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Jüdische Rundschau · 1921-03-23 · Heft 23-24 (23.3.1921) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 23-24 (23.3.1921)
Date
1921-03-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
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JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 23/24 Seite■ 153 sation sind. Die Sanierung braucht keine selb•! ständige Aktion zu sein, sie kann vielmehr allmiihj iicli durcligcführt werden, indem man die Ländereien saniert, die gerade in Besitz geiiomnien werden. Die Sanierung ist eine Teilerscheimmg der allgemeinen Arnelioiation, umi sie kann mit Ausnahme einzelner größerer Sumpfgcbteti* unschwer gelegentlich der He- Siedlung der ciiuelnen Ländereien durchgeführt werden. Die kfeiiu•« Sumpfslellen kann man durch Drniiiteriing oder Aufforstung beseitigen, die überall verbreiteten *aiu kleinen Wasserlachen kann man bei׳ sorgfältiger Kontrolle schon durch Zuschiittcn oder Begießen mit ן Petroleum unschädlich machen. Der Hauptfehler ist, d.il! in keiner Kolonie bisher eine wirkliche samtare Kontrollorganisation existiert. Die Kolonie Verwaltungen müßten diese in Angriff nehmen, belehrt durch das mikro-biologische Institut. Auf die Nichtbeachtung der Vorschriften sollte Strafe gesetzt werden. Wir dürfen unter keinen Umständen zulassen, daß Palästina noch weiter ein malariaverseuchtes Land bleibt, cs muß eines der gesündesten Länder der Welt werden. Daß in Jerusalem im Sommer Fieber herrscht, ist ein Skandal; die Sanierung dieser Stadt läßt stell schon durch Polizei• Verordnungen und Organisierung der Selbsthilfe erreichem Bezüglich der Aufforstung scheint mir eine schnelle Durchführung gar nicht notwendig, ich bin nicht der Ansicht, daß wir hierzu außer der Baumspende bedeutende Summen unserer Organisation bereitstcllen »ollen. Fis ist erfreulich, daß die Regierung die Aufforstung der Gebirge selbst in Angriff nimmt, wenn auch in extensiver Weise, so daß die Erfolge noch nicht so bald zu erkennen sein werden. Die Versuche unserer Organisation sind dagegen intensiv und, soweit sich beurteilen läßt, zwar erfolgreich, aber recht teuer; das kommt daher, daß man das Gcbirgsland terrassiert hat. Es ergibt sich aber die!7rage, ob man nicht besser täte, das terrassierte Land lieber für Obst, Wein und Oliven oder auch für Getreide, Futter oder Gemüse zu verwenden, statt für Waklhäume. Rentabel als Holzproduktion wird vermutlieh die Aufforstung im Gebirge überhaupt nicht sein, und ob sic, wenn man nicht terrasstert, den schnellen Absturz des Wassers verhindern wird, erscheint mir fraglich. Die für Palästina sehr dringende Holzfrage ift durch Euknlyptuspfianzungen sehr leicht zu lösen; auch auf den Dünen scheinen diese Bäume gut zu gedeihen. Meiner Ansicht nach wird Glieder,־!: das Forstzentrum von Palästina werden. Dieses zukünftige Waldgebiet und bei den Siedlungen zu errichtende kleine Wäldchen werden für die Bedürfnisse des Landes vermutlich genügen, Holzexport dürfte nur in geringem Maße in Frage kommen, da er mir bei Beforstung solcher Flächen rentabel svilre, die;weh für Getreidekultur in Betracht kommen,״ Heber die Möglichkeit der Einwanderung hciragt, sagte Prof. Warburg: ״Durch die öf fentliehen Arbeiten ist die Möglichkeit geschaffen, die Einwanderung, wenn auch