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Jüdische Rundschau · 1921-03-11 · Heft 20 (11.3.1921) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 20 (11.3.1921)
Date
1921-03-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite Uö juküiaCHfc kündschau Nr. 2a Die Elektrifizierung Petach Tifeivalis ״Doar Ha j מוס“ teilt mit, daß die reichste Kolonie Palästinas, Pclacli Tiksv.ah, ,mit den Arbeiten für die Elektrifizierung der Kolonie begonnen habe. Der Kokxalcwand lint beschlossen, von jedem Diniain Boden 2!/a £ zu erheben, was zusammen einen Betrag von 12000 £ ergeben wird. Dadureh werden die Auiagekosten gedeckt sein. Die A. P. C. teilte dem Economic Council in London telegraphisch mit, daß sie für diesen Betrag voile Garantie übernimmt. Eine Abordnung der Kolonisten verhandelte mit der Regierung über den Anschluß von Pctach Tikwah1 an die Eisenbahnlinie. Dieses Anschlußgleise, das auf Verwendung des Wand Hazirim nicht schmal-, sondern breitspurig sein wird, beträgt 5 Kilometer und wird 20 000 £ kosten. Baron Rothschild hat beschlossen, diese Strcdtc zu bauen, nachdem ihm die Regierung die Verzinsung dieses Betrages aus den Einnahmen der palästinensischen Eisenbaiinen gesichert hat. Die Kosten eines Einwanderers Nach ״Palcstiue Weekly“ betrugen im jalfrc 1020 die ungefähren Kosten, die durch die Ankunft eines jüdischen Einwanderers entstanden, ■1 £. Diese Summe umfaßte die Ansschifftmgsgcbiihreu, die Kosten für Boote und Träger, Desinfektion, ärztlichen Beistand, Wohn- und Unterliallskosten für zehn Tage, die Beförderung nach den Arbeitsplätzen und ein kleines Darlehen für Unterkunft tnvl Werkzeuge, (Danach wäre die von anderer Seile stets angeführte Summe von 10 C übertrieben. •־■ Amu. d. Red.) Der Sozialismus unter den Araber» 111 der Wiener ״Arbeiter-Zeitung“ gibt der bekannte Führer der kommunistischen Poale Zion Palästinas, der ehemalige ukrainische Minister, Herr A. R e w 111 s k y (Jaffa), ein!• Darstellung der jüdischen Arbclterliewegung in Palästina. Der Autor stellt im besonderen fest, daß die arabische Al eh 1 he i t s 11 a t io 11 in Palästina von der sozialistischen Bewegung bisher fast g a r nicht berührt wurde, Unter Arbeiterbewegung sei daher nur’die jüdische zu verstehen. Die Ursache liegt hauptsächlich darin, daß die arabische Bevölkerung 1,'och auf einer sehr niedrigen Kulturstufe steht. Die Zahl der Analphabeten isi groß, das Sclndnctz ist noch ziemlich lose. Die Bildung war bisher ein Privileg der Vermögenden, die mit iiircu sozialen Auffassungen noeii lief im Feudalismus stecken. Und wenn it! eien Sviidtcn dennoch arabische Arbeiter in bedeutender Zahl vorhanden sind, die das Lesen und Schreiben verstehen, so mangelt cs absolut an einer populären in der orientalischen Bedeutung dieses Wortes sozialistischeu Literatur. Zwar sind bei den Arabern grolle Sympathien für den ״Bolschewismus“ vorhanden; aber das ist nicht der Bolschewismus, der in Wirklichkeit die sozialistische Bewegung bedeutet, sondern eine von Sagen umflorte Befreiungsbewegung, die den Orient von dem europäischen Imperialismus erlösen roll. Außer den Bachardtie (Bootsleuten), die in den noch primitiv«! Häfen Menschen um( Ware« ausiaden und in einer eigenartigen Zunft organisiert sind, gibt es unter den arabisehen Arbeitern absolut keine Keime von gcwcrksdiaftlieber Organisation. Sogar in dem benachbarten Aegypte«, wo eine ausgedehnte una bedeutende Arbeiterbewegung nach europäischem Muster bestellt, wird da» eigentliche arabische Proletariat von ihr wenig berührt. Hmeriha Die Bewegung für de» permanenten jüdischen Kongreß New York, 26. Februar. (J.C.B.) Unter Vorsitz. Morris Kattenbergs fand hier eine Sitzung des provisorischen Komitees des jüdischen. Kongresses statt, in der