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Jüdische Rundschau · 1921-01-14 · Heft 4 (14.1.1921) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 4 (14.1.1921)
Date
1921-01-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Nr. 4 Seite 22 Hatte wird der Beschluß gefallt, dea Etat zu gene Innigen. Fs werden ferner folgende Anträge nngenommen: Zionistenstcuer. ״Der Landesvorstand verpflichtet alle Ortsgrnpjiei» und Gesinnungsgenosse«, die Aktion für die Zionistens teuer mit äußerster Anspannung alle:• Kräfte durchzuführen. Jeder Zionist ist verpflichtet, zur Deckung der Bedürfnisse der Lipide;organisntionen die Zionistensteuer zu entfiel!־ ton. Die Steuer soll auf Grund freiwilliger Ein- Schätzung in Stufen von 00 M, usw. usw. ciiisprechewl dem Einkommen und den Vermögensverh'iltivisscn ein■ .richtet werden, Der in Nr. Öl) der ״Jüdischen Kund• schau“ erschienene Aufruf des üesehäftsführciiden Ausschusses wird durch das Zentralkomitee bestätigt und soll mit den Unterschriften sämtlicher Mitglieder des Landesvorstandes versehen, erneut in der ״Judisclieu Rundschau“ publiziert werden,“ Schckclaktion. ״Zur Durchführung der Schckclaktion wird ein Schekelkommissar eingesetzt, der bevollmächtigt wird, alle zur DimiiiOlining einer großzügigen Sebekelpmpagamla crforilerlielicn Maßualimeu zu trefleu. Die Lr• nennimg wird dem Gcsdiäftsführcndcn Ausschuß überlassen.“ In die V e rl rau en skonun ission zur Nach• Prüfung der Zeichnungen der Zionisten für Korea hajossou wuden die Ifcrreii 1 fr. ilantke, Dr. Gustav Wlikowsky und Felix Rosenblütli gewählt. Es gelangen darnach nocli mehrere Anträge zur An• nähme, und zwar! Antrag I.and.111׳, Hamburg: ״b'er Limdesvi-i'-ünial beschließt die Einberufung eines De leg i c r te 11 tage s für Mitte Mai nach einem Platz in Mitteldeutschland.“ Antrag Lau, Barth und Genossen: ״Die zionistische Exekutive wird ersucht, datiir Sorge zu tragen, daß entsprechend den sei ton zu Her/|s Zeilen gefaßten Beschlüssen in den von ihr begründe«.*« oder unterstützten öffentlichen Institutionen unser nationales Religio 11 sgesetz nicht verletzt wird.“ Antrag Heinrich Löwe: ״Der Landcsvorstaud hegriißt ivarm die Schaffung der U n i v c r .י i t ä t s h i b l i o t11 e k in Jerusalem und legt allen deutschen Zionisten nahe, diese Arbeit ideell und materiell mit allen Kräften zu unterstützen.“ Antrag Hugo Schachtel: .,Der l.nmiesvorslam! ersucht die deutschen Mit• giieiier des Actions-Goiuitt’s, bei Gelegenheit der A. C.־ Sitzung es als ihre Elircnptliehl anzusehen, durchzusetzen) daß der Herrn Professor Heinrich Locwe erteilte .luitrag zum Aufbau der Universitätsbibliothek in Jerusalem j:1m nicht wieder entzogen wirJ, und er seine Stellung :׳> Erez-lsraol bald autroteii kan׳!." Hierauf erstattet der. Vorsitzende der Z. V. f. I)., Felix Rosenblütli das Referat über Die Arbeit in Deutschland. Er charakterisiert die Depression, die sich des dealsehen Zionismus in der letzten Zeit bemächtigt hat und die ihren Grund nicht nur in der Depression innerhalb der Gcsamtorganisation hat, sondern auch in den außerordentlich ungünstigen Verhältnissen, die für den ucutschen Zionismus durch den Krieg entstanden sind. Der Krieg hat eine Entwicklung im deutschen Zümisnvtis unterbrochen, die auf eine Stärkung des direkten Zusammenhanges mit Palästina hinauslief. Bei der heutigen Situation können sehr viele deutsche Zionisten nicht nach Palästina übersiedeln, insbesondere aus Grün• uen der Valuta, der ׳materiellen und technischen Schwierig* j Leiten, :;m! infolge dieser gewaltsamen Uiitcrbredmiig! des