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Jüdische Rundschau · 1921-04-12 · Heft 29 (12.4.1921) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 29 (12.4.1921)
Date
1921-04-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 29 JUBD1SCHB RUNDSCHAU Seite 199 Der Maassergedanke in Beßarabicn Von Dr. M. Sc 11 warzmann, Kischincw. [Xe Keren H .1 j es sod-A rbc it in Beßrabien wurde mit einer Konferenz in Kischincw 1m 21, Januar 1921 eröffnet, auf der eine gehobene Stimmung herrschte, IXe Teilnehmer gingen mit dein festen Entschluß auseinander, die regste Tätigkeit zu ent* * falten. Seitdem wird in der jüdischen und russischen prcs5e unermüdlich der Keren Hajcssod propagiert, Ucber den Keren Hajcssod wird jetzt allenthalben dejvauiert. Die jüdische Oeffentüchkeit wird sich immer mchr des Ernstes und der Wichtigkeit des Keren Ha- ״,;«ad bewußt. Gleichzeitig entwickeln eigens dazu ent- Lindtc Instrukteure eine rührige Tätigkeit in der Provinz. In fast allen neun Ikzirksstätten Ucßarabiens sind bereits Bezirkskomitces geschaffen v־rdcn. In manchen Bezirksstädten wurden Beratungen ob aktiven Gesinnungsgenossen des Bezirks abgehalten ,,!d in vielen kleinen Urten wurden Komitees begründet. Die Komitees beginnen ihre Tätigkeit in erster Reihe mit der Besteuerung der Zionisten. Diese Be- »tcucrung, die in Kischincw bereits durchgeführt wir.le, ist gegenwärtig in allen Bezirksstädten im Gange. In Kischincw ergab die den Zionisten vorgeschncbene und auferlegte Steuer für die nächsten fünf ׳Jahre die Gesamtsumme von 2*/» Millionen Lei, wobei konsequent die Maasscridce als Besteuerungs-Maßstab angewandt wurde. Die Erfahrung lehrt, daß, so sehr (;!e Maasscridce auch im ersten Moment undurchführbar erscheinen mag, sie sich doch in der Folge als der geeignetste Steuerregulator erweist. Das Beispiel der Maasserentrichtung wirkt direkt ansteckend. Kaum hat jemand den Maasscr entrichtet, so wird er selbst einer seiner feurigsten Verfechter. Kein Redner kann so zündend, überzeugend und anregend wirken wie dericni£c, der seine Pflicht getan und den Maasser entrichtet tut. Das Prinzip des M a a ss c r hat in den zionistischen Kreisen Fuß gefaßt und findet allmählich auch in nichtzionistischen Kreisen Anklang. Und selbst wenn es in nundien Orten wegen allzugroßer, in die Augen springenier Herabsetzung der zu leistenden Maasserabgabe bis zu einer Rclcgierung einzelner Gesinnungsgenossen kommen sollte, so dürfte das auf die Gesamtaktion von guter Wirkung sein. Der Maasser wird sowohl vom Stammverniögcn wie auch vom Einkommen berechnet Wir fanden es aber für nötig, auch denjenigen, deren Einkommen hinter dem Minimum zurückbleibt und die aus freien Stücken an der nationalen Steuerlast mittragen uoüen, die Möglichkeit hierzu offen zu lassen. Es wurde daher die Bestimmung getroffen, daß Leute, deren Zahhmgsimfühigkeit, das Minimum zu leisten, von der zut• ständigen Steuerkommission bestätigt wird, sich zu Gruppen vereinigen dürfen, die kollektiv den Mini• malbeitrag leisten. Damit ist sowohl den Aermsten die Möglichkeit geboten, an der nationalen Steuerlast mitzutragui, als auch der Festsetzung eines allzu geringen Mkunalbeitrages aus dem Wege gegangen. Das hat ihr du׳ Oesamtaktion eine große Bedeutung, da in den