Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 23-24 (23.3.1921)
- Date
- 1921-03-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 23 24׳ JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 163 T׳״* * jA Jf . tj ךןצ0״/־ךך® ff-n *1ךך ח יי "יי■^Xj^JuwLJi* vLU-iJ«. m₪₪₪a Der Nietzsche-Liberale i'B c m c r k u11 ftc n 1־-u dem Buch von Anton ' Kn'״ (‘״Juden und Deutsche“) Von Max Brod. 1. Liebeserklärung, Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, daß ich \utot1 Kuh maßlos bewundere. Bewundere als einen der tiefsten geheimnisvollsten Menschen dieser Zeit. — Soj0rt wird l״n״ m׳r von 1־'len Sehen widerspreclien: Anion Kuh . . . tief? Keine Idee! Witzig, meinen iifdclWd'«׳־ Geistreich, brillant, blendend?“ — Nein, nidne Verehrten, das meine ich nicht. Ich kann deutsch. WA'mi ich ״tief" sage, 90 meine ich ״tief“. ' Niemandem tut man so sehr unrecht, wie amüsanten Menschen. Eben deshalb, weil man sich von ihnen jmüsieren läßt, weil man in ihrem Bann stellt, so lang sie dabei sind, weil man durch jedes ihrer Worte, ihrer Bi'dcr beschenkt wird, — eben deshalb hat man das redtirfnis, nachträglich ihrem ,Eindruck etwas zu subtränieren. Der Ausdrude: ״Er ist bloß amüsant“, heißt in der Regel, psychologisch durchlichtet: ״Er ist amüynt.“ Bas ״bloß“ ist eine gewohnheitsmäßige, fast uubewiilhc Dreingabe des Beurteilers resp, seiner gekränkten Eiwlkeit, die ihren Rücken schnell aufzugraden suclt;. Natürlich gibt es Plauderer, die bloß plaudern. Aber wesentlich ist, daß mau dies von allen behauptet, van allen! Dies vorausgeschickt und demnach wohl bemerkt, daft Kuh zwar auch genial plaudert, einfallsreich debat-!ict, aber anllcrdem ein tiefer Geist ist, — gestehe ich, ,lall st׳;:: Ü!:d1 ::;ich nicht unerheblich enttäuscht hat. .Mar; uirJ dieses Buch mit Lobsprüdien wie ״parajox, laitcrkaltai-j, sprühend, funkelnd“ bombardieren, sind ich weiß, daß Kuh sich aus solchen Adjektiven wenig macin n wird. Denn nicht darauf kam cs ihm an, spaßig und sensationell zu wirken. Ihm ging cs wirklich um Erkenntnisse. In die letzte Tiefe seiner selbst hat er hinabsteigen wollen, — er ist dennoch nur :ns vorletzte Stockwerk gelangt. — Das liegt freilich tic.Vr, als die meisten, die ihm ״Causeur“ nuchschrcicn v erden, ic Itir.abschauet», Interessant wie selten ein Buch. Es ist der äußerste Versuch, alle Erkenntnisse und Grundgefüble mit den Zionisten gemein zu haben, und ־״ dennoch nicht Zionist zu werden. 1:1 diesen: ״und dennoch“ sicht Kuh höchstwahrscheinlich einen Hauptvorzug, und cs ־st die Schwäche seines Buches. Und cs ist so über- :äissig. Denn auch ohne dieses ״und dennoch“, das im Grunde (füreiste ich) doch nur für den Beifall irgend* cmer Gallerte von Industrie-Mäzenen und skeptischen FmmUchtcra geschrieben ist, — auch ohne dieses ״und dennoch brauchte Kuh nicht zu fürchten, mit dem kommunen Vereins- und Ortsgruppen-Zionismus gleichgesetzt zu werden. Vielleicht mit der Opposition innerhalb des Zionismus, mit dem (sehr starken) Linksflügei der Bewegung. Ein Unglück? Letzten Endes wird ja der einzige Effekt seines Buches nur der sein, diesem linken Flügel einen