in beschränktem Maße, fortzusetzen. Aber wir dürfen uns nicht verhehlen, daß diese Methode große Gefahren in sich schließt. So energisch und fröhlich die Leute jetzt auch bei der Arbeil sind, so ist doch vorauszusehen, daß ihre Bereitschaft für solche Arbeit sich mit der Zeit verj ringen» wird. Sie betrachten ihre jetzige Tätigkeit j mi t Recht als l > c b c r g a n g s s t a d i u tn und werd en! nicht gewillt sein, einen ,großen Teil ihres Lebens als j Arbeiter an Chausseen, Eisenbahnen oder Kanälen zuj zubringen. Man muß den Einwanderern nach einer I Anzahl von Jahren die Möglichkeit gehen,;;n-e-ieJt.lt j oder in städtischen Berufen untergebracht zu werden. I ln letzteren lassen »ich momentan die 1Chancen schwer [ Voraussagen, da sieh die zukünftige Entwicklung der Industrie Palästinas noch nicht übersehen läßt. Auf dem Lande würde natürlich theoretisch nichts im Wege stellen, jedes Jahr zehn- bis zwölftausend Menschen anzusiedcln, aber wenn man bedenkt, daß die Ica die Kosten eines Ansiedlers mit 2000 Pfund und die eri'uhrcncn und mit grollen Entbehrungen rechnenden Arbeiter, abgesehen vom Land, immerhin noch mit 1200 Pfund berechnen, erkennen wir, daß, auch giuistigsien Falles, nur ein Teil der durchweg mittellosen Einwanderer durch öffentliche Gelder angesiede't werden kann. Wenn wir aber den Leuten nicht die Hoffnun״ geben können, daß sie in absehbarer Zeit angesiedelt werden, dann werden sie nicht aushaiten. Um •o wichtiger ist es, daß wir jetzt wenigstens daran gehen, die alten Arbeiter anzusiedeln, damit die neuen Einwanderer aus dem Beispiel Mut schöpfen. Ich bin übrigens überzeugt, daß mit der Zeit auch mehr Arbeiter in den Kolonien Unterkommen fin- Ben, da sic sieh allmählich an die Verhältnisse anpassen, so daß sic mit den Arabern konkurrieren Können. Sie erhalten jetzt 20 Piaster täglich, das ist für den Kolonisten noch etwa« zu hoch, aber der jüdische Arbeiter kann bei freier Wohnung und gut eingerichteter Küche auch schon mit 15 Piaster auskommen, und soviel können in normalen Zeiten die Kolonisten zahlen. Es wird also Sache der Kolonien sem, vielleicht mit Unterstützung unserer Organisation, für die jüdischen Arbeiter Wohnungsgelegenhciten in den Kolonien zu schaffen. Wie das Beispiel• mancher alten Arbeiter und auch vieler Jemeniten zei!״t vermögen sparsam? und fleißige Arbeiter sich mit der in den Kolonien zu ]deinen Lksitzcm envoor• zusebwingea Arbeitsgelegenheit kt ln den Kolonien für zahlreiche Arbeiter. Ein wichtiges politisches Erfordernis ist, daß wir uns j mit den Arabern verständigen. t Eine plötzliche Abschaffung der arabischen Arbeit in l den Kolonien wäre, selbst wenn sic möglich wäre, | ein großer Fehler. Auch die Arbeiterorganisationen 1 werden im Interesse einer ruhigen Entwicklung im | I an!U■ ihre inlran igente Haltung in dieser Frage auf-!;!eben mür.sen. Unser Prinzip muß sein, nicht gegen | «He ansässige arabische Bevölkerung zu arbeiten, son- I dein im Verein mit ihr. Wir müssen uns als einen Teil j der orientalischen Völkerfamiüe betrachten, unsere laterj essen aueh in andere Gegenden des Orients aus- | dehnen und versuchen, auch Einfluß auf ihr Geistesj leben zu erlangen, was eine Hauptaufgabe des orien- ■ talistisclie!» Institutes sein sollte. Die antijüdischen Betätigungen im Lande beschränken sich nur auf!deine J wenig