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Jüdische Rundschau · 1921-03-23 · Heft 23-24 (23.3.1921) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 23-24 (23.3.1921)
Date
1921-03-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ס׳ r*! o Jaktio» •■i V«fUf עי IS» S*csb»Uch• Strafie 8, rv «•»»* g*d Preitaf. B«xoj»pr«u1 bei dlef Expedition watT den ק tflmtat■ iriefteljibrliA 15,—• M. in DeuUclileoti. Attslaadaaboaa»• *Jtfttn w#rd*0 i* der WibninH׳ der eiaxelaea Lüader beregnet• Neuner 23/24 j BerUn, 23, III. 1921" י**&»4 * » Anzeige n-V crwaltung» Verlag Alwin Log wen! hnl. Berlin NW 7, Dorotheenstr. 3S Ttiiphoa: Amt Zentrum 4814 «ad 4815• Aaieigenpr•!• für di« ■1«uear«*epeitene NoaparnUlueUa2,50M* b’emiüeoenxeigea 4 M. pro Zeilo, AnnoijfenecKluÜi Dknntag and FrtU&g »»chraUUjf 4 Uhl. Telephon: Ubland 645 u.844. Poatacheckkonto: Beriin Nr. 112)1. Für Oeetcrreicb. Potliperkoseeneml Wteo, Konto Nr. 156 030, Für Techechoelowekei: Po»UparkaMen»mt Prag־, Konto Nr. 156000. — Re<)*ktionMchlu8 Sonntag und Mittwoch aaohretUeg. — ■Mfc’X.Tr.'fen■׳^ MW■■»-'."-■*.’"”■*rnmrmmmmmmmm •תענית אסתר תרס״א I xxvi. jahrg. Zionismus erstrahl für das JOdlsche Volk die Schaffung einer Öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.1 win e׳i iah. lud) tnn {iie nacbite Nummer der ״jfidischea Rundscbati“ erscheint am 30. März. Keren Hajessod Oie Keren Hajessod-Konferenz In England Bei der Konferenz, der English Zionist Federation,;itkf deren Eröffnung durch Weizmann wir bereits in von״« Nummer berichtet haben, wurde — nach einem! Berichte des J. C. 11. — in den darauffolgenden Sitzungen von vielen Delegierten das Palästina mandat einer Kritik unterzogen. Eine lebhafte Opposition zeigte sich rejeii die Absicht des Oberkoinmissärs Sir Herbert Samuel, die Errichtung von 200 arabischen Schulen in Angriff zu nehmen, während sich die palästinensische Verwaltung für das jüdische Schulwesen fast nicht interessiert Die dritte Sitzung war dem Keren Hajessod fPatästina-Aufbaufonds) gewidmet. Minister Sir Alfred idond ״ab eine Schilderung der vorhandenen sofortigen Arbeitsmöglichkeiten in Palästina. Das Schlußwort hatten Dr. Weizmann und Ussischkin. Dr. Weizmann gab die Erklärung ab, daß der Kongreß sicher im August stattfinden wird, wo ein fertiger Kolonisationsplan vorgelegt werden wird. Es sollen zwei Millionen Dun am Staatsländereien übernommen und im ersten!.־ihre 10000 landwirtschaftlich vorbereitete Leute aus Chaluzwn, Jemeniten und Kolonistensohnen, angesieddt werden. Keren Hajessod in Holland Das Ergebnis der Aktion der holländischen /:onisten betrug bis Mitte März 266400 FL Die Aktion unter den Nichtzionisten wird nunmehr vorbereitet. Leitende Persönlichkeiten des holländischen Ziunumas bereisen augenblicklich alle Gemeinden und loi’fn überall die Aktion ein. nie jüdische Jugend Hollands, die in einer 21 OA:am<a;;011cn umfassenden Föderation zusammenge- •Ä׳ssen ist, hat beschlossen, daß vom 12.—25. März kriaerlc: Betrag für Theater, Kino und Alkohol ausgegeben werden darf. Das auf diese Weise gesparte Geld soll als Sammelspende dem Keren Hajessod über* [׳eben werden. Keren Hajessod in Portugal ln Lissabon wurde ein Keren Hajessod-Komitee gegründet, welches auf Zeichnungen von Vs Millionen Escudos (21/2 Millionen Francs) rechnet. 