neuen Motor, eine aufregende Ein- Stellung, eine revolutionäre Kampfunterstützung geliefert zu haben. Die andern werden: ״geistvoll, originell, amüsant“ sagen. Wir werden ihn ernst nehmen. Wir Zionisten rachen uns edel. Sogar wenn man uns totschvveigt. Sogar wenn man, mit vornehmer Ignorierung aller innerzionistischen Diskussion, den ganzen Zionismus als eine Einheit nimmt und mit der Handbewegung: ״Er akzeptiert kritiklos (!) Kanaan“, ״Imitntionsiintionalismus“ usw. abzutun vermeint. ״• Dies tut nämlich Anton Kuh, den idh . . . trotzdem maßlos bewundere. ״ •־Warum schäme ich mich, ein Jude zu sein?“ Die ersten Sätze eines Buches haben nicht bloß stilistische Bedeutung. Ist cs ein. Zufall, daß Flauberts ״Education sentimentale“ mit frostigem Nebelmorgen auf der Seine beginnt? Im Anfang ist der ganze Inhalt te Buches prädestiniert, Anton Kults erste Konstatierung ist, daß das Wort ״Jude“ ״peinlich und gemein, wie geflüstertes Ertappen" wirkt. Das soll gar eine ״Jahrtausendpsychose“ 'Hn. Kuh fragt nach dem ״Warum“ dieser Schande. ־־ Er übersieht, daß schon in seinem ״Warum“ eine bctitb principii liegt. Er denkt gar nicht daran, daß vielleicht schon die Tatsache selbst unrichtig sein könnte, unrichtig d. h. historisch begrenzt und selbst inner- ״*b der Gegenwart lokal begrenzt. ln jenem Osten, den Kuh mit einiger Frivolität als nicnt-existent wegzaubern möchte, leben Millionen, für cas Wort ״Jid“ ״Reb Jid" ein Ehrenname, der e &stversfändüchste und liebste Ehrentitel ist. ״So lang sni trägst den Namen Jidl“ endet ein populäres Chan-; 11 un Triumphton. Und ein anderes hörte ich selbst y v0״ Kuh ausradierten Osten, im karpathischcn ״Jidale, dein Krojn ist dos Pintale Jid Viel gelitten schoijn fir dos Pintale Jid, Der klcinitschkc Jißiolikcl Er lacht aus den Amalikcl, weil er hot dos Pintale Jid.“ . Kuh ins Deutsche übersetzt: ״Der kleine Israel ent Amalek aus, denn Israel hat das Pünktchen, den *) Verlag Erich Reiß, Beriia. kleinen Buchstaben Jod.“ — Es gibt noch sehr viele andere Dokumente eines gutmütig selbstsicheren, nicht ans der Ruhe zu bringenden jüdisdien Volksbewußtseins. Der weitaus größeren Hälfte des Judentums dürfte die Idee, daß mau nicht alltäglich Gott für die Gnude zu preisen habe, der einen als Jude auf die Welt kommen ließ, geradezu bizarr erscheinen. Diese größere Hälfte wohnt allerdings :nicht im Radius des Cafe Herrenhof und C, d. W., deren Monographie Kuli einigermaßen mit der Monographie des Judentums vorwechselt. Ganz, zufällig kommt mir in den Tagen, da ich Kuhs Schrift lese, der Klavicrauszug der ״Fledermaus" in die Hand, Da gibt es in dem (meist weggelasscncn) Ballett eine Szene, in der die Nationalitäten des damaligen Oesterreich auftreien. Der ungarische Czardas, mit viel Aplomb, edel, ritterlich. Vordem: die Tschechen. Sie singen ein lächerliches Couplet, im lächerlichen Tschechisch-Deutsch, sic sollen überhaupt lächerlich gemacht werden. ״Marianka, komm und 1a:1z’ me hier! Heut ist’s schon schctzko jedno mir. Me tanzens Polka alle zwei. Wo is e Hetz, is Böhm dabei“. — Mit Erstaunen besinne ich mich darauf, daß der Tscheche einmal eine komische Figur gewesen ist. ״!Der Prager Fremdenführer“ —- eine beliebte Vortragspiece. ״Der Bölun in Amerika“. ״Servus Brezinä, hat er mir gesagt“. (Welch ein Zufall,־ welch eine Genugtuung für die Tschechen, daß heute iltr veltberühmte!