lebendigen Paliistinaimpulscs mußte in der Organij sation eine gewisse Stagnation cintrctcn, die das Entj stehen innerer Parteikämpfe begünstigt hat, Damm ist | die erste Hauptaufgabe unserer zionistischen Arbeit, die j zionistische Moral w׳ i c d e r z 11 festigen. Als 1 vornehmstes Mittel hierzu erscheint dem Referenten die i Keren Iinjcssod-Akikm, die aufgebaut auf dem M a a s s c r O e d a n k e n, den Zionisten unerbitterlich den ungeheuren j Einst der Situalion vor Augen stellt, indem sie außer-! ordentliche Opfer fordert. Als zweitwichtigster Punkt : erscheint dem Referenten die engste Verbunden- 11 eit mitdcrzionistischcu Jugend, die Ernst; macht mit ihrer Uebersiedlung nach Palästina. Wir müssen jene Cbaluzim, d.c nach Palästina gehen, als! die Avantgarde des deutschen Zionismus j betrachten. Von ihnen kann der deutsche Zionismus die stärksten und lebendigsten Impulse erhalten und durch sie kann er den ihm so bitter fehlenden Kontakt mit Palästina!!erstellen. Darum ist es eine Frage von r> r i 11 z 1 j> i e 11 e r Bedeutung, daß in der Clialuzfrage die Opposition gegen diese Jugend verschwinden muß. Wenn die fugend niciit das Gefühl hat, daß die Organisation in dieser wichtigsten Frage hinter ihr steht, dann riskieren wir einen orjjanisatorischvn Bruch, wie er bereits in den meisten anderen Ländern erfolgt ist. , Auch auf die Nichtzionisten können wir mir durch die Unbedingt heit unseres nationalen Willens wirken. Wenn wir selbst den Drang unserer lugend nach Palästina abzusdnvächcn versuchen, dann können wir auch den Assimilantcn nicht imponieren, Redner erörtert das Verhältnis zu den Nichtzionisten und setzt sich mir einzelnen Aeußurungen in der nichtzionistischen Presse auseinander. Sodann geht er auf die Einzelheiten unserer Propagandaaibctt cm und legt dar, daß diese Arbeit nicht nur durch äußere Verhältnissc, sondern auch durch die innere Entwicklung auf neue Grundlagen gestellt werden mußte. Die Debatte. In der Diskussbit erklärt Dr. Klee daß er mit der allgemeinen nationalen Haltung der gegen, wärtigen Leitung völlig einverstanden sei, jedoch In einzclncn Fragen der Tagesarbeit, die ihm Immerhin von prinzipieller Wichtigkeit scheinen, anderer Ansicht ist. Als Beispiel fuhrt er vor allem die Jugendarbeit an. Redner halt cs für falsch, daß die Berufsberatung der Jugend gänzlich auf die landwirtschaftliche Betau- JUEDISCHE RUNDSCHAU schnelle Besiedlung in Palästina sind auch dere akademiseliie Berufe müssen verhüten, daß hinciiigcdrängt werden, und die das Land auch auch nicht Zwietracht BÄ .%k?E&־ >׳*מc!, ־ f.HcI, ״־,, die anderen Uertifc» iiisi>cm>i1• außeroidcntiich notwendig. Wir jene jungen Leute in Berufe für die sie nicht geeignet sind, gar nicht׳ verlangt. Wir dürfen in das Elternhaus tragen und müssen das jüdische Familienleben respektieren. Redner sieht in den bei der Jugreud hcrrsdieudcn lemteiizeu eine Assimilation an den Sozialismus und eine Vcrwiscliu»(' des reinen Zionismus. Er ist zwar dafür, dali .;״/iali■ (iereelilinkeil im: Voidergrund unserer Arbeit sieht, ilaniher Jihniiis" iiIht verlangt er vuic Harmonie aller schüttenden Stände. Heute besieht keine Möglichkeit eines sozialistischen Aufbaus, und wir dürfen nicht zulassen, daß ׳mittlere Privatunternehmer abgeschreckt werden. Dr. Hantkc hält gicielifalls die Jngeiidfrage für eine Kardiualfrage des zionistischen Lebens. Der Zioiiis- ■nnis ist eine revohilionäre Bewegung, und wie vor zwanv׳Vf Jahren die (jc1R׳r;ttkm ües Redners unter der unreifen Jugend Propaganda gemacht und sich um die Ue״m׳rs1׳ha!'t der Ellern nicht gekümmert hat, so stellt es auch heute bei der Jugend. Die Jungen von damals sind jetzt selbst Väter: das sei das Problem. Er erinnert au das Vorbild des russischen Zionismus, der schon vor zehn bis fünfzehn Jahren in derselben Situation war, <1:111 eine neue Generation von Zionisten smigewnchseii ist denen die Anschauungen der alten Ueucraiioii nielit radikal gern!..