riichtzonistischcn Kreisen wohl die Tendenz, am Minim!;m und nicht am Maximum iestzuhalten, vorherrschend “ein dürfte. Uebcr das Endresultat läßt sich 'nichts näheres Voraussagen. Jedoch glauben wir, daß sich bei energischcr und beharrlicher Tätigkeit die Totalsumme von 50000 000 Lei wohl wird erreichen lassen. Das waren also 10 Miß. Lei jährlich und für die 50000 verhältnismäßig armen jüdischen Familien Beßarabiens, von denen 25 0/0 auf öffentliche Fürsorge angewiesen sind, eine hohe Leistung. Es darf aber auch nicht außer acht gelassen werden, daß zur Eintreibung dieser Summen das Keren Hajcssod-Komitee während der kommenden 4Jahre alljährlich eine zwei bis drei Monate währende energische Tätigkeit wird entfalten müssen. Die meisten Steuerzahler, die den Maasser vom Einkommen zu entrichten haben, behaupten, für die kommenden Jahre die Höiie ihres Einkommens und somit auch die der Abgabe nicht vorausbestünmen zu können. Von diesen Steuerzahlern nehmen ־wir die Verpflichtung, in den kommenden 4 Jahren den Durchschnittsvcrdicnst eines Monats (ohne die Ziffer vorher zu bestimmen) für den Keren Hajessod abzuführen. Die Aktion wird durch ein Büro, bestehend aus fünf bis sechs Mitgliedern, geleitet. Die Provinz wird von acht bis zehn Instrukteuren und• einigen Rabbinern als Agitatoren bedient. An Druckmaterial werden Plakate, Aufrufe und Flugblätter in Anwendung gebracht Das Mandat wird separat gedruckt werden und zur Verteilung gelangen. Die Presse verursacht uns auch größere Ausgaben. Alle diese und noch viele andere Unkosten, die die Arbeit erfordert, dürften wohl 5 bis 6»/0 der Sammlungen in Anspruch nehmen. XVII. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland am 13., 15,!6. Mal In Hannover, im Volksheim, Nicolaistraße 10. ®as Wahlrecht der ©puppen Ist abhängig vom d®p Abführung der Jhaiifilc^bcItFÜge! Warnung Es wird von Interesse sein, auch einmal von Seiten eines Zionisten aus der Provinz zu der außer* ordentiieh wichtigen Frage des Binjan Haarez eine Stellungnahme zu hören. Ich selbst bin seit Jahren Misrachist, doch leider einer der wenigen in Obcrsehlesien. Meine Position als einziger Misrachist in der hiesigen zionistischen Ortsgruppe bedingt es, auch von anderen Gesichtspunkten heraus zur zionistischen Bewegung in Deutschiand Stellung zu nehmen. So geschah cs, daß ich mich beim letzten Delegiertcntag der Gruppe Weil anschloß. Ich tat dies zunächst aus eigener ueberzeugung, zweitens in dem Bewußtsein, die größte Anzahl meiner Ortsgruppe zu vertreten. Die Entwicklung der Gruppe Weil zur Föderation Binjan Haarez war für mich überraschend, um so mehr, als man erst von ihr jetzt kurz vor dem Delegiertentag hörte. Wir Zionisten in den kleinen Städten stehen zum überwie- Senden Teil in der Theorie auf dem Standpunkt des injan H , ez, doch kann ich — und ich. glaube mit mir vielt icstnnungsgcnasscn — die Politik der Gg. Dr. Koben scher und Dr, Klee nicht mitmachcn. Wie Rosenblütli und Kazncison richtig bemerken, ist jetzt eine Absplitterung bei der so wichtigen Keren Hajcssod- Aktion eine Riesengefahr, die ein Fiasko der Aktion in Deutschland zur Folge haben kann. Ais Fraktion in der Z. V. f. D. hat der Binjan Haarez nicht nur eine Berechtigung, sondern ist sogar eine dringende Notwendigkeit, um