• Dichter, den man neben Tagore stellt, Brezina heißt!) — Heute denkt kein Mensch׳ mehr an solchen ״Ulk“. Die Tschechen haben es verstanden, sich Respekt zu verschaffen. Zähe politische und kulturelle Arbeit, mehr als hundert Jahre lang, sic hat freilich wenig gcnützt, man hat immer noch in Wien über sic gelacht (und auch unter den Tschechen selbst gab es genug solcher, denen das Tschechische ״nicht nobel genug“ war, - ־ perfekte Scitenstückc des ״jüdischen Antisemi* tismus“). Dann aber kam der Frieden von St. Germain, der selbständige Staat, - die Wiener hitten tun tsrkediische Kohlen. Ist ihnen plötzlich das Lachen vergangen? Resultat: Lächerlichkeit oder Nicht-Lächcrlichkdt eines Volkes sind in gewissem Grade auch Funktionen seiner Macht (nebst anderen Faktoren). — Warum schäme ich mich, jude zu sein? Vielleicht hnt’s äußere, sehr äußere Gründe, und wir müssen zunächst gar nicht ins Innere bohren. Wir sind die universelle Minorität, Verkörperungen der Ohnmacht. Ucbcrall sind die anderen ״mehr“. Sie brauchen nicht ״besser“ zu sein, um uns straflos, bedenkenlos zu verachten. Diasporamenschcn werden überall ausgelacht, der ״Böhm“ in Wien, der gute clsässischc Bursch in jeder Pariser Revue. — Das Besondere an uns Juden ist, daß wir, dem üerechtigkcits- und Harmoniewahn verfallen, ernsthaft nachdcnkcn: Es muß dodi was Wahres dran sein. Diesem Wahn gegenüber, den er sonst 90 stürmisch bekämpft, hat auch Kuh einmal sein: schwaches Ständlein. 3. ״Das des Eros verlustige Volk der Juden.“ Ich schäme mich also nicht. Ich habe dieses Gefühl nie gekannt, kann es mir nur schwer verstellen. Ich finde auch nicht (wie Kuh) den jüdischen Typus häßlich. Im Gegenteil: neben dem Juden erscheint mir unter Umständen das Durchschnitts-Aricrgcsicht wie unfertig, embryonal, grünlich, nicht völlig ausgetragen. — Audi der hohe Kurs, den jüdische Frauenschünlicit unter Niditjuden hat, sollte Kuli zu 'denken geben. Mit Bctrübnis bemerke ich immer wieder, wie man fremderscits die schönsten Jüdinnen wegheiratet, che einer von uns es sich überlegt. Ich kenne viele Arier (Bürokollegen), deren, sehnlichster Wimsdi es ist, nur einmal, einmal im Lehen mit einer Jüdin zu schlafen. Undfürden Triumphzug des Titus konnten (nach Joscphus) 700 jüdische Gefangene von ״auserlesener Schönheit“ (für verwöhnte Römcraugen) bcreitgcstellt werden. Der Kernpunkt des Kuh’schcn Buches: Er will die Mißbeschaffenheit der jüdisclicn Erotik fcststcllcn. — Das ist der wertvolle Originalgcdankc. Denn von seinen Tiraden gegen den jüdischen Intellektualismus, gegen die jüdische Unnaivität halte idi wenig. Das pfeifen ja heute schon die Spatzen von allen zionistisdicn Dächern. Es gibt 90 noch einige Entdeckungen, die Kuli nur seiner glücklichen Unbciesenheit zu danken hat. Wenn er später einmal, gelegentlich einen Blick in Bubcrs Schriften tun sollte, so wird er staunen, wieviel