Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 1-2 (5.1.1921)
- Date
- 1921-01-05
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 8 JU EPISCHE RUNDSCHAU Nr. 1/2 Bedeutung ein Millioncniomls hätte gewinnen können, der durch langjährige, geschickte und Zielbewußtc!*olitik sich zum Eigentümer der meisten.im Lande befindlichen Maschinen zu machen verstanden hätte! Welcher Fahr!, kaut ist heute kapitalkräftig genug, um eine moderne I'rcHluktionsstiitte /1t batten und aus/urüsten? Wollet• nimmt er die Maschinen, die Motore? Der Fonds leiht sie ihm. Der Betrieb spart die enormen Investition!!- kosten und wird sofort rentabler, als der weniger Begiinstigte. Er hat nur eine mäliige Abnützung!;- und Leihgebühr zu zahlen. Er braucht also nicht überkapitalisiert zu werden — woran heute mehr und mehr Unternehmungen kranken. Der Fonds riskiert nichts: die Maschinen sind ihm sicher, und sind sie verschlissen; so hat er sie von seinen Abnutzungsgebühren schon abgeschrieben. Natürlich legt der Fonds dem Kredittielimer als Acquivaleut Bedingungen auf, die sozialen Charakter tragen können: Mitbestimmungsrccht bei der (k'wimivertciltmg, bei «len Arbeits- und Ausstellungsbedingungeil usw. usw.*). Eine ,ganz genaue Parallele zum Nationalfomls, durch dessen Hilfe der Agiarprodiizent von der Notwendigkeit, den Boden teuer kaufen zu müssen, enthoben wird, so «laß er nur eine mäßige Pacht zu zahlen braucht, wogegen er sich gewissen iiationaleu und sozialen Verpflichtungen unterziehen muß. Es ist unbegreiflich, dal) ein Volk, welches die lc!״e des Nationalfonds konzipieren konnte, gleichzeitig in so einseifiger Verblendung vor einer Ausweitung dieser Idee auch auf die industrielle Produktion /urückschcute! Hier eröffnet sich eine dimensionale P e!'• spektive, -- aber solange wir unsere ganze Kraft darauf konzentrieren müssen, daß die Keren hajessoti- Aktion sichcrgestelit und vor allem auf eine auch «km wirtschaftlichen Gedankcngängcii vollauf kechmmg tragc.'tdc Basis gestellt wmi, muß «kr II.•H. natürlich׳ darauf verzichten, diese Idee in dem Maße zu projvigieren, das sie verdient. Er muß sieh zunächst darauf beschränken, bei dieser Keren hajcssod-Aktion, die er als Tatsache hinnimmt, jene Anschauungen zur Geltung zu bringen, zu deren Vertretung er sich als Organisation wirtschaftlich denkender Zionisten besonders berufen fühlt, um dann vielleicht ein׳.׳ Verknüpfung beider Pro jektc berbeizuführen. Hierüber ein andermal. I I e i n r i c 11 M a r g u I i e s. Erez* Israel Eine arabische Universität in Jerusalem Auf Einladung der Stadt Jerusalem hielt Professor Yahuda in Jerusalem einen Vortrag in arabischer Sprache über tlio arabische Kultur in Spanien, Der große Saal war dicht gefüllt, die ganze arabische lutelligenz und die Beamten der Regierung waren anwesend, j Audi der Oberkommissär mit seiner Begleitung war ן erschienen, sowie die leitenden Persönlichkeiten der > jüdischen Institutionen. Nach einer herzlichen lk■- j grüßungsrede des Jerusalemer Bürgermeisters hielt Prof. Yahuda seinen Vortrag, der mit großem Beifall aufgenominell wurde. Am Schluß seiner Rede gab er einen Ausblick auf die Zukunft der orientalischen Kultur, die in ihrem einstigen Glanz wieder über den orientalischeu Völkern, Juden, Arabern und Armeniern, strahlen solle. Nach dem Vortrag hielt der Oberkommissär eine Ansprache, in welcher er seine persönlichen, in Spanien gesammelten Eindrücke über die arabische Kultur darlegte und erklärte, daß in Kürze in Jerusalem eine mohammedanische Universität gegründet werden solle. Otto Warbtirg in Palästina. ״Haarez“ vom lü, Dezember