׳ waren. Damals drohte der russische Zionismus, seine Jagend zu verlieren, und diese Katastrophe ist nur durch die Schaffung der Z c i re - Z i o 11 - O r - ״anisa'tion verhütet worden. Man muß bedenken, daß die Jagend in Rußland damals inner dem Eindruck! der russischen Revolutbii stand, wie heute die Jugend! in Deutschland unter dem Eindruck der deutschen Rc- 1 volution. Es ist selbstverständlich, daß auch die jüdische! Jugend von derartigen bedeutungsvollen Umwälzungen 1 des allgemeinen Lebens nicht unbeeinflußt bleiben kann,; und wir müssen es verhüten, daß sie von der Revolution verschlungen wird und dem Zionismus verloren geht. Daher müssen wir ihr eine Möglichkeit bieten, mit ihren revolutionären Tendenzen in der Organisation zuv bleiben. Redner warnt davor, der Jugend ihre Wege vorzuselueiben. Oft findet sie selbständig einen Weg, *ler sie dem Judentum enger vc*knüpft als der Weg des Vaters. Zur 1 rage der Berufswall! setzt Dr. Hanike auseinander, daß in anderen Berufen der natürliche Nachwuchs ohnedies mein׳ als ausreichend für die Bedürfnisse Palästinas ist und vor allem der landwirtschaftliche Beruf gefördert werden muß, weil darin großer Mangel bestellt. Herr Klötzel begründet seinen Artikel in der ״Jüdischen Rundschau" ״Deutsche Clialuzim“, der wiederholt heftig angegriffen und mißbilligt wurde. Er glaubte, daß die Notwendigkeit bestand, die Diskussion über die Berufsberatung heratiizubesdnvüren, mul daß dies in heftiger Form geschehen mußte, 11m entsprechende Wirkung zu haben. Er verwahrt sich dagegen, daß man seine Anschauung als aiitizionistisch bezeichnet, wie cs Herr Lichtheim in seiner Entgegnung getan hat unu berichtigt verschiedene Mißverständnisse. Herr Kareski polemisiert in heftigen Ausführungen mit dem Referat Roscnblüths und wendet sich gleichfalls gegen die im Blau-Weiß herrschende Auffassung des Berufsproblems. Walter Moses weist au der Hand des Materials nach, daß die vorgebrachlcn Anschauungen auf Ent- Stellung der Tatsachen beruhen. Er verliest einen Aufsalz, den er im Mürz ldlö in der Fülircrzeitung des Blamveiü geschrieben hat und worin er ausdrücklich betont, «laß jeder junge Mensch nur nach reiflicher Ueberlegiing, hei völliger körperlicher und seelischer Eignung sich dem landwirtschaltlichen üerut zuwenden dürfe, Redner erörtert sodann aut Grund seiner Erfalirtuigeii in der Berufsvermittlung die praktischen Not- Wendigkeiten einer Berufsberatung und weist insbesondere unter Anführung von Zahlen auf die Ucbcrfüllung in den akademischen und kaufmännischen Berufen hin, die sogar in Deutschland und unter den Nkhljiiden bestellt, iiir ein Land wie Palästina aber völlig auf der Hand liegt. Er habe sieh stets bemüht, mit den Eitern ein Einvernehmen herziistellen und!könne aus Erfahrung sagen, daß die Eltern nicht gegen die Landwirtschaft, sandern lediglich gegen die Uebersiedlung nach Palästina seien. Redner fordert eine Respektierung des ernsten Charakters der Biauwciß-Bewegung und verweist aut den enormen Schaden, den eine Bekämpfung dieser Bewegung der Partei billigen muß. Da es inzwischen 11 Uhr abends geworden ist, wird nach einer längeren Gcsehäftnordiiung.sdebatte die Redezeit