Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 12 (11.2.1921)
- Date
- 1921-02-11
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 80 Nr. 12 Hmerika Beginn der Tätigkeit für den Aufbau Palästinas Das ״Jiddische VoV veröffentlicht einen Beridit, dem wir Nachstehendes entnehmen: Die palästinensische Arbeit bewegte sich bisher immer in einem Zaulxrkrcisc, Dr. Hcrzi sagte: ״Schafft mir Mittel und ich bekomme den Charter“, llun wurde entgegcngclialtcn, ״Sdufft den Charter, dann wird es auch an Geld nicht fehlen.“ Dieser Zauberkreis ist von der Zionistischen Organisation nach dem Kriege durchbrochen worden. Der Charter ist erreicht, Nim ist cs an der Zeit, auch das (leid für den Aufbau Palästinas zu schaffen. Amerika versucht jetzt die Kapitalien für den Aufbau Palästinas m Form von privaten Gesellschaften, die weder der Zionistischen!noch irgend einer anderen Organisation unterstellen, zu beschaffen. Statt bestimmte Kontingente für einzelne Gebiete fest/usetzen. hat das amerikanische Pal.ästinaamt alle zionistischen Distrikte Amerikas auf• gefordert, fcstzusteUcn, 1. wieviel Kapital man in den nächsten zwei Jahren auibringeii kann; 2, ob die Orts• gruppen für die Schaffung von Stadt• oder LandesgcscU* sclwftcn sind; 3, für welche Zweige der Landwirtschaft, der Industrie oder des Handels besonderes Interesse vorlicgt. Außer A I a b a in a haben sich alie Ortsgruppen für die Gründung von Stadtgesvllscliaftcn geäußert. Es ist auch zu bemerken, daß das Interesse für in* d u s t r i e 11 e Unternehmungen nicht allzu stark vorhanden ist. Das persönliche Verantwortungsgefühl für Palästina ist in alle Kreise gedrungen; cs finden sicli auch viele Zionisten, die für spezielle Unternehmungen Interesse haben. Die Organisation liat es auch über• nominell, die Gründung dieser speziellen Gesellschaften zu organisieren und bat dabei die Bedingungen bekannt• gegeben, unter denen sie die Organisation solcher Oe• scllscliaftcn übernimmt, Dies( sind: 1. Die lokalen Oe• Seilschaften dürfen ihre Anteile nur in einem bestimmten Territorium und nicht über das ganze Land verkaufen. 2. Die Anteile müssen in gewöhnliche und Vorzugsaktien geteilt werden; verkauft dürfen nur die Vorzugsaktini werden; die Zahl der gewöhnlichen Aktien ist begrenzt und befindet siel» in den HüikIcu der Direktion. 3. Die Aufgabe der Direktion ist, alle Fragen der Verteilung der Uebcrscluissc zu erledigen, die nur dazu verwendet werden sollen, um die Oe sc 11 äffe in Palästina 7. u erweitern. 4. Zirka 30 »a des Kapitals muß in Regierungsanleihen, und anderen öffentlichen Unternehmungen ,der Finanzuistimtkmcn üi Palästina investiert werden. 5. Zirka 10 ".י des Kapitals muß sofort eingezahlt, der Rest im Laufe von zwei Jahren eingebracht werden. Die Zionisiisclie Organisation Amerikas bereclmet eine kleine Provision für Organisationsunl.osten. Es wird bcabdelttigt, hei der amerikanischen Organisation ein Clearing House zu gründen, um die Arbeit aller Gcsellscliaften einheitlich zu gestalten. 