politisch unserer Idee zum Siege zu verhelfen. Gute ideale Gedanken ringen sich durch und so würde sich in der Z. V. f. D. auch der Binjan Haarez-Gedanke durchringen. Noch fein Moment ist es, das uns Zionisten in der Provinz mit Mißtrauen erfußt. Die Gruppe Weil hat am letzten Dclegiertentag von der Agitation gesprochen, die sie in der nicht»»• nistischen Welt und in den Provinzortsgruppen machen wollte, um ihre Gedanken durchzuset/en. Was wurde bis jetzt in dieser Erziehung geleistet? Will nun der Binjan Haarez eine Konkurrenz der Z. V. f. D. aut ne 1111x0 wie cs der B. Z. K. dem K. J. V. getan hat, was jetzt schon ältere und besonnene B. Z. K.cr und K. J. V.cr lebhaft bedauern? Ich erinnere an die letzte große Rede Wolffsohns am Wiener Kongreß, in der er sagte: ״Ein Vater kann mit seinen Kindern mellt broiges werden.“ Dies sollten sich unsere alten guten Zionisten, die für eine Föderation und Sonderbümfclcl arbeiten, zu Herzen gehen lassen. Zuletzt glauix• ich', daß cs technisch nicht durchführbar ist, eine neue Föderation zu bilden, mit einem Zcntralbüro, einer Kasse und allen Formalitäten. Auch geistig ist der Grund einer Föderation nicht gegeben und, wenn ich eine persönlichc Ansicht äußern darf: es spielt hier wohl viel persönliche Verärgerung mit. Und dies darf bei unserer hohen heiligen Aufgabe kein Grund zur Revolution im eigenen Lager sein. Darum warne ich in letzter Stunde vor Ent• zweiungen, die unsere jahrelange Arbeit aut Jahre hinaus zerstören, zumindest übel beeinflussen können. Isidor Pinczowcr, Ratibor, Generalversammlung des Hilfsvereios der Deutschen Juden Am 4. April 1921 fand unter dem Vorsitz des Herrn Dr. James Simon die statutengemäße Sitzung des Zentraikomitces und die Generalversammlung des H i I f s Vereins der Deutschen Juden in Berlin statt. Der Vorsitzende hielt vor Eintritt in die Tagesordnung einen warmen Nachruf aut den dahingeschiedenen Prof. Landau. Herr Dr. Bernhard Kahn erstattete daraui in kurzen Zügen den Geschäftsbericht. Dem aus dem Vorstande wegen Arbeitsüberlastung ausgeschiedenen Geheimrat Timendorfer widmet der Vorsitzende herzliche Worte des Dankes für seine wirksame Mitarbeit seit Begründung des Hiifsvereins. Auch Herrn Dr. Bernhard Kahn, dem Generalsekretär des Hiifsvereins, der am 1. April aus demselben ausscheidet, drückt der Vorsitzende wärmsten Dank für seine . in 18 jänriger Wirksamkeit geleisteten Dienste aus. Herr Dr. Kahn trete jetzt in leitender Stellung in den Dienst des amerikanischen Joint Distribution Committee und werde künftig größere Aufgaben zu erfüllen haben, als sie gegenwärtig die deutsche Judenheit leisten könne. Der in Rücksicht aut Veränderungen in der Verwaltung vorgeschlagcne neue Satzungsentwurf wird vom Zentralkomitee einstimmig genehmigt Auf Anregung verschiedener Mitglieder wird beschlossen, eine besondere Propagandakommissicn zu bilden. Dr. Simon führte dann in der Generalvcrsammlung aus, daß die Jahre seit 1914 die schlimmsten in der jüdischen Geschichte seien. Die Leiden der Osteuropa!