauen, die innere Einrichtung wollen und müssen wir denen überlassen, dic dann in diesem. Hause wohnen. Wenn a״cr, überhaupt eine, nicht rein politische oder ökononusene Einstellung auf den Aufbau Palästinas Einfluß ausüben soll, dann kann cs nur die jüdisch-religiöse spin. Diese ist allerdings mit dem Judentum und damit mit dem Zionismus untrennbar verbunden. Sie allein schon gibt uns aber auch die Gewahr, daß Ercz-Israc! nicht unsozial geleitet werden wird. So ergibt sieh unseres Erachtens deutlich, nach' der negativen und positiven Seite, wie heute das Ar- Die VH. Tagung des Ädvisory Council Die Rekrutierengsfrage Die Vli. Tagung des Ädvisory Council fand unter Vorsitz Samuels am 5. April statt. HnuptgegonMan.i der Beratungen bildete das vorgebrachte Memorandum des Leiters der Handels- und I n d u s t r i e a b t e i - 1 u n g ,Harari. In Erwiderung auf die zahlreichen Lin- Wendungen und Wünsche erklärte Harari u. a., daß die Preise für Fleisch und andere Lebensmittel ge.-unken <.,j:j. Bezüglich der Klagen über die verschiedenen Währungen, haben die'türkischen und französischen Pfund ihren <ioäi.' wert behalten und können wie andere Valuten geh.udel: werden,werden jedoch nicht als Zahlungsmittel'von der Regierung anerkannt. Dagegen haben ägyptische Nicke;- und Silbennünzen gesetzliche Zahlkraft. Die Plätte '0:1 Armstrong wurden dem Komitee für den Hafenbau von Jaffa übergeben. Die Einführung des metrischen Systems, wie cs Jellin vorgcsclifagen hatte, sei nicht so ein fach; man könne es offiziell insofern anerkennen, daß au! Verlangen einer Partei auch die andere sich ״mit diesem System zu richten habe, dagegen sollen bei Ucbercinstimintmg beider abschließenden Parteien auch die anderen Maßsysteme gelten, im jetzigen Budget sei eine Handelsschule für Jaffa noch mein vorgesehen, aber wenn dic Organisierung einer solchen Schule in Angriff genommen werden sollte, dürfte ihr die Regicrung ihre Hilfe wohl nicht versagen. Die Haler.- baupitine für Jaffa und Haifa stünden jetzt in Beratung. Das Arbeitsgesetz falle nicht in den Bereich der Han* dels- und lmlustrieabteilung. Der diesbezügliche Vorschlag betreffs der Kinderarbeit müsse also dem Justizsekretär überreicht werden. Der Leiter der Er zi eh u n g s a b t e i l u n g überreicht eine genaue Registrierung der in den letzten drei Monaten cröffnctcn 3') neuen Dorfschulen mit •10 Lebrern und lS'K) Schülern, wie auch Angaben über die in den nächsten drei Monaten zu eröffnenden Schulen. Des ferneren wurde die Verordnung be/. der neuen Tabaksteuer angenommen. Gelegentlich der Beratung des Budgets für Landesschutz bringt Samuel zur Kenntnis, daß die Regierung sämtliche Palästinenser cinge'.aden habe, sich an der Gründung eines militärischen Selbstschutzes zu beteiligen. Die Regierung wünscht, daß dic Stärke dieser Truppen nicht allzu groß sei, di das Budget dies vorderhand nicht erlaube. Die britischen Truppen verbleiben im Lande zur Aufrechterlialttmg der Sicherheit und als Grenzschutz, um dic friedliche Entwicklung des Landes zu fördern, in Erfüllung der Aufgaben, die England als Mandatarmaclu obliegen. Es sei aber auch eine Militärmacht aus Ein• heimischen bestehend erwünscht. Diese Schutztruppt' wird zusammen mit den britischen Truppen abgerirlitot werden und dem Oberbefehlshaber in Palästina unterstehen. Dic Schutztruppe selbst wird kommandiert werden von Oberstleutnant Castilo, der das Land und dessen Bedürfnisse genau kennt. Es handle sich um Werbungen und nicht um Zwangsaushebung. Militärische Dienstpflicht solle weder jetzt noch später eingeführt werden und sei auch nach dem Mandatstext verboten. Es werde arabische und jüdische Legionen geben. Dienstzeit und Sold sind noch nicht festgesetzt, und er wünsche diesbezüglich dic Meinung des Advisorv׳ Council zu hören. Zur Deckung der Kosten werden keineswegs die Steuern erhöht oder die Ausgaben, für andere notwendige Dinge beschnitten werden. Man werde dann wohl auch das Polizei-Korps reduzieren können. Gelegentlich der Builgetberatung sagte Samuel /», 'hc Ersparnisse, die sich durch Reduzierung der Polizeitruppen ergeben .würden, dem Gcsundhcits- und Erziehungswesen zuzuwenden. Ebenso sei die Zahl der Beamten, soweit wie möglich zu verringern. Auf die Klagen über die Erhöhung der Steuern wird betont, daß diese 4 Pf. pro Kopf ausmachen, also bedeutend weniger als in England. Die Verordnung über die Lokalrate wird, nachdem sie auf Grund der letzten Sitzung des Ädvisory Council umredigiert worden ist, ohne Diskussion genehmigt, ebenso die Verordnung über den Bodengcrichtshof. Der Gerichtspräsident müsse des Englischen und Arabischen, und wenn möglich auch des Hebräischen mächtig sein. Nach Besprechung weiterer Angelegenheiten, darunter auch der Wohnung«- frage, die, wie ganz speziell der Wohnungsinangcl, auf der nächsten Sitzung des Ädvisory Council, die am J. und 4. Mai stattfinden wird, behandelt werden soll, wurde die Tagung geschlossen.' (J. P. Z.)