Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1921-01-28 · Heft 8 (28.1.1921) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 8 (28.1.1921)
Date
1921-01-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2651273-2652316-2652323--13737-2671490
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

8 JUEDIS6HE RUNDSCHAU Seite »die« Oil.-ic nitzii. vu:/.u• etze*- mkea> N'«• *SXT deuttrcbt fküxt ttclea mit cur7.e trage■ »acii- *״ff), de») n? die jkeit %xn 2QÜ then. Jahr- Ui» rkste S »» che» »ge SO»- bempt- »«2 U!i>- de» ließt dien emi- Um״ Mißder Imle!•die June (Qetue! & o ■ ••fühdaß bN r't e fTCT er* et*d Inkt 11 en lieh tm״ nen ehr £1irar »rat jü* 11er rill. fermg Der pt. ׳״• (sfei* *rfcn. (SUber £ m f Ke laß >m , Xe las »es K H jwkn dürfen keinen Unterschied zwischen Juden machen. 1 \uch die katholische und protestantische Kirdic kennt Vcincn Unterschied zwischen Inländern und Ausländem. I Schocke 11* Zwickau schildert die sächsischen Vcr- I trältnisae anders a!s der Vorredner, De Entziehung ,!ca W» 111 recht s der O$t j udcn hat viel [ böses Pint gemacht. Der sächsische Antrag sei; aur von einer kleinen Zahl von Gemeinden unterschrieben j und deshalb fürdie Gcsamtorganisation nicht bindend.! Dr. Ahron S a nd 1 c r- Berlin betont, daß die Ost* J ״;den das K ra f t re servoi r des deutschen ' Judentums sind. Ein Drittel aller deutscher Juden 1 lebt che'.os ein Drittel lebt in Mischehe und das rcst- Uc!k' Drittel in Zwei-Kindcrche. Ohne dieses Kraft* .'i'ii'i'voir würde die deutsche Judenschaft verschwinden, | ,ן;" auch geistig auf die Ostjuden angewiesen ist.. Das! ,)rutsche Judentum hat mir Sinn als Teil der Gesamt* j juileiiheii. Die Zionisten tunen das Beispiel der großen ( Si'lhstbescheidcnheit in grollen Fragen gegeben. Nur j \״nn alle!’arteten diesem Beispiele folgen, kann der j /uiammenschluti erfolgen. Wenn die deutsche Juden-!!■״: einen Unterschied /.Wäschen deutsdien und nicht-! (ieatschcn Juden inadit, liefert sie nur dem Antisemit!'!•-! mns die Waffen. Rabbiner l>r. de Haas erklärt, daß die Gesetzesvrenen unter keinen Umständen eine Unterscheidung .׳wischen Ausländern und Inländern zulassen würden. Der Antrag der sächsischen Gemeinden wird ab- *eie h nt Einem Anträge des Justh.rats Dr. Blau *Frank* vurt a. M. folgend, erhält der § 10 folgende Fassung: ״Wahlberechtigt und wählbar zum Bundestag sind alle iclljährigen in Deutschland ,wohnhaften Juden, die min* .festen* ein Jahr vor Auslegung der, Wählerliste in einer Bundesgemcindc gewohnt haben.“ Die Zusammensetzung des Rates. F.s folgt eine Debatte der Orthodoxen über das l'raucnwahlrcclvu Eine Reihe von Abändcrungsanträgen liegt zum § 20 vor, weicher die Zusammensetzung des .,Rates“ regelt. Es wird beschlossen, außer den drei Rabbinern auch zwei von dem Lekrcrvcrband zu wählen* den Lehrern Sitz, und Stimme im Rat zu geben. — Von konservativer Seite ward beantragt, die Vertretung der Mitglieder der theologischen Lehranstalten zu »,;reichem Dieser Antrag wird mit 637 gegen 306 Summen abgclehnt. Die Cesamlorganisation beschlossen la feierlicher Stimmung leitet Professor Dr. Ka* tisch er die Abstimmung über die Frage, ob der D.-I.ü.*B. zur ücsamtorganisation der deutsdien Juden tmtgcwandcl: werden soll, ein. Unter jubelndem Beifall und andauerndem Händeklatschen fällt die Entscheidung: lk־r Genveimkbimd wird Träger der neuen Gesamt* Organisation des deutschen Judentums (anhaltender Bei* Dl! und Händeklatschen). — Professor Dr. Kali sch er dankt eien Teilnehmern im Namen des Judentums für dire Entscheidung. Der heutige Tag wird mit ehernen;riffeln eingeschrieben werden in die Geschichte des Judentums. Nach den nunmehr erfolgenden Ausschu!)wählen weirt Dr. Klee in einer kurzen Ansprache au! die gerchichtkche Bedeutung