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Jüdische Rundschau · 1921-04-15 · Heft 30 (15.4.1921) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 30 (15.4.1921)
Date
1921-04-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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vite 204 ־!di höre schon die erzürnten Entwände, daß ich die Sclbstbcsiiniimingsrechte des palästincnsi- *dien Jisdnil) nicht neiiten will, Ocmndi! Seihstbcstimiming und Selbstverwaltung des Jiscliub sollen in weitestem Sinne gewahrt weiden. Aber dieser kam. doch nur bestimmen und verwalten, was vorbanden ist und was er aus eigener Kraft sdiafit. Was unter sorgfältiger Beobachtung der politischen Konsequenzen mit den Miüehi und durch die Arbeit der Gcsmntorgnnisation Neues und Großes zu Nutz und Frommen des gesamten jüdisdien Volkes geschaffen werden soll, dies zu entscheiden, fällt doch nicht unter die Kategoric der ״Selbstbestimmung“ des Jiscliub! Ihm muß gewiß ein weitgehender Einfluß auf diese Ent- Scheidungen ein geräumt werden, weil diejenigen, die so lange in l'aliislina arbeiten, die größten Erfaliitingeii besitzen, aber die Entscheidung selbst darf nicht in seine Kompetenz fallen. Ziehen wir daraus die Folgerungen. Der ücsanitexekutive muß die Eulscheidimg über die Fragen der Kolonisation aus den Mitteln der Orgatii- »ation verbleiben. In Palästina muß ihr ein Amt mit einem veranlworilidien Leiter zur Ausführung der beschlossenen Arbeiten unterstellt sein. Die Paliistinakommission (3 12 ־ Mitglieder) soll nichts anderes sein, als eine politische Vertretung der Exekutive nach innen und außen. Zwecks Einfliußiiahiiie auf die betreffenden Entscheidungen soll der ganze Nntionalrat Palästinas ein Votum abgeben, dessen Gewicht durch statutarische IE׳■,timlmnigen festgesetzt werden kann, über deren Inhalt man beraten und verhandeln muß. Ich spreche hier nur über das System, maße mir nicht an, in Fragen, über die mir durch Uebcreinstinunung aller Fakhören ein Einverständnis erzielt werden kann, ein Urteil zu fällen. Jedenfalls geht aus dem Gesagten hervor, daß das Kolon isationsressort der Exekutive nicht aufgehoben werden kann Ich komme nun zum weiteren Erfordernis: Integrierung der Kräfte der Bewegung. Diese sollte bisher durch das Große A. C. erfolgen, in dem alle Richtungen vertreten sind. Ich halte das Große A.C. für eine überlebte Institution und man braucht nur die Entwicklung der letzten zwei Jahre zu überblicken, um cinzuselien, daß das Große A. C. in dem Moment völlig überflüssig sein wird, in dem einmal im Engere n A’, C. alle Richtungen vertreten sein werden, was ich für unbedingt notwendig halte. Auf andere Weise ist es unmöglich, daß die Exekutive autoritativ führt, wichtige Entscheidungen fällt und damit nidit erst auf die höchstens zweimal im Jahre stattfindenden Sitzungen des Großen A. C. warten muß. Wir hatten in den letzten Jahren keine Exekutive, welche alle Richtungen umfaßte. Die bis zur Jahreskonferenz bestehende war den Amerikanern nidit recht Und die einseitig nach deren Wünschen bestellte dem überwiegenden Teil der restlichen Organisation, Und so wird es immer gehen, solange nicht innerhalb der Exekutive selbst es möglich sein wird, den Ausgleich der Meinungen herbeizuführen. Es geht auch nicht an, daß die Nachdenklicher Fall Von Arnold Zweig. ״l> e r J u d c“ wird sein Erscheinen entstellen, wenn nidit — — Und wenn schon, mokiert sich der Zionist. Was ist das überhaupt, der ״Jude“, äußert die Zionistengattin, tüttert den neuen Roman■,chmöker weiterhin angclegentlidist. Und das bl au weilte Zionistenkind denkt heftig - da die Btjbermodc vorüber ist - in