an Kritik des heutigen Judentypus ihm sdion vorweggeschrieben worden ist und heute sogar schon als Pensum der Aufnahmeprüfung in einen halbwegs ernsteren, zionistischen Studentenvercin verlangt wird. Kuh aber, der sonst so Gebildete, hat stell scheinbar sehr ängstlich gehütet, zionistische Autoren zu lesen. Am Ende hätte er entdecken können, daß er selbst Zionist ist. Er ließ es daher bei der Lektüre von Beda bewenden, von dem er sich allerdings sehr bemerklidi unterscheidet. Das Bedeutende seines Buches aber bleibt neben allen Mängeln bestehen. Kuh packt das jüdische Problem neu an, er dringt mit Waffen von Otto Groß und Siegmund Freud ins jüdische Schlafzimmer, — und das war schon sehr nötig. Denn man hat sich: bis heute allzu lang bei der ״Bibliothek des jungen Juden“ aufgehalten. Die Kritik der jüdischen. Ehe, die Kuh geschrieben hat, war eine dringende Notwendigkeit. Selbst wenn man weder Prämisse noch Konsequenzen von ihm annimmt: diese Frage in das Zentrum des ganzen Judenproblems gestellt zu haben:, ist .ein Verdienst Anton Kuhs. — (Nebenbei bemerkt: auch ich habe in meinem in Korrektur bereits fertig vorliegenden Bekenntnisbuche• ״Heidentum, Christentum, Judentum“ unabhängig von Kuh und auch in völlig anderem, fast entgegengesetzten Sinne das ״Diesseits-Wunder“ der ״Liebe“, verkörpert durch das ״Hohe Lied“, als Mittcipunktsphänomcn des Judentums gedeutet.) Kuhs Ideal ist die gewaltlose Liebe ohne Scham und Verstellung. Das Gegenteil davon stellt die Ehe dar, sie ist: Unterjochung der Frau durch Besitzgicr des Mannes. — Hier stutze ich schon, und all die Dar- Stellungen von Schopenhauer bis Blüher fallen mir ein, nach denen die Ehe viel mehr weiblichen als männlichen Instinkten entspricht, also Besitzergreifung des schweifenden Mannes durch die mütterlich-seßhafte, von Natur aus zur ״Treue“ geneigte Frau bedeutet. Schon an dieser, mir sehr glaubhaften Konstruktion zerschellt Kuhs ganzer Aufbau. — Er leitet dann noch (mit Groß) alle staatliche Macht und Polizei aus Ehetyranmis ab, — wobei wiederum unklar bleibt, wie eine sehr ״freie“ Auffassung von Liebe z. B. im Renaissancemenschen, bei Liliencron u. a. mit allcrschärfstcm Militarismus und Imperialismus sich vereinigen konnte. — Schließlich gibt Kuh (aus Eigenem) hinzu, daß die Juden das Ehe-Volk kat’cxochen sind. Beweise: die heutige Struktur des jüdischen Familien-Beieinanderklebens, wozu Kuli Treffliches und sehr Aufregendes bemerkt. Zweitens: der jüdische Vater-Gott, den er sehr zu Unrecht bemüht, denn ebensogut hätte er sich auch an ״Zeus pater“ oder an die totemistischen Vater-Religionen a!k׳r primitiven Völker erinnern können. Resümee: Die Juden verkümmern ihre freie Natürlichkcit in Ehezwang und Familien-Kieinkräs. Daraus entsteht alles Böse. Unter 'anderem auch der heute stets unter Beifallsjubel des ganzen Hauses (namentlich aller Rationalisten daselbst) angegriffene Rationalismus der Juden. — An anderer Stelle reklamiert Kuh für die Juden das ״Wächteramt, daß das geschehe, was gemeint sei, und der Gott im Menschen nicht zu kurz komme — hier ist der ursprüngliche wahre Kern ihres Seins. Ihm