4» Eine zionistische SchKfalirtslinle zwischen Amerika und Palästina. Liner der erstem Schritte, die von amerikanischen Juden für den Wiederaufbau Palästinas unternommen wurden, ist die öründung der ״Palestine Commerce and Navigation Com• pany“, Die Gesellschaft verfolgt rein kaufmännische Zwecke, Sie beabsichtigt, einen regelmäßigen Passagier• J UEDISCHE RUNDSCHAU und Frachtdienst zwischen Amerika und Palästina ein• zu richten, IXis erste von dieser OeseJIichnft erworbene Schiff, die ״Kadi in ah“, verheil■unter jüdischer Flagge Ernte Januar den New Yorker Hafen nut e uer Ladung von verschiedenen Waren und wird Anfang April in Palästina eintreffen. Außer großen Frachten nimmt die Gesellschaft auch kleinere Sendungen entgegen, um den «iiucrikauischcu Juden die Möglichkeit zu LelKiis* mittel Kleidungsstücke und sonstige Bedarfsgegenstände ihren Verwandten in Palästina zu schicken. Die Ge- Seilschaft beabsichtigt, noch mehrere Schiffe zu erwerben, um ihren Dienst regelmäßig und pünktlich verseilen zu können. Die Geschäftsstelle der Gesell- Schaft befindet sich in New׳ York. D:e Gesellschaft ver• fügt vorläufig über ein Kapital von einer halben Million Dollar, flu• Vorsitzender ist L11 b .1r s k i. Palcstinc Building Lonn Company. Der Xill zionistische Distrikt ״> New York liat auf einer seiner letzten Versammlungen eine ״Palestine Building Loan Company“ (Baukredit-Gcscllsclmft) gegründet, ln Amerika sind solclie Gesellschaften algemein verbreitet. Die Ge- Seilschaft ist mich amerikanischem Muster und Rcciitc gebildet mit dem Unterschied, daß sic ihre Tätigkeit m Palästina aiisiiht. Die erste Serie von 100 000 Dollar wird in 500 Anteilen ä 200 Dollar verteilt, zahlbar monat• lieh je ein Dollar pro Anteil, so daß jeder, der im Verlaufe von 12 Jahren seine Anzahlungen regelmäßig eingetragen lut, am Schluß statt der investierten 144 Dollar 200 Dollar erteilt Das Kapital wird Palästina als Baukredit zur Verfügung gestellt. In der Versammlung wurde sofort ein Viertel der Anteile gezeichnet. Sobald die erste Serie voll gezeichnet ist, wird eine zweite Serie ausgegeben. Die Anteile sind übertragbar. Mlsrachlstisclie Gründungen. Die Zentrale des Misraclii in Amerika teilt laut der jüdischen Zeitung ״Dos Jiddische Volk“ mit, daß in Amerika folgende Gesellschaften vom Misraclii für den Landkauf in Paläsiina gegründet worden sind: in Cleveland giündote Herr Feige 11 bau 111 eine Gesellschaft mit einem Kapital von 350 000 Dollar; in Detroit (Midi,) gründete Herr Rabbiner Levin eine Gesellschaft mit einem Kapital von 250 000 Dollar; in Rochester existiert eine Gesellschaft mit einem Kapital von 150000 Dollar; in Mariette (Ohio) eine mit 50 030 Dollar; ferner existieren palästinensische Lanikauf-Gcsellschaften in Camden (N. J.), Hartford (Gönn.), Bridgcport (Coan.), Syracuse (N, Y.) u, a, 111. Connecticut hat sich verpflichtet, 2000 Landanteilc durch die .,ZionCommon• we alt 11“ zu erwerben, wovon 500 bereits verkauft sind. Konferenz der zionistischen Ingenieure. Am Sonnabend, den 21. Januar, wurde in New York die Konicri'iiz der Zionist Lngenecr and Agriculia.W ab• gehalten. Der Konferenz wohnten 11, a. auch die Herren de Maas, Judge Mack, Baron James Roths c 11 i i d und Dr. Schmarja Lcvin bei. Baron Rothscfiüd sprach über die Tüchtigkeit der anicrikanrsclicn 111• gciiieure und ermalinte die zionistischen ln:ewieuro, diese ainerikauisclte Eigenschaft nach Palästina zu ver• pflanzen. Lcvin sprach über die Zukunft Palästinas und die weiten Möglichkeiten, die sich den Iiigcmcurai und Agronomen in Palästina bieten Die Konferenz beschloß, eine Million IXiltar in 500-Dor.ar-Akücn auf• zubringen und dieses Kapital in verschiedenen Unter• nehmungen Palästinas zu investieren. Sammlungen in China und Japan. Nach einer Mitteilung des Herrn Jisroel Cohen aus Hongkong wurden in China und Japan insgesamt 21000 .C für den Wtcderaufbaufomls gezeichnet. Im ganzen beträgt die Sammlung des Herrn Cohen bisher 100 0D0 £. Cohen reist weiter nach Singaporc. Soloweitschiks Vater gestorben. Ende Januar starb in Kowno der Vater des Ministers für jüdhelie An• gelvgetiiteiien, Soloweitsiliik. Das Begräbnis 1,11*1 unter starker Beteiligung aller jüdischen Kieise statt. Vom ״versachlichten“ Zionismus (Zugleich eine Buchbesprechung.) (Erez-lsracl. '*Mitteilungen des Hauptbüros des Jüdischen Nationalfonds. Heft 4, April 1920 Jüdischer Verl« Berlin. 