Dcutsdilamd viellcidit an Aktivismus, in Wien licstitnmt an irgendwas ebenso Ephemeres, und freut sich, da.fV es in deutscher Sprache ein sdiwerfäilig-abstrakles und feierlich stelzendes Verkalkungsblatt weniger gibt, dessen bourgeoiser ״Sozialismus“ zum lachen oder Heulen impraktikabel ist. (Denn ״Soziailist“ trägt man dodi noch, nidit wahr?) Und der Intelli-Gcnt, bei heutigen Handsdiuhpreisen, kann sidi eine Zeitschriftenlektürc leichtlidt versagen, die ihm von Magie, Okkultismus und China doch nidits beibringt. Der Parteinictisch aber hat mit Gründung neuer!־ixtcrationen, Gruppen, Spaltungen und Progr.inimcn soviel zti tim, daß er gerade noch Zeit tiiKJet, Brunners Manumillilnosdiüren andächtig au»• WCIK!!5 ״'CI' ~7 dner neue» Ideologie wegen, ■rtort zu. Hier ist eine Zeitschrift, derer» Felder ״,cl!* verborgen sind - aber eine Zeitschrift zu- Raserc ״ufib2dendrn )״*5״«h&ten einen zur S zekSSr L 3"*,""1?״* *״» 1י dieser Zeit: Lf A,tC't nicht zur Selbstdarstdlung scnrabemler Jutte״^ »andern zur Vertiefung jüdisclter DarstcUung jüdisdier Wirklichkeiten zur Rettung einiger weniger Wahrheiten im, jüdischen Da- JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 30 Organisation ein Präsidium wählt, welches da» Recht hat, jeweilig die Mitglieder der Exekutive zu bestimmen. Ein zweltcsmal dürfen wir nidit in den eben erlebten Zustand geraten, daß wir ohne j Exekutive sind. ׳ Wird die Exekutive alle Richtungen der Be- 1 wegung umfassen, dann wird sie natürlich größer! sein müssen, als bisher, sie wird aber nicht ge- ־ zvvungcn sein, sich mir auf Mitglieder zu beschriinken, die zufällig in London wohnen. Abg. Stricker! hat kürzlich in Wien sehr richtig angeführt, daß : das bisher geübte Auslcscprinzip, nach dem nur : Zionisten, die aus irgendeinem Grnttdc die Mag- ־ lichkeit hatten, nach London zu gehen, Mitglieder j der Leitung werden können, ein sehr schlechtes ist. ׳. Nach den Erfahrungen, die seit einem Jahre gemacht j wurden, wo eine ganze Reihe verdientester und befähigtester Zionisten, wie Warburg, Edwel, I Hantke, Jacobsohn, Lcvin, schließlich Simon und! de Liemc, plötzlich aus der Leitung ausgeschifft wurden, werden sich schwer Leute von Befähigung und Charakter finden, die geneigt sein werden, alle Brücken hinter sich abzubrcchcn, um einem ungewissen Schicksal zuliebe nach London zu gehen, j In London wird quasi nur ein Ausschuß der j Exekutive sitzen, und zwar die Ressortleiter für } Politik, Finanzen, Organisation, Kolonisation. Die ] auswärtigen Mitglieder werden in ständigen Berich- | ten am laufenden gehalten werden, einigemal im j Jahre zu Sitzungen nach London kommen, die gc-! niigend vorbereitet sein müssen und in denen die i prinzipiellen Fragen zu entscheiden sein werden, j Da der Kongreß nun alle Jahre wird stattfLndcn 1 müssen und in der Exekutive alle Richtungen verj treten sein werden, sie die fähigsten Personen j der ganzen Organisation umfassen wird, so wird i sie genügend Kompetenz haben. Wie ist es denn j beute? Von Juli 1920 bis heute ist das Große A. C. noch nicht zusammengetreten, und inzwischen haften wir keine Exekutive, Ist dieser Zustand besser gewesen, als der, den ich vorschlage? | Natürlich darf die Zahl der Mitglieder der י Exekutive nidit allzu groß werden. Ich glaube, daß i die Zahl von ungefähr 20 weder zu groß, noch zu | klein ist, da von diesen 20 mehr als 10 (2 oder! 3 Präsidenten, 4 -5 Ressortleiter, 3 lnstitutions- 1 direktoren, 3 Mitglieder der P. IC.) ständig in Lon- 1 dou resp. in Palästina sitzen werden. Eine Verj legung einzelner Ressorts von London weg nach einem zentraler gelegenen Ort kann unter Umständen ins Auge gefaßt