beschränkt. Keren alijali. Ein vorliegender Antrag des flapo e i -11 a z a i r über die Schäftung eines Keren alijali wird in der Weise erledigt, daß der erste Teil an genommen wird, während der zweite leil bis zur Erledigung des in dem ersten Teil ausgesprochenen Ersuchens durch das Actkmi-Comite aufgcschobcn wird. Inzwischen wird der Gcschiiftslühreiide Ausschuß ermächtigt, die provisorisch notwendigen Maßnahmen zu treffen. Der angenommene Teil lautet: ״Der'Landcsvorstaud beschließt, sich nochmals mit der dringenden Bitte nach London zu wenden, die Leitung möge neuerlich in Erwägung ziehen, daß die Landesverbände ermächtigt werden sollen, die für die Alijah notwendigen Mittel aus den für den Keren hajessod gesammelte« Geldern bis zur Höchstgrenze eines fcstzusctzcndcn Prozentsatzes (unter dem Titel einer Eiuwandererfürsorgc) zu entnehmen.“ Hierauf wird in der Debatte fortgcfnhrcn. BI u in e 11 f c hl fordert von den Mitgliedern der Freien Zionistische« Gruppe Waren Bescheid, ob sie gewißt sind, die Keren hajessod-Aktion mit allem Euer Tnitzumaeheu, Die bisherigen Erfolge sind nur durch die Leistung der radikalen Gruppe erzielt worden, wäh- : rcnd die Weibüriippe passiven widerstand leistet. Dieser! Zustand müsse auiliörcii. Redner setzt sich in längeren; Ausführungen mit den Anschauungen und der Praxis i der Wcil-Gruppc auseinander. j Licht he im bemerkt, daß die grundlegende An- Behauung des Zionismus feststellen müsse: 1. Palästina b muß landwirtschaftlich aufgebaut werden oder gar nicht; 2 ein Zionismus der jugeml ist heute nicht möglich ohne starken Palästinawiiien. Redner begründet diese Anschauung und die sich daraus ergebenden Kon׳*, quenzeu. Max Strauß macht darauf aufmerksam, daß <üe hier bestehenden Gegensätze eines Teiles auf alte Differeiizeu mrückgehen, andererseits aber nur durch den Generationswechsel zu erklären find. Es handelt sich weniger um zwei verschiedene zionistische Auffassungen, als Vielmehr um die Gegnerschaft jeder älteren Generatiou gegen die in neuen Ansclumuiigcn heranwachsciulc Jugend. Weil spricht die Ansicht aus, daß der Zionismus heute keine revolutionäre Bewegung mehr in, ,.;mlcrn eine praktische Bewegung für den Aufbau Paiäxtinax. Die Hypertrophie des Nationalismus imiß abgelehig uv־, den, wir müssen au Stelle der ideologischen Ausfasxu»׳ eine mechanische Auffassung setzen. Audi die ju;e.<t bekommen wir nur, wenn wir in praktischer Wu c Am', baupolitik treiben. Die wichtigste Aufgalw, <!•;<• (j,. wiimung neuer Zionisten, wurde bisher vernachlässigt. 111 seinem Schlußwort geht Rosen bl u t fi am die Aeuflertingen der einzelnen DiskussHmsndttcr vin Er bittet, in Zukunft nicht vorgefaßte l*..r׳< i.!» sachliche Meiinmgskämpie hineinzutrageii. l>ie sachlichen Argumente des Herrn Walter Moses seien völlig »])cr. zeugend, und cs muß vermieden werden, unter Ignoriorimg dieser Argumente immer wieder diere'beu iukdkn Behauptungen a11fz!!*>tclle11. Er bittet nodimah; diingci.u, den Kampf gegen die idealistische Jugendbewegung' eia• zustellen. Die Zionistische Vcr c i!11 g u n g 1' u r D e vi t s c 111 a n d m u ß als o r g a 11 i s a! o r 1 s e 11 c Einheit bestehen bleiben. Wir sind nicht stark genug., um gegeneinander *Ins /.ionistiehe Feld tu Deutsch• laud bcimipteu zu können. Nach einem Dankvotum des Herrn Landau־! lau► bürg an das Präsidium der Versammlung wird die Sitzung des Landesvorstandes geschlossen. Di?. Keren h'ijessod-Aktion i.: Du.zig Die Arbeit für den Keren hajessod hat in Danzig erfolgreich begonnen. Schon vor längerer Zeit war d e Woche vom 5. bis 1'3. Dezember