des Augenblick' hin. Er liofit, daß dieser Moment reiche Früchte tragen wird, nicht nur für das deutsche Judentum, sondern für die Juden■ heit der gesamten Welt, ln der ganzen Welt gibt cs Leinen Ckmeindeinm i, der so wie der heute geborene, am dem allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrecht hervorgegangen ist Diese Tatsache, ist das Werk Professor Kalischcrs, denv hierfür der Dank der Judcnlieit gebührt Herzlichen Dank hat sich auch Herr Dr. Freund, der Verfasser des En twurTs, ver* dien!. Der heutige Tag hat das Lebenswerk־ Profcsor Kalischers gekrönt, dem das Judentum der ganzen 01'״' in diocr Sturme danken muß — in einer Stunde, m *einen Namen der jüdischen Geschichte einverleibt , i ,Tausender Beifall.) radc in der wiutsdiaftlichcn Strukfur und dem wirt* . schaftlidien Streben der deutschen Juden eine besondere, nur ihnen eigene Note bemerkbar mache. Kennzeici inend 1 hierfür ist die außerordentliche Sengt־ für den Berufs- 1 aufstieg der Sölmc und für eine entspredtende Heirat j der Töchter. Dem entspricht es, daß der Kaufmannstand, stark durchsetzt mit akademischen Berufen, diejenige! Wirfschaftssclüeht ist, der die deutsdien Juden nauptsächlich nngchörcii. Eine jüdische Sozialpolitik als ein Teil der jüdischen Wirtsdiaftsjiolitik würde in demselben Maße notwendig, als der Antisemitismus in allen Berufen und Berufs- Organisationen ־zu wachsen beginne. Anstelle des frühereu Antisemitismus von oben ist Jetzt der Wirtschaft!»* antisemitismus von unten getreten. Ihm zu begegnen bedarf cs vor aüen Dingen der klaren Erkenntnis, daß der Kampf gclührt werden müsse innerhalb der deutsdien Wirtschaft, und daß niemand daran denken dürfe, für die deutschen Juden etwa eine Wirtschaft* liehe Sonderstellung zu erstreben, die unfehlbar zu ihrer vollkommenen Ausschaltung führen müsse. Der Referent schildert sodann die wirtschaftlidie« Folgen des Krieges und ihre Konsequenzen für praktische Sozialpolitik. Sodann kam er auch auf Fragen der BcrufsberaUtng zu sprechen, die er natürlieh — seinem Standpunkte entsprechend — auch mir vom innerdeutschen Standpunkt erörterte. Doch auch schon dabei kam er vielfach zu ähnlichen Resultaten wie die zionistische Auffassung. Die Ausbildung zum Kauf, mann könne nur demjenigen empfohlen werden, der entweder genügend eigenes Kapital besitzt, uni sich; später selbständig zu machen, oder der in so hervorragendein Maße dazu befähigt ist, daß er sich zu jenen Tüchtigsten zählen kann, die überall und immer gebraucht und dementsprechend bezahlt werden. Aussichtsvoll erscheint die Wahl der mittleren und unteren technischen Berufe, denen unsere jungen Leute sich auch in steigendem Maße zuwenden. Rückhalt» los zu empfehlen ist handwerkliche Ausbildung. Die letzten Jahre haben das bereits tot* Tagüsi״ der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden Im Anschluß an die Sitzung des Dcutsch-Israeliti- .dien Gemeindebundcs fand am 24. und 25. Januar die Tagung der Zentralwohlfahrtsstelle der deutsdien Juden stau. Die Zcntralwoliifahnsstelle ־zählt zu iJ1rt.11 Mitgliedern 80 jüdische Gemeinden Deutschlands, darunter die größten, wie Berlin, Frankfurt, Hamburg u,w., sowie fast alle großen Organisationen des deut* ■•chen Judentums, soweit sie mit der Wohlfahrtspflege irgendwie in Verbindung stehen. Zu ihren Mitglie* dern gehört auch die Zionistische Vereinigung für י)eutschland. Die Tagung wurde eröffnet durch eine Ansprache ihres bisherigen Vorsitzende.