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Jüdische Rundschau · 1921-04-27 · Heft 33-34 (27.4.1921) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 33-34 (27.4.1921)
Date
1921-04-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 232 JU EDI SC HE RUNDSCHAU Nr. 33 34 יין | f .m.<m i.f XVII. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigang für Deutschland am 13., 15., 16. Mai in Hannover, im Volksheim, Nidolaistr. 10. Tagesordnung des Dclegiertcntages. Freitag, den 13. Mai 1921, Vormittagssitzung 10 Uhr. 1. Eröffnungsansprache. 2. ” Wahl des Büros. 3. Referat: Die allgemeine Lage der zionistischen Bewegung; Referent: Richard Licht heim, London, Mitglied der Exekutive. Nachmittagssitzung 3>,it Uhr. 4. Debatte über das Referat zu 3. 5. Referat: Zionistische Arbeit in Deutschland; Referent: R.-A. Felix Rosenblüth. Sonntag, den 15. Mai 1921, Vormittagssitzung 10 Uhr,, ö. Debatte über das Referat zu 5. N aclim ittagssitzung 3V« Uhr. 7. Fortsetzung der Debatte. Montag, den 16. Mai 1921, Vormittagssitzung 10־ Uhr. 8. Referat: Praktische Palästinaaufgaben für Juden in Deutschland; Referate der Herren Prof. W a r b u r g, Davis T r i e t s c h, Jakob W 01 f f (Frankfurt), Walter Moses werden gedruckt vorliegen. 9. Debatte. Nachmittagssitzung 3Vü Uhr: 10. Organisationsstatut; Ref.: Dr. Sally# Hirsch. 11. Debatte. 12. Dcchargc. 13. Wahlen: a) ücscliärtsfülirendcr Ausschuß; b) Zenbaikomitee; 0) Finanzausschuß; d) Revisionskommission; e) Ehrengericht; f) Vertretungskörperschaften der Welt-Organi• sation. ö. Jeder Delegierte verfügt auf dem Delegierten• tag nur über eine Stimme. Die Ddegicrtenmandatc sind nicht übertragbar. Die Uebemahmc des Mandates durch einen F1'8a,t/de]c1,:ierU־n muß vor beginn de» Deleglcrtcnlagcs crlutgen. (Statut § 11.) 7, Die Delegierten sind an Aufträge und Instruk• tioncri nicht gebunden. (Statut § 11.) 8. Anträge für den Delegicrtcntag bedürfen der Unterschrift von mindestens 15 Delegierten. Alle An• träge sind einer, aus der Mitte der Delegierter» zu wählenden Resolutions-Kommission zur Vorbereitung und Rückgabe an den Delegicrtcntag cinzurcidrcri. Es darf über keinen Antrag abgestimmt werden, der nicht der Resolutions-Kommission Vorgelegen hat. (Beschluß des XVI. Delegicrtcntagcs.) Das Sekretariat der Zionistischen Ortsgruppe Hanuover befindet sich in Hannover, He rsehe I- Straße 35 (Fernsprecher Süd 5084). Um allen Wünschen zwecks Unterbringung der Delegierten und Gäste gerecht werden zu können, bitten wir Delegierte und Giiste, dem Sekretariat sofort mitzuteilen, ob Hotelzimmer gewünscht werden. Die Delegierten und Gäste werden' gebeten, anzugeben, ob sic auf koscheres Essen reflektieren. Es werden eine beschränkte Anzahl von Gastkarten zum Preise von 15. -- M. für Erwachsene und 5.- M. für Jugendliche bis zu 18 Jahren attsgegcben. Bestellungen sind rechtzeitig entweder an die Zionis tische Vereinigung für Deutschland, Berlin W 15, Sächsische Str. 8, oder an das Zioui s ti s ch e Sc k re t a r ia t in Hannover, Herschclstralle 35, zu richten. StBBaBBBBIlKIBUBIBBBaBBBBBflBBllBBBBBBBBBaMaBB■ ■ u ■ ■ ■ «um Adr»«»om?hroib0D g 1 u 0111 vom E©p©a Hajooood ZoatriU fa« D«ut10hl*nd Moldangtn ■ofortl S&obalioha Str. 81, «witoh. 