widmet der Ankunft Professor Otto W a rb urgs einen herzlichen Begriißuiigsarlikel. Das Blatt gibt unter DarstclUuig der zionistischen Laufbahn Warhurgs und in dem Bewußtsein, daß Warbtirg seiner persönlichen Bescheidenheit wegen keine großen Ehrungen liebt, der Hoffnung Ausdruck, daß sein Kommen die sachliche Arbeit in Palästina fördern wird. Der Jahrestag des Beginns der Alijah. Am 5. Dezember leierte eine Anzahl von Einwanderern in |erusalem den Jahrestag der Ankunft des Schiffes ״Rußlan", welches bekanntlich als erstes Schiff (>00 Ein- Wanderer aus Odessa nach Erez-Israel gebracht hat, wodurch nach dem Stillstand der Kriegsjahre die dritte große Periode der Einwanderung eröffnet wurde. Dr. Joseph Klausner, der selbst mit jenem Transport gekommen war, erzählte Erinnerungen au jene Reise, Herr Siltnan sprach üher die sehnsuchtsvolle Erwartung, mit welcher man!in Lande diesem ersten Einwandererschiff eutgegengesilnrt hat. Trietsch über Gartenstadt. In ״Haare/.“ veröiknüicht Davis I rictsch neuerlich einen ausführ* liehen Artikel über die Gartenstadt, in welchem er che grollen Vorzüge dieser Kotonisationsform eindringlich schildert Mange) an hebräischen Gcrichtsschreibern. Da an den palästinensischen Gerichten zurzeit hebräische Uerichtssehreiber fehlen, sind jüdische Parteien mitunter gezwungen, sich der arabischen Schreiber zu bedienen, die ihre Schriftstücke alsdann arabisch ansfertigen. Die Verhandlungen müssen dann auf Grund «kr arabischen Akten auch arabisch geführt werden auch wenn beide Parteien Juden sind. Ke Regierun״ .würde weitere hebräische Schreiber tinsteUen wenn sich ihr solche zur Verfügung stellten. 5 1־staatssmetar mrsclt hatte in ähnlicher We «he Absicht, den Kreditbedarf der deutschen indmi durch eine staatliche Kreditbank decken mf laS sich solchermaßen den Weg zu einer , Sozialisier« von hinten herum'* öffnen konnte. ״ “s,cn Die Arbeiterkonferenz in Haifa Die Konferenz wurde Chanukah, am 5. Dezember eröffnet. Anwesend 87 Delegierte, viele Hunderte von Gästen. Die große Halle des Technikums ist überfüllt. Um 0 Uhr abends eröffnet Baratz (l)aganja) die Versammlung. ״Wir haben durch Jahre von der großen Einwanderung gesprochen, welche kommen muß und unsere Kräfte stärken um! erneuern wird. All dies war ein Traum, der 1ms in den schwersten und tragischste« Augenblicken gestärkt hat. Jetzt stehen wir vor der Wirklichkeit. Tausende von Jiuigei» sind schon ins Land gekommen. Tausende warten darauf, zu kommen. Vor uns ist eine Gemeinde von Arbeitern, welche gekommen sind, um!dies hin/.tigeben für «las heilige Ziel des Aufbaus des Landes. In diesem Augenblick’ liegt eine ungeheure Verantwortung auf dieser Versammlung, auf jedem einzelnen von uns. Wir werden diese Versammlung nicht verlassen, ohne zu einer Einigung zu. kommen. Wie es uns gelungen ist, die Assetalh liaiwdiarini, die wichtigste Stütze des Jischtib, zu sichern, wiixl es uns auch jetzt gelingen, alle Zweifel zu besiegen. In einem Augenblick der Verzweiflung kam einst Bussel zu uns und sagte: ,Genossen kommet, wir wollen die Arbeit organisicren,' Das muß auch beute unsere Parole sein." Auf Vorschlag des Permaiien/.aiisschusses wird ein j Präsidium gewählt, in welchem alle vier Strömungen vertreten sind: Eikind (Glutin/.), Spriiwak (Hanoelllazair), Reines (Adiduth Haawodah), Chaldci (M. P. S ). Herl Kaznclson (Achduth Haawodah): Vor uns ist eine Versammlung, gewählt von •1000 und einigen hundert Arbeitern. Wir, die alten Genossen, «Sie wir die Last des Lebens durch Jahre getragen י haben, begrüßen zunächst diejenigen, die neu zu uns gekommen sind. Wir