für die Durchführung der Aktion festgesetzt worden. Die Leitung lag in dea Händen von Kurt Blumcnfeld, der am 4. Dezember in Danzig eintraf. Die Arbeit begann mit einer Vorstaudssitzung, zu der einige Gesinnungsgenossen zugezogen waren. Nach den! Referat von Biutnenfeld zeichneten die anwesenden Gesinnungsgenossen Maaßcr für Keren hajessod, 14 Zeichnungen ergaben 3ul 00,׳) Ai. Am nächsten Abend veranstalteten wir eine Versammlung im größten Saale der Stadt. Die Versammlung war von einem Komitee cingeladcn worden, dem hcrvorraguide Juden aller Richtungen angehörten. Die Danzig er Juden waren fast ausnahmslos erschienen; niemals gab es in Danzig eine ähnliche jüdische Versammlung. Blumenfeld sprach, wie wir ihn noch nie gehört hatten, die Wirkung dauert noch heute an. Nach dem Vortrag nahm aus der Versammlung Herr Rechtsanwalt Rosenbaum das Wort und sprach wirkungsvoll über die besondere Verpflichtung der Danziger gegenüber dem Keren hajessod. Die eigentliche Arbeit für den Keren hajessod sollte in vorbereitenden persönlichen Besuchen liegen. Leider konnte Blumenfeld infolge einer Erkrankung nur wenige Besuche machen; trotzdem ist die erste Million Mark bereits überschritten, und wir haben begründete Hoff• uung, diesen Betrag 7u verdreifachen. Bemerkenswerter• weise haben die einheimischen Juden bisher in höherem Grade ihre Verpflichtungen erfüllt als die Ostjuden, abgesehen natürlich von alten organisierten Zionisten, die fast ausnahmslos wirklich Maaßcr gegeben haben Es gelang Blumcnfeld, die niclitzioiiistischcn Kreise, die uns bisher durchaus ablehnend gegenüberstanden, für die Keren Iiajessod-Arbeit zu interessieren, insbesondere fand er bei Herrn Rabbiner Dr. Kälter, der mit ihm gemeinsam eine Reihe Besuche machte, das weitestgehende Verständnis iür die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Keren hajessod-Aktion. Die Stimmung wurde durch ein großes Makkabäer-Fest mit einem schönen jüdischen Programm wesentlich unterstützt. Blumcnfeld hielt die Festrede, Gollanin sang wunder־ voll. Als Abschluß der Woche fand ein großes Bankett zu Ehren Blmnenfelds statt, zu dein wir die britischen und amerikanischen Vertreter, das Rabbinat, den Vorstand der Jüdischen Gemeinde und diejenigen, die uns bei unserer Arbeit geholfen hatten, cinUideu. Nachdem der Vorsitzende die Begrüßungsrede gehalten hatte, sprach Blumcnfeld über den Aufbau Palästinas durch eigene jüdische Arbeit auf landwirtschaftlicher und garten• baulicher Grundlage und über die Notwendigkeit der Mitarbeit aller jüdischen Kreise. Der britische Ko 11־ sui betonte tu seiner Rede, daß er noch nie einen Redner gehört hätte, mit dem er in allen Punkten so einverstanden gewesen sei und wünschte dein Zionismus Glück, Der amerikanische Konsul gab der Hm’i• uung Ausdruck, daß Blumenfeld bald nach Amerika kommen werde. Sehr eindrucksvoll sprach der R a bbincr Dr. Kälter, der ausdrücklich hervoihob, daß er unbeschadet seines unveränderten grundsätzlichen Standpunktes die Notwendigkeit einer gemeinsamen Aktion für den Aufbau von Palästina anerkenne. Der Verlauf der Woche hat uns gezeigt, daß Energie und das Vertrauen auf die Kraft der nationalen Idee imstande sind, auch in Danzig, wo wir vor kurzer Zeit mir ein ganz kleines Häuflein waren, Erfolge zu er■ zielen. Grundsätzlich bemerken wir, daß nur die Entschiedenheit unseres Auftretens unsere Arbeit ermöglicht hat. Wären wir den Weg des Gesinnungskompromisses gegangen, so würden wir walusdieinlich noch heute ergebnislos verhandeln.

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