manche Versäumnisse des Komitees einer scharfen Kritik unter/egen wurden. Nach langen Wechselreden wurde eine Resolution angenommen, dcrzufolge eine Konferenz sämtlicher Delegierten zum jüdischen Kongreß 11ml der Vertreter aller jüdischen Organisationen, Logen usw. der Vereinigten Staaten für den 20. März laufenden Jahres cinbomfon wwteti soll, die dcu Plan der Einberufung des permanenten jüdischamerikanischen Kongresses wie auch das Programm seiner Tätigkeit festzusetzen haben wird; — Zur finanziellen Durchführung des Planes der Ein׳■ beruftmg eines!icrmaiiciiteii jüdischen Kongresses hat das 'Komitee eine Anleihe von 5000 Dollar lief H, Nathan Strauß auf genommen. Eine Rabkinerkontcrcnz für Palästina Am 2'i. Februar winde in New York im groß« Beth Hamidmch in Haarlem eine Rabbine konteren/, abgehalten, Die Konferenz beschäftig sieh mit verschiedenen Fingen des jüdischen Lebe 111 Amerika. Auf der Konferenz waren 135 Rahbhi anwesend, von denen die meisten ihrerseits ihre gan Gemeinde repräsentierten. Nach den Reden des Rat |°,s<lf. , ׳r.L'wi״ aus Cincinati, Rat Jchuda Leb Epstein aus New York und Rat J urman aus Watcrbwry, Ca®,, wurde cinstinur eine Resolution angenommen, die die Palästfnnarb alsPfl.chtarbcit fUr allejudcn bezeichn, Kundgebungen gegen die Einwanderung®* ° bcschrunkung New York, 26. Februar. (J. C. B.) Auf der zwölften Jahresversammlung der *,Hias“ (Hachnasatli Ürchini and Immigrant Aid Society), aß der 5000 Mitglieder tcälnalimcn, wurde eil» energische Protestresolution gegen die vom Kongreß der Vcreinigten Staaten beschlossene Beschränkung der Ein* Wanderung gefaßt. Die Resolution zählt alle negativen Seiten dieses Beschlusses auf, der als ׳״unwissenschaftlich“, ,,unamerikaulsch“, ״umiemokratisch" und ״unmenschlich“ bczeichnet wird, und fordert, falls die ganze Bill mclit suspendiert werden sollte, die Ermöglichung der Vcreinigimg der in Europa gebliebenen Familien mit ihren Angehörigen in Amerika, ferner eine gerechte Stellung zu den Mimkrhcitsnationalitiiten, sowie zu den neuen und den vergrößerten Ländern, weiter die Bestimmung der Zahl der nach Amerika Eingewanderten nicht nach dem Zensus von 1010, sondern nach dem von 1020, 11ml schließlich die Erhöhung des gestatteten Einwandcrimgsprozentsatzes von 3 auf lü 0/0. Diese Protestresolution wurde an den Vorsitzenden und tlie Mitglieder der Immigrationskonünission des Senates und des Kongresses, an den Vorsitzenden des Senates und des Kongresses und an den Präsidenten der Vereinigten Staaten verschickt Ein New Yorker Zionist als Friedensrichter. (J.C B.1 Der Bürgermeister von Groß-Ncw York hat den‘bekannten Zionisten Herrn Bernhard Rosenblatt, der Vorsitzender des Zion Commonwealth ist. zinn ■städtischen Friedensrichter bestimmt. pokn Die polnisch-jüdischen Verhandlungen Am 5. März fand in den Räumen des Polnischen Miuisierrats eine Sitzung der ministeriellen Kommission für die Judenfrage statt. Die Regierung war durch Fiunu/miuister Dr. Stezkowski als Vorsitzenden, Innenminister Skulski, Kultusminister Rataj, Unter- Staatssekretär des Ministerrats Dr. Wroblewski und Vertreter des Ministeriums des Acußcm Herrn W o I - iowski vertreten. Seitens der jüdischen Sachverständigen-Kommisswm nahmen an der Sitzung Rechtsanwalt ׳Prihizki, die Abgeordneten Dr. Thon, Färbstein, Dr. Schipper, Stadlrat Kirschbraun und der VeiliaJidituigsverinitilcr Dr. Alfred Nossig teil. Die Sitzung dauerte zirka 4 Stunden. Am 6. Mürz fand die Fortsetzung der Sitzung statt. In der Diskussion wies Herr Rechtsanwalt Priluzki auf die Nachrichten in der Presse hin, die davon sprechen, daß in aller Kürze ein Dekret des Ministeriums für Volksbildung und Kultur veröffentlicht werden soll über die Walilbestiinimmgen für die jüdischen Gern e i 11 d e wa 11 len. Herr Priluzki betonte die Un- Zweckmäßigkeit der Veröffentlichung dieses Dekrets, ehe die jüdischen politischen Parteien sich mit der Wahlordnung befaßt juid diese angenommen haben, Nachdem Herr Rechtsanwalt Priluzki vom Kultusminister Rataj die Mitteilung erhielt, das Dekret werde am <>. März im polnischen Reichsgesetzblatt veröffentlicht werden, schlug Herr Priluzki vor, die Veröffentlichung rückgängig zu maclven. Die übrigen jüdischen Vertreter unterstützten geschlossen diesen Vorschlag, Na di einer Beratung mit den übrigen Ministe!