Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 28 (8.4.1921)
- Date
- 1921-04-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 28 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 10! üidisJicn ein augiö-arabisdies Palästina m sdiaffen, w würde das organische Wachsen, dort nicht einmal ,einen Anfang mehmen können. Vielleicht wären die Bestimmungen der Grenzen und manche Formulieren- ״cii de! Mandatstextes günstiger, wenn schon jetzt die ucsnmtlicit r die man bei anderer Einstellung hätte haben können! — mit ihrer ganzen materiellen Energie der Weit hinter unseren Forderungen gestanden wäre. Aber Weltsch meint, dafür habe man. 1918 in Wien ״nd Lemberg die ״Massen“ gewonnen. Wir wollen davon nicht sprechen, dal! ja die Verwendung eines *:dien Argumentes, nämlich aus Angst vor Unbeliebt- |u.;t sich die Parolen seines Handelns vom Augenblick (IIul von der Straße aufzwingen zu lassen, selbst Opporwn',s:nus in Reinkultur wäre. Es stimmt auch gar nicht, j,it vor dem Kriege der Osten seiner Majorität nach j-vnal und die zionistischen Führer nationalistisch! ,.firesen wären. Zu Beginn hatte in Rußland der!׳onismus gegenüber der Gegenwartspolitik nur voll- ,ü:d״'׳c Ablehnung, Nur die Konkurrenz mit dem im Hcibste 1S')7 gegründeten ״Bund“ führte dazu, sich mit diesem Problem überhaupt zu beschäftigen. Die ״piKisitionelle Einstellung dauerte bis zur Einführung der Konstitut!«« nach der japanischen Niederlage und bei den meisten zionistischen Führern sogar noch länger. Erst während des Krieges erfolgte durch eine Art D'.trgfrieden mit den anderen nationalen Parteien die Approbation dieses Prinzipcs. Auch die Bemerkung bezüglich der Fiarmlosigkcit des Kopcningcner Manifestes erfordert eine Berichti- ״!mg. t'icwiü war damals auch seitens der assimiiatorische» deutschen judenheit kein Widcrsprudi erfolgt. Aber warum? Damals wollten die Zentralinächte statt eines einheitlichen Polens durch ein mechanisches Verbinden und Trennen aller möglichen Gebiete und Völker ein au« möglichst vielen Nationen bestehendes neues Reich schaffen. Unter diesen Umständen hatte es natür• ich seinen Sinn, wenn noch möglichst jeder Volks- «pirter seine eigene nationale Autonomie haben würde, fieate,;111 Zeitalter der nationalen Staaten, hat sich ,lies jetioch gründlich geändert. Ganz abgesehen davon aber war das Ostjudentum auch vorher schon zwar nicht bezüglich des jüdischen Idealismus, wohl aber materiell und kulturell stets auf den Westen angewiesen; selbst ohne die völlige Paralysieren״ dieser Massen im gegen «artigen Augenblicke wären dieselben für die ungeheuren Aufgaben, die der Aufbau fordert, heute in ihrer möglichen Hilfeleistung nicht zulänglich, nicht zu sprerhen davon, daß cs gar nicht so sicher ist, wie cs gewöhnlich dargestcllt wird, daß auch dort die Majori- •ät durch die bisherige Politik so ohne weiteres zu leihen wäre. Pie Richtigstellung des Herrn Dr. Diamant in Nr. 21 der ״Jüd. Rundschau“ über das Zustandekommen der llereidimn!