8°, 140 Seiten, 9 Abbildungen.) Seit der Londoner Jahreskonfcrcnz gilt cs für v*!e■ besonders für die Ncuzlonistcn, als ausgemachte Tat’, sacbe daß der Zionismus bis dahin eine auf rein« Propaganda eingestellte Bewegung war, die sich mit den kolonisatorischen Aufgaben nur in sehr unsacn. lieber Weise beschäftigte. Die KoSomsation Palästina, bestehe aus einer Summe technisch-wirtschaftlicher Auf. gaben, für deren Durchführung Leute notwendig seka die in der Lösung solcher Aufgaben geübt und aa weiteren proßzü׳’vroren Verlvältnisscn gewöhnt sind Amerika sollte daher die Führung übernehmen. Alan kann und soll damit einverstanden sein, (Eß an der Spitze technisch-wirtschaftlicher Unternehmungen Fachleute im besten Sinne des Wortes und itienund sonst gehören; man kann und soll sich der Mitarbeit unserer praktisch erfahrenen amerikanische.! Gesinnung», genossen freuen; man soll aber, vor allem in Europa, sich nicht selbst in Spott ziehen, indem man nach dem sachlicheren Amerika-Bruder, wie es mancherorts ״c. Schicht, ruft. Wir sollen zuerst unsere eigene Schuld bekennen, daß wir alle unsachlich waren, als die Leitung sachlich zu uns sprach; daß wir sogar als Kongreß, delegierte uns langweilten, als man uns mit Koloni. satbnssysternen und Zahlen aufwartctc. Wir gründeten Aclvusoth und Pilanzungsgesdlsduiften, aber wir kümmerten uns nicht um die Ausgestaltung ihres Betriebes und um ihre Rentabilitütsmöglkhkeiien, sondern gaben bloß das Geld und verließen uns blindlings, mit Jenem heute noch so verbreiteten trügerischen Gefühl, daß die Anderen cs schon machen werden, auf die Leitung und auf die, die Bücher über diese Dinge schrieben. Wenn dieser unsachliche, nur an der reinen Id« oder gar an Worten sich begeisternde Zionismus naht zu entschuldigen ist, so ist er aber wenigstens zu crkLuvn Die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse gäbe: wenig Anlaß zu seiner Versachlichung. Mit dem Wachse der politische!] Aussichten und der zionistischen An• hängcrschaft wuchsen auch die Möglichkeiten der sach■ liehen Arbeit. Einzelne von der Leitung fingen an, sich mit konkreten Projekten technischer uud Wirtschaftlieber Art zu befassen, Fachleute־ damit za beauftragen, und man kann annehmen, daß je inehr Gelier das ju• disdie Volk dafür zur Verfügung gestellt Kitte, de,10 mehr dason von der Leitung verwirklicht worden wäre und destomehr diese in die Größe ihrer Aufgabe hinein• gewachsen wäre. Kaum hatte sie sich aber dazu an• geschickt, als die Krisis in der Bewegung und in der Palästina-Arbeit ausbrach. Die meisten Arbeiten wurde! untcrbroclien oder gar abgebrochen. Der neue vcrsach• Uchte Zionismus brachte, in dem Wunsch, alles auf großzügige Arbeit umzustelien, ohne die organische Ent• Wicklung abzuwarten, vorerst eine Abwürgung statt einer Erweiterung der Palästina-Arbeit. Eine Probe der beginnenden Versachlichung des Zionismus noch vor der Londoner Jahreskonfcrenz gibt das vor uns liegende, viel zu wenig beachtete Heit 1 von Erez-lsracl, das in loser Reihenfolge vom Hauptbürodes Jüdischen Nationalfonds zu Haag heratKgcgebcu wurde. Die Zahl der fachlichen Aufsätze und Notizen ist bedeutend vergrößert gegenüber der vorhergehenden Hefte. Sechs Ingenieure und nur zwei Volkswirtschaft!