8 Ubr vorm, and i Uhr nwsbmittoga. Foroiproohor UliUnd 845, 814, 94t. Der Geschäfts(ührende Ausschuß erläßt folgende Wahivorschrif(cn: 1. Sämtliche wahlberechtigte Gruppen müssen ihre Mitgliederlisten sdtlcunigst einschicken, da diese Listen dem Wahlprüfungsausschuß vorgelegt werden müssen. 2. Die Gültigkeit der Wahlen hängt davon ab, daß die Gruppen sowohl die Landesbeiträge für das Jahr 1020 wie zum mindesten die erste Hälfte der Landesbeiträge für 1921 vor Vornahme der Wahlen an das Büro abgeführt haben. Der Landesbeitrag beträgt für Ortsgruppenmitglicdcr pro Jahr 5.— M,, für Misrachi- und Hapoel-Hazair-Mitglieder 3,— M., für Mitglieder von Jugendgruppen 2.— Mark. Jugend- und Sondergruppen, die eigene Delegierte aufstellen, dürfen in diesem Falle in der all* gemeinen Ortsgruppe nicht mitwählcn. Wir verweisen ferner auf folgende Bestimmungen: 1. Jede Ortsgruppe wählt einen Delegierten, Ortsgruppen von mehr als 50 Mitgliedern wählen zwei Delegierte, Ortsgruppen von mehr als 100 Mitgliedern wählen für jedes angefangene Hundert einen weiteren Delegierten. (Statut § 9.) 2. Das Wahlrecht zum Delegierten tag steht nur den Ortsgruppen zu, die mindestens drei Monate vor Einberufimg des Dclegiertcntages bestanden haben. (Bc*> schiuß des XVI. Delegiertentages.) 3. Die Beiträge zur Zionistischen Vereinigung für Deutschland (Zionistensteucr) werden von jedem Mit* glied nach Einkommen und Vermögen auf Grund frei* williger Einschätzung gezahlt, jedoch wird ein Mindest* beitrag (Landesbeitrag) jeweils vom Delegierten(• tag festgesetzt. Das Wahlrecht der Orts*?5,4? pe״ PcieB>«rtcntag ist von der Abführung dieser Mindestbeiträge (Landesbeitrag) ab* hängig (Besdihiß des XVI. Delegiertentagcs^ 4. Jedes Mitglied der Z.V. f.D. hat mit Vollendung aktive, mit Vollendung des passive Wahlrecht zum Dele- XVI. Delegierten.tages.) ■ V. f. D. haben auf dem Die übrigen Mitglieder des 18. Lebensjahres das 20, Lebensjahres das fcfcrtentag. (Beschluß des 5. Die Vorsitzenden der Z. Dctegiertentag Sitz und Stimme. de. Landesvorstandes (Qcschaftsführen^r A^uß ^d Zentral-Komitcc) haben Sitz, Stimme ledoch nur in “vTD־tÄS *״"יי*' BBBBBBBBBBBBBBBBBBBflBBBBBBBBBBBBBBBBBaBBBB■ Ab 11. Mai, abends 8 Uhr, wird am Hauptbahnliof H a n iio v c r ein Bahnhofsdienst errichtet, wo Quarticrzcttel und im voraus bestellte Gastkarten ausgehändigt werden. Bestellungen erbitten wir an das Zio nis tische Sekretariat Hannover, Hcrschel- Straße 35. Am IXmnerstag, den 12, Mai, abends 8 Uhr, treffen sich die Delegierten und Gäste im ״Königlichen H o f“ (gegenüber «lern Bahnhof). Freitag Abend und Sonnabend Vormittag findet ein Festgottesdienst statt. Sonnabend, nachmittags i.• Uhr, Führung durch Hanuover. Sonnabend, iiadunittags 5 Uhr, Treffpunkt in der Stadthallc. Dienstag Vormittag ist eine Besichtigung der Gartenbauschule in Ahlen angesetzt, Abfahrt der Teilnehme!׳ um 101/.. Uhr. Gemeldete Dclcglcrtenwahlcn. Hannover: Karl Schleißncr, David Bravin an 1», Alfred Berliner, Hannover, Delegierte; Irl. Ellen Meyer, Frau Johanna Fopper, Hannover, Ersatzdelegierte. R a t i bo r: Josef Elias, Ludwig A s c h ne r, Ratihör, Delegierte; Isidor Pinczowcr, Ratibor, Ersatzdelegierter, Königsberg i. Fr.: Dr. Heinrich Herr mann, Jacob Kantorowitz, Fritz Lewinsohn, Dr, Sandler, Königsberg, Delegierte; Kurt Blumen fehl, Dr. Bilcski, Dr. Willy Meyer, Berlin, Ersatzdelegicrtc, Stettin: Dr. Erich D re sei, Gertrud