״ der jüdischen Minderheit als einer ״Minorite etlmique“ statt ״Minorite nationale“, wie die Pariser jüdische Delegation dies vorgeschlagen hatte, nehme ich gerne zur Kenntnis, leih muß die Verant• irortung für die von mir gegebene Darstellung der '°די mir zitierten Quelle überlassen, ln der Sache selbst 'ied mir die von dem Einsender gebrachten Daten sehr willkommen. Denn sie bestätigen klar, daß eben die von der Partei gewählte Nomenklatur zu der allgemein in der Soziologie und Staatswissenschaft herr* sehenden Terminologie in Gegensatz steht Selbstverständlich besagt aber dieser terminologische Gegensatz nichts darüber — und damit gebe ich Herrn Dr. Weltsch recht —, daß sachlidi so tief geltende Differen/en bestehen würden, daß nicht trotz alles Hin und Her eine Verständigung aller durchaus möglich wäre. Es sind, int Grunde betrachtet nur Worte, welche die heute anscheinend so feindlichen Lager voneinander trennen. Bedeutungsschwere Worte von ihrer negativen Seite ncr gesehen, insofern als auf dem Gebiete der staatswissenseliaftlichen Nomenklatur schlecht gewählte Bezeichnungen alles eher denn harmlos sind, als nach innen und nach außen sdtlechtc Formen «ich unriditige Inhalte um sich herum ansetzen und Gefahr und Spaltung notwendig nach sich ziehen; bedeutungslecre Worte hingegen sind es von ihrer positiven Seite betrachtet, da über deren Inhalt fast Einigkeit besteht und kein Zweifel darüber aufkommen kann, daß wir sachlich alle fast das Gleiche wollen. Die Gewerbe-Musterschule der Gesellschaft i,Hilfe durch Arbeit“ in Wilna Die Gewerbe-Mustcrschule der Gesellschaft ״Hilfe durch Arbeit“ ist in Litauen eine einzig dastehende An- «talt dieser Art. Im Hinblick auf Organisation und Leistung braucht sic den Vergleich mit westeuropäischen Gewerbeschulen nicht zu scheuen. Die Gesellschaft stellte sich bei ihrer Entstehung im Jahre 1903 das Ziel, die notleidende Bevölkerung iwch Möglichkeit durch Verschaffen von Arbeit zu unter- Sülzen. Aber schon nach zwei Jahren trat eine neue •™gäbe in den Vordergrund ihrer Tätigkeit. Der Ingenieur Klebanow (Mitglied) hatte darauf hingedaß ein tiefer greifendes soziales Werk ge- ^«affen wäre, wenn es der Gesellschaft gelänge, in oigencn Werkstätten musterhafte, in ihrem Fach theoretisch wie praktisch ausgcbildetc Arbeiter z.u erziehen. ץ ging davon aus, daß private Lehre modernen For- «erungen nicht mehr genüge; sie bedeutet unnütze Zeitvergeudung, da der Lehrling jahrelang Hausarbeit hei seinem Meister besorgen muß, statt sich ausschließlich wm Erlernen seines eigentlichen Berufes zu widmen; aueh ist der für jeden qualifizierten Arbeiter unentbehr- ״clie Zeichenunterricht in privaten Werkstätten unzusanglich. Herrn Klcbanow, den man mit Recht den geistigen Schöpfer der modernen Gewerbeschule ״Hilfe «urch Arbeit“ nennen darf, gelang es, seine Ansicht ״urchzusetzen. Dank der persönlichen Mitwirkung des •Direktors der Jüdischen Kolonisationsgesellschaft ICA, nerrn Ing. Meycrson, und der unermüdlichen Arbeit ,0“ellschart ״Pomocy Pracy“ wurden die neuen Werkstätten in wenigen Jahren in Gang gebracht 1 D» Anstalt befand sich in fortwährendem. Aufstieg, «s die Kriegsereignisse im Jahre 1915 einen jähen Um- »nwungr Hm brachten. Während der Räumung °€r st*dt durch die Russen wurde das gesamte Schul¬ Worte allein sind es, die uns entz.weien. Alle fordern wir intransigenten Idealismus für das nationale Ziel, und alle wissen wir, daß rein mechanisch, ohne starken nationalen Idealismus Palästina nicht aufgebaut werden Kann. Aber dieser starke nationale Idealismus der Piomerc, der Bilu, der Cluduzim muß nicht notwendig der pseudonationalen Itolitik und dem Pseudo-Radikalismus Diaspora entstammen. Foriualnatbnalistisclte Po• litik hier ist durchaus nicht identisch mit Idealismus für alle jüdischen Dinge und kann, wie bereits beweisbar, auch gegen Palästina gerichtet sein (Ukraine)*), n״d umgekehrt gilt dieser Satz noch viel weniger, ln Wahrheit stammen diejenigen Sdiichten, die den stärksten auf das wirklich nationale Ziel gerichteten