« haben hier das Wort, und man spürt den redak:k>neßcn Einfluß des neuen Schriftleiters, Dr. Soskin: nicht so sehr volkswirtsehaitUche Studien, als vielmehr Hin• weise zum Anpacken technisch-wirtschaftlicher Auf• gaben: Ackcrbeetkuitur, intensiver Girienbui auf Klein• Siedlungen, Bewässerung, Entwässerung, Auiforstung. Samcnzucht; daneben die Forderung der Erricht«,cg glaubens, durch den man aller Sorgejtqual ledig weiden konnte und sich nichts mehr anging! Spielball der höheren Ordnung sein zu dürfen, wenn man fassungslosen Blickes den Erdball in der Hand hat l Gleich den anderen empfanden sie anfangs den Krieg als jenes Kapitel des Zeitromans, wo es nach 50 Jahren lang- ־*■eiliger Psychologie endlich zu ״Handlung“ kommen wollte! Sic neigten nidit wenig zu Begriffen wie ״Stahlbad“ und ״Aufschwung“ Alter das war ihrer jüdisclkti Erkenntnisgier zu wenig, Sie zerbrachen sich nach allen Regeln der KosmogonJc, Metaphysik und Tele* o'.ugie die hohlen Kopie der andern, die eines solchen Gristesuntorbaues für ihr williges, wortloses Rekrutentum gar nicht bedurften, Die geborenen Wcltdilcllanten landen sieh mit ciucmma! in heidnischer Schicksalsliebc. Wie viele voreilige Genießer — sie hätten die Ernüditcntng bloß ab warten müssen 1 -- fielen dieser tragischen Donqiildtotcric, diesem Patriotismus des Datums zum Opfer! Ihre Siele brannte ihnen, froh des Anlasses, nach dem clysiiisclien Gefilden, durch. Der Rausch war kurz. Denn kaum hatte sieh der große Schicksalssprudi als kleines Menschenwerk entpuppt, da waren sie, mit drin Blidk mitleidigen Wiedererkennens, die Ersten zur Stelle, Ja, muuncUr, wo es ihre Sache galt, ihre bittere, leklvolle, unnachsichtige Sache, rissen sic Stück für Stück und Griff um Griff diesem blutigen Fatum, dessen Opfer sic selbst werden mußten, die Maske von! Antlitz, nicht früher, als bis ein kleiner, verängsteter l'iot'itmensch mit Sturmhehn als Genius der Zeit dastand. Sich selbst, ihre Voreiligkeit, straften sie durch den Ingrimm. Hatte das Weltgcschick ihre WeUfrcmdheit genarrt, so ließen sie hier, wo sic nicht mehr Don Quichotes, sondern Kenner waren, nidit früher locker, bis der Betrug aufgedeckt war: daß der Fatalismus schachern konnte, daß der majestätische Wille zum Schicksal bloß eine Fluävt vor dem Leben war Vnd wieder büchen einige zwar mi&traucnsbcstätigt! aber crlcbmslos beim Ertappen stehen, gin״c11 andere weiter. Wieder war die zerschlagene WeU*den einen Wohnstatt, den andern Walstatt, je nachdem ob sie beim ״Nein“ veriiarrtcn oder zum ״Ja" hin drängt«! Vorher waren sie im Instinkt zumindest einig. Der kleinste Jude sah hinter den Vorliang -- mochte er auch Wegseiten. Und so mußte es ein Jude sein, der das Rachewerk des Ertappens für die andern übte. Er fing die quäkenden Mcuschcnstiuimen, die man zum ״Spruch der Geschichte“ fälschen wollte, für das Phonogramm• arcliiv der Zukunft ein. Auf wie lange, ist zweifelhaft. Denn jenes tragische Zeitiuigs-Vaudeville, das ich meine, eines Parodisnn Gulliverwe.rk, ist der Zeit, die es verflucht, darin nacligeraten, daß hier ein dunstiger Atem zum Sturmbaudi werden durfte, weil sein Bereich nicht großer war als der Umriß einer Possenbübnc*), Die Gewitzten waren die zuoberst Geprellten, Alien andern konnte die Vergeltung ״Tu l’as voulu!