leben die ganzen Jahre in der Hoffnung auf eine Erweiterung unserer Horizonte, unserer Ziele, daß wir die Frucht unserer Miihe erleben, die Erweckung des Volkes. Nicht mir einmal sanken unsere Hände, und wo wir die größten Hoffinnigen gesetzt haben, da sind wir am meisten enttäuscht worden. Mit der Krise in der zionistischen Bewegung kam eine seelische Krise. Die arbeitend«] j Gemeinschaft in Palästina ist eine Einheit, nicht dem j Schilde nach, aber in ihren Hoffnungen und Bcstrcbuaj gen. Kein Widerstreit der Meinungen wird uns diese J hiuheit stören. Diese Einheit drückt sich täglich in unseren Taten, wenn nicht in unseren Worten aus. Und trotz allem ist uns die Einigung nicht gelungen.. Diese Konlerenz wird vielleicht nicht alle unsere Leiden lösen. Aber Baratz hat richtig gesagt, wir werden diese Versammlung nicht verlassen, ohne geeinigt zu sein. Wir«! es uns gelingen, diese Versammlung zu einem Erfolg zu bringen, so werden wir nicht nur 1ms selbst j erheben, sondern auch alle die im Auslände Wartenden. Es ist meine Pflicht, der Kameraden zu gedenken, welche in der letzten Epoche gefallen sind. Wir haben j hier ein Verzeichnis von Namen vor uns; ich weiß j nicht, ob einer von uns sie alle gekannt hat. Ich j will hier nur den einen erwähnen; Muschel! Pruschenöl (ctic Versammlung erhellt sich), Möge der Geist all ן dieser Hehlen auf dieser Versammlung ruhen. : Es folgen die Begrüßungen durch den Vertreter tier Gemeinde Haifa, den Vertreter der seph,irdischen Juden und besonders herzlich durch den Vertreter der Lehrerschaft, Karmi. Dieser betont die Notwendigkeit einer Einheitsfront von Lehrern und Arbeitern!. Die Stellung der Lehrer ist in der letzten Zeit sehr verschlechtert worden. Nach den Herabsetzungen des Budgets der Kwuzoth erhebt sieb jetzt die grausame El,and auch gegen das Schiihverk. Auf dieser Ver- Sammlung wird hoffentlich die Einheitsfront geschaffen werden, welche di׳!■ Arbeiter, 1 ׳.׳!irer und Beamten umfassen wir«!. In der zweiten Sitzung hält Jahnic!i(A. H.) das Referat über die Form «ler geplanten Organisation: Wir benötigen solche Institutionen, welche den Aufbau iin großen Stil durcliztiiührcn imstande sind. Wir brauchen Zeitungen und Delegationen im Auslände, welche dort sagen können: es ist eine Möglichkeit «ler Arbeit in Palästina; es ist eine Möglichkeit «!er Erlösung. Das jüdische Voll; muß dem jüdischen Arbeiter sein ganzes Vertrauen schenken. Spriuz. ak (llapoel-l laza'ir): Siebzehn Jahre sind verstrichen, seit׳ die jüdischen Arbeiter ins Land gekommen sind. Wie ilamals die Alijah - den Zionis-!uns vor dem Bankrott rettete, so kann der jüdische Arbeiter Palästinas heute «las Volk vor einem Bankrott retten. Dazu muß der jüdische Arbeiter Palästinas eine konzentrierte, geeinigte Kraft sein. Was will der jüdische Arbeiter? Erstens den Zionismus verwirklichen, zweitens das Streben nach Produktivität, drittens das Streben nach einer neuen Gesellschaft ohne Ausgebeutete und ohne Ausbeuter, Die reellen Interessen «Ics Arbeiters sind uns allen gemeinsam, und darin wollen wir uns vereinigen Nun kommt die Frage der Abgrenzung zwischen Partei und gemeinschaftlicher Or* gamsatmn. Wir wertlen über d'nese Grenzen im Geiste der Lmimlschnit sprechen. Elkind (Glinhi/): Es ist eine grenzenlose Kraft- und MiltelverschWendung, daß wir für diese Aufgaben im Lande einen doppelten Apparat «ler beiden Arbeiterparteicu haben. Wir bringen dadurcli Demoralisation 111 das Lager der Arbeitende«, Die neue Organisation muß "innerhalb ihres Wirkungskreises ein Monopol haben. ripriiizak verliest ein Telegramm des Waad Haleumi, «las