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Jüdische Rundschau · 1921-04-08 · Heft 28 (8.4.1921) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 28 (8.4.1921)
Date
1921-04-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 192 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 28 Keren Hajessod Misrachi und Keren Hajessod Prof. Pick, Mitglied der Zentrale des Misrachi, ist in das Direktorium des Keren Majcssnd c!n׳;otretc». Dazu bemerkt die misrachistische ״Jüdische!,resse": ״Der Eintritt unseres geschützten Gesinnung^• freundes in die engere Leitung des Keren Hajessod muß für jeden Minraphiston ein Ansporn sein, seine Tätigkeit für diesen Grundfonds mit aller Energie zu fördern. Es braue kt nicht betont zu werden, daß Prof. Pick da« Amt nicht angenommen hätte, wenn er nicht weiter die Ueber/.cugung hätte, daß nichts von den Geldern des Keren I liijcssod für Zwecke oder Eli*■ richtungcn verwendet wird, die mit den Interessen des religiösen Judentums nicht iibercinstimmeii." Or. Eder in Revnl Aus R e v a I (Estland) wird uns berichtet: Während seiner Rückreise aus Rußland weilte hier der gegenwärtig der prov. Exekutive aiigcgliederte Dr. Eder. Die Zionistische Organisation veranstaltete zu Ehren des Gastes in den Räumen des Vereins ״Oli. N, lljalik" eilt Beisammensein sämtlicher Mit• glieder des Komitees. Von den Mitgliedern wurden ,auch einige Herren der hiesigen Gesellschaft• ein• geführt. Nachdem der Vorsitzende, Herr Pomernnz, den Gast begrüßte und für sein Erscheinen dankte, bat Dr. Eder ums Wort. Dr. Eder gab anfangs einige Erläuterungen zum Text des Mandatentwurfs und orien• ticrie dann über Palästina und die gegenwärtige Lage, Besonders lobend hob er die Arbeit der Chaluzim hervor. Der Redner ging daun zum Keren Ha• jessod über. Er betonte, daß unser Werk in Palästina Mitiel von gewaltigem Umfang erfordere; bloß eine äußerste Anstrengung des;;an/eu jüdischen Volkes könne uns zum Ziel führen. Als Ergebnis dieser Wirkung«• vollen Rede ist zu vermerken, daß die Anwesenden gloich während der Versammlung für den Keren Ha• [essod die Summe von 800000 estl. Mark gezeichnet haHcn, Zwi. Brief aas der Schweiz (Von unserem N. W.-Korrcspondentcn.) Dr, Nach 11 nt Gold man 11 hat mit dem 31. März eme vieiveiini.igige Reise durch die Schweiz beendet. Den ersten Vortrag hielt l)r. üohlmann in St. Gallen, der zur Folge hatte, daß sich die Kunde von seiner Beredsamkeit rasch in allen anderen Städten verbreitete. Er sprach dort, in Zürich, Basel mul Born in großen öffentlichen — auch von manchen Nicht/.io• nisten liberaler und agudistischer Farbe — stark bc* suchten Veranstaltungen über ״Untergang utul A u f b a u“ und ״Weltkrise und J u d e n t u m“ (in Luzern im Rahmen einer Purimfeicr als Festredner), außerdem noch in engeren zionistischen Zirkeln über ״Die geg c n wii r t igc in5c r po 1 i t i sc 11 c Lage", ein Stoff, der zu regen Diskussionen Anlaß gab, die Dr. Goklmann Gelegenheit boten, mit stets klugen Schlußworten den Zuhörern vor die Seele zu halten, daß jeder Widerspruch vor dem Refrain verstummen! müsse: durch Maassergeben für den Kcreti Hajessod eine wahre zkmistischc Gesinnung zu erweisen. Dem Keren Hajessod galten auch zwei spontan embentfene, durch die Anwesenheit Dr. Goldmanns veranlaßte Sitzungen in Zürich und Basel, in denen er die Säumigen mit ungeschminkter Offenheit an den Ernst des historischen Wendepunktes, an