- sehen Juden seien unerhört schreckliche. Niemals sei eine Hilfsaktion dringender gewesen, niemals aber war sie schwieriger durchzuführen. Doch dürfe man hoffen, nachdem die Verhältnisse anfingen sich zu konsolidieren und nachdem der Zusammenhang der Hilfsaktion von Amerika über England und Frankreich nach Deutschland sich habe wiederiierstcllen fassen, daß es gelingen werden wenigstens einen Teil des furchtbaren Elends zu mildem. Dr. Bernhard Kahn erstattet den Jahresbericht und greift dabei aut die Tätigkeit des Hilfsvereins während der Kriegszeit zurück, die das Ansehen des deutsehen Judentums gehoben nabe und in der ganzen Welt bekannter sei als in Deutschland. Nach der Okkupation im Osten begann der Hilfsverein die Grundlagen für daS Hilfswerk zu schaffen, das 'nachher von den Amerikanern übernommen wurde und mit natürlich unvergleichlich höheren Summen bis auf den heutigen Tag fortgesetzt wird. Aus eigenen Mitteln hat der Hiflsverein für dieses Hilf»• werk 7 Millionen Mark aufgebracht Durch seine Vermittlung sind zur Linderung der Not im Osten weitere der Beamten weit nach, und es ist ihnen infolgedessen furchtbar schwer, eine Familie zu erhalten. Ich möchte einmal die Frauen, die den schönen Vorsatz gefaßt faßen, die Frau für die Familie zu erziehen, eialaden: kommet erst her, seht einmal bescheiden zu. Wie werdet ihr das Haus führen, mit 15 £? Wenn die Wohnung aücin 5 £ kostet, das Minimum an Kost pro Kopf und Tag 10 Piaster, die Wäsche im Monat etwa 1 £. Wo bleiben dann die Anschaffungen, die Aerztereclinungen (eine Visite 50 Piaster bis 1 £?). Ist es dann ein Wunder, wenn die Frau nicht mehr als zwei Kinder zur Welt bringt, oder wenn sie in ihrer Verzweiflung einen Beruf ergreifen will oder wenn sie außer Haus arbeiten geht, und sie sich doch vorkommt, ■wie ein ewiger Posten auf dem ״Soll-Konto“ des Mannes, demgegenüber es keinen ״Haben-Posten“ Kibt? Es ist nur eine Form der Wirtschaftsführung di, welche Hoffnung gibt, welche wert ist, gepflegt zu werden, welche geeignet ist. den Aufbau Palästinas Iu fördern. Das ist die Kwuzah. ich möchte hier drei Kwuzoth erwähnen. 1. Daganjah: in Galiläa, wundervoll gelegen, *ein auch ziemlich fiebergefährlich. Diese Kwuzali be- *eht schon lange. Dem Boden und der ganzen Siedlung acht man die schon geleistete Arbeit an und er gibt auch schon sehr guten Ertrag, so daß alle Arbeiter ßfat und sorglos leben können. Hier haben alle, Männer {״* Frauen, das gleiche Einkommen. Ehe Ehepaare faben eigene Zimmer, die ledigen Arbeiter wohnen zu Wann im Zimmer, ebenso die Mädchen. Gekocht w!rd dort durchaus nicht schlecht, und als Ich dort ״*r, stand eine Frau am Herd, die in wenigen Tagen .e Niederkunft erwartete. Schwangere Frauen arbeiten im stall und Im Garten Hier gibt es keinen Geburtenfackgang, dem» jedem Kinde, das geboren wird, ist . “*e £cit seiner Erwerbsunfähigkeit das Existenz- *faramutn — Pflege, Erziehung, Unterricht — gesichert “7 Kinder wachsen auf Kosten der ganzen Kwuzah und nicht auf Kosten ihrer Eltern. Und 1äe er- _ freuen sich großer Zärtlichkeit lind echter Liebe und ’ sie werden besser und fortschrittlicher erzogen, als Kinder in sogenannten guten Familien. 