nie Verdienste der Arbeiter um «las Zustandekommen «!er Asselath haiwcluiritn und lies Waad I laleuini anerkennt. <j«r schon (M. P.S.) beginnt jiddisch zu sprechen; c will ihm nicht erlaube« zu sprechen, trst als das Präsidium erklärt, daß der Redner nicht hebräisch kau«, weil er che« erst nach Palästina kam, kann der Rainer fortfahren: Man sagt, daß wir Anti- Zionisten sind.! >as ist ganz falsch. Ich protestiere feierlich dagegen. Wir sehen den einzigen Ausweg aus der Not in der sozialen Revolution, und wir stützen uns dabei auf die Kraft der Arbeiter. Der Augenbäck wird kommen, wo alle jüdischen Arbeiter sich, überzeugen werden, daß nicht die ziorastisclie Organisation, sondern die organisierte jüdische Arbeiterschaft die Kolonisierung in «iie Hand nehmen wird. Die Arbeiterschaft hat ihre ganze Kraft aufgewendet, um die Kwuzoth zu organisieren. Aber die ganze städtische Arbeiterschaft ist nicht organisiert. In Jerusalem gibt es l1u11d«Tte jüdischer Arbeiter, «Iie v«hi Kapitalisten ausgebeutet werden. Solange (jic städtische Arbeiterschaft nicht organisiert ist, wird hier keine Arbeiterbewegung Zustandekommen, denn die städtische Arbciterscluift ist tier lebende Nerv der jüdischen Arbeiterbewegung. , . , ״ ... Ihc Organisierung der arabischen Massen ist c.nc Frage «ler Araber selbst. Aber jeder jüdische Arbeiter fühlt, daß wir von der billigen arabischen Konkurrenz zu leiden haben werden, solange nicht die arabischen Massen organisiert sind. i>ie Organisation, die hier geschaffen werden wird, muß auf dem Klusscnslawiimukt stehen. Politisch muß die ArbcHer-dutt ׳״!. bunden sein in einem Arbeiterrat, der i11ter«at:״״al ist. Eine festliche Stimmung herrscht im Saal. Wir möchten wünsche״, daß die /Arbeiter cinsehcn, daß wir nicht nach Palästina kamen, um einen Sprachenkampf zu führen, wir kamen, tun dem jüdischen Arbeiter Wege zu weisen. (Beifall beim AiKlitorium.) Eisenberg: Die Plattform «les Hechaluz. ist nicht ein Maximum, sondern ein Minimum. Wir wolle« nicht eine mechanische und technische Einigung, sondern eine vollständige Einigung. Man sagt im«: es gibt Verschiedenheiten «Ics Stils. Das ist richtig. Aber «las sind kleine Kreise in einem großen Kreis. Ueber aller. Unterschieden steht das heilige Ziel des Aufbaus des Landes. Berl Kaznclson: Die Arbeiterbewegung ist ihrem Wesen nach nicht professionell Wenn ihr dem jüdischen Arbeiter hier alles wegnehmt, weswegen er uacli Palästina kam, «kann bleibt euch auch keine profcssioncllc Bewegung übrig. Keine professionelle Bewegung hat einen sprachlichen Charakter, und doch Missen wir, daß eine professionelle Organisation, welche die Frage des Hebräischen unentschieden ließe, hier keinen Bestand haben könnte auch nur einen Tag. Eine professionelle Bewegung kann auch nicht leben ohne die großen sozialen Horizonte, um deren willen xvir hergekommen sind. Wer eine Arbeiterbewegung zur professionellen Bewegung macht, der stiehlt ihr ihre Seele. Wenn es noch in England oder Frankreich möglich ist, liier ist es unmöglich; denn jeder, ׳!er hier eine Profession ergreift, verknüpft sic von Anfang an mit einer großen Idee. Hier ist kein Platz auch für rein politische Parteien. Wen interessiert I cs, wenn eine Partei nur eine Ideengruppe ist? I)!«• Parteien wissen das sehr gut und deswegen wollen sie immer auch praktische Arbeit leisten. Das wird morgen oder .übermorgen /um Kampf zwischen der professt!