^ des Geheimen Justizrats Timcndorfcr - Berlin. Mit einer Sclinelligkeit, die für andere Tagungen vorbildlich sei« könnte, wurden die formalen Aufgaben der Tagung erledigt. Naclidem die Heran Eugen Caspary und Dr. Sega 11 den Uesdmftsbericht, Frau Henriette May den Kassenbericht erstattet hatte, erfolgte nach kurzer Diskussion üe Wahl des Herrn Dr. Georg Baum, Berlin, zum ersten Vorsitzenden, Der Neugewähite leitet seit Jahren die» Wohlfahrtspflege der jüdischen Gemeinde Berlin und ist durch seine reiche Erfahrung zum Leiter der Zentralwohlfahrtsstelle besonders geeignet. Den Reigen der Referate «־öffnete Frau W rons k y, Berlin, mit, einem Vortrag über ״Die Forderungen der Gigen wart'an die jüdische Wohlfahrtspflege“. (Inhalt des Referates folgt.) Das zweite Referat hielt Herr Dr. Georg Baum über: ״Jüdische Sozialpolitik“. Er ging von der Tatsache aus, daß Sozialpolitik einen Tt-il der Wirtschaftspolitik darstelle. Die Frage, ob uc luden eine besondere Schiebt im deutschen Wirt* sebaftsleben darstellten, müsse auch von denjenigen bejfht werden, die nidit auf nationaljüdischem Boden ständen. Heute zweifle niemand mehr daran, daß Eigenart wnd Wesen der deutschen Juden sich nicht erschöpfen w ihrer Religionszugehörigkeit, sondern daß sich gegesagte Handwerk zu neuer Blüte gefülirt. Da die Ausübung handwerklicher Tätigkeit weder an einen be* stimmten Ort bindet, noch nennenswertes Kapital er» fordert, hingegen überall ihren Mann nährt, so kann besonders den jungen Leuten aus unseren minder be• niittelten Schichten die Ergreifung eines Handwciks nicht warm genug empfohlen werden. In der Landwirt* schaft sind die Möglichkeiten in Deutschland außer* ordentlich gering. Ist es schon sehr schwer, die gecigneten Lehrstellen zu finden, so ist es noch viel schwieriger, den auxgebiideten jungen Leuten entsprechende Arbeitsgelegenheiten zu vermitteln. Für jüdische Agronotnen, Güterinspektoren usw. scheint in der deutschen Landwirtschaft vorläufig kein Riatz zu sein. Ebenso wenig klar liegen die Verhältnisse in bezug auf l’alilstina. Den Diskussionen in der zionistischen Presse j ist zu entnehmen, daß eine wahllose Beeinflussung zur ן Landwirtschaft dort ebenfalls unerwünscht erscheint , Eine sozialpolitische Maßnahme, die erst in neu- J cster Zeit notwendig geworden ist, ist die Einilui»- ׳ nähme auf die Durchführung des Betriebsräte» I gcsctscs. Unter dem Einflüsse der Bestimmungen» I dieses Gerdas ist in zahlreichen Betrieben, namentlich! in Großbetrieben, ein II c ra u s d rängen der jü* j di sehen Angestellten und Beamten versucht! werden, insbesondere ist das geschehen in Betrieben, | deren Eigentümer selbst Juden sind. Hier muß mit allein 1 Nachdruik darauf hingewiesen werden, daß das Betriebsj rätegesetz verbietet, bei Einstellungen und Entlassungen die ־Konfession de,. Betreffenden als Motiv mitsprcchen! zu lassen, und es wird notwendig sein, die jüdische Angesiellteiiscluiit in entsprechender Weise zu organisie» rea, um allen Uebcrgrjffcn dieser Art schnell und wirksim entgegentreten zu könne... Auf dem Gebiete der Arbeitsvermittlung muß vor allen Dingen dar* nach gestrebt werden, daß die hemmenden Bc- Stimmungen des D e m o b i l!11 a c 11 u n g s k o m - missars beseitigt werden, die cs zahlreichen arbeitsw;:!i״en Menschen versagen, ihren Beruf atiszuüben. Die jüdische Angestelltenschaft muß dazu erzogen wer* den, innerhalb der allgemeinen Berufsorganisation den Kampf gegen den wirtschaftlichen Antisemitismus mit aller Kraft aufzunclimen. Eine besondere Aufgebe bo stellt darin, die Möglichkeit der Sabbatnheiligung mit stärkstem Nachdruck zu fordern und in möglichst vielen Fällen praktisch zu erwirken. Sozialpolitische Maßnahmen sind endlich noch: Die Forderung der F r ü h c h e und eine systematisch ausgebaute Jugendfürsorge. Letztere darf nicht wie bislicr als eine reine Wohltätigkcitsangckgcnheit aufgefaßt werden, sondern ihr sozialpolitischer Charakter ist klar zu erkennen und demgemäß zu behandeln ln der folgenden Aussprache wurde von verschiedenen Seiten betont, daß man mehr