Idealismus und die ganz dafür hingegebene Lebensweise zeigen, aus dem konservativ-religiösen Mutterboden unseres Volkes, wo der nationale Gedanke ־zwar in unerreicht markiger Kraft, aber doch nur in latenter Form verkörpert ist. Auf die weitergebende theoretische Bcgriiiidung aller dieser Ansichten kann Ich mich liier im Rahmen einer Gegenäußening natürlich nicht cinlassen, doch kann ich ja diesbezüglich auf meine Darlegungen andern Orts verweisen. Aber wenn zugegeben wird, daß Zionismus nicht identisch ist mit Gaiuth-Politik und Idealismus nicht identisch mit formalem Radikalismus, wenn wirklich cingcsehcn wird, daß nidit tatsächliche Gegensätze, sondern nur Worte zwischen uns stehen, dann wird eine Verständigung ohne Schwierigkeit möglieh, dann wird aber auch, wie meine Freunde und ich hoffen, die Krise im Zionismus gebannt sein. Aber ob so oder so, und möge man uns immerhin den Vorwurf der Leichtgläubigkeit, des urige rechtfertigten Pessimismus auf der einen, des unbegründeten Optimismus auf der anderen Seite machen, und möge sich immerhin für die Darstellung in meinem Artikel daraus der Vorwurf der ״Geschichts-Klitterung“ ergeben^ Krise und Gefahr des Augenblicks gestatten nicht mehr, vor einer Ueberprüfungder vorliegenden Bedenken länger zurückzuweichen. Dr. Ignaz Zoll sch an. Schlußbemerkung. Ohne den versöhnlichen Schluß Zollschans abschwächen zu wollen, muß ich noch auf einige Bernerkuugcn reagieren. Ich bitte alle Leser, die dem Gang der Diskussion gefolgt sind, nochmals meine Erwiderung in Nr. 18 zu lesen, um mir die Wiederholung der dort vorgeb rachten Argumente zu ersparen. Aber Zollsdian will manches von mir Gesagte uindeuten; daher stehe icli fest: 1. Idi sagte, dem jüdischen Volk fehlt die Kraft, aus nationalem Bewußtsein und Lebenswillen auch Enttäusduingen des äußeren Lebens zu ertragen, weil es der Assimilation auch dort anheimfällt, wo cs (z. B. im Westen) das zionistische Programm formell angenommen hat; daher die Notwendigkeit nationaler Gegcnwartsarbeit. Zollschan sagt: Daher Verzicht auf Gcsinmtngs- und Erziehungsorganisation. Es ist ihm egal, wie der Zionist ״sein Leben hier einriditet“. Der Gegensatz ist klar. 2. Der Zionismus darf niemals den Anspruch aufgeben, die alles umfassende Freiheitsbewegung des Volkes zu sein. Er kann niemals nationale oder politische Knechtschaft gutheißen. Und wenn die Versuche, durch würdigere Mittel politische Ziele zu erreichen, tausendmal fehlschlagen, so kann das an dieser Grundwahrheit nichts ändern. Wenn man opportunistisches Verhalten zum Ideal erhebt, zerrüttet man ״nicht nur die politischen, sondern die moralischen und mcnschlidhen Grundlagen des Zionismus“ und bewirkt eben, daß das Volle die Kraft zum Standhalten verliert. 3. Ich glaube, es ist ganz klar, daß ich in meiner Erwiderung nur von prinzipiellen Gesichtspunkten aus diskutierte; wenn ich Zollschan auf das Gebiet der opportunistischen Betrachtung folgte, so geschah cs doch nur uni seine Argumentation, die Qegenwartsarbeit habe die Ausbreitung der Zionistischen Organisation verhindert, durch Tatsachen zu widerlegen. Daß ich damit einer *) Siehe ״Revision des jüdischen Nationalismus“, 11. Aufl. S. 23; bei Braumüller, Wien. inventar nach Rußland verschleppt. Es drohte ein völliger Zusammenbruch. In der äußersten Not kamen Vertreter deutscher Juden zu Hilfe, als erster der •Armeerabbiner Dr. S. Lewi aus Breslau, dann Dr. Simon, Dr. Paul Natan, Dr. Kagan, auch Herr Filipson, Mitglied des Komitees ICA in Brüssel; ihrer geistigen und materiellen Unterstützung ist es zu verdanken, daß die Gesellschaft ״H. d. A.