die Verpflichtungen, die der Augenblick vorschreibt, und an die kraftanstren- Singen, die anderwärts gemacht werden, erinnern konnte. ie Zusammenkünfte führten unter dem Einfluß des Gastes dahin, daß mau i:1 Zürich durch Bildung eines Komitees von 15 Zionisten zum zweiten Mat einen Anlauf nimmt, die Keren HajcssoiRAktion iii der größten Gemeinde des Landes durchzuiiilircn, und daß man in Basel, das wegen seiner reichen Juden ein besonders dankbares Betätigungsfeld bietet, einen gemeinsamen Ausschuß aller dort bestellenden zionistischen Vereine bestellte, der die vor drei Monaten völlig grundlos abgebrochene Arbeit fortsctz.cn soll — Iii Zürich behandelte Dr. Goldmann vor einem zum Teil aus Niclitzionistcn zusammengesetzten studentischen Publikum das Problem ,,Galuth und /,io 11" Uml er leistete mittelbar der zionistischen Pronnpai'uia 111 Zürich keine unwesentlichen Dienste In einem vierten Vortrag vor der .,Vereinigung für soziale und kulturelle Arbeit im Judentum", über ״Ideengehalt der jiddischen und neuhebräischen Literatur". Die genannte Gesellscliaft umfaßt denjenigen Teil des Züricher westjüdisehen, jüngeren Nachwuchses und jene Persönlichkeiten, die ernsthaft um Erkenntnisse in der jüdischen Frage ringen So hat Dr. Goldmaun nicht wenig dazu beigetragen, die schon mehrere Jahre herrschende, schier (inhehehbar scheinende Stagnation Im zionistischen Leben der Schweiz zu durchbrechen, Selbständige Gründungen oder Beteiligungen Von Dr. J. K r o 11 s t e 111. Der Keren hajessod soll bekanntlich sowohl Unteriielmumgeii gründen, die mit Rücksicht aut ihren sozialen Zweck von vornherein keinen Ertrag bringen können, wie auch solche, die auf einen Ertrag berechnet sind, Der Kürze halber werde ich die Unternehmungen der ersten Gruppe als ״soziale“ bezeichnen (ein schönes Wort, das die Fehlbeträge zwar nicht ans der Welt schafft, aber für den Leiter eine Entschuldigung und für den Geldgeber ein Trost sein soll); diejenigen der zweiten als ״rentable", Die Amerikaner wollen nun, daß Ganzen ein besonderes Gepräge. Schon die Arbeiten der Vorberciitingskurse zum Eachzcidmcn ließe» darauf schließen, daß auf diesem Gebiete grundlegende Ncuerimgen eingetreten sind. AUcs, was sich auf Fachzcichcn- Unterricht bezog, war von dm einzelnen Werkstätten vertreten. Von den feinsten Ziselicr/cichnmvgcn der Graveure bis zur künstlerischen Improvisation von Renaissance• Dekorationen und indischen Stilartcn der Dckorationsmalerklassc. Dieses Fachzcicluvcn und Maler* fand seine Grundlage im allgemeinen Zeichnen und Malen nach der Natur; und es entwickelte sich schon bei den Anfangsarbeiten ein derartig reges Leben, daß jedem Begabten wie Durchschnittschülcr freie Eivtfaltung gewährt worden ist. Es fielen mir Arbeiten dabei auf, die Temperament verrieten und einer ernsten Betrachtung wert waren. Schon die speziell für die ein- *einen Werkstätten aufgeslellten Programme (beir. methodisdien Lehrplan im Zeichnen und technischen Lehrplan der entsprechenden Fachwerkstätten) wiesen darauf hm, daß hier sich eine große Reform vollzogen hat. Die fachzcichncrischen Seuistentwürfc der Schüler bcwiesen am besten, auf welcher Stufe die Anstalt jetzt schon steht. — Wenn man in Betracht zieht, mit welchen Schwierigkeiten diese Anstalt unter dem Druck s״u'Jrcrc^ Kriegsjahre gekämpft und gelitten hat, so ist cs e*s(*»^n«wnn®tlswe,It’ was d’e eh»zelnen Musterwerk• statten produzieren konnten. Besonders hervorzuheben wir die Dam cnsch nc idere 1-Muster g ruppe. Derartig akkurat und geschmackvoll ausgeführte Garderoben neuester Moden findet man nur in Großstädten Westcuropas. Auch die Abteilungen für Stickerei, Weißnäherei, Damen- und Hcrrenschnciderei waren vertreten ״«* *™*elrtcn ebenfalls in hohem Grade die Sud des Publikums, Auch liier zeigte sich, ui welchem Maße *Kj Fachzcidieiv-Unterricht das Auge entwickelt hat "״' ‘ייclchcr Sicherheit der Schüler den sS beim F1m>?