werden, jedenfalls müssen die wichtigsten Ressorts in einem Ort beisammen bleiben. Das Große A. C. würde natürlich als überflüssig entfallen. Idt stelle diese Vorschläge zur Diskussion. Sie sind nadt den tatsächlichen Erfordernissen und den bisherigen Erfahrungen erwogen worden. Vielleicht ist in ihnen manches, das die Zustimmung weiterer Kreise finden wird. Jedenfalls wollte idt einmal dartun, daß wir uns über das System der Leitung klar sein müssen, bevor wir hoffen können, die Leitungsfrage befriedigend zu lösen. sein geleistet wird; eine Zeitschrift, deren Zionismus euch allen erst das Recht gibt, euren Zionismus der Mindestforderungen haben zu dürfen; eine Zeitsdirift endlich, in der für diese Generation aufbewahrt wird, was Ziorasnius überhaupt bedeutete: nlmlidt nicht Massenkolonisation, sondern Aufbau des jüdischen Menschen. Lehrt midi, lehrt uns das rechte Leben zionistisdicr, jüdischer Realität nicht: vermutlidi ist sie uns, die wir sie kaum ertragen, heftiger eingcstempclt als eudt allen. Wir wisset», daß um der Rettung des Judentums wißen Palästina mit Juden wahllos besiedelt werden muß. Aber nennt eudt ja nicht Zionisten, wenn ihr meint, dies sei Zionismus. Dies ist das über Zion ausgcbrcitetc Gohis. Dies ist die Er• Ictligtmg unserer Lebcnsmöglidikeit durch die Qual der augenblicklichen Notwendigkeit. Dies ist die Widerlegung des Zionismus; wenn nicht ohne Unterbrechung eine Stimme da ist zu rufen: Zionismus ist die radikale und mcnsdiHchc Erneuerung des Juden durch «las nadt jüdisdien Impulsen von innen her aufgebaute Leben jüdisdier Menschen. Diese Stimme ist ״Der Jude“ war er, wenn ihr e» nidit ändert. Der Beschluß zur Aufgabe eines in der Luft hängenden und idealistisdien Unternehmens ist beinahe gefaßt: sdion löst sich die Vereinigung der Herausgebenden auf. Und was dann kommt: da* werde» nidit wir spüren, die ihn tdiricben, sondern eure Kinder und dir — nur ihr. Glaubt ihr, wir 8d1 rieben ihn zum Vergnügen? Haltet dir uns fü» so kindlich, nicht zu spüren, wie tief und weit die Leere ist, in die unsere Worte fallen? Bildet dir euch ein, wir wüßten mit unserer Zeit nichts Besseres anzufangen? Glaubt ihr denn — aber ilir tut das nicht — jeder von uns habe nidit auch seine persönliche Aufgäbe, die ihm das Herz versengt, wenn er von ihr sich abwenden muß? Aber #0 denkt doch nur einen Augenblick nach, und ihr erkennt, daß Buber und wir anderen, jeder einzelne von uns, seine eigenst* Gre|־Jsrael! ׳ \ Sokolow auf einer jüdische!! Arbeiter• I Versammlung j Jerusalem, 7. April. (J. C. B.) In Jaffa hat heut«! eine Versammlung aller Vertrauensmänner der jüdisdien ■ Arbeitcrsdiaft stattgefunden, an welcher Nah um Sokolow, der zu diesem Zwecke speziell nach Jaffa! gefahren ist, tcilgcnommcn hat. Die Arbciterdelcgierten foixlcrten stürmisch die Verstärkung der Einwanderung! und die Abschaffung der Zertifikate. [ I Kunstausstellung in Palästina t Jerusalem, den 12. April. (Tel. d. ״J. R.“) j Sir Herbert Samuel cröffnetc heute die erste, im » Davidsturin von der Pro-Jen1»nlom-(kscllsch:1tt veran-; staltcte Kunstausstellung. Die J ü d i s c hc K ü n s»Jer• Vereinigung hat einen besonderen Pavillon. Verein hebräischer Schriftsteller in Palästina Am Sonnabend, den 26. März, fand in Jaffa eine Konferenz der hebräischen Schriftsteller i״ Palästina statt, um Vorbesprechungen wegen der Gründüng eines Vereins hebräischer Sdiriftsteller zu pflegen. Vorsitzender war der greise A. S. Rabinowicz. Der hebräische Dlritter Jakob Fichmann sprach in seiner ' Prograinmrcde über die Lage der hebräischen Literatur, ■ die bisher von Zufällen abhängig war, was ein Gefühl , der Unsicherheit