1 Million Francs ,*«rdea bereits gezeichnet. Dieser Erfolg ist int Verhälmis zur Größe der Jüdischen Gemeinde als außerordentlich zu bezeichnen. Das wirtschaftliche Leben — Die Universität — Landwirtschaftliches Versuchswesen Ansiedlung der alten Arbeiter — Aufforstung und Sanierung — Die öffentlichen Arbeiten Die Araberfrage •**.ז Die Stadt New York empfängt Weizmann New York, 16. März. Auf Veranlassung des jüngst in den New Yorker Stadlrat gewählten Roscnblatt ernannte der Bürgermeister von New York ein offizielles Empfangskomitee für Dr. Weizmann. Tagung zionistischer Funktionär•: Berlins An1 S?nnabend, den 12. März und Sonntag, den ”• ^arz fand im Roten Saal des Brüdervereinshauses '1n' von mehr als 200 Gesinnungsgenossen besuchte Tagung der zionistischen Funktionäre Groß-Berlins statt, ״crr Dr. H a n t k e berichtete über das Ergebnis seiner londoner Reise und die zionistische Situation, die er cort_vorgefunden hatte; die Legalisierung des Keren 8״iessod ist nunmehr in die Wege geleitet und oas Statut fertiggestellt. Am nächsten Tage referierte err Dr, E. Rosenberg über das Thema: ״Wann a>u1 die Keren Hajessod-Aktion unter den Nichtzious.cn beginnen und wie kann sie durchgeführt werden?“ 50."'0*י' wie die zahlreichen Diskussionsredner gaben ״״*W״ Anregungen zu dieser Frage. Die Sitzung , w) nach lebhafter Aussprache mit folgender ein angenommener Resolution; ״Die zionistischen nktionäre Groß-Berlin» sind sich darüber einig, daß 4 gegenwärtigen Augenblick alle zionistisdien Kräfte ~ u״tcr Zurückstellung der innerzionistischen Diffe* .*fn .“״3*״2 ־lmengefaßt werden müssen, um einen noigreidum Abschluß der Keren Hajessod-Arbeit zu 'möglichen.“ Professor Einsteins Abreise ״Ä׳0״ Einstein Ist Montag abends von Berlin «J^Rottepdam abgereist, wo er sich nach Amerika Professor Warburg, der soeben aus Palästina zurückgekehrt ist, hatte die Freundlichkeit, unserem Redaktcur über seine Eindrücke eine Reihe von Mitteilungen zu machen. Warburg, dessen Name mit der Entwicklung der praktischen Palästinaarbeit ins Zionismus vor dem Kriege eng verknüpft ist, sagte über die gegenwärtigen praktischen Möglichkeiten: ״Der Hauptgegensatz zwischen früher und jetzt ist die Tatsache, daß die ungeheuren Schwierigkeiten rcchtliclier und politischer Natur, mit denen wir unter dem türkischen Regime zu kämpfen hatten, nunmehr vollständig beseitigt sind. Jetzt haben wir cs mit einer Regierung zu tun, die selbst auf schnelle Entwicklung drängt, und uns trifft die Schuld, wenn wir dazu nicht imstande sind. Der Hauptgrund unserer Schwäche ist die leidige Geldfrage, die besonders schwierig zu lösen ist, weil Palästina im Gegensatz zu den Emigrationsländern mit schlechter Valuta die hohe ägyptische Valuta hat, und weit infolge der isolierten Lage und Kleinheit des •Landes dort alles noch besonders teuer ist. Will man dem Warenmangel abhelfen und schickt man größere Mengen Waren hin, dann treten wieder große Preisstürze ein; die Leute, die mit Waren spekuliert haben, haben fast durchweg große Verluste erlitten. Ungünstig wirkt auch die Ansicht der Einwanderer, daß man alle Bedarfsgegenstände von Europa uiitnchmen muß. Diese Ansicht ist zwar berechtigt, schädigt aber den dortigen Handel. Eine Besserung kann nur langsam ein treten, teilweise wohl dadurch, daß die großen ägyptischen Handelshäuser in Palästina Filialen cinrichten, was zum Teil schon geschehen ist, aber dies ist für uns auch nicht günstig; andererseits aber durch die Entwicklung der Konsumvereine, von denen icn eine große Erleichterung des Lebens in Palästina erwarte. Es