/laf״ tShLrrsc‘*t> individuelle Eigenheiten einer Figur (Gang, Haltung) zu berücksichtigen weiß. — Wie Privatkapital . _.. hebt Herr Julius Berger Einspruch (Nr. 91/02). Sowohl die Lösung dieses Streites wie die Bcscitigum׳ mancher zwar nicht ausdrücklich erhobener, aber doch naheliegender Bedenken gegen den Keren hajessod erblicke ich in folgender Formel: ״Keine eigenen Gründüngen des Keren hajessod, sondern nur Beteiligungen an privalkaiifmäiinlsclicn sowie genossenschaftlichen U11tcriiclunmigeii.“ 111 dem Gedanken des Keren hajessod sind niimlicli zwei Seiten zu unterscheiden: die passive und die aktive, die Sammlung eines Geldbetrages und seine Vor- Wendung. Die von Herrn Berger hervorgehobene Zu* Stimmung, der der Keren hajessod in Europa begegnet, die Opferfrcmligkcit erstreckt sicli vermutlich mit' die passive Seite. Man Ist allerdings zu der Ucbcrzcugung gekommen, daß die Leitung nickt von der Hand in den Mund leben kann, daß sie im Besitz eines angemessenen Fonds sein muß. Anders die aktive Seite. Das Vorgehen der Amcri• Iraner zeigt, daß man hierüber sehr wohl verschiedener Meinung sein kann. Und nach meiner persönlichen Ausicht liept die ganze Wahrheit weder bei Amerikanern, noch bei der von Herrn Berger vertretenen Gruppe. Aus allen Erfahrungen in der Beamtenwirtschaft ziehe ich den Schluß, daß der Keren hajessod überhaupt keine Unternehmungen gründen soll. Die sozialen Aufgaben müssen uen Genossenschaften der jeweiligen Interessenten überlassen werden. Wollen die Eltern ihre Kinder erziehen (und welcher Jude will cs nicht), so müssen sic in Gemeinschaft mit einigen Lehrern eine Schule errichten. Wollen die Bewohner eines Bezirkes eine Straße bauen, um Pferde, Wagen und die WaTe zu schonen, so tun sich die betreffenden Gemeinden zusammen. Für die wirtschaftlichen Aufgaben ist das Privatkapiiaf da. Wenn nun der Keren hajessod keine Untcrnehmttngcn gründet, was tut er dann? Er beteiligt sich, und zwar sowohl an den sozialen, wie an den rentablen Unternehmungen. Den durch die Beteiligung erlangten Einfluß nützt die Leitung des Keren hajessod folgender• weise aus: bei sozialen Unternehmungen wird die Geschäftsführung überwacht, für die Zweckmäßigkeit der Anlagen (insbesondere für die Vermeidung jedes Luxus) und für das Handinhandarbeitcn der einzelnen Genossenschaften gesorgt. Bei den rentablen Unteriielinumgen wird der Keren linjessod darauf dringen, vielseitig die Schüler in ihrem Handwerk ausgebildet werden, das zeigt die Gravcurklasse. Nicht nur alte traditionelle Gilde wird gehalten, sondern moderne Aufgaben werden gelöst in Linoleum-Schnitten und Spczinlitätcn der Silbcrbranclic. — Angesichts dieser großen Resultate möchte ich als Kenner von Fach- und Gewerbeschulen besonders hervorheben, daß solche Erfolge mir dann möglich waren, wem* der Leiter der Anstalt die sorgfältigste Auswahl der entsprechenden Lehrkräfte vorgesehen hat. — Somit gal» das