Dresel. Gustav Brand, Stettin, Delegierte; Eva Cohn, Karl Scherk. Stettin, Ersatzdelcgicrtc. Dortmund: Carl Steinwcg, Hörde, Delegierter, Trier; I)r. Steinberg, Wilhelm Lcv1׳, Trier, Delegierte. Düsseldorf: S, Gottdiener, B. Fried länder, Referendar Marcus, Düsseldorf, Delegierte; J. Jelin, Frau B. Friedtändcr, stud. A. Sindler, Düsseidorf, Ersatzdelcgicrtc. Gießen: Dr. Smoira, Gießen, Dr. Rosenbäum, Marburg, Delegierte; Privatdozent Dr. Fraenkel, Marburg, trsatz.delegicrtcr, Zur Uebemahmc von Delegiertcnmandaten haben sich bereit erklärt: Georg Herz, Aschcrslebcn, Luise Treu, Koblenz. Resolution der Kölner Zionisten Die Vertreter-Versammlung der Kölner Zionistischen Vereinigung ״ י״.!״״..« :!— e:.- »״ »—!« .. nahm auf ihrer Sitzung am 20. April ein stimmig folgende Resolution an: ״Die V.-V. erklärt, daß sie in der Erhaltung der Einheit der Z. V, f. D. die wichtigste Aufgabe des Delegierlentages erblickt. Sie lehnt ab: 1. Eine Abschwächung des zionistischen Gedankens aus irgendwelcher» opportunistischen Gründen: 2. Eine organisierte Separation von Zionisten aus Abwehrmotiven, seien sie gegen eine radikale, seien sie gegen eine sozialistische Auffassung des Zionismus gerichtet.“ * Gegen die Stimmen der misrachistischen Mitglieder nahm die V.-V. noch folgenden ZusaFzantrag an: ״Sie erblickt in den Bestrebungen des Binjan Haarcz und einer ״demokratisch-zionistischen Fraktion“ ehre Gefährdung der zionistischen Arbeit.“ S2> Ein hartes Wort Vorschläge von Dr. Raphael Chamizcr, Leipzig, Der l'füliliiigsmorgen scheint nun emllich für da, Jü4lisclte Volk anzubrechcn. Trotz aller Hemmung,;״, inner- und außerpolitischer Nöte, trotz des fXirchcinanders der vielen theoretischen Für und Wider hat sich der Wille zum zionistischen Weltkongreß durch gesetzt. Immer wieder tragt man sich, wie es mö״l1Cj, war, in so schwerer verantwortungsreicher Zeit, au! die 'lelK'iulige Stimme des Volkes, auf die einzig «,ן. weisende gesetzgeberische Institution der zionistischen Weltorganisation verzicliten zu können. Erst die allgemeine Depression, die Lälunung unserer besten Krälte lnt eine kritische Erschütterung un cre< Volkskörpcrs gebracht, der sicli nochmals atif/uraffeu bemüht, mit «len natürlichsten Trieben an seiner Cicsundung zu arbeiten. Was fehlt unserer Führung? Schöpferische Kraft und prophetische Intuition! Die politischen Erfolge in Ehren. Ist aber unsere zionistische Idee genutzt worden im Augenblick ihres grüßten politischen Erfolges; ist sic so weit genutzt warden, um auch den inneren Erfolg zu verbürgen? Leider nein! lieber diese leidige Tatsache hinweg helfen auch nicht die respektablen Empfänge, die man sich bereitet hat, das liebe Feiern und Gefeiert werden. Reden wurden gehalten, — zuviel; mit geschickter Dialektik kann inan diplomatische Erfolge wohl erringen, einen symphonischen Aufschwung unserer Volks- und Zionsidee niemals! Aber auch alle bisherige Kritik. - in gutartiger und bösartiger Form —, ist leider nur destruktiver Natur gewesen, niemals aufhauen.I. Mit ״wenn" mul ״aber“ und den kühnsten Konstruktionen des Konjunktivs ist uns nicht geholfen. Nicht minder mit phraseologischer Ideologie unserer, ach 90 zahlreichen geistigen Ucbcrmenschcn, die mit transzendentem Augen* uifschlag über den abstrakten Wort von Sein und Werden Worteschlachtcn liefern