einflußreiche Kreise und sind nicht ernst zu i nehmen, Sic werden mir dann eine Bedeutung er-! langen können, wenn wir, anstatt eine versöhnliche j Politik mit den arabischen Landesgenossen zu führen < und sie an der fortschreitenden Entwicklung des Landes neidlos teilnehmen zu lassen, Unterdrückungs- oder Verj drängungstendenzen liorvorkchren und sie dadurch rcr/en 1 und in eine künstliche OppositionssteHiing treiben. Die י Lage ist, wie. schon erwähnt,! politisch sehr günstig. j Der Oberkommissar ist nicht nur bei den Juden, son- I dein auch bei den Arabern allgemein beliebt und wegen t seiner Tatkraft und Sachlichkeit sehr geschätzt. Mit j ihm Hand in Hand zu arbeiten und fhn auch nach Mög- , lichkeft zu stützen, z. B. durch Förderung der Landes- ■ anleibe, die nach Bestätigung des Mandats aus* | gegeben werden soll und deren Gelingen für die Bej festig 1mg seiner Stellung von großer Bedeutung ist, j ist für uns die klügste und einzig richtige Politik, j Die jüdische Nationalbiblielfick in Jerusalem j Der Jerusalemer Korrespondent des ״Jewish Correj spomlence Bureau“ schreibt: j Vor wenigen Wochen ereilte uns die traurige Nachj rieht, daß Dr, Josef Chasanowitz, der Gründer der Nalionalbibliotliek, in Rußland in Not und Elend j gestorben ist. Unwillkürlich drängt sich da die Frage ן auf die Lippen: Was ist aus dem Werke dieses Mannes; geworden, aus den Tausenden von Büchern, die er sein Leben lang für Jerusalem gesammelt hat? j Noch ist es nicht möjjlich, zu sagen, welche Schätze 1 die Nationalhibliothck besitzt Chasanowitz, der seine ganze Energie für die Sammlung von Büchern ira! Gnlutli hergegeben Hat, konnte nicht auch gleichzeitig 1 für deren wisMuscHafiiichc Katalogisierung und eutsprechende Aufbewahrung Sorge tragen. Die Jerusalemer ' Loge der B'ne Britli, welche die Bücher in Verwahrung j batte, hat die grüßten Anstrengungen gemacht, um j einen würdigen Hau anf/.ufüliren; die Mittel Langten aber | mir für einen Flügel des geplanten Bibliothekbaues. ln diesem Gebäude sind die Bücher der Bibliothek untergebracht Ein großer Teil von ihnen war noch nicht katalogisiert, zum Teil In Kisten und Verschlügen verpackt, als die Zionistische Organisation im Sommer Iß'zO die Verwaltung der BMothck übernahm. Da der | Katalog noch nicht beendet ist, läßt sich die Zahl der I Bücher nur schätzungsweise .angehe!»: sie dürfte 2500b j bis 30 000 Bücher 11ml Broschüren betragen. j Unter diesen Büchern sind ifidit wenige wertvolle j Exemplare: eine Anzahl der ersten hebräischen Drucke j (Inkunabeln), welche die Druckpresse in Spanien und! Italien vor 1500 verließen und noch die Spuren der J Tätigkeit׳ des Zensors aufweisen. Die Sammlung der j Novellen ztmi Talmud (Chiduscho hatntmud) und der liagadot dürfte zu den reichsten der Welt zählen. Boj sonders unter den l iagadot sind einige Kunstwerke von hervorragender Schönheit. Die Zeit ist hoffentlich nicht fern, wo die Drucker und BuchkiinsUer Jerusalems in die Bibliothek pilgern werden, um sich aus den Holzschnitten der liagadot, aus den Initialen der ersten hebräischen Drucke Anregung,en für die Arbeit zu holen. Nicht gering ist auch die Zahl der hebräischen Manuskripte, welche die Bibliothek besitzt, unter Urnen seinalte palästinensische Briefe, einen Teil des Briefwechsels von Dr. Rapaport, Handschriften I icrzls (die