Ganze ein Bild absoluten •ortschritts." daß keine Ausbeutung der Verbraucher und der Ar• beiter stattfindet, daß die Unternehmer vielmehr nach dem Grundsatz: ״gute Ware, großer Umsatz, billiger Inlandspreis“ verfahren. Da der Keren hajessod als Staatsschatz wohl keine Privatdarichcn aufridunen wird, so muß er für jette eigene Gründung 100״׳״ des Kapitals von. trecken. Um aber sich au einer Sache einflußreich zu beledigen, genügen bei rentablen Unternehmungen *IO—50 */י des Kapitals, bei den sozialen sogar weniger. Bcsdtränkt sich also der Keren hajessod auf die Beteiligungen, so iird er in der Lage sein, mit dcmsellven Kapital eine viel größere Anzahl der Untirnehiiiimgeri zu beetnftusscii, als wenn er sich mit Sclbstgründirngcn befaßt Ferner werden die Ertragsaussichten günstiger. Ob die eigenen Unternehmungen des Keren hajessod Nutzen bringen, muß nach gleichartigen Erlebnissen anderer Völker sehr bezweifelt werden; aber der Nutzen der Privatuiitcrnelimungcn ist sicher und wird auch dem hieran beteiligten Keren hajessod zugute kommen. Für meiner* Vorschlag: ״Keine eigenen Gründungen, sondern mir Beteiligungen sowohl bei sozialen wie bei rentablen Unternelmiuiigeu“ sprechen also z.wei svirtscliaftlichu Gründe: die Erweiterung der Einfluß- Sphäre und die Sicherung der Erträge. Schließlich scheint mir dieser Grundsatz eine geeignete Verständigungsfomicl zu sein. Zusammen mit Herrn Berger bin icli der Ansicht, daß der Keren hajessod sowohl sozial wie vvirtsdujftlidi sich betätigen soll. Denn ohne die Erträge der wirb schattlichen Unternehmungen kann man nicht gut die ״sozialen“ Fehlbeträge decken (wobei nach meiner durchaus ״unsozialen'^ Auffassung ein richtig geleitetes soziales Unternehmen seine Kosten allmählich selbst decken muß). Aber d.1 zur Unternehmertätigkeit ein entsprechendes Talent und ein entsprechender Wille gehört, da diese Eigenschaften genau so angeboren sein müssen, wie die Begabung zur Tondichtung, da man durch Beschlüsse und Walilen irgcndwcldior Organisatioivcu ebensowenig ein geschickter Unternehmer werden kann wie ein Bildhauer, so haben die Amerikaner vollständig recht, wenn sfc von eigenen Wirtschaftliehen Gründungen des Keren hajessod nichts wissen wollen. Aus diesem Dilemma sehe icli nur einen Ausweg: wirtschaftliche und soziale Tätigkeit, aber nicht aut eigene Faust hin, sondern als eine mit verschiedenen Sicherheiten und Gegenleistungen umgebene Unter- Stützung der Privatinitiative. Wird dieser Vorschlag angenommen, so wird u'er Keren hajessod von dem Verdacht einer allgemein verhaßten Beamteiiwirtsehaft frei sein. Nachbemerkung. Icli teile im großen ganzen die Ansichten des Herrn Kronstein. Das heilig ich bin durchaus für die Aufbringung der erforderlichen Gelder in einer einzigen Aktfon und in einem einzigen Fonds, nicht, wie es die Amerikaner wollen, in zwei ihrer Art nach ganz verschiedenen Sammhingen und Fonds. Was die Art und Weise anbetrifft, wie die Gelder verwandt werden, scheint mir der Vorschlag des Hern» Kronstein im wesentlichen den Anschauungen zu entsprechen, die bei der Gründung des Keren hajessod maßgebend waren, und die ich, vorbehältlich der Abweichungen i:1 Einzelheiten, teile. Das aber ist nicht die Frage, die zur Diskussion steht. In Amerika handelt es sich vor allem um die Art der Aufbringung der Gelder und darum, ob sic, resp. der aus ihnen gebildete Keren hajessod der Kontrolle der