•» versprach 'Minister Rataj, die Veröffentlichung a 11 f Z1111 ehe n. Die polnisch-jüdischen Beziehungen in Wilna. Wie die wilnacr jüdischen Blätter melden, hat in den ldzte» Tagen eine Konferenz zwischen den Vertretern der jildiseUeu I*irrte len Wilnas und der pob niselien Sozialdemokratie und Demokratie statlgefmidc», welche sich mH der Frage der Regelung der Beziehungen zwischen der jüdischen und polnischcn Bevölkerung Wilnas befaßte. Zur Vcrwirkliclumg dieses Zieles wurde die tiründuivg eines Verbandes l>eantragl, dem außer jüdischen und potnisdien auch Utauasche und wcißrussische Persönlichketten angehören sollen. Erleichterung der Palästina*Emigration Das polnische Kricgsmiiustcrium bat angeordnet, daß den Juden, die nach Palästina auswandern wollen, keine Schwierigkeiten bereitet werden sollen, auch wenn sie in steihifiigspflichiigem Alter sind. Hechaluz&onferenz in Czernowitz Czernowitz, 1. März. (J.C.B.) 'Hier fand im Saale der ToynbecliaHe eine Konferenz, der Bukowinaer Chaluzim statt. Der Jassycr Merkas war durch einen Delegierten vertreten, ebenso der pa 1 ä s t i n e n si s c 11 e 11apo e 1• i Iaza i'r. I>ie Konferenz wurde vom zionktisdicn Lamkskoinitce und von der Zcire-Zion-Organisaßon «offiziell begrüßt. Es wurden Referate gehalten über Aufgaben der Chaluzim. Nach Anhörung aller Referate wurde ]»schlossen, eine selbständige Organisation der Bukowinaer Chaluzim zu gründen, die im beständigen Kontakt mit der Kischnewcr Zentrale sein soll. Es wurde hierfür ein entsprechender sechsgliedriger Ausschuß eingesetzt; ferner legt« di« Konferenz Protest dagegen ein, »laß von der Leitung Direktiven zur Beschränkung der Einwanderung gegeben wurden, schließ* lieh wurden Beschlüsse zur Gründung einer Wirtschaftliehen Organisation der Chaluzim gefaßt. Die Osijudenfrage vor dem Völkerbund Paris, 4. März. Das offizielle Protokoll über die Sitzung des Völkerbundrates vom 3. d. Mts., die *ich mit der Frage der Ausweisung der Ostjuden aus Oesterreich abschließend befaßt, liegt nun vor. Der Bericht B a 1 f o u r s, der vom Völkcrbundrat angcnammen wurde, erklärt zunächst, daß weder irgendein Grundsatz des internationalen Rechtes noch irgendwelche Bestimmung von Staatsverträgen das Recht Oesterreichs beeinträchtige, Personen, die nicht österrcichischc Staatsbürger sind, auszuweisen. Immerhin erscheint es angemessen, das Auswcisungsirccht mit jener Mäßigung auszuüben, die die Humanität erfordert, und Privatintcressen zu berücksichtigen. Beide Parteien haben die Entscheidung des Völkerbumlrates über die Rechtsfrage angenommen. Bei freundschaftlich geführten Verhandlungen unter Leitung Balfours wurde vereinbart, daß Oesterreich derzeit sein Ausweisungsrecht gegen solche Personen nicht ausüben wird, deren auf Artikel 80 gegründete Option der Regierung zur Prüfung vorliegt, oder die bereits um eine A u f c n 111 a 11 s b e w i 11 i g u n g cingeschritten sind, ®solange die kompetenten Behörden über den Einzcifall nicht entschieden haben. Im übrigen werde» mit besonderer Sorgfalt geprüft werden die Ausweisungen a) von dauernd für gemein- «Hitzige Arbeiten angcstelltcn Personen, von Kranken und Greisen, deren Transport laut Arztliehen