ist ober merkwürdig, daß das Konsumvercinswesen noch so wenig entwickelt ist, und daß man infolgedessen über die teuren Preise von Artikeln klagt, die auf dein Weltmarkt gar nicht mehr teuer sind. Ich bin jedoch ganz zuversichtlich, daß in dieser Hinsicht eine Besserung eintreteti wird. Es scheint überhaupt eine langsame wirtschaftliche Entwicklung des Landes einzusetzen, und eine Reihe von Industrien sind sdion in Vorbereitung, besonders im Baufach, aber auch in der Textilbranche, im Tabakgewerbe usw. Für uns Zionisten ist die Frage, wie wir uns mit dem Golde des Keren Hajessod an dieser Entwicklung beteiligen sollen. Bezüglich der Verwendung des Keren Hajessod ist es sehr gut, daß die prozentuale Einteilung von vornherein festgesetzt ist. Wie immer die Einteilung getroffen wird, das Notwendigste ist im Augenblick die Unterstützung der Einwanderung und des Bitdungswesens. Bezüglich der Schulen bin ich der Ansicht, daß vorläufig gar nicht daran zu denken ist, daß man sie abstoßen kann. Die 100 000 Pfund jährlich bei MO Schulen und Kindergärten, sind ein Minimum, und das Schulbudget wird sich auf die Dauer gar nicht so niedrig halten lassen. Es ist wünschenswert, daß man jetzt schon die Bildung einer Organisation ins Auge faßt, die das Schulwesen selbständig i!1 die Hand nimmt, aber momentan können wir auf eine Entlastung des zionistischer» Schulbudgets nicht rechnen, dies kann nur ein langsamer Prozeß sein. Dagegen habe ich kein Bedenken, daß auch nichtzionistische Kreise sich mit dem Schulwesen befassen, denn der nationale Charakter des Schulwerks ist j jetzt vollkommen gesichert, so daß wir auch jener Seit ulen 1 sicher sein können, die in der Hand anderer Organii satlonen sind.; Für die Universität halte ich gleichfalls die Errichtung einer besonderen Organisation für wichtig, die j in der ersten Zeit hauptsächlich vom Keren Hajessod j finanziert werden muß. Meiner Ansicht nach freilich muß man schon jetzt im kleinen beginnen, d h. zunächst nur die für das Land wichtigsten Institute cinrichten, und zwar als Forschungsinstitute, nicht als Lehrinstitute der Universität Daneben soll es populäre Vorträge und Kurse geben. Die am dringendsten erforderlichen Institute sind!: ein landwirtschaftliches Institut, ein hygicnisch-mlkro״ biologisches Institut und ein orlentalistl* sehet Institut, welches Abteilungen vor allem für hehräischc Sprache, aber auch für arabische Sprache und Kultur, für jüdisches und moslemisches Recht, für Landeskünde und Archäologie umfaßt .Wenn größere Mittel vorhanden sind, dann kann dieses Institut auch auf das Studium anderer Sprachen ausgedehnt werden, z. B. persisch, türkisch, sowie der altorientalLschen Sprachen. Daneben muß natürlich die Bibliothek ausgebaut werden. Als nächste Aufgabe würde ich, wenn das Geld vorhanden ist, ein chemisches Institut Vorschlägen, aber die« ist nicht so dringend, weil Chemikex ohnehin in Palästina vorhanden sein werden. Eine Hauptsdvwierigkeit liegt darin, daß man, solange unsere Finanzen nicht gesichert sind, Wissenschaftler ersten Ranges nicht berufen kann, sofern sie nicht selbst Zionisten sind. Um dennoch dem Bildungsbedürfnis Rechnung zu tragen, bin ich dafür, daß wir je nach den Mitteln eine Anzahl bedeut :der Persönlichkeiten einiaden, ein Vierteljahr oder e'm halbes Jahr in Palästina Studien zu machen und dort Kurse und öffentliche Vorträge zu halten. Solche Veranstaltungen würden zweifellos bald