“ ihre Tätigkeit wieder aufnehmen und allmählich auch neues Inventar anschaffen konnte. Es wurden organisiert: 1. eine Hcrrcnschncidcrei (2 Abteilungen), 2. ״ Damenschnciderei (2 Abteilungen), 3. ״ Damenschnciderei - Musterabteilung (für Erwachsen«), 4. ״ Abteilung für Wandmalerei und Dekoration, 5. ״ Abteilung für Schildmalerei und Dekoration, 6. ״ Gravcurklassc, 7. ״ lithographische Abteilung, 8. ״ Abteilung für Stickerei und■ Weißnäherei, 9. ״ ״ ״ Korsette, 10. ,, ״ Holzschnitzerei. Diese Werkstätten gewannen um so mehr an Bedcutung, als Lchrgelcgenheit bei Privatpersonen — infolge der durch den Krieg verschuldeten Notlage von Handwerk und Gewerbe — immer seltener wurde. Die Meister waren zum Teil verstorben, zum Teil ausgewandert; die Zurückgebliebenen waren größtenteils ruiniert und besaßen weder Werkzeuge, noch die Mittel zur Anschaffung von Rohstoffen. Die Zahl der Lehrlinge wurde aufs äußerste beschränkt. Zurzeit ist die 'Gewerbc-Musterschulc fast die einzige Quelle guter Fach־ bildung. Die Lehrzeit dauert 2—4 Jahre. Die Schüler bekommen eine musterhafte handwerkliche und kirnstgewerbliche Ausbildung. Besonderes Gewicht wird auf das Zeichnen gelegt; der Zeichenunterricht wird von deutschen staatlich geprüften Lehrern erteilt, welche der Diktatirr der Straße das Wort geredet habe, wird wohl außer Zollschan niemand aus meinen Worten herausgelesen haben, •4. Zollschan schreibt in Nr. IS der ״J. R.“ wärtheb: ״jedoch in den . . . ncugeschaifcncn National- Staaten, in welche zwar überall fremd nationale Volksteile noch eingegliedert sind, denen aber von allem Anfang an eine Iuferioritätsslcllung aufgczwun׳׳en wurde, — in diesen neuen Staatsgebilden also, für 1ue von vornbereit» der Primat der Nation über den Staat feststand, war das Postulat mich Anerkennung als Sondernation geradezu gleichbedeutend mit dem eigenen Wunsch nach Entrechtung.“ Daraus schloß ich, daß Zollschan nur das Bekenntnis zur Maioritätsnation empfiehlt, da sonst doch die zu vermeidende ״Inferioritätsstellung“ trotzdem erzielt wird ... 5. Zollschan erklärt Nationalität als ״Schicksals-, Gebiets-, Sprach- und Kulturgemeinschaft“, und stellt doch auf Grund der Bemerkung Dr. Diamands fest, daß unsere Nomenklatur der allgemein üblichen Be- Zeichnung nicht entspricht, weil Nationalität (nationality, natioaalitel in der Sprache der westlichen Länder StaatsangchörigKcit bedeutet. Ist das kein Widerspruch? Wenn schon die terminologische Frage zum entscheidenden Kriterium gemacht wird, sollte man wenigsten* konsequent sein. Auf die Bedeutung von ״Nation“ in den westlichen Ländern und die sich daraus ergebenden Mißverständnisse haben wir oft hingewiesen. Diese Mißverständnisse aufzuklären, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben, statt dessen verwirrt Zokschan sie immer mehr. Ich könnte noch eine Reihe von Punkten tatsächlich berichtigen, verzichte aber darauf, da auch ich der Ansicht bin, daß über diese Fragen noch bei der 019kussion mit der auf Grund der Anschauungen Zollschans gebildeten Gruppe ,.Binian Haarez“ genügend gesprochen werden wird. Robert W e T t s c h. Vom Komitee der jüdischen Delegationen Paris, den 1. April 1921. Das Komitee der jüdischen Delegationen ist aus Prag verständigt worden, daß dort die jüdischen Kriegsfiuch&nge au»- gewiesen werden sollen. Es handelt sich im ״anzen um 600 Personen, die ökonomisch mit der Tscnccho Slowakei verbunden sind, und