als bisher die staatlichen und kommunalen Mittel und Einrichtungen, die aus dem Oelde auch der jüdischen Steuerzahler bestritten werden, für die Zwecke der jüilisehen Wohlfahrtspflege heran/iehen müsse. Dieses sd nicht nur eine Notwendigkeit im finanziellen Sinne, sondern eine politische Forderung von der in hohem Maße die Stellung des deutsdien Judentums gegenüber den Behörden abhänge. Dann aber sei es auf der anderen Seite notwendig, im deutschen Judentum viel mehr als bisher das Empfinden wachzurufen, daß die jüdische Wohlfahrtspflege einen sehr wichtigen Bestandteil der Politik ausmache, und daß sie mit dem gleichen Ernst gewertet sein will, den man politischen Dingen entgegenzubringen pflegt. Dies müßte sich vor allen Dingen darin ausprägen, daß hinreichende Mittel zur Vertilgung gestellt werden, und daß sich viel mehr als bisher geeignete Persönlichkeiten finden, die die praktischen Aufgaben jüdischer Sozialpolitik zu übemeiinien bereit sind. Es folgt sodann ein Referat von Herrn Emil Waidstein, Breslau, üb״r: ״Die Not unserer Waisen- und Erziehungsanstalten“ und ein weiteres von Herrn Lamm. Berlin, über .,Die Aufgaben der jüdischen Jugendfürsorge“. Insbesondere an das erste Referat knüpfte sich eine sehr lebhafte Aussprache. Von versclucdenen Seiten wurde eine Zusammenlegung der verschiedenen Institute gefordert^ von anderer Seite, insbesondere wmi Rabbiner Dr, Emil Cohn, Bonn, winde dieser Gedanke als eine Bankrotterklärung der jüdische» Waisenpflcgc in Dcutscldand scharf abgeleluit. Dr. Klee wies darauf hin, wie notwendig insbesondere eine Beratung bei Abfassung von Testamenten sei. Eine erhebliche Zahl aller jüdischen Testamente, die Stiftungen enthielten, sind entweder durch einen Formfehler ungültig oder mit so unsinnigen Bestimmungen belastet, daß sie praktisch unausführbar sind. Die Zeitverhältnisse sind der Errichtung von Stillungen günstig, eben weil das Geld heute einen geringen wert hat, die Stiftungen aber für die Zukunft bestellen und somit an ein« späterhin zu erwartenden Wert Steigerung des Gekle• teil nehmen. Tiefen Eindruck machten die Ausführungen vo« Fräulein Bcrtlia Pappenheim, Frankfurt a. M. Trotzdem die Versammlung mit manchem von dem, was sie sagte, nicht übercinstunmte, hatte man doch das Em!> finden, in dieser Nestorin der jüdisclien Wohliahrlspflege in Deutschland eine der stärksten und eigenartigsten Persönlichkeiten zu hören, die das deutsche ״ hungsanstaiten geleitet werden. Sie forderte, allerdings unter Widerspruch der Versammlung, daß nur unverheiratete Minner und Frauen zur Leitung von Erziehung»- Instituten aller Art zugelassen werden iiüriten. Von der Zentralwohlfahrtsstelle verlangte sic die baldige Einbe» rufung einer Konferenz der Erzichungskomniissian mit den Leitern der jüdischen Erziehungsanstalten in Deutschlaml Aus den Kreisen der ״Jüdischen Lii.'fc für das jüdische Kind“ wurde darauf hingewiesen, daß der Mangel an Mitteln für die jüdische WohlfahrispSiege im wesentlichen zurückzuführcn &ej auf den Mangel an richtiger Propaganda. Die ״Kinderhilfe“ hoffe Li nächster Zeit den Beweis dafür zu erbringen, daß im deutschen Judentum zumindest für die Jugendfürsorge Mitte! in einem Umfang zu erbringen sind, die weit über das hinausgehen, was man im allgemeinen in den kühnsten Träumen zu erhoffen wage. Man halte die Mögliclikeit, im nächsten Sommer 6000—£ü(K» jüdische Großstaütkinder auf dem Lande und in kleinen Gemeinden unterzubringen, und außerdem einen Fond» von mehreren Millionen Mark zu sammeln, nicht für utopisti9ch. Am Dienstagvormittag folgte eine Reihe von Spezia'refcratcn, insbesondere solche sozialhygicnhcher und medizinischer Natur. Es sprachen: San.-Kat Dr. Hanaucr, Frankfurt a. M., über ״Sozialhygknisciie Aufgaben in der jüdisclien Wohlfahrtspflege“, San.