die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich lenkca Wenn diese Kurse zur Zeit der hiesigen Osterferien abgchalten werden, sj können wir damit rechnen, daß auch zahlreiche Gäste 7u diesen Vorlesungcn nach Palästina kommen werden. Das Technikum sollte auch als ein Institut der Universität eingerichtet werden. Es wird dort kn wesentliehen Hoch- und Tiefbau sowie Landesvermessungskunde gelehrt werden, daneben auch Maschinenbau. Nach den Plänen, die jetzt eingereicht werden, soll die Einrichtung 12000 und die jährliche Unterhaltung 8000 Pfund kosten, während ich als den dringendsten Geldbedarf der übrigen Universitätsinstitute je 5000 Pfund annehme. Bei dem landwirtschaftlichen Institut kann hiervon natürlieh nur das Budget des Forschungsinstituts in Jerusalem gedeckt werden, während das zugehörige Versuchswesen außerdem von der Zionistischen Org&nisaJiüM finanziert werden muß. Das Versuchswcsun muß weiter ausgebaut werden. Dieses Jahr sind dafür 3600 Pfund budgetiert, bei drei Stationen (ßcn Schemen, Mcrchavvja und Daganiah). Es müssen zunächst noch errichtet werden: eine Kulturen- Station in der Nähe von Jerusalem (vielleicht Kalendic), eine Station für Bewässerung (Pethach-Tikwah, welche Kolonie schon Land hierfür zur Verfügung gesteßt hat), die Station in Athlith (das ist die ehemalige Station Aronsons), endlich Ber Scba für (kn Ncgeb. Dazu werden später noch Versuchsstationen bei Jericho und in der Wüste kommen, so daß auf diese Weise ein Netz von Versuchsstationen über die verschiedenen klimatischen Gebiete Palästinas ausgespannt ist. Selbstverständlich werden auch in den einzelnen Kolonien die intelligenten Farmer und Pflanzer Versuche machen, die *ich dem allgemeinen Schema einordnen.“ Ueber die Frage der kolonisatorischen Aufgaben sagt Prof. Warburg: ״Neben dem Landkauf und der A m e! i o r a t i o n der zu kaufenden Ländereien durch den Nationalfonds ist die wichtigste Aufgabe die, daß die alten Arbeiter, die sich seit vielen Jahren in der landwirtschaftlichen Arbeit bewährt haben, an gesiedelt werden und in feste Verhältnisse kommen. Wenn ich mich auch nicht dem Vorschlag anschließen kann, sämtliche jetzigen Nationalfonds-Ländereicn in Kolonien zu verwandeln — die jetzigen Natiocalfonds- Farmen sollten vielmehr großenteils der Unterbringung und Anlernung neuer Einwanderer sowie Versuchszwecken dienen —, so muß doch unbedingt ein Weg gesucht werden, die altbewährten Arbeiter seßhaft zu machen. Eine vorzügliche Gelegenheit hierzu bieten die neuen Landkäufe In dem Emck Jesreel. Auch die landwirtschaftlichen Kwuzoth können meiner Ansicht nach nur als Uebergangsform betrachtet werden; Die Ansiedlung soll nach den Vorschlägen der Arbeiter selbst erfolgen, z. B. nach dem Vorschlag von Eliescr Joffe. Viele alte Arbeiter haben sich zusammengeschlossen und glauben, daß sic mit 1200 Pfund Sterling pro Mann auskommen. Ich halte dies für einen der gesürafcsten und am wenigsten riskanten Versuche. Die anderen Vorschläge (Gemüsebau, die großen Gartenstadtanlagcn usw.) sind vorläufig noch Experimente, bei denen die Möglichkeit des Fehlschiagens groß ist Man hat pe Schlagworte ״Aufforstung“ und ״Sanierung“ ausgegeben. Die Ansicht von der Notwendigkeit dieser Maßnahmen teile ich natürlich, bin aber nicht der Meinung, daß sie allen» anderen vorangehen müssen und an erster Stelle Sache der Zionistischen Organi-

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