und übersehen, wie ihr Volk um sie herum verblutet, verkommt, verkümmert in Nöten und Hoffnungen. Den unglaublichsten Verstiegenheiten kann man just begegnen. Da las ich jüngst im ״Juden" (II. Heft) im 2. Brief vor» Hans Kohn, der sicli in der weichtäiidelndeii Pariser Atruo- Sphäre gefällt und somit, das folgende ״geistvolle'• Paradoxon: Den Nationalismus zu bekämpfen erscheint wesentlicher als Kolonisationspläne!! Das wird gedruckt zu einer Zeit, in der die brennende Not Palästinas und unseres Volkes augenblickliches Handeln nach genialsten Kolonisationsplänen fordert! Mcrkwürd;g! Je schneller die Not an die Schläfe unseres Volkes in» Osten pocht, um so träger und behäbiger schlagt das Pendel der Abhilfe in» Westen Man hat zu allem viel Zeit. Und so kommt man uf schlechte Gedanken. Der Binjan Haart•/, diese kerndeutsche Erfindung, hat in alljüdisehem Eifer sogar Amerika neu entdeckt und findet Anschlußgcfallcn an dessen embryonalem Zionismus. Moncy, business, selbständiges Walten!ind Wüten der Privatinitiative und dazu der heiliggesprochene Wortlaut des Basler Programms (behüte Gott, nicht sein Sinn!), das sind leckere Bissen, mit denen inan sogar die assimiliertesteii Juden zum Patäslinismus glaubt ülier/eugcn zu, können. Wie heißt es in Goethes Faust: ״Das sieht schon besser aus! Man sieht doch wo und wie?“ Wo ist die Kraft unseres gesunder» Volksidcals? - Keren Hajessod! Endlich ein neues Losungv wort unserer Propaganda! Nein, kategorischer lmperativ primitivster jüdischer Pflichten! Aber mit ״Pflichten predigen" kann man nicht Propaganda treiben. Darum die leeren Schläge ins Wasser, das unnütze Vergeuden bester Kräfte. Wir müssen unseren Juden erstmal ein aktives Interesse für Palästina beibringen. Die Erfüllung ihrer notwendigen Pflichten für den Kcron Hajessod kommt dann rein automatisch ganz von selbst. Wie läßt sich das erreichen? Die an» jüdischen Volke noch Interessierten der Diaspora Land er, seien es Einzelpersonen, Ortsgruppen, auch humanitäre, philanthropische Vereinigungen und dergleichen müssen in direkte Verbindung, in persönliche Beziehung zu Palästina gebracht werdet». Für Deutschland käme beispielssveise eine palästinensische Provinz in Frage, sagen wir Judäa. Alle judäisehen Kolonien, größere und kleinere oder in Gründung begriffene Siedlungen weiden nach Verständigung mit dem Waad Leutni oder unserem PaLästinaamt in Jenisalem an die einzelnen Gruppen in Deutschland »erteilt, und zwar so, daß die Heineren deutschen Gruppen mit kleinen oder im Entstehen begriffenen jtidaischcn Siedlungen bedacht werden. Nicht, daß etwa die Einzelgruppen den Aufbau der Kolonien zu besorgen hätten und für dessen Wohl und Wehe verantwortlich zu machen wären. Nein, Die Gruppen setzen ein jährliches Pauschale fest, für welches sie eine gemeinnützige Institution der Siedlung einrichten oder unterstützen (sanitärer, kultureller, landwirtschaftlicher Art oder dcrgl.). Sagen wir z. B. Einrichtung eines öffentlichen Brausebades, Errichtung einer Ttimbaracke mit Geräten. Anlegen eines Spiel- Platzes für Kinder, Anschaffung von ״Gemeindekühen" zur kostenfreien Belieferung der Schulkinder mit Milch, rituelle Arbeiterküchei», Lesesäle, kleinere Bibliotheken una tausenderlei mehr. Solche der Kommune ge-

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