-Rat Dr. Foby Cohn. Berlin, über ״Fürsorge für Lungenkranke“ und San.-Rat Dr. Nawratzki, Berlin, über ״Fürsorge für geistig zurückgebliebene Jugendliche“. Anläßlich der Tagung der Zentralwohlfahrtsstelle erschien die erste Nununcr des von ihr herausgegebenen Mitteilungsblattes ״Zedakah“. Es enthält außer der Tagesordnung chte Reihe interessanter so־/.ia'.po'.1׳.k־,cut־r Autsi'itze, eine soziale Rundschau und Berichte aus der Arbeit Die Mitteilungen erscheinen zunächst in zwangloser Folge. Bestellungen nimmt die Za1tra'.woidfahrt3stelle entgegen. Die Schlußsitzung. trau Samuel, Elberfeld, spricht über die örtliche Zentralisation der Wohlfahrtspflege, ln der interkonfcssioitellen Wohlialirtspilege ist die Zusammenfassung der sozial Arbeitenden längst erfolgt Ansätze auf indischcm Gebiet bikJen die in verschiedenen GemcLnuen und Organisationen geschaffenen Zcntralauskunitsstellen, die vor allem dem Mißbrauch der Wohifahrtsinstitute durcii Almosenschwindlcr steuern sollen. Anzustreben ist aber eine Organisation aller Richtungen und Kräfte im deutschen Judentum zu intensiver Wtolt!fahrtsarbeit Die Berufsberatungsstelle des Zentralvercins und die Arbeitsämter der Zionistischen Vereinigung sind vorbildliche Beispiele. Die Mitarbeit der Jugend ist un» erläßlich und muß mit allen Mitteln gefordert werdea Die Mitgliedschaft der Synagogcngcnieindcn ist für die Wohlfahrtsvcrbände Vorbedingung. Dr. Eugen Caspary unterstützt als Korreferent die Ausführungen und Vorschläge von Frau Samuel. Er stellt auf eine Anfrage hin lest, daß der Mißbrauch der Wohltätigkeit keineswegs durch Juden in besondeiem Maße geübt wird. Ueocr die Pläne der Gründung einer Reichsarbcitv stelle der deutsdien Wohlfahrtspflege beriditet Dr. Albert Levy, Berlin. Die Regierung hatte beabsiditigt, die deutsche Wohlfahrtspflege im internationale« Verkehr durch das ״Rote Kreuz*‘ vertreten zu lassen. Auf Einspruch der großen in Frage kommenden Organisationen ist der Plan der ״Reichsarbeitsstelie“ aufgcnommen worden^ an der auch die jüdische Zentralwohlfahrtsstelle beteiligt sein würde. Dr. Friedrich Ollendorf spricht über ״Jüdische Auslandshilfc“. Er spridit den Dank für die Spenden aus. weiche durch die allgemeinen Organisationen der Ausiandsltilfe den jüdisdicn Lnstirutionen zugekomtnen sind. Die Auslandshilfc darf aber keine ״Chalukab“ werden, sie muß begriffen werden als seeiisciic Not- Wendigkeit des Ausgleichs der notwendigsten Lebensbedürinisse. Auslandshilie ais innerliche Gemeinscliaft ist am schönsten verwirklicht worden durdt die Quäker, und gerade die Ideen dieser Gemdnsdiait sind bei Juden besonders gut verstanden worden. Die jüdische Auslandshilfe bedarf der organisatorischen Zusammenfassung und der verstärkten inneren Beziehungen. Die Mogiiciikeiten hierzu sind weit größer als bei der allgemeinen Auslandshilfc. Das deutsche Judentum wäre in der Lage, audi als gebender Tcü aufzutreten. Die jüdische Not ist nur zu lindem bei zielbewußter einhiitlidtcr Arbeit der jüdischen materiellen und geisti״cn Kräfte der ganzen Welt. Die Einordnung des ck-utsehen Judentums liegt m seinem eigenen Interesse. U-ider hat die Wcitiulfskonferenz nodi nicht die genü״endc Verbindung gescliaffen. 90 sehr wir die dort an״eknüpitcn Bezidiungen auch begrüßen. Die ZentralwolUfahrtsstelle wird ebenia.ts ihre Kraft in den Dienst dieser Aufgabe zu stellen haben. Ucber die Welfhilfskonferenz in Karlsbad beriditet Dr. A. Klee. Redner spricht zunächst von der Gründungsgesdüchte der Konferenz. Sie war ein Teil der wirtsdiaUspo'ütisdten Arbeit, die das Komitee der jüdisehen Delegationen bei der Friedenskonferenz geleistet hat Ihre größte Bedeutung liegt in dem Sichkcnruai-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.