Rede auf dein fünften Kongreß mit den Korrekturen Hcrzls) usw. Erst kürzlich hat ein Sachverständiger, Dr. Diamant (Wien), in der Bibliothek •einen Schatz von Porträts, zun» Teil außerordentlich wertvollen, entdeckt. Groß ist die Zahl der von Chasanowitz gesammelten und nach Palästina gesiuKlten Dokumente der zronktLschen Bewegung. Die Entwicklung der Bibliothek wird durch die Raumfrnge erheblich gehemmt Heute schon lagern gegen 15 00t) Bücher für die Bibliothek bereit in *verseliiedenct» Zentren Europas. In Amerika hat das University Library Committee in äußerst reger Tätigkeit Bücher für die Bibliothek gesammelt und die Sympathien hervorragender Gelehrter und Bibliothekare gewonnen, so daß die Sammlungen auch in Zukunft erfolgreich sein werden. Alte diese Bücher kommen in den nächsten Monaten nach Palästina, und je früher sie kommen, desto besser. Denn Palästina ist hungrig nach Büchern. Die NationalbibLothek hat woiil einen Reichtum an älterer hebräfedicr Literatur, aber sie ist sehr arm an allgemein wissenschaftlicher Literatur und kann heute dem Naturwissenschaftler, dem Tedmtker, dem Soziologen, dem Agronom fast nichts bieten. Aber für eine geordnete Aufstellung der Bücher, die komme« werden, braucht man Raum! Und der Raum muß gebaut werden! Seit die Zionistisdte Organisation die Bibfothck überivoinmen und ihr ein (Idder sehr kleines) Budget bewilligt hat, ist sie wie ncnbelebt. Ehe die Zimvst Commission die Bibliothek in ihr Tätigkeitsfeld aufnahm, hatte sic täglich 10—20 Leser. Heute besuchen mehr als 100 Personen täglich den Lesesaal, 000 Personen haben Eintrittskarten für die Bibliothek behoben, und täglich kommen neue Besucher aus alten Ständen: 1 .eilrer, Wissenschaftler, Studenten, Acr/te, Aibeitci. Das Schicksal der Bibliothek gleicht dem des ganzen Landes: unbegrenzte Möglichkeiten, jedoch Mangel .v. Mitteln, diese Möglichkeiten zu realisieren. Bekannt'«:;! lat der Keren Hajcssod eine eigene Abteilung für di!• Sammlungen der Universität und ihrer Institute, darunter auch die Bibliothek, eingerichtet. Es wird vom Gelingen der Sammlungen für den Keren Hajessod abhanden, ob es uns gelingen wird, in Palästina eine diesestolzen Namens würdige Nationnlbibliothek des jiidisehen Volkes zu errichten. Die jüdische Gerichtsbarkeit in Palästina Von Dr. Hugo Bergmann, Jerusalem (durch J. C. B.) Eine der wichtigsten inneren Fragen des Jiadiuw drängt zur Entscheidung: die Frage des jüdische« Gerieht». Bekanntlich strebt der Jischuw seit langer Zeit nach der Autonomie in Gcrichtsangclegenheiten. Praktisch wirkte sieh diese Autonomie so aus, daß es eiucn . religiösen, rabbinischen Gerichtshof gab und den weitliehen Mischpat haschatom für diejenigen, de sich nicht dem religiösen Gerichtsverfahren unterwerfen wollten. Beide Gerichtshöfe wirkten inoffiziell, sie waren nicht geseizlich anerkannt und wirkten mrr durch die frei willige Anerkennung der Parteien. Dies soll sich nunmehr für einen Teil der Gerichtsbarkeit ändern. Di•׳ Regierung hat für den 14., 15. und 16. Ailar eine Ver Sammlung von 71 Rabbinern und 35 Laien nach Jerusalem cinberufen, welche die jüdische Gerichtsbarkeit Ln Sachen des F.amilienrcciites ordnen helfen soll. (Die Versammlung wird außerdem die Aufgabe haben, der herrschende!. Anarchie innerhalb der Rahbinatsveiwesung ein Ende zu machen und zwei