in das Leben und Schaffen der Schriftsteiler brachte. Mordechai ben Hillcl Hak oben, '• der seit langem den Gedanken der Vereinigung der ln••; bräisclicii Schriftsteller in Rußland gepredigt hatte, legte '■ das seinerseits ausgearbeitete Statut vor. Aha- ’ ronowicz sprach über die Frage der Mitgliedschaft und über die Schwierigkeit der Feststellung, wer als Schriftsteller angesehen werden könne. Ein vorberciten- . der Ausschuß wurde gewählt, der für die nächsten . Pessaelitage eine Versammlung sämtlicher hebräischen : Schriftsteller Palästinas einberufen soll, um das Statut! des Vereins anzunehmen. Der Ausschuß besteht aus : folgenden Herren: Barasch, Dr. Glückson, Dr. j Harari, Ficlunann, Zioni, Rabinowicz und ( Mordechai ben Hillcl Hakohcn. ׳ Jüdisch-arabische Verständigitngskonfercnz?; Nach einer Meldung der ״Times“ hat Emir Ab• J dullah, der mächtigste Scheik des Ostjordanlandcs, j geäußert, daß eine Konferenz führender arabischer und jüdischer Persönlichkeiten üt Palästina notwendig sei, ׳ um eine völlige Verständigung herbeizuführen. Dia Araber würden dann wahrscheinlich festste!!«», daß dei I Zionismus sie in keiner Weise bedrohe, wie dies häufig befürchtet würde. Freigabe der Getreideaasfuhr aus Palästina Infolge der sehr günstigen Emtcaussichtcr» in Pa• lästina liat die palästinensische Regierung sich ent• schlossen, die Ausfuhr von Weizen und Mehl nunmehr frei/ugeben. Güterverkehr mit Palästina Wie die ״Palestine Company Hiram Ltd" mitteilt, verläßt der Dampfer ״Rovabclla", welcher in Palästina anlegt, Hamburg am 20. April, und der Dampfer ״Alexandria“ Hamburg am 23. April. Sendung zu vollziehen nur aufschiebt um der Sache wißen, des Volkes willen, der Idee und euretwillen. Unter den Abonnenten des ״Juden“ und seinen Lesern kenne ich viele Nichtzionisten und mehrere Niditjuden; Männer und Frauen, deren Lebensführung keineswegs leichter ermöglicht wird als die eure, deren Arbcits- und Ncigungskreis ebenso wie der eure weit außerhalb unserer Sache zentriert ist Aber sie wissen, was diese Zeitschrift bedeutet: daß in ihr das repräsen• tative Antlitz des Judentums zu sehen ist wie cs nichttraditionelien Juden allein erscheinen kamt Und darum lesen sie diese Monatsschrift, diese geistige, ununtcrhaltendc, ideelle und spröde Folge von Aufsalzen und Betrachtungca Sie und die Geistigen der ostjüdischen Jugend zogen daraus den Beweis, wie wesentlich quellend und instinkthaft richtig im Westjudentum jüdisch, menschlich, geistig gedacht wird; wie fest in einem Strudel von Zeit Verfall und Neu- Bildung das Beharrende sich halten kann, wenn es von strenger Ueberzcugtheit gehalten wird, das nottuemle Eine auszusprechen, die Idee der bedingungslosen Eroeucrung. ״Der Jude“ geht ein, an eurer Gleichgültigkeit. Er geht ein, weil ein lusclbuch heute 4 Mark kostet und einst eine halbe; geht ein, weil das östcrreichische, das polnische, das russische Geld heute - aber das wißt ihr ja — so wenig wert ist, daß die Leser jener Länder ihn nidit mehr, wie während des Krieges, bezahlen können. Ihr könnt es, deutsdie Zionisten, und ihr solltet, ihr müßt ihr werdet diese Zeitschrift halten, wenn ihr einen Funken Pflichtgefühl vor dem jüdischen Geiste habt Die Jahrgänge des ״Juden“ in eurem Bücherschrank veralten nicht, sie werden stets neuer, denn nur klarer spricht ün Verlauf der Jahre das Gütige aus ihnen, und selbst das dann Ungültige wird euch die Zeit der fürchterlichsten Krise unseres Lebens treu aufbewahret», Ihr werdet diese Hefte Aufschlagen können, wann immer ihr wollt, in •dilaflosen Nächten, — falls eure Tage denn wirklich

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