brauchten sie bloß treu zu sein, um sich zu erfüllen“. Aber bravo, mein lieber Anton. Nun kommt’s also doch heraus! Und haben Sie sich nie gefragt, ob ein solches ״Wächteramt“ ohne ״Wachheit des Intellckts" verwaltet werden kann? — Auf diesem Wege• wären Sie vielleicht noch tiefer, bis auf den Grund der jüdischen Tragik gelangt, die nur ein verschärfter Fall der allmcnschlichcn Gnadenbedürftigkeit ist. Denn wo Logos und Eros zu gleicher Zeit sich ungestüm anmeWen, dort ist die Stelle, an der Gott allein helfen kann. 4. Anton Kuh, der Nietzsche-Liberale. Ich habe nun eigentlich, polemisch befangen, die Vorzüge des kleinen, aber reichen Buches nicht genügend erwähnt. Hauptvorzug: Die Ablehnung aller jüdisdien Ausflüchte, Abstrafung aller Assimilation, mag sie unter bürgerlich-humanistischen oder unter sozialistischen Fahnen, als Weininger, Karl Kraus oder Trebitsch desertieren. Und doch eine liberale Plattitüde zum Schluß? Die Stelle mit dem ״Wächteramt“ signalisiert sie. Wir haben unter ״Sendungen“ und ״Missionen des Judentums“ schon genugsam gelitten. Kuh bekämpft alle, die vor ihm ausspintisiert worden sind, um zum Schluß eine neue Fleißaufgabe zu geben: — die wäre, die Deutschen zu hassen. Nicht erschrecken, bitte! Es ist nicht so bös gemeint. Es geschieht ja nur zu ihrem eigenen Nutzen.' Die Deutschen sind nämlich genau so erotisch verpatzt wie wir Juden. Nur wissen wir es, sie wissen es noch nidit. Wir sind sdion auf der Suche nach ״Freude am Menschsein“, sie noch nicht. Deshalb ist cs unsere Aufgabe, uns selbst, aber auch die andern zu gewaltloser Sexualität zu revolutionieren, im Einklang mit den besten Typen sowohl unseres Volkes als der Deutschen, Ein Deutscher besonders war cs, der die Unnaivität der Deutsdien richtig gesehen und die Deutschen dementsprechend gehaßt hat: Nietzsche. Es ist also (gleichsam) Aufgabe der Juden: unter den Deutschen Nietzsche zu propagieren. Die eben ablaufcnde Periode hat Judentum mit Kant-Propaganda identifiziert — Also immerhin eine neue Nuance des Liberalismus. Liberalismus (im Sinne einer jüdischen Sektkrung) liegt nämlich immer dort vor, wo eine Ideologie mit der Wirklichkeit des Judentums verwechselt wird. Liberale These lautet stets: Das Judentum ist von allen andern Völkern so fundamental verschieden, daß cs weder ein Land, noch eine politische Autonomie noch überhaupt Machtmittel und Ausdrucksformen des Diesseits, natürliche Lebcnsbediugungen braucht. Das Judentum wird konstituiert ausschließlich durch . . . Diese Punktreihe wird je nach dem Jahrhundert verschieden ausgefüllt. Philo von Alexandrien versuchte es mit griechisehen Pliilosophemen, Mendelssohn mit Kant, Cohen mit Ur-Kant. Bei Kuh lautet die Rubrik: ״Die von Nietzsehe und Krapotkm geschaute Urgemeinschaft der Starken“. Wie klein und wie groß zugleich ist doch der Abstand zwischen Liberalen und Jüdischnationalen! Die Liberalen sagen■: Das Judentum ist von den Völkern » fundamental verschieden . . . Wir dagegen: cs ist von den Völkern fundamental verschieden, aber so verschieden denn doch nicht, daß wir auf Fleisch und Bein, Sprache und Territorium ver- 1