- iicllcn Organisation und den Parteien führet. Ich spreche zu euch im Namen «ler Achduth Haawodah. Wir fügen uns der Wirklichkeit. Wir haben den Kampf gegen die!,arteten nicht aufgegeben. Ab«•* vor die Eragc gestellt, die ganze Einigung in Gefahr zu bringen, haben wir nachgegeben. Wir gehen das' Weiterbestehen der Parteien zu. Hier sind die M. P. S. mit ihrer Deklaration vnrgetretcn. Ich weiß, daß vor 15 Jahren meine Freunde von den!,ode-Zion auch s.» gesprochen haben, aber das Leben und die große Verant- Mortiing haben sie belehrt. Der Redner erörtert die Wichtigkeit des Beitritts zur schaffenden Organisation, zur Gewerkschaftsintcmationale. Re wutzki (M. P. S.): Wenn man in die Plattform der Einigung politische Forderungen aufnehmen wird, wie es Achduth Haawodah tut, sr> wird die Einigung nicht bestehen bleiben. Wie soll denn eine gemeinsame Zeitung aussehen, die die neue Organisation herausgeben will? Unser Präsidium ist ans vier Strömungen zusammengesetzt, soll die Zeitungen vier Leitartikel der verschiedenen Richtungen bringen? Am Sonntag wurden die Diskussionen fortgesetzt. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen /wischen HapoiT-Haza'ir und Achduth Haawodah, weil Hapoel- Ha/ai'r noch nicht mit seiner Plattform hervorgetreten war. Am Montagvormittag brachte HapoeMla/.ur ■;eine Erklärung vor. Der Antrag besagt, daß die Arbeiterkonferenz anerkennt, «laß die Lage der Arbeit und «!er Arbeitenden die Schaffung eine* allgemeinen Arbeiter- Organisation verlangt, welche die wirtschaftliche״ imä kolonisatorischen Angelegenheiten der palästinensischen Arbeiterschaft besorgt. Diese Organisation muß die einzige Vertretung der Arbeiterschaft im Lande sein in alJ den Angelegenheilen, welche ihrer Kompetenz unterliegen. IMe-e Angelegenheiten sind: I. Die Schaffung des zentralen Eihvv.andcrungsamtes in Er«׳/- Israel; 2. Empfang der Einwanderer und Arbeitsvermittlmig; S. Errichtung und Entwicklung von!andwirtschaftlichen Siedlungen und Arbeitsgelegenh«׳i;cn in IDord und Stadt; •I. Uebenuhmc von Arbeiten bei «ler Zionistische« Organisation, der Regierung und bei p!ivati'ii Arbeitgebern; 5. professionelle Organisation «ler Arbeiter auf |>ar!eiloser Grundlage, iusbcvmdere Schaffung der landwirtschaftlichen Organisation; <>. Schaffung der für die Existenz der Arbeiter erforder• liehen wirtschaftliche« _Institutionen, wie Arncitsiim'er, Unterkunft«- und Speisehäuser, Hamaschblr, Arbeitsbank, Krankenkasse, I)arlchcnskassc usw.; 7, Siliafnmg von KulUiriiistiüitionen zum Unterricht der hebräisch׳•« Sprache und derhüdwirtsch.a (fliehen und professionellen Bildung, sowie Einrichtung von literarischen und wissensehaftlicheit Kursen. Der letzte Punkt lautet: Die Institutionen tlieser Art, welche bisher bei den ein/e!ncn Parteien int L:\1vde bestehen, übergehen in «1.1s Ligentiimsrccht der gemeinsamen Organisation. Idieser Passus wurde mit stürmischem Beifall begrüßt. Die weitere Verhandlung wurde von einer Auscinaudersetzung zwischen Achduth Haawodah und M.P. S. ausgefüllt. Die M. I». S. verlangten für ihre I iiftci etne offizielle Vertretung auf 11er Konferenz gleich «len drei anderen Gruppen, deren Parte!Zentren beratende Stimmen auf der Konferenz hatten. Der Pertmnenzausschuß hatte dieses Verlangen abgelehnt, weil sich die M P. S. nach dem Auftreten ihres Vertreters Meversolm auf der Konferenz der Poalc-Zion in Wien lind auf dem Kongreß in Moskau (er hatte die jüdischen Arbeiter von Palästina beschuldigt, daß sie die Araber bov- Kottierten. daß sie Araber töten, um Platz für Parasiten in Palästina zu schaffen: ferner hatte sich die Partei als?““L arabisch-jüdische, ägyptisch-palästinensische Partei L"..״ ‘ 1״rtd, .5k״u. •',1,5Begebe«) das Recht verwirkt natte, von der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas als v S