Allgemeinheit unterstehen, oder ob der wirtschaftliche Aufbau Palästinas Unternehmungen anvertraut werden soll, deren Leitung nicht abhängig ist von der Kontrolle einer mehr oder weniger unverantwortlichen Odfentlichkeit. Juli'us Berger. Bficherschau Arthur L. Goodhart. Pokincf and the minority races. Brcntarios, New York. Goodhart, Kapitän in der amerikanischen Armee, war cm Mitglied der Morgenthau-Kommission, die im oommer 1919 im Aufträge der amerikanischen Regierung I ölen bereiste, um Material über die polnischen Juden- Pogrome zu sammeln. Er gibt hier sein Tagebuch, das meist trocken und ohne schriftstellerische Ambition über die verschiedenen Fahrten, Begegnungen und Nach* forschtingen der Kommission berichtet. Häufig mutet die Darstellung für unsere Begriffe geradezu naiv und wie cm Schulaufsatz, an. Um so erschütternder wirkt aber die völlig unpathetische Wiedergabe der Zeugenaussagen über die von den ifolcn verübten Schand- Y°״ manchen Schiefheiten und tatsächlichen Unrichtigkeiten abgesehen — Goodhart ist Nichtjude una unverfälschter Amerikaner —, ist sein Bericht jedenfalls ein wertvolleres l״Kj objektiveres Zeugnis aw die Denkschrift Mergenthau» seiest, die seinerzeit in der Presse veröffentlicht wurde. Er zerstört z. B. ganz unwiderleglich die Legende von dem Bündnis zwischen Juden und Bolschewiken, und wenn von einer Schuld der Juden an den schlechten Beziehungen zu den Polen Ueberführung von Pogromwaisen nach Palästina. Auf einer Konferenz zwischen Israel Bekkiiul und dun gegenwärtigen lointdirektor Dr. Paiscr, versprich letzte* rer den Beistand der amerikanischen Juden für die Ueberführung ostiüdischer Waisenkinder an die von Beikind geleitete Ackerbauschtile Miksch jisrael in Palästina zu erwirken. überhaupt die Rede sein kann, so besteht sic in kaum mehr als — im Tragen von Kaftanen und Schläfenlocken, höchstens noch in einer Unkenntnis der poltuschen Sprache uml des Landes, die sich zum Teil durch die Bildungsfeimllichkcit der polnischen Orthodoxic, zum Teil durch die polcnfeindlkhc politische Praxis der früheren russischen Regierung erklären läßt. Besonders interessant ist das Kapitel über den Aufenthalt in Minsk, wo General Jadwin, Morgcnlli.iirs Begleiter, und Goodhart sogleich nach der Besetzung durch die polnischen Truppen cäntrafen. Durch ilir Eingreifen gelang cs ihnen, die von polnischen Soldaten an der jüdischen Bevölkerung unternommenen vielfachen Raub- und Mordversuche bakl zu unterdrücken, trotz anfäuglieber passiver Resistenz des oolnlschcn Befehlshabers, Das Buch verdient, als völlig unparteiisches und objektives Zeugnis der polnisch-jüdischen Konflikte und Beziehungen weitgehendste Würdigung und wind vielleicht sowohl in Amerika wie in Polen bei der jetzt geplanten Auseinandersetzung zwischen Polen und Juden infolgedessen eine gewisse Rolle spielen. —2— ״Hatoren“ eine Monatsschrift. Die letzte Nummer der von der Zionistischen Organisation Amerikas unter der Redaktion R. Brainins hcrausgcgcbencn hebräischen Wochenschrift ״Hatoren" (Der Mastbaum) enthält dk Ankündigung, daß aus Sparsamkeitsgründen der bis jetzt einmal in der Woche erscheinende ״Hatoren“ in eme Monatsschrift umgcwandelt wird. Nachdem dk י"" ‘ *; c r} * K herausgegebene Monatsschrift ״Mvldat (Zuflucht) eingestellt wurde, wird ״Hatoren d« einzige hebräische Monatsschrift außerhalb Palästinas sein. 1

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