deren Ausweisung den Ruin für sie bedeuten würde. Das Komitee der jüdi« sehen Delegationen, das bereits öfters in der Angelegcnheit der Flüchtlinge in der Tschechoslowakei interveniert hat und stets dabei auf das wohlwollende Entgegenkommen des Ministers der auswärtigen Angekgenheiten Dr. Benes gestoßen ist, hat auch diesmal Minister Benes telegraphisch ersucht, mit Rücksicht auf die geringe Zahl der Ausgewiesenen und die sie bedrohende Katastrophe, den Ausweisungsbefehl zurückzuzichcn. P a r i s. Aus Wien hat man sich an das Komitee der jüdischen Delegationen mit der Bitte gewendet, die amerikanische Oeffentlichkeit und die Rockefeller- Stiftung über die Bedeutung der Erhöhung der Studien« gebühren der ausländischen Mediziner an den oster« rcichischcn Hochschulen aufzuklären. In Wien wurden an den Hochschulen die Gebühren für die ausländischen Mediziner aut das 25 fache erhöht. Dadurch kommen die Kosten eines Studienjahres auf 16000 österreichische Kronen, eine Summe, die für die jüdischen Studenten aus Polen, Ungarn, und der Bukowina völlig unerschwinglich ist. Es handelt sich im ganzen um ungefähr 1500 betroffene jüdische Studenten, denen das weitere Studium dadurch unmöglich gemacht wird. Die Wiener Universität hat dabei als Grund dieser Maßregel vor« geschützt, daß sie auf Wunsch der Rockcfeller-Stiftung geschehe, die dies bei ihrer Gabe von 60 000 Dollar für die österreichischen Hochschulen zur Bedingung t “. " ' dem Ersuchen um' Intervention gewandt, denn wen■ auch eine solche Erhöhung für die Ausländer aus Län« dern mit hoher Valuta gerechtfertigt ist, so ist es für Ausländer aus Ländern, deren Valuta zum Teil schwächer ist als die österreichische, unmöglich. Erziehung des Geschmacks bei den Schülern die größte Aufmerksamkeit schenken. Der Unterricht in jedem Fach wird von Spezialisten geleitet, die bestrebt sind, die letzter» Erfindungen auf jedem betr. Gebiet ihren Schülern zugute komme״ zu lassen. Ueberall herrscht Arbeitsfreude und zkibcwuflter Fleiß. Im Jahre 1916 dehnte die Gesellschaft ״H. d. A.“ ihre Tätigkeit auf ein neues Gebiet aus: cs wurde kt Wiluciany (5 km von Wilna entfernt) eine Landwirtsdiaftliche Schule gegründet. Hier wird der jüdischen Jugend die Gelegenheit geboten, die Landwirtschaft tüchtig zu erlernea Es ist die erste Anstalt dieser Art in Litauern Der Erfolg übertraf alle Erwartungen. Die Absolventen dieser erst seit vier Jahren existierenden Schule gelten für die besten qualifizierten Landwirt- Schaftsarbeiter. *-3 awi v» wai/ Uiv. ■JVIlUtEl «UiCr fUii UC ״Pomocy Pracy“ organisierten Anstalten größtenteil den ärmsten Bevölkerungsschichten entstammen; 60«/ gehören der Arbeiterklasse an; 45«/» sind elternlos Die Kinder genießen in der Gewerbeschule auße Fachbildung auch allgemeinen Unterricht, in Abend kiassen mit Volksschulprogramm. ln den letzten Jahren erfreut sich die Oesellscha! des größten Interesses seitens des Vorstehers der ICO in Warschau, Herrn Stanislaw Natanson. Die im Oktober 1920 veranstaltete vom Vorsitzen den des technischen Ausschusses Ing. Ktebanow arraa gierte Jubiläumsausstellung (1905-1920) der Gewerbe Musterschule legte ein glänzendes Zeugnis über di erreichten Erfolge ab. Linen Begriff davon gibt toi gendes Schreiben eines Spezialisten; ״Mit großerSpannung erwartete das Wilnaer Publikum die angekündigte Jubiläums-Ausstellung der Gewerbe-Musterschule ,,Ponvocy Pracy“ (Hilfe durch Arbeit). Was sich meinen Augen darbot, übertraf alle Erwartungen. Die Zeichenausstellung speziell gab dem