Öberrabbiner von Palästina, Chadiam Baschi, zu wählen.) Das Familienrecht hatte bisher in Palästina eine besondere Stellung. Al'c Angelegenheiten der Erbschaft, der Vormundschaft und dergl. gehörten, solange die türkische Herrschaft bestand, vor das tpo־•- Utnisch-rcligiöse Gesetz, vor den Khadi. Auch die jii dischen Bewohner Palästinas unterstandet! dem Khadi In Wirklichkeit dürften sie ihn nicht allzu sehr in Anspruch genommen haben und erledigten ihre Streit- Sachen entweder vor dem Beth-Din oder vor ihrem Konstil. Nunmehr gibt cs, da die Kapitulationen aufgehoben sind, keine Gerichtsbarkeit der fremden Konsuln mehr, und da seit dem Einzug der Engländer Tnusende von Nichtmoslems palästinensische Bürger geworden sind, hat die Regierung eingesehen, daß es unmöglich ist, diese weiter unter der Gerichtsbarkeit des Khadi und seines moslimischcn Gesetzbuches zu Lassen, und denkt daran, für die Juden eine besondere Gerichtsinstanz zu schaff«:. Wer aber soll diese Instanz sein? Die Regierung dachte an den rabbinbehen Befh-Din, und an sich wären auch die nicht religiösen Kreise des Jischuw geneigt, sieh der Gerichtsbarkeit der Rabbiner in Familiensachen zu umerwerfen, um nur die Autonomie der jüdischen Gerichtsbar keit nicht zu gefährden. Aber da taucht ein fast 1m überstcigliches Hindernis auf: die Bestimmungen des jüdischen Rechtel.odex, insbesondere die Stellung der Frau innerhalb desselben. Es scheint den fortschrittlichen Kreisen des Jischuw eine unmögliche Forderung, sich einem Gesetz zu unterwerfen, das aus ganz andere!! Zeiten stammt, das die Kinderehe gestattet, das der Frau nicht erlaubt, nach ihrem Manne zu erben oder ihren Kindern Vormünderin zu sein, das gewissen Witwen ver bietet, sich wieder zu verheiraten aus Gründen, die heute in nichts mehr berechtigt sind - und das vor altem die Frau nicht als Zeugin vor Gericht zuiaßt. Wie argumentieren diese Kreise wir haben für das aktive und passive Wahlrecht der Frauen gekämpft und sollen mm ein Gesetzbuch anerkennen, das der Frau die primitivsten Rechte der neuen Zeit nicht gewährt? Die Rabbiner ihrersWi« waren geneigt, Konzessionen zu gelten, aber sie sehen selbst keinen Weg, um den tiberkommenen Rechtskodex zu ändern. Au״, den fortschrittlich«! Kreisen des Jischuw wurde die Forderung laut, daß die Regierung einen jüdischen Gerichtshof ein setze, vier aus Nichfrnhbinern besteht. Diesen werde es leichter fallen, den Kodex den Bedürfnissen der neuen Zeit anztipassen. Denn darin sind alle Parteien einig, daß die Rechtsprechung an ein geschriebene; Gesetz gebunden sein muß, und daß wir nicht ohne weiteres unser«: Reehfskodex über Bord werfen dürfen, der eine der größten geistigen Leistungen des Volkes darstellt. Die seit kurzem bestehende Organisation für die Gleichbcrechtigung der jüdischen Frau hat eine lebhafte Agitation begonnen ttnd sich' mit einem mit Hunderte!» von Unterschriften bedeckten Memorandum an die Regierung gewendet, das einen weltlichen jüdischen Oerichtshof verlangt. Es ist momentan noch nicht abzusehen, wie die Frage geschlichtet werden wird In Jerusalem findet am 22. Februar eine große Manifestationsversammhmg für den weltlichen jüdischen Gerichtshof statt, die von der Arbeiterorganisation und der Frauenorganisation zusammen einberufen fei

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