Zeugnisses schwierig ist, von Personen, deren Heimstätten durch die Kriegsereignisse zerstört wurden und noch nicht wicdcrhcrgcslclJf sind; b) von gewissen Kategorien von Studenten. Diese Zusagen sind an die Bedingung geknüpft, daß andererseits Polen seinen diplomatischen und Konsulariimtern in Oesterreich die unverzügliche und müglkhst entgegenkommende Behandlung jener Pcrsoncnvcrzeichnisse auftrage, die von den österreichischen Behörden behufs Erleichterung der Heimschaffung nach Polen vorgelcgt werden. Keine Massenausweisung P-'tns, 5. März. Eine maßgebende Persönlichkeit aus den Kreisen des Vöikcrbundraies erklärte, der Sinn der Entscheidung des Rates gehe dahin, daß bei aller Anerkennung der Souveräuitätsrechte Oesterreichs in Zukunft keine Massenausweisung von Flüchtlingen w i r d c r f o I g c 11 können. Die ״Hazefirflh'* gefährdet ln einer der letzter» Nummern der ״Hazefirah“ in Warschau lesen wir folgenden Hilferuf zur Rettung der einzigen hebräischer» Tageszeitung im Galuth, die wm Nachum Sokolow jahrelang redigiert wurde: ״Die ,Hazefirah‘ befindet sich in einer äußerst bedrängten Lage, verursacht durch die allgemeine wirtschaftliche Krisis. Wir spannten unsere Kräfte bis zur äußersten Erschöpfung aa Viele Tausende gaben wir für die Erhaltung des Blattes. Wir glaubten, geduldig abwarten zu können, in der Hoffnung auf den Beistand des großen Kreises der hebräischen Leser, bei denen das Hebräische nicht nur bloßer Sport, sondern tiefes geistiges Bedürfnis ist Wir sind acht mehr imstande, mehr aufzubringen, da wir nicht die entsprechenden Einnahmen haben, sondern mit großem Defizit arbeiten. Andererseits haben wir nicht das Recht, einen entsprechend großen Teil der Einnahmen der Zionistisehen Organisation für die Erhaltung unseres Blattes zu verwenden, zumal die anderen, zur Organisation gehörigen Institutionen denselben kulturellen Wert haben und nicht vernachlässigt werden dürfen. Wir fühlen uns verpflichtet, zu den Hebräisclilescr!» klar um! offen von der kritischen Lage der ״Hazefirah“ zu reden, wenn 1ms auch die Schamröte dabei ins Gesicht steigt. Die ״Hazefirah“ wird ihr Erscheinen cinstclicn müssen, sobald wir nicht mindestens zehntausend ständige Leser haben; und zu dieser Zahl fehlt uns nocli sehr viel. Wir tragen nicht die Schuld daran, daß wir so weit gekommen sind, sondern Ihr, Hebraisten, da Ihr uns fern geblieben seid. Wir haben beschlossen, noch einmal einen Versuch zu machen, nocli ein großes Opfer zu bringen. Solltet» wir aber bis Eide des Quartals, d. 11. bis ziun 1. April, nicht die erwähnte Anzahl von Abonnenten erreicht haben, so wird die ,Hazefirah‘ nicht mehr erscheine». Wir werden nicht schuld sein an dem Zusammenbrechen einer so wichtige» zionistischen Institution, nur Ihr, Hebraisten, wenn Ihr uns nicht im fetzten Moment zur Hilfe eilt! Nochmals wenden wir uns an Euch, hebräische Leser, zum letztenmal. Beeilt Euch und werbt Abonnenten für die ,Hazefirah‘. Erfüllt Eure Pflicht, gegen unsere Sprache, gegen den nationalen Gedanken. Das־ Zentralkomitee der Zionistischen Organisation in Polen. Alle!*ostäniter und jüdischen Buriihandiungen nehmen Abonnements für die ,Hazefirah' entgegen.“ Am 10. März findet in Bukarest ein Kongreß a jüdischen Studenten Groß-Rumänicns ohne Untcrsch der Parteizugehörigkeit statt. Ke Umversitätsstä Czernowitz, Jassy, Cluj und Bukarest Werden Delcgi« entsenden. Der Kongreß wird sich mit den wirt sch lidien und kulturellen Fragen befassen. Eine der w! tigsten Forderungen wird sein: Kanzel für jüdisc Geschichte und für hebräische Sprache den Universitäten Qroß-Rumäniens, Nach dem he vorliegenden Wahlergebnis dürften die Zionisten dem Kongresse eine *tarke Majorität haben t

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