“ zurufen — sie wollten und mußten blind sein. Aber die Juda! mußten es nidit. Sie konnten cs nur, wie sie zuvor so vieles konnten. War der Selbstmord, der der Preiiicils• Verzweiflung und einer lieldnisdien Freude an der Mitverdammtlult entsprang, ihre Sache? Hatten sie von der Privataffiire des europäischen Wahnsinns etwas zu erhoffen? So glaubten sie wohl. Vielleicht, daß für die treue Bhitsgefolgscliaft der Dank nicht n״>.blich I Das TupfcrkciUkreiiz kühlle die Stelle, au der der gelbe Fleck noch brannte; es war ein Glcichlioits-, kein Ausnahmesymbol. Sie machten sich — ob Zionisten, ob Wahlpatriotcn — ihre Fabel dazu. Jene aus frischgebackenem Schlägorgcist heraus 1m;l um auch in der Heklcninst, die jedes naiven Volkstums Sache ist, hinter den anderen nicht ztiriickzusfchcn, indem sie turncrisclies Einverständnis mit dem Kriegshandwerk belcucrten; die Deutschen waren ihr Vorbild — aber leider noch mehr: ihre Hoffnung, Aus der würdelosen Bewertung ihres Schicksals uiimlich, die nur nadi der Tiefe der empfangenen Striemen und nicht nach innerem Verhältnis unterschied, sahen sie in den umgänglichen, weil kulturgefoppten Antipoden ihres Wesens die Retter vor den roheren Zufallsfcindcn, die in Wahrheit ihre Blutsfreunde waren. Im Westen begriffen! sic besser. Dort *) Gemeint ist natürlich Karl Kraus. - Anm. d. Red. der ״J. R.“ gab cs glatte Rechnungen, keiften idealistischen Trug I Hirt war auch die nationale Gcfolgscltaft der Juden minder vertrackt. Sie kämpften und fielen als Engländer, als Italiener, als Franzosen, — zwar nicht, ohne sich zu betrügen, aber gewiß, oluie sich zu verfälschen Der Krieg, der nicht für sie ging, ging auch nicht gegen äs Wie anders bei den Dcuisdicn! Hier war der Miliaris• mus nicht Mittel, sondern Zweck. Hier war die letzte Sieges folge rnug: Entjudung. Ihr Krieg war ein Haken• kreuzzng. Wußten es die Juden nicht? Oder waren sic so verblendet? Sic wußten es, aber zu spät. So spät, daß ihr Anteil wie immer nach beiden Seiten en(zweigeteilt scheinen mußte - mich der des Kriegs• iK'gimis und seines Ausgangs. Denn die sentimentale Verwechslung des Bücherschranks mit der Realität saß zu tief; Nietzsches Schriften lagen ohne Nutzen obenauf. Da der Rentner• und AcsUwumgcixt der Juden nocli den revolutionären «drück k«, war vielfacher Ge• müts• uud Staalskitt mit den Deutschen da. ihr Auge war durch Apotheosen der Bildung bestochen, cs setzte den Ritter mit der eisernen Hand den Ritten! vom feurigen Giist gleich und entzückte sich an jener Fi:1tf des Soldaten, der seinen Kant im Tornister trägt. Wir ferne waren sie noch der Erleuchtung, daß desselben Kants kategorischer Imperativ einem ganzen Volk dk Rechtfertigung des Flaftaclitstchens bedeutete! Daß im selbigen Tornister die gesammelten Werke des bekannte« deutschen Mctaphysikers Otto Ernst ihren Platz hatten! Als sie cs ahnten, machte ihre Seele: Kehrt euch! Ls war nocli nicht Selbsterkenntnis und doch schon der erste Schritt zur Besserung. Viele aber gab es, die blieben unbelehrbar. Sir verstrickten sich immer tiefer in das Dickicht Ideologe sdicr Unterscheidung. Oder cs floß jüdischer Groß• kaufmannsinstinkt mit dem Gefühisbikt eines von Goethe und Fichte beschirmten geistigen Imperiums in eins zu• sammen, Untcrnehmerdrang spannte die Ellbogen bis 4*f, Grenzen eines eingebildeten Alls, das in Wahr• hert bzoß cm Bildungspanorama war, und gebar den Typus des Judäoborusscn ~ mochte er Rathenau oder wie immer heißen der ־der Wirklichkeit soviel sitt-