2. Die Arbeiterkwuzoth: die nidht für sich, sondern für eine Gesellschaft arbeiten, die in Taglohn stehen und trotzdem geregelter und sorgloser leben, als einzelne Familien. Denn es gibt eben nicht auf je zwei oder drei arbeitende Menschen eine wirtschaftende Frau, sondern eine Frau besorgt die Wirtschaft für alle und hier gibt es keine ״schlechte Ernährung, ,Un- Sauberkeit der Siedlung, unrationelle Verwendung der Mittel“ und auch keine ״Unzufriedenheit und Freudlosigkeit“, Kwuzoth von Art dieser beiden gibt es nun schon sehr viele im Lande und dem Uebelstand, daß die Mädchen nicht gut kochen, steuert die trotz der Krise im September eröffnete Kochschule für Arbeiterinnen in Jaffa. 3. Origineller ist eine Kwuzah, die von amenkaniseben Christen (oder christlichen Amerikanern) ge■ gründet ist. Ihre Mitglieder gehören den verschiedensten Berufen an und haben verschiedenes Einkommen, kben aber alle gleich in eigenem Hause und haben eigene Garten-, Fehl- und Hauswirtschaft. Sie sind verbunden durch das Ideal, das Reich Christi zu verwirklichen und kamen nach Palästina, weil sie sich hier stärker fühkn und die Idee besser verwirklichen können. Ich erwähne diese Kwuzah aus dem Grunde, weil ich der Ansicht bin, daß ähnliche Gemeinwesen unter der städtischen Bevölkerung zu begründen eine viel edlere, zweckmäßigere und segensreichere Aufgabe einer gut begründeten Frauenorganisation sein müßte. Wenn ich auch zweifle, daß bei uns die Idee eine so starke Liebe erweckt, wie bei jenen Amerikanern, wenn vielleicht zu einer kommunistischen Gemeinsamkeit die einzelnen Familien nicht die Kraft aufbringen werden, so gibt es ja heute schon in Europa eine Menge Erfindungen, welche das ״Wirtschaften“ abschaffen, oder wenigstens die Möglichkeit geben, daß für 20 Familien nicht 20 Frauen und 20 Dienstmädchen einkaufen gehen, Kinder baden, kochen, räumen, waschen, sondern durch das Einküchenhaus z. B. die Arbeit des Kochens zentralisieren; der Heimhof (Wien XIX) z. B. ist auch eine Einrichtung, welche hier nachzuahmen viel Sinn und Nutzen hätte. Merkwürdig ist doch z. B., daß die Kochkiste hier fast unbekannt ist und daß man auch keine zu kaufen bekommt Daß es z. B. keine Heime für Lehrer und Lehrerinnen gibt; daß der Lehrer sein kleines Gehalt an Wohnungswucherer abgibt und den Rest an Garküchen, die sich mit etwa 100 ״/« Nutzen begnügen; daß es keine richtigen Spielwaren und Bilderbücher gibt, sind auch Mängel, denen eine Frauenorganisation durch die riehtigen Ataßnahmen abhelfen könnte. Es gibt viele Möglichkeiten für eine Frauenorganisatten, aber vor großen Schlagworten, vor allem vor einer Ueberhebung der Europäer über die Palästinenser warne ich sehr. EHe palästinensische Bevölkerung ist ein in Wachstum und lebendiger Entwicklung befindlicher Körper, der Krisen überdauert, Schwierigkeiten überwunden, Opfer um Opfer gebracht hat und wir, die wir von draußen kommen, haben die Pflicht erst einmal stillzustehen und zu Lauschen. Erst wenn wir das Leben hier in uns aufgenommen haben, können wir eingreifen. Und dann werden wir auch manches verbessern. Nicht weil wir besser sind, aber weil wir noch erfüllt sind von dem Geiste einer alten, reichen Kultur, die zu genießen, wir das Glück hatten. Mag meine Antwort auch nicht eben freundlich klingen, so ist sie doch ehrlich gemeint und im Grunde werten viele Frauen Palästinas die gegründete Organ*, satten begrüßen, wem» sie nur die erste Pflicht erfüllt — nicht abgetragene, fremde Sitten nach Palästina emzuschleppen. Margalit Obernik.

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